Dieser Vollidiot hält sich für Hitler persönlich

Am 8.4.2011 war es wieder so weit: Burschenschaftstreffen der Berger-88-. Ich bin so dankbar, dass diesmal meine Haustür nicht eingeschlagen wurde, nicht einmal „Sieg Heil“ gebrüllt, sondern nur „Heil Hitler“ gemacht wurde. Doch das Würstchen-88-, welches dieses vollbrachte, ist mehr als ein gewöhnlicher Volksgenosse. Es ist eine Reinkarnation des Führers Adolf Hitler persönlich oder hält sich zumindest dafür.

Jenes Würstchen latschte um 21:17 Richtung Festplatz, als es die Kamera an meiner Haustür erblickte und beschloss davor zu posieren. Der erste Gruß war, wie unser Führer Adolf Hitler die braune Masse jovial zu grüßen pflegte: mit zurückgebeugter, nach oben offener Hand. Erst die Reinkarnation

Hitler Reinkarnation

nun das Original

Hitler original

Die Kommune behauptete damals, Hitler habe die Hand nach oben offen gehalten, damit das hinter ihm stehende Großkapital Geldschein-Bündel hineinlegen konnte.

Zurück zum -88-Gegenwartswürstchen. Dieses bot als nächstes den militärischen Gruß.

Gefreiter Adolf Hitler

Man beachte die dezente 88 auf der Kapuzen-Jacke. Wer sich vorstellen will, wie Hitler 1917 als Gefreiter aussah, kann dieses Bild als Vorlage nehmen. Denn vom Original gibt es leider kein passendes Foto. Anfänger in der Datenverarbeitung können das Bild hier ausdrucken und mit Filzstift den Tropfenfänger ergänzen; Nerds würden Photoshop dafür benutzen und bei dieser Gelegenheit die Nase ein wenig abplatten.

Schließlich verfiel der Gegenwartsvollidiot in den klassischen Führergruß.

Führergruß Kopie

Das ist originalgetreu gemacht. Denn anders, als die meisten Volksgenossen glauben, erfordert der echte Führergruß nur einen mäßig gehobenen Arm, der eher nach rechts als nach vorn weist, und der Daumen muss abgespreizt werden. Das Würstchen-88- muss wochenlang Hitler-Videos geguckt und vor dem Spiegel geübt haben.

Führergruß original

Zweifellos ein Verstoß gegen § 86a StGB.

Es ist nicht zu fassen, dass das schlechte und verantwortungslose Ordnungsamt Amöneburgs derartige Veranstaltungen zweimal im Jahr genehmigt. Inzwischen stehen dutzende Häuser in der Amöneburger Oberstadt leer, weil natürlich niemand sich die regelmäßigen Reichspogromnächte antun lassen will [1]. Noch schlechter und verantwortungsloser aber sind Polizei und Staatsanwaltschaft. Ich schickte eine Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen wären einfach. Die Bilder reichen zur Identifikation. Das Personal des Burschenschaftstreffens ist zu einem beträchtlichen Teil namentlich bekannt. Die Polizei müsste die Leute nur prüfen.

Doch selbstverständlich kam nur der übliche Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft Marburg. Ich legte Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft ein. Die Generalstaatsanwaltschaft taugt auch nichts, aber man bekommt aufschlussreiche Behördenergüsse, weil sich die Behörden gegenseitig bekneifen. So auch diesmal. Meine Beschwerde löste ein Schreiben des Oberstaatsanwalts Jörg aus. Ich empfehle dringend es zu lesen. Dieses Schreiben ist der Knüller dieses Artikels. Jeder kann es haben, der auf der bunten Stelle im Text oder hier klickt. Das Ergebnis:

Die Staatsanwaltschaft Marburg hat einen Computer, der Ermittlungsverfahren gegen Neonazis automatisch einstellt. Auf die Ermittlungen selbst kommt es nicht an. Der Computer ist nur dazu da, um Zeit zwischen Anzeige-Erstattung und Versendung des Einstellungsbescheids verstreichen zu lassen. Der Anzeige-Erstatter soll glauben, es werde tatsächlich ermittelt.

In allen Statistiken zum Rechtsextremismus wird behauptet, dass Neonazi-Delikte in Hessen am seltensten sind. Das Schreiben des Oberstaatsanwalts Jörg zeigt, woran das liegt: In Wirklichkeit sind derartige Delikte in Hessen nicht selten, sie werden nur am seltensten vorfolgt. Kein Trick ist schäbig und keine Schlamperei dämlich genug, um den Mob machen zu lassen. In Brandenburg dagegen gibt es einen dicken Argentinier namens Erardo Rautenberg, der ausnahmsweise nicht von Eichmann abzustammen scheint. Rautenberg hat als Generalstaatsanwalt Rechtsextremismus-Delikte verfolgen lassen. Nur deswegen sind die Zahlen in Brandenburg höher als in Hessen.

Der Oberstaatsanwalt Jörg ist Staatsschutzdezernent und Abteilungsleiter in der Staatsanwaltschaft Marburg. Er ist als solcher verantwortlich für die Verbreitung des Rechtsextremismus in Marburgs Umgebung. Jörg kam von Gießen nach Marburg und wurde dabei zum Oberstaatsanwalt befördert im Gefolge des Strafverfahrens gegen Wilhelm Just. Dieser war als Anlagebetrüger verurteilt worden. (Anlagebetrug war damals das Mode-Delikt wie ein paar Jahre später Kinderporno.) Just wurde mit einen Deal traktiert, so dass sein angeblicher Anlagebetrug nie öffentlich diskutiert wurde. Meines Wissens ist das Geld, das Just damals hatte, lediglich in andere Taschen gewandert. In Marburg war Jörg Vorgesetzter des inzwischen bekannteren Staatsanwalts Franosch. Man könnte Jörg als Erz-Franosch bezeichnen. Doch anders als Franosch ist Jörg nicht mediengeil. Jörg tritt öffentlich selten auf und schickt meistens seine Untergebenen in die Verhandlungen. Dennoch ist Jörg verantwortlich nicht nur für seine eigenen, sondern auch für Franoschs Untaten. Jörg ist daran schuld, dass Franosch zum Oberstaatsanwalt befördert wurde. Jörg hätte die Generalstaatsanwaltschaft wahrheitsgemäß aufklären müssen.

