Guttenbergs Geist

guttenberg im acdc-shirt

[Bundesverteidigungsminister v.u.z.Guttenberg auf der Autobahn zur Hölle]

In zahlreichen Presse-Erzeugnissen wird behauptet, Dr. Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg habe das Internet und das bekannte Kopier&Schmier (Copy&Paste) benutzt um seine Doktorarbeit abzufassen. Ich halte derartige Anschuldigungen für völlig abstrus. Vielmehr imaginiere ich, was sich demnächst in einer abgelegenen Kemenate des freiherrlichen Stamm-Schlosses abspielen wird:

Freiherr v.u.z.G. hat seinen Geister-Schreiber (Ghost-Writer) einbestellt.

v.u.z.G. brüllt: Verdammt noch mal!

Geister-Schreiber klirrt mit seinen Ketten.

v.u.z.G. leiser: Hätte Er nicht wenigstens die Sätze dieser Zehnpfenning umstellen können?

Geister-Schreiber heult: Ich bin so arm.

v.u.z.G.: Von wegen 10 Pfennig! 3000 Euro hat Er bekommen.

Geister-Schreiber wimmert.

v.u.z.G. brüllt: In den Kerker mit Ihm!

Bild: Barbara Zehnpfennig

[Schreckensschreie sollten Sie sich sparen: Unbestätigten Gerüchten zufolge ist das der Geist, der des Freiherrn Doktorarbeit verfassen musste. Nach bestätigten Berichten erscheint der Geist im bürgerlichen Leben als geschädigte Jura-Professorin Dr.(echt) Barbara Zehnpfennig. Mausklicken Sie auf dem Bild, wenn Sie Zehnpfennig groß sehen wollen!]


Nachtrag 3.3.2011

Aus einer E-Mail, die ich heute von Gabor Steingart erhielt, dem Chefredakteur des Handelsblatts:

Rüstungsindustrie atmet auf
Die deutsche Rüstungs- und Sicherheitsindustrie ist erleichtert über den Chefwechsel im Verteidigungsministerium. Sie erhofft sich einen stärkeren Dialog.

Man kann also die Frage stellen, ob es wirklich „das Internet“ war, welches v.u.z.Guttenberg zu Fall brachte, ob nicht eher die Rüstungsindustrie über den öffentlichkeitssüchtigen und unfähigen Verteidigungsminister verärgert war. Schon wenige Tage nach Aufkommen der Plagiatsvorwürfe bezogen die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Financial Times Deutschland Stellung gegen Guttenberg, siehe die Kommentare unten, ein deutlicher Hinweis darauf, dass die in den Massenmedien verbreitete Darstellung des Konflikts mit den wirklichen Ursachen wenig zu hatte.

Es gibt dazu einen Artikel des Handelsblatts, den jedoch nicht alle lesen können, sondern nur die, welche ein Passwort haben.


Andachtswinkel für Karl Theodor

Bier

Karl Theodor zu Guttenberg

[Der Aristokrat auf Quoten-Jagd bei den völkischen Alkoholikern]

Vorbild Antonio Pelle

Als die Namen der korrumpierten Hochschullehrer bekannt wurden, ging ein Aufschrei des Entsetzens durch die Universität von Reggio Calabria, in der süditalienischen Region Kalabrien. Ermittelt wurde und wird gegen angesehene Professoren und einige ihrer Studenten. Wie zum Beispiel gegen Antonio Pelle. Der 24-Jährige, bekannt für seine teuren Schuhe für 1500 Euro, dicke Autos und ein angeberisches Auftreten, studierte an der Uni in Reggio Calabria Arboristik. […] Warum der junge Mann, Sohn des mächtigen Mafiabosses Salvatore Pelle, einen Hochschulabschluss haben wollte, ist unklar. Klar ist hingegen, dass er ihn nicht rechtens erwarb, berichtet der investigative Journalist Marco Travaglio:

„Es gab geheime Telefonate, die von der Anti-Mafia-Polizei abgehört wurden. Da fragt Antonio Pelle einen Professor wie der Studiengang heißt, in dem er einen Abschluss erhält und der Prof sagt es ihm, doch Pelle kann das Wort gar nicht richtig aussprechen. Und doch verkündet Pelle kurze Zeit später seinen Verwandten, dass er eine hervorragende Abschlussnote erhalten habe. […]

Die Ermittler der Anti-Mafia-Polizei führen nun, dank abgehörter Telefonate, verschiedene Professoren als korrupt vor. Sie wurden von den Bossen direkt oder einem ihrer Mitarbeiter auf einen Sohn oder eine Tochter hingewiesen. In der mafiösen Kultur Süditaliens brauchten diese Hochschullehrer nicht unter Druck gesetzt zu werden. Allein der Hinweis auf den Nachwuchs eines lokalen Bosses reicht aus, dass die Wünsche des Vaters umgehend erfüllt werden, denn schließlich will man sich und seine Familie keiner Gefahr aussetzen. Die korrumpierten Professoren erhielten für gefälschte Testergebnisse zu Aufnahmeprüfungen, Semesterarbeiten und Hochschulabschlüsse Geld, Ferienurlaube – und auch ganze Wildschweine geschenkt.

Deutschlandfunk 22.12.2010

Anmerkung der Redaktion: Arboristik ist die Kunde von den Bäumen.

Schönheit

In Italien ist sowieso der Sinn für Bellezza seit Jahrtausenden feiner ausgebildet als in Franken.

Silvios Geschmack (Berlusconi hier nicht auf dem Bild) ist besser als der des Karl Theodor:

Gastkommentar

Karl Theodor hat im Nordbayrischen Kurier einen Gastkommentar über die Lage in Franken veröffentlichen lassen.

Guttenberg speise die Oberfranken „mit abgedroschenen, völlig nichtssagenden Phrasen“ ab, ärgert sich eine Leserbrief-Schreiberin. Auf fast einer halben Zeitungsseite werde nichts gesagt über Leerstände, verfallende Gewerbebetriebe, fehlende Arbeitsplätze in den ländlichen Gebieten, „schönfärberischer geht’s nimmer“. Ein anderer glaubt „belangloses politisches Geschwafel“ zu lesen und moniert: „Schöne Worte wie ,strategische Konzepte, dynamische Mitte und Doppelstrategie’ ergeben aneinandergereiht noch lange keinen sinnvollen Kommentar.“
… wirken die beeindruckend mäandernden Sätze, an die man sich aus Guttenbergs Reden gewöhnt hat, in schriftlicher Form plötzlich wie eine „Kabarett-Nummer zur Veralberung von Polit-Sprech“.
… meint Passagen wie diese (von Guttenberg geschriebenen):

„Eine nicht zu vernachlässigende Rolle nimmt in diesem wichtigen, zukunftsbestimmenden Prozess unbestritten die Regionalplanung ein. Geschuldet ist diese herausgestellte Verantwortung dem Umstand, dass das Faktum regionaler Unterschiede und Besonderheiten kaum Lösungen für die gesamtdeutsche Herausforderung erlaubt.

Entsprechend sind also auch kommunale, an die Regionen und ihre Eigenschaften adaptierbare, strategische Konzepte notwendig, um den durch die demografische Entwicklung gestellten Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Oberfranken muss sich im Hinblick auf eine solche vorausschauende und entsprechend erfolgreiche sowie nachhaltige Bewältigung der gestellten Aufgaben nicht vorauseilend abducken.“

Süddeutsche Zeitung 5.2.2011

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Public-Relations-Fachleute raten: Lassen Sie sich zusammen mit Kindern als guter Onkel ablichten. Wirkt immer.

Guttenberg als guter Onkel


Vergangenheit und Zukunft

So sah Guttenbergs Vorbild 1962 aus:

Franz-Josef Strauß 1962

So sieht Guttenberg jetzt aus (2011):

Und so wird Guttenberg in ein paar Jahren aussehen:

Bild: alter Franz-Josef Strauß

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225 Antworten to “Guttenbergs Geist”

  1. ricalb Says:

    @bloegi

    Zum Einser-Juristen von einem, der tatsächlich vor 35 Jahren mal „summa cum“ zum r.phil. promoviert wurde und kein Rechts-, sondern Linkswissenschaftler ist, nur rasch 3erlei:

    i) wäre er Jurist, der Herr Dr.iur., könnte er sich so rausreden: I c h kann gar nicht plagiiert haben, aber ich sag´s meinem „Neger“ [Jargonausdruck für gostwriter] gern weiter;-)

    ii) ernster nehm ich was ich da als scheinbar bloßes Voltsymbol auffm Pulli seh … das anspielt verdammt ans SS-Zeichen, da wüßt ich mal gern die Quelle, um zu prüfen, ob´s nicht doch ne Photomontage ist

    iii) gäbs in Ganzdeutschland campagnenwillige, Blogs genannte Netzseiten wär das m.E. ein Anlaß, mal die Campagnenfähigkeit praktisch zu erproben …

    Gruß;-)

    (Richard Albrecht)

  2. Tilman Says:

    Ich bin gespannt, ob und wie er aus der Sache wieder raus kommt. BILD-Wagner verteidigt ihn ja bereits, siehe BILDBlog von heute. Ekelhaft.
    http://www.bildblog.de/28037/dr-wagner-and-mr-guttenberg/

    Der wirkliche Skandal ist aber für mich, dass Leute einen Doktortitel für belangloses Geschwurbel bekommen. Ich kann mich jetzt leider nicht an die Zeitung erinnern, in der das stand. Doktorarbeiten von Politikern sind meistens sehr seicht.

    Laut wikipedia – muss also nicht stimmen – ist G noch nicht einmal Volljurist – er hat das 2te Staatsexamen nicht gemacht.

  3. bloegi Says:

    Ricalb schrieb

    aber ich sag´s meinem „Neger“ [Jargonausdruck für gostwriter] gern weiter;-)

    Die Deutschen sind Rassisten. Die in diesem Blog dauerhaft am häufigsten gelesenen Artikel sind:

    https://bloegi.wordpress.com/2008/12/15/bilderbuch-uber-die-sudstaatenflagge/
    https://bloegi.wordpress.com/2009/11/22/rassismus-in-hessen-als-lustiges-volksfest/
    https://bloegi.wordpress.com/2010/02/28/neger-auspeitschen/

    Wie oft mir deswegen schon Strafanzeigen angedroht wurden, kann ich nicht mehr zählen.

    Ricalb schrieb:

    anspielt verdammt ans SS-Zeichen, da wüßt ich mal gern die Quelle, um zu prüfen, ob´s nicht doch ne Photomontage ist

    Sie müssen nur auf dem Foto oben klicken um die Quelle vorgeführt zu bekommen. AC/DC war die erste Band, die ganz auf Satanismus machte. „Hell’s Bells“ ist noch ein Stück schärfer als „Highway to Hell“. Hier im ländlichen Hessen ist nationalsozialistischer Satanismus die dominierende Jugend-Kultur: Es macht ja so großen Spaß richtig böse zu sein; SS ist geil. AC/DC ist darum sehr beliebt.

    Tilman schrieb:

    Der wirkliche Skandal ist aber für mich, dass Leute einen Doktortitel für belangloses Geschwurbel bekommen. Ich kann mich jetzt leider nicht an die Zeitung erinnern, in der das stand.

    Es stand im Spiegel. Der Prof hat es gesagt, der Guttenbergs Doktorarbeit untersucht hat, obwohl er sie langweilig fand:
    https://bloegi.wordpress.com/2010/05/04/herbert-landau-bei-den-bamberger-bier-burschen/#comment-2952

    • Tilman Says:

      Ich hatte es wohl aus Telepolis
      http://www.heise.de/tp/blogs/6/149282

      da steht es drastischer:

      „Der wissenschaftliche Ertrag der Arbeit ist bescheiden. Das liegt vor allem daran, dass der Autor seinen Verfassungsbegriff nicht hinreichend entfaltet und damit weit hinter der wissenschaftlichen Diskussion zurückbleibt. Zu Guttenbergs Argumentation mäandert vor sich hin und zermürbt die LeserInnen durch seitenlanges Politsprech und die Nacherzählung rechtspolitischer Diskussionen im Konvent.“

      Ebenfalls interessant ist dieser Eintrag
      http://www.heise.de/tp/blogs/6/149280
      insb. der Verweis auf den „Plagiatsjäger“ Stefan Weber, selbst gelegentlicher Autor bei Telepolis.

  4. LeserIn Says:

    Das Guttenberg-Plagiate-Wiki, abgekürzt GuttenPlag-Wiki:

    http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki

    Jeder kann nach noch mehr Plagiaten in Guttenbergs Doktorarbeit suchen und seine Fundstücke in diesem Wiki eintragen.

    Die 475 Seiten sind eine Zumutung:

    Getretner Quark wird breit, nicht stark.

    (auch nicht von Guttenberg). Wenn Guttenberg etwas zu sagen gehabt hätte, hätten 10 Seiten gereicht: 1 Seite für das Neue und die anderen 9 Seiten für die Quellen-Nachweise.

  5. ricalb Says:

    @ bloegi

    So ist es:

    To quote the German classic Goothy;-):
    “Rubbish talk makes load of rubbish /
    For rubbisher does not exist”

    [Getretner Quark / Wird breit, nicht stark”:
    Goethe-Spruch aussm West-Östlichen Diwan]

    ¡salud!

    RicAlb, 180211

  6. Duckhome Says:

    Ach ja der Guttenberg. Da fällt einem doch sofort Reiters Morgenlied von Wilhelm Hauff ein:

    Gestern noch auf stolzen …..

    http://www.duckhome.de/tb/archives/8893-Guttenberg-Der-grosse-Plagiator.html

  7. LeserIn Says:

    Was, wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass der viel beschäftigte Politiker Guttenberg 2006 seine Doktorarbeit mit Hilfe eines „Ghostwriters“ zusammenschustern ließ?

    Dann wäre der sofortige Rücktritt unvermeidbar. Guttenberg hätte gelogen. Er hat mehrfach beteuert, keine Mitarbeiter für die Dissertation in Anspruch genommen zu haben.

    derwesten 18.02.11

    Es spricht einiges dafür, dass Guttenberg die Dienste eines Ghostwriters in Anspruch genommen hat. Zuerst seine verdutzte Reaktion, als ihm die Vorwürfe zum ersten Mal vorgetragen wurden. Guttenberg erweckte den Eindruck, als kenne er seine eigene Doktorarbeit im Detail nicht.

    Der Ghostwriter muss nicht „Ghostwriter“ heißen. Vielleicht ist er/sie eine SekretärIn, die nach angeblich exakten Vorgaben Guttenbergs nur die Niederschrift getippt habe.

  8. Tilman Says:

    Hier gilt es die passende Tastatur:
    http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=330532240329

  9. bloegi Says:

    Ich habe persönlich nichts gegen den Freiherrn von und zu Guttenberg. Er ist aber Jurist und so ein besonders trainierter Aktivist unserer total verlogenen Gesellschaft.

    Guttenberg sagte bei einem überstürzt einberufenen Pressetermin vor wenigen Journalisten, die Dissertation enthalte „fraglos Fehler“, das tue ihm „aufrichtig leid“. Zu keinem Zeitpunkt habe er jedoch „bewusst getäuscht“. Er fügte an: „Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat.“

    Focus 18.2.2011

    Selbstverständlich hat er bewusst getäuscht. Wenn er das Elaborat, wie er behauptet, selbst verfasst hat, hat er den fremden Stoff absichtlich in seine Dissertation gefüllt. Es geht gar nicht anders. Wenn ein Ghostwriter die Seiten gefüllt hat, wie ich immer mehr meine, hat Guttenberg natürlich nicht gemerkt, von dem das Zeug wirklich stammt. Dann aber täuscht er bewusst, indem er behauptet, er hätte seine Dissertation selbst verfasst.

