Archive for März 2011

Jauchzet! Frohlocket! Sehet: Ich verkündige euch große Freuden.

31 März 2011

Staatsanwalt Zmyj-Köbel ist rausgewählt worden

[… fies … fieser … zmyj-köbel mit tropfenfänger unter der nase]

Ein Mann namens Philipp Zmyj-Köbel, der über andere, auch wenn er sie gar nicht kennt, schmutzig schreibt, der Bekannte gegeneinander aufhetzt und Unschuldige verleumdet, ist Staatsanwalt geworden. Er ist in die CDU eingetreten und wollte auch Politiker werden – als Stadtverordneter in Schwalmstadt [1]. Seine Genossen machten ihn zum CDU-Sprecher, so dass er genug Gelegenheit bekam Männchen zu machen, und setzen ihn auf Platz 8 der CDU-Liste für Schwalmstadt.

Bei den hessischen Kommunalwahlen am 27.3.2011 verlor die CDU in Schwalmstadt – leider noch nicht genug. Für 11 auf der CDU-Liste hat es gereicht. Zmyj-Köbel aber wurde „nach hinten“ gewählt – wie der Amtsrichter Horndasch in Ansbach. Doch während Horndasch noch durchkam, fiel Zmyj-Köbel durch. Die WählerInnen in Schwalmstadt haben ihn rausgewählt.

Aus der Aufstellung der Wahlergebnisse in Schwalmstadt:
CDU : 11 Sitze

Gewählt

Rang Nr Person
1 102 Otto, Reinhard
2 101 Schenk, Karsten
3 106 Willer, Anne
4 112 Dr. Näser, Gerald
5 109 Göbel, Andreas
6 104 Schidleja, Norbert
7 105 Käufler, Georg
8 107 Schaaf, Willi
9 103 Wechsel, Thorsten
10 118 Keim, Walter
11 136 Dr. Adam, Bernd

Nicht gewählt

Rang Nr Person
12 116 Rehberg, Stefan
13 108 Zmyj-Köbel, Philipp

Als ich 2007 Beweise für den hinterhältigen Charakter des Staatsanwalts Zmyj-Köbel bekam, ging ich öffentlich gegen ihn vor und bekam Hilfe von anderen [2], [3]. Es ist nicht erträglich, dass eine Person mit den Anlagen eines Zmyj-Köbel Staatsanwalt bleiben darf.

Die Auseinandersetzung wurde mit zunehmender Härte geführt. Natürlich wurden die Befugnisse der Staatsanwaltschaft missbraucht um die Meinungsäußerung, die gerade für solche Fälle frei sein muss, zu unterdrücken. Ruft man Bilderdienst von Google auf und trägt dort „Staatsanwalt Zmyj“ ein, bekommt man Meldungen der Art „Aus Rechtsgründen hat Google … Ergebnisse entfernt“. Auf der 9.Seite schließlich (31.3.2011):

Aus Rechtsgründen hat Google 5 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt.
Aus Rechtsgründen hat Google 8 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt.
Aus Rechtsgründen hat Google 5 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt.

Also insgesamt 18 Sperrungen. Es gibt kaum Bilder, die ähnlich zahlreich gesperrt werden. Sucht man beispielsweise nach „SS“, findet man auf der 9.Seite (31.3.2011):

Aus Rechtsgründen hat Google 4 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt.
Aus Rechtsgründen hat Google 2 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt.

gerade mal 6 Sperrungen. Im Wesentlichen werden die Internetseiten
www.althand.de/zmyj.html
www.althand.de/beleidi.html
bei Google unterdrückt. Die erste ist populär. Mehrmals riefen mich Leute an, die mir von ähnlichen Erfahrungen mit Zmyj-Köbel berichteten, die Zmyj-Seite erwähnten und sagten: „Was haben wir gelacht.“ Die zweite Seite enthält die Beweise, dass Zmyj-Köbel ALS STAATSANWALT Leute beschimpft (nicht nur mich), falsch verdächtigt und gegeneinander aufzuhetzen versucht. Dabei ist er peinlich dumm.

Zymj-Köbels Tour in die Politik ist schief gegangen, weil die Leute ihn nicht wollten. Sie haben ihn abgewählt. Genauso muss es mit seinem Staatsanwaltsposten gehen. Es muss möglich werden Richter und Staatsanwälte abzuwählen. Ich bin sicher: Zmyj-Köbel wäre als einer der ersten abgängig.

Die Verantwortung dafür, dass Zmyj-Köbel sich immer noch als Staatsanwalt ausschmutzen darf, trägt der

Leitende Oberstaatsanwalt Arndt Peter Koeppen in Marburg, natürlich auch CDU. Verantwortlich sind auch der Generalstaatsanwalt Hans-Josef Blumensatt und der Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), der Blumensatt ernannte. Sie taugen alle nichts, und dass Hahn noch lange Justizminister bleibt, halte ich für unwahrscheinlich.

Ulrich Brosa


[1] Schwalmstadt hieß früher Ziegenhain und Treysa. Von dort ging die Reichspogromnacht aus; die NS-Reichsführung zog nur nach. Immerhin macht es Freude, dass nicht einmal dort Personen wie Zmyj-Köbel Erfolg haben.

Kommunalwahlen in Hessen

28 März 2011

Ich hatte den WählerInnen in der Umgebung empfohlen nicht CDU und FDP zu wählen (wegen der Beziehungen dieser Parteien zu Justiz und Polizei), obwohl GRÜNE und SPD ebenfalls ekelhaft sind. Hier ein paar Ergebnisse:
_____________________

In Amöneburg hat die CDU am stärksten verloren:

Stimmen % +/-

CDU…. 38,2 -7,0
SPD…. 24,8 +1,9
FWG… 22,6 +3,9
AWG… 11,9 -1,3
FDP…. 2,5 –

In Amöneburg bekam die CDU vor 2000 bis zu 80% der Stimmen. Es war extremer als bei der CSU in Passau. Erfreulicherweise hat auch die AWG verloren – immer noch nicht genug. Die AWG versteht man am besten, indem man sie mit der CDU vergleicht. Relativ zur AWG ist die CDU eine linksextremistische Gruppierung.
__________________

In Marburg hat die CDU am stärksten verloren. Die FDP, die Partei des Justizministers Jörg-Uwe Hahn, ist auf 2% abgerutscht – immer noch nicht tief genug.