Jörgs Schreiben enthält zudem das Eingeständnis, dass in der Pseudo-Ermittlungsakte 80 UJs 33728/11 StA Marburg der Einstellungsbescheid fehlt. Exzessive Schlampereien bei der Aktenführung sind in der Staatsanwaltschaft üblich. Die Folgen dieser Schlampereien müssen natürlich immer Nicht-Staatsdiener tragen. Die Behörden-Heinis und -Emmas werden nicht zur Verantwortung gezogen. Es ist halt ein „Büroversehen“ oder eine „technische Ursache“ passiert.


[1] Bekanntlich ging die Reichspogromnacht 1938 von Treysa aus. Sie war aber in Nordhessen nichts Besonderes. Vielmehr wurden Ausschreitungen ähnlicher Art regelmäßig geübt.

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43 Antworten to “Dieser Vollidiot hält sich für Hitler persönlich”

  1. R. Meier Says:

    Hallo Bloegi,
    irgendwie blöde für den jungen Mann, wenn er auf Jobsuche geht und eine Personalabteilung sein Gesicht mit Hitlergruß findet. Das ist ein Ablehnungsbescheid. In Amöneburg sicher nichts neues, warum es viele arbeitslose Jugendliche gibt.

    Ihre Aufzeichnungen müssen Sie mal bis zum Bundestag durchreichen. Danach werden Köpfe rollen in Hessen, und nicht wenige.

    Dschingis Hahn kann so viele Hahnenkämpfe starten wie er will, ihn reißt der Sumpf seiner Vorgänger als Nachfolger gleich mit in den Strudel. Er könnte natürlich beginnen aufzuräumen. Das Minenfeld Marburg-Biedenkopf entschärfen. Somit würde die Bild-Zeitung wieder ihn wieder loben.

    In vorherigen Blogthematiken sind meine Kommentarvideos zugeschaltet, welche hessischen Amtsgerichten die Vernachlässigung ihrer Pflichten bescheinigen. Die Videos sind vom NDR.

    Auch der Axel Springer Verlag lässt dieses nicht gutheißen. Entsprechende Reaktion sieht man: Dschingis Hahn und vieles Weiteres.

    • bloegi Says:

      R.Meier schrieb:

      irgendwie blöde für den jungen Mann, wenn er auf Jobsuche geht und eine Personalabteilung sein Gesicht mit Hitlergruß findet. Das ist ein Ablehnungsbescheid.

      In Hessen ist das nicht notwendig so. Es kann sein, dass dieser junge Mann bei seinem Lehrherrn durchblicken lässt, dass er Neonazi ist und dass der Lehrherr antwortet: „Prima, genau das habe ich gesucht.“ Bei den hessischen Gerichten funktioniert derselbe Trick ziemlich zuverlässig. Mehrere hessische Bekannte hatten Prozesse an der Backe, bei denen es für sie traurig aussah. Dann haben sie *dem Gericht* zu verstehen gegeben, dass sie eigentlich Rechte sind, und haben ihren Prozess gewonnen.

      R.Meier schrieb:

      Ihre Aufzeichnungen müssen Sie mal bis zum Bundestag durchreichen. Danach werden Köpfe rollen in Hessen, und nicht wenige.

      Da machen Sie sich besser keine Hoffnung. Im Bundestag sitzen Opportunisten, Parteikanaler, die meisten von ihnen Juristen. Die legen sich mit der Stimme des Volx nicht an. Es kann allerdings geschehen, dass das, was diese Opportunisten für die Stimme des Volkes halten, nicht mehr die Stimme des Volx ist. Genau das ist hier in der Gegend mittlerweile mehrfach geschehen und hat den opportunistischen Fehlspekulanten die Karriere verdorben.

  2. Berat Says:

    Habe den Einstellungsbescheid der Marburger Staatsanwaltschaft gelesen.
    Entweder sind die „braun“, unfähig oder einfach nur korrupt oder wirklich blind. Vermutlich aber alles.

    Auch Uli Hoeness greift, wenngleich die Münchner Staatsanwaltschaft, aufs übelste an.
    http://videos.t-online.de/sport-videos-aktuelle-videos-zu-fussball-formel-1-handball-boxen-und-mehr/id_17182134/index

    • bloegi Says:

      Ich finde nicht, dass Hoeneß die Staatsanwaltschaft „aufs übelste“ angreift. Er gibt Argumente, weshalb die Inhaftierung des Fußball-Profis Breno nicht rechtmäßig ist: keine Fluchtgefahr, keine Verdunkelungsgefahr.

      Innerhalb von Stunden sind darüber tausend Artikel oder mehr erschienen. Die Presse hat gemerkt: Die Deutschen halten die deutsche Justiz mittlerweile für schlecht. Das ist eine ziemlich neue Entwicklung, nur ein paar Monate alt.

  3. R. Meier Says:

    Bloegi, wir machen weiter. Ohne Gewalt, nur Worte, keine Beleidigungen und reine Information mit Wertung.

    Denn die Justiz, welche sich gegen ihr eigen geschaffnes Gesetz hält, erfuhren die Bürger zu lange Unrecht.

    • bloegi Says:

      R.Meier schrieb

      keine Beleidigungen

      Ist Beate Klarsfeld bekannt? Ein Mensch mit ungewöhnlichen politischen Fähigkeiten, sehr lehrreich.

      Klarsfeld kam in den sechziger Jahren, wie manche andere, auf den Trichter, dass sich das politsche Personal der Bundesrepublik Deutschland nur wenig von dem des Dritten Reichs unterschied. Darüber wurde besonders mit justiziellen Methoden der Deckel gehalten. An die Öffentlichkeit drang nichts durch.

      Klarsfeld sagte: „Wir brauchen Skandale“. Klar, denn nur mit Skandalen ist die Öffentlichkeit zu interessieren. Also ging Klarsfeld zum damaligen Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger, einem NSDAP-Mitglied, und ohrfeigte ihn öffentlich. Der Schlag war mild. Kiesinger wurde nicht verletzt. Was Klarsfeld tat, wird strafrechtlich „Beleidigung mittels Tätlichkeit“ genannt:

      § 185 StGB

      Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

      Klarsfeld wurde in einem Schnellverfahren zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt.

