Archive for the ‘polizei’ Category

Oberstaatsanwalt Jörgs letzter Sommer

1 September 2013

Bild: Letzter Sommer des Künstlers

[ Klingsors letzter Sommer, Erzählung von H.Hesse ]

Was tut ein Künstler, wenn er fühlt, dass er bald sterben wird? Er gerät in Schaffensrausch und schafft rasch noch ein paar unsterbliche Werke.


Oberstaatsanwalt Jörg

[ Oberstaatsanwalt Hans Jörg, Staatsanwaltschaft Marburg ]

Was tut ein Staatsanwalt, wenn er weiß, dass er bald pensioniert werden wird? Er gerät in Verleumdungsraserei und richtet rasch noch möglichst viel Schaden an.


Oberstaatsanwalt Jörg ist mit seinen falschen Anschuldigungen, ich hätte das Volk verhetzt (zum Nachteil der Sinti und Roma), beim Amts- und Landgericht Marburg abgeblitzt. Amts- und Landgericht haben ihm seinen Wunsch, bei mir Hausdurchsuchung zu veranstalten, abgeschlagen. Drauf ist Jörg hausieren gegangen. Schließlich hat er Anklage im Amtsgericht Kirchhain erhoben. Dort ist Edgar Krug Amtsgerichtsdirektor. Krug gehört zur gleichen Generation wie Jörg. Krug hat sich durch Volkstümlichkeit der besonderen Art und viele falsche Urteile hervorgetan. Vielleicht, hofft Jörg, liest Krug wieder einmal die Akten und die Urteile der Obergerichte nicht. Vom Internet versteht Krug sowieso nichts.

Jörgs Anklageschrift, die ich zu gegebener Zeit veröffentlichen werde, ist verleumderisch. Denn Amts- und Landgericht Marburg haben ihm schriftlich mitgeteilt, wie die Tatsachen sind, dass nämlich

der Beschuldigte … das Gegenteil zu erreichen versucht hat, als die Gruppe der Sinti und Roma verächtlich zu machen.

Jörg macht nicht einmal den Versuch das, was ihm seine Kollegen erklärt haben, zu widerlegen. Er geht überhaupt nicht darauf ein, sondern widerholt dieselben Lügen, mit denen er eine Hausdurchsuchung bei mir durchsetzen wollte. Die Anklageschrift besteht größtenteils aus einer verstümmelten Abschrift meines Artikels und ein paar erfundenen Behauptungen, die sich nicht einmal aus der verstümmelten Version ableiten lassen.

Trostlich ist immerhin: Jörg musste diese Anklageschrift selbst unterschreiben. Einen Franosch oder einen Zmyj-Köbel hat er dafür diesmal nicht gehabt. Jörg ist Ende 1948 geboren (zum Nachteil der Gesellschaft). Nach hessischem Beamtengesetz muss er Anfang 2014 pensioniert werden. Leitender Oberstaatsanwalt wird Jörg nicht mehr.

Jörg wollte zuerst Anklage beim Schöffengericht Marburg erheben. Das gibt für die Diffamierung des Angeklagten mehr her. Denn das Schöffengericht gilt als kleines Verbrecher-Gericht, obwohl es nur eine Abteilung des Marburg ist. Letztes hat den Vorteil (für Jörg), dass alle Rechtszüge im hessischen Mief bleiben: Berufung beim Landgericht Marburg, Revision beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Eine Anklage beim Landgericht Marburg würde dagegen vom Bundesgerichtshof revidiert.

So war es beim Meineid-Verfahren. Meineid ist ein Verbrechen. Die Anklage hätte gleich beim Landgericht eingereicht werden müssen. Doch Staatsanwalt Franosch, damals Jörgs Untergebener, klagte beim Schöffengericht Marburg an. Vorsitzender des Schöffengerichts war damals Mirko Schulte. Meineid-Mirko spielte mit. Wenn der immer noch Vorsitzender des Schöffengerichts wäre, hätte Jörg auch diesmal Volltreffer erzielt: Hausdurchsuchung, Anklage und Verurteilung – alles aus einer Hand. Doch leider (leider für Jörg) ist Meineid-Mirko nach Biedenkopf abgedampft.


Jörg ist ein bösartiger Irrer. Seine Inkompetenz ist spätestens seit der Wolfsangel-Affäre auch seinen Vorgesetzten bekannt. Dennoch haben sie Jörg weitermachen lassen. Es ist daher notwendig Jörgs Vorgesetzte anzuprangern.

1) Direkte Vorgesetzte Jörgs ist die Leitende Oberstaatsanwältin Kerstin Reckewell.

Bild: Kerstin Reckewell

(Klicken sie auf dem Bild, wenn sie es groß sehen wollen.) Das Foto zeigt Reckewell bei ihrer Inthronisation durch den hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP).

Vorige Vorgesetzte Jörgs waren Arndt Peter Koeppen (CDU) und Elisabeth Opitz. Jörg wurde zum Staatsanwalt ernannt und zum Oberstaatsanwalt befördert, als die SPD in Hessen regierte.

Das Personal der Justiz-Ministerien ist immer das abscheulichste. Wenn man in eine Justizvollzugsanstalt ginge und einige der dort Einsitzenden blind zu Staatsanwälten und Richtern beförderte, könnte die Auswahl nicht schlechter sein als die eines Justiz-Ministeriums.

2) Oberster Vorgesetzter aller Staatsanwälte in Hessen ist der Generalstaatsanwalt Hans-Josef Blumensatt.

Bild: Hans-Josef Blumensatt

Das Foto zeigt Blumensatt bei seiner Inthronisation durch den hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP).

3) Vorgesetzter des Generalstaatsanwalts ist der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP).

Bild: Jörg-Uwe Hahn

Ich habe das Bild nicht bearbeitet. Hahn sieht so aus.

4) Vorgesetzter der Justizministers ist der Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Bild: Volker Bouffier

Bouffier hatte es immer mehr mit der Polizei. Es findet es effizienter, seiner Schlägertruppe neue Schießeisen zu kaufen als die Justiz-Theatertruppe zu subventionieren.

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Das Imperium schlägt zurück

28 Juli 2013

Das ist Oberstaatsanwalt Hans Jörg

Bild: Darth Vader

von der Staatsanwaltschaft Marburg. Er greift nach der Macht im All.

.. o .. um Vergebung .. kleine Bildverwechslung ..

Das ist Oberintrigant Hans Jörg:

Oberstaatsanwalt Hans Jörg

Er lauert in Winkeln des Marburger Justizpalasts. Er kommt selten hervor. Jörg hat seine natürliche Neigung zu Täuschung und Diffamierung zum Beruf gemacht und es bis zur Leitenden Oberstaatsanwältin gebracht, bis zum Leitenden Oberstaatsanwalt aber nicht. Oberstaatsanwalt Jörg ist Leiter des Marburger Staatsschutz-Dezernats. Er war lange Vorgesetzter der Staatsanwälte Franosch und Zmyj-Köbel. Jörg ist sogar als Jurist eine Nulpe. Er verdankt seinen Posten dem hessischen Justizministerium.


Frühlingserwachen der Justizangehörigen

Auch in Frühling dieses Jahres erwachten die Justizangehörigen zu neuer Betriebsamkeit. Ich bekam aber täglich nur einen Juristen-Brief und nur jede Woche einen gelben Brief mit den üblichen falschen Entscheidungen aus dem Amtsgericht Kirchhain [1].

So konnte ich ein wenig arbeiten. Während ich also voller Glück bisher unbekanntes Treiben der Elektronen erforschte, tobte im Marburger Justizpalast ein gewaltiger Krieg – nur wegen meiner Geringfügigkeit. Ich erfuhr davon, als ich einen dieser Juristen-Briefe in meinem Briefkasten fand. Darin war der

Beschluss des Landgerichts Marburg vom 1.7.2013
– 4 Qs 41/13 – 59 Gs 2 Js 5447/13 [2]

Die Staatsanwaltschaft Marburg wollte wie 2007 Hausdurchsuchung bei mir veranstalten – wohl wieder mit den Polizei-Schlägern der Operativen Einheit OPE, mit einem neuen Dutzend Strafverfahren, mit jahrelanger Beschlagnahme meiner Computer und so fort.

Der Staat müsse vor mir geschützt werden, da ich das [deutsche] Volk gegen die Sinti und Roma aufgehetzt hätte. Doch wie? Mit dem Artikel

Zigeunerin Zschäpe

Jedoch wies das Amtsgericht Marburg den Antrag auf Wohnungsdurchsuchung ab,

weil der Beschuldigte [das soll ich sein] das Gegenteil zu erreichen versucht hat, als die Gruppe der Sinti und Roma verächtlich zu machen.

und das Landgericht Marburg hat den Beschluss des Amtsgerichts nicht aufgehoben.

Wunderbar: Ausgerechnet Jörg, der Neonazi-Patron, will sich als Protektor einer von den Nazis verfolgten Minderheit parfümieren. Und noch wunderbarer: Jörg, Chef-Konstrukteur des fehlgeschlagenen Meineid-Verfahrens, dreht das nächste Ding. Das ist typisch für Jörg. Weil der Justizminister ihn trotz seiner Verfehlungen nicht von seinem Posten entfernt, lauert er immer auf die nächste Gelegenheit.

Die Richter des Landgerichts lecken die Wunden, die angeblich ich ihnen schlug.

Den Beschluss des Amtsgerichts Marburg kenne ich noch nicht im Original, nur die Auslegung dieses Beschlusses durch die Lange-Kammer des Landgerichts: siehe den Link oben. Der Vorsitzende der 4.Strafkammer heißt Hans-Werner Lange. Die Lange-Kammer hielt es für opportun der Staatsanwaltschaft ihren Wunsch diesmal nicht zu genehmigen. Doch statt den Spezis in der Staatsanwaltschaft klarzumachen, dass sie Unschuldige nicht verfolgen dürfen, wollen die Spezis im Landgericht mich möglichst madig machen. Der Beschluss des Landgerichts trieft von Gehässigkeit. Z.B.

