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Psychiater (männlich) will entbunden werden

25 Mai 2011

[Ist das Udo Pohlmann einen Psychiater terrorisierend?]

In Bielefeld läuft ein Strafprozess gegen Udo Pohlmann. Zu den Verhandlungen wurde ein Psychiater hinzugezogen, der attestieren soll, dass Pohlmann verrückt ist. Der Psychiater bekommt dafür Geld (typischerweise zwischen 1000 und 10000 Euro), das Pohlmann bezahlen muss, wenn er verurteilt wird. Dieses Geld ist sicheres Geld. Denn zunächst rechnet die Staatskasse mit dem Gutachter ab. Der Gutachter bekommt also seine Knete, selbst wenn Pohlmann Pleite geht. Dennoch will dieser Psychiater Herrn Pohlmann nicht mehr begutachten. Warum? Das schildert der Psychiater in dem folgenden Brief:



[Name und Adresse des Psychiaters]

Amtsgericht Bielefeld
z.Hd. Herrn Richter Krämer
Geschäfts-Nr.: 10 Ds 52-Js 357/09-412/09
Gerichtstr.6

33602 Bielefeld            16.05.2011

Strafsache gegen Pohlmann - Geschäfts-Nr.: 10 Ds 52 Js 357/09-412/09

Sehr geehrter Herr Richter Krämer,

in der o.g. Angelegenheit trete ich heute mit der Bitte an Sie heran, mich von dem Gutachtenauftrag zu entbinden. Der Anlass meiner Bitte besteht darin, dass Herr Pohlmann mit seinen Sachbeschädigungen trotz scheinbaren Einlenkens in der Verhandlung fortgefahren hat. Dass ein Praxisschild entwendet worden ist, hatte ich Ihnen bereits mitgeteilt. Von mir provisorisch aufgehängte Schilder werden täglich entfernt. Außerdem ist die Klingel unkenntlich gemacht worden, und dies so gründlich, dass eine Generalüberholung der Türklingelanlage erforderlich ist. Auch am Briefkasten wird ständig mein Name entfernt. Heute wurde zu allem Überfluss ein schwarzes Kreuz auf das an der Haustür hängende Schild gemalt. Vor wenigen Tagen wurde Herr Pohlmann von meiner Mitarbeiterin gesehen, wie er im Hausflur fotografierte und erneut versuchte, ein noch hängendes festes Praxisschild zu entfernen.

Ich bin vor allem für die Sicherheit meiner Mitarbeiterinnen und meiner Familie verantwortlich. Andere Obliegenheit müssen manchmal dahinter zurückstehen, welches jetzt auch für den Gutachtenauftrag in der Strafsache gegen Pohlmann gilt. Da Herr Pohlmann auch im Internet gegen mich hetzt, nimmt die Angelegenheit mittlerweile ein existenzgefährdendes Ausmaß an.

Seit ich als Gutachter bestellt bin, haben die Aktivitäten des Probanden eine weitere Eskalationsstufe erreicht. Er macht jetzt vor direkten Sachbeschädigungen nicht mehr Halt. Außerdem ist er gegenüber meinen Mitarbeiterinnen schon äußerst bedrohlich aufgetreten. Meine Hauptmitarbeiterin, die ich sehr schätze, ist in Anbetracht der dargestellten Sachlage schon mit dem Anliegen einer Auflösung des Arbeitsvertrages an mich herangetreten, welches ich von ihrer Warte sogar verstehen kann.

Ich rege an, in dieser Sache einen nicht ortsansässigen Sachverständigen zu bestellen, der am besten so weit entfernt residiert, dass er zumindest vor den direkten Nachstellungen, des Probanden geschützt ist.

Mir ist den letzten Monaten bereits ein erheblicher Vermögens- und Image-Schaden entstanden, der sich noch auszuweiten droht. Ich hoffe, dass Sie für meine Entscheidung Verständnis haben. Den mit Herrn Pohlmann bereits vereinbarten Termin werde ich aufgrund der aktuellen Ereignisse absagen.

Für eine telefonische Erörterung der Situation stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie


Pohlmann hat von diesem Brief, der großes öffentliches Interesse verdient, Kopien gemacht und im Internet verschickt. „Psychiater in Not!!! Viel Spaß beim Lesen.“ schreibt Pohlmann im Betreff.

