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Was Sie schon immer über Clebsch-Gordan-Koeffizienten wissen wollten

25 März 2012

aber bisher nicht zu fragen wagten.

Die meisten Menschen sind brennend interessiert an:
1) Wirken Aphrodisiaka?
2) Was ist Sodomie?
3) usw.usw.

Alle diese Probleme haben die Rundwürmer genauso, wenn sie sich an irgendwelchen Plattwürmern vergreifen. Auch wenn die Menschen aus Rundwürmern entstanden sind, stellt sich die Frage, warum Mutter Natur nicht bei den Rundwürmern geblieben ist.

Zum Kontrast werde ich im Sommersemester 2012 eine Vorlesung über Gruppentheorie (kein Gruppensex!) verüben.

Donnerstags 10:15 bis 11:45 im kleinen Hörsaal Renthof 5
(Erste Vorlesung am 12.4.2012)

Ursprung der Gruppentheorie war die Lösung nichtlinearer algebraischer Gleichungen – und nichts weiter. Die Lösung quadratischer Gleichungen war schon im Altertum bekannt. Die Lösung kubischer Gleichungen wurde zweitausend Jahre später entdeckt, etwa 1535, und die der biquadratischen ein paar Jahre später. Danach war erst einmal wieder Sense. Alle Bemühungen, die Lösung der Gleichung fünften Grades zu finden, scheiterten. Die Wut der Mathematiker mit dem Problem nicht fertig zu werden steigerte sich im 19.Jahrhundert zu einer intellektuellen Raserei, bei der neue Formen des Denkens entdeckt wurden. Es gibt bis heute kaum Menschen – auch unter den Mathematikern -, die diese Methoden verstehen.

Konkret geht es um

1) Die Gruppentheorie von Galois.
Evariste Galois – ein Jüngelchen, aber wahrscheinlich das größte Mathematik-Genie, das bisher lebte – warf einem Professor den Schwamm ins Gesicht, weil er dessen Prüfungsfragen zu dümmlich fand. Kurz darauf wurde Galois wegen politischer Betätigung in den Knast Sainte Pélagie gesperrt und wiederum nur Monate später bei einem Duell abgeknallt. Galois hatte keine Zeit viel zu erklären.

2) Die Invariantentheorie von Clebsch und Gordan.
Sie erscheint so formal-verstaubt, dass sie auch niemand versteht.

3) Die elliptischen Funktionen.
Sehr nützlich, aber schon wieder vergessen.

Alle drei Quellen haben Algorithmen erbracht, von denen sich die StudentInnen, die nur die üblichen Analysis-Kurse kennen, nichts träumen lassen. Nichtsdestoweniger sind die Anwendungen umfassend.

Aus 1) ergeben sich

a) Die allgemeine Lösungstheorie nichtlinearer algebraischer Gleichungen. In der Physik treten solche Gleichungen bei Schwingungsproblemen aller Art auf – angefangen von Spektren der Elementarteilchen über Molekülschwingungen, elektromagnetische Schwingkreise, mechanische Schwinger bis zu astrophysikalischen Problemen.

b) Die bis heute einzige systematische Methode, um an Lösungen nichtlinearer Gleichungen heranzukommen. Z.B. hat Sophus Lie Galois‘ Ideen auf Differenzialgleichungen übertragen.

c) Die Darstellungen von Gruppen durch Matrizen. Gruppenalgebra, Linksideale und Charaktere.

Aus 2) ergeben sich

a) Der Spin. Überhaupt alles, was mit Drehung zu tun hat.

b) Die relativistische Kinematik.

c) Die Klassifikation der atomaren und nuklearen Spektren, die Auswahlregeln.

d) Quarks, SU(3) usw.

Aus 3) ergeben sich

a) Die Lösung der Gleichung 5.Grades. Die oft gehörte Behauptung, die Gleichung 5.Grades sei analytisch unlösbar, ist Quatsch. Sie ist nicht mit Wurzeln lösbar, aber mit elliptischen Modulfunktionen.

b) Die Eigenschaften der elliptischen Funktionen. Diese sind äußerst nützlich, wenn man mehr ausrechnen will als den harmonischen Oszillator oder Keplers Planetensystem. Viele nichtlineare Schwingungs-, Kreisel- und Astronomie-Probleme sind mit elliptischen Funktionen geschlossen lösbar.

c) Die Modul-Gruppen.