Die Kammer teilt die Auffassung des Amtsgerichts, wonach ein Anfangsverdacht einer Volksverhetzung oder eines Ehrschutzdelikts gegen den Beschuldigten im subjektiven Bereich zumindest derzeit fehlt, weil der Beschuldigte in der ihm eigenen verschrobenen und objektiv häufig schwer verständlichen Art mit der unter Bezug genommenen Veröffentlichung im Internet eigentlich eher das Gegenteil zu erreichen versucht hat, als die Gruppe der Sinti und Roma verächtlich zu machen.

Wer kein richtiges Deutsch kann und seine Sätze mit Juristen-Kauderwelsch verkorkst, sollte sich Worte wie „verschroben“ und „schwer verständlich“ besser auf die eigene Nase schreiben [3].

Noch eine Gehässigkeit:

[…] einer fiktiven „Sächsin“ […]

„fiktiv“ haben sich die Richter aus ihren Fingern gesaugt.

Die Sächsin ist eine Nazisse, die sich – ähnlich wie Jörg, Franosch und dergleichen – für unheimlich schlau hält. Wo sie zu finden sein dürfte, habe ich in meinem Artikel sogar angegeben. Diese Frau erzählte mir, wie toll sie meine Internet-Seiten und wie schlimm sie die NSU-Morde finde, um mir dann auf die Nase binden, dass eigentlich „die Zigeuner“ an diesen Morden schuld seien. Besonders originell war das nicht. Denn auf rechtsextremen Internet-Seiten wird Derartiges unterstellt, seitdem bekannt wurde, dass Zschäpes Vater Rumäne ist, als ob ein Rumäne notwendig Rom sei. Schließlich gab die Nazisse mir auf, ein „schwarzes Brett im Internet“ wider „die Zigeuner“ einzurichten.

Und nun, verehrte Leserinnen und Leser, schauen Sie „Zigeunerin Zschäpe“ noch einmal an und lösen Sie die 3 Rätsel:

1) Wollte die Nazisse mir ihre Liebe gestehen?
Wink: Die Nazisse hat es mit „Ariern“, ist gegen „Blutvermischung“ und kennt meine Internet-Seiten genau.

2) Was hätte die Nazisse getan, wenn ich meine Bereitschaft erklärt hätte, jenes „schwarze Brett im Internet“ zu installieren?
Wink: Betrachten Sie die Vorgehensweise der Zentralstelle für Internetkriminalität Hessen!

3) Was wohl hat die Nazisse getan, als sie „Zigeunerin Zschäpe“ im Internet fand?
Wink: Betrachten Sie die Taten des Oberstaatsanwalts Zmyj-Köbel!

Interessant finde ich darum den letzten Satz im Beschluss der Lange-Kammer:

Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte kann es angesichts der hier bekannten Einstellung des Beschuldigten im Sinne eines weniger einschneidenden Mittels angezeigt sein, ihn an Stelle einer Durchsuchungsmaßnahme mit der Anzeige der Zentralrats der Sinti und Roma von 11.3.2013 zu konfrontieren, um ihm bewusst zu machen, welche Folge seine missverständliche Internet-Veröffentlichung bei den davon Betroffenen hat und welche Beurteilung er selbst aufgrund solcher Veröffentlichungen erfährt.

Zu dieser „Konfrontation“, d.h. zur Vorlage der angeblichen Anzeige, hatte die Staatsanwaltschaft genug Zeit. Ich werde der Angelegenheit selbst nachgehen müssen.

Übrigens: Den Satz

[…] um ihm bewusst zu machen, welche Folge seine missverständliche Internet-Veröffentlichung bei den davon Betroffenen hat und welche Beurteilung er selbst aufgrund solcher Veröffentlichungen erfährt […]

haben die Landrichter in eigener Sache geschrieben: O wie es schmerzt, was dieser böse Brosa über uns treuherzige Richterlein schreibt! Sie lecken die Wunden, die angeblich ich ihnen schlug. Die Auseinandersetzungen um die rechtswidrige Hausdurchsuchung am 4.1.2007 und die nicht endende Neonazi-Protektion haben das Ansehen der Justiz demoliert. Die Justizangehörigen müssen endlich einsehen, dass sie selbst die Schäden mit ihrem systematischen Unrecht verursacht haben.

Kreide gefressen

Der Schluss der landgerichtlichen Beschlusses ist mit ein paar frommen Sprüchen aus dem Bundesverfassungsgericht garniert:

[…] Verhältnismäßigkeit eines Durchsuchungsbeschlusses, zumal angesichts der ihn selbst betreffenden Passagen („meine Haustür eingeschlagen“) kaum Zweifel an der Urheberschaft des Beschuldigten bezüglich der Veröffentlichung in seinem blog bestehen dürften. […] Schließlich muss der jeweilige Eingriff in angemessenem Verhältnis zu der Schwere der Tat und Stärke des Tatverdachts stehen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts garantiert Art.13 Abs.1 GG die Unverletzlichkeit der Wohnung.

Ferner muss gerade diese Zwangsmaßnahme zur Ermittlung und Verfolgung der vorgeworfenen Tat erforderlich sein;

Mir schwillt das Herz ob so viel Rechtschaffenheit. Warum nur hat die Lange-Kammer diese frommen Lehren nicht schon 2007 befolgt? Ich gebe hiermit den

Beschluss des Landgerichts Marburg vom 22.10.2007
– 4 Qs 54/07 – 4 Js 7765/06 11 Ds

zu allgemeiner Kenntnis, worin die Lange-Kammer die Hausdurchsuchung am 4.1.2007 rechtfertigt.

* Und das, obwohl feststeht, dass das Strafverfahren 4 Js 7765/06 „von vornherein“ rechtswidrig war. So hat es die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt a.M. in ihrer Stellungnahme 2012 formuliert. Das Oberlandesgericht Ffm hat sich dieser Ansicht angeschlossen.

* In dem Verfahren 4 Js 7765/06 ging es um den Strafregister-Auszug des Frank Ludwig, den ich – so wollte es die Marburger Justiz – nicht hätte veröffentlichen dürfen. Das ist Datenschutz: Wie ein Neonazi in Konflikt mit Gesetzen gerät und wie die Justiz ihn aus der Klemme befreit, soll niemand wissen, besonders wenn der Neonazi Sohn eines Polizeibeamten ist. Dass ich diesen Strafregister-Auszug veröffentlicht hatte, habe ich stets zugegeben. Er erschien zudem auf meinen Internet-Seiten. Die Hausdurchsuchung am 4.1.2007 konnte „zur Ermittlung und Verfolgung der vorgeworfenen Tat“ keine neuen Erkenntnisse erbringen. Sie war rein schikanös. Dennoch hat die Lange-Kammer diese Hausdurchsuchung gebilligt.

* Am niederträchtigsten ist das Geschwafel ab Seite 11. Die Richter erklären erst, dass sie für Beschwerden über das Verhalten der Polizisten am 4.1.2007 nicht zuständig sind. Doch statt danach ihre Klappen zu halten, rechtfertigen die Richter das Verhalten der Polizei-Schläger. Das Geschwafel ab Seite 11 ist zudem juristisch unhaltbar. Denn zuerst habe ich durchgesetzt, dass das Polizeipräsidium Mittelhessen die Maßnahmen seiner Schläger für rechtswidrig erklärte und zurücknahm. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit der Staatsanwaltschaft Marburg erzwang die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt a.M., dass zwei der Polizei-Schläger wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung im Amt angeklagt wurden. Die Generalstaatsanwaltschaft übertrug den Fall der Staatsanwaltschaft Gießen, nachdem die Staatsanwaltschaft Marburg, besonders Staatsanwalt Zmyj-Köbel, das Verfahren gegen diese Gewalttäter mehrmals niederschlagen wollte und nachdem Oberstaatsanwalt Willanzheimer eine Anklageschrift verzapft hatte, die eine Verteidigung der Gewalttäter war. Die StA Gießen indes wandte sich an den Amtsgerichtsdirektor Krug. Angeklagt wurden die Polizei-Schläger am Amtsgericht Kirchhain, obwohl die Anklage wegen der Schwere der Vorwürfe gleich beim Landgericht hätte angebracht werden müssen. Krug, StA Gießen und die Verteidiger der Schläger-Polizisten kungelten hinter meinem Rücken eine Einstellung des Verfahrens nach § 153a StPO aus. Das heißt: Die Polizei-Schläger mussten Bußen bezahlen, die jedoch lächerlich gering waren.

Dass die Lange-Kammer etwas dazugelernt hat, halte ich für ausgeschlossen. Die RichterInnen haben Kreide gefressen. Wahrscheinlich haben sie Angst vor Eintragungen in ihren Personalakten.

Ulrich Brosa


[1] Im Amtsgericht Kirchhain haben sie jetzt eine neue Richterin, die Richterin auf Probe Kahlert. Sie soll sich an mir ihre Hörner abstoßen. Ihre juristischen Kenntnisse sind kümmerlich. Der hessische Minister der Justiz hat Kahlert für uns ausgesucht.

[2] 2 Js …/.. ist Jörgs Aktenzeichen.

[3] Nach einem Stilvergleich vermute ich Schwaderlapp als Autor. Indes sind alle Entscheidungen der Lange-Kammer, die ich bekommen habe, verquast.

Berger-88-BUMS-Treffen muss ohne Jägermeister-Trophäe stattfinden

12 April 2013

(Klicken Sie auf dem Bild, wenn Sie es groß sehen wollen.)
Bild: Berger-88-Werbeschild auf dem Grundstück eines Angestellten der Stadt Amöneburg

[Noch ein Beispiel für die Verfilzung hessischer Behörden mit dem Rechtsextremismus: Dieses Berger-88-Werbeschild steht auf dem Grundstück eines Angestellten (M.Tatzel) der Stadt Amöneburg. So muss ich mit meinen Gemeinde-Gebühren für den Terror bezahlen, den der kriminelle Neonazi-Verein veranstaltet.]

Es war an mehreren Stellen zu sehen, dass ich nicht der Einzige bin, der die Berger-88- nicht mag. Leider treten die Anderen nicht hervor, sondern bekämpfen die Berger-88- auf hessisch-nassauische Weise.

