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Freude am Töten

28 November 2009


[Der hessische Justizminister Dr. Christean Wagner hockt stolz über einer kleinen Bergziege, die er ermordete, obwohl sie ihm nichts getan hat. Freude am Töten: Das ist genau, was ein Justizminister braucht. Wer sonst lustvoll morden will, wird Polizeibeamter oder Soldat.]

Es geht um vielfachen Mord und Strafvereitlung

Am 4.9.2009 wurden etwa hundertfünfzig Menschen in Afghanistan auf Befehl eines Bundeswehr-Obersten getötet. Nachdem BILD am 26.11.2009 ein bisher geheimes Video veröffentlicht hat, sind der Staatssekretär Peter Wichert, der oberste Bundeswehr-General Wolfgang Schneiderhan und der Minister Franz-Josef Jung, der am 4.9.2009 Kriegsminister war, zurückgetreten. In den Medien wird endlos geschwafelt vom Kommunikationsdesaster und von der Vertrauenskrise in der Bundeswehr. Doch das ist nicht der Punkt. Die in den letzten Tagen veröffentlichten Daten zeigen deutlich, dass deutsche Soldaten einmal mehr vielfachen Mord im Sinn des § 211 StGB begangen haben und dass deutsche Politiker das vertuschen wollten, also Strafvereitelung oder Strafvereitelung im Amt begangen haben.

Franz-Josef Jung muss damit rechnen eines Tags deswegen angeklagt zu werden. Er hat deshalb behauptet, er habe die entscheidenden Dokumente nicht gelesen, womit er sich zwar blamierte, aber einer strafrechtlichen Verfolgung zu entkommen hofft.

Was am 4.9.2009 geschah, ist jetzt klar aufgrund von Berichten und Karten, die von der NATO und der Bundeswehr selbst stammen, bisher aber geheim gehalten wurden.


(Klicken Sie auf dem Bild, wenn Sie es groß sehen wollen.)

Am 3.9.2009 um 20 Uhr rauben einige Räuber, Taliban genannt, zwei Tanklaster der NATO – unter den Augen tapferer Bundeswehr-Soldaten, die sowas eigentlich verhindern sollen. Geraubt wurde auf einer der wichtigsten Straßen Afghanistans nur ein Kilometer entfernt von der Operationszentrale der Bundeswehr. Die Schande ist heillos. Auf der einen Seite die elitemäßig ausgebildeten Bundeswehr-Soldaten mit ihren super-dooper Gerätschaften, auf der anderen Seite die unterentwickelten Räuber.

Die Räuber wenden die Tanklaster nicht, um sie nach Art eines Selbstmord-Kommandos gegen die Operationszentrale zu lenken und dort explodieren zu lassen. Die Räuber flüchten und stellen sich bald als dumme Räuber heraus. Sie fahren die Laster in den Sand am Kundus-Fluss und bleiben dort dauerhaft stecken. Sie sind von allen Seiten gut zu sehen. Sie bekommen rasch Gesellschaft. Einige Hinzukommende wollen Benzin abzweigen. Andere sollen mit ihrem Traktor die Tanklaster aus dem Sand ziehen. Es kann als sicher gelten, dass die Bauern mit dem Traktor nicht freiwillig kamen. Denn dass der Traktor dabei kaputt gehen würde, war absehbar.

Der Vorgang wird von USA-Flugzeugen überwacht, die über erstaunlich gute Nachtsichtgeräte verfügen. Die Bilder werden sofort in die Operationszentrale der Bundeswehr übertragen. Oberst Klein und ein Oberfeldwebel mit dem Tarnnamen RedBaron20 beobachten. Sie sehen die einzelnen Menschen.