Ich habe Gruppentheorie-Vorlesungen schon zweimal durchgeführt. Von der ersten 2002 existiert ein Skript, welches erstaunlich oft runtergeladen wurde. Der Blick hat sich verändert. Ich verstehe nun auch die Ideen von Clebsch und Gordan sowie die Modul-Gruppen gut genug, um sie anwendbar vorzutragen. Die Theorie von Lie sowie die Klassifikation der Kristalle wird diesmal aus Mangel an Zeit nicht vorkommen.

Die Methode der Vorlesung wird indes die gleiche sein wie die der von 2002: Ich rechne vorrangig einfache, aber nichttriviale Beispiele vor.

Ulrich Brosa

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JAVA in Marburg

6 April 2011

[Java ist in der nordamerikanischen Sprache ein koloniales Wort, welches „Kaffee“ bedeutet. Eine große Insel im pazifischen Ozean wird auf das reduziert, was von dort exportiert wird. Die Software-Entwickler im Westen der USA schlürfen Java, wenn sie JAVA programmieren.]

Java ist zum Kotzen

Programmieren ist einfacher als die Erforschung bislang unverstandener Zusammenhänge. Zwecks Erholung will ich im Sommersemester 2011 etwas über die Programmiersprache JAVA vorlesen.


JAVA ab dem 14.4.2011
donnerstags von 10:15 bis 11:45
im kleinen Hörsaal des Renthof 5

JAVA ist ein grässliches Gewurstel aus älteren Programmiersprachen mit besonders viel C++. JAVA hat C++ abgelöst, weil JAVA die einfache Steuerung (fast) aller Geräte ermöglicht, die an einen Computer angeschlossen werden können. Besonders gilt das für die Router, die den Zugang zu Netzwerken vermitteln, also auch zum Internet. Durch Einbau von JAVA-Applets kann man Internet-Seiten so gestalten, dass man auf die Computer anderer zugreifen kann, sobald die anderen diese Internet-Seiten ansehen. Viele Viren und Trojaner sind heute in JAVA programmiert. Es ist besser das zu verstehen.

Der zweite Vorteil von JAVA ist die so genannte Plattform-Unabhängigkeit. JAVA-Programme können ohne Modifikation auf Windows-, Linux-, Solaris- und Apple-Computern funktionieren. Auch die meisten Kleinstcomputer wie Android-Handhelds, Blackberry und schließlich sogar iPhone akzeptieren JAVA-Applikationen. Autoren beliebiger Software müssen diese nur einmal entwickeln und können sie einheitlich anbieten. Die wirtschaftliche Bedeutung von JAVA ist demzufolge gigantisch.

In meiner JAVA-Vorlesung werde ich vorzüglich Beispiele anschreiben und diskutieren. JAVAs allgemeine Grundsätze – so es sie gibt – werden aus diesen Beispielen entwickelt.

Plan der ersten ein bis zwei Vorlesungen

1) Der Computer und seine Geräte als totalitärer Staat. Die Exekutoren java und javac.
2) Welche Software zum JAVA-Programmieren gebraucht wird und wie man sie beschafft – zum Nulltarif.
3) Erstes Beispiel einer JAVA-Application.
4) Erstes Beispiel eines JAVA-Applets ………… mit Zugriff auf fremde Computer.

Ulrich Brosa

Zwangsvollstreckung gegen die Uni Marburg

23 Oktober 2009

Dickes Personal der Uni Marburg
(Zweck der Philipps-Universität Marburg ist die Dickfütterung ihrer Dauerstellen-Inhaber. In der Mitte: Dr. Rainer Viergutz, der Prozessgeneralbevollmächtigte.)

Gegen eine Behörde einen Prozess gewinnen geschieht selten. Recht haben reicht nicht. Ich habe Recht und Glück gehabt und einen Prozess gegen die Universität Marburg gewonnen. Das Urteil des Verwaltungsrichters Dr.Lorenz vom 30.4.2009 enthält demzufolge den üblichen Satz

Die Kosten des Verfahrens werden der Beklagten auferlegt.

Das Urteil wurde rechtskräftig. Am 12.8.2009 setzte die Urkundsbeamtin des Verwaltungsgerichts Gießen die Kosten des Verfahrens auf 408,45 Euro fest und bestimmte eine Frist von zwei Wochen für die Zahlung der Summe an mich.

408,45 Euro: Das sind 363 Euro Gerichtsgebühren, die ich bei Erhebung der Klage zahlen musste, ungefähr 40 Euro für das Hin- und Herfahren zwischen Amöneburg und Gießen sowie ein paar Euros für Kopien. Ich hatte mich selbst vertreten, so dass viel höhere Rechtsanwaltskosten nicht anfielen.