POL-MR: Pressemitteilung vom 11.04.2013

Marburg-Biedenkopf (ots) – Bierfässchen und Schnaps gestohlen

Amöneburg: Das Fest wird mit Sicherheit nicht ins Wasser fallen, ärgerlich ist es dennoch. Unbekannte entwendeten in der Nacht zu Donnerstag, 11.04.2013, aus einem Getränkewagen am Festplatz acht schwarze 20-Liter-Bierfässchen und einige Flaschen Schnaps. Die Polizei bittet um Hinweise. Am 12. und 13. April veranstaltet die Burschen- und Mädchenschaft Amöneburg einen Discoabend mit Burschenschaftstreffen. Aus diesem Grund hat man bereits ein 40 m langes Kirmeszelt auf dem Festplatz aufgestellt. Auch der Getränke-Kühlwagen wurde bereits auf dem Platz geparkt.

Die Organisatoren und Helfer verließen am Mittwochabend gegen 23 Uhr den Festplatz. Als sie am Donnerstagmorgen um acht Uhr wieder eintrafen, mussten sie feststellen, dass über Nacht der Kühlwagen aufgebrochen worden war. Neben den Fässchen und verschiedener Alkoholika haben die Diebe auch Teile der Zapfeinrichtung und einen relativ seltenen
Jägermeister-Flaschkühler mitgenommen. Die Polizei geht davon aus, dass die Diebe ein größeres Fahrzeug zum Abtransport nutzten, eventuell auch mit Anhänger. Hinweise erbittet die Polizei in Stadtallendorf, Tel.: 06428/93050. […]

Willi Schwarz Pressesprecher

ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=43648

Die heimische Polizei schafft es nicht, einen Pressesprecher zu rekrutieren, der die deutsche Sprache beherrscht.

Unabhängig davon ist es eine Ungeheuerlichkeit, dass diese Veranstaltung, die wieder einmal kriminelle Neonazis in Amöneburg konzentrieren wird, immer noch stattfinden darf. Wieder werden zwei Nächte lang viele Menschen mit Alkohol vollgedröhnt, wieder Radau, Randale und Gewalttätigkeiten bis morgens. Bravo, Ordnungsamtsleiter Burkhard Wachtel! Glückwunsch,

Bild: der Amöneburger Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg

Bürgermeister Richter-Plettenberg!

Sogar aus der Polizei-Mitteilung ist direkt ersichtlich, dass die Berger-88- Neonazis sind: „haben die Diebe … einen relativ seltenen Jägermeister-Flaschkühler mitgenommen.“ Jägermeister ist ein bekanntes Nazi-Kennwort. Vielleicht sind die Berger-88- von anderen Neonazis bestohlen worden, weil die neidisch auf den „relativ seltenen Jägermeister-Flasch(en)kühler“ waren.

Berger-88-Gründer Christoph Aschenbach alias Suesse Sandy will beim BUMS-Treffen am 13.4.2013 ganz groß auftreten. Diese BUMS-Treffen-Suesse-Sandy sitzt jetzt im katholischen Pfarrgemeinderat.

Der Neonazi-Verein, der gemäß Vereinsakte Berger-88-e.V. heißt und nicht Berger ’88 und der nicht 1988 gegründet wurde, trägt gemäß Vereinssatzung auf den „Burschenschaftspullovern“ genau diejenige eckige 88, welche die neonazistische Musik-Gruppe „Division Wiking“ (benannt nach der Waffen-SS-Division) auf den Covers ihrer volksverhetzenden CDs volkstümlich gemacht hat. Da das durch meine Veröffentlichungen allen hier bekannt geworden ist, zeigen die Berger-88- auf ihren Plakaten nun eine andere 8 mit Nasen oben und unten.

Bild: Die Berger-88- verwenden die gleichen Zeichen wie die Kampfgruppe Adolf Hitler

[Dieses Bild ist ein Ausschnitt aus dem Foto oben.]

Dadurch demaskieren sie sich um so deutlicher. Denn es ist genau diejenige 8, welche die Kampfgruppe Adolf Hitler als Logo verwendet. „Combat 18“ ist die extrem gewalttätige Abteilung des verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“:

Bild: Logo der Kampfgruppe Adolf Hitler

[Dieses Logo ist strafbar.]

Es besteht nicht der geringste vernünftige Zweifel, dass Berger-88- „Berger Heil Hitler“ bedeutet und dass die Mitglieder und Unterstützer dieses Vereins Neonazis sind.

Ulrich Brosa


Vom Berger-88-Burschenschaftstreffen 2011:
Dieser Vollidiot hält sich für Hitler persönlich

Meineid-Mirko endgültig geplatzt

10 Februar 2013

Bild: Meineid-Mirko - Mirko Schulte

[Das Männchen rechts von der Mitte ist Meineid-Mirko, bürgerlich Mirko Schulte. Er war bis 2009 Vorsitzender des Schöffengerichts im Amtsgericht Marburg. Der Dicke links ist Dschingis-Hahn (FDP), bürgerlich Jörg-Uwe Hahn. Er ist hessischer Minister für systematisches Unrecht. Sonst auf dem Bild: ein anderer Richter (auch mit Glatze) und ganz rechts ein Oberstleutnant (in Zivil).]

Das Meineid-Verfahren gegen mich, das der meineidige Richter Schulte mit dem Neonazi-Paten Staatsanwalt Franosch ausgeheckt hat, ist endgültig beendet. Vorgestern bekam ich den Beschluss des 1.Strafsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 29.1.2013:

Das anfochtene Urteil wird mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.
Das Verfahren wird eingestellt.
Die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen des Angeklagten fallen der Staatskasse zur Last.

Ich werde den gesamten, ungewöhnlich langen Beschluss veröffentlichen, sobald ich es schaffe. Hier erst mal die erste Seite (Klicken Sie drauf, wenn Sie sie groß sehen wollen!):


Die Begründung läuft jedenfalls darauf hinaus, dass die Urteile des
Amtsgerichts Marburg (Schulte) vom 25.7.2007
und des
Landgerichts Frankfurt am Main (Stüber) vom 13.8.2012
und sogar des
2.Strafsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt (Gürtler) vom 3.3.2009
niemals hätten gefällt werden dürfen. Keine der zugehörigen Verhandlungen hätte stattfinden dürfen, so dass ich nicht einmal richtig angeklagt worden bin. Ein Freispruch kam deshalb nicht in Frage. Allerdings ist die Kostenregelung wie bei einem Freispruch.

Der Einzige, der sich – nach Maßgabe des 1.Strafsenats – korrekt verhalten hat, war Dr. Thomas Wolf im Landgericht Marburg. Wolf hatte Schultes Urteil schon am 22.8.2008 aufgehoben, was aber nicht lange hielt, weil der 2.Strafsenat des OLG Wolfs Urteil am 3.3.2009 kippte.


[Diese Beschmierung meines Hauses und viel mehr verdanke ich dem Meineid-Mirko.]

Die hessischen Sicherheitsbehörden sind vollgestopft mit dem abschäumigsten Volk. Es sind Leute, die nicht denken, sondern dumpfbacken, dass „nicht alles beim Adolf schlecht war“ und dass sie zumindest die hessischen Dörfer für ein III. Reich 2.0 warm halten wollen. „Damit wir in Übung bleiben, veranstalten wir gemeinsam mit unseren nichtbeamteten Neonazi-Kameraden immer mal wieder eine kleine Fremdenvertreibung. Tja, wenn dann der Fremde krepiert, weil er nicht verschwinden will, ist er halt selbst schuld. Er ist doch gewarnt worden.“ Irgendein Masterplan ist dafür nicht nötig. Es regiert ganz von selbst das so genannte Gedanken-Gut, nämlich das rechtsextreme, mit anderen Worten: der Schwachsinn.

Die mit Abstand gefährlichsten hessischen Neonazi-Organisationen sind die Polizei und die Justiz – weit vor dem Verfassungsschutz. Die NPD ist dagegen vernachlässigbar. Jeder, der nicht total debil ist, merkt das. Aber sagen darf man es nicht.

Seitdem ich das sage, dass nämlich Polizei und Justiz die gefährlichsten Neonazi-Organisationen sind, haben mich dieselben Behörden mit etwa vierzig Ermittlungs- und Strafverfahren überzogen. Es ging immer darum, dass ich etwas, was der Polizei, der Justiz und deren nichtbeamteten Neonazi-Kameraden unangenehm war, nicht hätte veröffentlichen dürfen. Das Meineid-Verfahren gegen mich war ein Theater in dutzenden Akten, um einen Neonazi vor Strafe zu schützen.

Wie hält es der Meineid-Mirko mit dem Dumpfbacken-Gut, dem braunen?

Es ist die geistige Grundlage seiner richterlichen Tätigkeit. Man sieht das eindeutig, wenn er in den Gerichtssaal einmarschiert. Er zwingt alle Leute vor ihm aufzustehen. Das sei, behauptet er dann, nicht seinetwegen, sondern „aus Respekt vor der Sache, der wir hier alle dienen“. Was ist die „Sache“? Meineid-Mirkos verleumderisches Geschwafel.

Alles wie beim Führa. Richter: pfui Teufel.


Kompakte Darstellung des Meineid-Verfahrens
http://www.althand.de/meineid.html

Die Quellen im Einzelnen:
http://www.althand.de/meineid1.html



Meineid-Mirko im Marburger Atom-Prozess

https://bloegi.wordpress.com/2008/04/16/bin-brosa-mit-dem-paten-der-pakistanischen-atombombe-befreundet/

https://bloegi.wordpress.com/2008/04/28/schulte-richter-am-amtsgericht-marburg-beschimpft-unschuldigen/

https://bloegi.wordpress.com/2008/11/12/besser-bei-islamisten-in-pakistan-als-im-schmutz-der-marburger-justiz/

Protestantisches Gewissen fordert Folter

12 November 2012

Bild der Pfarrerin Erika Eckardt, Marburg

[Dieses Bild von sich hat die Marburger Pfarrerin Erika Eckardt ins Internet legen lassen. Das hätte sie besser nicht getan. Denn nun kann die weltweite Öffentlichkeit den Mangel an Intelligenz sehen, an dem sie leidet.]

Erika Eckardt predigt in der MAZ. MAZ bedeutet „Mittelhessische Anzeigen-Zeitung“ und ist Einwickel-Papier für viel Reklame, die man, ob man will oder nicht, in den Briefkasten gezwängt bekommt. Außerdem findet man in der MAZ Anzeigen wie diese:

NOTGEILE STROHWITWE
fast tabulos

[…]

oder

NEU! Sara
Exot.Lutschfee * intim behaart * große OW 90 DD

[…]

und so weiter.

