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Wen Wüppesahl im Knast kennen lernte

25 Mai 2008

Nachtrag 29.8.2011: Nach einer überaus lächerlichen Intervention der Staatsanwaltschaft Hamburg bei Google wurde die Domain vor-verurteilung.de innerhalb von Stunden eingestampft. Damit verschwand auch das hierher verlinkte, wunderschöne Bild von Kamiar M: Dicker Polizeibeamter mit Glatze hat einem Bürger sein Sakko über den Kopf gestülpt, ihn mit Handschellen gefesselt und führt ihn ab. Hier ein stimmungsmäßiger Ersatz (südafrikanische Polizeibeamte im Einsatz):

Und hier ein Bild des Hamburger Oberstaatsanwalts Wilhelm Möllers,

der nach eigenen Angaben ein Mensch mit viel Humor ist.



1.9.2011: Hurra! Das Kamiar-M-Bild ist wieder da!

Kamiar M.

[Kamiar M. bei einer Amtshandlung.  Er wurde 1978 in Teheran geboren und unter dem Innensenator Ronald Barnabas Schill Polizeibeamter in Hamburg. Mehrfach mittlerweile wurde Kamiar M. angeklagt, er habe irgendwelche Frauen vergewaltigt. Der Leitende Polizeidirektor Kuno L. (siehe unten) scheint ihn nicht zu mögen.]

Sträflich leichtfertig handelten Justizvollzugsbeamte des Hamburger Untersuchungsgefängnisses, als sie Kamiar M. mit dem blutrünstigen Polizeibeamten Thomas W. in eine Zelle sperrten. Nach Überzeugung der 5. Strafkammer des Bundesgerichtshofs unter ihrer damaligen Vorsitzenden Monika H. wollte Thomas W. einen Geldboten mit einem Fleischerbeil zerstückeln.

[So sieht sie aus, die personifizierte Tugend Monika H..]

Wueppesahl

[So sieht er aus, der blutrünstige (Ex-)Polizist Thomas W.. Was soll so ein armer Polizeibeamter auch tun, wenn er gerade nicht Menschen zerstückelt? Er langweilt sich … Thomas W. scheint den Leitenden Polizeidirektor Kuno L. (siehe unten) nicht zu mögen.]

Doch Kamiar M. hatte großes Glück. Er gestand Thomas W. rechtzeitig ebenfalls Polizeibeamter zu sein. Thomas W. drehte ihn nicht durch den Fleischwolf.

Er hat den Hautteint des klassischen Iraners, betreibt Bodybuilding, ist trotzdem viel zu fett, hat einen Stiernacken und läuft ständig mit so ner blöden Baseball-Mütze durch die Gegend – wie die meisten Knackis im Knast.

meint Thomas W. und fügt hinzu: „Kamiar ist ein Frauentyp“.

Kamiar M. hatte die Tage zuvor seinen Freigang auf dem Hof nicht genutzt. Er hatte Angst, aus den Fenstern der anderen Zellen beschimpft zu werden. Nicht beamtete Beschuldigte drohen einsitzenden Polizeibeamten regelmäßig an, ihnen Besenstiele in die Arschlöcher zu stecken. Kamiar M. ist in einschlägigen Kreisen besonders unpopulär, seitdem er am Hamburger Hauptbahnhof ziemlich erfolgreich nach Drogen fahndete.

Kamiar M. saß in Untersuchungshaft, weil Julia B. ihn angezeigt hatte. Die 34-Jährige behauptete, der Polizeimeister habe sie im April 2005 bei dem Dorffest750 Jahre Rissen“ an den Haaren in seine Wohnung geschleift, sie gewürgt, gedroht sie umzubringen und sie schließlich vergewaltigt, zweieinhalb Stunden lang.

Aus Kamiar M’s Verurteilung wurde jedoch nichts. Wegweisend war einmal mehr ein Prozessbericht der BILD-Zeitung (10.12.2005):

…sagten gestern Zeugen aus, die ihn und Julia B. beim Dorffest sahen.
Ein Döner-Mann (31):
„Sie saß auf seinem Schoß, sie haben geknutscht.“
Ein Hausmeister (41):
„Sie haben sich geküsst und sind Hand in Hand verschwunden.“

Im Gericht zeigte Kamiar M. den Brief einer anderen Ex-Freundin vor, in dem die feststellte, Kamiar-Romeo sei mit Julia „turtelnd“ in sein Wohnhaus gegangen. Die Ex-Freundin klagte: „Kannst Du Dir vorstellen, wie weh das tat?“. Schließlich konnte Julia B. nicht erklären, warum sie nicht ausgebüxt war, als Kamiar M. auf seinem Donnerbalken hockte, so zu sagen um sich für eine richtige Turbo-Vergewaltigung fit zu machen.

