Archive for the ‘Geld’ Category

Wahrsager-Kugel als Waffe des Terrors

26 Juli 2012

Glut aus der Wahrsager-Kugel

Stellen Sie sich vor: Sie sind islamistischer Selbstmord-Terrorist und planen einen vernichtenden Anschlag. Bösartig und perfide wie Sie sind, soll gleich ein ganzer Kindergarten in Glut schwimmen. (Ich meine „Glut“, nicht „Blut“). Wie sollen Sie das anfangen? Der deutsche Ober-Ober-Ober-Polizist Klaus-Peter Friedrich ist wahnsinnig schlau und dann hat er die Verfassungsschmutz-Agenten, die alles rauskriegen, und dann noch die superschlauen Staatsanwälte… Wenn Sie da mit Schießeisen und Sprengstoff ankommen, werden Sie gleich detektiert.

Hier ist mein Vorschlag: Sie verkleiden sich als Magier aus dem Morgenland und gehen mit einer Wahrsager-Kugel, die ich erfunden habe, zum Kindergeburtstag. Die Wahrsager-Kugel ist nur aus Glas. Kein Metall-Detektor oder Sprengstoff-Hund wird anschlagen. Sie schmeißen die Kugel. Die Kugel zerbricht und alles verglüht.

Im Ernst: Solch eine Kugel habe ich wirklich erfunden. 2011 erschien bei arxiv.org der erste Preprint, 2012 wurde in der Zeitschrift für Naturforschung die fertige Arbeit veröffentlicht. Es ist tatsächlich eine Kugel, die nur aus Glas besteht, allerdings aus mehreren Glas-Sorten, die in bestimmter Weise zusammengesetzt werden müssen.

Die Kugel speichert elektrodynamische Energie – solche, wie sie von der Sonne kommt – und unterscheidet sich somit fundamental von bekannten Geräten wie Kondensator, Batterie und Akkumulator, die elektrostatische Energie speichern; es gibt bisher nichts Vergleichbares. Dass das Ding funzt, obschon theoretisch konstruiert, steht außer Frage. Die Frage ist nur, wie viel Energie in die Kugel gefüllt werden kann, bevor sie selbst kaputtgeht. Die Geschichte mit dem verglühenden Kindergarten ist übertrieben; voraussichtlich zuckt nur ein Blitz durch den Raum, wenn die Kugel platzt.

Die Arbeit ist über elektromagnetische Wellen in variabler Materie. Materie ist fast überall variabel: z.B. Luft. Deshalb erscheint die Omega-Sonne

Bild: Omega Sonne

und die Fata Morgana

Bild: Fata Morgana

mit dem falschen Wasser, das in Wirklichkeit gespiegelter Himmel ist. Aber auch alle organischen Augen – wie die des Menschen – sind aus variabler Materie und sogar die Technik kommt seit etwa dreißig Jahren allmählich darauf, dass man mit variablen Materialien viel mehr machen kann als mit den homogenen Klötzern aus Glas und Metall.

Z.B. Tarnkappen. Es ist tatsächlich möglich Zylinder (oder Kugeln) aus variablen Materialien so zu konstruieren, dass Licht, welches vorn auf den Zylinder fällt, um diesen herum- und hinten so herausgeleitet wird, als sei gar nichts gewesen. Der Zylinder und das, was drin ist, z.B. ein Mensch, bleiben unsichtbar. Der Haken dabei ist nur, dass diese Tarnkappen von der Farbe des Lichts abhängen. Z.B. könnte man eine Tarnkappe bauen, die bei gelbem Licht gut funktioniert, aber bei blauem weniger, so dass bei weißer Beleuchtung das zu tarnende Objekt wie ein lila Zombie erscheint. Tarnkappen anderer Art werden manchen Militär-Flugzeugen aufgesetzt:

Bild: Tarnkappen-Bomber

Die Flugzeuge werden mit Materialien beschichtet, die Radar-Strahlung absorbieren, was den Vorteil hat, dass sie von der Radar-Überwachung nicht erkannt werden, aber den Nachteil, dass sie nicht schnell und nicht bei Regen fliegen können, weil die strahlungsabsorbierenden Materialien ziemlich weich sind.

Z.B. Dielektrische Spiegel. Über mehrere tausend Jahre wurden Spiegel aus Metall hergestellt. Noch heute sind die meisten Spiegel Glasscheiben, auf deren Rückseiten Aluminium aufgedampft ist, also ein Metall. Viel besser sind aber Spiegel, die nur aus Glas bestehen, allerdings aus verschiedenen Glas-Sorten, die in bestimmter Weise übereinander gelegt werden:

Bild: dielektrischer Spiegel

Diese werden bisher fast nur in Forschung und Technik verwendet, aber es gibt sie auch schon für den Haushalt. Wer auf sich hält, hat einen solchen Spiegel in der Garderobe hängen und reibt allen Besuchern unter die Nasen, dass das kein banaler, sondern ein dielektrischer Spiegel ist.

Z.B. Lichtleiter, wie sie zur Nachrichten-Übermittlung verwendet werden. Der gewöhnliche Lichtleiter besteht aus einem inneren Glasfaden mit hohem Brechungsindex. Um diesen Faden (core) wird ein Glasmantel (cladding) mit niedrigem Brechungsindex gelegt:

Bild: Bestandteile eines Lichtleiters

Schließlich kann man um das Ganze noch Staniol-Papier wie um Schokolade wickeln, aber das ist nicht wesentlich. Vor ein paar Jahren sind Leute darauf gekommen, dass die Zwei-Schichten-Glasfaser nicht das Beste ist, dass man viel bessere Lichtleiter bekommt, wenn man den Wechsel vom hohen zum niedrigen Brechungsindex nicht sprungweise, sondern kontinuierlich gestaltet.

Im Unterschied zur strahlungsenergie-speichernden Kugel habe ich Tarnkappen, dielektrische Spiegel und Lichtleiter nicht erfunden. Doch wie man das und mehr genau ausrechnet und optimiert steht in „Electromagnetic Waves in Variable Media“. Ich meine, das ist neu; denn mehrere spezialisierte Berichterstatter haben über meiner Arbeit gesessen und sich darüber erregt („arrogant author!“), bevor sie in der Zeitschrift für Naturforschung veröffentlicht wurde.

Ich habe das alles analytisch gemacht, d.h. nur mit ein paar Stück Papier, einem Schreibstift und dem angeborenen Stroh-Computer; ein externer Halbleiter-Computer war nicht erforderlich. Die Grundlagen sind eindeutig definiert und die Folgerungen absolut streng (nicht so ein Scheiß wie in der Justiz).

Zum Schluss zurück zum mordgierigen Selbstmord-Islamisten: Ich habe noch einen anderen Tipp für ihn als den mit strahlungsenergie-speichernden Glas-Kugel. Er soll sich als Neonazi ausgeben! Dann bekommt er regelmäßig ein hübsches Monatsgehalt vom deutschen Staat, Sprengstoff von der Bundeswehr und kein Verfarcungsschutz-Agent, Polizist oder Staatsanwalt stört ihm beim Ballern oder beim Bomben-Schmeißen.

Ulrich Brosa

Fußball – massenhafter Schwachsinn

15 Juni 2012

Bild: Sebastian Schweinsteiger, Schweini genannt

[ Möchten Sie mit diesem Mann zu einer Nazion gehören? ]

Wenn irgendwelche Schweinis und Ronaldos auf einem ebenen Platz – sagen wir: am Rand einer Mülldeponie – ihre Aggressionen abreagieren, indem sie auf einen Ball eintreten, können sie das meinetwegen tun. Sie können es tun, solange sie mich damit nicht beläppern. Es gibt Schlimmeres: z.B. den Motor-Sport oder als Spitze des Schwachsinns den Schieß-Sport.

Fußball ist Massen-Verblödung. Er fördert den Rechtsextremismus, die Kriminalität insgesamt und den faschistischen Staat. Darum gehören zwei Dinge zusammen, die andernorts getrennt gehalten werden:

1) die Fußball-Europa-Meisterschaft,
2) André Sommer, der am 10.6.2012 angeschossen wurde.