    Das ist typisch für Juristen. Sie lügen, auch wenn bereits vorliegende Beweise dem eindeutig widersprechen. Die Richter, Staatsanwälte etc. in den heimischen Gerichten benehmen sich genauso.

    • Tilman Says:

      Ich stimme Ihnen inzwischen zu, es deutet einiges darauf hin, dass G sich Hilfe geholt hat, und seine Helfer „Luschen“ waren, und er das nicht erkannt hat. Ähnlich wie damals wie bei „Althaus die Pistensau“ hatten Sie früh den richtigen Riecher, ich selbst war da noch eher skeptisch.

      Das sind die Tücken des outsourcings. Man spart Geld oder Zeit durch das Auslagern von Arbeiten, aber wenn das schief geht, dann hat man selbst den Ärger. Der Satz, „wenn man was richtig haben will, muss man es selbst machen“ gilt leider genau dann, wenn der „Externe“ zur „dunklen Seite“ gehört und schummelt. Daher sollte outsourcing nur an absolut vertrauenswürdige Leute / Firmen geschehen. Und bei Diplomarbeiten oder Doktorarbeiten ist outsourcing ohnehin verboten.

      Ich bin gespannt ob G zurücktritt. Ich wünsche es mir. Die BILD versucht ihn ja zu halten. Aber BILD ist nicht allmächtig.

      • bloegi Says:

        Guttenberg wird nicht zurücktreten. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Uni Bayreuth wird Guttenbergs Verfehlungen bagatellisieren und Guttenberg den Titel nicht entziehen.

        Die Uni Bayreuth ist eine Klitsche schäbiger noch als die Marburger Uni und die rechtswissenschaftlichen Fakuläten überall der Abschaum des ohnehin dürftigen Lehrkörpers. Vergleiche
        http://www.althand.de/jesum.html

  10. Talmud Says:

    Jochanan Sohn Sakai R….

    Hey sehr schönes Blog! Man .. Schöne .. Amazing .. Ich werde Bookmark Ihrem Blog und nehmen Sie die Feeds auch … Ich bin glücklich, so viele nützliche Informationen finden Sie hier in der Post, wir brauchen mehr Strategien in dieser Hinsicht zu entwi…

  11. harry Says:

    @ Tilmann

    dat G „sisch Hilfe jehohlt“ hat … ächt jute Formulieruing…

  12. LeserIn Says:

    Der Verteidigungsminister – ein „Feigling“:

    (v.Guttenbergs) Sprecher Moritz aber sitzt auf der großen Bühne vor der Hauptstadtpresse und rutscht auf seinem Stuhl hin und her. … Werner Gößling, Vorsitzender der Konferenz, ruft ihm mit schneidender Stimme zu: „Dieses Verfahren halten wir nicht für fair.“ Applaus im Publikum. Die Hauptstadtpresse klatscht Beifall für Gößling, der Moritz‘ Chef so scharf attackiert hat.

    Als hätte er nicht schon genug negative Presse, hat Guttenberg mit diesem Coup nun auch noch die Hauptstadtjournalisten gegen sich aufgebracht. Es ist ein Eklat, der seinesgleichen sucht in der 60-jährigen Geschichte der Bundespressekonferenz.

    Was war passiert? Schon morgens gab es Berichte, der CSU-Politiker wolle sich im Laufe des Tages zu den Vorwürfen äußern, er habe Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben. … Die Redaktionen warteten auf eine Bestätigung – bis zur Regierungspressekonferenz um 11.30 Uhr aber vergebens.

    Im Haus der Bundespressekonferenz – dem Verein der Hauptstadtjournalisten mit rund 900 Mitgliedern – versammelten sich die Parlamentskorrespondenten, um Informationen zu ergattern.

    Erst auf Nachfrage gab Moritz eine dürre Auskunft: Sein Ressortchef gebe in diesen Minuten „vor ausgewählten Medienvertretern“ eine Erklärung zu den Plagiatsvorwürfen im Verteidigungsministerium ab.

    Die Hauptstadtjournalisten reagierten empört. Einer fragte schließlich, was wahrscheinlich alle im Saal dachten: Warum der Minister „so ein Feigling ist“ und eine Erklärung nur vor wenigen Kameraleuten verlese …

    Nun geriet Merkels Sprecher Steffen Seibert ins Visier: Ob die Kanzlerin Guttenberg geraten habe, die Presse „auf diese feige Art“ zu unterrichten.

    Das Vertrauen hat der Minister auch bei den Lesern der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ verspielt. Eine Umfrage auf http://www.noz.de ergab: 87 Prozent der Teilnehmer finden, dass Guttenberg wegen der Plagiatsvorwürfe von seinem Ministeramt zurücktreten sollte.

    NOZ 18.02.11

    Einer anderen Umfrage zufolge möchten zwei Drittel aller Deutschen, dass Guttenberg im Amt bleibt.

  13. bloegi Says:

    Die SPD-Genossen waren schon immer schwer von Kapee.

    Die SPD argwöhnt, Verteidigungsminister Guttenberg habe seine Doktorarbeit in Teilen gar nicht selbst geschrieben. […] Der Ministerialrat Dr. Dr. Ulrich Tammler verfasste 2004 für Guttenberg die Ausarbeitung „Die Frage nach einem Gottesbezug in der US-Verfassung und die Rechtsprechung des Supreme Court zur Trennung von Staat und Religion“. Obwohl Abgeordnete den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags nur für mandatsbezogene Arbeit nutzen dürfen, habe Guttenberg den Text nahezu vollständig in seine Dissertation eingefügt. Änderungen an dem Text fänden sich kaum. Tammler werde namentlich in keiner Quellenangabe zitiert.

    Spiegel 19.02.11

    Um es ganz deutlich zu schreiben: Guttenberg selbst hat den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags 2004 beauftragt einen Artikel mit dem oben angegebenen Titel zu schreiben. Dann hat Guttenberg den Artikel drei Jahre lang liegen lassen, bis er 2007 in Guttenbergs Dissertation als eigene wissenschaftliche Leistung Guttenbergs erschien.

    Das bedeutet, dass Guttenberg einen seiner Ghostwriter nicht einmal selbst bezahlt hat. Die süditalienischen Mafia-Paten bezahlen die Professori aus eigener Tasche, wenn sie die Mafia-Sprößlinge universitär promovieren.

  14. LeserIn Says:

    Ausgerechnet Tobias Huch:

    Tobias Huch dürfte zufrieden sein. Minute für Minute schließen sich ihm weitere Guttenberg-Anhänger an. Sie wollen sich mit dem Verteidigungsminister solidarisch erklären, ihr Sammelplatz ist das Soziale Netzwerk Facebook. In der Nacht zum Freitag hatte der Mainzer Medienunternehmer dort eine Fan-Seite mit dem Titel “ Gegen die Jagd auf Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg“ eingerichtet und Gleichgesinnte zum Klick auf den „Gefällt mir“-Knopf aufgerufen.

    SPIEGEL 20.02.11

    Der „Mainzer Medienunternehmer“ hat eine Menge Geld mit „Erotik“ im Internet verdient. Ich würde sagen: mit Porno. Huch hat sich außerdem als Kämpfer für die Meinungsfreiheit dargestellt – u.a. mit Abmahnungen.
    http://www.duckhome.de/tb/archives/2796-Ich-gestehe!-Ich-habe-wegen-Tobias-Huch-meine-Leser-betrogen.html

  15. R. Meier Says:

    Jetzt komme ich hier mit mehreren Meinungen.

    Gestern traf ich einen Soldaten in einer Bar. Er war nicht älter als 23 und Kampfpilot. Beim Bier berichtete er, was in Afghanistan los ist. Durch erneute Verteidigungsetatskürzungen keine bessere Ausrüstung. Seine Position zu Guttenberg ist klar: Er steht voll vor und hinter ihm, weil dieser Mann sehr viele Besuche in Afghanistan durchzieht. Der Soldat zeigte auf Guttenberg setzt sich für beste Ausrüstung ein. Somit ist der Minister in Streit geraten mit dem Parlament. Weiter führt der Soldat aus, dass er die Prüfung dieser Doktorandenarbeit abwarte und glaubt Guttenberg kupferte nicht ab. Es kam zu einem späteren Zeitpunkt zum Ausdruck seines Bedauerns, denn die 3 gestorbenen Soldaten, davon kannte er 2 persönlich, waren Reparaturkräfte. Dieser Soldat bedauert, dass jeder Soldat in Afghanistan mit seinem Leben einsteht für eine freie Meinungsäußerung. Das Volk steht nicht hinter seinen Soldaten. Die drei Soldaten referierte er, waren unbewaffnet und reparierten einen Panzer. In den Feldlagern gilt strikt Waffen sind abzulegen, aber jeder kann simpel durch diese Zeltlager spazieren. Unbewaffnet kann man sich nicht gegen einen Angriff wehren. Wenn dann noch die Weste abgelegt werden muss, ist der Soldat total schutzlos Kugeln ausgeliefert. Dieser Soldat erzählte auch wieder die übliche Leier: Sie mussten schnell einige Jungsoldaten suspendieren, weil diese kleine Gruppe mit Hitlerparolen auftraten. Leider geht das alles zu Lasten der gesamten Bundeswehr. Das Ansehen wird zerstört. Wunderbare Erzählung war, dass er wegen Bundeswehr-Uniform von Polizei aagehalten wurde und als Nazi beschimpft wurde … dabei traten diese Beamten extrem nazistisch auf.

    Meine eigene Meinung ist: Warten wir die Prüfung der Universität ab. Medien puschen gern Dinge höher, als sie wirklich sind. Einige Dinge kehren sie unter den Teppich. Das zeigt dieser Blog wunderschön.

    Meinung einiger Afghanen sind, zieht eure Soldaten bloß nicht ab und helft uns in die Demokratie. Das erzählten mir mehrere Personen, welche Verwandte sind des afghanischen Königshauses hier in Hamburg.

  16. LeserIn Says:

    Anscheinend gilt das, was Guttenberg gemacht hat, in Regierungskreisen als normal. Besonders fragwürdig ist die Dissertation der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, geborene Köhler:

    Kristina Köhler wehrte sich mit Hilfe von Anwälten gegen den Vorwurf, sie habe sich ihre Arbeit quasi schreiben lassen. Auch der Präsident der Mainzer Universität sprang ihr bei und erklärte, es gebe keinen Hinweis auf ein wissenschaftliches Fehlverhalten.

    FR 16.02.11

  17. bloegi Says:

    Mittlerweile sind zwei Ghostwriter namentlich bekannt, die für Guttenberg arbeiteten – allerdings auf Steuerzahlers Kosten: Dr.Dr.Ulrich Tammler und Wilhelm Wege.

    Auf den ersten Blick wirkt die Quellenangabe auf Seite 199 [der Doktorarbeit] außergewöhnlich präzise. Der damalige Bundestagsabgeordnete und Doktortitel-Anwärter Karl-Theodor zu Guttenberg berichtet in Fußnote 564 von einem Vortrag, den er im November 2005 in Washington gehalten habe. „Die nachfolgenden Thesen“, so der CSU-Politiker in der Anmerkung, würden sich auf diesen Vortrag „stützen“. Damit reklamiert er die Urheberschaft also explizit für sich.

    „Wesentliche Impulse“ zu dem Vortrag, so schreibt Guttenberg weiter in der Fußnote, habe eine Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages gesetzt. Diese Interpretation erscheint allerdings arg untertrieben. In Wahrheit sind die nachfolgenden 15 Seiten, die Guttenberg auf Seite 199 mit der Fußnote einleitet, fast zur Gänze wörtliche Kopien des Gutachtens, das FOCUS Online vorliegt. […] Der wahre Verfasser der Ausarbeitung heißt Wilhelm Weege. Am 25. Oktober 2005 hatte er das Gutachten im Auftrag des CSU-Politikers erstellt.

    Focus 21.2.2011

    Ich nehme jedoch an, dass es darüber hinaus einen ultimativen Ghostwriter gab. Mit Sicherheit hat Guttenberg den Papier-Müll, der sich in den Jahren seiner Tätigkeit als CSU-Politiker ansammelte, irgendwo aufgestapelt. Zu diesem Stapel dürfte Guttenberg den ultimativen Ghostwriter geführt und gesagt haben: „Hier die Dokumente meiner üppigen wissenschaftlichen Tätigkeit! Konfektionieren Sie das auf mindestens 200 Seiten!“

    Über den Guttenberg-Unterstützer Tobias Huch (Erodata GmbH) hat Fefe heute was geschrieben:
    http://blog.fefe.de/?ts=b39c4cad
    Siehe auch:
    https://bloegi.wordpress.com/2008/05/21/erschreckender-bericht-aus-dem-landgericht-koln/
    Huch passt gut zu Guttenberg.

  18. LeserIn Says:

    Karl-Theodor zu Guttenberg hat auf einer Wahlkampfveranstaltung massive Selbstkritik geübt – und will seinen Doktortitel dauerhaft ablegen. Einen Rücktritt schloss der Minister aber erneut aus. … Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) stärkte Guttenberg den Rücken. …

    SPIEGEL 21.02.11

    „Ich kann mir keine andere Reaktion der Universität Bayreuth vorstellen als die Entziehung des Doktorgrades“, sagte der Professor der Rechtswissenschaften Peter Landau auf einer von der SPD veranstalteten Pressekonferenz. Als Konsequenz müsse Guttenberg zurücktreten.

    Eine Alternative zur Aberkennung des Doktortitels sieht Landau nicht. So sei es weder möglich, dass zu Guttenberg seine Arbeit zurückziehe, noch dass nur ein von Plagiaten freier Teil der Arbeit gewertet und die Note gesenkt werde. Auch eine freiwillige „Rückgabe“ des Doktorgrades durch Guttenberg hält Landau nicht für möglich. Ein freiwilliger Verzicht des Promovierten auf die Führung des Titels sei in der Bayreuther Promotionsordnung nicht vorgesehen. Zudem gebe es keine „mildere Sanktion“ als die Aberkennung des Doktorgrades. „Eine Nachbesserung bei Plagiaten ist generell nicht möglich“, erklärte der Rechtswissenschaftler.

    Landau sieht offenbar auch die Möglichkeit eines Ghostwriters: Er könne sich relativ schwer vorstellen, dass zu Guttenberg vorsätzlich plagiiert habe, sagte er. Wenn es aber kein Vorsatz sei, müsse jemand anderes die Arbeit angefertigt haben.

    SPIEGEL 21.02.2011

    Eine von der SPD veranstaltete Pressekonferenz hat nicht viel zu bedeuten.

  19. ricalb Says:

    @ blögi; LeserIn u.a.

    1) Als jemand, der vor 35 Jahren „summa cum“ und gewiß nicht als „Halbjurist“, sondern zum Dr.phil. als externer Kandidat während der Erwerbsarbeit in der kommerziellen Sozialforschung promoviert wurde, hätt´ ich durchaus was zum Bamberger Verfahren zu sagen und wie sich ein alt- oder echtbayrischer „Volljurist“ dreist rausreden tät

    2) seit drei Tagen verkündet auch der WDR, daß der von Ihnen gemeinte Herr Baron „den Doktortitel nicht mehr trägt“, also als Diplomjurist akademisch fast nackt dasteht

    3) freilich weiß ich wie innert einer Woche und empirisch eineindeutig prüfen, ob das nur ´ne Verkündung ist oder ob er „den Doktortitel“ wirklich „nicht mehr trägt“ … aber die erhöhten Portokosten von 2.20 € sind mir dazu zu schade;-), wofür ich nicht mal um Fairständnis bitte …

    Gruß;-)

    Richard Albrecht

    • bloegi Says:

      hätt´ ich durchaus was zum Bamberger Verfahren zu sagen

      Sie meinen vermutlich Bayreuth. Das ist, wo „Die Meistersänger von Nürnberg“, „Das Rheingold“ und „Götzendämmerung“ aufgeführt werden.