Kamiar M. hat eine eigene Homepage unschuldig-eingesperrt.de.

Nachdem die Richterinnen der 31. großen Strafkammer des Landgerichts Hamburg im Februar 2006 Kamiar M. freigesprochen hatten, meinte dieser, er dürfe nun wieder am Hamburger Hauptbahnhof nach Dealern und anderen Straftätern fahnden. Doch schon 2007 zeigten ihn zwei weitere Frauen wegen sexueller Nötigung an. Der leitende Polizeidirektor Kuno Lehmann bestellte Kamiar M. zu sich.

Kaum war Kamiar M. bei Kuno L., stürmte das MEK, Elite-Einheit der Hamburger Polizei zur Bekämpfung schwerster Straftaten, das Büro. Ein MEK-Beamter richtete seinen Revolver auf Kamiar M.. Der sah den roten Laserpunkt der Kanone auf seiner Brust. Kamiar M. wurde
zu Boden gebracht und gefesselt.

Und wieder hatte Kamiar M. großes Glück. Problemlos hätten ihn seine Kollegen erschießen können. Aus Notwehr, versteht sich!

Wozu MEK-Einsatz? Hatte der persisch-stämmige Kamiar M. den deutsch-stämmigen Kuno L. gewürgt, mit der Dienstwaffe bedroht und schließlich vergewaltigt? Nichts davon ist möglich. Denn am Morgen nach seiner Festnahme wurde Kamiar M. auf freien Fuß gesetzt.

Wer von Polizisten misshandelt worden ist und versucht hat gegen diese vorzugehen, weiß, dass Polizeichefs, Staatsanwaltschaften und Gerichte ihre Büttel immer decken. Wenn es doch einmal gegen einen Polizisten geht, hat der seine Chefs vergnatzt. Dieser Eindruck ist auch bei Kamiar M. entstanden. Kuno L. will Kamiar M. loswerden. Der MEK-Einsatz sollte Kamiar M. ein freiwilliges Ausscheiden aus dem hanseatischen Polizeidienst erleichtern. Dr. Alfred Fleissner vom Anti-Mobbing-Verein Klima e.V. hat aus diesem Grund einen Leserbrief ans Hamburger Abendblatt geschrieben:


Dr. Alfred Fleissner Telefon 040-5500184
Vogt-Kock-Weg 9 E-Mail Dr.Fleissner@klimaev.de
22459 Hamburg 06. April 2008