Dort also publiziert Pfarrerin Eckhardt. In ihrer MAZ-Predigt vom 31.10.2012 hat sie erklärt, dass ein Mensch, der protestantisch-ehrlich seinem Gewissen folgt, gelegentlich foltern muss. Und sie vergleicht einen törichten hessischen Polizeibeamten, der als „Folter-Daschner“ bekannt geworden ist, mit Martin Luther. Der Papst wird jubeln, sobald er von diesen Entgleisungen seiner Konkurrenz erfährt.

Die Vorgeschichte

Bild: Magnus Gäfgen allein mit Gott

[Magnus Gäfgen, jetzt (2012) Halbjurist und religiöser Buch-Autor]

Jura-Student Magnus Gäfgen wollte sich etwas gönnen, hatte dafür aber nicht genug Geld. Am 22.9.2002 lockte er Jakob, den 11-jährigen Sohn der in Frankfurt am Main sehr bekannten, sehr vermögenden und sehr beziehungsreichen Bankiersfamilie v.Metzler, in seine Wohnung, erstickte ihn dort und steckte die Leiche unter einen Bootssteg bei Schlüchtern. Obgleich Gäfgen nichts mehr zu verkaufen hatte, erpresste er Lösegeld von der Familie v.Metzler und bekam 1 Million Euros. Bei der Übergabe stellte sich Gäfgen dumm an. Die Polizei konnte ihn identifizieren und überwachen. Die Polizei erwartete, dass Gäfgen nun zu dem Jungen gehen und ihn freilassen oder zumindest füttern würde, um noch mehr Lösegeld erpressen zu können. Gäfgen aber spazierte ins Reisebüro und buchte einen großzügigen Erholungsurlaub. Jedem Menschen mit Verstand hätte da klar sein müssen, dass der Junge tot war. Immerhin hatte die Polizei, schlau wie sie ist, kapiert, dass Gäfgen Täter sein musste, da er das Lösegeld vereinnahmt hatte. Gäfgen wurde verhaftet.

Bild: Polizeivizepräsident Wolfgang Daschner

[Wolfgang Daschner, Volljurist und Träger des protestantischen Gewissens, hat nach Darstellung des Zweiten Deutschen Fernsehens O-Beine – eine Folge der Überlastung?]

Da der Ermordete nicht irgendein Türke, sondern ein v.Metzler war, leitete der Frankfurter Vize-Polizeipräsident Wolfgang Daschner die Ermittlungen. Man darf davon ausgehen, dass die Familie v.Metzler alle ihre Beziehungen nutzte, um den Sohn zurückzubekommen. Doch das leistete Daschner nicht. Überhaupt bekam er nichts heraus, was nicht ohnehin offensichtlich war. Schließlich beauftragte Daschner einen Untergebenen, den Kriminalhauptkommissar Ortwin Ennigkeit, dem Untersuchungshäftling Gäfgen Folter anzudrohen. Was Ennigkeit dem Gäfgen erzählte, wird im Handelsblatt vom 25.11.2004 so beschrieben:

Mit einem Hubschrauber sei bereits ein Spezialist im Anflug, der ihm [dem Gäfgen] ohne Spuren solche Schmerzen zufügen könne, wie er sie noch nie gespürt habe. Sein [Ennigkeits] Zeigefinger habe sich wie ein Rotor gedreht, dazu habe er die Geräusche nachgemacht und theatralisch am Horizont immer wieder nach dem angeblich schon nahenden Helikopter gesucht.

„Hier hilft dir keiner. Wir können alles mit dir machen“, soll der Beamte gesagt haben. Vor der Hubschraubergeschichte habe er noch damit gedroht, „zwei große, fette Neger“ in Gäfgens Zelle zu lassen, die ihn dann vergewaltigen würden.

Obwohl die Geschichte größtenteils von Gäfgen stammt, halte ich sie im Wesentlichen für wahr, weil Folter mitsamt der kolportierten Redensarten bei der hessischen Polizei üblich ist. Normalerweise ziehen die Beamten sogar andere Saiten auf als bei Gäfgen. Es wird nicht mit Folter gedroht; sie wird vollzogen. Auch das rassistische Ding mit den „großen, fetten Negern“ ist für die hessische Polizei zu typisch, um gelogen zu sein.

Folter ist also, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, bei der hessischen Polizei üblich. Außer dem Gefolterten stört das niemanden. Folter-Daschner machte aber die Dummheit seinen Befehl aufzuschreiben. Die Notiz gelangte, ebenfalls aus Schussligkeit, in die Ermittlungsakte, wo sie Gäfgens Verteidiger fand. Auch das hätte dem Daschner und dem Ennigkeit normalerweise keine Unannehmlichkeiten bereitet. Doch Gäfgens Verteidiger Hans Ulrich Endres legte hartnäckig Beschwerden beim Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein und er fand so starke Resonanz in der Öffentlichkeit, dass Daschner und Ennigkeit angeklagt und 2005 verurteilt wurden. Bestraft aber wurden sie nicht. Sie wurden verwarnt – mehr nicht.

Das ZDF hat neulich einen Film gezeigt, in dem Daschners Edelmut aufs Vorteilhafteste dargestellt wurde:

Es ist kurz nach 12, als der Held die Koffer packt. Ein letztes Mal läuft Wolfgang Daschner durch den Flur des Polizeipräsidiums. Er tut das mit dem o-beinigen Gang eines Mannes, der etwas zu lange in den Sonnenuntergang geritten ist, begleitet von herbstlicher Pianomusik.

Der pathetische Kitsch hat der Pfarrerin so sehr gefallen, dass sie die oben angekündigte MAZ-Predigt absonderte:

Allein mit dem Gewissen

Er wollte nicht mitschuldig sein am Tod eines Kindes. Er wollte es retten. […] Da drohte er ihm mit Folter. […] Ein Fernsehfilm über den „Fall Jakob von Metzler“ schilderte jüngst das Dilemma des früheren Polizeipräsidenten Wolfgang Daschner. In seiner Person rang der Staat mit dem Menschen Daschner um die Verantwortung. Für seine einsame Entscheidung musste er sich später vor Gericht verantworten. Seine Verurteilung hat viele empört.

Vor 500 Jahren stand ein kleiner Mönch in Worms vor dem Kaiser: Martin Luther. Er nahm sich die Freiheit, der ganzen versammelten Welt zu widersprechen. […] Und berief sich sich auf sein – an Gott gebundenes – Gewissen. […]

Auch Daschner nahm eine protestantische Freiheit in Anspruch: für sein Gewissen und gegen die Staatsräson. […] Dieser Staat musste Wolfgang Daschner verurteilen. Sein Gewissen wird ihm frei sprechen.

Herzlichst, Ihre Pfarrerin Erika Eckhardt, Marburg

Der Text ist so dümmlich falsch, dass es mir Übelkeit bereitet ihn zu korrigieren.

1) Wenn Daschner behauptet, er habe mit seinen Folterdrohungen „das Leben eines Kindes retten“ wollen, so ist es genau das, was die Juristen eine Schutzbehauptung nennen, d.h. es ist nicht wahr. Als Daschner mit Folter drohte, war längst klar, dass der v.Metzler-Sohn tot war. Es hat den Daschner nur gewurmt, dass er noch nicht wusste, wo Gäfgen die Leiche versteckt hatte.

2) Der Staat, d.h. die hessische Justiz, war äußerst unwillig auch nur das Geringste gegen Daschner und Ennigkeit zu unternehmen. Die Justiz folgte quasi gezwungen dem Druck der Öffentlichkeit und arbeitete hart daran, möglichst wenig auf den beiden Polizisten sitzen zu lassen. Daschner und Ennigkeit wurden nicht wegen Aussageerpressung angeklagt, sondern nur wegen Nötigung, was strafrechtlich einen riesigen Unterschied macht, und sie wurden, wie oben erklärt, nicht bestraft, sondern nur verwarnt.

3) Die fromme Gottesfrau vergisst, dass Frauen, die wie sie der männlichen Priesterschaft Konkurrenz machen wollten, früher Hexen genannt wurden. Die Hexen wurden gefoltert, bis sie die abscheulichsten Verbrechen gestanden, und auf Grund dieser Geständnisse – rechtsstaatlich – verbrannt. Allerdings: Nicht jede der hingerichteten Frauen war unschuldig. Manche dieser Frauen waren Fachkräfte in angewandter Chemie. Sie wussten, dass es tölpelhaft ist Personen mit Keulenschlägen ins ewige Leben zu befördern. Viel eleganter ist es, einem lästigen Gatten ein geeignetes Gewürz in Speise und Trank zu streuen und seine Seele so in die Hände Gottes zu legen.

Bild: Hexen-Verbrennung in Momberg (Hessen)

[2009: Die Freiwillige Feuerwehr von Momberg (Hessen) führt eine Hexen-Verbrennung vor. Der festliche Aufzug wurde vom katholischen Pfarrer angeführt.]

Es ist ganz einfach. Sogar PolizistInnen oder PfarrerInnen sollten es verstehen können:

Gefolterte Personen sagen das, was die Folterer hören wollen. Das kann – selten – die Wahrheit sein, nämlich dann, wenn die Folterer die Wahrheit schon kennen. Doch dann ist die Folter überflüssig. Meistens lügen die Gefolterten, damit die Folter aufhört. Folter ist somit nicht nur ein Verbrechen; sie ist sinnlos.

Dass eine Pfarrerin die Folter rechtfertigt, zeigt einmal mehr die intellektuelle Verelendung der christlichen Kirchen. Was ist an den christlichen Kirchen noch dran? Nichts! Sie erzählen alberne Wunderwippchen und ihre moralischen Ansprüche laufen nur auf Dummheit und Heuchelei hinaus. Die Vorstellung, Mörder Gäfgen, Folter-Daschner und Pfarrerin Eckhardt würden ewig leben, ist grauenhaft. Geradezu tröstlich ist, dass diese Personen sich bald in Moleküle auflösen werden und Mutter Natur demnächst hoffentlich etwas Besseres komponieren wird.

Ulrich Brosa

Waffenschmiede Rüsselsheim

1 Juli 2012

Bild: Auto in Marburg mit Aufkleber Waffenschmiede Rüsselsheim
(Klicken Sie auf dem Bild, wenn Sie es groß sehen wollen!)

