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Ortsdiener Fritz ist jetzt katholischer Obermessdiener

14 September 2010

SS-88 in der Praxis

[Die SS-88 gilt überall als eindeutiges Abzeichen der Neonazis. Überall – sogar beim Bundesamt für Verfassungsschutz. Überall? Außer bei einigen hessischen Staatsanwälten und Richtern. Doch die sind selbst Neonazis.]

Genau die SS-88, wie im Spiegel vom 13.9.2010 gezeigt, ist Abzeichen der Berger-88- in Amöneburg. Über die Berger-88- schrieb die Oberhessische Presse am 28.6.2006:

Gleich mehrere Zeitzeugen, ehemalige Stiftsschüler und ein Stadtallendorfer, berichten von rechtsradikalen Tendenzen, die es in den Gründerjahren gegeben haben soll.

Die Burschen seien als Clique in Bomberjacken, Springerstiefeln und mit kurz geschorenen Haaren aufgetreten; sie hätten verbotene Musik gespielt und rechtsradikale Lieder gesungen. „Die Berger 88 waren als Schlägertrupp bekannt und auf Discos gefürchtet“, sagt ein 30 Jahre alter Amöneburger.

und am 30.6.2006:

… Ein weiterer Zeitzeuge … erinnerte an einen Vorfall, der sich bei einer Veranstaltung der Kirchengemeinde in Rüdigheim ereignete. Dort sei ein Jugendlicher von zwei anderen aus der Amöneburger Gruppe zu Boden gerissen und durch Springerstiefel so stark am Kopf verletzt worden, dass er in der Marburger Universitätsklinik stationär behandelt werden musste.

Die Oberhessische Presse ist unter Garantie kein antifaschistisches Blatt.

Gegründet wurde der Berger-88-e.V. von einem, der Christoph Aschenbach heißt. Er nennt seinen wirklichen Namen allerdings nur, wenn er sich selbst in der Öffentlichkeit vorteilhaft darstellen will. Z.B. als Dirigent heimatvertriebener Blasmusik. Ja, da marschieren die Roßdorfer Musikanten! Gleich denkt man an die Ekeländer Musikanten unter Ernst Mosch.

Berger-88-Gründer Aschenbach dirigiert mehr als heimatvertriebene Blasmusik. Doch wenn er Gewalttaten beschönigt, hetzt und verleumdet, nennt er seinen wirklichen Namen nicht. Dann nennt er sich beispielsweise Ortsdiener Fritz. Er hat auch, wieder mit anderem Pseudonym, Morddrohungen verschickt. Er war als Frau im Internet unterwegs. Einen, obgleich eingeschränkten, Überblick über Aschenbachs Leistungsfähigkeit gibt ein Urteil des Richters Pierre Brandenstein. Dieser Richter war indes eine Ausnahme. Im Regelfall genießt Aschenbach umfassende Protektion durch Staatsanwalt- und Richterschaft, besonders wenn er Straftaten begeht. Sein bekanntester Schutzpatron ist Rainer Franosch, der derzeit als Ankläger im Darmstädter Kinderporno-Prozess agiert.

Nun tritt Aschenbach wieder mit seinem wirklichen Namen auf, und zwar als katholischer Obermessdiener Amöneburgs. Auf einer Internetseite, die dem zuständigen Bischof in Fulda gehört:

Ziel ist es, den Kindern einen tieferen Einblick in die Liturgie und in die Festkreise zu gewähren, um die Wichtigkeit ihres Dienstes zu kräftigen. Symbole des Gottesdienstes werden näher erläutert (z.B. Weihrauch, Wasser, Brot…etc.). Natürlich soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Deshalb gehören Spaß und Spiel genauso dazu, wie das gemeinsame Gebet.

Gebet und Spaß und Spiel! Vielleicht erklärt Aschenbach den Kindern Neonazi-Symbole, wie man anonyme Morddrohungen verschickt ohne sich erwischen zu lassen, wie man falsche eidesstattliche Erklärungen abgibt und dergleichen.

Messdiener und Messdienerinnen in Amöneburg
[Wem zeigt der Messdiener einen Vogel? Geschieht das im Auftrag des Bischofs von Fulda?]

Eine erneute Drohung ist

[…] Klappern vor Ostern […]

Wer das einmal erlebt hat, begeistert sich für die morgendlichen Rufe der Muezzine von den Minaretten. In der Woche vor Ostern werden Kinder um sechs Uhr morgens mit Geräten, die Radau machen, durch die Straßen Amöneburgs geschickt. Was das mit Christentum und dem lieben Jesulein zu tun haben soll, ist mir unbegreiflich.

Weiter unten auf der bischöflichen Internetseite steht Aschenbachs aktuelle Adresse (er zieht oft um) und eine seiner E-Mail-Adressen (auch davon hat er viele).

Als hätte die katholische Kirche – besonders in Amöneburg – nicht schon genug Skandale:

Und jetzt noch den straftätigen Gründer einer Neonazi-Organisation als Obermessdiener. Herzlichen Glückwunsch!

Ulrich Brosa
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Nachtrag 21.9.2010:

Das ging schnell: Aschenbachs Name ist aus der Messdiener-Datei getilgt. Falls das auf Veranlassung des Bischofs von Fulda geschah, sei ihm gedankt. Beweismaterial und Zeugen sind selbstverständlich gesichert.