Marburg (Gemeindewahl)

Stimmen % +/-

SPD…. 37,3 +4,3
CDU…. 23,0 -9,0
GRÜNE 22,6 +5,0
LINKE. 7,4 -1,4
FDP….. 2,5 -2,4
MBL…. 2,5 -0,7
BfM….. 2,2 –
PIRATEN 1,9 –
APPD…. 0,5 -0,1
ödp……. 0,0 –

Wegen der Universität sind die GRÜNEN seit längerer Zeit in Marburg stark positioniert. Daher besonders erfreulich: Bei den Oberbürgermeisterwahlen in Marburg hat der GRÜNE Bürgermeister Kahle, Chef der Marburger GRÜNEN, ein (Ex-)Richter, Gatte der Richterin Nadine Bernshausen, wunschgemäß schlecht abgeschnitten.

Egon Vaupel (SPD) 59,3 Prozent
Wieland Stötzel (CDU) 18 Prozent
Franz Kahle (GRÜNE) 12,4 Prozent

Der Super-GAU in Fukuschima hat den GRÜNEN in Marburg insgesamt viel (22,6%), dem Juristen Kahle aber wenig (12.4%) genutzt.

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In Gießen hat die CDU am stärksten verloren. Das ist besonders erfreulich, weil Gießen der Heimatort des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) ist.

Gießen (Gemeindewahl)

Stimmen % +/-

SPD…. 33,6 +0,4
CDU…. 26,5 -9,5
GRÜNE 20,7 +7,9
FW……. 4,6 +0,8
LINKE.. 4,0 -1,9
FDP….. 3,6 -2,1
PIRATEN 2,8 –
Linkes Bündnis 2,3 –
BLG….. 1,9 -0,5

_______________________

In Waldbrunn im Westerwald, wo der Marburger Landgerichtspräsident Ullrich (CDU) wohnt, hat die CDU am stärksten verloren:

Waldbrunn (Gemeindewahl)

Stimmen % +/-
CDU…. 48,8 -8,4
BLW…. 29,9 +6,3
SPD…. 21,3 +2,1

_______________________

Im Lahn-Dill-Kreis, wo der Marburger Landgerichtspräsident Ullrich für die CDU kandidierte, hat die CDU am stärksten verloren – immer noch nicht genug.

Lahn-Dill-Kreis (Kreiswahl)

Stimmen % +/-

CDU…. 34,7 -3,4
SPD…. 32,9 -2,3
GRÜNE 13,6 +8,0
FWG…. 10,6 -0,8
FDP….. 3,1 -1,1
LINKE.. 2,7
FDP….. 3,1 -1,1
NPD….. 2,4 +0,4

Nach den ersten Ergebnissen sah es so aus, als habe die CDU den Lahn-Dill-Kreis verloren. Auch die Verluste der FDP waren anfangs bedeutend höher. Bemerkenswert ist der weit überdurchschnittliche NPD-Anteil. Die NPD hat in Limburg-Weilburg sogar zugenommen.
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In Schwalmstadt hat sich der Staatsanwalt Zmyj-Köbel auf der Liste der CDU angepriesen. Die CDU hat dort am stärksten verloren:

Schwalmstadt (Gemeindewahl)

Stimmen % +/-

SPD…. 41,3 -1,2
CDU…. 29,6 -2,3
GRÜNE 14,4 +6,0
FWG…… 7,1 -1,6
FDP……. 4,4 -0,8


Es soll nicht verschwiegen werden, dass die CDU in manchen Gemeinden beträchtliche Gewinne einfahren konnte, z.B. in

Heuchelheim (Gemeindewahl)

Stimmen % 2011 +/-

CDU…. 33,6 +8,7
SPD…. 27,4 -2,2
GRÜNE 16,7 +3,9
KWI…… 9,6 -2,6
FW……. 8,7 -4,7
FDP…… 3,9 -3,2

Grund war die Schlechtigkeit der SPD.

Richter bekämpfen

22 März 2011

[So sieht ein Hartz-IV-Kritiker aus dem Harz das Bundesverfassungsgericht. Doch der Held dieses Artikels ist der Amtsrichter Horndasch.
* Klicken Sie hier, wenn Sie gleich Horndaschs Geschichte lesen möchten.
* Klicken Sie hier, wenn Sie erfahren wollen, wie geschamig Ullrich, der Präsident des Marburger Landgerichts, geworden ist.]


Meine Verfassungsbeschwerde 2 BvR 108/11 über den Verstoß des Marburger Landgerichtspräsidenten Ullrich gegen die Gewaltentrennung hat das Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen – wie vorausgesagt. Der Schrieb vom Bundesverfassungsgericht ist inhaltlich vollkommen leer, was auch Vorteile hat.

Beispielsweise fehlen die sonst üblichen Begründungen der Ablehnung, z.B. (1 BvR 3207/10):

… weil sie mangels ausreichender Darlegung unzulässig ist.

oder (1 BvR 3050/10):

Annahmegründe (§ 93a Abs. 2 BVerfGG) liegen nicht vor, denn die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig. Sie erfüllt nicht die sich aus § 23 Abs. 1 Satz 2 1. Halbsatz, § 92 BVerfGG ergebenden Anforderungen an eine substantiierte Darlegung der Beschwerdebefugnis.

Auch die oft erhobene Behauptung fehlt, die Beschwerde sei nicht begründet, wie beispielsweise in 1 BvR 1090/06:

Die Rüge der Verletzung von Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG ist zwar zulässig, hat aber keine Aussicht auf Erfolg. Die Handlung des Beschwerdeführers, die das Persönlichkeitsrecht der Oberbürgermeisterkandidatin verletzte, ist ohne Verstoß gegen das Grundrecht der Meinungsfreiheit als Beleidigung im Sinne des § 185 StGB gewertet worden.

Sätze wie die zuletzt zitierten wirken verheerend, weil die heimische Justiz sich dadurch bestätigt fühlt und beim nächsten Mal noch härter zuschlägt.

Im vorliegenden Fall ist alles wie vorher, außer dass dem HÖCHSTEN DEUTSCHEN GERICHT Gelegenheit gegeben wurde seinen Senf dazu zu geben. Auch der vorliegende Fall zeigt: RichterInnen lösen keine Probleme. Sie ermöglichen und begehen systematisches Unrecht. Es hat keinen Sinn von ihnen etwas Gutes zu erhoffen. Die Auseinandersetzung muss politisch geführt werden. Um das wirksam zu tun, muss man verstehen, wie die Richterei funktioniert.