Sommer wäre an sich uninteressant, wenn er nicht die Entwicklung des modernen Fußball-Sports beispielhaft vorgezeichnet hätte.

Zu DDR-Zeiten war der Berliner Fußball-Club Dynamo (BFC) ein Stasi-Verein, Erich Mielkes Liebling, und öfter deutscher Meister als Bayern München, indes in der DDR. Schon damals war der BFC ein Sammelbecken für Neonazis und somit ideal für André Sommer. Nach der Wende wurde der BFC von gewalttätigen Neonazis ganz und gar vereinnahmt. Ausgerechnet Sommer trat da als Ordner auf. Er brachte es bis zum Vorsitzenden. Passend zum BFC eröffnete Sommer die Neonazi-Kneipe „Berliner Fußball-Café“ in Berlin-Lichtenberg.

Andre Sommer als Ordner des BFC

[Rechts André Sommer im Stadion des BFC Dynamo. Der Herr links trägt die Neonazi-Mehrheitsfrisur. Sommer dagegen hält sich für Odin persönlich.]

So kommt Odin in Saasen/Hessen vor:

Bild: Odin statt Jesus

Auf den Straßen in Marburg sieht man regelmäßig Typen mit T-Hemden „Odin statt Jesus“: Dieser Jesus war ein dem kapitalistischen System verpflichteter Halbjude! Einem ächt thoitschen Volxgenossen ist das nicht zumutbar.

Zurück nach Berlin:

Bild: Odin als Bademeister

[Odin zeigt hier den Bademeister-Gang. Stolz aufrecht schreitend, weil er sonst wegen seiner Wampe nach vorn umfallen würde, watschelt er, die schwächlichen Ärmchen seitlich abgespreizt. Er muss mit den Händen in der Luft paddeln, damit er überhaupt vorwärts kommt; daher die Handrücken nach vorn. Sommer ist eine Witzblatt-Figur. Ihn abzuknallen war keine Meisterleistung. Jede Frau, die halbwegs regelmäßig Yoga übt, hätte ihn umschmeißen können.]

Bald übernahm Sommer auch den rechtsextremen Kram-Laden „Kategorie C“ am Prerower Platz.

Bild: rechtsextremer Kram-Laden Kategorie C

[„Streetwear“ sind Neonazi- und Hooligan-Klamotten]

Wer es noch nicht weiß: „Kategorie C“ ist Polizei-Jargon:

* Kategorie A umfasst konsumorientierte Fußball-Fans – Weicheier
* Kategorie B umfasst gewaltbereite Fußball-Fans – Warmduscher
* Kategorie C umfasst gewaltsuchende Fußball-Fans

Ein echter Fußball-Fan will selbstverständlich Kategorie C sein.

So sieht Kategorie C in Amöneburg/Hessen aus:

Bild: hessischer Neonazi mit RANDALE-T-Hemd

Ohne Bierflasche geht es nicht. Dass hier ein Neonazi posiert, ist an der Form der Beschriftung ersichtlich. Dazu ist Schwarz-Weiß-Rot unentbehrlich.

Zum Angebot an Neonazi-Kram gehören regelmäßig Tattoo und Piercing. Wer damit Geld verdient, missbraucht die Torheit der Unterschicht. Welcher Mensch, der noch ein wenig Verstand hat, lässt sich seine Haut freiwillig kaputtmachen?

Hier das Tattoo eines BFC-Fans:

Bild: Tattoo eines BFC-Fans

[„Meine Ehre heißt Treue“ war die Parole der SS. In der Praxis läuft sie auf die bedingungslose Unterwerfung unter einen Führer hinaus. An dieser Stelle sieht sich Odin/André.]

Damit keinerlei Zweifel über Sommers Weltanschauung aufkommen können, eröffnete er das Gasthaus „Germanenhof“ in der Zingster Straße

Bild: André Sommers Germanenhof

mit angeschlossenem Neonazi-(Online-)Shop „Odins Klinge“, wo man ächt germanische Waffen und ächt germanischen Porno kaufen kann.

Ähnliches gibt es in jedem zweiten hessischen Dorf.

Bild: TSV 1888 in Amöneburg

Die Vereine heißen FV 1919 und TSV 1888, die Gastwirtschaften „Germania“ oder „Germanenkrug“.

Zurück nach Berlin:

Als der BFC so herunterkam, dass seine Anhängerschaft zu kümmerlich wurde, trat Sommer den Hells Angels bei. Der gefürchtete President der Berliner Nomads sorgte dafür, dass auch Berliner Höllen-Engel mit einwandfreier Neonazi-Symbolik ausgestattet wurden. Z.B. das Vereinsheim in Berlin-Hohenschönhausen:

Bild: Brigade 81 der Hells Angels Nomads

Selbstverständlich Schwarz-Weiß-Rot. Unverwechselbar sind die Ziffern, die sich Sommers Brigade 81 von Combat 18 (= Kampfgruppe Adolf Hitler) ausgeliehen hat:

Bild: Combat 18 Logo

Ich zeige das Logo des bewaffneten Arms der Neonazi-Organisation Blood and Honour (= Blut und Ehre) mit größtem Widerwillen: Der Totenkopf ist der der SS-Totenkopfverbände, die Millionen wehrloser Menschen ermordet haben. Indessen gibt es keinen deutlicheren Beweis für die Beziehungen zwischen den Hells Angels, die Sommer befehligt, und terroristischen Neonazis. Der NationalSozialistische Untergrund bestand auch aus Blood-and-Honour-Fans.

Zum Zweiten trägt Sommer dazu bei, dass seine Freunde und Gesinnungsgenossen bei der Polizei immer mehr zu einer paramilitärischen Truppe aufgerüstet werden. Wie, so lautet der Vorwand, soll die Polizei sonst mit den fettbäuchig watschelnden Rockern fertig werden?

Fußball ist heute das, was Sommer und seine Kumpels beim BFC lange vor 2000 vorgeführt haben. Bei der gegenwärtigen Fußball-Europa-Meisterschaft:

Maciej schaut auf sein Bier. Er sitzt in einer kleinen Kneipe, einer Fan-Kneipe, direkt unter der Weichsel-Brücke Poniatowskiego. Es ist kurz vor 1 Uhr, viele der polnischen Fans feiern immer noch ausgelassen den Punktgewinn gegen Russland. Maciej nicht. Er denkt darüber nach, was er vor dem Spiel getan hat. Als er einer wehrlosen Frau mehrfach in den Unterleib trat, einen kleinen Jungen mit der Faust ins Gesicht schlug. […] „Sie haben es alle verdient. Das sind dreckige Russen“, sagt der 16-Jährige, der eher aussieht wie Mitte 20, ohne eine Spur von Reue. Er hat dunkel gebräunte Haut, einen großen Bizeps und breite Schultern. Sein Kopf ist bis auf wenige Haarstoppel kahl rasiert. Auf seinem linken Unterarm ist ein Hakenkreuz mit blauer Farbe tätowiert.

Spiegel 13.6.2012

Wir erkennen hier die alleinige Grundlage des Nazitums: Schwachsinn plus Aggressivität. Wenn er blödsinnig und gewalttätig genug ist, wird sogar ein Pole zum Neonazi.

Wer heute noch einen Euro für Fußball ausgibt, macht sich mitschuldig.


Nun fragt man bang: Wo sind Alternativen? Es gibt sie, doch sind sie äußerst selten.