  20. Richard Albrecht Says:

    @ blögi

    KorrekturDank, ich verwechselte gestern zwei Unis im bayrischen Freistaat: die in der Reiterstadt Bamberg mit der in der Sängerstadt Bayreuth. Dort gibts auf der Netzseite ganz vorn dieses Dokument -> http://www.uni-bayreuth.de/universitaet/leitung_und_organe/Universitaetsverwaltung/abt3/download/fehlverhalten1.pdf

    Im übrigen sind die korrekten Steigerungsformen von Doktor DOKTORER, von falsch FÄLSCHER, von Baron BARONER, von Guttenberg GUTTENBERGER und von Angriffsminister ANGRIFFSMINISTERER …

    Bitte evtl. Tippfehler korrigieren. Dank voraus, Gruß;-)

    Richard Albrecht/230211

  21. bloegi Says:

    +++ EILMELDUNG +++ SENSATION +++ EILMELDUNG +++ SENSATION +++

    Freiherr Karl Theodor von und zu Guttenberg gesteht: „Ich habe meine Doktorarbeit gelesen.“
    http://www.abendblatt.de/politik/article1793645/Guttenbergs-dauerhafter-Abschied-vom-Doktor.html

    Die rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth hat ebenfalls die Lektüre der guttenbergischen Dissertation in Aussicht gestellt, allerdings „ohne Zeitdruck“.

  22. LeserIn Says:

    Verteidigungsminister Guttenberg hat deutlich mehr Material der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages verwendet als bislang bekannt. FOCUS Online liegen vier Gutachten vor, aus denen der Minister mindestens 30 Seiten wörtlich übernahm.

    Der „Gottesbezug“ in den Verfassungen der westlichen Demokratien spielt in der Dissertation …

    FOCUS 23.02.11

    Vielleicht betet Guttenberg zum Gott der Schlitzohren.

  23. LeserIn Says:

    Die Entscheidung der Universität Bayreuth über den falschen Doktorhut des Verteidigungsministers ist 1.) logisch und 2.) anrüchig.

    Logisch, weil die Beweislast objektiv überwältigend ist, die Karl-Theodor zu Guttenberg als einen Wissenschaftler erscheinen lässt, der höchst unwissenschaftlich vorzugehen beliebte bei seinem Trachten nach dem „Dr. jur.“

    Anrüchig ist jedoch ein Satz von Unipräsident Bormann, der auf eine „Lex Guttenberg“ schließen lässt, die für den Hauptbetroffenen zum Bumerang werden könnte. „Die Frage eines möglichen Täuschungsvorsatzes konnte die Kommission letztlich dahinstehen lassen“, sagte der erste Repräsentant der Hochschule am Abend, „für die Kommission war entscheidend, dass unabdingbare wissenschaftliche Standards objektiv nicht eingehalten worden sind.“

    Im Falle Guttenbergs ist es aber von eminenter Bedeutung von unabhängiger Stelle zu erfahren, ob er absichtsvoll und gezielt geistiges Eigentum anderer für seine Promotion entwendet hat. Er selbst streitet das vehement ab, bietet aber nicht den Hauch eines mit Menschenverstand nachvollziehbaren Erklärungsversuchs, wie hunderte Fundstücke fremder Autoren Eingang in sein 475 Seiten langes Werk finden konnten.

    Guttenberg … will politisch überleben und folgt dem Rat einer Boulevard-Zeitung: „Scheiß auf den Doktor.“ Ausgerechnet seine Universität hilft ihm beim Verrichten der ideellen Notdurft.

    DER WESTEN 23.02.11

    „Scheiß auf den Doktor“ ist natürlich von BILD und Franz Josef Wagner.

  24. bloegi Says:

    Es scheint schlechter um v.u.z.Guttenberg zu stehen, aus ich glaubte. Gestern las ich in der gedruckten Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Leitartikel, in dem A.Merkel aufgefordert wurde K.T.v.u.z.Guttenberg zum Rücktritt zu drängen. Die FAZ ist die Hauspostille der CDU.

    Es scheppert überall:

    Über neue Vorwürfe, dass er nicht nur vier, sondern sogar sechs Gutachten des Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags für seine Doktorarbeit verwendet habe, sagte er, davon „weiß ich bisher nichts“. […] Guttenberg ließ offen, ob er die nötige Genehmigung beim Parlament eingeholt hat. […]

    Guttenberg soll Medienberichten zufolge auch bei seinem Lebenslauf, der unter anderem auf seiner Homepage zu sehen ist, geschummelt haben. Wie die Zeitungen „Zeit“, „faz.net“ und „Süddeutsche“ angeben, findet sich mehr als eine Beschönigung in seinem Lebenslauf wieder. […]

    Auf der Homepage des Ministers wird unter dem Punkt „Biographie“ angegeben, er sei „Mitglied im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG (bis 2002)“ gewesen. Wie unter anderem die „Zeit“ berichtet, habe die Familie Guttenberg 26,5 Prozent Stammaktien gehalten und sei damit automatisch im Kontrollgremium gewesen. Aktiv oder engagiert soll er in diesem Gremium nie gewesen sein […]

    Eine weitere Beschönigung in seinem Lebenslauf soll es bei der Angabe „Freier Journalist bei der Tageszeitung Die Welt (bis 2002)“ geben. Laut „faz.net“ sei Guttenberg nur ein Praktikant gewesen.

    nachrichten.t-online.de 23.2.2011
    Nicht einmal die Telekom hält zu ihm.

    Guttenberg, der seine Arme meist stramm vor dem Oberkörper verschränkt, beantwortet manche Fragen akribisch genau mit Seitenzahl und Fußnotennummer und erlaubt sich zunächst nur einen kleinen Ausrutscher, als er berichtet, dass er sich am Wochenende „erstmalig mit der Arbeit befassen konnte“. Gelächter in der Opposition. […]

    Guttenberg berichtet davon, wie er all diese Fragen am Wochenende geprüft habe. Er erzählt von Bleistiftnotizen, die kaum noch lesbar gewesen seien. Mal sagt er „ich“, mal sagt er „wir“. Wer ihm da bei der Prüfung geholfen hat, sagt er nicht.

    Süddeutsche Zeitung 23.2.2011

  25. Richard Albrecht Says:

    @blögi et.al.

    Nochmal erweiternd zu Juttenbergs Jeist:

    Der o.Prof.em. Häberle -> http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_H%C3%A4berle war echt dreist, dem KTzuG mit „summa cum“ (das war/ist die Bestnote überhaupt) zum Dr.iur. zu promovieren.

    Und damit niemand meint, das Ding wär ´ne bajuwarische Eigenart – auch die Ganzberliner Rewis (so nennt sich die jur.Fak. der Bumboldz-Uni selbst) waren/sind auch nicht ohne Schmackes, jedenfalls auffiel mir schon vor´n paar Jahren da so´n TRIO IUSTITIALE, das kürzlich auch eine gesonderte „Zeitgeschichtliche Erinnerung an Humboldt flaggende ganzdeutsch-akademische Führungsjuristen“ erfuhr -> http://www.duckhome.de/tb/archives/8777-TRIO-IUSTITIALE.html

    Und der KTzuG muß aufpassen, daß er die Frist nicht versäumt. Wenn er akademisch nicht vollnackt dastehn will, müßte er als Halbjurist bei der Bayreuther Jur.Fak. bald´n Antrag stelln, damit er sich öffentlich „Diplom-Jurist“ nennen darf.

    Leider schade, daß bei alledem das politikgeschichtlich wichtigere, nämlich KTzuGs eines SS-Zeichen im Photo, so ganz unbeachtet blieb … aber was nicht ist kann ja noch werden…

    Gruß RicAlb/240211

  26. bloegi Says:

    Es hat heute eine Katastrophe gegeben, die Guttenbergs Plagiat vielfach übersteigt, ausgelöst aber auch von Guttenberg: die praktische Abschaffung der Wehrpflicht. Die Bundeswehr, schon immer eklig, wird bald eine reine Söldner-Armee sein – ein Haufen gedungener Mörder, die von der Regierung besoldet werden.

    Was haben die USA-Söldner im Irak getan, was tun sie noch immer in Afghanistan? Die US-Army ist ein Berufsheer. Was wäre in Kairo geschehen, wenn in Ägypten nicht die allgemeine Wehrpflicht gälte? Eine der größten Errungenschaften der französischen Revolution ist vernichtet.

  27. LeserIn Says:

    An Guttenberg ist nichts dran. Er hat weder Verstand noch Rückgrat. Er ist ein Produkt des nationalen Porno-Magazins BILD:

    „Ja, wir stehen zu Guttenberg!“ So ruft es am Donnerstag in riesigen Lettern auf der Titelseite der „Bild“-Zeitung. … das Ergebnis des großen „Guttenberg-Entscheids“, zu dem das Blatt tags zuvor seine Leser in ebenso großer Aufmachung aufgerufen hatte. 261.223 hätten bis zum Mittwochabend per Telefon oder Fax mitgemacht, heißt es nun – und der Rückhalt für den Verteidigungsminister ist demnach überwältigend: 87 Prozent wollen, dass ihr Karl-Theodor zu Guttenberg im Amt bleibt.

    Dumm nur, dass das für Bild.de nicht gilt… Auf Bild.de haben mittlerweile fast 640.000 User (Stand Donnerstag 13.30 Uhr) per Mausklick darüber abgestimmt, ob Guttenberg als Minister noch tragbar ist. Das Ergebnis ist auch hier eindeutig: 55 Prozent wollen, dass er zurücktritt. Nur 36 Prozent befinden: „Er macht seinen Job gut.“

    SPIEGEL 24.02.11

    Die BILD-Redaktion wird sich jetzt noch ein bisschen abrackern, aber sobald der Absatz sinkt, fährt Guttenberg in den Orkus.

  28. LeserIn Says:

    „Wir sind einem Betrüger aufgesessen“

    Bedrohlicher als das Zitat selbst sind die Quellen aus denen es stammt: Financial Times Deutschland und Frankfurter Allgemeine Zeitung. Wenn dergleichen in taz oder Neuem Deutschland stünde, hätte Guttenberg nichts zu befürchten.

    Der in Bayreuth lehrende Staatsrechtler Oliver Lepsius hält Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) für einen Betrüger. „Wir fühlen uns getäuscht“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ den Wissenschaftler mit einer Aussage über Guttenbergs Doktorarbeit voller Zitate, die nicht als solche ausgewiesen sind. „Wir sind einem Betrüger aufgesessen.“

    FTD 24.02.11

    Ich halte es für ausgeschlossen, dass die Redaktionen von FAZ und FTD aus moralischen Gründen gegen Guttenberg vorgehen. Er muss die Interessen der FAZ-FTD-Klientel missachtet haben.

    • Tilman Says:

      Nun ja, solch eine Schummelei schadet alle den Lesern, die ein Dr. Titel haben und dafür nicht nur Strg-C Strg-V gemacht haben sondern jahrelang geschuftet haben. Und die FAZ ist selbst Opfer von Guttenberg Abschreiberei – das schreit nach Raaaache!

      • bloegi Says:

        Vielleicht ärgern sich FAZ, FTD und die meisten anderen Zeitungen über das entgangene Geschäft:

        Die Bundeswehr befürchtet, dass sie nach Aussetzung der Wehrpflicht keinen Nachwuchs mehr bekommt. Das von Karl-Theodor zu Guttenberg geführte Ministerium der Verteidigung plant nun eine große Werbekampagne – Print-Anzeigen werden aber ausschließlich in Springer-Blättern geschaltet. Und zwar in denjenigen, die durch ihre Pro-Guttenberg-Berichterstattung aufgefallen sind: Bild und Bild am Sonntag.

        meeida.de 24.2.2011

        Gute Freunde wollen gut bezahlt sein. Man wird Politiker um die Bezahlung seiner Freunde mit dem Geld anderer zu finanzieren.

  29. RicAlb Says:

    UND DIE MORAL VON DER GESCHICHT´?

    Wenn der Fall des Herrn Baron KTzuG mit dem einen SS-zeichen auffm Pulli -> http://www.modepilot.de/2009/09/08/umfrage-zum-minister-im-acdc-shirt/ politikgeschichtlich etwas veranschaulicht, dann doch nur, wie sozialverkommen diese Kaste nach ihrem gescheiterten Putschversuch „20. Juli“ 1944 ist, genauer: Der heuer prominenteste Politvertreter dieser Kaste – KTzuG – zeichnet sich vor allem dadurch aus aus, daß er (s)einen Revolver nicht benützt.

    Richard Albrecht, 250211
    http://ricalb.files.wordpress.com/2010/12/cv1.pdf

  30. bloegi Says:

    RicAlb schrieb:

    KTzuG – zeichnet sich vor allem dadurch aus aus, daß er (s)einen Revolver nicht benützt

    Ich befürworte weder Mord noch Selbstmord.

    Die „Wehrreform“ ist indessen viel gefährlicher:

    Überlegungen des Ministeriums, die Bundeswehr künftig für Ausländer und Geringqualifizierte zu öffnen, sind nach Angaben der Zeitung in der Koalition aber auf scharfe Kritik gestoßen. In der Debatte um die Wehrform hätten Gegner einer Berufsarmee vor einer Entwicklung der Bundeswehr zu einer Unterschichtenarmee gewarnt.

    Zeit 24.2.2011

    Dass das Verteidigungsministerium nur in BILD für das Bundessöldnerheer werben will, wird so begründet, dass Leute, die freiwillig zur Bundeswehr gehen würden, außer BILD sowieso nichts lesen.

    Die Justiz ist das Sammelbecken der Betrüger. Die Polizei ist ein Sammelbecken von Asozialen und Kriminellen – bevorzugt sadistisch veranlagt. Die Bundeswehr ist jetzt schon grausig genug, soll aber nun gezielt in einen Haufen schwachsinniger Killer verwandelt und mit Maschinenpistolen, Granaten und der Panzerhaubitze 2000 ausgerüstet werden.

  31. LeserIn Says:

    Die Uni Bayreuth ist submedioker, übrigens wie viele andere deutsche Unis auch. Das zeigt ein niveauloser Werbefilm, den die Unileitung hat machen lassen:

    http://www.spiegel.de/video/video-1111669.html

  32. Richard Albrecht Says:

    @ Wen´s interessieren mag …

    Einer der wenigen recherchierenden ganzdeutschen Journalisten fand für´n Bln.er Tsp. raus, daß bis 2002 um 750.000 Euro an die JurFak Uni Bayreuth flossen. Dies bestätigte der heuer amtierende UP, meint aber dreist(er als dreist), das wär´ kein „Sponsoring“ (vulgo Spenden in Form von Geldzuwendungen, auch Schmieren genannt), sondern „Anschubfinanzierung“

    -> http://www.tagesspiegel.de/politik/750-000-euro-fuer-die-uni-bayreuth/3879402.html

    Prof. Thomas Steinberg, SZ-Feuilletonleiter, kommentierte heute m.E. recht zurückhaltend die KTzuG-„Affäre“, vor allem verallgemeinerte er m.E. unzulässig auf „die Wissenschaft“.

    Meiner (wie bekannt: so subjektiven wie scheinbar rechtsunerheblich-politbedeutungslosen) Meinung nach ist Jura, auch wenn „Rechtswissenschaft“ genannt, weit über den dort h[errschende] M[einung] genannten Bereich hinaus KEINE WISSENSCHAFT, sondern IDEOLOGIE ZUR HERRSCHAFTSSICHERUNG, gehört zum „ideologischen“ Staatapparat und hängt eng mit´m „repressiven Staatsapparat“ (Louis Athusser) zusammen.