      Doch die Ohrfeige wurde zum Fanal. Kiesingers Karriere ging zu Ende und endlich begann das, was heute „Vergangenheitsbewältigung“ genannt wird.

  4. vogtraider Says:

    Unfassbar, mehr fällt mir dazu nicht ein. Ich finde die Idee, eine Untersuchung im Landtag durch den Petitonsausschuss einzuleiten, auch nicht schlecht.

    • Martha Says:

      Da kann ich „vogtraider“ nur zustimmen. Zu 100%.
      Der Burschenschaft „Berger 88“ gehört der Sohn des Marburger Polizeioberkomissars Ludwig an. Folgerichtig wird hier auch nicht ermittelt.
      Die Marburger Staatsanwaltschaft gehört […].
      Das die Einstellungsbescheide neuerdings maschinell ohne Unterschrift erstellt werden, ist selbst mir neu. Vermutlich möchte keiner die Verantwortung für diese Rechtsbeugung übernehmen.

      Im übrigen hat das OLG Oldenburg erst kürzlich entschieden, dass ein Hitlergruss, selbst wenn dieser ohne politischen Hintergrund und in alkoholisiertem Zustand praktiziert wird, grundsätzlich strafbar ist.
      http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/justiz/Hitlergruss-auch-ohne-politischen-Hintergrund-strafbar_aid_891648.html

  5. Peter Briody Says:

    Halblang bloegi! Die StA Marburg muss in erster Linie feststellen, welche der fotografisch abgebildeten Personen tatsächlich Adolf Hitler ist.

    Die inoffizielle Lyrik zum Marschleid „Colonel Bogey“ lautet:

    Hitler has only got one ball
    The other is in the Albert hall
    Another dirty bugger
    Cut it off when he was small.

    Kann es sein, dass der eine oder der andere Kandidat ein Klon von Adolf Hitler ist? Die Antwort ist wohl in der Asservatenkammer des Albert Hall (London) zu finden. Man braucht aber komplizierte DNA-Technik, für eine positive Feststellung der Personalien. Ich kann daher verstehen, warum StA Jörg sich gezwungen sah, so einen gewieften Brief, wie vom 15.09.2011, zu schreiben. Es ist doch viel einfacher, die üblichen Beleidigungsanklagen zu erstellen.

  6. Erwin Thierfelder Says:

    Ich kann nicht dafür, mich überfällt sie einfach ad hoc beim Marburger Computer der rechtsextremistische Strafsache eigenständig „erledigt“. Und zu „Hoffnungen“ des werten Herrn „Strafverfolger“ führt, eine „technische Ursache“ der Einstellung könne womöglich auch noch gefunden werden.

    Wer mich überfällt? Eine schaurige Vision: Ein eigens so programmierter Computer kippt eine Büchse Giftgaskugeln, Cyclon B, in die Leitung zu den Duschköpfen einer Massen „Duschanlage“.
    Vielleicht lässt sich dann ja möglicherweise eine „technische Ursache“ finden, warum der Computer sowas tut?

    Ich fürchte, wären bis 1945 nicht nur die ENIGMA sondern schon die heutigen Computer erfunden gewesen, so wäre vom Internationalen Militärgerichtshof nach 1945 vermutlich keiner der Nazitäter in Nürnberg verurteilt worden. Computerpannen wären sicher auch für die Nürnberger Ankläger kein strafwürdiges Vergehen oder Verbrechen gewesen?

    • bloegi Says:

      Erwin Thierfelder sagte:

      Ein eigens so programmierter Computer kippt eine Büchse Giftgaskugeln, Cyclon B, in die Leitung zu den Duschköpfen einer Massen „Duschanlage“. Vielleicht lässt sich dann ja möglicherweise eine „technische Ursache“ finden, warum der Computer sowas tut?

      Computer werden von Menschen programmiert. Für Gemeinheiten, auch für solche größten Ausmaßes, werden Computer nicht benötigt.

      Nearly seven decades after the end of World War II, German authorities have reopened hundreds of dormant investigations of Nazi death camp guards …

      USA TODAY 5.10.2011

      Fast siebzig Jahre nach dem Ende des 2.Weltkriegs haben deutsche Behörden hunderte eingestellte Ermittlungen gegen Nazi-Todeslager-Wachen wiedereröffnet …

      Das sind alles Dekorationen fürs Schaufenster.

      • R. Meier Says:

        Jappp, Schaufenstermode, nur sehr gut verpackt mit 0% Akteneinsicht, damit keiner die falschen Schaufenster-Alibis erkennt.

        Natürlich muss ein Computer erst programmiert werden, bevor er böse Dinge ausführt. Denn ein Computer / Computerprogramm folgt stupide seiner Programmierung.

  7. Dragan Pavlovic Says:

    um ein Gruppe Betroffener zu gründen die Justizopfer geworden sind, sollte auch dieser Mensch ausfindig gemacht werden und kontatkiert werden:

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/supermarktmitarbeiter-verpruegeln-kunden-opfer-unter-verdacht-1.1154630

    für künftigte offene Briefe z.B. oder sonstige gemeinsame aktionen.

    Gruß, Dragan

  8. bloegi Says:

    Den Link hat mir jemand zugeschickt:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-ein-jahr-nach-dem-schwarzen-donnerstag-wie-wenn-sich-der-moerder-selbst-frei-spricht-1.1153402

    Als wenn sich der Mörder selbst freispricht

    30.09.2011, 10:38
    Von Roman Deininger, Stuttgart

    Dietrich Wagner ist das Gesicht des Widerstands gegen Stuttgart 21. Das Bild seiner blutenden Augen nach dem Einsatz von Wasserwerfern ging vor einem Jahr um die Welt. Im Vorgehen der Polizei am 30. September 2010 sieht er eines der schlimmsten Verbrechen, das Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg begangen habe.
    […]
    Dann kritisiert Wagners Rechtsanwalt, wie zügig die Stuttgarter Staatsanwaltschaft nach dem 30. September gegen die Demonstranten vorgegangen sei, während die Verfahren gegen angezeigte Polizisten systematisch verschleppt würden. Dietrich Wagner sagt: „Das ist, wie wenn sich der Mörder selbst freispricht.“

    „sieht er eines der schlimmsten Verbrechen, das Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg begangen habe.“

    Die Erschießung des Studenten Ohnesorg durch den Polizeibeamten Kurras -nur zum Spaß-, danach der Freispruch für Kurras war noch eine Nummer deftiger. Dass deutsche Staatsdiener unschuldige Menschen ins Jenseits befördert haben, ist auch nach 1945 oft geschehen.