[So sicher wie das Amen in der Kirche: Der Halter dieses Kraftfahrzeugs ist Neonazi. Ich fotografierte es an diesem Donnerstag auf dem Rudolphsplatz in Marburg.]

Bild: Altes Brauhaus in Marburg

[Rudolphsplatz in Marburg. Das „Alte Brauhaus“ ist mit Deutsch-National-Flaggen reich geschmückt. Das zur Waffe geschmiedete Kraftfahrzeug steht links daneben und – selbstverständlich für Neonazis – auf dem Gehweg.]

Was es mit der „Waffenschmiede Rüsselsheim“ auf sich hat, habe ich im Handbuch für alternative Fremdenverkehrswerbung beschrieben.

Als ich die „Waffenschmiede“ fotografierte, stürzten sich drei Männer auf mich und wollten mich am Fotografieren hindern: zwei dünnliche Schwachmaten und einer mit Hängebauch. Aber weil diese Neonazis immer nur im Auto sitzen und verlernt haben sich selbst zu bewegen, sind sie nicht nur intellektuell, sondern auch körperlich dekadent. Ich ließ sie zetern und nahm das Foto. Bei jedem Gang durch Marburg könnte ich mindestens ein solches Foto machen. Aber meistens habe ich absolut keine Lust. Ich finde das alles und die zugehörigen Typen zum Kotzen.

Der Kommentator R.Meier schrieb neulich:

So hat man keine Zeit die Nazistenstatistik zu führen. Somit kommt Hessen zum Beispiel auf nahezu 0%.

Das ist die große hessische Lüge. Dass die Nazistenstatistik in Hessen auf nahezu 0% kommt, liegt nicht daran, dass es in Hessen wenig Nazis gäbe. Es liegt daran, dass Neonazis straffrei gehalten werden. Und das liegt nicht an einem Mangel an Zeit, sondern daran, dass die Nazi-Quote in den hessischen Sicherheitsbehörden noch höher liegt als in der hessischen Bevölkerung insgesamt.

Das Foto oben müsste den hessischen Verfassungs- und den Staatsschutz mobilisieren; den Verfassungsschutz, weil da, wo dieser Neonazi heimisch ist (in Kirchhain natürlich!), mehrere Nester prall gefüllt mit noch mehr Neonazis zu finden sind; den Staatsschutz, weil „Waffenschmiede Rüsselsheim“ als Ankündigung schwerer Straftaten zu verstehen ist: als Bedrohung § 241 StGB, als Landfriedensbruch § 125 StGB und als Bildung einer terroristischen Vereinigung § 129a StGB. Wer meint, das sei zu hoch gehängt, soll sich vorstellen, was geschähe, wenn der Lieblingslinksterrorist der hessischen Behörden, Jörg Bergstedt, ankündigte, er habe den Firlefanz satt und wolle die Projektwerkstatt zu einer Waffenschmiede umbauen. (Bergstedt hat einmal angekündigt, er wolle nachts im Eingangsbereich der Staatsanwaltschaft Gießen eine Dichter-Lesung veranstalten. Die Dichter-Lesung fand wirklich statt, dauerte aber nur ein paar Minuten, da alle erschienenen Poesie-Begeisterten in Unterbindungsgewahrsam gesperrt wurden.)

Die übliche Ausrede der Waffenschmied-Neonazis ist, dass „Waffenschmiede Wolfsburg“ und „Waffenschmiede Rüsselsheim“ unpolitische Tuning-Clubs seien. Doch die Ausrede offenbart um so mehr die Gefährlichkeit dieser Leute. Die getjunten Autos werden wirklich wie Waffen verwendet und töten viele. Die Todesrate im Straßenverkehr ist in einem Landkreis wie Marburg-Biedenkopf etwa zehnmal höher als in Berlin. Besonders in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag rasen die zu Waffen geschmiedeten Autos unbeherrscht durch die Dorf- und über die Landstraßen.

Bild: Totenbeschwörung an der L3073 zwischen Kirchhain und Amöneburg

[Toten-Beschwörung an der L3073 zwischen Kirchhain und Amöneburg. Die Straßen hier in der Umgebung sind voller solcher Stätten des Geister-Zaubers. Ein Mann ist auf einer geraden Strecke von der Straße abgekommen und gegen einen Baum gekracht. Der Baum hat mit Not überlebt, der Mann nicht. Die Angehörigen des Toten stellen sich vor, dass die mutmaßliche Seele des Umgekommenen an den Ort seines Ablebens zurückkehrt, und stellen dort Toten-Lichtlein, Engelsfigürchen und sonstigen Kitsch auf. Ob der Umgekommene Täter und Opfer zugleich oder nur Opfer war, lasse ich offen. Es ist möglich, dass ein anderer Autofahrer den umgekommenen Mann von der Fahrbahn gedrängt hat und dass der Unfallverursacher geflüchtet ist. Beim Fahrradfahren habe ich derartige Attacken dutzendfach erlebt und mich meist durch einen Hopser in den Straßengraben gerettet. Das Auto ist hier die häufigst gebrauchte Waffe.]

Ulrich Brosa

Fußball – massenhafter Schwachsinn

15 Juni 2012

Bild: Sebastian Schweinsteiger, Schweini genannt

[ Möchten Sie mit diesem Mann zu einer Nazion gehören? ]

Wenn irgendwelche Schweinis und Ronaldos auf einem ebenen Platz – sagen wir: am Rand einer Mülldeponie – ihre Aggressionen abreagieren, indem sie auf einen Ball eintreten, können sie das meinetwegen tun. Sie können es tun, solange sie mich damit nicht beläppern. Es gibt Schlimmeres: z.B. den Motor-Sport oder als Spitze des Schwachsinns den Schieß-Sport.

Fußball ist Massen-Verblödung. Er fördert den Rechtsextremismus, die Kriminalität insgesamt und den faschistischen Staat. Darum gehören zwei Dinge zusammen, die andernorts getrennt gehalten werden:

1) die Fußball-Europa-Meisterschaft,
2) André Sommer, der am 10.6.2012 angeschossen wurde.

Sommer wäre an sich uninteressant, wenn er nicht die Entwicklung des modernen Fußball-Sports beispielhaft vorgezeichnet hätte.

Zu DDR-Zeiten war der Berliner Fußball-Club Dynamo (BFC) ein Stasi-Verein, Erich Mielkes Liebling, und öfter deutscher Meister als Bayern München, indes in der DDR. Schon damals war der BFC ein Sammelbecken für Neonazis und somit ideal für André Sommer. Nach der Wende wurde der BFC von gewalttätigen Neonazis ganz und gar vereinnahmt. Ausgerechnet Sommer trat da als Ordner auf. Er brachte es bis zum Vorsitzenden. Passend zum BFC eröffnete Sommer die Neonazi-Kneipe „Berliner Fußball-Café“ in Berlin-Lichtenberg.

Andre Sommer als Ordner des BFC

[Rechts André Sommer im Stadion des BFC Dynamo. Der Herr links trägt die Neonazi-Mehrheitsfrisur. Sommer dagegen hält sich für Odin persönlich.]

So kommt Odin in Saasen/Hessen vor:

Bild: Odin statt Jesus

Auf den Straßen in Marburg sieht man regelmäßig Typen mit T-Hemden „Odin statt Jesus“: Dieser Jesus war ein dem kapitalistischen System verpflichteter Halbjude! Einem ächt thoitschen Volxgenossen ist das nicht zumutbar.

Zurück nach Berlin:

Bild: Odin als Bademeister

[Odin zeigt hier den Bademeister-Gang. Stolz aufrecht schreitend, weil er sonst wegen seiner Wampe nach vorn umfallen würde, watschelt er, die schwächlichen Ärmchen seitlich abgespreizt. Er muss mit den Händen in der Luft paddeln, damit er überhaupt vorwärts kommt; daher die Handrücken nach vorn. Sommer ist eine Witzblatt-Figur. Ihn abzuknallen war keine Meisterleistung. Jede Frau, die halbwegs regelmäßig Yoga übt, hätte ihn umschmeißen können.]

Bald übernahm Sommer auch den rechtsextremen Kram-Laden „Kategorie C“ am Prerower Platz.

Bild: rechtsextremer Kram-Laden Kategorie C

[„Streetwear“ sind Neonazi- und Hooligan-Klamotten]

Wer es noch nicht weiß: „Kategorie C“ ist Polizei-Jargon:

* Kategorie A umfasst konsumorientierte Fußball-Fans – Weicheier
* Kategorie B umfasst gewaltbereite Fußball-Fans – Warmduscher
* Kategorie C umfasst gewaltsuchende Fußball-Fans

Ein echter Fußball-Fan will selbstverständlich Kategorie C sein.

So sieht Kategorie C in Amöneburg/Hessen aus:

Bild: hessischer Neonazi mit RANDALE-T-Hemd

Ohne Bierflasche geht es nicht. Dass hier ein Neonazi posiert, ist an der Form der Beschriftung ersichtlich. Dazu ist Schwarz-Weiß-Rot unentbehrlich.

Zum Angebot an Neonazi-Kram gehören regelmäßig Tattoo und Piercing. Wer damit Geld verdient, missbraucht die Torheit der Unterschicht. Welcher Mensch, der noch ein wenig Verstand hat, lässt sich seine Haut freiwillig kaputtmachen?

Hier das Tattoo eines BFC-Fans:

Bild: Tattoo eines BFC-Fans

[„Meine Ehre heißt Treue“ war die Parole der SS. In der Praxis läuft sie auf die bedingungslose Unterwerfung unter einen Führer hinaus. An dieser Stelle sieht sich Odin/André.]

Damit keinerlei Zweifel über Sommers Weltanschauung aufkommen können, eröffnete er das Gasthaus „Germanenhof“ in der Zingster Straße

Bild: André Sommers Germanenhof

mit angeschlossenem Neonazi-(Online-)Shop „Odins Klinge“, wo man ächt germanische Waffen und ächt germanischen Porno kaufen kann.

Ähnliches gibt es in jedem zweiten hessischen Dorf.

Bild: TSV 1888 in Amöneburg

Die Vereine heißen FV 1919 und TSV 1888, die Gastwirtschaften „Germania“ oder „Germanenkrug“.