Ersten Aufschluss vermitteln die beteiligten Richter Voßkuhle und Landau. Wie Herbert Landau Bundesverfassungsrichter wurde, habe ich beschrieben. Landau gilt als Spezialist für Hessen. Bekanntlich wurde meine Beschwerde zwischen den Senaten des Bundesverfassungsgerichts verschoben. Dass sie ausgerechnet bei Landau landete, finde ich anrüchig. Andreas Voßkuhle ist auch ein beschriebenes Blatt. Er studierte in der Bayreuther Uni – wie Guttenberg – und schwärmt besonders von Peter Häberle, Guttenbergs Doktorvater. Der entscheidende Spruch jedoch, den Voßkuhle von sich gegeben hat, ist:

Das führte zu einem sehr, sehr engen Zusammenhalt.

Es ist aufschlussreich diesen Spruch mit dem des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Jentsch zu vergleichen:

Die Gefahr ist natürlich, dass man in der Masse untergeht. Das muss aber nicht sein, wenn man mit Freunden und anderen, die gleiche Interessen verfolgen, kleine Einheiten bildet, die Nähe vermitteln und wechselseitige Unterstützung.

Diese Hüter des Gemeinwohls mit dem engen, sehr engen Zusammenhalt und der wechselseitigen Unterstützung haben als Mitglieder von Seilschaften Karriere gemacht. Fachkenntnisse und Integrität waren – wenn überhaupt – zweitrangig. Sie hätten keine Karriere gemacht, wenn sie Gerechtigkeit (die so genannte Gleichheit vor dem Gesetz) oder gar die Gewaltentrennung an die erste Stelle gesetzt hätten.

Es hat keinen Zweck die Leute nur mit individuellen Beschwerden anzugehen. Sie wollen keine Gleichheit. Sie wollen die eigene Karriere. Von ihrer Umgebung ist auch keine Lösung zu erhoffen. Denn in ihrer Umgebung sitzt ihre Seilschaft.

Einzige Lösung ist das Zerreißen des Filzes. Die Parteien, die derartigen Zusammenhalt begünstigen, müssen bei Wahlen empfindlich verlieren. Wie man das schafft, führt jedoch keine Partei vor, auch nicht die LINKE und erst recht nicht die GRÜNEN. Die beste Anleitung kommt von einer kleinen Internet-Zeitung mit dem satirischen Namen Neue Christliche Mitte. Sie führt vor, wie eine Seilschaft im fränkischen Ansbach demoliert und der CSU schmerzliche Verluste zugefügt werden.



[Unverkennbar macht Herrn Stefan Horndasch sein prächtiges Gebiss. Doch hat dieser Richter, Fraktionsvorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion Ansbach und Kreisrat noch mehr zu bieten.]

1.Phase: Ein Richter im Landgericht Ansbach, Stefan Horndasch, bekommt Ärger mit diversen BürgerInnen, weil er seine richterlichen Pflichten vernachlässigt. Horndasch betätigt sich vorzüglich im CSU-Parteiapparat. Die BürgerInnen wollen nicht verstehen, dass Horndasch, wenn er das nicht täte, keine Aussicht auf Karriere im bayrischen Staatsapparat hätte. Beschwerden über Horndasch beim Oberlandesgericht bleiben selbstverständlich erfolglos. Der Ehrenkreishandwerksmeister, der Anwaltsverein und besonders ein bestimmter Rechtsanwalt werden unter Druck gesetzt, damit sie still sind. Doch die bayrische Justiz bekommt Angst um ihr Ansehen. Horndasch wird „auf eigenen Wunsch“ ins Amtsgericht Ansbach versetzt, zwar eine Degradierung, die den Leuten in Ansbach aber nicht hilft. Ich zitiere von der einschlägigen Internetseite der Neuen Christlichen Mitte:

19.Sept.2006:

Vor ein paar Wochen ging der „Fall Horndasch“ durch die mittelfränkische Presse. Die Familie Meißner hatte sich verzweifelt an die Öffentlichkeit gewandt, weil der Richter am Landgerichte Ansbach, Stefan Horndasch, die Familie Meißner sehr lange auf einen Verhandlungstermin warten ließ. Horndasch, der ein CSU-Parteiamt bekleidet, wurde vom Anwalt der Familie Meißner vorgehalten, dass er möglicherweise seine Pflichten als Richter vernachlässige weil er sich zu sehr eben diesem CSU-Parteiamt hingebe.

11.Dezember 2006:

Besondere Brisanz erhielt der „Fall Horndasch“, weil ein Mitglied der CSU-Kreistagsfraktion, Ehrenkreishandwerksmeister Rudolf Arlt (CSU), Horndasch öffentlich kritisierte und ihn ermahnte, seine zahlreichen politischen Ehrenämter nicht wichtiger zu nehmen als seinen Richterberuf. Arlt wurde daraufhin von einigen CSU-Kreistagskollegen in einer Sondersitzung „zur Brust genommen“ und aufgefordert sich bei Richter Horndasch zu entschuldigen. Arlt fühlte sich derart in die Enge getrieben, dass er einen Rechtsanwalt einschaltete um sich gegen die Anwürfe seiner CSU-Partei-Genossen zu wehren. […]

Der „Fall Horndasch“ war mittlerweilen fast vergessen, bis jetzt der Vorsitzende des Ansbacher Anwaltsvereins, Norbert Kohla, in einem Einladungsschreiben an seine Mitglieder erwähnte, dass es im „Fall Horndasch“ Unstimmigkeiten zwischen Richterschaft und Anwaltschaft gegeben habe, verursacht durch Veröffentlichungen, deren Sachlichkeit zu wünschen übrig gelassen habe. […] Der Vorsitzende des Ansbacher Anwaltsvereins wurde daraufhin von einem Mitglied, Rechtsanwalt Rudolf Harprecht, angeschrieben. Die Veröffentlichungen im „Fall Horndasch“ seien „mehr als sachlich gewesen“ und „in Anbetracht der Verhaltensweisen eines Richters Horndasch ohnehin veranlasst“. […]

Dass der „Fall Horndasch“ in der Presse etwas Staub aufwirbelte war nicht unberechtigt. Denn es scheint schon einen Zusammenhang zwischen den vielfältigen Ehrenämtern (für die CSU) des Richters Horndasch und der Länge von Gerichtsverfahren zu geben. Ich selbst war Zeuge in einem Schadenersatzprozeß bei dem Richter Horndasch der Kammer angehörte. Das Verfahren lief sage und schreibe 39 Monate, bis es zu einem Urteil kam. Das ist gegenüber dem Rechtssuchenden eine Unverschämtheit. Wo auch immer die Gründe dafür liegen. Wenn man aber von anderen Fälle hört, die sich ebenfalls unsäglich lange hinschleppen und davon, dass Richter Horndasch wohl sehr mit seinen CSU-Parteiposten zu tun hat, dann muß es schon erlaubt sein zu fragen, ob da etwas zu Lasten der Rechtssuchenden im Argen liegt. Das eine Beschwerde des Rechtsanwaltes Harprecht gegen Richter Horndasch bei der vorgesetzten Dienststelle, dem Oberlandesgericht Nürnberg, keinen Erfolg hatten, war eigentlich vorauszusehen. Denn auch da gilt wohl der Spruch: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“.