Bild: Grigori Perelman

Das russische Jahrhundert-Genie Grigori Perelman hat sein Preisgeld von einer Million Dollar (816 000 Euro) für die Lösung eines der größten Mathe-Rätsel der Menschheit abgelehnt. Schon 2006 sollte Perelman in Spanien dafür die Fields-Medaille bekommen, eine Art Nobelpreis für Mathematik. Doch auch diese Auszeichnung hatte er abgelehnt. […] Den EMS-Preis der Europäischen Mathematischen Gesellschaft, den er 1996 zugesprochen bekam, lehnte er ab.
[…]
Einmal traf er in einem Supermarkt in Berkeley einen Kollegen aus Israel, Zlil Sela, den er von früher her kannte. Er nahm den eben erst in Kalifornien angekommenen Israeli zur Seite und redete eine halbe Stunde lang beharrlich auf ihn ein. Thema seiner Predigt: Autos seien unnötig, sollten vermieden werden, und Sela solle sich auf keinen Fall eines kaufen. Sela verbrachte die nächsten zwei Jahre in Berkeley und erlebte Perelman als zugänglichen Kollegen, der sich intensiv, aber nicht ausschliesslich mit Mathematik befasste. Er sei an vielem interessiert und durchaus nicht unkommunikativ oder unsozial gewesen. […] Seiner Abneigung gegen Autos entsprechend, ging Perelman meistens zu Fuss, seine Bücher auf dem Rücken tragend. Die Haare trug er lang, die Fingernägel liess er ungeschnitten. Dies war nicht einfach eine Marotte, sondern entsprach seiner Überzeugung, dass die Natur Haarschnitt und Nagelpflege nicht vorgesehen habe.
[…]
Einige Wintermonate verbrachte er mutterseelenallein in einer Datscha eines Freundes. Dieser kam bloss ab und zu, um Nahrungsmittel und Heizmaterial zu bringen. Perelman kam die Ungestörtheit in der bitterkalten Einöde gerade recht, denn er musste keinen Unterricht geben und hatte auch keine anderen Verpflichtungen. [… Er] wohnt er nun wieder am Stadtrand von St. Petersburg bei seiner Mutter. […] Nachdem er seine Stellung beim Steklow-Institut 2005 gekündigt hat, ist Perelman derzeit ohne feste Anstellung.[…] Mikhail Gromow, einer der bedeutendsten lebenden Mathematiker vom Institut des Hautes Études Scientifiques bei Paris, der mit Perelman eng zusammenarbeitete, versucht zu erklären: «Grigori ist über den Niedergang ethischer Normen in der Gesellschaft und in der Mathematik sehr betrübt. Da er sich nicht in Kontroversen einmischen will, hat er seine menschlichen Kontakte sehr eingeschränkt.»

Ulrich Brosa


Einige Bilder aus MOTIV RECHTS 2
Einige Zitate Perelman betreffend aus Neue Züricher Zeitung 23.7.2006, Handelsblatt 1.7.2010

Peter Niehenke in der JVA Freiburg

15 April 2012

Peter Niehenke ungefähr 2002
[Dr. Peter Niehenke ungefähr 2002]

Vor etwa zwei Monaten hat mir jemand mitgeteilt, wo sich Peter Niehenke jetzt aufhält: in der Justizvollzugsanstalt Freiburg. Letzter Stand: 17 Monate Ordnungshaft wegen verbotener Äußerungen über so genannte Adressbuch-Verlage. Ich habe ihm dorthin geschrieben:

Dr. Peter Niehenke
JVA Freiburg
Hermann-Herder-Straße 8
79104 Freiburg

und von ihm Antwort bekommen. Hier die Links
1) Peter Niehenkes Anschreiben an mich 1.3.2012,
2) seine Petition an den Deutschen Bundestag 24.11.2011.

Ich schreibe auf, was ich über sein Leben zu wissen glaube:

Peter Niehenke wurde 1949 geboren. Er erlebte seine jüngeren Jahre in der Zeit, die sexuelle Revolution genannt wird: Diejenigen Menschen würden besser (auch im Sinn des Strafgesetzbuchs), welche sich sexuell ausleben dürften. Aber in seinen jüngsten Jahren wurde Niehenke von katholischen Nonnen erzogen, weil er Waise war und ins Kinderheim musste. Ich vermute, dass die Kinder dort die üblichen Doktorspiele spielten und dass die Nonnen dies als Wüten des Satans aufs Strengste exorzierten. Jedenfalls bezeichnet Niehenke die katholische Kirche als gefährlichste Verbrecher-Organisation. Nur die Nazis seien noch verbrecherischer gewesen.

Peter Niehenke erlernte zuerst einen Handwerker-Beruf, Foto-Laborant glaube ich, und studierte danach Mathematik, Physik und Psychologie. 1987 promovierte er mit der Schrift „Kritische Astrologie. Zur erkenntnistheoretischen und empirisch-psychologischen Prüfung ihres Anspruchs.“ Wichtigstes Ergebnis dieser Doktorarbeit war, dass die Prognose-Kraft von Horoskopen null ist.

Dr.Niehenke eröffnete in Freiburg im Breisgau eine Praxis für Psychotherapie. Er verdiente dabei ziemlich gut mit der Erstellung individueller Horoskope, die er Gutachten nannte. Mehr noch jedoch verdiente er mit Astrologie-Seminaren und Astrologie-Fernkursen („eine Goldgrube!“), in denen man sich zum vollprofessionellen Astrologen ausbilden lassen konnte. Dabei rieb Niehenke allen, die es hören, und vielen, die es nicht hören wollten, unter die Nasen, dass die Prognose-Kraft von Horoskopen null ist.

Teile von Dr.Niehenkes Doktorarbeit und einiges darüber hinaus hat der Reklam-Verlag 1994 veröffentlicht „Peter Niehenke: Astrologie Eine Einführung“. Das Buch ist spannend zu lesen. Die Astrologie sei über Jahrtausende erfolgreich gewesen, weil sie eine nützliche Typologie menschlichen Verhaltens biete. Ähnliche Typologien gebe es auch in der modernen Psychologie. Doch die altertümliche Typologie sei besser, weil sie anschaulicher wirke.

In dieser Zeit des gut verdienenden und hoch geachteten Psychotherapeuten bestellte eine Behörde, ich glaube das Jugendamt Freiburg, Herrn Dr.Niehenke zum Betreuer einiger Kinder aus kriminellem Milieu. Einer dieser Knaben brach, herangewachsen, im Verein mit der Staatsanwaltschaft Freiburg dem Peter Niehenke das seelische Rückgrat. Darüber unten mehr.

Neben seiner psychotherapeutischen Praxis gründete Niehenke einen FKK-Verein. Dieser verfolgte seine Vereinsziele anfangs nur auf einem privaten Gelände. Doch schon das war einigen anständigen Freiburger Bürgern zu viel. Sie schikanierten die Vereinsmitglieder. Zum Beispiel schleppte ein Traktorfahrer einen Baumstamm vor die parkenden Autos der FKK-Ausübenden und ließ ihn dort fallen. Niehenke beschloss für das Recht auf Nacktheit zu demonstrieren. Zusammen mit anderen AnhängerInnen der Frei-Körper-Kultur spazierte er nackt durch das Zentrum Freiburgs. Das haute rein. Niehenke wurde zwar zu Talk-Shows im Fernsehen eingeladen, doch zugleich prasselten massenweise Straf- und Ordnungswidrigkeiten-Verfahren auf ihn nieder. Bei einem Prozess, den ich beobachtete, wurde stundenlang die Frage erörtert, ob Dr.Niehenke bei einer Demo auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt eine Damensocke über sein Ding gezogen hatte oder nicht. Anklagen wegen Exhibitionismus erwiesen sich als unhaltbar, aber als Wundermittel wirkte der § 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes, ein berüchtiger Gummi-Paragraf.

Getrieben durch die Prozess-Flut eröffnete Niehenke ein ausgezeichnetes Internet-Portal http://www.beschwerdezentrum.de und bekam schnell große Resonanz. Zweck des Beschwerdezentrums war, die schlechten Erfahrungen, die viele BürgerInnen mit Behörden, besonders mit Polizei und Justiz gemacht hatten, zu bündeln. Die im Beschwerdezentrum gesammelten vielfältigen Fälle und die Diskussionen im zugehörigen Forum http://www.justizirrtum.de enttabuisierten besonders die Justiz, die bis dahin als unkritisierbar galt („Gerichtsschelte? Pfui!“). Niehenkes Internetseiten erwiesen sich als um so wirksamer, als sie nicht nur von Betroffenen, sondern auch von Journalisten gelesen wurden. Dass sich Niehenke bei der Justiz damit nicht beliebt machte, liegt auf der Hand.