Zurück nach Berlin:

Als der BFC so herunterkam, dass seine Anhängerschaft zu kümmerlich wurde, trat Sommer den Hells Angels bei. Der gefürchtete President der Berliner Nomads sorgte dafür, dass auch Berliner Höllen-Engel mit einwandfreier Neonazi-Symbolik ausgestattet wurden. Z.B. das Vereinsheim in Berlin-Hohenschönhausen:

Bild: Brigade 81 der Hells Angels Nomads

Selbstverständlich Schwarz-Weiß-Rot. Unverwechselbar sind die Ziffern, die sich Sommers Brigade 81 von Combat 18 (= Kampfgruppe Adolf Hitler) ausgeliehen hat:

Bild: Combat 18 Logo

Ich zeige das Logo des bewaffneten Arms der Neonazi-Organisation Blood and Honour (= Blut und Ehre) mit größtem Widerwillen: Der Totenkopf ist der der SS-Totenkopfverbände, die Millionen wehrloser Menschen ermordet haben. Indessen gibt es keinen deutlicheren Beweis für die Beziehungen zwischen den Hells Angels, die Sommer befehligt, und terroristischen Neonazis. Der NationalSozialistische Untergrund bestand auch aus Blood-and-Honour-Fans.

Zum Zweiten trägt Sommer dazu bei, dass seine Freunde und Gesinnungsgenossen bei der Polizei immer mehr zu einer paramilitärischen Truppe aufgerüstet werden. Wie, so lautet der Vorwand, soll die Polizei sonst mit den fettbäuchig watschelnden Rockern fertig werden?

Fußball ist heute das, was Sommer und seine Kumpels beim BFC lange vor 2000 vorgeführt haben. Bei der gegenwärtigen Fußball-Europa-Meisterschaft:

Maciej schaut auf sein Bier. Er sitzt in einer kleinen Kneipe, einer Fan-Kneipe, direkt unter der Weichsel-Brücke Poniatowskiego. Es ist kurz vor 1 Uhr, viele der polnischen Fans feiern immer noch ausgelassen den Punktgewinn gegen Russland. Maciej nicht. Er denkt darüber nach, was er vor dem Spiel getan hat. Als er einer wehrlosen Frau mehrfach in den Unterleib trat, einen kleinen Jungen mit der Faust ins Gesicht schlug. […] „Sie haben es alle verdient. Das sind dreckige Russen“, sagt der 16-Jährige, der eher aussieht wie Mitte 20, ohne eine Spur von Reue. Er hat dunkel gebräunte Haut, einen großen Bizeps und breite Schultern. Sein Kopf ist bis auf wenige Haarstoppel kahl rasiert. Auf seinem linken Unterarm ist ein Hakenkreuz mit blauer Farbe tätowiert.

Spiegel 13.6.2012

Wir erkennen hier die alleinige Grundlage des Nazitums: Schwachsinn plus Aggressivität. Wenn er blödsinnig und gewalttätig genug ist, wird sogar ein Pole zum Neonazi.

Wer heute noch einen Euro für Fußball ausgibt, macht sich mitschuldig.


Nun fragt man bang: Wo sind Alternativen? Es gibt sie, doch sind sie äußerst selten.

Bild: Grigori Perelman

Das russische Jahrhundert-Genie Grigori Perelman hat sein Preisgeld von einer Million Dollar (816 000 Euro) für die Lösung eines der größten Mathe-Rätsel der Menschheit abgelehnt. Schon 2006 sollte Perelman in Spanien dafür die Fields-Medaille bekommen, eine Art Nobelpreis für Mathematik. Doch auch diese Auszeichnung hatte er abgelehnt. […] Den EMS-Preis der Europäischen Mathematischen Gesellschaft, den er 1996 zugesprochen bekam, lehnte er ab.
[…]
Einmal traf er in einem Supermarkt in Berkeley einen Kollegen aus Israel, Zlil Sela, den er von früher her kannte. Er nahm den eben erst in Kalifornien angekommenen Israeli zur Seite und redete eine halbe Stunde lang beharrlich auf ihn ein. Thema seiner Predigt: Autos seien unnötig, sollten vermieden werden, und Sela solle sich auf keinen Fall eines kaufen. Sela verbrachte die nächsten zwei Jahre in Berkeley und erlebte Perelman als zugänglichen Kollegen, der sich intensiv, aber nicht ausschliesslich mit Mathematik befasste. Er sei an vielem interessiert und durchaus nicht unkommunikativ oder unsozial gewesen. […] Seiner Abneigung gegen Autos entsprechend, ging Perelman meistens zu Fuss, seine Bücher auf dem Rücken tragend. Die Haare trug er lang, die Fingernägel liess er ungeschnitten. Dies war nicht einfach eine Marotte, sondern entsprach seiner Überzeugung, dass die Natur Haarschnitt und Nagelpflege nicht vorgesehen habe.
[…]
Einige Wintermonate verbrachte er mutterseelenallein in einer Datscha eines Freundes. Dieser kam bloss ab und zu, um Nahrungsmittel und Heizmaterial zu bringen. Perelman kam die Ungestörtheit in der bitterkalten Einöde gerade recht, denn er musste keinen Unterricht geben und hatte auch keine anderen Verpflichtungen. [… Er] wohnt er nun wieder am Stadtrand von St. Petersburg bei seiner Mutter. […] Nachdem er seine Stellung beim Steklow-Institut 2005 gekündigt hat, ist Perelman derzeit ohne feste Anstellung.[…] Mikhail Gromow, einer der bedeutendsten lebenden Mathematiker vom Institut des Hautes Études Scientifiques bei Paris, der mit Perelman eng zusammenarbeitete, versucht zu erklären: «Grigori ist über den Niedergang ethischer Normen in der Gesellschaft und in der Mathematik sehr betrübt. Da er sich nicht in Kontroversen einmischen will, hat er seine menschlichen Kontakte sehr eingeschränkt.»

Ulrich Brosa


Einige Bilder aus MOTIV RECHTS 2
Einige Zitate Perelman betreffend aus Neue Züricher Zeitung 23.7.2006, Handelsblatt 1.7.2010

Warnung vor Kinderporno-Anstiftern

6 Mai 2012

Zahllose Nacktmull-Männchen geraten beim Anblick dieser Königin

Bild: Heidi Klum (ähnlich)

in sexuelle Raserei. Hand aufs Herz, verehrte Leserin, verehrter Leser! Wo bitteschön sehen Sie den grundsätzlichen Unterschied zu Heidi Klum?

Jetzt die andre Fraktion.

Die katholische Kirche lehrt fromm und nachvollziehbar, dass Homosexualität wie Schnupfen ist. Welchen Sünder der Allmächtige damit zwecks Strafe und Prüfung schlägt, der soll gefälligst äußerst zurückhaltend leben, damit nicht andere angesteckt werden. Wie üblich gilt das Gebot nur für die Glaubensschafe, während die Glaubenshirten sich keinerlei Zwang auferlegen. Papst Julius II hat die heiligste Stätte des Katholizismus, nämlich die Sixtinische Kapelle (wo die Päpste gewählt werden), in ein Paradies für schwule Männer verwandelt. Julius II (bürgerlich: Giuliano della Rovere = Julian von der Eiche) engagierte den Porno-Produzenten Michelangelo Buonarroti. Der hat auf Kirchensteuerzahlers Kosten die Wände und die Decke der Kapelle so sehr mit Eicheln vollgekleckst, dass einem die Dinger kreuzweise aus Nase und Ohren rausfliegen, wenn man mehr als flüchtig hinschaut. Höhepunkt dieses Schaffens ist ein Fresco mit dem anzüglichen Titel: „Erschaffung der Sonne“:

Bild: Gottvater - so lieben ihn schwule Männer

Welche andere Weltreligion gewährt den Gläubigen einen Blick auf den Allerhöchsten aus einer Position unterhalb der Klobrille?

Die Menschen haben es mit dem Sex und belatschern einen damit. Auch wenn das weniger lästig ist als beispielsweise falsches Parken, kann es gefährlich werden, nämlich wegen des Zustandes von Polizei und Justiz, die verharmlosend als „Gaga-Justiz“ bezeichnet wird.

Monatelang schickten mir Betreiber eines vermutlich niederländischen Sex-Portals E-Mails zu: Hier sei das Passwort, das ich angefordert hätte. Ich habe niemals von denen ein Passwort angefordert. Als ich nicht reagierte, bekam ich weitere E-Mails: Das Sex-Portal biete so hochwertigen Porno, dass das Runterladen was koste; aber mir ausnahmsweise würde ein Guthaben von hundert Euro gutgeschrieben, damit ich das köstliche Porno-Angebot kostenlos durchschmarutzen könne. Als ich immer noch nicht reagierte, schickten mir abgebliche Betreiber des Sex-Portals mit angeblichen Klarnamen (Claire Soundso, Paul Dings …) angeblich persönliche E-Mails, wie schade es doch sei, dass ich diese einmalige Chance immer noch nicht angenommen hätte; ob ich denn wolle, dass mein Guthaben verfalle? Selbstverständlich habe ich niemals reagiert, sondern schließlich eine dieser E-Mails an einen Rechtsanwalt weitergeleitet, den ich für integer halte. Danach – merkwürdigerweise – hörten diese E-Mails auf.

Am 4.1.2007 ließ Staatsanwalt Zmyj-Köbel mein Haus durchsuchen. Nebenbei: In diesem Jahr (2012) hat erst die Generalstaatsanwaltschaft und dann das Oberlandesgericht Frankfurt a.M. festgestellt, dass die Durchsuchung rechtswidrig war. Vorwand der Hausdurchsuchung war, dass ich den Bundeszentralregisterauszug des Berger-88-Vorstandes Frank Ludwig veröffentlicht hatte. Es war nur ein Vorwand, weil ich mich mehrmals schriftlich und in Gerichtsverhandlungen dazu bekannt hatte; die Durchsuchung konnte dazu nichts Neues feststellen. Der wahre Grund für die Hausdurchsuchung dürfte die Hoffnung der Staatsanwaltschaft gewesen sein, in meinen Computern Pornos und dazwischen vielleicht ein paar Kinderpornos zu finden. Anhaltspunkte für die Richtigkeit dieser Sicht sind Erwähnungen des Porno-Dezernenten Staatsanwalt Franosch, der nichts mit der Durchsuchung zu tun hatte, in der Ermittlungsakte.