12.Januar 2007:

Auf eigenen Wunsch wechselt der Richter am Landgericht Ansbach, Stefan Horndasch, zum Amtsgericht Ansbach. […]

2.Phase: Am 2.3.2008 fanden in Bayern Kommunalwahlen statt. Amtsrichter Horndasch lässt sich auf die Liste der CSU für den Kreistag Ansbach setzen und wird gewählt, wenn auch nur mit Not. Denn die WählerInnen in Bayern können einzelne Kandidaten individuell mit Stimmen bedenken. Dabei kommt Horndasch schlecht weg. Die CSU insgesamt verliert die absolute Mehrheit. Nichtsdestoweniger macht die CSU-Kreistagsfraktion den Amtsrichter Horndasch zu ihrem Vorsitzenden und wählt ihn sogar in einen Kreistagsausschuss.

28.März 2008:

Die Kreisräte erhalten eine Aufwandsentschädigung von 90 Euro pro Monat. Zusätzlich eine Entschädigung von 63 Euro pro Sitzung. Die Fahrtkosten zum Sitzungsort und der Verdienstausfall werden ebenfalls erstattet. Für vorbereitende Sitzungen in den Fraktionen gibt es ebenfalls 63 Euro. Allerdings ist dieser Betrag auf insgesamt 17 Sitzungen im Jahr beschränkt. Der CSU-Fraktionsvorsitzende erhält z.B. pro Fraktionsmitglied pro Jahr zusätzlich 225 Euro. Die neue CSU-Fraktion hat 32 Mitglieder. D.h. Der neue CSU-Fraktionsvorsitzende, der Herrieder Amtsrichter Stefan Horndasch, erhält zusätzlich 7.200 Euro aus der Kreiskasse.

19.April 2008:

Obwohl der Dinkelsbühler OB Dr. Christoph Hammer bei den Bürgern überaus beliebt ist, (Kein Wunder, er setzt sich für diese nach Kräften ein) und Anfang März 2008 nicht nur als OB grandios im Amt bestätigt wurde, sondern auch das drittbeste Ergebnis bei der Ansbacher Kreistagswahl erzielte. wird er von seinen CSU-Kreistags-Kollegen „geschnitten“. Denn Dr. Hammer wurde n i c h t in den einflußreichen Kreisausschuss seiner Fraktion gewählt. Dafür wurde der von den Bürgern bei der Kreistagswahl „nach hinten“ gewählte Herrieder Stefan Horndasch von seinen CSU-Freunden in den Kreisausschuss „gehievt“.

CSU-MACHT SOLL GEBROCHEN WERDEN….. So titelt die FLZ Ansbach einen Bericht von heute über die Ansprüche der fünf Oppositionsparteien im Ansbacher Kreistag. Denn erstmals seit langer Zeit hat in diesem Gremium nicht mehr die CSU die absolute Mehrheit. Die Bürger haben die CSU bei der letzten Kreistagswahl am 02.03.2008 kräftig abgewatscht. Die CSU kam nur noch auf 32 von 70 Sitzen. Diese anderen 38 Sitze verteilen sich nun auf fünf Oppositionsparteien (SPD, Grüne, Freie Wähler, FDP und ÖDP). Und diese wollen sich nun zusammentun und beanspruchen die beiden Stellvertreterposten des Landrates Rudolf Schwemmbauer (CSU), der am 02.03.2008 für eine 2.Amtsperiode bestätigt wurde. Bisher stellte die CSU beide Landrats-Stellvertreter. Nun wollen Kurt Unger(SPD) und Heinz Henninger(Freie Wähler) diese Posten für sich beanspruchen. Mit Rückendeckungen ihrer Parteien und der FDP, der Grünen und der ÖDP. Das stinkt dem neuen CSU-Kreistags-Fraktionsvoristzendem, dem Amtsrichter Stefan Horndasch aus Herrieden. Horndasch selbst spitzt darauf den fast 65jährigen [Landrat] Rudolf Schwemmbauer zu beerben. Denn hinter vorgehaltener Hand spricht man in CSU-Kreisen davon, dass Schwemmbauer die 6jährige neue Amtsperiode nicht durchhalten wird. Womöglich in zwei Jahren bereits könnte er „aus gesundheitlichen Gründen“ zurück treten. Seine volle Pension wäre so gesichert und der Weg frei für einen CSU-Zögling. Ob der allerdings Horndasch heißen wird, darauf will noch niemand wetten. Denn die Wähler haben den Dinkelsbühler OB Dr.Hammer einen überwältigenden Wahlerfolg beschert. Während Horndasch von seinem hervorragenden vorderen Listenplatz weit nach hinten gewählt wurde. Eigentlich keine gute Voraussetzung für den Posten eines CSU-Kreistagsfraktionsvorsitzenden. Den ersten „Bock“ hat Horndasch auch bereits geschossen. […]

Fängt ja schon „gut“ an, bei den Christlichen. Die Wähler werden für solche „Spielchen“ keine Verständnis aufbringen. Und die CSU-Parteifreunde des farblosen Amtsrichters werden bald erkennen, dass sie mit Horndasch auf das falsche Pferd setzen. Wie sagte mal ein alter Pferdehändler: Du kannst aus einer toten Sau kein Rennpferd machen.

14.Mai 2008:

SCHWERE SCHLAPPE FÜR ANSBACHER CSU-KREISTAGS-CHEF [Horndasch]. Bei der letzten Wahl zum Kreistag des Landkreises Ansbach verlor die CSU ihre jahrzehntelange absolute Mehrheit. Nun zeigen sich die ersten Auswirkungen. Denn bisher stellte die CSU-Fraktion nicht nur den Landrat, sondern besetzte auch dessen beide Stellvertreter-Posten. Damit ist nun Schluß. Dem neuen CSU-Fraktionsvorsitzenden, dem aus Herrieden stammenden Stefan Horndasch (von Beruf Amtsrichter), war es trotz mehrfacher, eindringlicher Bitten, den ehemaligen Wolframs-Eschenbacher Bürgermeister, Anton Seitz (CSU) erneut zum Landratsstellvertreter zu wählen, nicht einmal gelungen alle Mitglieder seiner CSU-Fraktion hinter sich zu bringen. Mindestens zwei CSU-Kreisräte stimmten nicht für ihren Parteifreund Anton Seitz. Dagegen konnte das neue Fünfer-Bündnis im Kreistag (SPD, ÖDP, FDP, Freie Wähler, Grüne) ihre Kandidaten durchsetzen. Von 71 Stimmen erhielt Kurt Unger (SPD) 36 Stimmen und ist damit neuer 1.Landrat-Stellvertreter. Heinz Henninger (Freie Wähler) erhielt alle 38 Stimmen aus dem „Fünfer-Block“ und ist nunmehr 2.Landrat-Stellvertreter. Mit Pauken und Trompeten fiel dagegen der CSU-Kandidat Anton Seitz durch. Seitz erhielt lediglich 31 Stimmen. D.h.mindestens zwei CSU-Kreisräte wollten ihren eigenen Mann nicht.