    Im Grund illustriert die Äußerung Wagners „sieht er eines der schlimmsten Verbrechen, das Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg begangen habe“ nur, dass er sich selbst keine Gedanken über das wahre Wesen von Polizei und Justiz gemacht hat, bevor er selbst betroffen wurde.

    Ich bringe den SZ-Artikel hier wegen der Passage

    Dann kritisiert Wagners Rechtsanwalt, wie zügig die Stuttgarter Staatsanwaltschaft nach dem 30. September gegen die Demonstranten vorgegangen sei, während die Verfahren gegen angezeigte Polizisten systematisch verschleppt würden.

    So ist es immer und überall. Polizei und Justiz sind dazu da, um die jeweilige Herrschaft aufrecht zu erhalten, nicht um die Sicherheit der Meisten zu gewährleisten.

  9. LeserIn Says:

    Leitender Oberstaatsanwalt als Leichenfledderer?

    Im Fall Barschel gerät der frühere Chefermittler Heiner Wille selbst ins Visier der Justiz. Der damalige Leiter der Staatsanwaltschaft Lübeck soll ein offizielles Beweisstück aus Barschels Todessuite, ein Buch des Philosophen Sartre, in sein privates Bücherregal gestellt und auch sonst gegen die Vorschriften zur Lagerung von Asservaten verstoßen haben. So bleibt ein Haar, das auf Barschels Bett gefunden worden war und eigentlich zur DNA-Analyse sollte, spurlos verschwunden.

    „Die Generalstaatsanwaltschaft wird die Vorgänge aufzuklären haben“, sagte Justizminister Emil Schmalfuß (parteilos) …

    Hamburger Abendblatt 07.10.11

    „“Die Generalstaatsanwaltschaft wird die Vorgänge aufzuklären haben“, sagte Justizminister Emil Schmalfuß (parteilos) …“ Dieser Schmalfuß kann nicht bei Trost sein. In der Generalstaatsanwaltschaft sitzen Leute wie LOStA Heiner (eigentlich Heinrich) Wille. An Wahrheit sind die alle nicht interessiert.

  10. LeserIn Says:

    Pro-Neonazi-Justiz auch in Sachsen.

    Weil sie einen genehmigten Aufmarsch der Neonazis 2010 verhindert haben, sollen vier führende Linke-Politiker wegen „Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz“ vor Gericht. Der sächsische Landtag hat mit den Stimmen von Schwarz-Gelb und der rechtsextremen NPD die Immunität von Linke-Fraktionschef Hahn aufgehoben.

    Außer Hahn müssen auch die Linke-Fraktionschefs der Länderparlamente von Thüringen und Hessen, Bodo Ramelow sowie Janine Wissler und Willy van Oyen, mit einem Prozess rechnen. Ramelows Immunität wurde bereits aufgehoben, in Hessen liegt das Immunitätsverfahren derzeit allerdings noch auf Eis.

    Süddeutsche Zeitung 13.10.11

    In diesem Fall bin ich hundertprozentig für Andre Hahn, Bodo Ramelow, Janine Wissler und Willy von Oyen. Worin soll ihre Straftat bestanden haben? Sie haben sich hingesetzt.

    • bloegi Says:

      Zum gleichen Thema ein Interview des SPD-Abgeordneten im sächsischen Landtag Karl Nolle mit der Jungen Welt am 19.10.2011

      JW: Der sächsische Justiz- und Polizeiapparat geht massiv gegen die Neonazigegner vor, die sich in diesem Jahr an der erfolgreichen Massenblockade des Aufmarsches beteiligt haben. Für wie verhältnismäßig halten Sie den Einsatz von Überwachungsdrohnen, die uferlose Telefonüberwachung, Hausdurchsuchungen, die Entnahme von DNA-Proben und sogar gegen die Antifaschisten gerichtete Ermittlungen nach Paragraph 129 wegen »Bildung einer kriminellen Vereinigung«?
      Nolle: Rechtsstaat und Verfassung scheinen bei Teilen der Staatsanwaltschaft und Polizei völlig aus dem Ruder gelaufen zu sein. […]

      JW: Verfolgt man das massive staatliche Vorgehen gegen die Antifaschisten, verwundert durchaus, daß die sächsische Polizei und Justiz nicht einmal annähernd einen ähnlich ausgeprägten Ermittlungseifer gegen die Mitglieder der neofaschistischen Gruppierung »Sturm 34« an den Tag gelegt hat, oder auch gegen Personenkreise, die in den unter dem Stichwort »Sachsensumpf« bekanntgewordenen kriminellen Netzwerken aktiv waren. Wie erklären Sie sich das?

      Nolle: Selbst das Skandieren von »Ruhm und Ehre der Waffen-SS« durch einige hundert Neonazis am 13. Februar 2010 unter direkter Polizeibeobachtung im Neustädter Bahnhof war kein Grund für die Staatsanwaltschaft einzuschreiten. Meine Strafanzeige wurde monatelang gar nicht und dann für den Papierkorb bearbeitet. […]

      JW: Sie haben sich einen Namen als glaubwürdiger Aufklärer in Sachen Filz und Korruption gemacht und haben Ihre Stimme stets gegen Neofaschismus, Rassismus und Ausgrenzung erhoben. Als Dank dafür hatte die Dresdner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet (siehe Spalte). Wie gefährlich lebt es sich als Demokrat und Aufklärer im Freistaat?

      Nolle: Wir leben Gott sei Dank nicht in Weißrußland. Mein Verfahren war keine Spaßveranstaltung. Es ist mit gezinkten Karten gespielt worden, von ganz oben. […]

      JW: Der Historiker Wolfgang Wippermann kam kürzlich zu dem Schluß, Sachsen sei das »rechtskonservativste und unfreieste Bundesland der Republik«. Teilen Sie diese Einschätzung?

