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Des Prügel-Pfarrers geistliche Söhne

29 Mai 2010

Dr.-Josef-Gutmann-Straße in Amöneburg

[Die Dr.-Josef-Gutmann-Straße in Amöneburg zweigt vom Steinweg ab (rechts im Bild). Der Steinweg ist die Hauptstraße der Unterstadt. Rechts oben sind ein paar Häuser der Oberstadt sichtbar. Dazwischen mit dem Türmchen steht die evangelische Kapelle. Deren Bau wurde erzwungen, als Hessen preußisch wurde. Amöneburg war die katholische Speerspitze gegen das evangelische Marburg. In Amöneburg residiert dementsprechend die katholische Stiftsschule St.Johann.]

Vor etwa einem Jahr war ich bei einem KatholikInnen-Treffen, zu dem der gegenwärtige Amöneburger Pfarrer Klatt eingeladen hatte. Eine Frau, die nicht mehr in Amöneburg wohnt, fing an vom verstorbenen Pfarrer Gutmann zu erzählen, wie er Kinder verprügelt hatte. Andere Frauen bestätigten das. Bernhard Klatt verhielt sich korrekt. Ihm waren die Erzählungen offenbar peinlich. Doch versuchte er nicht die Frauen zum Schweigen zu bringen. Einigermaßen korrekt verhielt sich auch, wie wir unten sehen werden, der gegenwärtige Bischof Algermissen.

Das Problem in Amöneburg ist eine Klicke; es sind nicht einmal viele darin. Diese Klicke stellte früher sogar den Bürgermeister. Doch bei den letzten Wahlen fielen deren Kandidaten durch, erst ein gewisser Oliver Haupt, dann ein gewisser Freddy Greib. Die Männer, die stattdessen gewählt wurden, hatten nur einen einzigen Vorteil: Sie waren keine Mitglieder der Klicke.

Während also die Besetzung des Bürgermeister-Postens nicht mehr gelang, hocken etliche Mitglieder der Klicke immer noch in der Amöneburger Stadtverordnetenversammlung. Dort offenbaren sie ihr Wesen, auch im Fall des Prügel-Pfarrers Gutmann. Was folgt, ist eine Sammlung von Presseberichten darüber.

[…] Ende März berichtete diese Zeitung über brutale Gewaltakte des früheren Stiftsschulleiters und Pfarrers Dr. Josef Gutmann in den 50er und 60er Jahren. Ein weiterer Betroffener, der frühere Stiftsschüler Wigbert Wicker, schildert ähnliche Erlebnisse mit dem Priester. So soll sich Gutmann auch nicht gescheut haben, Kinder systematisch und mit großer Härte während Eucharistiefeiern geprügelt zu haben. […]

Oberhessische Presse 16.4.2010

„Eucharistiefeier“ heißt bei Evangelischen Abendmahl. Die Eucharistie ist heiliger Höhepunkt jedes christlichen Kults. Gutmann kann nicht dicht gewesen sein, da er sich nicht einmal dabei beherrschte.

Amöneburg. Die Stadtverordnetenversammlung des katholischen Bergstädtchens Amöneburg bei Marburg hat es jetzt abgelehnt, den Fall des umstrittenen ehemaligen Schulleiters und Priesters Josef Gutmann (1913-1997) zu untersuchen. […]

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine 4.5.2010

Eine Straße in Amöneburg trägt den Namen eines ehemaligen Stiftsschulleiters. Gegen diesen wurden jüngst Vorwürfe laut, er habe Schüler bewusstlos geprügelt. Die Straße soll trotzdem weiter an ihn erinnern. Denn die Stadtverordneten haben am Montag beschlossen, nicht mehr über das Thema zu diskutieren. […]

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Heck kam für sich zu dem Schluss, dass jener Schulleiter körperliche Gewalt angewandt habe. Von einer Verurteilung distanzierte er sich jedoch. Die Vorwürfe müssten in ihre Zeit eingeordnet werden; in den 50er bis 70er Jahren sei körperliche Züchtigung gesellschaftlich breit akzeptiert gewesen, sagte er. […]

Amöneburgs Ortsvorsteher Herbert Fischer hat – mit zwei Ausnahmen – alle Bewohner der betroffenen Straße gefragt. „Alle lehnen eine Umbenennung ab, da sie mit Unannehmlichkeiten verbunden ist“, sagt er. Und das, obwohl unter den Anwohnern zwei Zeitzeugen seien, die von jenem Schulleiter Prügel bezogen hätten. „Aber sie bewerten das anders. Sie sagen, das hätte sie damals nicht gejuckt“, berichtet Herbert Fischer. […]

Marburger Neue Zeitung 4.5.2010.

Der Jurist Stefan Heck (CDU) wollte 2009 in den Bundestag. Er warb mit einem Plakat, das ihn grinsend dicht bei einem minderjährigen Mädchen zeigt. Heck fiel durch. Hier hat Heck Falsches von sich gegeben. Vor vierzig bis fünfzig Jahren waren Klapse und Ohrfeigen als Erziehungsmittel üblich, wenn auch nicht überall – in meiner Familie zum Beispiel nicht. Prügelorgien und öffentliche Demütigungen von Kindern waren jedoch schon damals verpönt. Sie waren wie heute Körperverletzungen.