    Die von Jurist(inn)en meistgehaßten Leute sind Wissenschaftler, also Menschen, die selbständig, folgerichtig und vorurteilsfrei denken können …

    (Ich zeichne heute einmal-und-nie-wieder mit´m akademischen Titel …)

    Dr.phil. et rer.pol.habil.
    Richard A l b r e c h t
    http://denken-lernen.org

  33. Uni-Blog Says:

    Position von Prof. Dr. Reimund Gerhard, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät
    Februar 24th, 2011 · pressereferat

    Als Universitätsprofessoren interessiert uns natürlich der Plagiatsvorwurf an den Bundesverteidigungsminister.

    Neuerdings wird hier politisch immer argumentiert, dass das Amt das Bundesverteidigungsministers nichts …

    http://www.uni-potsdam.de/db/up_blog/?p=95

  34. LeserIn Says:

    Im SPIEGEL werfen Spitzenjuristen Verteidigungsminister Guttenberg vor, bei seiner Doktorarbeit Passagen vorsätzlich kopiert zu haben.

    „Ich würde einem Kandidaten nicht glauben, der in so einem Fall behauptet, dass es bloße Fahrlässigkeit war“, sagte der Kölner Strafrechtsprofessor Thomas Weigend

    Der auf Streitereien um Examensarbeiten spezialisierte Rechtsanwalt Michael Hofferbert urteilte: „Kein Richter wird einem Kandidaten glauben, der über hundert Seiten seiner Doktorarbeit abschreibt und hinterher behauptet, er habe dies versehentlich getan.“ Der frühere Verfassungsrichter Winfried Hassemer sagte: Selbst wenn der faktische Beweis nicht vorliege, seien „Juristen gut darin geübt, den Vorsatz aus den äußeren Umständen einer Tat zu schließen“.

    Formelle Ermittlungen gibt es in der Sache noch nicht. Zunächst werde die Überprüfung der Vorwürfe durch die Kommission zur Selbstkontrolle in der Wissenschaft der Universität Bayreuth abgewartet, erklärte Oberstaatsanwalt Reiner Laib.

    SPIEGEL 26.02.11

    Nun … Gott mit ihnen, den Spitzenjuristen. Hassemer ist von der SPD.

  35. bloegi Says:

    Jetzt wird es für Gutti wirklich gefährlich:

    Das Kanzleramt knöpft sich die Bundeswehrreform von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor. Die von seinem Ressort vorgelegten „Eckpunkte“ zum Umbau der Streitkräfte sieht man nach SPIEGEL-Informationen offenbar erheblich kritischer als bisher bekannt. […] Guttenbergs Vorschläge seien eine „nur sehr rudimentäre und unausgewogene Grundlage für Entscheidungen zur Reform der Bundeswehr […] Guttenberg reduziere „politisch unzulässig“ die Debatte über Kosten der Reform auf den Personalumfang der Truppe; stattdessen müsste er auch auf die „Notwendigkeit der Finanzierung von Fähigkeiten und Einsätzen“ eingehen. Ferner werde das Ausmaß des „finanziellen Mehrbedarfs gegenüber den Einsparzielen“ gar nicht erwähnt.

    Spiegel 26.2.2011

    So viel schlechter als die vielen anderen unfähigen Halunken im Staatsapparat ist Guttenberg nicht. Er muss die Interessen mächtiger Leute mit Füßen getreten haben.

  36. bloegi Says:

    Es gibt kein Halten mehr:

    Jura-Professor Lepsius, Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater, lädt durch: Es sei eine Dreistigkeit, wie Guttenberg honorige Personen hintergangen habe. […] Angesichts anhaltender Angriffe stellte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) die Frage, wie lange Guttenberg noch im Amt bleibe.

    Welt 26.2.2011

    Die Welt ist ein Springer-Blatt. Jetzt fehlt nur eine Schlagzeile in der Bild-Zeitung: „So legte ein gerissenes Betrüger-Ehepaar die honorige Bild-Redaktion rein!“

    In Berlin hat eine Anti-v.u.z.G.-Demo vor dem Kriegsministerium stattgefunden:

    „Gutt bye“ „Doktor der Herzen“ „Gib es zu und geh“ „Kein Schutz für Betrüger“ „Doktortitel am Hindukusch verteidigen“

    Hamburger Abendblatt 26.2.2011

  37. Bunte Says:

    … UND GEH´ DOKTORTITEL AM HINDUSCH VERTEIDIGEN ist fast so gut wie weiland: FORT MIT DEN ALPEN – FREIER BLICIK AUFS MITTELMEER😉

  38. RicAlb Says:

    http://www.weissgarnix.de/2011/02/26/lepsius-guttenberg-ein-fall-fur-den-psychologen/

    Prof.iur. Olli Lepsius, Jur.Fak. Bayreuth, wünscht sich – „als Staatsbürger“ – vor laufender BR-Kamera „Minister, die wissen was sie tun“.

    Stichworte aus dem Interview

    -> KTzuG ´s bewußte Fälschungscollage in einem bisher nicht erlebten Ausmaß an Dreistigkeit

    -> KTzuG als Psychofall: tut X, bestreitet X zu tun

  39. bloegi Says:

    Bei der Demo in Berlin war die tiefschürfenste Analyse auf dem Schild „Doktor der Herzen“ zu lesen. Es handelt sich um eine Anspielung auf Diana Spencer, später Princess of Wales, geschiedene und dann verstorbene Gattin des britischen Thronfolgers Charles. Diana wurde nach ihrem plötzlichen Verscheiden „Prinzessin der Herzen“ genannt.

    http://www.royal.gov.uk/historyofthemonarchy/the%20house%20of%20windsor%20from%201952/dianaprincessofwales/background.aspx

    Das Wesentliche an Diana war ihre Vulgarität. Prinz Charles, der selbst das Vulgäre liebt, war zuerst davon angetan, merkte aber nach einiger Zeit, was es praktisch bedeutet, und setzte alles daran um von Diana wegzukommen. Für die Unterschicht blieb die „Prinzessin der Herzen“ jedoch das ideale Vorbild.

  40. LeserIn Says:

    Ich spreche von Guttenbergs Gutachtern, von seinen Lektoren des Verlags Duncker & Humblot – und vielleicht von dem deutschen Wissenschaftssystem im Allgemeinen. Wenn ein junger Wissenschaftler der Uni Bremen in einer Rezension (bei der man normalerweise nicht jede Zeile durchleuchtet) schon beim Überfliegen heftigste Déjà-vu-Erlebnisse hat, muss man fragen, warum Guttenbergs Erst- und Zweitgutachter seinerzeit nichts aufgefallen ist.

    Es gibt nur zwei Optionen: Entweder die Herren Professoren hatten, wie so viele ihrer Kollegen mit Erreichen des Beamtenstatus, seit Jahren aufgehört, wissenschaftlich zu arbeiten … Die andere Option ist natürlich, dass seine Gutachter die Arbeit nicht wirklich gelesen haben.

    SPIEGEL 27.02.11

    Weder Erst- noch Zweitgutachter noch Lektor noch Guttenberg selbst haben das langweilige Geschwafel gelesen, bevor der Skandal aufflog.

  41. bloegi Says:

    Die Vulgarität überwuchert alles: Hat auch Karl-Theodor eine Camilla?

    In der „aktuellen“ vom 26.02.11:

    Auch das noch!
    Karl-Theodor zu Guttenberg
    Die Affäre
    Wer ist diese Frau?


    mit Foto dieser Frau

  42. bloegi Says:

    Promovierte und Doktoranden haben einen offenen Brief an die Kanzlerin geschrieben. Ihr Verhalten in der Guttenberg-Affäre verhöhne die Wissenschaft. […] Merkels Stellungnahme zum Fall Guttenberg schließlich – die Kanzlerin hatte in einer Pressekonferenz nach der für die CDU vernichtenden Hamburger Bürgerschaftswahl gesagt, sei habe mit dem CSU-Politiker ja keinen „wissenschaftlichen Assistenten“ berufen – werten die Verfasser der Petition als „Verhöhnung aller wissenschaftlichen Hilfskräfte sowie aller Doktorandinnen und Doktoranden, die auf ehrliche Art und Weise versuchen, ihren Teil zum wissenschaftlichen Fortschritt beizutragen“. […]
    Außerdem wird zu Guttenberg nun erstmals von einem Politiker des Union-Koalitionspartners FDP angegriffen. In der „Financial Times Deutschland“ (FTD) setzte der forschungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Martin Neumann, Guttenberg ein Ultimatum. Er gebe dem CSU-Minister noch „eine, maximal zwei Wochen Zeit“ […]
    Der Moskauer Politologe Wladislaw Below glaubt, dass die Affäre dem Ruf Deutschlands in der Wissenschaft „riesigen Schaden“ zufügt.

    Welt 27.2.2011

    Inzwischen kann ich das Wort „Guttenberg“ nicht mehr lesen, ohne dass mich Brechreiz überwältigt. Ich will an diesem Thread nicht mehr viel machen, werde mich aber nach fauligen Tomaten umsehen, falls der treuherzige Guttenberg in meiner Umgebung auftaucht.

  43. Richard Albrecht Says:

    Auf die Gefahr hin, politisch sehr traditionell, altmodisch und konservativ zu wirken – ich sehe hier auf dem Pullover des Noch-BMVertM zu G.

    http://www.modepilot.de/2009/09/08/umfrage-zum-minister-im-acdc-shirt/

    zwei mühsam als Volksymbole getarne Siegrunen der SS, die nur deshalb nicht als solche sofort erkannt werden, weil sie nicht nebeneinander, sondern untereinander stehn.

    Soweit ich weiß gilt die SS hierzulande als „verbrecherische Organisation“.

    Aus meiner StudieZeit erinnere ich, daß 1967/69 in Baden-Württemberg wegen Benützen von Nazisymbolen verfolgt wurde, wer ´n NPD-Plakat durch Hakenkreuze kenntlich machte. In diesem Bundesland (damaliger MP der „furchtbare Marinerichter“ Dr.iur. Filbinger) wurde auch der Sozialistische Studentenbund (SDS) im Sommersemester Ende Juni 1970 verboten …

    Richard Albrecht, 280211
    http://eingreifendes-denken.net

    • bloegi Says:

      Ich habe das Foto des Freiherrn v.u.z.Guttenberg an den Anfang meines Artikels gesetzt um zu zeigen, dass er mit den Neonazis kokettiert.

      Nach einer stringenten Auslegung des §86a StGB ist es in der Bundesrepublik Deutschland strafbar diese AC/DC-T-Hemden öffentlich vorzuführen. Indessen gelten die Bestimmungen des Strafgesetzbuches nur dann, wenn es der Justiz und ihrer Herrschaft in den Kram passt.

      Die Ausrede ist, AC/CD seien eine australische Band. Die AC/DC-Fans könnten schon deswegen nichts mit dem Nationalsozialismus am Hut bzw. auf dem Hemd haben. Dagegen spricht, dass AC/CD die rechtsextreme Szene seit Jahrzehnten mit Satanismus-Liedern bedient.

      Die Situation ist ähnlich wie bei den Böhsen Onkelz.

  44. bloegi Says:

    Nun habe ich doch noch einen kleinen Andachtswinkel dem Artikel angehängt. Wer Bayern kennt, weiß, was ein Andachtswinkel ist.

  45. LeserIn Says:

    Wir leben nicht nur in einer Kakokratie, sondern in einer Kakistokratie, in der sich korrupte Dummköpfe auf Kosten ehrlicher Menschen Vorteile zuschanzen.

    Verteidigungsminister zu Guttenberg konnte nur mit einer Ausnahmegenehmigung promovieren, weil er in seinem Examen nur die Note „befriedigend“ erreichte. Die Genehmigung erteilte neben anderen der damalige Dekan, der Vorsitzender der Jungen Union der CSU in Schwandorf war.

    FAZ 28.02.11

  46. bloegi Says:

    Die Jura-Professoren verlassen das sinkende Schiff:

    Peter Häberle zu Plagiatsaffäre
    Doktorvater revidiert Urteil über Guttenberg

    „Mit sehr großem Bedauern habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Umstände der von mir betreuten Promotion von Herrn K.-T. zu Guttenberg den Ruf der Universität Bayreuth in der öffentlichen Diskussion in Misskredit zu bringen geeignet sind. […]

    Süddeutsche Zeitung 28.2.2011

    Harhar

  47. Richard Albrecht Says:

    @LeserIn
    @blögi

    So war & ist es: KAKISTOKRATIE. Und es gibt Menschen, die dagegen auch nicht erst seit vorgestern, sondern seit Jahrzehnten kämpfen

    http://www.forced-labour.de/archives/352
    http://ricalb.files.wordpress.com/2011/01/flaschenpost9.pdf
    http://www.duckhome.de/tb/approve/comment/30931/8698-KAKISTOKRATIE.html
    http://www.duckhome.de/tb/archives/8778-NACHKRIEGSGESCHICHTEN.html

    Meiner Erfahrung nach, die sich zugegeben nicht auf Bajuvarien 2007/08 und dortige CSU-Spezieln & Amigos, sondern aufs Neue Berlin und dortige Sozis 1990/92 bezieht, wirste weilde als (Sozial-) Wissenschaftler nicht andere beklaust & nicht nur gernau zitieren kannst, sonderns auch ständig tust, n i c h t lehrstuhlberufen.

    Dazu noch vor der Sommerpause mehr in (m)einem Buch FLASCHEN POST,

    Gruß

    Richard Albrecht

  48. bloegi Says:

    Nur damit die Namen beisammen sind:

    Peter Häberle, Erstgutachter
    Rudolf Streinz, Zweitgutachter

    Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat seine Doktorarbeit von einem der CSU nahestehenden Zweitgutachter bewerten lassen. Wie ein Sprecher der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung der FTD bestätigte, ist Guttenbergs Zweitgutachter Rudolf Streinz Vertrauensdozent der Stiftung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU).

    Streinz lehrt seit 2003 Öffentliches Recht und Europarecht an der LMU. Zuvor hatte er den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Universität Bayreuth inne.

    wissen.de 24.2.2010

    Die Leute sind alle nicht besonders gut. Sie organisieren sich in Seilschaften und, wenn einer in der Seilschaft etwas Macht errungen hat, versucht er die anderen ebenfalls auf einflussreiche Posten zu setzen – unabhängig davon, ob die Genossen etwas taugen.

  49. LeserIn Says:

    Jetzt wackelt auch BILD 28.02.11 18:37

    BILD bohrt auf Häberles bisherigen Sprüchen herum:

    Am Tag nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der 76-Jährige zu BILD gesagt:

    „Der Vorwurf ist absurd, die Arbeit ist kein Plagiat. Sie wurde von mir in zahlreichen Beratungsgesprächen eingehend kontrolliert. Herr zu Guttenberg war einer meiner besten Seminaristen und Doktoranden.“

    „In Beratungsgesprächen kontrolliert.“ Vielleicht ist das sogar nicht einmal ganz falsch. Denn Häberle hat nicht behauptet, dass er Guttenbergs Doktorarbeit gelesen hat.

  50. Richard Albrecht Says:

    zu Guttenzwergs RÜCKTRITT vorhin etwa 11:20 Uhr meine ich, daß sich erstens die Blogosphäre trotz ihrer Beharrlichkeit nicht euphoristisch selbst überschätzen sollte, daß zweitens BILD nicht grenzenlos manipulieren kann und daß drittens der nach wie vor im Freistaat Bayern siedelnde realexistierende MILITÄR-INDUSTRIE-KOMPLEX nach wie vor wirtschaftlich und politisch mächtig ist

    Gruß

    Richard Albrecht, 010311
    http://eingrenfendes-denken.net

    • bloegi Says:

      Es ging bei der Guttenberg-Affäre nicht nur um Guttenberg. Ich halte die Proteste gegen ihn für vergleichbar mit den Stuttgart21-Protesten und mit den Protesten gegen die korrupten Potentaten in Nordafrika. Das Internet spielt dabei eine große Rolle und die Wut der Leute, die nicht mehr einfach nur von der Obrigkeit plattgewalzt werden wollen. Es könnte sein, dass neue Formen der Politik entstehen.