4.9.2009 um 0 Uhr 50: RedBaron20 lügt den US-Piloten an, es bestehe „Feindkontakt“. 1:33 Oberst Klein befiehlt RedBaron20, er solle dem US-Piloten die Bombardierung der Tanklaster befehlen. 1:36 Der US-Pilot fragt an, ob er nicht vorher die Menschen an den Tanklastern mit einem Tiefflug verscheuchen solle. RedBaron20: „negativ (=nein)“. 1:46 Der US-Pilot fragt RedBaron20, ob die Leute an den Tanklastern eine unmittelbare Bedrohung darstellten. RedBaron20 lügt: „positiv (=ja)“.

Kurz danach werden zwei Bomben abgeworfen und etwa hundertfünfzig Menschen sterben. § 211 StGB Absatz 2 lautet:

Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.

Ich zitiere diesen Paragrafen äußerst ungern. Er stammt von Roland Freisler. Doch damit werden auch in der BRD Mörder definiert. Die Merkmale „heimtückisch“ und „mit gemeingefährlichen Mitteln“ treffen jedenfalls zu. Denn das Angebot des US-Piloten die Menschen am Boden zu warnen wurde abgewiesen und zwei 200-kg-Bomben sind garantiert gemeingefährlich.

Ein anderes Motiv als Mordlust ist nicht erkennbar. Aufschluss über die Haltung des Oberfeldwebels liefert sein Pseudonym „RedBaron20“. Zwar muss man in Anbetracht der allgemeinen Verhältnisse in der Bundeswehr schon erleichtert sein, dass er sich nicht „Rommel88“ oder „Steiner18“ nannte, doch auch „RedBaron20“ hat es in sich. Der „Rote Baron“ Manfred von Richthofen, ein so genannter Draufgänger, flog im I. Weltkrieg mit einem roten Flugzeug herum und tötete Leute, bis er selbst erschossen wurde. Draufgänger sind das Letzte, was man bei gewalttätigen Auseinandersetzungen brauchen kann. Hilfreich – sogar im militärischen Sinn – sind nur Leute, die auch in kritischen Situationen einen sachlich abwägenden Verstand bewahren.


Als Nachtrag am 30.11.2009 das Foto, das vielleicht die beste Übersicht am Tatort bietet:


(Auf dem Bild klicken, um es groß zu sehen.)

Links der Tanklaster mit dem Traktor, rechts der andere Tanklaster und vorn rechts ein Esel, der mit dem ganzen Schwachsinn nichts zu tun haben wollte und trotzdem krepiert ist.

Fallschirmjäger der Bundeswehr liefern sich Kämpfe mit saarländischen Polizeibeamten

10 Juli 2008


Bild: Fallschirmjäger der Bundeswehr

Die folgende Meldung, die wir einem Provinzblatt verdanken, der Saarbrücker Zeitung vom 28./29.6.2008, ist wert im ewigen Gedächtnis des Internet bewahrt zu werden:

Lebach. Neun Soldaten der … Graf-Haeseler-Kaserne sehen Anzeigen wegen versuchter Gefangenenbefreiung … entgegen. Nach dem Fußballspiel am Mittwoch gegen 23 Uhr hatte einer aus der Gruppe der Soldaten einen Mann in Lebach mit einer Flasche attackiert. Sechs Polizisten kamen zum Tatort und wollten den Täter festnehmen. Das versuchten seine Kameraden zu verhindern. Als die Beamten Pfefferspray eingesetzt und den Täter in den Streifenwagen gesetzt hatten, warf ein weiterer junger Mann aus der Gruppe einen Stein auf den Polizeiwagen. Ein Seitenfenster zerbrach. Daraufhin flüchteten die Kameraden ….

Jeder Mensch, der sich lieber mit Wissenschaft und Kunst befasst, seufzt glücklich, wenn gewalttätige Insassen diverser Behörden sich gegenseitig beharken und ihm so ein paar Stunden Frieden schenken. Normal ist eher Folgendes:

Polizeiwagen rast in Menschengruppe

Bei einem Blaulichteinsatz in der Kölner Innenstadt ist ein Polizeiwagen in eine Fußgängergruppe gerast. Fünf Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer …

Die Meldung aus Lebach ist wirklich sehr ungewöhnlich. Wahrscheinlich wussten die Polizeibeamten, als sie gerufen wurden, nicht, dass sie mit Bundeswehr-Soldaten zu tun haben würden. Wahrscheinlich haben sie geglaubt, Fremde, sagen wir: aus der Türkei, hätten einen Einheimischen angegriffen.