      Nolle: Ja, leider, das sage ich seit Jahren: »Im Vergleich zu Sachsen ist Bayern ein Hort des Liberalismus.« Es ist einmalig in der Bundesrepublik, in welcher Weise das schwarz verfilzte Land seit 20 Jahren von der herrschenden CDU-Partei- und Staatsführung mit ihrem schwarzen Gesangbuch durchorganisiert wurde. Das ist der eigentliche Sachsensumpf, in dem Teile der Justiz bei der Verfolgung von Regierungskriminalität, Untreue, Korruption und Amtsmißbrauch wie eine institutionalisierte Strafvereitelungsbehörde wirken. […]

      Nolle kennt Hessen nicht.

      2005 hat der BGH entschieden, „Ruhm und Ehre der Waffen SS“ sei nicht strafbar. Die Nazi haben gejubelt. Daraufhin wurde § 130 StGB geändert. Absatz 4 wurde ergänzt:

      (4) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer öffentlich oder in einer Versammlung den öffentlichen Frieden in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise dadurch stört, dass er die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt.

      so dass heute „Ruhm und Ehre der Waffen-SS“ strafbar ist.

      • LeserIn Says:

        Sächsische Landtagsabgeordnete der FDP und der CDU tadeln Nolle für „Justizschelte“, was besagen soll, dass einer, der Staatsanwälte und RichterInnen kritisiert, etwas Unanständiges tut. Diese Abgeordneten kämpfen für den „Rechtstaat“ just in der Jungen Freiheit, einer rechtsradikalen Zeitung.

        Benjamin Karabinski, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, hatte mit Hilfe der rechten Postille Junge Freiheit die Kampagne gegen Nolle eröffnet und ausgerechnet den engagierten Antifaschisten bezichtigt, nicht nur den Freistaat und seine »rechtsstaatlichen Institutionen«, sondern »letztlich auch alle Bürger Sachsens« zu diffamieren (siehe jW vom 21.10.). Der CDU-Innenpolitiker Christian Hartmann legte am Freitag nach – ebenfalls in der Internetausgabe der Jungen Freiheit.

        »Polizei und Justiz haben die ihnen durch Verfassung und Gesetz übertragenen Aufgaben pflichtgemäß im Interesse und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger erfüllt«, behauptete der Landtagsabgeordnete. Er forderte – ausgerechnet in dem Rechtsaußenblatt – bei der Bewertung der Justizschelte nicht zu vergessen …

        Junge Welt 24.10.11

        Besonders unerträglich ist der salbungsvolle Ton „durch Verfassung und Gesetz übertragenen Aufgaben pflichtgemäß im Interesse und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger erfüllt“. Diese Heuchler!

  11. Erwin Thierfelder Says:

    Erstaunlich, „Ruhm und Ehre der Waffen-XXXXX“ (ich ixe die genannte NS Organisation um mich nicht des öffentlichen Verwendens straffällig zu machen) erfüllt keinen Straftatbestand?

    Für mich ist das ein Verwenden von Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation. Und tateinheitlich auch eine anstiftende (staats- und verfassungsfeindliche) Werbung für diese verfassunswidrige Organisation und deren sattsam bekannten traditionellen „Handlungen“ und gleichgestellten „Unterlassungen“.

    Hier am Ort (Raum Gummersbach – LG Bezirk Köln) läuft auch gerade so eine ähnliche NeoNS Hofierungs- und Nazigegner Niedermachungsaktion der Offizialbehörden. Das geht soweit, ein namentlich mir bekannter KOK der KriPo versteigt sich zu NS begünstigenden Strafvereitelungsaktionen mit falschen Beurkundungen zur Beweislage tateinheitlicvh Beweisunterdrückung. Und das nachweislich.

    Wegen des zugrundeliegenden Vorgang habe ich auf meinern Homepage (Tatverdächtige anonymisiert) seit geraumer Zeit veröffentlicht zu NS Aktivitäten in Gummersbach durch eine bestimmte kleine Personengruppe.

    Diese Gruppe agiert übrigens im Internet gegen mich und meine Glaubwürdigkeit mit einer Bemerkung von „bloegi“ (Metalink gesetzt) zwecks Darstellung meiner „Unglaubwürdigkeit“ bei Dritten (u.a. „bloegi“). Bloegi hatte bei unserem ersten Kontakt im Blog („Die Päpstin des Verbietens“) angemerkt, ich möge seine „Zensur verzeihen“. Ich solle einen eigenen Blog eröffnen und dort unbewiesene Behauptungen veröffentlichen. Was recht unerheblich ist, nur zur Demonstration erwähnt wird wie diese braunen Typen arbeiten und ausnutzend sowas im Sinn zu ihren Gunsten als Unbeteiligte verdrehen.

    http://www.akutes-gummersbach.de
    http://www.akutes-gummersbach.beepworld.de
    http://erwin-thierfelder.gyf.de

    • bloegi Says:

      Der BGH hat 2005 drei Neonazis freigesprochen, die „Ruhm und Ehre der Waffen-SS“ öffentlich propagiert haben.
      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,367176,00.html
      Der Beschluss des BGH vom 28.7.2005 (3 StR 60/05) steht auf
      http://treffer.nwb.de/completecontent/dms/content/000/223/Content/000223447.htm
      Man kann ihn übrigens auch in der Entscheidungsdatenbank des BGH auf
      http://www.bundesgerichtshof.de
      finden. Der 3.Strafsenat hat behauptet, die gesetzliche Grundlage für eine Verurteilung fehle.

      Der Beschluss vom 28.7.2005 hat große Empörung ausgelöst. Auch wir haben dagegen protestiert. Das Foto oben auf
      http://www.althand.de/opifran.html
      zeigt den blinden Journalisten F.J.Hanke mit einem entsprechenden Plakat. Wegen der vielen Proteste hat der Bundestag, wie bereits oben erklärt, den § 130 StGB erweitert. „Ruhm und Ehre der Waffen-SS“ ist heute strafbar. Nichtsdestoweniger entspricht es auch meinen Beobachtungen, dass die deutsche Justiz Rechtsextreme schützt.

      Ein anderes Problem, das Sie ansprechen, ist das der „Mitstreiter“. Wenn irgendwo einer effizient Justizkritik äußert, biedern sich ihm innerhalb weniger Monate „Mitstreiter“ an. Etliche dieser „Mitstreiter“, darunter auch Frauen, arbeiten den Behörden zu, sind also IMs wie bei der Stasi. Aufgabe dieser IMs ist zuallererst den wirksamen Justizkritiker zu diskreditieren, ihn lächerlich zu machen und Verurteilungen zuzuführen. Erstes Kennzeichen dieser IMs ist, dass sie die Justiz schwerster Verbrechen anklagen, und zwar in Foren und Blogs, für die sie selbst nicht verantwortlich sind, dabei aber nicht den geringsten Beweis liefern, dass ihr Gejammer der Wahrheit entspricht.