      Der Spiegel zeigt Guttenbergs Abschiedsvideo
      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746260,00.html
      Er spricht viel von seinem Herzen, hat es mit Gott und dem Anstand. Die Lüge ist zur zweiten Natur geworden.

  51. René Schneider Says:

    Irgendwie ist der „Doktorvater“ aber doch auch ein ganz kleines bißchen verantwortlich für die Diss. von Gutt., oder?

    Warum wird nicht untersucht, wie dieses Malheur passieren konnte?

    Das Problem ist nicht der fränkische Freiherr allein, sondern die ganze Jur.-Fak. der Uni Bayreuth, insbesondere Häberle und Konsorten, denen als Prüfer nur einfiel, eine „eins plus“ an Merkels Liebling zu verschenken!

  52. Richard Albrecht Says:

    @bloegi

    Da sich Bücher (immer noch nicht) von selbst schreiben, nur zweiundhalb Gedankensplitter zum Abtritt des vuZ G. bevor ich mich hier zunävhst vertsüsse;-)

    zu zu G´s Rücktritt

    (1) Daß der Mann sich sein(en) Leben(slauf) erschwindelte wurde kurz nach seiner damaligen „Berufung“ (2009) im ersten großen vuz G.-Dossier deutlich: http://www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/230-das-guttenberg-dossier-teil-1.html

    (2) Daß es ein freistaatbayrisches CSU/Unisystem war, daß diesen Guttenzwerger-Schwindel begünstigte und – solange es eben ging – deckte, sollte nicht vergessen werden: Insofern war´s BR-Lepsius-Interview funktional fürs Schwindelsystem: Lepsius hob stark auf die P e r s o n vuz G´s ab (meinte sogar, G wär´n Psychofall) und versuchte so, seine JurFak als Uni-Institution zu entlasten

    (3) Umso wichtiger die Beharrlichkeit auch im carta-Netz von Hachmeister u.a., die Doktoranden-Initiative u n d – nicht vergessen – die publ. Tagesspiegelrecherche mit den uni-offiziell bestätigten 750.000 Teuro, die bis 2002 an die JurFak der Uni BAY geflossen sind …

    Servus

    Richard Albrecht

  53. Beurteilung wissenschaftlicher Arbeiten « bloegi Says:

    […] bloegi Blöde Geschichten « Guttenbergs Geist […]

  54. Richard Albrecht Says:

    Als PostScript zu: Dreist – vuz Guttenberger – Uni BAYreuth [~ 47-59]

    -> http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2011-03-02.html

  55. bloegi Says:

    Die Spiegel-Redaktion meint, der kräftigste Sargnagel zu Guttenbergs politischer Karriere sei das GuttenPlag-Wiki gewesen. Die GuttenPlag-Macher tun das, was ich selbst tue und anderen empfehle:

    Öffentliche Dokumentation des Unrechts

    Der Haken dabei sind nur die gerichtlichen Unterlassungsverfahren. Die GuttenPlag-Macher haben praktisch die gesamte Arbeit Guttenbergs im Internet veröffentlicht. Die ‚Rechte‘ dafür liegen bei Guttenberg und/oder Duncker&Humblot, dem Verlag. Die GuttenPlag-Macher haben Glück, dass sie noch nicht zum Abbruch ihres Projekts gezwungen wurden.

    Rainer Hoffmann hat etwas Ähnliches mit zwei schundigen n-tv-Filmchen getan, in denen wüste Lügen über die Effizienz thermischer Solaranlagen verbreitet wurden. Hoffmann hat sogar nur die Stellen herausgeschnitten, bei denen nachweislich gelogen wurde. Er hat sie kommentiert, neu zusammengesetzt und zu Youtube hochgeladen. Hoffmann hat es gut gemacht. Dennoch wurde er zur Unterlassung verurteilt und ins Gefängnis gesperrt, als er sich nicht fügen wollte. Gegenwärtig arbeitet die NRW-Justiz hart daran Hoffmann für wahnsinnig zu erklären.
    https://bloegi.wordpress.com/2008/10/22/rainer-hoffmann-verhaftet/

  56. Doppelergänzer vom Dienst Says:

    Text aus der Nacht VOR dem Rücktritt:
    Es ist – entgegen der bisherigen Einschätzungen des linken Mainstreams – sinnvoll, dass dieser Mann möglichst lange im Amt bleibt. Das was er gemacht hat, ist für viele Leute der Oberschicht einfach Standard: sich ne Diss schreiben lassen, Kohle dafür abdrücken; immer schön nett und adrett den Leuten ins Gesicht lügen, aber dabei die Form wahren. Deals mit der Bild und Kerner zur Imagepflege, die nur so auf der Hand liegen.
    Und jede Menge Politiker_innen, die seine kaltschnäuzige Lügenbereitschaft verteidigen, da sie damit ihre eigene meinen.
    Er ist der wahre (!) Repräsentant der Politiker_innenkaste und der Funktionsweise dieses Systems: Geld gegen Einfluss und Titel. Immens ist die Zahl der Jura-Student_innen, die es ihm am liebsten gleichtun würden. Bei einigen scheitert’s halt am fehlenden Geld, aber die Bereitschaft dazu haben allzu viele dieser gegelten und gestylten Barbour-Jacken-Trägerinnen – oder was auch immer jetzt bei ihnen angesagt ist.
    Und die treten dann in die Fußstapfen der Politiker_innen, Staatsanwält_innen und Richter_innen, die auf die gleiche Weise nach oben gekommen sind. (Ausnahmen, die es auch hier geben wird, bestätigen die Regel)
    An Dr. cp treten die Abgründe des System hinter der Gel-Fassade zur Zeit so deutlich hervor, wie schon seit Roland Koch nicht mehr, dem brutalstmöglichen Aufklärer, der jetzt „seinen Posten in der Wirtschaft“ einnimmt.
    Die Rufe nach „Wissenschaftlichkeit“ verkennen den Kern, wofür dieser Mensch steht. Fast kein Angehörige_r aus der Oberschicht steht wirklich für die „Tugenden“ ein, die sie nach außen vertreten. Das ist alles Teil des Spiels, das dem eigenen Machterhalt dient.
    Weil einige der herrschenden „Eliten“ erkannt haben, wie gefährlich nahe die Selbstententlarvung der „Regeln hinter den Regeln“ durch Karl-Theodor gerückt ist, wollen sie ihn loswerden; so zum Beispiel die FAZler und ähnliche. Die Betonung des Arguments mit der Wissenschaftlichkeit ist eben nur in Teilen gekränkte Eitelkeit, ob der eigenen Aufrichtigkeit. Das eigentliche Problem mit Gutti liegt für die „Eliten“ ganz woanders: Er ist zu einem unübersehbaren Sicherheitsrisiko für das Funktionieren des Systems geworden, das seine Konstruktionsbedingungen bei Strafe des Untergangs verbergen muss – wenn es nicht zur offenen Diktatur werden soll. Leider sind seine Tage im Amt daher erstmal gezählt.

    Also muss es gerade von der Linken heißen:
    Danke Gutti! Halt bitte durch – solange wie es sich für einen deutschen Gebirgsjäger gehört!
    Gib nicht auf!
    Ich finde, es gehören sich bundesweit ordentliche (!) Demos organisiert, in dem wir unserem Gutti mal zeigen, wie dankbar wir ihm dafür sind, dass er die Heuchelei des Bürgertums so offenbart. Ich würde mir dafür sogar ne Menge Gel ins Haar schmieren, auch wenn ichs irre widerlich finde. Aber dieser Figur sollten Opfer gebracht werden. Hoffentlich wirken sich unsere Jubeldemos dann nicht negativ auf seine weitere Karriere im Rampenlicht der Öffentlichkeit aus. Ein Mann, mit seinen Fähigkeiten, dass die Funktionsweise des ganzen Systems bloß zu stellen, darf nicht in den Aufsichtsräten irgendwelcher Banken und Konzerne verschwinden.

  57. Bunte Says:

    @ Doppel …

    Feuilletonistisches Inskniege[…]. Künftig bitte ins eigne

  58. bloegi Says:

    Die Zeichen mehren sich, dass Guttenberg und hinter ihm Merkel die Unterstützung äußerst einflussreicher Freunde verloren haben, z.B.

    Die britische Financial Times wirft der Kanzlerin vor, in der Guttenberg-Affäre einmal mehr Risiken gescheut und Entscheidungen auf die lange Bank geschoben zu haben. Ähnlich vorsichtig habe sie bei Bundesbank-Chef Axel Weber agiert; Weber selbst habe schließlich erklärt, dass er selbst nicht mehr als Kandidat für die EZB-Spitze antreten wolle – „Merkel folgte den Ereignissen, statt sie zu gestalten.“ Die gleiche Langsamkeit habe Europas Antwort auf die griechische Schuldenkrise im vergangenen Jahr beeinträchtigt. Fazit der Financial Times: Die Beweise für die Unentschlossenheit und politische Anfälligkeit Merkels seien besorgniserregend mit Blick auf Europas Bewältigung der Schuldenkrise.

    Handelsblatt 3.3.2011

    so dass die Plagiatsaffäre eher Theaterdonner war. Ich habe den Eindruck, die ehemaligen Freunde in London und New York hielten Guttenberg zuletzt für doof und Merkel für begriffsstutzig.

  59. Richard Albrecht Says:

    Dr.phil.habil. Michael Stürmer, o.Prof.em., Zeuitgeschichtler und „Chef“korrespondent von Die Welt (der weißmarx nicht zu meinen Politfreunden gehört) faßte den Formalaspekt eines herkömmlichen Promotionsverfahrens in heutiger Die Welt m.E. richtig so zusammen -> http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article12685554/Die-Schuld-der-Vaeter.html?print=true

    „Der Doktorvater, ein geachteter, mittlerweile emeritierter Jurist, hat sich geäußert, als habe er das Corpus delicti erst jetzt zur Kenntnis genommen: Die „mir unvorstellbaren Mängel sind schwerwiegend und nicht akzeptabel“. Das führt zu der Frage, was eigentlich Aufgabe des Doktorvaters ist. Das Wort vom Doktorvater ist keine Metapher. Man muss schauen, ob das dem Doktoranden gestellte Thema zu dessen Fähigkeiten und Möglichkeiten passt – und zu den Vornoten. Guttenbergs Thema war gewaltig und, wenn er noch anderes zu tun hatte, von vornherein eine Überforderung. Um den Stand der Arbeit abzugleichen, gibt es das Oberseminar, wo die Kommilitonen und der Professor nicht die Aufgabe haben, zu staunen, sondern Fragen zu stellen. Da hört man, ob es hohl klingt. Wenn eine Arbeit sich über Jahre und Jahre dahinschleppt, dann wird es Zeit zu einem kritischen, auch selbstkritischen Wort zwischen Vater und Sohn. Wenn das alles nichts Anstößiges zutage bringt, dann gab es auch schon vor dem Internet den prüfenden Blick auf logische und stilistische Brüche. Wenn dann noch immer nicht die Warnlampen blinken, folgen Hauptgutachten und Zweitgutachten. Die sind nicht zum Loben da, sondern zum Prüfen, Bewerten und, notfalls, zum Verwerfen. Zu alledem kommt die vierwöchige Auslegungsfrist, in der jedes Mitglied der Fakultät sich informieren kann. Krönung des Verfahrens ist die Übernahme in eine geachtete Reihe eines geachteten Verlages. Auch da gibt es in der Regel Gutachter als Torhüter der Wissenschaft. So oder ähnlich ist es in Bayreuth geschehen.“

    Wer nicht nur trink-, sondern auch bibelfest ist, weiß freilich: Der Menschen Wille ihr Himmelreich. In der wiss. Sozialpsychologie wird´s „selective ignorance“ genannt …

  60. LeserIn Says:

    Wie „Welt Online“ aus Universitätskreisen erfuhr, will die Kommission der Universität Bayreuth zur „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ bestätigen, dass Guttenberg beim Verfassen seiner Dissertation getäuscht hat.

    WELT 03.03.11

    Erstaunlich ist am meisten, wie schnell es auf einmal geht. Vielleicht wollen die Profs sich reinwaschen: „Wir sind gutgläubige Opfer eines geviewten Kriminellen.“

  61. bloegi Says:

    Andachtswinkel erweitert, siehe oben.

  62. bloegi Says:

    Also doch:

    Rüstungsindustrie atmet auf
    Die deutsche Rüstungs- und Sicherheitsindustrie ist erleichtert über den Chefwechsel im Verteidigungsministerium. Sie erhofft sich einen stärkeren Dialog.

    Handelsblatt 4.3.2011
    http://kompakt.handelsblatt-service.com/ff/ch.php?cmd=go1406202333&vas=42125337
    Der Artikel liegt im ‚Premium‘-Bereich, ist also ohne Password nicht zugänglich.

    Die deutsche Rüstungs- und Sicherheitsindustrie wollte Guttenberg weghaben. Die hielten ihn für so inkompetent, dass er schadete.

    Siehe auch oben den Nachtrag vom 3.3.2011

  63. bloegi Says:

    Die Plagiatsaffäre war nur ein Vorwand.

    Bundeswehr-Reformer Otremba muss gehen
    Kaum ist er im Amt, räumt der neue Verteidigungsminister de Maizière auf: Er entlässt einen Staatssekretär – und zwar ausgerechnet den, der für die Bundeswehrreform zuständig war.

    Focus 4.3.2011

    Otremba war Guttenbergs Liebling:

    Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt einen Vertrauten als Staatssekretär in sein Ressort. […]
    „Ich freue mich, einen derart erfahrenen und mir sehr gut bekannten Spitzenbeamten und Mann meines Vertrauens für diesen Posten gewonnen zu haben“, sagte zu Guttenberg.

    Manager-Magazin 27.1.2010

    Niemand hat in einer Herrschaftsseilschaft etwas gegen Betrüger, solange sie nicht der eigenen Seilschaft schaden.

  64. Tilman Says:

    Hier eine Aufnahme:

    Ist zwar lang, aber die Zeit lohnt sich.

    • bloegi Says:

      Adenauer soll gesagt haben:

      Wenn ich keine saubere Suppe bekommen kann, muss ich dreckige essen,

      womit er ausdrücken wollte, dass die Deutschen zwar dämliche Nazis seien, er sich aber kein besseres Volk aussuchen könne und darauf einstellen müsse. War es das? Geht es nicht besser? Ich befürchte, es ist etwas dran.

  65. LeserIn Says:

    Ein Video mit Horst Seehofer, in dem er sich über die Macht der Lobbyisten unmissverständlich ausspricht:

    Seltener Moment der Wahrheit.

  66. Richard Albrecht Says:

    @bloegi

    Nun wird (an der PU Marburg/L.) zum „Fall“ Frhr. zu Guttenberg aftgewissenschaftet und mein geschätzter Kollege Pierre Bourdieu (1930-2002), dessen Leitkonzept vom „kulturellen Kapital“ (-> La production de la croyance [1977], Homo academicus [1984], La Noblesse d´état [1989]) bemüht wird, kann sich nicht mehr wehren …

    http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/download.cgi?artikelnr=34294&pfad=/tp/r4/artikel/34/34294

  67. Richard Albrecht Says:

    @ bloegi und wen´s sonst noch interessieren mag

    Nicht tagespublizistisch, sondern als SoWi-Analyse angelegt ist dieser Text, der heute im Netz veröffentlicht wurde als dreizehnte Flaschenpost unterm Titel

    GUTT-BYE, BUY GUTT: oder das vorläufige Ende freiherrlicher Dienstflüge. Linkswissenschaftliches zur verdorbenen Wissenschaft, zur ganzdeutschen Forschungsgemeinschaft und zur Lage an der Kopfarbeitsfront zu Beginn eines neuen Jahrzehnts

    http://ricalb.files.wordpress.com/2011/03/flaschenpost1.pdf

    http://www.saarbreaker.com/2011/03/gutt-bye-buy-gutt/#more-3840 http://www.saarbreaker.com/2011/03/gutt-bye-buy-gutt/2

    Mit freundlichem Gruß

    Richard Albrecht/080311
    http://eingreifendes-denken.net

  68. LeserIn Says:

    Laut den Autoren der Internetseite „Guttenplag“, einem Zusammenschluss von Internet-Nutzern zur Überprüfung der Doktorarbeit, hat der CSU-Politiker massiv von seinem Doktorvater Peter Häberle abgeschrieben. Demnach sind 234 Zeilen aus Peter Häberles Standardwerk „Europäische Verfassungslehre“ kopiert; vor allem aus den Fußnoten schrieb Guttenberg offenbar ab. Die Quelle sei dabei nicht ausreichend benannt worden.