In dieser Zeit erzwang ein Berufsverband, ich glaube der Psychotherapeuten, die psychiatrische Untersuchung Niehenkes. Sein Nacktlaufen sei zu verrückt. Niehenke ging zu der Untersuchung, nahm aber ein Aufnahmegerät mit und zeichnete das Interview mit den Gutachtern auf. Gleich danach veröffentlichte er den Text des Interviews im Beschwerdezentrum. Jeder konnte lesen, dass Niehenke nicht verrückt war. Er wurde daraufhin auch nicht für verrückt erklärt. Doch die Veröffentlichung des Gesprächs brachte ihm die erste strafrechtliche Verurteilung ein: § 201 StGB Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes. Datenschutz muss halt sein.

Zugleich machten dem Dr.Niehenke seine ehemaligen Pflege-Kinder, die zu Jugendlichen herangewachsen waren, immer mehr zu schaffen. Niehenke hatte geglaubt, dass diese ihm freundlich gesonnen sein würden, da er zu ihnen freundlich und fürsorglich gewesen war. Das geschah natürlich nicht. Mit zunehmendem Alter bekamen die jungen Männer zunehmend Geldsorgen, besonders wohl um Drogen bezahlen zu können. Da sie wussten, was in Niehenkes Praxis zu holen war, brachen sie dort mehrmals ein. Niehenke bekam Angst. Er besorgte sich eine Beretta und – Wunder über Wunder – bald wurde seine Praxis von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Niehenke wurde wegen illegalen Waffenbesitzes § 51 Waffg verurteilt.

Einer dieser ehemaligen Knaben brach Niehenke das seelische Rückgrat, als er wegen seiner Drogen-Probleme in innige Wechselwirkung mit der Staatsanwaltschaft Freiburg geriet. Der Ex-Knabe sang nämlich der Staatsanwaltschaft vor, Niehenke habe ihn als Minderjährigen missbraucht. Angeblich hat Niehenke ziemlich genau das gemacht, was Doktorspiele genannt wird. (Niehenke hat mir ein paar anonymisierte Seiten aus der Ermittlungsakte gezeigt.) Die Staatsanwaltschaft meinte zwar, das angezeigte Verhalten liege an der Grenze der Strafbarkeit, und hätte normalerweise eine Einstellung mit Auflagen angestrebt. Doch Niehenke sollte angeklagt werden. An dieser Stelle machte Peter Niehenke meines Erachtens seinen einzigen Fehler: Während er vorher alle seine Auseinandersetzungen mit den Behörden veröffentlicht hatte, wollte er das Strafverfahren wegen Kindesmissbrauchs unter dem Teppich halten. „Nicht jeder ist zum Helden geboren“, sagte er zu mir und: „Die Kampagne in den Medien wäre zuviel sogar für mich“. Niehenkes Verteidiger handelte mit der Staatsanwaltschaft Freiburg einen Strafbefehl über 300 Tagessätze aus. Es wurde zugesagt Vertraulichkeit zu wahren. Doch einen Tag, nachdem Niehenke den Strafbefehl akzeptiert hatte, brachten sogar die Provinz-Blätter in Österreich Schlagzeilen wie „Freiburger Nacktläufer wegen Kindesmissbrauchs verurteilt“. Datenschutz muss halt sein.

Weshalb Niehenke jetzt in der JVA Freiburg sitzt, hat mit dem Kindesmissbrauchsverfahren direkt nichts zu tun. Worum es nun geht, ist in Dr.Niehenkes Petition zu lesen, die oben per Link zum Download angeboten wird. Er hat sich mit gewissen Adressbuch-Verlagen angelegt, wie ich meine, zu Recht. Indessen wurde er, als die Auseinandersetzung eskalierte, so sehr bedrängt, dass er „untertauchte“. Es hieß dann, er halte sich irgendwo in der Schweiz oder Italien auf. Das „Untertauchen“ hat ihm nichts genutzt, sondern sehr geschadet, weil er dabei den Kontakt zur Öffentlichkeit verlor. http://www.beschwerdezentrum.de, http://www.justizirrtum.de usw. gibt es nicht mehr.

Nichtsdestoweniger schätze ich Peter Niehenke nach wie vor sehr. Er ist geistreich – im Gegensatz zu seinen Widersachern – und hat viele witzige und genau passende Aktionen eingeleitet. Außerdem habe ich einen Lieblingsspruch, wonach es sich nicht lohnt zwischen Deutschen und Nazis zu unterscheiden; die Ausnahmen sind zu selten. Niehenke ist eine Ausnahme. Er hat sich immer wieder mit Neonazis angelegt und ist auch deswegen von der Justiz in Kooperation mit den Neonazis in die Zange genommen worden. Ein Beispiel war die Auseinandersetzung um Arvid Strelow, wofür Niehenke selbstverständlich abgemahnt wurde. Autor der Abmahnung: Rechtsanwalt Klaus Kunze. Was hier in Hessen geschieht, hat Niehenke auch als einer der ersten kapiert.

Ulrich Brosa

Der Jurist Christian Wulff

20 Dezember 2011

Die aktuellen Skandale finden Sie in den letzten Kommentaren zu diesem Artikel. Überhaupt ist mit den Kommentaren die Entwicklung der Wulff- und Gauck-Affäre nachvollziehbar.
Bild: Christan Wulff glücklich im Strandkorb
[Bundespräsident der Besserverdiener. Ein Titelbild der Hamburger Mopo.]

Bei der Diskussion um den gegenwärtigen Bundespräsidenten wird das Wichtigste vergessen. Er ist Volljurist (2.Staatsexamen 1990).

Warum studiert einer Jura? Einige wenige Heranwachsende könnte es geben, die Jura studieren, weil sie glauben, das hätte etwas mit Gerechtigkeit zu tun. Diese sind stark selbstmord-gefährdet. Denn wenn sie entdecken, was Jura in Wirklichkeit ist, wollen sie nur noch den Tod. Die anderen studieren mit solchem Gedankengut:

Selbstverständlich machen wir
die krummen Dinger auch.
Aber wenn WIR es machen,
ist es LEGAL.

Wulff wird vorgeworfen, er habe einen supergünstigen Kredit über 500000 Euro (1 Million DM) angenommen, als er Ministerpräsident in Niedersachsen war. Wulff erklärt dagegen, er habe das Geld nicht von einem Unternehmer, sondern von dessen Gattin bekommen, und lässt stolz den Kreditvertrag mit der Unterschrift der Frau vorzeigen. Das ist der springende Punkt. Denn in Wahrheit hat doch der Mann den Kredit gegeben und seine Frau unterschrieb nur formal. Unternehmer und Wulff haben sich juristisch angestrengt, um ihrem Deal das Mäntelchen der Pseudo-Legalität umzuhängen.

Die zunehmende Armut auch und besonders in West-Deutschland wäre leichter zur ertragen, wenn nicht immer wieder Leute aufträten, die mit unmäßigem Reichtum protzen. Wulff erscheint als Diener dieser Leute. Er erledigt für sie das politische Geschäft. Zur Belohnung darf er auch mal an den Lutschern des Reichtums lecken.

[Christan Wulff zu Gast auf Mallorca bei Carsten Maschmeyer. Hier im Bild Maschmeyers bescheidene Finca.]

Woher hat Maschmeyer sein Geld? Er schickte Vertriebsbeauftragte los, so genannte Drücker, die den Menschen, welche noch etwas Geld hatten, dieses abdrückten. Das geschah mit dem Versprechen, Maschmeyer müsse wie ein heiliger Goldesel vorn mit ein wenig Geld gefüttert werden, um es hinten – wundersam vermehrt – von sich zu geben; alle Produkte des Goldesels werde man den Bedrückten überlassen. Indessen zeigt das Bild mit der bescheidenen Finca, wo das abgedrückte Geld gelandet ist. Natürlich kann man sagen: Wer so dumm ist, dass er auf derartige Versprechungen reinfällt, dem geschieht Recht. Insgesamt aber wird das soziale Klima auf diese Weise vergiftet und es verbessert die Stimmung nicht, wenn ausgerechnet der Bundespräsident daran partizipiert.