  12. Richard Albrecht Says:

    @ blögi

    Betr.
    Mitstreiter/innen-Problem

    Das sah ich, zumal als Frauenfreund;-), bisher noch nicht so … aber daß es sich an die paar seriösen seit Jahren netzaktiven JustizKritiker, die diesen Namen verdienen, destruktiv anhängende TrittbrettlerInnen gab, gibt und künftig geben wird ist klar, fiel mir auch schonn auf und war damals ein Nebenaspekt dafür, daß ich im Sommer 2007 das unabhängige online-Magazin http://rechtskultur.de nicht mehr weitermachte.

    Andererseits ist die Stärke des www-Netzes seine Offenheit. Da müssen vermutlich diese staatsschutzzuarbeitenden kleinen PisserInnen wohl leider als lästige Begleiterscheinung ertragen werden im Sinne einer Lenin-Anekdote, die ich hier mal ungeschützt weitersage:

    Als Uljanow erfuhr, um 1913, daß da´n Ochrana-Agent seit Jahren im ZK der Bolshewiki aktiv war, soll er gesagt haben: Nagut, um bei uns ins ZK zu kommen muß er´n paar Jahre in unserm Sinn geARBEITet haben…

    Gruß

    Richard Albrecht, 211011
    http://wissenschaftsakademie.net

    • bloegi Says:

      An den „Frauenfreund“ Richard Albrecht:

      Es war eine Scheinehe, trotzdem hat eine 56-Jährige ihren Mann mit 20 Beilhieben erschlagen, weil er sich trennen wollte. Die Frau kaufte auch eine Kettensäge.[…] Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, ihren Mann, als dieser schlief, ermordet zu haben, weil der erfolgreiche Cafébesitzer ihr bei einer Scheidung keinen Cent zahlen wollte.

      Welt 24.10.2011

      Ähnlich
      https://bloegi.wordpress.com/2009/01/26/gattin-zersagt-polizeibeamten/

      Die Obduktion ergab später, dass dem Opfer durch die Wucht der Schläge die Halswirbelsäule gebrochen und der Schädel zertrümmert worden war.

  13. scharf-links Says:

    Berufungsverfahren bestätigt weitgehend Skandalurteil

    26.10.11
    Antifaschismus, Rheinland-Pfalz, News

    von Solidaritätsgruppe für die kriminalisierten AntifaschistInnen von Remagen

    Der Berufungsprozess gegen einen jungen Antifaschisten, der am vergangenen Mittwoch am Landgericht Koblenz stattgefunden hat, endete, ohne dass es zu einem Freispruch gekommen ist. Der Angeklagte war im Mai diesen Jahres – trotz fehlender Beweise und nur aufgrund der Aussage eines einzigen Polizisten – zu einer hohen Strafe verurteilt worden.

    Der zunächst zuständige Oberstaatsanwalt hatte in der Vergangenheit heftige Kritik provoziert, weil er den Angeklagten und seinen Anwalt beschimpft hatte und im ersten Prozess Druck auf Zeugen und Teile des Publikums ausgeübt hatte. Dieser Oberstaatsanwalt …..

    http://www.scharf-links.de/46.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=19295&tx_ttnews%5BbackPid%5D=3&cHash=69b52756b4

  14. Albrecht Wieland Says:

    In deinem Blog findet man wahrscheinlich mehr einschlägige Bildchen, als beim Internetauftritt der Arian Brotherhood ^^
    Aber betreibe nur weiter deinen Negativkult rund um das tote Alien aus Braunau. Jeder braucht ein Hobby.
    Dass auf jeden echten Nazi wahrscheinlich eine Zehntausendschaft von linkslinken „Bewältigern“ deiner Art kommt, sei nur deshalb noch erwähnt, weil ihr doch so gerne von der „rechten Gefahr“ schwadroniert und diese dann an trivialen Einzelbeispielen wie diesem halbwüchsigen Alki auf obigen Bildern festmacht.
    Auf die Idee, dass Jugendliche wie er in erster Linie auf zum Selbstzweck verkommene Provokation aus sind, kommt ihr ja in eurer intellektuellen Vernageltheit nicht. Ihr seht immer nur das vermeintlich „große Ganze“, das, wie könnte es auch anders sein, eine latent nazoide Gesellschaft ist. Eine Gesellschaft, die zu schulmeistern und zu züchtigen ihr euch auf eure tiefroten Fahnen geschrieben habt.
    Einfach nur peinlich.

    • bloegi Says:

      Ich lasse diesen Kommentar ausnahmsweise zu, nur um zu belegen, dass „Dieser Vollidiot hält sich für Hitler persönlich“ zunehmend die Neonazi-Szene beunruhigt. Die Klickraten wachsen stetig.

      „Albrecht Wieland“ scheint im Gegensatz zum „Austrianer“ tatsächlich aus Österreich sein, speziell aus der Steiermark (91.119.1.113), ist also ein Nachbar des Jörg Haider.

      Die Neonazis sind sich mit den meisten Staatsanwälten (die allerdings auch Neonazis sind), darin einig, dass besoffene Schwachköpfe keine Neonazi sein könnten. Irgendwie sei das Nazitum eine tiefsinnige Ideologie, die nur von tiefsinnig-gebildeten Menschen verstanden werden könne, und auch nur dann, wenn die tiefsinnig-gebildeten Menschen nicht betrunken seien. Diese Ansicht ist mit den Tatsachen nicht vereinbar. Die SA bestand aus Haufen pöbelnder Dummköpfe, die meist betrunken waren.

      Interessant ist der Hinweis auf die Aryan Brotherhood, die arische Bruderschaft, vergleiche
      http://de.wikipedia.org/wiki/Aryan_Brotherhood
      Das Hakenkreuz ist das international bekannteste Zeichen für eine Morddrohung.

  15. basti Says:

    wie ich an den von ihnen veröffentlichten überwachungsbildern erkenne, sind sie – so wie die cdu – ein großer verfechter der presönlichkeitsrechte.