Wie sehr müssen Zmyj-Köbel und Franosch enttäuscht gewesen sein, als sie die Festplatten meiner Computer durchwühlten und nicht einmal Adult-Pornos fanden! Um so mehr war ich alarmiert, als ich vor ein paar Tagen in einer Mailbox, die ich selten nachsehe, die folgende E-Mail fand:


Von: Colt Chadbourne <stattonae3213(ät)yahoo.com>
An: althand(ät)arcor.de
Datum/Uhrzeit: 04.04.2012 / 22:59(Empfang)
Nachrichtenart: E-Mail
Betreff: Hallihallöchen!

Mit einer großen Herzlichkeit ich rufe mir in die Erinnerung zurück gemeinsames Unternehmen am Sonntag 😉 .
es war wahrhaftig ein interessantes Erlebnis

Ich würde alles dafür tun, aber wäre es für mich besser unser nächstes Treffen am Sonntag zu verschieben.

Ich schreibe eine E-Mail sobald sich die Situation klärt und erst dann ohne Verzögerung können wir einen besseren Termin für ein Ausgehen verabreden.

Warte auf weitere Infos

Weißt Du es noch wie wir über Säuglinge diskutiert haben? Ich werde zwei haben ;-D und vielleicht Du mehr ? 😀 ,

         Teste es einfach selbst .    http: // XXXXXXXXX.info / YYYYYY


Selbstverständlich weiß ich nicht, wer „Colt Chadbourne“ ist. Ich habe niemals ein „gemeinsames Unternehmen“ mit irgendeiner Person dieser Art durchgeführt – weder am Sonntag noch sonstwann. Noch weniger habe ich „über Säuglinge diskutiert“.

In dieser E-Mail habe ich die E-Mail-Adressen unverändert gelassen, nur den Klammeraffen @ durch (ät) ersetzt, um die automatische Verwendung zu erschweren. Man muss damit rechnen, dass die angebliche Absender-Adresse stattonae3213(ät)yahoo.com nicht existiert oder einem Menschen gehört, der mit KiPo nichts zu tun hat. Völlig verändert aber ist der Link „http: // XXXXXXXXX.info / YYYYYY“ hinter „Teste es einfach selbst“. Für Leute, die vielleicht ähnliche E-Mails bekommen haben, will ich beschreiben, was die mir übersandte URL bedeutete. In einem Mischmasch aus Englisch, Deutsch und Ziffern: „Du willst Kinder Tag und Nacht“.

Wenn ich den Link angeklickt hätte, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich dann Kinderpornos auf meiner Festplatte gehabt hätte, und einen Tag später hätte es wieder eine Hausdurchsuchung gegeben. Stattdessen habe ich die E-Mail sofort nach Entdeckung an einen Rechtsanwalt, den ich für integer halte, kommentiert weitergeleitet.

Unter dem Strich steht der gesamte Header der E-Mail. Die wichtigste IP-Adresse ist 115.87.126.220, also Bangkok, Provider: True Internet.

Ulrich Brosa


Return-Path: <stattonae3213(ät)yahoo.com>
X-Original-To: althand(ät)arcor.de
Received: from mail-in-03.arcor-online.net (mail-in-03.arcor-online.net [151.189.21.43])
by mail-in-13-z2.arcor-online.net (Postfix) with ESMTP id 77F38E19FA
for <althand(ät)arcor.de>; Wed, 4 Apr 2012 22:59:59 +0200 (CEST)
Received: from nm11-vm2.bullet.mail.ne1.yahoo.com (nm11-vm2.bullet.mail.ne1.yahoo.com [98.138.90.159])
by mx.arcor.de (Postfix) with SMTP id F10BED830D
for <althand(ät)arcor.de>; Wed, 4 Apr 2012 22:59:58 +0200 (CEST)
X-DKIM: Sendmail DKIM Filter v2.8.2 mx.arcor.de F10BED830D
Authentication-Results: mx.arcor.de; dkim=pass (1024-bit key)
header.i=@yahoo.com; dkim-adsp=temperror
Received: from [98.138.90.54] by nm11.bullet.mail.ne1.yahoo.com with NNFMP; 04 Apr 2012 20:59:58 -0000
Received: from [98.138.226.162] by tm7.bullet.mail.ne1.yahoo.com with NNFMP; 04 Apr 2012 20:59:58 -0000
Received: from [127.0.0.1] by omp1063.mail.ne1.yahoo.com with NNFMP; 04 Apr 2012 20:59:58 -0000
X-Yahoo-Newman-Property: ymail-3
X-Yahoo-Newman-Id: 283073.79576.bm@omp1063.mail.ne1.yahoo.com
Received: (qmail 13077 invoked by uid 60001); 4 Apr 2012 20:59:58 -0000
DKIM-Signature: v=1; a=rsa-sha256; c=relaxed/relaxed; d=yahoo.com; s=s1024; t=1333573198; bh=+qmRolD/xSAnCzyncVjyxrlsDKKfIQ7L3GOpjrPuHwc=;

h=X-YMail-OSG:Received:X-Mailer:Message-ID:Date:From:Subject:To:MIME-Version:Content-Type;

b=ONTODS1Z/kmu1n9+4YcKANyP2rx/k0skizuypNRe3W59nBAHwRPwgB+rgUN3gweo2HdGxuCPgCCQEWPjcO8IjZ3DxHItqhTjgjHy7CFh0uXrjWRnG7pAUSX7KjBF2Fai0Cum7XngiixLiKAmDSUpaFWer0eCUL04IPDa1

Kr7xak=
DomainKey-Signature: a=rsa-sha1; q=dns; c=nofws;
s=s1024; d=yahoo.com;
h=X-YMail-OSG:Received:X-Mailer:Message-ID:Date:From:Subject:To:MIME-Version:Content-Type;

b=26yPy34Y3bPtPRVz36PgXVcKOE3yt/C/n/gpyLYbtm1HPfGJdlaWXQCbYyzWMBED14jOvWZHrnHN0JlPZquEI5cLdMSEFyavCFAmMkq22LbV24tZ7dCBxhKRAVyYtCMGL2HrRU93wk2oJBr/Cps97otzPrzmmYXtbVliT

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X-YMail-OSG: avdLZTAVM1kMj1gujp8LM2voWu7ej0MrFuknCvB3UN2gcdD
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Received: from [115.87.126.220] by web121202.mail.ne1.yahoo.com via HTTP; Wed, 04 Apr 2012 13:59:58 PDT
X-Mailer: YahooMailRC YahooMailWebService/0.8.117.340979
Message-ID: <1333573198.86607.YahooMailRC(ät)web121202.mail.ne1.yahoo.com>
Date: Wed, 4 Apr 2012 13:59:58 -0700 (PDT)
From: Colt Chadbourne <stattonae3213(ät)yahoo.com>
Subject: Hallihallöchen!
To: althand(ät)arcor.de
MIME-Version: 1.0
Content-Type: multipart/alternative; boundary=“88058567-2024352289-1333573198=:86607″
X-DCC-ARCOR-Metrics: mail-in-13-z2 1242; Body=1 Fuz1=1 Fuz2=1
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X-ArcorSpamBlocker: Spamcount: 0 Sensitivity: 13

Peter Niehenke in der JVA Freiburg

15 April 2012

Peter Niehenke ungefähr 2002
[Dr. Peter Niehenke ungefähr 2002]

Vor etwa zwei Monaten hat mir jemand mitgeteilt, wo sich Peter Niehenke jetzt aufhält: in der Justizvollzugsanstalt Freiburg. Letzter Stand: 17 Monate Ordnungshaft wegen verbotener Äußerungen über so genannte Adressbuch-Verlage. Ich habe ihm dorthin geschrieben:

Dr. Peter Niehenke
JVA Freiburg
Hermann-Herder-Straße 8
79104 Freiburg

und von ihm Antwort bekommen. Hier die Links
1) Peter Niehenkes Anschreiben an mich 1.3.2012,
2) seine Petition an den Deutschen Bundestag 24.11.2011.

Ich schreibe auf, was ich über sein Leben zu wissen glaube:

Peter Niehenke wurde 1949 geboren. Er erlebte seine jüngeren Jahre in der Zeit, die sexuelle Revolution genannt wird: Diejenigen Menschen würden besser (auch im Sinn des Strafgesetzbuchs), welche sich sexuell ausleben dürften. Aber in seinen jüngsten Jahren wurde Niehenke von katholischen Nonnen erzogen, weil er Waise war und ins Kinderheim musste. Ich vermute, dass die Kinder dort die üblichen Doktorspiele spielten und dass die Nonnen dies als Wüten des Satans aufs Strengste exorzierten. Jedenfalls bezeichnet Niehenke die katholische Kirche als gefährlichste Verbrecher-Organisation. Nur die Nazis seien noch verbrecherischer gewesen.

Peter Niehenke erlernte zuerst einen Handwerker-Beruf, Foto-Laborant glaube ich, und studierte danach Mathematik, Physik und Psychologie. 1987 promovierte er mit der Schrift „Kritische Astrologie. Zur erkenntnistheoretischen und empirisch-psychologischen Prüfung ihres Anspruchs.“ Wichtigstes Ergebnis dieser Doktorarbeit war, dass die Prognose-Kraft von Horoskopen null ist.

Dr.Niehenke eröffnete in Freiburg im Breisgau eine Praxis für Psychotherapie. Er verdiente dabei ziemlich gut mit der Erstellung individueller Horoskope, die er Gutachten nannte. Mehr noch jedoch verdiente er mit Astrologie-Seminaren und Astrologie-Fernkursen („eine Goldgrube!“), in denen man sich zum vollprofessionellen Astrologen ausbilden lassen konnte. Dabei rieb Niehenke allen, die es hören, und vielen, die es nicht hören wollten, unter die Nasen, dass die Prognose-Kraft von Horoskopen null ist.

Teile von Dr.Niehenkes Doktorarbeit und einiges darüber hinaus hat der Reklam-Verlag 1994 veröffentlicht „Peter Niehenke: Astrologie Eine Einführung“. Das Buch ist spannend zu lesen. Die Astrologie sei über Jahrtausende erfolgreich gewesen, weil sie eine nützliche Typologie menschlichen Verhaltens biete. Ähnliche Typologien gebe es auch in der modernen Psychologie. Doch die altertümliche Typologie sei besser, weil sie anschaulicher wirke.