Zwei Forderungen:
1) Geld darf in großen Mengen nur für soziale Belange ausgegeben werden. Wer trotzdem in Luxus schwelgt, dem muss es abgeknöpft werden.
2) Der Bundespräsident ist überflüssig. Das Amt des Bundespräsidenten ist zu streichen.

Ulrich Brosa


Nachtrag 8.1.2012

Das Micky-Maus-Magazin enthüllt:
Hundespräsident Wuff heiratete Zweit-Gattin wegen ihrem Vornamen.

Bild: Hundespräsident Wuff bellt ins Telefon
(Zum Vergrößern auf dem Bild klicken!)

Bellina Wuff wird stets von den erlesensten Modefirmen eingekleidet.


Nachtrag 8.2.2012

Aus der Titanic:
Der nächste Bundespräsident muss eine Frau sein!
Bundespräsidentin Sylvia

Bild: Bundespräsidentin Sylvia vor dem Schloss Bellevue

[Sylvia vorm Schloss Bellevue]


Nachtrag 21.2.2012

Rosenmontag 2012 nach dem Rücktritt Wulffs

Bild: Bundespräsident Wulff als gerupfter Bundesadler hat eine Bruchlandung hingelegt

[Der gerupfte Bundesadler hat eine Bruchlandung hingelegt.]

Der RoboStaatsanwalt bezwingt die Mächte des Bösen

20 Juli 2011

RoboStaatsanwalt

Dass die Justiz nichts taugt, steht seit Jahrtausenden fest. Der Grund indes, weshalb sie sich trotz systematischen Unrechts so lange halten konnte, ist die Schlechtigkeit der Opposition. Viele Menschen erleiden Unrecht bis zum Tod. Doch den anderen ist das egal, solange es sie nicht selbst trifft. Wenn es sie selbst trifft, jammern sie von einem „historisch einmaligen Verbrechen“ und plärren: „Ich will NUR MEIN Recht!“, während Gerechtigkeit entweder für alle da ist oder für niemanden.

Ich habe das Plärren satt. Ich bereite Lösungen vor, die die Justiz verbessern werden. Für eine Vorlesung über Java (auf Deutsch: KalterKaffee) habe ich die Klasse RoboStaatsanwalt programmiert. Das Programm ist öffentlich zugänglich und kann, wie Guttenbergs Ghostwriter es vorgeführt hat, mit zwei Maus-Klicks geklaut werden.

Was vollbringt der RoboStaatsanwalt? Ein Beispiel: Bei der Internet-Seite http://sci.althand.com/java.html handelt es sich nur zum Schein um Lehr-Material zu einer Vorlesung. In Wahrheit befindet sich dort (getarnt) ein linksextremistisches Manifest. Wer immer http://sci.althand.com/java.html anschaut, macht sich verdächtig. Doch wer http://sci.althand.com/java.html auf seiner eigenen Internet-Seite verlinkt, ist der Bildung einer terroristischen Vereinigung (§ 129a StGB) überführt. Der RoboStaatsanwalt nimmt sich verdächtige Internet-Seiten vor (zum Beispiel: Verbrecher.html) und stellt fest, ob darin der strafbare Link enthalten ist. Im Fall erfolgreicher Ermittlung beantragt der RoboStaatsanwalt beim RoboRichter einen Haftbefehl.

Der nächste Schritt wäre die Entwicklung der Klasse RoboRichter. Der RoboRichter nimmt den Verhaftungsantrag in Empfang, greift auf Datenbanken zu, in denen die Strafprozessordnung StPO, das Strafgesetzbuch StGB sowie richtungsweisende Entscheidungen gespeichert sind, und vergleicht sie mit dem Antrag des RoboStaatsanwalts. Darauf schickt der RoboRichter dem RoboStaatsanwalt den maschinell unterschriebenen Haftbefehl zu – alles vollautomatisch, versteht sich. Überhaupt ist verblüffend, wie einfach sich riesige Bereiche der Justiz automatisieren lassen, vor allem jedoch die Berufsrichter.

Im dritten Schritt würde der RoboStaatsanwalt die RoboPolizeibeamten mit dem Vollzug beauftragen. Während die Rationalisierung der Justiz zur RoboJustiz wenig Anstrengung bereitet, müssen beim Aufbau der RoboPolizei Hürden überwunden werden. Nichtsdestoweniger ist die Konstruktion des RoboPolizisten vorgezeichnet. Und zwar hat die Industrie Staubsauger entwickelt, die einfach programmiert werden können und ansonsten sich selbst steuern. Die Festnahme des Straftäters erfolgt im atmungsaktiven Staubbeutel.

[So sieht sie aus, die Polizeistation der Zukunft. Im Vordergrund drei einsatzbereite RoboPolizeibeamte.]

Doch sogar diese RoboBeamten können perfektioniert werden. Man kann sie zum Beispiel mit leicht programmierbaren, sich ansonsten selbst steuernden Kugel-Drohnen kombinieren. Einem solchen RoboBeamten macht es nichts aus, wenn der zu verhaftende Straftäter seine Haustür verbarrikadiert. Der kombinierte RoboBeamte macht sich irgendein offenes Fenster zunutze (notfalls schlägt er es ein) schwebt ein und greift zu (saugt).

Die skizzierte Lösung hat nur Vorteile. Am meisten drängt natürlich die Kostenfrage. Ein konventioneller Staatsanwalt, der aus Wasser und langfädigen Molekülen besteht, ist ungeheuer teuer. Allein die monatlichen Unkosten übersteigen das, was der durchschnittliche HartzIV-Empfänger erhält, um mehr als das Zehnfache. Dabei macht der Staatsanwalt konventioneller Technologie nur Scheiß (im jeden Sinn des Worts). Wäre es nicht besser für alle, wenn der Leitende Oberstaatsanwalt Koeppen, die Oberstaatsanwälte Jörg und Willanzheimer, die Staatsanwälte Zmyj-Köbel, Franosch und viele andere einfach nur vor ihren TVs säßen, sich mit Bier und Schipps vollstopften und von der Glotze nur aufstünden, um aufs Klo zu gehen?

Auf hunderttausende Euro belaufen sich die Unkosten und ungeheuerlich ist der Aufwand, der getrieben werden muss, wenn ein Staatsanwalt konventioneller Technologie entlassen werden soll. Beim RoboStaatsanwalt dagegen kommt einfach der automatische Garbage Collector (die elektronische Müllabfuhr). Der Garbage Collector fegt einen nutzlosen RoboStaatsanwalt automatisch aus dem Arbeitsspeicher. Die Kosten dafür sind, selbst bei steigenden Energie-Preisen, geringer als 1 Cent.

Als alternative Lösung des Polizei-und-Justiz-Problems wäre möglich die Auflösung der Behörden sowie die Errichtung wahrhaft demokratischer Institutionen. Doch das würde vielen Leuten viel Arbeit machen. Da habe ich schon gefragt. Dazu hat niemand Lust.

Ulrich Brosa

Psychiater (männlich) will entbunden werden

25 Mai 2011

[Ist das Udo Pohlmann einen Psychiater terrorisierend?]