Auch in Bayern ist die Schulbildung schlecht. Dass Horndasch gegen die Gewaltentrennung verstößt, und zwar in einer Weise, die sogar ausjudiziert ist – als Mitglied eines Ausschusses -, hat in Bayern wohl niemand bemerkt.

Nachtrag 25.3.2011

Aus Horndaschs Selbstdarstellung:

* Fraktionsvorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion
* Verwaltungsrat im Verbundklinikum Landkreis Ansbach
* Verwaltungsrat Klinikum Ansbach
* Mitglied im ÖPNV-Ausschuss

Richterliche Unabhängigkeit? Ein Witz! Dabei das obligate Bild des Kinderfreundes Horndasch.


Auch die Kampagne gegen die Missachtung der Gewaltentrennung in Hessen zeigt etwas Wirkung. Der Präsident des Landgerichts Marburg, Dr. Christoph Ullrich, ist schamhaft geworden. Auf der Liste der CDU zu den Kreiswahlen in Limburg-Weilburg stellt er sich als

16 Herr Dr.Ullrich Christoph Jurist

dar. Ullrich verbirgt seine berufliche Betätigung als Richter und Landgerichtspräsident.

Die Kettenreaktionen in Fukuschima gehen weiter

15 März 2011

[Wie sich die Leute das vorstellen, was in den japanischen Nuklear-Reaktoren geschieht.]

Der Unfall in Tschernobyl geschah, weil der Reaktor durch eine Reihe leichtsinniger Bedienfehler überkritisch gemacht wurde. Die Explosion in Tschjornobühl ist darum mit der einer Atombombe vergleichbar. Schuld war hauptsächlich der karriere-geile stellvertretende Chefingenieur Djatlow. Ich habe ein paar Beschreibungen für eine Vorlesung gesammelt.

Die Unfälle in Fukuschima sollen mit dem Unfall in Harrisburg vergleichbar sein. Dort wurde angeblich nach einem Problem mit der Kühlung die Kettenreaktion abgeschaltet, der Reaktor tief unterkritisch gemacht, wie es sein soll. Dass es trotzdem zu einem Unfall kam, wird auf die Nachwärme geschoben. Das ist ungefähr das Gleiche, was man auf einer Herdplatte spürt, kurz nachdem man sie abgeschaltet hat.

Der Haken dabei ist nur: Die Nachwärme ist im Vergleich zum dem, was ein kritischer Reaktor an Wärme produziert, lächerlich gering und sie klingt innerhalb weniger Stunden ab. Wenn man zudem berücksichtigt, dass die meisten Spaltfragmente radioaktiv sind und durch ihren Zerfall Wärme erzeugen, kommt etwas hinzu, was für einen nuklearen Reaktor spezifisch ist. Doch auch diese Zerfälle nehmen innerhalb von Stunden stark ab.

Hinzu kommen die merkwürdigen Meldungen mit der „Borsäure“. Die japanischen Reaktoren würden mit Meerwasser gekühlt. Dem Meerwasser würde Borsäure zugesetzt zwecks zusätzlicher Kühlung. Derartige Meldungen führen in die Irre. Bor hat einen riesigen Wirkungsquerschnitt für den Neutroneneinfang. Es wird verwendet um die Kettenreaktion zu unterdrücken. Wenn Techniker Bor in die Reaktoren kippen, bedeutet das, dass es eben doch nicht gelungen ist die Kettenreaktion abzuschalten.

Es ist nie möglich einen Kernreaktor schnell auszuschalten wie eine Lampe. Das hat mit Erdbeben und Tsunamis nichts zu tun, sondern wird durch die unzureichende technische Beherrschung der Kernspaltung verursacht. Doch nach einem Tag sollte das Schlimmste vorüber sein. Dass die Probleme noch nach Tagen zunehmen, zeigt, dass in Fukuschima nicht einmal die Kettenreaktion, die große Energiequelle, unterdrückt werden kann – und das bei mehreren Reaktoren zugleich. Insofern haben die Unfälle in Fukushima doch Ähnlichkeit mit dem Unfall in Tschernobyl.

Ulrich Brosa


Nachtrag am 16.3.2011:

Ich meine, dass nur wenige Leute verstehen, was in einem AKW geschieht. Deshalb die an sich bekannte Erklärung der Kettenreaktion:

1) Ein Neutron trifft Uran-Kern.
2) Uran-Kern spaltet, dampft dabei zwei oder mehr Neutronen ab.
3) Die Neutronen bis auf eines bleiben irgendwo stecken.
4) go to 1)

Ein Reaktor, in dem genau das geschieht, heißt kritisch. Bleibt nach einer Spaltung mehr als ein Neutron übrig, heißt der Reaktor überkritsch, bleibt weniger als ein Neutron übrig, heißt er unterkritisch. Dass der Reaktor genau auf der kritischen Kante bleibt, ist regelnd zu erreichen. Doch nur ein Aufmerksamkeitsfehler, wenn er mehr als zwei Sekunden dauert, hat fatale Folgen. Entweder säuft der Reaktor ab. Dann ist es heikel ihn wieder hochzufahren. Oder viel schlimmer: Der Reaktor explodiert.

Dagegen sollte es sehr einfach sein einen Reaktor unterkritisch zu machen. Dass das in Fukuschima nicht geklappt hat, dürfte an der allgemein bekannten menschlichen Schlechtigkeit gelegen haben. Wie bei einem Betrunkenen, der aufs Gaspedal tritt. Um es noch deutlicher zu schreiben: Die nicht endenden Probleme in Fukuschima wurden durch Erdbeben und Tsunami ausgelöst, aber nicht verursacht. Ursache war die jahrelange Schlamperei vorher und der Mangel an Wissen beim Personal.