    • bloegi Says:

      Die „presönlichkeitsrechte“ von Neonazis liegen mir selbstverständlich enger am Herzen als der CDU. Die Aufnahmen werden nicht nur mit der Einwilligung des Straftäters publiziert. Der Straftäter war sogar begierig als Hitler-Männchen in der Öffentlichkeit zu erscheinen.

  16. Erwin Thierfelder Says:

    Superscharfer Comment, lieber Basti!

    Na klar, da ist es ja wieder: die Persönlichkeitsrechte als Grundrechte = Täterschutz! Und Täter war der „Abgelichtete“: Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger……, Hausfriedensbruch (auch ohne ausdrückliche Hausverweisung und Hausverbot ist stillschweigend vereinbart, meinen (und auch Bloegis) Grund und Haus nicht zur Begehung von Straftaten gegen den Staatsschutz und gegen den Hausherrn persönlich ungebeten betreten zu dürfen)……..

    Schon mal was vom Schutzzweck von Gesetzen (und dessen jeweiligen Einzelnormen) gehört? Oder vom Grundrechtsmissbrauch? Und unterstellt, die Basti Auffassung dieses Straftäters „Recht am eigenen Bild“ sei in solchem Fall von Bloegi rein objektiv erst einmal verletzt, schon mal was vom „rechtfertigenden Notstand“ gehört? Findet sich als Handlungslegitimation normiert sowohl zivilrechtlich im BGB wie strafrechtlich auch im StGB.

    Ich grüße kopfschüttelnd.
    Erwin Thierfelder.

  17. LeserIn Says:

    Vor zwei Monaten war Bahner noch der Spitzenkandidat der Piraten bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Der 27-jährige Politikstudent zog als einziger Pirat in einen Kreistag im Nordosten ein, führte den Wahlkampf unter dem Motto „Nazis raus, Piraten rein!“ Das Problem: Bahner hatte verschwiegen, dass er vor seinem Wechsel zu den Piraten selbst Mitglied in der rechtsradikalen NPD war.

    SPIEGEL 02.11.11

    Es darf gewettet werden, ob Bahner nicht nur Mitglied der NPD und der Piraten, sondern auch IM des Verfassungsschutzamts ist. Für derartige Tricksereien ist immer genug Geld in der Staatskasse.

    Schönes Bild von Bahner im Spiegel. Das Hitlerbärtchen ist 3 cm nach unten gerutscht.

  18. Amadeu Antonio Stiftung Says:

    182 Todesopfer rechter und rassistischer Gewalt seit 1990

    Nach dem aktuellen Wissen um die Taten des Neonazi-Trios muss die Liste der Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt aktualisiert werden. Insgesamt wurden seit 1990 182 Menschen Opfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt. Die offiziellen Statistiken sprechen allerdings nur von 47 Opfern. Auch in der Antwort auf eine kürzlich gestellte große Anfrage im Bundestag, bestätigte die Regierung erneut ihre Zählweise. „Dabei ist der Umgang mit Rechtsextremismus seitens der Behörden unprofessionell und der Umgang mit den Opferzahlen würdelos“, so Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

    http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/todesopfer-rechtsextremer-und-rassistischer-gewalt-seit-1990

  19. LeserIn Says:

    In Brasilien ist ein angehender Student zu ungewolltem Internet-Ruhm gelangt. Der Grund ist sein Name: Der 21-Jährige heißt Adolf Hitler Souza Mendes … Warum seine Eltern ihm diesen Namen gaben und die Behörden ihn akzeptierten, ist schleierhaft.

    WELT 16.12.11

    Nein, das ist nicht schleierhaft. Die Namensgebung erhellt die ‚Weltanschauung‘ der Eltern. In Deutschland ist es ähnlich. Die Vornamen „Siegfried“ oder, ärger noch, „Hagen Tronje“ oder, etwas milder, „Winfried“, „Wilfried“ und „Dieter“ signalisieren die Ausrichtung der Eltern. Die Namensträger können nichts für ihre Vornamen, aber die familiäre Indoktrination hat sie belastet. Ob sie sich davon freimachen konnten, bleibt fraglich.

  20. bloegi Says:

    Kasseler Neonazi wegen Hitler-Gruß zu 600 Euro Geldstrafe verurteilt

    Das Amtsgericht in Kassel verurteilte den 32-Jährigen am Freitag wegen Verwendens verfassungswidriger Symbole zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à zehn Euro.

    Nach anfänglichem Leugnen hatte der zum rechtsextremistischen Netzwerk „Sturm 18“ gehörende Mann die Aktion im März 2011 zugegeben. Er habe sich provoziert gefühlt, weil ihm die Linken Flugblätter angeboten hätten, erklärte der 32-Jährige. An jenem Tag war er stark angetrunken gewesen. Wegen eines versuchten Brandanschlags auf eine Moschee im nordhessischen Korbach steht er bereits unter Bewährung.

    net-tribune 23.12.2011

    Führer der „Kameradschaft Sturm 18“ ist Bernd Tödter (heißt wirklich so). Er gehört zu den verbrannten Neonazis, d.h. zu den Neonazis, die so oft durch die Medien gegangen sind, dass nicht einmal mehr die hessische Justiz ihr Tun beschönigen kann.

    Besonders makabrer: Als bereits mehrfach vorbestrafter Neonazi wurde Tödter Vorsitzender des Kasseler Multi-Kulti-Vereins „Spitze e.V.“ und bezog für Gemeinnützigkeit und Verdienste um die Integration jede Menge Förderknete vom Staat.

    Um die Führung im rechten Lager bemüht sich dagegen ein Mann, der noch vor nicht allzu langer Zeit seinen Ausstieg aus der Szene behauptet hatte: 2006 übernahm Bernd T., üppig vorbestrafter Gründer der früheren Kameradschaft „Sturm 18 Cassel“, vorübergehend den Multikultur-Verein „Spitze e.V.“ in der Kasseler Nordstadt und präsentierte sich als geläutert.

    HNA 15.10.2010

    Der Betrug wurde selbstverständlich nicht von Behörden, sondern in einem Artikel der Frankfurter Rundschau aufgedeckt. Mehr über Tödter (mit Bildern):
    http://linksunten.indymedia.org/node/47208

    Ihr Macker Bernd Tödter machte derweil den Hitlergruß.