In Bielefeld läuft ein Strafprozess gegen Udo Pohlmann. Zu den Verhandlungen wurde ein Psychiater hinzugezogen, der attestieren soll, dass Pohlmann verrückt ist. Der Psychiater bekommt dafür Geld (typischerweise zwischen 1000 und 10000 Euro), das Pohlmann bezahlen muss, wenn er verurteilt wird. Dieses Geld ist sicheres Geld. Denn zunächst rechnet die Staatskasse mit dem Gutachter ab. Der Gutachter bekommt also seine Knete, selbst wenn Pohlmann Pleite geht. Dennoch will dieser Psychiater Herrn Pohlmann nicht mehr begutachten. Warum? Das schildert der Psychiater in dem folgenden Brief:



[Name und Adresse des Psychiaters]

Amtsgericht Bielefeld
z.Hd. Herrn Richter Krämer
Geschäfts-Nr.: 10 Ds 52-Js 357/09-412/09
Gerichtstr.6

33602 Bielefeld            16.05.2011

Strafsache gegen Pohlmann - Geschäfts-Nr.: 10 Ds 52 Js 357/09-412/09

Sehr geehrter Herr Richter Krämer,

in der o.g. Angelegenheit trete ich heute mit der Bitte an Sie heran, mich von dem Gutachtenauftrag zu entbinden. Der Anlass meiner Bitte besteht darin, dass Herr Pohlmann mit seinen Sachbeschädigungen trotz scheinbaren Einlenkens in der Verhandlung fortgefahren hat. Dass ein Praxisschild entwendet worden ist, hatte ich Ihnen bereits mitgeteilt. Von mir provisorisch aufgehängte Schilder werden täglich entfernt. Außerdem ist die Klingel unkenntlich gemacht worden, und dies so gründlich, dass eine Generalüberholung der Türklingelanlage erforderlich ist. Auch am Briefkasten wird ständig mein Name entfernt. Heute wurde zu allem Überfluss ein schwarzes Kreuz auf das an der Haustür hängende Schild gemalt. Vor wenigen Tagen wurde Herr Pohlmann von meiner Mitarbeiterin gesehen, wie er im Hausflur fotografierte und erneut versuchte, ein noch hängendes festes Praxisschild zu entfernen.

Ich bin vor allem für die Sicherheit meiner Mitarbeiterinnen und meiner Familie verantwortlich. Andere Obliegenheit müssen manchmal dahinter zurückstehen, welches jetzt auch für den Gutachtenauftrag in der Strafsache gegen Pohlmann gilt. Da Herr Pohlmann auch im Internet gegen mich hetzt, nimmt die Angelegenheit mittlerweile ein existenzgefährdendes Ausmaß an.

Seit ich als Gutachter bestellt bin, haben die Aktivitäten des Probanden eine weitere Eskalationsstufe erreicht. Er macht jetzt vor direkten Sachbeschädigungen nicht mehr Halt. Außerdem ist er gegenüber meinen Mitarbeiterinnen schon äußerst bedrohlich aufgetreten. Meine Hauptmitarbeiterin, die ich sehr schätze, ist in Anbetracht der dargestellten Sachlage schon mit dem Anliegen einer Auflösung des Arbeitsvertrages an mich herangetreten, welches ich von ihrer Warte sogar verstehen kann.

Ich rege an, in dieser Sache einen nicht ortsansässigen Sachverständigen zu bestellen, der am besten so weit entfernt residiert, dass er zumindest vor den direkten Nachstellungen, des Probanden geschützt ist.

Mir ist den letzten Monaten bereits ein erheblicher Vermögens- und Image-Schaden entstanden, der sich noch auszuweiten droht. Ich hoffe, dass Sie für meine Entscheidung Verständnis haben. Den mit Herrn Pohlmann bereits vereinbarten Termin werde ich aufgrund der aktuellen Ereignisse absagen.

Für eine telefonische Erörterung der Situation stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie


Pohlmann hat von diesem Brief, der großes öffentliches Interesse verdient, Kopien gemacht und im Internet verschickt. „Psychiater in Not!!! Viel Spaß beim Lesen.“ schreibt Pohlmann im Betreff.

Den Brief mit dem Entbindungswunsch hat Pohlmann nicht nur an mich geschickt. Er hat allenthalben Entsetzen ausgelöst:

Sollte es stimmen, daß Sie Sachen beschädigt und Menschen geängstigt haben, so bitte ich Sie, damit aufzuhören.
Das bringtt nämlich auch Ihnen nichts Gutes, schlimmstenfalls ein Verfahren und Ihre Kamfunfähigkeit.

erwiderte „W m“. Verfahren hat Pohlmann genug. Wenn man sich an den Aktenzeichen 52 Js 357/09-412/09 orientiert, müssten es 412-357+1=56 sein. Da kommt es auf eines mehr oder weniger nicht an. Ein anderer Empfänger „HSW-48“ des Entbindungsbriefs distanziert sich so:

iuchbae keine Wahrnehmung dazu und kann das nicht Beurteilen weilche geschehnisabläufe es real gibt oder welche Wahniddeen

Ich bin da nicht involviert

Pohlmann bezeichnet die Behauptungen des Psychiaters als „Erfindungen ohne Ende“, gesteht also nicht. Tatsächlich liefert der Psychiater in seinem Brief keine Beweise. Am deutlichsten ist er noch mit „Vor wenigen Tagen wurde Herr Pohlmann von meiner Mitarbeiterin gesehen, wie er im Hausflur fotografierte und erneut versuchte, ein noch hängendes festes Praxisschild zu entfernen“. Doch „fotografierte“ und „versuchte zu entfernen“ reicht als Beweis für eine Straftat nicht aus.

Dennoch habe ich nicht vor den Psychiater seinerseits als neurotisch oder hysterisch zu brandmarken. Ich gehe davon aus, dass an seiner Praxis tatsächlich randaliert wurde. Ich halte den Psychiater sogar für vernünftig. Denn er vertraut der Polizei nicht. Dieser Psychiater weiß: Sobald Kriminelle ihn ins Visier nehmen, steht er schutzlos da. Bald wird er nicht mehr stehen, sondern liegen.

Wirklich ist die Polizei die größte Gefahr. Beispiele:

1) Die so genannten Döner-Morde werden wohl niemals aufgeklärt werden. Einer zog quer durch Deutschland, betrat Lädchen, die von Fremden aufgemacht worden waren, tat so, als wühle er in einer Plastiktüte, und erschoss die Fremden durch die Tüte hindurch. Verdächtig – meines Erachtens dringend verdächtig – ist ein Beamter des hessischen Amts für Verfassungsschutz – also das, was früher Gestapo hieß. Dass die Polizei in diesem Fall an Aufklärung nicht interessiert ist, versteht sich.

2) Doch nicht einmal ihre eigenen Leute kann die Polizei schützen. Man knallt ein paar Polizisten ab, die auf einem öffentlichen Parkplatz herumwuseln, knöpft den Leichen das ab, was man selbst noch gebrauchen kann, und geht gemütlich nachhause. So etwa geschah es beim Polizistenmord von Heilbronn, der trotz gigantischen Aufwands unaufgeklärt blieb. Verbrechen ist einfach, besonders wenn man Beamter ist.

3) Hans-Dietrich Genscher hat neulich geplauscht, was die Elite-Polizisten taten, die ihn bewachen sollten, als er Außenminister war. Genscher:

Einmal rief mich meine Frau an, ich bereitete gerade den Parteitag in Kiel vor. Sie berichtete mir von einer Tragödie bei uns zu Hause. Zwei BGS-Beamte hatten wohl ausprobieren wollen, wer von ihnen die Pistole schneller ziehen konnte. Dabei hatte sich ein Schuss gelöst, ein junger Polizist hatte den Kommandoführer tödlich getroffen. Meine Frau sagte weinend: »Bei uns liegt ein toter Mann auf der Terrasse!«

Nebenbei: Besonders intelligent kann Frau Genscher nicht gewesen sein. Sie hatte keinen Grund zu weinen. Vielmehr hatte sie Grund sich zu freuen, da sie nicht tödlich getroffen wurde. Traumberuf aller Sadisten ist Polizist sein. Den meisten Polizeibeamten macht es Spaß, anderen Gewalt anzutun, und bodenlos dumm sind sie auch.

Alle sollten endlich, bevor es für sie selbst zu spät ist, kapieren, dass innere Sicherheit eine Gemeinschaftsaufgabe ist und dass die Polizei, so wie sie jetzt ist, je schneller desto besser aufgelöst werden muss.

Mangelnder Schutz durch die Polizei: Das war es auch, was Pohlmann in Konflikt mit der Staatsmacht brachte. Ihm wurden Möbel entwendet, deren Eigentümer er unstreitig war. Pohlmann war und ist überzeugt, dass er den Richtigen als Täter angezeigt hat, und hat gehofft, dass die Polizei ihm helfen würde seine Möbel zurückzubekommen. Vergeblich. Insofern ist der Psychiater klüger als Pohlmann, weil sich der Psychiater von Anfang an keine Illusionen über die Qualifikation der Polizei machte.