Was die Bruchstücke (=Fragmente), die bei der Spaltung entstehen, an Neutronen abgeben, ist bei den gut 2 Stück, die oben hinter 2) erwähnt werden, inbegriffen. Die Neutronen-Emission ist spätestens nach ein paar Sekunden vorbei. Danach zerfallen die Fragmente, indem sie Elektronen und Gammas emittieren. Vor allem die Gammas (extrem hochfrequentes Licht) sind für pflanzliche und tierische Zellen lebensgefährlich. Aber deren Energie ist um den Faktor Tausend kleiner als die Energie, die bei der Kernspaltung frei wird, und die Emissionen der Fragmente nehmen im Lauf der Zeit ab, während die Kettenreaktion andauert.

Rudolf Becker-Falk gestorben

10 März 2011

Es geschah am 5.3.2011. Die Ursache ist mir nicht bekannt. Becker-Falk gehörte zu einer gesellschaftlich höchst wertvollen, in Marburg fast ausgestorbenen Art. Becker-Falk war kein Ödie, sondern warb Aufträge ein und führte sie aus.

Er hatte einen Laden in der Weidenhäuser Straße, EBC-Elektronik, wo er elektronische Geräte verkaufte und reparierte. Viel Geld verdient hat er nicht. Doch was er verdiente, hat er verdient. Der Unterschied zu den vielen Parasiten, die Marburg hauptsächlich bevölkern, konnte größer nicht sein. Marburg ist eine Stadt des öffentlichen Diensts.

Becker-Falk bezeichnete sich als „Schrauber und Bastler“, was einerseits zeigte, dass er kein Angeber war, andererseits nicht ganz wahr war. Er hatte von dem, was die Geräte taten, systematische Kenntnisse. Ich habe seine Rechnungen gerne bezahlt, weil er tiefgründig-nützliche Informationen mitgab.

Die Trauerfeier soll am 11.3.2011 um 13 Uhr in der Universitätskirche stattfinden.

Das ist neben dem Hörsaalgebäude der Juristen dicht am Rudolphsplatz. Becker-Falk hat Besseres verdient. Vielleicht die Pfarrkirche St.Marien. Dort hängt eine vollbusige Frau mit Vollbart am Kreuz.


Nachtrag 11.3.2011

Ich war bei der Trauerfeier in der Universitätskirche. Die Leichenrede des protestantischen Pastors war unerträglich salbungsvoll. Er predigte über Quantenmechanik (kein Witz!) und leitete die Unsterblichkeit der menschlichen Seele aus der Quantenverschränkung ab. Die Quantenmechanik ist Guttenberg in der Physik. Aber vielleicht bin ich ungerecht, denn in der Quantenmechanik ist nicht alles falsch.

Dagegen waren die Leichenreden des Bruders von Becker-Falk und eines Kneipenwirts aus dem Weidenhäuser Kiez instruktiv.

Der Bruder erzählte von Becker-Falks jungen Jahren. Rudolf Becker-Falk wurde am 16.12.1950 in Borken/Nordhessen geboren. Wie sein Name andeutet, war er der Sohn des dörflichen Bäckers. Es war der Vater, der Becker-Falk eine Lehre als Bäcker verpasste. Becker-Falks Herzensneigung waren jedoch elektrisch-elektronische Geräte, die er demontierte und manchmal richtig zusammenfügte. Diese Herrschaft über Maschinen gestattete Becker-Falk sich zum zentralen Veranstalter jugendlicher Feierlichkeiten aufzuschwingen. Er verfügte über die stärksten Verstärker und lautesten Lautsprecher in Borken. Musikalisch war er Doors-Fan. AC/DC, Böhse Onkelz und NSBM gab es damals noch nicht. Nach abgeschlossener Lehre zog Becker-Falk nach Marburg, arbeitete dort tags als Bäcker-Geselle, während er abends das Abitur nachholte. Schließlich studierte er Physik und zwar, wenn ich es richtig verstanden habe, bis zum Diplom. Das erklärt seine systematischen Kenntnisse.

Der Kneipier aus dem Kiez erzählte von Becker-Falks letzten Jahren und seiner Betätigung als Anarchist. Becker-Falk kam in die Gastwirtschaft zwecks Einnahme des Frühstücks oder des Abendmahls. Statt still zu sein, wie es sich gehört, verlas Becker-Falk laut Zeitungsartikel, in denen Staatsdiener unvorteilhaft dargestellt wurden, und hielt despektierliche Reden über die Obrigkeit.

Etwa drei Monate vor seinem Tod wurde Becker-Falk nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert, arbeitete aber danach wie zuvor. Ich entnehme einigen Andeutungen, dass Becker-Falk am 5.3.2011 schlagartig umfiel.

Wollt Ihr den totalen Filz?!

6 März 2011

Am 27.3.2011 soll in Hessen kommunal gewählt werden. So fand am 3.3.2011 in der Marburger Waggonhalle eine Wahlkampfveranstaltung der LINKEN statt. Ich ging hin um herauszubekommen, ob es auch bei den LINKEN kommunale Amtsträger gibt, die zugleich Richter sind. Bei den anderen Parteien ist meine Liste ziemlich komplett.

Richter Christoph Ullrich Richterin Ina-Nadine Bernshausen
Dr. Christoph Ullrich (CDU), Präsident des Landgerichts Marburg, ist zugleich Mitglied des Kreistags Limburg-Weilburg. Ina-Nadine Bernshausen (GRÜNE), Richterin im Amtsgericht Marburg, will Mitglied des Kreistags Marburg-Biedenkopf werden.

Bei CDU, SPD, GRÜNEN und FDP gibt es derartige Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zuhauf.

Rednerin in der Waggonhalle war Gesine Lötzsch, eine DDR-Lehrerin, jetzt Vorsitzende der LINKEN.

Lötzsch mochte HARTZ IV nicht und hielt die Schuldenbremse für völlig falsch. Sie wollte stattdessen das repressionsfreie Existenzminimum für alle und Mindestlöhne. Sie wollte unsere Soldaten raus aus Afghanistan und distanzierte sich unmissverständlich vom Stalinismus. So weit so gut. Neben mir saß eine jüngere Frau, Anna Hofmann, die heldenhaft gegen das Einschlummern kämpfte.

Danach durfte man fragen. Ich fragte also:

Zahlreiche Mitglieder der LINKEN üben bereits kommunale Ämter aus. Kennen Sie solche, die zugleich Richter sind?

Ich rechnete ausgezischt und mit: „So etwas gibt es bei uns nicht!“ verwiesen zu werden.