Normalerweise protegieren die Insassen verschiedener Behörden sich gegenseitig. Richter beispielsweise wissen, dass ihre Urteile das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben sind, wenn nicht daraufhin irgendwelche Polizisten mit Knüppeln, Pfefferspray und Pistolen angerückt kommen. Zur Belohnung dürfen Polizisten nichtbeamtete BürgerInnen nach Lust und Laune verprügeln und vor Gericht hemmungslos lügen. Ein aktueller Fall aus Marburg wird hier bald vorgetragen – mit komplettem Urteil.

Ulrich Brosa


Nachtrag: Ein Kommentar (siehe unten) ist so bedeutsam, dass ich ihn hiermit in den Artikel aufnehme.

lebacher sagt:
19 November 2011 um 3:43 nachmittags

Als Augenzeuge kann ich die Story ja mal richtig stellen…

Die besagten Soldaten (übrigens keine Rekruten!) pöbelten betrunken, einige in Uniform, eine Gruppe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (diese waren etwa im Alter zwischen 13 und 16) in der Nähe einer Kneipe an. Hintergrund war das Fußball-EM-Spiel Deutschland-Türkei, welches am vorangegangenen Mittwoch stattfand; Auslöser eine Türkeifahne, welche die Kids dabei hatten. Nach kurzer verbaler Auseinandersetzung ging einer der Soldaten mit einer Flasche auf einen der Migranten los. Auf der Straße begann schnell eine ungleiche Massenschlägerei, in die sich weitere, zumeist ältere Jugendliche und Soldaten einmischten. Die herbeigerufene Polizei, zunächst zwei Beamte, versuchten die Lage in den Griff zu bekommen und nahmen einen der Soldaten fest, voraufhin diese begannen, die Polizisten anzugreifen. Zunächst flogen Flaschen auf das Polizeiauto, dann rüttelten vier Soldaten am Auto und schlugen auf es ein. Im weiteren Verlauf kamen weitere Polizeikräfte hinzu, wurden aber ebenfalls von den Soldaten angegriffen. Es kam zum Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken, allerdings auch gegen die jugendlichen Opfer. Einer eintreffenden Einheit der Feldjäger gelang es schließlich unter Androhung von Schusswaffeneinsatz (!!!) ihre “Kameraden” abzuführen.
Von den Jugendlichen wurde schließlich niemand belangt aber auch niemand als Zeuge vorgeladen, Anzeigen wurden durch die Polizei nicht aufgenommen (!!!), allerdings haben dies auch nur sehr wenige versucht (unter anderem ich selbst); die meisten beiteiligten Jugendlichen sind bei Eintreffen der weiteren Beamten geflüchtet.
Unter den Jugendlichen kam es zu zahlreichen Platzwunden und Schnittverletzungen.

Über die ganze Angelegenheit wurde eine Nachrichtensperre verhängt (in Lebach kennen wir das zu Genüge, sei es, wenn es um das Landesaufnahmelager für Flüchtlinge geht oder um die Kaserne), die Anfangs noch bei Youtube veröffentlichten Handyvideos der Jugendlichen verschwanden schnell.
Leider habe ich keine Informationen darüber, inwiefern die Soldaten belangt wurden. Aufgrund des Auftretens in Uniform und des Widerstands gegen Polizei und Feldjäger sollte ihnen aber Gefängnis und anschließende unehrenhafte Entlassung gedroht haben.

Übrigens bleibe ich anonym, da ich nicht weiß, inwiefern ich für diese Schilderung belangt werden kann.