Ulrich Brosa

Justizieller Standardtrick angewandt auf Udo Pohlmann

2 Mai 2011

Udo Pohlmann

[Udo Pohlmann]

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hat Udo Pohlmann einem Polizeibeamten übel nachgeredet. Die Staatsanwaltschaft hat deswegen Anklage erhoben. Aus einer E-Mail von Pohlmann:

Prozessbeobachter in Bielefeld gesucht (Freitag 6. 5. 2011) 10 Uhr AG Bielefeld

Weil die Staatsanwaltschaft angeblich ohne Ermittlungen die Strafsache gegen einen Polizeibeamten eingestellt hatte, will mach mich wegen übler Nachrede anklagen. Ein Psychiater ist dazu geladen.

Wer kann in Bielefeld als Beobachter anwesend sein ?

Gemäß 220 StPO habe ich folgende Personen selbst geladen:

Polizeipräsident (Mitglied Rotary Club)
Polizeidirektor (Mitglied Rotary Club)
Ehemaliger Polizeipräsident (Mitglied Rotary Club)
Angela Merkel (Mitglied Rotary Club)

Dazu etliche Polizeibeamte

Kleine Korrektur: Angeklagt ist Pohlmann längst. Man will ihn verurteilen. Doch bemerkenswert ist folgender Halbsatz: „Weil die Staatsanwaltschaft angeblich ohne Ermittlungen die Strafsache gegen einen Polizeibeamten eingestellt hatte…“.

Pohlmann hat sich also über einen Polizeibeamten unvorteilhaft geäußert. Doch offenbar waren Pohlmanns Äußerungen nicht deftig genug. Denn sonst hätte man ihn wegen Beleidigung angeklagt. Eine Anklage wegen übler Nachrede bedeutet, dass Pohlmann etwas Unwahres über jenen Beamten gesagt oder geschrieben haben soll.

Wie wird bewiesen, dass Pohlmanns Behauptungen offenkundig unwahr waren? Die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen jenen Beamten ein und stellt es sofort wieder ein mit dem angeblichen Ergebnis, der Beamte sei unschuldig. Ermittelt wird bei derartigen Ermittlungsverfahren nicht. Sinn des Pseudo-Verfahrens ist nur, ein Papier mit dem Briefkopf der Staatsanwaltschaft und einem Aktenzeichen zu produzieren, auf dem steht:

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen ist der Beamte XXX unschuldig.

Diese Einstellungsverfügung wird gegen Pohlmann eingebracht, d.h. während der Hauptverhandlung verlesen werden. Im Urteil wird es dann heißen, der Tatbestand der üblen Nachrede sei aufgrund der staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen jenen Polizeibeamten festgestellt worden. Dass diese Ermittlungen niemals stattgefunden haben, dafür interessiert sich das Gericht einen Dreck. Im Regelfall wird sogar verhindert, dass die Verteidigung die Akte des Pseudo-Ermittlungsverfahrens einsieht.

§ 220 StPO wird Pohlmann nicht helfen. Denn dafür müsste er viel Geld hinblättern.

Doch Pohlmanns Abscheu gegen Rotary teile ich. Service-Clubs wie Rotary, Lions, Kiwanis usw. geben vor, sie leisteten anderen Menschen Dienste. So ließ sich der Präsident des Landgerichts Marburg fotografieren, wie er als Vorsitzender der Lions einen Scheck zugunsten eines Kindergartens überreicht – selbstverständlich mit Kindern, damit es auf die Gefühle drückt. Die wesentlichen Dienste erweisen die Service-Clubs jedoch ihren eigenen Mitgliedern.

Begründet wurde Rotary 1905 von einem Rechtsanwalt namens Paul Percy Harris in Chicago mit ein paar Gleichgesinnten. Harris hatte die Idee, sich mit interessanten Menschen verschiedener Berufe zu treffen, sich auszutauschen und für das Gemeinwohl zu engagieren. Ganz nebenbei sollte so auch ein berufliches Netzwerk entstehen, in dem man sich gegenseitig half.

Die Service-Clubs sind opportunistische Karriere-Fördervereine – Seilschaften – für (sub)mediokre Personen. Sie sind der offenen Gesellschaft zuwider und somit demokratiefeindlich. Ein Mensch mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und selbstbewusstem Charakter tritt einem solchen Verein nicht bei.

JAVA in Marburg

6 April 2011

[Java ist in der nordamerikanischen Sprache ein koloniales Wort, welches „Kaffee“ bedeutet. Eine große Insel im pazifischen Ozean wird auf das reduziert, was von dort exportiert wird. Die Software-Entwickler im Westen der USA schlürfen Java, wenn sie JAVA programmieren.]

Java ist zum Kotzen

Programmieren ist einfacher als die Erforschung bislang unverstandener Zusammenhänge. Zwecks Erholung will ich im Sommersemester 2011 etwas über die Programmiersprache JAVA vorlesen.


JAVA ab dem 14.4.2011
donnerstags von 10:15 bis 11:45
im kleinen Hörsaal des Renthof 5

JAVA ist ein grässliches Gewurstel aus älteren Programmiersprachen mit besonders viel C++. JAVA hat C++ abgelöst, weil JAVA die einfache Steuerung (fast) aller Geräte ermöglicht, die an einen Computer angeschlossen werden können. Besonders gilt das für die Router, die den Zugang zu Netzwerken vermitteln, also auch zum Internet. Durch Einbau von JAVA-Applets kann man Internet-Seiten so gestalten, dass man auf die Computer anderer zugreifen kann, sobald die anderen diese Internet-Seiten ansehen. Viele Viren und Trojaner sind heute in JAVA programmiert. Es ist besser das zu verstehen.

Der zweite Vorteil von JAVA ist die so genannte Plattform-Unabhängigkeit. JAVA-Programme können ohne Modifikation auf Windows-, Linux-, Solaris- und Apple-Computern funktionieren. Auch die meisten Kleinstcomputer wie Android-Handhelds, Blackberry und schließlich sogar iPhone akzeptieren JAVA-Applikationen. Autoren beliebiger Software müssen diese nur einmal entwickeln und können sie einheitlich anbieten. Die wirtschaftliche Bedeutung von JAVA ist demzufolge gigantisch.

In meiner JAVA-Vorlesung werde ich vorzüglich Beispiele anschreiben und diskutieren. JAVAs allgemeine Grundsätze – so es sie gibt – werden aus diesen Beispielen entwickelt.

Plan der ersten ein bis zwei Vorlesungen

1) Der Computer und seine Geräte als totalitärer Staat. Die Exekutoren java und javac.
2) Welche Software zum JAVA-Programmieren gebraucht wird und wie man sie beschafft – zum Nulltarif.
3) Erstes Beispiel einer JAVA-Application.
4) Erstes Beispiel eines JAVA-Applets ………… mit Zugriff auf fremde Computer.

Ulrich Brosa

Die Kettenreaktionen in Fukuschima gehen weiter

15 März 2011

[Wie sich die Leute das vorstellen, was in den japanischen Nuklear-Reaktoren geschieht.]

Der Unfall in Tschernobyl geschah, weil der Reaktor durch eine Reihe leichtsinniger Bedienfehler überkritisch gemacht wurde. Die Explosion in Tschjornobühl ist darum mit der einer Atombombe vergleichbar. Schuld war hauptsächlich der karriere-geile stellvertretende Chefingenieur Djatlow. Ich habe ein paar Beschreibungen für eine Vorlesung gesammelt.

Die Unfälle in Fukuschima sollen mit dem Unfall in Harrisburg vergleichbar sein. Dort wurde angeblich nach einem Problem mit der Kühlung die Kettenreaktion abgeschaltet, der Reaktor tief unterkritisch gemacht, wie es sein soll. Dass es trotzdem zu einem Unfall kam, wird auf die Nachwärme geschoben. Das ist ungefähr das Gleiche, was man auf einer Herdplatte spürt, kurz nachdem man sie abgeschaltet hat.