    RP-ONLINE 10.03.11

    Das zeigt sehr deutlich, dass Guttenberg seine ‚Dissertation‘ abschreiben ließ, und zwar von einem schlechten Ghostwriter. Guttenberg selbst oder ein guter Ghostwriter hätten die Gefahr gesehen, dass Häberle dem Guttenberg die ‚Dissertation‘ um die Ohren schlägt, sobald Häberle sein eigenes Zeug darin unzitiert entdeckt. Außerdem haben wir hier den Beweis, dass ‚Doktorvater‘ Häberle die ‚Dissertation‘ nicht gelesen hat.

  69. LeserIn Says:

    Alle Juristen sind Lügner. Für die einzelnen, die es möglicherweise nicht sind, lohnt es nicht den Unterschied zu machen.

    Häberle und Streinz, Guttenbergs ‚Doktorväter‘

    Jetzt haben die Rechtswissenschaftler eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die wenig zur Klärung des Falls beiträgt, mit der sie aber die Verantwortung für die Affäre weit von sich weisen …: „Google wies noch nicht die feinjustierte Suchmethode auf“

    SPIEGEL 07.03.11

    In Wirklichkeit hat keiner von beiden die ‚Doktorarbeit‘ gelesen.

    • Tilman Says:

      Der Satz „Google wies noch nicht die feinjustierte Suchmethode auf“ ist wirklich Unfug. Man kann bei Google seit Jahren (ich meine sogar, schon immer) Sätze eingeben und Google liefert entweder einen Text mit einem genau passenden Satz oder ähnliche.

      Plagiatssuche für Anfänger läuft so: man nimmt sich irgendeinen Satz der gut klingt, und schiebt ihn bei google rein. Genau das hat Fischer-Lescano sicherlich gemacht. Plagiatssuche für Fortgeschrittene ist das Gleiche aber mit geschlossenen Datenbanken.

  70. Rudolf Becker-Falk gestorben « bloegi Says:

    […] Witz!) und leitete die Unsterblichkeit aus der Quantenverschränkung ab. Die Quantenmechanik ist Guttenberg in der Physik. Aber vielleicht bin ich ungerecht, denn in der Quantenmechanik ist nicht alles […]

  71. LeserIn Says:

    Noch ein schöner Unterlassungsprozess. Der von Guttenberg entlassene Staatssekretär bringt SPIEGEL zum Schweigen:

    In einem Rechtsstreit mit dem Spiegel hat der vom ehemaligen Verteidigungsminister im Zusammenhang mit dem Bombardement in Nord-Afghanistan seinerzeit entlassene Staatssekretär Peter Wichert jetzt einen Teilerfolg erzielt. Im Vergleich vor dem Landgericht Köln hat sich der Spiegel verpflichtet, eine Passage aus einem Artikel vom 30. November 2009 nicht mehr zu wiederholen (AZ 9O396/10).

    Dann folgt die Passage, die Wichert bis heute für so ehrenrührig hält, dass er sie am Ende mit einer Klage gegen den Spiegel aus der Welt geschafft sehen wollte: ‚Guttenberg fragt Schneiderhan und Wichert noch einmal. Als beide wieder leugnen, entlässt er sie. So berichtet es sein Umfeld.‘

    Schneiderhan und Wichert lasen aus dem Wort ‚leugnen‘ den Vorwurf der Lüge und der Illoyalität.

    SZ 19.03.11

    Jetzt fehlt noch ein Unterlassungsprozess gegen die SZ, weil die SZ die streitgegenständliche Äußerung reportiert hat.

  72. Richter bekämpfen « bloegi Says:

    […] Andreas Voßkuhle ist jedoch ein beschriebenes Blatt. Er studierte in der Bayreuth Uni – wie Guttenberg – und lobt besonders Peter Häberle, Guttenbergs Doktorvater. Der entscheidende Spruch […]

  73. LeserIn Says:

    Meldung des Deutschlandfunks 30.03.11 ca. 14:20:

    Guttenbergs Rechtsanwalt habe an die Uni Bayreuth geschrieben. Einzelheiten der Untersuchung, ob Guttenberg vorsätzlich plagiiert habe, dürften keinesfalls an die Öffentkeit dringen. Denn damit würden Guttenbergs Persönlichkeitsrechte verletzt.

    Am Ende wird man Schwierigkeiten haben überhaupt eine promovierte JuristIn zu finden, die/der nicht plagiiert hat.

    Die Netzgemeinde habe das Internet unter dem Stichwort „VroniPlag“ die Doktorarbeit von Stoibers Tochter Veronica Saß nach Plagiaten durchforscht, berichtet die „Abendzeitung“ (Mittwoch-Ausgabe). In der 383 Seiten starken Arbeit „Regulierung im Mobilfunk“ habe die 33-jährige Juristin auf 47 Seiten abgeschrieben.

    Nach Angaben des Blattes ist die Universität Konstanz mit dem Fall befasst. Die Hochschule habe bestätigt, dass der Promotionsausschuss der rechtswissenschaftlichen Fakultät derzeit einen Betrugsfall prüfe. Anders als Guttenberg an der Uni Bayreuth habe die Stoiber-Tochter in Konstanz jedoch eine eidesstattliche Erklärung abgeben müssen, in der sie versicherte, die Arbeit ohne unzulässige Hilfe Dritter angefertigt und alle Quellen gekennzeichnet zu haben.

    ORF 29.03.11

  74. LeserIn Says:

    Die Macht des Karl-Theodor z.G. ist rapide zerfallen. Jetzt wollen seine Ex-Profs von der Uni Bayreuth sich selbst retten, indem sie K-T opfern. K-T seinerseits versucht es mit den Persönlichkeitsrechten.

    Guttenberg sperrrt sich gegen Aufklärung

    Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will Zeitungsberichten zufolge die Untersuchung seiner Dissertation nicht veröffentlichen. Nach übereinstimmenden Berichten der „Süddeutschen Zeitung“, des „Nordbayerischen Kuriers“, der „Nürnberger Nachrichten“ und des „Tagesspiegels“ hat Guttenbergs Anwalt Vorbehalte gegen die Veröffentlichung des Kommissionsberichts geäußert. In einem Brief an die Universitätsleitung habe er auf die Persönlichkeitsrechte seines Mandanten verwiesen. Die Uni reagierte irritiert. Er sehe in dem Verhalten des Politikers einen „vollkommenen Widerspruch“ zu dessen Rücktrittsrede, in der er Aufklärung versprochen hatte“, sagte Uni-Präsident Rüdiger Bormann dem „Tagesspiegel“.

    Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, der offizielle Uni-Bericht komme zu dem Schluss, dass Guttenberg bei seiner Doktorarbeit absichtlich abgeschrieben und damit bewusst getäuscht habe.

    Tagesschau 08.04.11

    Der Bericht der Uni dürfte keine Aufklärung darüber enthalten, warum die überaus dreiste und plumpe Täuschung Guttenbergs gelingen konnte.

  75. LeserIn Says:

    Justizangehörige lieben Betrüger. Sie sind ihresgleichen.

    Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird in der Plagiatsaffäre möglicherweise nicht strafrechtlich belangt. Wie Münchner Strafverteidiger berichten, ist die bayerische Justiz auf der Suche nach Präzedenzfällen, in denen Ermittlungen wegen Urheberrechtsverletzungen eingestellt wurden, weil kein öffentliches Interesse bestand.

    SPIEGEL 09.04.11

    Die Staatsanwaltschaft Hof wagt also nicht Zweifel am Tatbestand zu erheben. Guttenberg hat vorsätzlich getäuscht. Wenn Staatsanwaltschaften einen Delinquenten trotzdem straffrei halten wollen, haben sie ein Zauberwort: kein öffentliches Interesse!. Wo das „öffentliche Interesse“ anfängt, ist weitgehend willkürlich.

  76. Bunt Says:

    Bayern, Berlin, CSU, SPD

    Jaja, die Hofer CSU-Bazis…die Berliner Amigosozis sind, sub rosa, kein´ Deut besser

  77. Johannes Thiesbrummel Says:

    http://www.schweizmagazin.ch/news/ausland/6732-Guttenberg-Staatsanwaltschaft-bernimmt-Verteidigung.html

    Guttenberg: Staatsanwaltschaft übernimmt Verteidigung

    In der Betrugsaffäre um den Ex-Kriegsminister zu Guttenberg, schlug die zuständige Staatsanwaltschaft in Hof einen weiteren Sargnagel in das Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat und will keine weiteren Ermittlungen wegen eines angeblichen Mangels an öffentlichem Interesse führen.

    Der deutsche Ex-Kriegsminister zu Guttenberg arbeitet hart am Ende seiner politischen Karriere. Er versucht verzweifelt mit Hilfe seiner Anwälte, zu verhindern, dass die Universität Bayreuth den Bericht zu seiner von vorn bis hinten abgekupferten Dissertation veröffenlicht.

    Sein Anwalt hat der Universität Bayreuth vorgeworfen, sie trage zur „Vorverurteilung“ seines Mandanten bei. Grund seiner Beschwerde waren erste Ergebnisse der Kommission, die die Plagiats-Doktorarbeit Guttenbergs geprüft hat. Darin stellt die Kommission fest, dass der ehemalige Kriegsminister bei seiner Dissertation bewusst getäuscht haben müsse. Die gründliche und eingehende Prüfung ließen angeblich keinen anderen Schluss zu.

    Die Staatsanwaltschaft Hof möchte sich ebenfalls nicht mit zu Guttenberg beschäftigen. Mit allerlei Tricksereien versucht der durch den Ministerpräsidenten Seehofer weisungsgebunde Staatsanwalt jetzt anscheinend die Verteidigung Guttenbergs zu übernehmen und will eine Anklage mit aller Macht verhindern. 1218 Plagiatsfragmente aus 135 Quellen auf 371 von 393 Seiten (94,4%) in 10.421 plagiierten Zeilen (63,8%), reichen offenbar in Bayern nicht aus, um einen Betrüger hinter Schloss und Riegel zu bringen. Begründung: Es bestehe kein öffentliches Interesse .

    Noch in seiner Abschiedsrede hatte Guttenberg versichert, er werde an der Aufklärung selbst mitwirken.Der Hochschulsprecher der Universität Bayreuth Frank Schmälzle allerdings erklärte, dass Guttenberg die Möglichkeit nicht genutzt habe, sich vor der Kommission zu den Vorwürfen zu äußern.

    Guttenberg hat ……..

  78. LeserIn Says:

    Guttenberg-Virus in der FDP?

    …. Internetdetektive finden bei der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin 13 möglicherweise kopierte Passagen. Sie soll aus einem Handbuch abgeschrieben haben.

    Auf dem Portal „VroniPlag“ ist Koch-Mehrins Arbeit zur kollektiven Suche freigegeben. Dieses richteten die ehrenamtlich Plagiatssucher Ende März für Veronika Saß ein, die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU). Bisher wurden in Saß‘ Arbeit zur „Regulierung im Mobilfunk“ 158 Seiten mit Plagiaten aufgedeckt. Das entspricht einem Anteil von 45 Prozent an der gesamten Dissertation.

    Daran gemessen ist der Copy-Paste-Anteil in Koch-Mehrins Arbeit zur lateinischen Münzunion, einer Vorform der europäischen Währungsunion, mit bisher 6 Prozent bescheiden.

    taz 11.04.11

    Nur 6%? Was nicht ist, kann noch werden. Bei der Stoiber-Tochter waren vor ein paar Tagen auch nur ein paar plagiierte Stellen bekannt.

    Die Süddeutsche Zeitung
    http://www.sueddeutsche.de/politik/silvana-koch-mehrin-eine-karriere-mit-gedoens-1.249037
    zeigt ein paar gemeine Bilder von Koch-Mehrin. Es ist davon auszugehen, dass die Bilder, die Koch-Mehrin normalerweise von sich selbst zeigt, gestellt und aufgehübscht sind.

  79. bloegi Says:

    Jetzt bekommt auch Merkel das große Kotzen, wenn sie von Guttenberg hört:

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in der Plagiatsaffäre erstmals offen gegen ihren Ex-Verteidiungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gestellt. Sie appellierte an ihr ehemaliges Regierungsmitglied, sein Versprechen einzulösen und sich an der Aufklärung der Abschreibevorwürfe zu beteiligen. Merkel erinnerte über ihren Sprecher Steffen Seibert Guttenberg daran, dass er volle Unterstützung zugesagt habe. „Die Bundeskanzlerin erwartet, dass das gilt“, sagte er.

    Financial Times Deutschland 11.4.2011

    Die drängende Frage ist:
    Warum konnten – wieder einmal – so viele Leute auf einen solchen Typ hereinfallen? Es war von Anfang an klar, dass Guttenberg wenig Substanz hat.

    Ich nenne solche Leute Ausstrahlungsbetrüger. Dass Menschen unausgesetzt lügen, ist allgemein bekannt. Es gibt aber solche, die nur wegen ihrer Ausstrahlung etwas zu sein scheinen, was sie in Wirklichkeit nicht sind. Hitler war ein Ausstrahlungsbetrüger, der allgemein beliebte Joschka ebenfalls und auch Guttenberg hat es als Ausstrahlungsbetrüger weit gebracht.

  80. bloegi Says:

    Die meisten Leute verstehen den Unterschied zwischen Strafanzeige und Strafantrag nicht. Strafanzeige ist die Mitteilung eines möglicherweise strafbaren Sachverhalts. Strafantrag ist die Forderung nach der Bestrafung: „Ja, ich will, dass derjenige, welcher meines Erachtens eine Straftat begangen hat, bestraft wird.“ Einen Strafantrag darf nur der stellen, der angeblich geschädigt wurde, manchmal seine Verwandten oder bei Beamten der Vorgesetzte des angeblich geschädigten Beamten. Strafantragsdelikte sind solche, die nur nach Stellung eines Strafantrags verfolgt werden können. Beleidigung ist z.B. ein Strafantragsdelikt, Mord ist keines, d.h. ein Mord muss, sobald ein Anfangsverdacht vorhanden ist, staatsanwaltlich verfolgt werden. Dazwischen gibt es die relativen Strafantragsdelikte, die im Regelfall nur nach Stellung eines Strafantrags verfolgt werden können, in besonders schweren Fällen aber auch ohne. Eine Urheberrechtsverletzung – also das, was Guttenberg getan hat – ist ein relatives Strafantragsdelikt. Im dem Sinn sind Sätze im Spiegel vom 12.4.2011 zu lesen:

    Rund 100 Strafanzeigen liegen der Staatsanwaltschaft in Hof bereits vor, trotzdem war bisher offen, ob gegen Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ein Strafverfahren eröffnet wird. Der Grund: Keine Anzeige stammte von einem Autoren, von dem Guttenberg abgeschrieben hatte. Für eine Strafverfolgung wäre deshalb ein öffentliches Interesse nötig gewesen – und diese Frage war bisher umstritten.