Der Polizeibeamte Herbert Fischer (AWG) ist Wesensprüfer und Rassegutachter. Fahrzeuge, die er benutzt, sind an dem Käfig mit den dicken Stäben aus Metall erkennbar, der im hinteren Teil des Autos angebracht ist. Auch Fischer wollte einmal Bürgermeister werden. Doch löste sein Anerbieten nicht einmal bei seinen damaligen Parteigenossen Begeisterung aus, worauf Fischer aus der CDU austrat. Die AWG (Amöneburger Wählergemeinschaft) rekrutiert sich aus Vereinen wie dem TSV 1888 und den Berger-88-. Achtung: Herbert Fischer darf keinesfalls mit dem Polizeibeamten und SS-Führer Herbert Fischer verwechselt werden.

Prügelattacken des Monsignore

[…] Die Stadtverordnetenversammlung des katholischen Bergstädtchens bei Marburg hat es abgelehnt, den Fall des umstrittenen ehemaligen Schulleiters und Priesters Josef Gutmann (1913 bis 1997) zu untersuchen. […] Sie stellten sich mehrheitlich auf den Standpunkt, dass Schläge damals normal gewesen seien.

„Ich bin über diese Verharmlosungen sehr erschüttert“, sagt Dr. Bernd Greiten, der das katholische Gymnasium Amöneburgs sieben Jahre lang besuchte: „Es geht nicht um ein paar Ohrfeigen sondern um exzessive Gewalt.“ Der ehemalige Schüler berichtet von Durchprügeln bis zur Erschöpfung. Oft habe der frühere Leiter der heutigen Stiftsschule erst aufgehört, wenn er selbst nicht mehr konnte. „Wenn man die lateinisches Verb nicht wusste, hatte man gar keine Chance, seinen Prügelattacken zu entgehen – beidhändig, Vorhand und Rückhand“, sagt Greiten. Ständig seien Schüler mit geschwollenen Gesichtern aus Gutmanns Unterricht gekommen. Der promovierte Psychologe schildert den Schulleiter als „völlig unkontrollierten Priester“, der betete, Schüler schlug und wieder betete. Die Lehrerschaft habe sich damals ebenso geduckt wie die Schüler […]

Gießener Anzeiger 7.5.2010

Monsignore ist eine Auszeichnung durch den Papst etwa wie „Träger des Bundesverdienstkreuzes“.

Amöneburg. Am Donnerstag präzisierte das Bistum Fulda auf Anfrage dieser Zeitung seine Erklärung zum früheren Leiter der Stiftsschule Dr. Josef Gutmann. […] Matthias Reger, stellvertretender Bistumssprecher, wurde am Donnerstag deutlich: „Wir distanzieren uns ausdrücklich und mit aller Deutlichkeit von den schlimmen Taten, die Gutmann in Amöneburg verübt hat.“

Außerdem bestätigte der Sprecher erstmals, dass der frühere Schul- und Heimleiter 1964 auch wegen mehrerer Beschwerden in den Ruhestand versetzt worden ist. […] Primärer Grund sei allerdings Gutmanns angegriffene Gesundheit gewesen, betont Sprecher Reger.

Oberhessische Presse 20.5.2010

„Gutmanns angegriffene Gesundheit“ – stimmt: Er war nicht dicht.

Parlament protegiert Prügel-Priester

AMÖNEBURG. (hu/hpd) Mit der Mehrheit der Christlich-Demokratischen Union (CDU), der Amöneburger Wählergemeinschaft (AWG) und der Freien Wählergemeinschaft (FWG) hat die Stadtverordnetenversammlung von Amöneburg sich geweigert, die Umbenennung der Dr.-Josef-Gutmann-Straße überhaupt zu prüfen. […]

Als Ortspfarrer und Direktor der katholischen Stiftsschule St. Johann soll Gutmann beim sonntäglichen Gottesdienst Schüler an den Haaren aus Kirchenbänken herausgezogen haben. Die gesamte Gemeinde habe dabei tatenlos zugesehen. […]

Ein Forum der Oberhessischen Presse (OP) musste die Marburger Tageszeitung wegen zahlreicher Verstöße gegen die Foren-Regeln schon nach kurzer Zeit wieder schließen. […]

Humanistischer Pressedienst 25.5.2010

Hinter dem Satz „Ein Forum musste die Tageszeitung wegen zahlreicher Verstöße gegen die Foren-Regeln schließen“ steckt Folgendes: In Amöneburg gibt es Leute, die bei jeder wahrheitsgemäßen Berichterstattung Telefonterror verüben, E-Mails mit wüsten Pöbeleien und Morddrohungen verschicken usw. Das sind die geistlichen Söhne des Prügel-Pfarrers.

Ulrich Brosa

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