In dieser Zeit des gut verdienenden und hoch geachteten Psychotherapeuten bestellte eine Behörde, ich glaube das Jugendamt Freiburg, Herrn Dr.Niehenke zum Betreuer einiger Kinder aus kriminellem Milieu. Einer dieser Knaben brach, herangewachsen, im Verein mit der Staatsanwaltschaft Freiburg dem Peter Niehenke das seelische Rückgrat. Darüber unten mehr.

Neben seiner psychotherapeutischen Praxis gründete Niehenke einen FKK-Verein. Dieser verfolgte seine Vereinsziele anfangs nur auf einem privaten Gelände. Doch schon das war einigen anständigen Freiburger Bürgern zu viel. Sie schikanierten die Vereinsmitglieder. Zum Beispiel schleppte ein Traktorfahrer einen Baumstamm vor die parkenden Autos der FKK-Ausübenden und ließ ihn dort fallen. Niehenke beschloss für das Recht auf Nacktheit zu demonstrieren. Zusammen mit anderen AnhängerInnen der Frei-Körper-Kultur spazierte er nackt durch das Zentrum Freiburgs. Das haute rein. Niehenke wurde zwar zu Talk-Shows im Fernsehen eingeladen, doch zugleich prasselten massenweise Straf- und Ordnungswidrigkeiten-Verfahren auf ihn nieder. Bei einem Prozess, den ich beobachtete, wurde stundenlang die Frage erörtert, ob Dr.Niehenke bei einer Demo auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt eine Damensocke über sein Ding gezogen hatte oder nicht. Anklagen wegen Exhibitionismus erwiesen sich als unhaltbar, aber als Wundermittel wirkte der § 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes, ein berüchtiger Gummi-Paragraf.

Getrieben durch die Prozess-Flut eröffnete Niehenke ein ausgezeichnetes Internet-Portal http://www.beschwerdezentrum.de und bekam schnell große Resonanz. Zweck des Beschwerdezentrums war, die schlechten Erfahrungen, die viele BürgerInnen mit Behörden, besonders mit Polizei und Justiz gemacht hatten, zu bündeln. Die im Beschwerdezentrum gesammelten vielfältigen Fälle und die Diskussionen im zugehörigen Forum http://www.justizirrtum.de enttabuisierten besonders die Justiz, die bis dahin als unkritisierbar galt („Gerichtsschelte? Pfui!“). Niehenkes Internetseiten erwiesen sich als um so wirksamer, als sie nicht nur von Betroffenen, sondern auch von Journalisten gelesen wurden. Dass sich Niehenke bei der Justiz damit nicht beliebt machte, liegt auf der Hand.

In dieser Zeit erzwang ein Berufsverband, ich glaube der Psychotherapeuten, die psychiatrische Untersuchung Niehenkes. Sein Nacktlaufen sei zu verrückt. Niehenke ging zu der Untersuchung, nahm aber ein Aufnahmegerät mit und zeichnete das Interview mit den Gutachtern auf. Gleich danach veröffentlichte er den Text des Interviews im Beschwerdezentrum. Jeder konnte lesen, dass Niehenke nicht verrückt war. Er wurde daraufhin auch nicht für verrückt erklärt. Doch die Veröffentlichung des Gesprächs brachte ihm die erste strafrechtliche Verurteilung ein: § 201 StGB Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes. Datenschutz muss halt sein.

Zugleich machten dem Dr.Niehenke seine ehemaligen Pflege-Kinder, die zu Jugendlichen herangewachsen waren, immer mehr zu schaffen. Niehenke hatte geglaubt, dass diese ihm freundlich gesonnen sein würden, da er zu ihnen freundlich und fürsorglich gewesen war. Das geschah natürlich nicht. Mit zunehmendem Alter bekamen die jungen Männer zunehmend Geldsorgen, besonders wohl um Drogen bezahlen zu können. Da sie wussten, was in Niehenkes Praxis zu holen war, brachen sie dort mehrmals ein. Niehenke bekam Angst. Er besorgte sich eine Beretta und – Wunder über Wunder – bald wurde seine Praxis von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Niehenke wurde wegen illegalen Waffenbesitzes § 51 Waffg verurteilt.

Einer dieser ehemaligen Knaben brach Niehenke das seelische Rückgrat, als er wegen seiner Drogen-Probleme in innige Wechselwirkung mit der Staatsanwaltschaft Freiburg geriet. Der Ex-Knabe sang nämlich der Staatsanwaltschaft vor, Niehenke habe ihn als Minderjährigen missbraucht. Angeblich hat Niehenke ziemlich genau das gemacht, was Doktorspiele genannt wird. (Niehenke hat mir ein paar anonymisierte Seiten aus der Ermittlungsakte gezeigt.) Die Staatsanwaltschaft meinte zwar, das angezeigte Verhalten liege an der Grenze der Strafbarkeit, und hätte normalerweise eine Einstellung mit Auflagen angestrebt. Doch Niehenke sollte angeklagt werden. An dieser Stelle machte Peter Niehenke meines Erachtens seinen einzigen Fehler: Während er vorher alle seine Auseinandersetzungen mit den Behörden veröffentlicht hatte, wollte er das Strafverfahren wegen Kindesmissbrauchs unter dem Teppich halten. „Nicht jeder ist zum Helden geboren“, sagte er zu mir und: „Die Kampagne in den Medien wäre zuviel sogar für mich“. Niehenkes Verteidiger handelte mit der Staatsanwaltschaft Freiburg einen Strafbefehl über 300 Tagessätze aus. Es wurde zugesagt Vertraulichkeit zu wahren. Doch einen Tag, nachdem Niehenke den Strafbefehl akzeptiert hatte, brachten sogar die Provinz-Blätter in Österreich Schlagzeilen wie „Freiburger Nacktläufer wegen Kindesmissbrauchs verurteilt“. Datenschutz muss halt sein.

Weshalb Niehenke jetzt in der JVA Freiburg sitzt, hat mit dem Kindesmissbrauchsverfahren direkt nichts zu tun. Worum es nun geht, ist in Dr.Niehenkes Petition zu lesen, die oben per Link zum Download angeboten wird. Er hat sich mit gewissen Adressbuch-Verlagen angelegt, wie ich meine, zu Recht. Indessen wurde er, als die Auseinandersetzung eskalierte, so sehr bedrängt, dass er „untertauchte“. Es hieß dann, er halte sich irgendwo in der Schweiz oder Italien auf. Das „Untertauchen“ hat ihm nichts genutzt, sondern sehr geschadet, weil er dabei den Kontakt zur Öffentlichkeit verlor. http://www.beschwerdezentrum.de, http://www.justizirrtum.de usw. gibt es nicht mehr.

Nichtsdestoweniger schätze ich Peter Niehenke nach wie vor sehr. Er ist geistreich – im Gegensatz zu seinen Widersachern – und hat viele witzige und genau passende Aktionen eingeleitet. Außerdem habe ich einen Lieblingsspruch, wonach es sich nicht lohnt zwischen Deutschen und Nazis zu unterscheiden; die Ausnahmen sind zu selten. Niehenke ist eine Ausnahme. Er hat sich immer wieder mit Neonazis angelegt und ist auch deswegen von der Justiz in Kooperation mit den Neonazis in die Zange genommen worden. Ein Beispiel war die Auseinandersetzung um Arvid Strelow, wofür Niehenke selbstverständlich abgemahnt wurde. Autor der Abmahnung: Rechtsanwalt Klaus Kunze. Was hier in Hessen geschieht, hat Niehenke auch als einer der ersten kapiert.

Ulrich Brosa

Dumm gelaufen

16 Dezember 2011

Höchste Würdenträger, allen voran die Bundeskanzlerin, verurteilen die Taten der Zwickauer Zelle als Schande für Deutschland. Dabei wird vergessen, dass diese drei jungen Menschen mit einem Quäntchen Glück geachtete und geehrte Bürger unseres demokratischen Rechtsstaats hätten werden können.


Nach bestandenem erstem juristischem Staatsexamen bewarb sich Beate Z. als Praktikantin beim BAMF. Dort fiel sie sofort den Vorgesetzten angenehm auf wegen des Fleißes, mit dem sie Abschiebungsanordnungen ausfertigte. „Ausländer raus!“ sagt Beate Z.. „Dafür mache ich Überstunden.“ Die korrekte, nunmehr unkündbare Verwaltungsangestellte darf sich über ein schönes Gehalt mit Leistungszulagen freuen und sieht einer krisenfesten Altersversorgung entgegen.


Polizeioberkommissar Uwe B. wird von seinen Vorgesetzten gern in kritischen Situationen eingesetzt. „Diese Türken sind alle Verbrecher“, sagt POK B., „und gefährliche dazu. Ein Polizist darf mit der Notwehr nicht fackeln.“ Der sympathische Beamte hat eine neue Dienst-Schusswaffe beantragt, weil seine bisherige abgenutzt ist. Währenddessen wird über den Einsatz des tüchtigen Beamten als Major der Bundeswehr in Afghanistan nachgedacht.


Die Doktorarbeit des Einser-Juristen Uwe M. „Rechtsstaatliche Bekämpfung des Linksterrorismus“ wurde mit „summa cum laude“ benotet und erregte höchste Anerkennung im Justizministerium. Als Richter am Amtsgericht griff Dr.M. scharf durch, wenn die Ehre von Amtsträgern verletzt wurde. Er verhängte abschreckende, generalpräventive Strafurteile. „Unter drei Jahren Gefängnis für Beamten-Beleidigung läuft bei mir gar nichts“, erläutert Dr.M.. Nach seiner Beförderung an das Landgericht hat er sich dem Zivilrecht und dem Schutz der Persönlichkeitsrechte zugewandt. „Es ist Schmähkritik“, judiziert Dr.M., „wenn Volksgenossen, die an der Auferstehung des Deutschen Volkes mitwirken, als Neonazis verunglimpft werden“. Er verbietet derartige Äußerungen umfassend und macht den Beklagten klar, dass sie mit zwei Jahren Haft rechnen müssen, wenn sie das Verbot übertreten.