    Doch das könnte sich alles ändern: Denn ein Plagiatsopfer des Ex-Ministers will nun selbst Anzeige wegen Urheberrechtsverletzung bei der Staatsanwaltschaft Hof stellen. Das bestätigte der Mann, der anonym bleiben möchte, SPIEGEL ONLINE. Bei ihm handelt es sich um einen der Autoren, von denen Guttenberg in seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte, ohne die Stellen als Zitat zu kennzeichnen.

    Der Mann hat also nicht nur Strafanzeige erstattet, sondern Strafantrag gestellt.

    Mich interessiert am meisten die Person, die die Doktorarbeit für Guttenberg geschrieben hat. Die aber wird voraussichtlich nur dann hervortreten, wenn ihr jemand viel Geld für ein Geständnis anbietet.

  81. Richard Albrecht Says:

    @ blögi

    Betr. Unterschied Str.anzeige (kann von allen kommen) und Str.antrag (nur Betroffene) Zustimmung. Unterschied ist wichtig: Betroffenen gestehn St.anwälte eher Emotionalität zu und greifen nicht sofort nach ihren Keulen (etwa „Beleidigung“ § 185 StGB).

    Und Ergänzung zugleich: Weil the bulk (die meisten) in diesem Ganzdeutschland lizensierten Rechtsadvokanen den Unterscheid auch nicht verstehen, benützen sie in ihren Formschreiben an St.anwaltschaften die Formel „namend und im Aufrag … aus allen Gründen … Strafanzeige/antrag“.

    Bei dieser Gelegenheit ein m.E. wichtiges KlassikerZitat zum STRAFRECHT von Ferdinand Tönnies

    „Im Strafrecht setzt sich die Zwangsgewalt des Staates, um den bestehenden öffentlichen und privatrechtlichen Zustand aufrecht zu erhalten, am unmittelbarsten der Freiheit des einzelnen entgegen.“

    (zitiert nach: Probleme des Verbrechens und der Strafe [1903]. In: Ferdinand Tönnies, Soziologische Schriften (1889-1905). Hg. Rolf Fechner. Wien/München: Profil, 2008: 200)

    Mit freundlichem Gruß

    Dr. Richard Albrecht, 120411
    http://ricalb.files.wordpress.com/2011/04/cv3.pdf

  82. LeserIn Says:

    Lustiger Artikel über Koch-Mehrin in der FTD 12.04.11

    Unter der Überschrift „Eine kritische Auseinandersetzung mit der Dissertation von Dr. Silvana Koch-Mehrin: Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik“ durchkämmen Freiwillige das 227 Seiten starke Werk. 27 Stellen will die Internetgemeinde inzwischen als abgekupfert entlarvt haben. Das wären etwa 14 Prozent – und es wird ständig mehr. Die Uni Heidelberg, an der die 40-Jährige 2001 in Wirtschaftsgeschichte promovierte, prüft die Vorwürfe – „unabhängig von irgendwelchen Fundstellen im Internet“. Koch-Mehrin und ihr Büro schweigen zu der Sache und verweisen auf die Hochschule.

    Dass es ausgerechnet Koch-Mehrin trifft, seit 1999 im Bundesvorstand der FDP und seit 2004 im Europaparlament, kommt für die FDP zur falschen Zeit: Die Politikerin sollte bei den personell frisch verjüngten Liberalen eigentlich an Statur gewinnen. Erwogen wird nach FTD-Informationen, ihr in der neuen Parteiführung um Philipp Rösler eine herausgehobene Rolle zuzuweisen. Bislang haftet der groß gewachsenen Blondine das Image an, attraktiv, aber inhaltlich nicht besonders stark zu sein. Der breiten Öffentlichkeit ist sie vor allem durch „Stern“-Titelfotos im Eva-Kostüm und Interviews in People-Magazinen bekannt.

    und

    Rund 40 Seiten am Stück soll etwa die Rechtsanwältin Veronica Saß abgeschrieben haben, der zu Ehren Vroniplag kürzlich gegründet wurde. Deren Vater heißt Edmund Stoiber. Der 33-jährige Spross des früheren bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs hat 2008 am rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Konstanz über „Regulierung im Mobilfunk“ promoviert. Fast 45 Prozent des 383 Seiten starken Werkes sollen nach Darstellung von VroniPlag abgekupfert worden sein.

    und

    Auf eine ebenfalls hohe Plagiatsquote kommt VroniPlag zufolge Matthias Pröfrock, der 2007 über „Energieversorgungssicherheit im Recht der Europäischen Union/Europäischen Gemeinschaften“ schrieb. Dem bei der Landtagswahl am 27. März direkt gewählten Waiblinger CDU-Abgeordneten wird vorgeworfen „durchgängig auf vielen Seiten abgeschrieben“ zu haben. Laut „Stuttgarter Zeitung“ räumte Pröfrock ein, dass „insbesondere bei Passagen, die aus dem Internet zitiert worden sind, Fehler aufgetreten sind“. Diese jedoch habe er nicht bewusst oder vorsätzlich herbeigeführt.

    Ich rege an die Doktorarbeiten prominenter Richter (Bundesverfassungsgericht, Bundesgerichtshof, Oberlandesgerichte) zu überprüfen.

  83. LeserIn Says:

    Hach Gottchen, die Staatsanwaltschaft:

    Die Plagiatsvorwürfe gegen die FDP-Politikerin Koch-Mehrin beschäftigen nun auch die Justiz. Die Staatsanwaltschaft hat Vorermittlungen eingeleitet.

    Angeblich wurden bis Mittwochmittag 31 Seiten mit möglichen Plagiaten gefunden – rund 15 Prozent der Doktorarbeit.

    FOCUS 13.04.11

    Wenn Guttenberg et al. nichts Anderes zu befürchten haben als die Staatsanwaltschaft, haben sie nichts zu befürchten.

  84. Richard Albrecht Says:

    Zwei Diskussionsbemerkungen zum „Fall“ Guttenberg

    (1) Es ist richtig, daß (promovierte) Wissenschaftler sich schon im eignen Interesse gg. den Vorsatzplagiator und Textfälscher öffentlich als Wissenschaftler engagierten, aber gestürzt haben sie/wir ihn nicht, den vuzG, da waren auch andre und nicht nur Medien beteiligt, nicht zuletzt Teile des MIK (Mil.-Ind. Komplexes), sog. Rüstungsindustrie, Bundeswehrverband etc.

    (2) Es gibt seit´n paar Wochen eine wiss. Beschreibung, kein feuilletonistisches „Gewäsche“ (Ernst Bloch), zum „Fall“ Guttenberg mit erfahrungsbezogenem Blick auf institutionelle Seiten des so gegen- wie widerwärtigen ganzdeutschen wissenschaftl. Forschungs- und Publ.systems, das die Absonderlichkeit der Diss.iur.-Bestnotenpromotion des CSU-Bazis durch andere CSU-Bazis hervorbrachte. Die subjektwiss. Studie ist von mir, sie wurde auch in diesem Blog unterm Titel „GUTT BYE BUY GUTT oder das vorläufige Ende freiherrlicher Dienstflüge. Subjektsoziologisches zur verdorbenen Wissenschaft, zur ganzdeutschen Forschungsgemeinschaft und zur Lage an der Kopfarbeitsfront zu Beginn eines neuen Jahrzehnts“ veröffentlicht, hier´s der Link -> http://www.duckhome.de/tb/archives/8953-GUTT-BYE-BUY-GUTT.html. Dort steht schon in der ersten Vorbemerkung zum „Fall“ des „so doppelsinnigen wie richtungsweisenden Fall des Herrn Frhr. zu K.-T. Guttenberg [ripuarisch, vulgo Kölsch: Juttenzwersch], ganzdeutscher Bundesminister [BuMist] 2009/2011 mit so larmoyantem wie kann-nicht-verstahn-Abtritt Anfang März 2011“:

    „Dieser Abgang veranschaulicht das Ausmaß der Politfigur Guttenberg als neudeutsch „Fake“ genanntes personales Gesamtfalsifikat oder rundum und von oben bis unten gefälschte veröffentlichte Kunstfigur. Diese sollte das nach dem rüpelnden Abgang eines verflossenen Staatenlenkers und letzten der SPD angehörenden ganzdeutschen Medien- oder Talmikanzler (1998-2005) realexistierende Repräsentationsvakuum postfaschistisch-medial füllen: den Vielen da unten sollte wenn schon nicht panem oder Brot, dann doch wenigstens circenses oder Spiele gegeben werden. Ginge es nur um Guttenberg und damit um die buntscheckige Dubiosität eines weiteren dum-dum-dum-Juristen der ganzdeutschen Talmi-Elite unserer Zeit – dann wären die folgenden Mühen um gesellschaftliche Strukturelementen und Institutionalisierungsprozesse so unnötig (obsolet) wie überflüssig (hyperliquide). Guttenbergs Fall Anfang März 2011 erinnert politikhistorisch freilich auch an einen jahrzehntelang „verdrängten“ Grundtatbestand: Auch nach der deutsch-deutschen Staats(zwangs)vereinigung gibt es Grenzen der Manipulationen des fälschlich „Zeitung“ genannten, sechs Mal in der Woche erscheinenden Papierorgans BILD. Nach allem was ich weiß geht es im Fall Guttenberg um eine von gesellschaftlichen Schwindelstrukturen zahlreicher Dimensionen, Felder und Formate produzierte und diese reproduzierende öffentliche Schwindelfigur.“

    Richard Albrecht, 150511
    http://gegen-den-strom.org

    • bloegi Says:

      Nochmals deutlich: Der militärisch-industrielle Komplex (MIK) hat Guttenberg NICHT gestützt. Im Gegenteil: Die MIK-Lobbyisten wollten Guttenberg weg haben, weil er ihnen mit seinem unqualifizierten Geschwätz auf die Nerven ging. Meines Erachtens war der Widerwille der MIK-Lobby der eigentliche Grund für den Sturz Guttenbergs.

  85. LeserIn Says:

    Endlich! Anerkennende Worte für Freiherr von und zu Guttenberg:

    Der Guttenberg, sagt Tanja Eisenblätter, der war ja im Grunde noch schlau. Das, was die Stoiber-Tochter Veronica Saß getan hat, sei im Vergleich mit dem Vorgehen des ehemaligen Verteidigungsministers dagegen so dumm, dass man sich nur noch wundern könne.

    Nicht nur ein paar Absätze, nein, ein ganzes Kapitel inklusive aller Fußnoten hat die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber in ihrer Doktorarbeit offenbar von der Hamburger Juristin Eisenblätter abgeschrieben. …

    WELT 19.08.11

    Wer war Vronis Ghostwriter? Vielleicht ihr Vater. Der war ab 2007 frei.

  86. bloegi Says:

    Die Dokumentation der Plagiate der Frau Koch-Mehrin

    http://images4.wikia.nocookie.net/vroniplag/de/images/d/d1/VroniPlag-Koch-Mehrin-Bericht-20110419.pdf

    ist wissenschaftlich besser als die so genannte Doktorarbeit Koch-Mehrins. Immerhin wird ihr zugestanden es nicht ganz so unverschämt getrieben zu haben wie die Juristen K.T.z.Guttenberg und V.Saß geb.Stoiber.

  87. Richard Albrecht Says:

    Zur F.D.P.-Frau

    Als ich mir vorn paar Tagen mal ansah, was & wen die Dame akademisch beklaut haben soll, fiel mir auf: auch Zeitgeschichtler Schieder war darunter mit einem Handbuchartikel.

    Da fiel mir ein, daß ich selbst mal vor Jahren Handbuchbeiträger Mommsen (einen als „Doyen“ der Geschichtsschreibung öffentlich ausgelobten ganzdeutschen Zeitgeschichtler) in meinem Wolfgang-Abendroth-Memorial-Essay so vorstellte:

    „Und „grand old historian“ (Süddeutsche Zeitung vom 24. Januar 1995, S. 14) Hans Mommsen präsentiert uns in seiner Darstellung Ferdinand Lassalles (Sowjetsystem und demokratische Gesellschaft, Freiburg i. Br. 1969, Bd. 3, S. 1332-1373) denselben Text einmal als kommunistisch (nämlich Karl Friedrich Brockschmidts Frankfurter Dissertation von 1929/30) und einmal als nichtkommunistisch (nämlich die unter [s]einem Pseudonym erschienene Buchausgabe von 1931; 2. Aufl. 1975). Daraus folgt, daß Hans Mommsen (S. 1371 f.) weder die beiden Texte noch relevante wissenschaftliche Sekundärliteratur kannte: Erich Matthias, Kautsky und der Kautskyanismus. Die Funktion der Ideologie in der deutschen Sozialdemokratie vor dem ersten Weltkrieg, in: Marxismus-Studien. Hrsg. von Iring Fetscher, 2. Folge, Tübingen 1957, S. 151-197, vermerkte bereits, hier S. 155, daß es sich um ein und denselben Text und Autor handelt. Auch der historisch arbeitende politische Wissenschaftler Abendroth bezog sich mehrfach auf die Studie des Karl-Korsch-,,Schülers“ bzw. „Korschisten“ Brockschmidt; siehe Antagonistische Gesellschaft, S. 367, 372; ders., Aufstieg und Krise der deutschen Sozialdemokratie. Das Problem der Zweckentfremdung einer politischen Partei durch die Anpassungstendenzen von Institutionen an vorgegebene Machtverhältnisse, Frankfurt a.M. 1964, S. 143 f., Anm. 62; dort der richtige Hinweis: „K.-F. Brockschmidt [ Kurt Brandis]. Die deutsche Sozialdemokratie bis zum Fall des Sozialistengesetzes, Diss. phil., Frankfurt a. M. [bzw. Leipzig 1931]“. (Richard Albrecht, in: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (iwk), 40 (2004) 4: 465-487; kostenlose Netzversion: http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/pox/25995.html )

    Das Beispiel verweist auf Tieferliegendes beim akademischen Klauen – auf vorgeblich durchgesehene & angeeignete Arbeiten & Texte anderer, die gar nicht durchgesehen wurden (im zitierten Mommsen-Fall war auch die „Sekundärliteratur“ unbekannt).

    Diese Form akademischen Schwindels, die schwerer nachzuweisen ist als das verniedlichen „Plagiieren“ genannte offene Klauen, gibt’s auch. Sie ist freilich schwieriger nachweisbar und möglicherweise Voraussetzung vieler wohlbestallter akademisch-professoraler Karrieren …

    Richard Albrecht
    http://ricalb.files.wordpress.com/2011/04/cv3.pdf

    • bloegi Says:

      Das Beispiel verweist auf Tieferliegendes beim akademischen Klauen – auf vorgeblich durchgesehene & angeeignete Arbeiten & Texte anderer, die gar nicht durchgesehen wurden

      Bei umfangreichen Werken ist es oft unmöglich, sie gründlich zu kennen. Zudem interessiert im vorliegenden Zusammenhang meist nur eine überschaubare Passage. Ich versuche den Konflikt zu lösen, indem ich möglichst genau zitiere, also nicht nur das Werk, sondern auch das Kapitel oder die Seite.

  88. LeserIn Says:

    Endlich einmal ein deutscher Text, den ich mit Vergnügen gelesen habe. Er ist unter Garantie nicht plagiiert.

    Guttenberg auf türkisch

    Diesmal schwappt die Diskussion über massive Plagiatsvorwürfe in Zusammenhang mit Dissertationen zur Erlangung des Doktorgrads auch auf die Türkei über und der Fall ist besonders prikär, denn die Vorwürfe werden gegen Prof. Dr. Ali Demir erhoben.