Hamburger Abendblatt,
Lokalredaktion,
Postfach 2110,
20350 Hamburg

Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

als langjähriger Leser des Hamburger Abendblattes schreibe ich Ihnen nach reiflicher Überlegung, um Sie darauf aufmerksam zu machen, wie ein Artikel im Hamburg-Teil, erschienen auf Seite 16 am 13. März 2008 mit dem Thema „PROZESS: KAMIAR M. WURDE BEREITS SUSPENDIERT“ und der Schlagzeile „Frau missbraucht? Polizist angeklagt“, auf mich gewirkt hat. Ich habe mich gefragt, weshalb ich den Eindruck gewonnen hatte, dass hier ein Mensch vorverurteilt wird und weshalb ich das ungute Gefühl nicht los wurde, dass ausgerechnet ein Polizist, noch dazu gut erkennbar mit lächerlich anmutendem Balken auf den Augen, verleumdet wird.
Folgerichtig habe ich meine in der Konfliktberatung aufgebauten Kontakte zu verschiedenen Polizeibeamten genutzt und eine völlig andere Version erfahren.
Herr Sascha Balasko schreibt in diesem Bericht auf über 100 Zeilen so, als ob er Einzelheiten wüsste, und erweckt den Anschein, als müsse der Wiederholung eines vergeblich im November 2005 zur Anklage gebrachten ähnlichen Tatverdachts Bedeutung zugemessen werden. Insider, die den Fall kennen, können sich nur wundern über eine Fantasie, die zu einer seriösen Berichterstattung so gar nicht passt.
Folgende Fakten hätten berücksichtigt werden müssen:
– Der betreffende Polizeibeamte hatte am Tag seiner vorläufigen Festnahme am 12.09.2007 keinen Dienst, sondern war in seiner Freizeit selbstverständlich unbewaffnet.
– Die Schusswaffe befand sich in seiner Dienststelle im dafür vorgesehenen Schließfach.
– Der Polizeibeamte hatte am Morgen des 12.09.2007 erfahren, dass für 15 Uhr ein Termin im Polizeipräsidium anberaumt worden war.
– In den Reihen der Polizeibeamten ist sehr wohl bekannt, dass Termine beim Leitenden Polizeidirektor, K. Lehmann, nichts Gutes bedeuten. Somit wusste auch dieser Polizeibeamte, was ihn erwartete.
– Vor dem Termin im Polizeipräsidium hatte er erfahren, dass eine Strafanzeige wegen eines Sexualdelikts gegen ihn erstattet worden war und dass seine Kollegen gegen ihn ermitteln mussten.
– Er berichtete sogar anderen Polizeibeamten von seinem Wissen, bevor er sich zum Polizeipräsidium begab.
– Gegen 14.30 h traf er sich mit seinem Vorgesetzten, der ebenfalls an dem Termin im Polizeipräsidium teilnahm. Er fuhr freiwillig, nicht auf der Flucht befindlich, mit ihm ins Präsidium.
– MOPO und Bild berichteten am 14.09.2007.
Bei sachlicher Recherche hätte Herr Balasko, der als Polizeireporter enge Kontakte zur Polizeiführung hat, die Frage aufwerfen müssen, weshalb das MEK, die Eliteeinheit der Hamburger Polizei, die sonst schwer bewaffnete und gefährliche Terroristen festnimmt, in das Büro des Leitenden Polizeidirektors stürmte, um einen Berufskollegen festzunehmen, der sich freiwillig und unbewaffnet dort eingefunden hatte. Er hätte darauf verweisen können, dass es ganz enge Bestimmungen gibt, wann das MEK zum Einsatz kommen soll und wann eine Person gefesselt werden darf. Unnötigerweise wurde Kamiar M. auch noch mit gezogener Waffe, die Zieleinrichtung (roter Laserpunkt) auf den Oberkörper gehalten, gezwungen, sich auf den Boden zu legen und die Hände auf dem Rücken fesseln zu lassen. Von Polizeibeamten, die sich natürlich nicht an die Öffentlichkeit trauen dürfen, verlautete, dass die Version des Herrn Balasko nur dazu dienen sollte, ein widerrechtliches Vorgehen zu rechtfertigen.
In Kollegenkreisen ist bekannt, dass die Führung der Hamburger Polizei den unliebsamen Mitarbeiter Kamiar M. aus dem Dienst entfernen will, der von seinen direkten Kollegen ob seines Durchhaltevermögens geschätzt und bewundert wird. Anscheinend lässt sich hier ein Journalist von der Polizeiführung benutzen, um eine Hetzjagd auf diesen Mitarbeiter zu starten.
Bedenkt man weiterhin, dass eine zweite erstattete Strafanzeige gar nicht erst Beachtung gefunden hat und im aktuellen Fall das zuständige Gericht mit Erhalt der Strafakte sowohl den Haftbefehl als auch die Meldeauflage von sich aus aufgehoben hat, mutet der Verweis auf das Verfahren vom November 2005, das schließlich mit einem Freispruch endete, tendenziös wie an den Haaren herbeigezogen an.
Herr Balasko scheint in seiner speziellen Art, von dem damaligen Fall zu berichten, den Eindruck erwecken zu wollen, die Große Strafkammer des Landgerichts Hamburg mit vier Berufsrichtern und zwei Schöffen wäre als weltfremd und nichts merkend einzuschätzen. Er geht aber nicht darauf ein, dass seinerzeit an 11 Verhandlungstagen 23 Zeugen vernommen wurden.
Aus Insiderkreisen ist bekannt, dass die Polizeiführung mit der Entscheidung des Gerichts 2006 nicht einverstanden war, aber selbst die Staatsanwaltschaft hatte damals eingesehen, dass ihre Revision vor dem Bundesgerichtshof keine Chance auf Erfolg haben konnte, und zog diese folgerichtig zurück.
Unter Verzicht auf eine Gegendarstellung verlässt sich der angeschuldigte Polizeibeamte mit seinem erfahrenen und renommierten Strafverteidiger U. Maeffert darauf, dass man in der fälligen Hauptverhandlung ab dem 29.05.2008 vor dem AG-Blankenese der Wahrheit auf die Spur kommen wird.
Ich würde mich freuen, wenn Herr Balasko bereit wäre, mir sein Vorgehen zu erklären. Vielleicht findet sich unter den verantwortlichen Redakteuren jemand, der das ernste Thema Mobbing aufzugreifen bereit ist. Natürlich braucht es Mut, sich für Minderheiten einzusetzen, die durch perverse Machenschaften von mobbenden Mehrheiten in die unterlegene Position gebracht wurden und naturgemäß über keine Lobby verfügen.

Mit freundlichen Grüßen


Der neue Prozess gegen Kamiar M. soll am
29.5.2008 um 13 Uhr im
Amtsgericht Hamburg Blankenese Saal 18
beginnen. Weitere Termine sind am 30.5., 12.6., 13.6. und 20.6.2008 immer um 13 Uhr angesetzt.
Aktenzeichen 510 Ls 7205 Js 232/07 (559/07) StA Hamburg.

Ulrich Brosa