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Mit Kriminellen ohne Polizei und Justiz fertig werden

16 September 2011

t-online-mafia

[Karikatur einer gefloppten Werbe-Kampagne von T-Online. Die Kampagne war so blöd, es war unvorstellbar, wie sie in Gang gesetzt werden konnte.]

Vor ein paar Tagen konnte ich mit meinem T-Online-Absender an viele Bekannte keine E-Mails mehr schicken. Einige kamen zurück mit solchen Fehlermeldungen:

A message that you sent could not be delivered to one or more of its recipients. This is a permanent error. The following address(es) failed:
info@XXX.de
SMTP error from remote mail server after RCPT TO: (info@XXX.de):
host mailin.rzone.de (81.169.145.101): 550 5.7.1 IP
listed on RBL (see http://www.spamhaus.org/query/bl?ip=194.25.134.82)

Auf Deutsch:

Eine Botschaft, die du gesendet hast, konnte an einen oder mehrere Adressaten nicht ausgeliefert werden. Das ist ein dauernder Fehler. Die folgende Adresse versagte:
info@XXX.de
SMTP(ein E-Mail-System)-Fehler eines nichtlokalen E-Mail-Verteilers bei der Weiterleitung zu
info@XXX.de:
Der Provider mailin.rzone.de (81.169.145.101) Strato sagt: 550 5.7.1 IP steht auf der Spam-Liste (siehe http://www.spamhaus.org/query/bl?ip=194.25.134.82)

194.25.134.82 ist eine T-Online-Adresse.

Im Internet wird dermaßen viel Schmutz (Spam) verteilt, dass einige Service-Anbieter, z.B. http://www.spamhaus.org, so genannte Schwarze Listen (BLACKLISTS BL) anbieten, auf denen IP-Adressen derjenigen Provider stehen, welche besonders viel Schmutz verschicken. Andere Provider, die nicht wollen, dass ihre Festplatten mit Spam zugemüllt werden, nutzen die Listen, um E-Mails der Schmutz-Versender von vornherein abzublocken.

Auf mehrere solche Listen ist auch T-Online geraten. Grund dafür war, dass Kriminelle T-Online-Konten massenweise gestohlen und für Spam-Versand ausgenutzt haben. Der Diebstahl wurde mit trügerischen E-Mails eingeleitet. Zum Beispiel:

Von: t-online ServiceX <report@newtonwelt.de>
Antwort an: tonlineservice@sify.com

Lieber T-Online Kunde

Dieses ist in Verbindung mit T-on-line und Netz-erklдrenbenutzer, haben wir Kontostцrung gehabt, folglich, das wir uns entschieden haben, unsere Datenbank zu aktualisieren.

Re-confirm Ihr T-on-line-Konto, indem Sie die Anweisungen unten befolgen.

Fьllen Sie den Raum unten aus, um Ihr T-on-line-Konto zu validieren.

Wir schicken Ihnen diese eMail, damit wir in unseren E-Mail-Serviceen verbessern kцnnen. Wenn Sie fьr Ihre Anwendung interessiert werden, KLICKEN Sie DEN ANTWORT-KNOPF FЬLLEN SIE INFORMATIONEN UNTEN.

* Benutzername: ——————–
* Passwort: ——————–
* Geburtsdatum: ——————–
* Security Frage: ——————–
* Antwort: ——————–
* Land oder Region: ——————–

Nachdem Sie die Anweisungen im Blatt befolgt haben, wird Ihr Konto nicht unterbrochen.

Dank fьr Ihre Aufmerksamkeit zu diesem Effekt. Wir entschuldigen uns fьr jede mцgliche Unannehmlichkeit.

Warnung! Kontoinhaber, der ablehnt, Konto nach drei Tagen des Empfangens dieser Warnung zu aktualisieren, wьrde sein Konto dauerhaft verlieren.

Herzlichst.

T-on-line-Konto-Dienstleistungen

Auf die Frage nach dem Benutzernamen und dem Passwort kommt es an.

Die Trug-Mail ist so blöd, es ist unvorstellbar, dass tausende Leute darauf reingefallen sind. Aber es gibt sogar hunderttausende Leute, die thermische Solaranlagen gekauft haben.

Wer schützt einen vor solchen Kriminellen? Unter Garantie nicht die vielen Kriminellen in Polizei und Justiz. Man muss es selbst tun – in Gemeinschaft mit anderen. Der einzige Schutz ist INFORMATION.

Natürlich habe ich sofort Beschwerde bei T-Online geführt. Nach ein paar Tagen kam eine Antwort, unter der stand:

Hinweis: Diese E-Mail und/oder die Anhänge ist/sind vertraulich und ausschließlich für den bezeichneten Adressaten bestimmt. Jegliche Weitergabe dieser E-Mail ist untersagt.

Dem Wunsch nach Nicht-Veröffentlichung komme ich gern nach, weil in der Antwort-Mail nur stand, was schneller und besser bei Heise erklärt wurde. Nichtsdestoweniger ist der Verheimlichungsbefehl eine Narretei, die einer Justizbehörde würdig wäre.

Ich schreibe es noch einmal deutlich-vulgär: Datenschutz ist Scheiße. Wer sich für Datenschutz einsetzt, ist schwachsinnig. Für Diskretion persönlicher Angelegenheiten kann jeder sorgen, indem er sich nicht exponiert. In den Behörden werden die Daten der BürgerInnen hemmungslos verschoben. „Datenschutz“ und noch wohlklingender „Schutz der Persönlichkeitsrechte“ bedeutet nur, dass sich die Opfer gegen Verbrecher nicht wehren dürfen, weil sie zum Schweigen verurteilt werden.

Ich schreibe das auch wegen einiger aktueller Aktionen der so genannten Adressbuch-Betrüger, die ähnlich vorgehen, wie die Typen oben mit der Pseudo-T-Online-Trug-Mail.