Lötzsch aber drückte stolz ihre Brust raus: „Jawohl“, als spräche es für eine Partei, wenn in ihr ein Richter Mitglied wäre. Lötzsch antwortete, ihr fielen auf Anhieb gleich zwei ein, nämlich Jörn Wunderlich und Wolfgang-Dragi Neskovic; die gehörten beide der linken Bundestagsfraktion an. Neskovic war mir bekannt. Der ist nicht mehr Richter. Ich schrie:

zugleich

Lötzsch zog ihre Brust wieder ein. Sie sagte: „Das gibt es nicht.“ Ich schrie:

kommunal

Da war Henning Köster an der Reihe seine Brust stolz vorzustrecken.

Köster ist Lehrer in Marburg und Oberbürgermeister-Kandidat der LINKEN. Ja, sagte Köster, sein Freund Ralf Feldmann sei Ratsherr in Bochum und zugleich Richter im Amtsgericht Bochum.

Ich habe es überprüft. Es stimmt.

Köster legte nach:

Ich bin Lehrer und Romanist.

Vielleicht hat er Le Petit Prince im Original gelesen. Das ist ein Buch mit vielen Bildern und wenig Text. Doch dass Köster Montesquieu: De l’esprit des lois kennt, bezweifle ich. Ich zweifle auch an, dass Köster „séparation des pouvoirs“ richtig übersetzen kann. Er bestätigte meine Abneigung gegen Lehrer:

Die es können, tun es.
Die nicht können, werden Lehrer.

Als sei das alles nicht peinlich genug, erklärte Köster stolz, wie mutig sein „Freund Feldmann“ gegen den NPD-Ratsherrn in Bochum protestiert hätte. Überall stünde das im Internet.

Leute, die sich immer noch von den Verfassungsschutzämtern zum Narren halten lassen, leiden an akutem Mangel an Intelligenz. Die NPD ist eine Sammlung von Haut-den-Lukas-Figuren, die der Verfassungsschutz auf Steuerzahlers Kosten aufstellt. An diesen Figuren dürfen sich rechtsextreme Amtsträger abreagieren, damit sie vorführen können, wie sehr sie gegen Rechts sind und so die Öffentlichkeit täuschen. Die wirklich gefährlichen Rechtsextremen agieren woanders. Wie wäre es, wenn Köster und seine Genossen etwas gegen den Grenzgang in Biedenkopf unternähmen oder auch nur gegen Franoschs Heldengedenk-Tafel, auf der die Verbrechen des NS-Wehrmacht als Verteidigung des Vaterlands gepriesen werden?

Zum Schluss der Veranstaltung wurde die geringe Wahlbeteiligung beklagt und behauptet, alle Nichtwähler müssten eigentlich LINKE wählen. Warum sollten sie? Was soll besser werden, wenn der Oberbürgermeister-Kandidat der LINKEN, ein Lehrer (!), nicht einmal die Gewaltentrennung kennt und so der gefährlichsten Art der Verfilzung Vorschub leistet?

Nicht alles an der LINKS-Partei in Marburg ist schlecht. In ihrem Umfeld existieren ein paar alte Zausels, die Wolfgang Abendroth und die Geschichte Marburgs gut kennen. Interessant waren auch ein paar Äußerungen der oben erwähnten Anna Hofmann. Sie hält Christean Wagner für einen schlechten Menschen. Da ist was dran.

Wagner ist mit seinen fremdenfeindlichen Hetz-Veranstaltungen weitaus gefährlicher als die NPD. Hofmann meinte, allerdings leise, sie habe sich die Ausbreitung ihrer Partei „in der Fläche“ viel einfacher vorgestellt. Mit „in der Fläche“ meint Hofmann die Dörfer um Marburg herum. Schließlich wunderte sie sich, weshalb die LINKE hauptsächlich von Studierten in Marburg gewählt würden und nicht von den Leuten, für die sie da sein wolle.

Es gibt in Marburg 4 (vier) Parteien öffentlicher Bediensteter, SPD, CDU, GRÜNE und LINKE, und eine Partei von und für Rechtsanwälte, die FDP. Es gibt keine Hoffnung. Die alten Zausels werden bald sterben und Hofmann voraussichtlich auswandern. Die schon jetzt verkümmernde Marburger Uni wird schließlich geschlossen und ihre Gebäude werden für eine neue Justizvollzugsanstalt umgebaut werden. Die vielen korrupten Staatsdiener werden die kleinen Reste wirtschaftlicher Produktivität schließlich ganz vernichten. Am Ende wird Marburg eine Ortschaft wie Amöneburg oder Jamel mit riesigen Latifundien drum herum. Das Personal dieser Latifundien wird zur Hälfte aus Leuten bestehen, die die landwirtschaftlichen Maschinen bedienen, zur anderen Hälfte aus Angestellten so genannter Sicherheitsunternehmen, die mit Schnellfeuergewehren dafür sorgen, dass kein Unbefugter auf die Latifundien gelangt. Die Sicherheitsunternehmen werden indes keinen Personalmangel haben. Ihnen stehen die vielen heimischen Neonazis zu Verfügung.

Ulrich Brosa

Beurteilung wissenschaftlicher Arbeiten

1 März 2011

Kernspaltung

[Aus eigener Produktion – Die Erklärung des Sägezahns in der Neutronenmultiplizität bei der asymmetrischen Kernspaltung]


Da ich selbst viel in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht habe, schicken mir die Herausgeber derartiger Zeitschriften Manuskripte anderer Autoren. Ich soll diese Manuskripte lesen und den Herausgebern mitteilen, ob darin Interessantes steht. Über die Annahme der Manuskripte entscheiden die Herausgeber. Doch sie orientieren sich mit Hilfe meiner Berichte, so dass ich die richterliche Tätigkeit aus eigener Praxis kenne. Ich möchte darum beschreiben, was ich tue um zu einem einigermaßen richtigen Urteil zu kommen.


A) Sofort nach Erhalt des Manuskripts lese ich es ein erstes Mal. Ich versuche die Ergebnisse zu verstehen und die Methoden, die dazu benutzt wurden.

B) In den drei bis vier Wochen danach schaue ich gelegentlich in gedruckte Zeitschriften und Bücher, aber auch ins Internet und rede mit Kollegen um herauszubringen, was von den Ergebnissen und Methoden des Manuskripts schon bekannt ist.

C) Danach lese ich das Manuskript sorgfältig. In naturwissenschaftlichen Artikeln ist es üblich mit den Ergebnissen Beweise anzugeben. Von diesen Beweisen überprüfe ich etwa die Hälfte detailliert.

D) Ich fasse meine Beurteilung – mit Begründung – in einem Bericht zusammen und lasse den Bericht ein paar Tage liegen. Die Länge meiner Berichte beträgt ein bis zwei Seiten.

E) Schließlich lese ich das Manuskript ein drittes Mal. Ich prüfe besonders nach, ob ich in meinem Bericht Dinge behaupte, die im Manuskript so nicht stehen.