    Tödter hat mehr getan als den Hitlergruß zu machen. Sein Name ist ihm Programm.

  21. Infos zu witzfigur bernd tödter.ich bin seit meinem elften lebensjahr andersdenkend und lernte vor einiger zeit den unter persönlichkeitsstörungen und dem münchhausensyndrom leidenden vollhonk bernd tödter kennen.der vogel istDer grösste träumer un Says:

    .

    • bloegi Says:

      Ich lasse diesen Kommentar zu, um zu belegen, was in der Neonazi-Szene wirklich los. Der Kommentator hat seinen gesamten Text ins Namensfeld geschrieben. Er lautet so weit wie überliefert:

      Infos zu witzfigur bernd tödter.ich bin seit meinem elften lebensjahr andersdenkend und lernte vor einiger zeit den unter persönlichkeitsstörungen und dem münchhausensyndrom leidenden vollhonk bernd tödter kennen.der vogel istDer grösste träumer un

      Bernd Tödter ist derjenige gewalttätige Neonazi, welcher zum Geschäftsführer des Kasseler Vereins „Spitze e.V.“ aufstieg. „Spitze e.V.“ war beim Kasseler Amtsgericht als gemeinnützig eingetragen und bekam wegen seines Engagements für die Integration staatliche Fördergelder. Kassel-Zeitung 7.9.2006. Es ist nicht nur der Verfassungsschutz, der Neonazis unterstützt.

      Es ist gefährlich, aber möglich mit Typen wie Tödter fertig zu werden. Das Problem ist die Förderung und der umfassende Schutz, den die Staatsnazis solchen Leuten gewähren. Die Unterstützung hört erst auf, wenn die Neonazis als solche prominent werden. Diese Enttarnung der Neonazis wird aber nie von Staatsdienern vollbracht, sondern von Privaten – in Tödters Fall von der Frankfurter Rundschau.

      Was macht Tödter jetzt?

      Um die Führung im rechten Lager bemüht sich dagegen ein Mann, der noch vor nicht allzu langer Zeit seinen Ausstieg aus der Szene behauptet hatte: 2006 übernahm Bernd T., üppig vorbestrafter Gründer der früheren Kameradschaft „Sturm 18 Cassel“, vorübergehend den Multikultur-Verein „Spitze e.V.“ in der Kasseler Nordstadt und präsentierte sich als geläutert.
      Forum „Sturm 18“

      Heute betreibt der 35-Jährige unter seinem alten Label „Sturm 18“ ein Internet-Forum für Neonazis. Die 18 steht bei Rechtsextremen für den ersten und achten Buchstaben im Alphabet, also AH: Adolf Hitler.

      HNA 15.5.2010

  22. LeserIn Says:

    Ähnliches geschieht in Hessen regelmäßig

    Neonazi rast absichtlich in Menschenmenge

    Nach einem Streit mit Fastnachtern ist am Sonntag in Haigerloch (Baden-Württemberg) ein Skinhead mit seinem Auto in eine Menschengruppe gefahren. … Der Polizei zufolge hatte ein halbes Dutzend Skinheads nach einer Tanzveranstaltung am frühen Morgen 20 bis 30 jüngere Festbesucher provoziert. Als die aggressive Stimmung sich hochschaukelte, sei der Skin in die Gruppe gefahren und danach zu Fuß an den Tatort zurückgekehrt, berichtete die Polizei. Es sei zu einer „wilden Schlägerei“ gekommen. …

    STERN 09.01.12

    Das Auto ist die am häufigsten verwendete Waffe. Wird damit jemand erschlagen, bezeichnet die Staatsanwaltschaft die Tat als „fahrlässige Tötung“.

    Neonazis zeigen sich heute nicht mehr mehrheitlich mit Glatze.

  23. bloegi Says:

    Soeben eine Nachricht gehört, die noch nicht in den News ist. Es geht um zwei Neonazis in Oberbayern, Dominik Baumann und Stefan Willy Reiche von der „Jagdstaffel D.S.T“ (D.S.T. bedeutet „deutsch, stolz, treu“). Brisant wegen Schusswaffen-Handel von der Schweiz aus. Die bayrischen Behörden beschwichtigen und vertuschen – wie üblich.

  24. LeserIn Says:

    Ein vermummter Mann in Berliner Polizeiuniform, posiert stolz mit Hitlergruß, Waffe und Schlagstock für ein Foto. .. Ins Netz gestellt hat das Foto der Rechtsextremist Marco B. aus dem bayerischen Schwandorf. … Das Hitlergruß-Bild ist nicht das einzige Foto auf dem Profil, das die rechtsextreme Gesinnung von Bachmann zur Schau stellt. Zahlreiche antisemitische, rassistische, NS-verherrlichende Motive sowie Hakenkreuze und NPD-Propaganda finden sich auf seiner Seite. … Der Mann trägt eine Dienstwaffe und auch alle sonstigen Accessoires am Gürtel, die man nicht in einem normalen Kostümverleih bekommt. Andererseits gibt es in Berlin kaum noch Polizisten, die noch die alte, grüne Uniform tragen.

    Tagesspiegel 23.02.12

    Im Artikel das Foto des angeblichen Polizeibeamten. Er trägt einen Rettungsring wie die meisten Polizeibeamten. Allerdings haben auch die meisten Neonazis, die keine Polizeibeamten sind, derartige Rettungsringe um die Körpermitte. Foto von Bachmann auf
    http://linksunten.indymedia.org/de/node/55280

    Bachmann, Marco: Aus den Vornamen solcher Leute kann man ablesen, wo die Mütter den erlebnisreichsten Pauschalurlaub ihres Lebens verbracht haben.

  25. Berger-88-BUMS-Treffen muss ohne Jägermeister-Trophäe stattfinden | bloegi Says:

    […] Vom Berger-88-Burschenschaftstreffen 2011: Dieser Vollidiot hält ich für Hitler persönlich […]

  26. Das Imperium schlägt zurück | bloegi Says:

    […] Ausgerechnet Jörg, der Neonazi-Patron, will sich als Schützer einer von den Nazis verfolgten Minderheit parfümieren. Und noch […]

  27. osiris Says:

    Nuja, wenigstens bin ich das nicht.

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