Den Brief mit dem Entbindungswunsch hat Pohlmann nicht nur an mich geschickt. Er hat allenthalben Entsetzen ausgelöst:

Sollte es stimmen, daß Sie Sachen beschädigt und Menschen geängstigt haben, so bitte ich Sie, damit aufzuhören.
Das bringtt nämlich auch Ihnen nichts Gutes, schlimmstenfalls ein Verfahren und Ihre Kamfunfähigkeit.

erwiderte „W m“. Verfahren hat Pohlmann genug. Wenn man sich an den Aktenzeichen 52 Js 357/09-412/09 orientiert, müssten es 412-357+1=56 sein. Da kommt es auf eines mehr oder weniger nicht an. Ein anderer Empfänger „HSW-48“ des Entbindungsbriefs distanziert sich so:

iuchbae keine Wahrnehmung dazu und kann das nicht Beurteilen weilche geschehnisabläufe es real gibt oder welche Wahniddeen

Ich bin da nicht involviert

Pohlmann bezeichnet die Behauptungen des Psychiaters als „Erfindungen ohne Ende“, gesteht also nicht. Tatsächlich liefert der Psychiater in seinem Brief keine Beweise. Am deutlichsten ist er noch mit „Vor wenigen Tagen wurde Herr Pohlmann von meiner Mitarbeiterin gesehen, wie er im Hausflur fotografierte und erneut versuchte, ein noch hängendes festes Praxisschild zu entfernen“. Doch „fotografierte“ und „versuchte zu entfernen“ reicht als Beweis für eine Straftat nicht aus.

Dennoch habe ich nicht vor den Psychiater seinerseits als neurotisch oder hysterisch zu brandmarken. Ich gehe davon aus, dass an seiner Praxis tatsächlich randaliert wurde. Ich halte den Psychiater sogar für vernünftig. Denn er vertraut der Polizei nicht. Dieser Psychiater weiß: Sobald Kriminelle ihn ins Visier nehmen, steht er schutzlos da. Bald wird er nicht mehr stehen, sondern liegen.

Wirklich ist die Polizei die größte Gefahr. Beispiele:

1) Die so genannten Döner-Morde werden wohl niemals aufgeklärt werden. Einer zog quer durch Deutschland, betrat Lädchen, die von Fremden aufgemacht worden waren, tat so, als wühle er in einer Plastiktüte, und erschoss die Fremden durch die Tüte hindurch. Verdächtig – meines Erachtens dringend verdächtig – ist ein Beamter des hessischen Amts für Verfassungsschutz – also das, was früher Gestapo hieß. Dass die Polizei in diesem Fall an Aufklärung nicht interessiert ist, versteht sich.

2) Doch nicht einmal ihre eigenen Leute kann die Polizei schützen. Man knallt ein paar Polizisten ab, die auf einem öffentlichen Parkplatz herumwuseln, knöpft den Leichen das ab, was man selbst noch gebrauchen kann, und geht gemütlich nachhause. So etwa geschah es beim Polizistenmord von Heilbronn, der trotz gigantischen Aufwands unaufgeklärt blieb. Verbrechen ist einfach, besonders wenn man Beamter ist.

3) Hans-Dietrich Genscher hat neulich geplauscht, was die Elite-Polizisten taten, die ihn bewachen sollten, als er Außenminister war. Genscher:

Einmal rief mich meine Frau an, ich bereitete gerade den Parteitag in Kiel vor. Sie berichtete mir von einer Tragödie bei uns zu Hause. Zwei BGS-Beamte hatten wohl ausprobieren wollen, wer von ihnen die Pistole schneller ziehen konnte. Dabei hatte sich ein Schuss gelöst, ein junger Polizist hatte den Kommandoführer tödlich getroffen. Meine Frau sagte weinend: »Bei uns liegt ein toter Mann auf der Terrasse!«

Nebenbei: Besonders intelligent kann Frau Genscher nicht gewesen sein. Sie hatte keinen Grund zu weinen. Vielmehr hatte sie Grund sich zu freuen, da sie nicht tödlich getroffen wurde. Traumberuf aller Sadisten ist Polizist sein. Den meisten Polizeibeamten macht es Spaß, anderen Gewalt anzutun, und bodenlos dumm sind sie auch.

Alle sollten endlich, bevor es für sie selbst zu spät ist, kapieren, dass innere Sicherheit eine Gemeinschaftsaufgabe ist und dass die Polizei, so wie sie jetzt ist, je schneller desto besser aufgelöst werden muss.

Mangelnder Schutz durch die Polizei: Das war es auch, was Pohlmann in Konflikt mit der Staatsmacht brachte. Ihm wurden Möbel entwendet, deren Eigentümer er unstreitig war. Pohlmann war und ist überzeugt, dass er den Richtigen als Täter angezeigt hat, und hat gehofft, dass die Polizei ihm helfen würde seine Möbel zurückzubekommen. Vergeblich. Insofern ist der Psychiater klüger als Pohlmann, weil sich der Psychiater von Anfang an keine Illusionen über die Qualifikation der Polizei machte.

Ulrich Brosa

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