Die Prozedur ist aufwendig. Ich verüble es darum den Herausgebern, wenn sie mir für meinen Bericht weniger als vier Wochen Zeit lassen. Ich bin zudem nicht in der Lage mehr als zwei Manuskripte gleichzeitig zu bearbeiten.

Aus meinem Bericht ziehe ich eine der folgenden Schlussfolgerungen:


a) Ich erkläre mich für befangen (biased). Da ich selbst in mehreren Feldern der Physik und Mathematik gearbeitet habe, geschieht das ziemlich oft – etwa 20%.

b) Wenn das Manuskript mindestens einen neuen Aspekt und nur geringe Fehler enthält, empfehle ich die Veröffentlichung ohne Weiteres. Ich bitte den Autor, den Herausgeber und die LektorInnen die Fehler ohne meine Kontrolle zu entfernen. Diese Variante ist die angenehmste für mich, da sie am wenigsten Arbeit kostet. Leider tritt sie selten ein – etwa 10%.

c) Wenn das Manuskript mindestens einen neuen Aspekt, aber entstellende Fehler enthält, empfehle ich dem Herausgeber die Fehler vom Autor korrigieren zu lassen und mir das korrigierte Manuskript zu schicken. Wenn das korrigierte Manuskript weniger Fehler enthält als das ursprüngliche, empfehle ich die Veröffentlichung. Die vollständige Korrektur aller Fehler verlange ich nicht. Diese Variante ist am häufigsten – etwa 50%.

d) Wenn das eigentliche Ergebnis im Manuskript erwiesenermaßen falsch oder bereits vollständig bekannt ist, rate ich von der Veröffentlichung ab. Das geschieht zu etwa 20%.


Dass jemand seine Artikel wie der Freiherr von und zu Guttenberg praktisch unverändert von anderen abschreibt oder abschreiben lässt, ist mir noch nicht vorkommen, obwohl ich in Strichproben danach suche. Es kommt jedoch häufig vor, dass die Autoren von sich selbst abschreiben und einen Artikel, den eine Zeitschrift bereits veröffentlicht hat, leicht modifiziert bei einer anderen Zeitschrift unterbringen wollen. Wenn das modifizierte Manuskript mindestens ein neues Ergebnis ergänzt, lasse ich das zu. Handelt es sich aber nur um eine Umformulierung, mache ich den Herausgeber darauf aufmerksam. Es kommt auch häufig vor, dass Hinweise auf inhaltsreiche Vorgänger-Artikel fehlen. Ich fasse das als Fehler auf und dränge auf Ergänzung der Zitate, siehe c) oben.

Die Autoren stehen mir gegenüber in der schwächeren Position. Es verbietet sich daher Kraftausdrücke auf sie anzuwenden. Im Gegenteil: Auch in den Fällen des Abratens d) bemühe ich mich etwas Positives in dem Manuskript hervorzuheben und den Autoren für ihre zukünftigen Arbeiten Erfolg in Aussicht zu stellen, wenn sie sich Mühe geben.


Zwei Fälle habe ich erlebt, die außergewöhnlich waren:

* Ein chinesischer Autor hatte aus zahlentheoretischen Überlegungen die Unmöglichkeit sehr schwerer Atomkerne abgeleitet. Kerne mit Kernladungszahlen ab Z=114 dürfe es nicht geben. Das Ergebnis war falsch. Denn während der letzten Jahre wurden in Russland, den USA und in Hessen (bei der GSI in Darmstadt) superschwere Kerne mit Z=114 bis Z=118 erzeugt und nachgewiesen. Nichtsdestoweniger war das Manuskript schriftstellerisch hervorragend. Anders als die meisten seiner Kollegen hatte dieser Autor die Grundlagen, Folgerungen und sogar die Stelle, an der er die Analogie übertrieb, so klar dargestellt, dass es Vergnügen machte das Manuskript zu lesen. Der Unterschied war markant, weil die meisten Manuskripte verblufft sind, d.h. die Autoren vernebeln ihre meist kümmerlichen Ergebnisse und Überlegungen um sie großartiger darzustellen, als sie sind. Wegen d) habe ich von der Veröffentlichung abgeraten, aber in meinem Bericht die literarische Qualität der Arbeit hervorgehoben.

* Ein mittelasiatischer Autor stellte zwei Formeln vor, die meines Erachtens die Welt verändern werden. Nobelpreise sind schon für weniger vergeben worden. Der Haken war: Die Formeln waren strukturell richtig, aber in physikalischen Details falsch. Auch der Beweis wimmelte von Fehlern. Ich empfahl eine möglichst rasche Veröffentlichung und stellte nur zur Bedingung, dass der Autor wenigstens die schwersten Fehler entferne. Die revidierte Fassung kam rasch. Der Autor hatte die Fehler entfernt, die ich angekreidet hatte, aber mehrere neue, noch schwerere eingebaut. Was soll man davon halten? Der Autor könnte ein chaotisches Genie sein; er könnte dem Kapitel „Genie und Wahnsinn“ angehören, wie sich die Österreicher im 19.Jahrhundert ausdrückten. Es könnte aber auch sein, dass dieser Autor das Manuskript eines anderen entdeckt, nicht richtig verstanden und seinen Verschnitt als eigene Leistung losgeschickt hatte. Fest steht jedenfalls: Irgendjemand muss die Lösung des grundsätzlich wichtigen Problems entdeckt haben. Das Dilemma verunsichert mich sehr. Ich erklärte mich für befangen und bat den Herausgeber selbstständig zu entscheiden oder einen anderen Referee zu befragen.


Das, was ich gerade beschrieben habe, wird im Wissenschaftsbetrieb „Refereeing“ genannt. Ins Deutsche wird „Referee“ als „Gutachter“ übersetzt. Ich hasse „Gutachten“ und „Schiedsrichter“, weil es prahlerische Wörter sind. Richtig wären eher „Report“ und „Reporter“.

Es ist im Wissenschaftsbetrieb üblich, dass die Referees anonym bleiben, was sie sogar noch unter die staatlichen Richter stellt, die immerhin ihre Namen unter ihre Urteile schreiben müssen. Ich habe schon vor Jahren eine Kampagne gegen die anonymen Referees gestartet ohne jedoch eine grundsätzliche Änderung durchsetzen zu können. Ich setze jedenfalls meinen Namen unter jeden Report, den ich schreibe, habe aber erleben müssen, dass die SekretärInnen in den Büros der Zeitschriften meinen Namen löschten, bevor sie meine Berichte an die Autoren weiterreichten.

Ulrich Brosa