Der Haken dabei ist nur: Die Nachwärme ist im Vergleich zum dem, was ein kritischer Reaktor an Wärme produziert, lächerlich gering und sie klingt innerhalb weniger Stunden ab. Wenn man zudem berücksichtigt, dass die meisten Spaltfragmente radioaktiv sind und durch ihren Zerfall Wärme erzeugen, kommt etwas hinzu, was für einen nuklearen Reaktor spezifisch ist. Doch auch diese Zerfälle nehmen innerhalb von Stunden stark ab.

Hinzu kommen die merkwürdigen Meldungen mit der „Borsäure“. Die japanischen Reaktoren würden mit Meerwasser gekühlt. Dem Meerwasser würde Borsäure zugesetzt zwecks zusätzlicher Kühlung. Derartige Meldungen führen in die Irre. Bor hat einen riesigen Wirkungsquerschnitt für den Neutroneneinfang. Es wird verwendet um die Kettenreaktion zu unterdrücken. Wenn Techniker Bor in die Reaktoren kippen, bedeutet das, dass es eben doch nicht gelungen ist die Kettenreaktion abzuschalten.

Es ist nie möglich einen Kernreaktor schnell auszuschalten wie eine Lampe. Das hat mit Erdbeben und Tsunamis nichts zu tun, sondern wird durch die unzureichende technische Beherrschung der Kernspaltung verursacht. Doch nach einem Tag sollte das Schlimmste vorüber sein. Dass die Probleme noch nach Tagen zunehmen, zeigt, dass in Fukuschima nicht einmal die Kettenreaktion, die große Energiequelle, unterdrückt werden kann – und das bei mehreren Reaktoren zugleich. Insofern haben die Unfälle in Fukushima doch Ähnlichkeit mit dem Unfall in Tschernobyl.

Ulrich Brosa


Nachtrag am 16.3.2011:

Ich meine, dass nur wenige Leute verstehen, was in einem AKW geschieht. Deshalb die an sich bekannte Erklärung der Kettenreaktion:

1) Ein Neutron trifft Uran-Kern.
2) Uran-Kern spaltet, dampft dabei zwei oder mehr Neutronen ab.
3) Die Neutronen bis auf eines bleiben irgendwo stecken.
4) go to 1)

Ein Reaktor, in dem genau das geschieht, heißt kritisch. Bleibt nach einer Spaltung mehr als ein Neutron übrig, heißt der Reaktor überkritsch, bleibt weniger als ein Neutron übrig, heißt er unterkritisch. Dass der Reaktor genau auf der kritischen Kante bleibt, ist regelnd zu erreichen. Doch nur ein Aufmerksamkeitsfehler, wenn er mehr als zwei Sekunden dauert, hat fatale Folgen. Entweder säuft der Reaktor ab. Dann ist es heikel ihn wieder hochzufahren. Oder viel schlimmer: Der Reaktor explodiert.

Dagegen sollte es sehr einfach sein einen Reaktor unterkritisch zu machen. Dass das in Fukuschima nicht geklappt hat, dürfte an der allgemein bekannten menschlichen Schlechtigkeit gelegen haben. Wie bei einem Betrunkenen, der aufs Gaspedal tritt. Um es noch deutlicher zu schreiben: Die nicht endenden Probleme in Fukuschima wurden durch Erdbeben und Tsunami ausgelöst, aber nicht verursacht. Ursache war die jahrelange Schlamperei vorher und der Mangel an Wissen beim Personal.

Was die Bruchstücke (=Fragmente), die bei der Spaltung entstehen, an Neutronen abgeben, ist bei den gut 2 Stück, die oben hinter 2) erwähnt werden, inbegriffen. Die Neutronen-Emission ist spätestens nach ein paar Sekunden vorbei. Danach zerfallen die Fragmente, indem sie Elektronen und Gammas emittieren. Vor allem die Gammas (extrem hochfrequentes Licht) sind für pflanzliche und tierische Zellen lebensgefährlich. Aber deren Energie ist um den Faktor Tausend kleiner als die Energie, die bei der Kernspaltung frei wird, und die Emissionen der Fragmente nehmen im Lauf der Zeit ab, während die Kettenreaktion andauert.

Rudolf Becker-Falk gestorben

10 März 2011

Es geschah am 5.3.2011. Die Ursache ist mir nicht bekannt. Becker-Falk gehörte zu einer gesellschaftlich höchst wertvollen, in Marburg fast ausgestorbenen Art. Becker-Falk war kein Ödie, sondern warb Aufträge ein und führte sie aus.

Er hatte einen Laden in der Weidenhäuser Straße, EBC-Elektronik, wo er elektronische Geräte verkaufte und reparierte. Viel Geld verdient hat er nicht. Doch was er verdiente, hat er verdient. Der Unterschied zu den vielen Parasiten, die Marburg hauptsächlich bevölkern, konnte größer nicht sein. Marburg ist eine Stadt des öffentlichen Diensts.

Becker-Falk bezeichnete sich als „Schrauber und Bastler“, was einerseits zeigte, dass er kein Angeber war, andererseits nicht ganz wahr war. Er hatte von dem, was die Geräte taten, systematische Kenntnisse. Ich habe seine Rechnungen gerne bezahlt, weil er tiefgründig-nützliche Informationen mitgab.

Die Trauerfeier soll am 11.3.2011 um 13 Uhr in der Universitätskirche stattfinden.

Das ist neben dem Hörsaalgebäude der Juristen dicht am Rudolphsplatz. Becker-Falk hat Besseres verdient. Vielleicht die Pfarrkirche St.Marien. Dort hängt eine vollbusige Frau mit Vollbart am Kreuz.


Nachtrag 11.3.2011

Ich war bei der Trauerfeier in der Universitätskirche. Die Leichenrede des protestantischen Pastors war unerträglich salbungsvoll. Er predigte über Quantenmechanik (kein Witz!) und leitete die Unsterblichkeit der menschlichen Seele aus der Quantenverschränkung ab. Die Quantenmechanik ist Guttenberg in der Physik. Aber vielleicht bin ich ungerecht, denn in der Quantenmechanik ist nicht alles falsch.

Dagegen waren die Leichenreden des Bruders von Becker-Falk und eines Kneipenwirts aus dem Weidenhäuser Kiez instruktiv.

Der Bruder erzählte von Becker-Falks jungen Jahren. Rudolf Becker-Falk wurde am 16.12.1950 in Borken/Nordhessen geboren. Wie sein Name andeutet, war er der Sohn des dörflichen Bäckers. Es war der Vater, der Becker-Falk eine Lehre als Bäcker verpasste. Becker-Falks Herzensneigung waren jedoch elektrisch-elektronische Geräte, die er demontierte und manchmal richtig zusammenfügte. Diese Herrschaft über Maschinen gestattete Becker-Falk sich zum zentralen Veranstalter jugendlicher Feierlichkeiten aufzuschwingen. Er verfügte über die stärksten Verstärker und lautesten Lautsprecher in Borken. Musikalisch war er Doors-Fan. AC/DC, Böhse Onkelz und NSBM gab es damals noch nicht. Nach abgeschlossener Lehre zog Becker-Falk nach Marburg, arbeitete dort tags als Bäcker-Geselle, während er abends das Abitur nachholte. Schließlich studierte er Physik und zwar, wenn ich es richtig verstanden habe, bis zum Diplom. Das erklärt seine systematischen Kenntnisse.

Der Kneipier aus dem Kiez erzählte von Becker-Falks letzten Jahren und seiner Betätigung als Anarchist. Becker-Falk kam in die Gastwirtschaft zwecks Einnahme des Frühstücks oder des Abendmahls. Statt still zu sein, wie es sich gehört, verlas Becker-Falk laut Zeitungsartikel, in denen Staatsdiener unvorteilhaft dargestellt wurden, und hielt despektierliche Reden über die Obrigkeit.

Etwa drei Monate vor seinem Tod wurde Becker-Falk nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert, arbeitete aber danach wie zuvor. Ich entnehme einigen Andeutungen, dass Becker-Falk am 5.3.2011 schlagartig umfiel.