Am 18.9.2009 war das Geld noch nicht da. Ich beantragte Zwangsvollstreckung gegen die Uni Marburg.

Zwangsvollstreckung ist im Allgemeinen ein mühsamer Prozess. Zuerst braucht man eine vollstreckbare Ausfertigung des Urteils. Die bekommt man beim zuständigen Amtsgericht. Mit diesem vollstreckbaren Titel muss man den zuständigen Gerichtsvollzieher beauftragen. Der will natürlich einen Vorschuss, bevor er auch nur einen Schritt tut, usw.usw.

Interessanterweise war der Kostenfeststellungsbeschluss des Verwaltungsgerichts Gießen von Anfang an vollstreckbar. Denn er enthält auf Seite 2 die Zeilen:

Vorstehende Ausfertigung wird dem/der/den …
zum Zwecke der Zwangsvollstreckung erteilt.

Außerdem war bei den Hinweisen auf Seite 3 zu lesen:

Soll gegen den Bund, ein Land, einen Gemeindeverband, eine Körperschaft, eine Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts vollstreckt werden, ist § 170 VwGO zu beachten.

§ 170 der Verwaltungsgerichtsordnung lautet

(1) Soll gegen den Bund, ein Land, einen Gemeindeverband, eine Gemeinde, eine Körperschaft, eine Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts wegen einer Geldforderung vollstreckt werden, so verfügt auf Antrag des Gläubigers das Gericht des ersten Rechtszugs die Vollstreckung. Es bestimmt die vorzunehmenden Vollstreckungsmaßnahmen und ersucht die zuständige Stelle um deren Vornahme. Die ersuchte Stelle ist verpflichtet, dem Ersuchen nach den für sie geltenden Vollstreckungsvorschriften nachzukommen.

(2) Das Gericht hat vor Erlaß der Vollstreckungsverfügung die Behörde oder bei Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, gegen die vollstreckt werden soll, die gesetzlichen Vertreter von der beabsichtigten Vollstreckung zu benachrichtigen mit der Aufforderung, die Vollstreckung innerhalb einer vom Gericht zu bemessenden Frist abzuwenden. Die Frist darf einen Monat nicht übersteigen.

(3)…

Es war also nicht meine Sache einen Gerichtsvollzieher zu beauftragen. Ich beantragte die Vollstreckung beim Verwaltungsgericht Gießen, worauf Verwaltungsrichter Dr.Lorenz am 28.9.2009 beschloss die Vollstreckung einzuleiten, allerdings erst mit der gemäß § 170 (2) VwGO vorgeschriebenen Warnung.

Am 15.10.2009 kam dann das Geld. Die 408,45 Euro stammen unter Garantie aus Steuern. Dass die Schuldigen des Konflikts, nämlich der Bibliotheksdirektor Hubertus Neuhausen, sein angeblich rechtskundiger Adlat Christian Wolf und der Rechts-Regierungsdirektor Volker Drothler dafür aufkommen müssen, halte ich für ausgeschlossen.

Diese Leute in der Verwaltung der Uni Marburg (Biegenstraße 10) sind schlecht. Statt andere, die mehr können als sie, wenigstens in Ruhe arbeiten zu lassen, versuchen sie diese anderen nach Kräften zu stören und zu erniedrigen. Ich bin davon nicht allein betroffen.

Schulden zahlt die Uni Marburg grundsätzlich erst nach drastischen Maßnahmen:

… dass Einkäufer der Philipps-Universität wegen „Ausschöpfung des Kreditrahmens“ keine Ware mehr erhalten. … Ursache für die Sperrung waren Bestellvorgänge, deren Bezahlung dreimal und z.T. noch häufiger von OBI angemahnt werden mussten.

Unvergessen sind auch Ex-Kanzler Bernd Höhmann, ein Rotarier,

Am heutigen Montag, 17. Mai 2004, hat der Allgemeine Studierenden-Ausschuss der Philipps-Universität Marburg Dienstaufsichtsbeschwerde gegen zwei Verantwortliche für die Umsetzung des Studienguthabengesetzes (StuGuG) beim Unipräsidenten eingelegt. Kanzler Bernd Höhmann und dem Leiter des Studentensekretariats, Michael Boßhammer, wirft der AStA vor, durch mangelhafte Planung und falsche Entscheidungen Nachteile für die Studierenden herbeigeführt zu haben.

und solche Dummheiten wie der Ehrendoktor-Titel für den Dalai Lama. Es nimmt kein Ende.

Ulrich Brosa