    Die Plagiatsvorwürfe in Deutschland beherrschen das Thema weiterhin, nach dem der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erneut die bewusste Vortäuschung in seiner Doktorarbeit vehement abstreitet und auch die FDP-Vorzeigefrau Koch-Mehrin mit Stillschweigen die gegen sie erhobenen Vorwürfe aussitzt. Das Thema selbst hat aber auch die Türkei erfasst, nach dem der türkische TV-Sender TV8 schwere Vorwürfe gegen Prof. Dr. Ali Demir erhebt, der seinen Professor-Titel mit ähnlichen Mitteln erlangt habe. …

    Die Vorwürfe treffen Prof. Dr. Ali Demir im ungünstigsten Zeitpunkt. Demir ist erst seit letzten Jahr als Vorsitzender der ÖSYM (Zentrum für Auswahl und Einstufung der Studenten) im Amt bestätigt worden und muss sich seitdem mit Manipulationsvorwürfen in Zusammenhang mit Prüfungsbögen auseinandersetzen und erwehren. Jetzt, nach dem die TV8 ebenfalls schwere Vorwürfe erhebt, erwartet man in der türkischen Presse eine klärende Antwort, zumal nicht nur seine steile Karriere als Doktorant, sondern als Professor Fragen aufwirft

    Der TV8 zufolge, soll Ali Demir seine Arbeit für den Professor-Titel u.a. mit fremden Arbeiten und der Dissertation aus seinem eigenem Doktorgrad zusammengesetzt aber nicht kenntlich gemacht haben. Von 40 Stellen, die eine Ähnlichkeit mit seiner eigenen Doktorarbeit aufweisen, sollen 34 mit abgeänderten Nummern und Quellenangaben die eigene Dissertation verschleiern, heisst es. Darüber hinaus sollen mehrere Stellen der Arbeit zur Erlangung des Professorgrades, mit fremden Federn geschmückt sein, ohne dass diese kenntlich gemacht wurden. Darunter soll sich auch eine Arbeit eines gewissen Peter Latzke befinden, so die TV8. Erschwerend kommt hinzu, dass die Arbeit zum Professorgrad anscheinend nicht von allen Fakultätsprofessoren innerhalb der Prüfungskommission Zustimmung erhielt. Nur einer von fünf Professoren hätte die Arbeit für ausreichend gehalten. Ein Professor soll der TV8 in einem Interview angegeben haben, dass die Arbeit „nicht einmal für einen Technikertitel“ gereicht hätte.

    TURKISHPRESS 01.05.11

    Peter Latzke ist geschädigt worden!

    • bloegi Says:

      TURKISHPRESS ist eine Fundgrube für schönes Deutsch. Aus einem Leserbrief zum gerade zitierten Artikel:

      nur so schaffen wir es die Türkei aus dem Dreck zu ziehen

      So kann man die Türkei auch unterwandern, indem man PKK oder Abspaltungssymphatisanten hilft in hohen Posten zu heben, damit sie dann noch mehr ihrer Leute hoch helfen. […] Die Türkei hat eine Menge zu tun, und da sind nun alle die sich als Türken und Türkinnen fühlen gefordert, solche Spiele zu durchschauen. Sich abgrenzen von Verbrecher/innen und endlich für das eigene Wohl zu arbeiten und nur so schaffen wir es die Türkei aus dem Dreck zu ziehen.

      Oder als Kommentar zu „Steuert Deutschland auf eine Katastrophe zu?“

      Nach Herzenslust wird da Beleidigt, verunglimpft, gedemütigt und zur offenen Gewalt aufgerufen.

      Keiner macht etwas da gegen. Ist es denn ein wunder? Vor allem seit Sarazin geht die Post erst richtig ab. Und? Ist Sarazin ein Nazi? Um himmels willen! Mit so einem verdacht macht man sich strafbar! Oh, Schuldigung. Nein, Herr Sarazin ist natürlich kein Nazi, keine braune Dumpfbacke. Sicher nicht.

      Und? Warum ist er dann der Gott gerade dieser neuen Nazis?

      http://www.turkishpress.de/2011/03/11/steuert-deutschland-auf-eine-katastrophe-hinzu/id3201#comment-1666

      • LeserIn Says:

        Guttenberg ist nicht Sarrazzin:

        Anfang September 2010 fand in der Stadthalle von Kulmbach an einem Samstagmorgen eine Diskussion über die Zukunft der Bundeswehr statt. Prominenter Gast war der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der seine Pläne zur Aussetzung der Wehrpflicht erläuterte. Als er fertig war, stand ein älterer Herr auf und berichtete, seine Frau sei bei einem Kreiswehrersatzamt beschäftigt. Nach ihren Erzählungen sei zu befürchten, dass die Bundeswehr bald zu achtzig Prozent aus Türken bestehen werde. Und da frage er sich doch, auf welcher Seite die im Ernstfall stünden. Ein Raunen im Saal. Guttenberg zögerte nicht, ein solches Szenario umgehend zurückzuweisen und damit jegliche Zweifel an der Vaterlandstreue von Soldaten mit Migrationshintergrund von sich zu weisen.

        FAZ 01.05.11

  89. LeserIn Says:

    Wer einen Rechtsanwalt beauftragt und ihm Instruktionen für seine Schriftsätze gibt, muss mit ähnlichen Fehlern rechnen, wie sie in Guttenbergs Plagiatsarbeit auftreten.

    Den Vorwurf der „vorsätzlichen Täuschung“ gegen Ex-Verteidigungsminister Guttenberg begründet die Uni Bayreuth nach FOCUS-Informationen mit „verschleiernden Fußnoten“ in seiner Doktorarbeit.

    Demnach hatte Karl-Theodor zu Guttenberg etwa in Fußnote 564 geschrieben: „Die folgenden Thesen stützen sich auf einen Vortrag des Verfassers am 17.11.2005 in Washington.“ Er reklamierte also die Urheberschaft der Passagen explizit für sich. Eine dazu in Auftrag gegebene Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages habe „wesentliche Impulse“ gegeben. Tatsächlich übernahm er die 21-seitige Arbeit weitgehend, mit nur marginalen Änderungen.

    „Jedem Irrtum, jeder Erklärung ist hier der Weg versperrt“, berichtet ein Kommissionsmitglied gegenüber FOCUS. In einer weiteren Fußnote hatte der CSU-Politiker gar auf einen Vortrag in England verwiesen, den er gar nicht gehalten hatte.

    FOCUS 07.05.11

    Alles deutet darauf hin, dass Guttenberg einen schlechten Ghostwriter engagiert hatte und ihn schlecht instruierte. Das mit dem „Vortrag in England“ hätte Guttenberg nicht falsch formuliert, wenn er seinen Hokuspokus selbst verfasst hätte.

    • bloegi Says:

      Die „Selbstreinigungskraft“ der Bayreuther Universität:

      Zwar wird Guttenberg in der Pressemitteilung der Universität gegeißelt, aber jene Strukturen, die sein Plagiat ermöglichten, werden dem ersten Eindruck nach eher geschont.

      Etwa ,wenn es um die Mitverantwortung des Doktorvaters Peter Häberle und des Zweitkorrektors Rudolf Streinz geht. Die Kollegen der Kommission sprechen die beiden frei. Nur die Bestnote „summa cum laude“ sei doch etwas zu viel des Guten gewesen

      Stern 6.5.2011

      Früher hätte man gesagt: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Heute gilt: Die (Jura-)Professoren sprechen sich selbst frei.

  90. LeserIn Says:

    Nach Power-Guttenberg hat es nun die FDP-Power-Frau erwischt:

    Die Universität Heidelberg will der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin offenbar ihren Doktortitel aberkennen und hat sie vor wenigen Tagen zu einer Stellungnahme aufgefordert.

    TAGESSPIEGEL 10.05.11

    Wir leben in einer durchschmutzten Gesellschaft. Jede(r) betrügt, was das Zeug hält.

  91. LeserIn Says:

    Offenbar hält die Familie v.u.z. Guttenberg den kleinen Karl-Theodor für das Familien-Dummerchen. Da hat Karl-Theodor beweisen müssen, dass er doch super ist:

    Aus dem Bericht geht auch hervor, wie Guttenberg die Fehler in seiner Doktorarbeit gegenüber der Kommission begründet hat. Der CSU-Politiker räumte demnach in einer Stellungnahme gegenüber der Hochschule eine „ungeordnete Arbeitsweise“ mit „gelegentlich chaotischen Zügen“ ein. All dies habe sich über Jahre in einer Situation abgespielt, in der die – durch die Übernahme neuer beruflicher Tätigkeiten und politischer Ämter entstandene – „vielfache Arbeitsbelastung“ ihm teilweise über den Kopf gewachsen sei.

    Hinzugekommen sei die Erwartungshaltung der Familie, die bestehenden Anforderungen erfolgreich zu bewältigen. Ihm sei deutlich gemacht worden, dass die Qualität der unterschiedlichen Engagements keinesfalls leiden dürfe und eine begonnene Arbeit auch zu Ende zu bringen sei. Außerdem habe Guttenberg seinen Doktorvater Peter Häberle nicht enttäuschen wollen.

    SPIEGEL 11.05.11

  92. bloegi Says:

    Zwei Tage vor dem Parteitag der Liberalen hat die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin Konsequenzen aus der Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit gezogen. Die 40-Jährige legte am Mittwochabend mit sofortiger Wirkung ihr Amt als Chefin der FDP im Europäischen Parlament nieder. Damit verliert sie automatisch ihren Sitz im FDP-Präsidium. […] Koch-Mehrin trat auch vom Amt der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments zurück […] Ihr Mandat als Europa-Abgeordnete will Koch-Mehrin offenbar zunächst behalten.

    Süddeutsche Zeitung 11.5.2011

  93. Richard Albrecht Says:

    @blögi

    Nachdem ich mir´s mal vor´n paar Woche anschaute, was Frau SK-M da so abschrieb und wie und von wem (ausgerechnet ´n Schiederhandbuchtext) möge diese F.D.P.-MdEUP jetzt das Ihre tun, damit die Politpartei, die sie repräsentiert, endlich zu dem wird, was ihre drei Buchstaben signalisieren: FAST DREI PROZENT;-)

    • bloegi Says:

      Die Steigerungsform der FDP heißt CSU und der Komparativ von Silvana Koch-Mehrin ist Veronica Saß:

      Die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), Veronica Saß, verliert ihren Doktortitel. Nach umfassender Prüfung sei der Promotionsausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass erhebliche Teile ihrer Dissertation abgeschrieben seien, teilte die Universität Konstanz am Mittwoch mit. Saß will den Beschluss der Hochschule nicht hinnehmen und notfalls dagegen klagen.

      Focus 12.5.2011

      Der Uni Konstanz wird es dreckig ergehen. Frau nochDr. Saß ist Juristin.

      „Veronica“ heißt wörtlich übersetzt: die Wahrhaftige. Dazu Grundsätzliches von Fachleuten:

      Am Rande der diesjährigen Hauptversammlung des „Bundes der Ghostwriter“ (BdG) in Neubrandenburg wurde das Thema Plagiate am Beispiel Guttenberg, Koch-Mehrin,Stoiber-Tochter Veronica (Vroni) Saß, Pröfrock und anderen erbittert diskutiert.

      Ein Sprecher erklärte uns: „In allen jetzt aufgedeckten Fällen waren keine Mitglieder des BdG beteiligt. Hier waren eindeutig Dilettanten am Werk, die keine Ahnung von der industriellen Erstellung von Dissertationen hatten. Es wurde nach dem Motto „Geiz ist geil“ am verkehrten Ende, den Honoraren, gespart. Plagiatsfreie Doktorarbeiten lassen sich nicht für 1000-2000 Euro erstellen. Unsere Dissertationen werden mit allen verfügbaren Computerprogrammen vor der Abgabe an den Kunden geprüft, ob sich eventuelle Plagiate ergeben. Erst wenn diese Prüfung negativ ausfällt, geht die Arbeit an die Doktoranden zur Weiterleitung. Dafür bürgen wir mit unseren guten Namen.“

      neu-news 12.5.2011

      Doch das sind Firlefänzchen. Die seit Wochen wichtigste Nachricht wurde vom Kommentator Richard Albrecht diesem Blog beigebracht:

      https://bloegi.wordpress.com/2011/05/02/justizieller-standardtrick-angewandt-auf-udo-pohlmann/#comment-3453

      nämlich das bolivianische Gesetz zur Richterwahl durch das Volk.

      • Tilman Says:

        Ihren Job hat die Vroni wohl noch – laut Suchfrage auf http://www.raupach.de ist sie im Mutterschutz.

        Die website der Kanzlei wurde anscheinend vor kurzem umgestellt. In der google cache Version steht sie noch mit Dr., in der aktuellen Fundstelle ohne, allerdings haben alle Anwälte bei den Suchergebnissen keinen Dr., auch die wo er auf der individuellen Seite vorhanden ist, also bedeutet dies nichts. Man müsste in ein paar Monaten nochmal schauen.

  94. Tilman Says:

    Auch das noch:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article13370824/Wie-viel-ist-der-Doktorhut-heute-noch-wert.html
    „Der Ruf des Doktortitels hat gelitten“

    Eigentlich schade. Bis zum Beweis des Gegenteils glaube ich dass zumindest die Naturwissenschaftler hart gearbeitet haben für ihren Titel (ich selbst habe seinerzeit nach dem Studium keinen Dr. versucht, weil ich lieber Geld verdienen wollte). Bei den Geisteswissenschaften… naja. Als Extrembeispiel sehe ich Soziologie, zumindest in Deutschland. Es ist unglaublich wieviel sinnfreies Geschwurbel in komplizierte Phrasen verpackt werden kann.

    • bloegi Says:

      Ich habe im Hahn-Meitner-Institut promoviert. Das HMI kooperierte akademisch mit der FU Berlin. War einigermaßen fair und insofern lehrreich, als Experimentalisten und Theoretiker eng zusammenarbeiteten. Bin danach viel auf der Erde herumgekommen. Wissenschaftlich das beste Institut, in dem ich gearbeitet habe, war Weizmann in Rehovot. Aber auch mehrere andere Institute waren nicht übel. Es kommt immer sehr darauf an, dass man interessierte Mitarbeiter findet.

  95. LeserIn Says:

    An Karl-Theodors Qualifikation und vor allem an seiner Intelligenz wird nun allenthalben gezweifelt:

    Horst Seehofer wittert schon mal vorbeugend Unrat. „Nicht die Energiewende, die Bundeswehr ist meine mit Abstand größte Sorge“, gibt der bayerische Ministerpräsident der „Augsburger Allgemeinen“ zu Protokoll. „Soldaten, Arbeitsplätze, Standorte – die Fragen sind ungelöst!“ Wie groß das Ausmaß der Probleme sei, dass sei ihm ja überhaupt erst klar geworden, als er vorige Woche mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière über die anstehende Bundeswehrreform gesprochen habe. … Seehofer zielt gar nicht auf den Christdemokraten de Maizière. Gemeint ist der christsoziale Vorgänger. Dazu passt, dass die Zeitung im gleichen Artikel ein zur Abwechslung diesmal ungenanntes bayerisches Kabinettsmitglied zitiert mit den Worten, Karl-Theodor zu Guttenberg habe beim Abgang aus Berlin ein „militär- und strukturpolitisches Desaster“ hinterlassen.

    Tagesspiegel 14.05.11

    Darauf, dass die Militär-Lobby froh war, als Guttenberg endlich abtrat, ist in diesem Blog mehrfach hingewiesen worden. Die Lobbyisten hielten Karl-Theodor für unzurechnungsfähig.

  96. Richard Albrecht Says:

    @ Herr Tilman:

    (1) „allerdings haben alle Anwälte bei den Suchergebnissen keinen Dr., auch die wo er auf der individuellen Seite vorhanden ist“

    (2) „Bis zum Beweis des Gegenteils glaube ich dass zumindest die Naturwissenschaftler hart gearbeitet haben für ihren Titel (ich selbst habe seinerzeit nach dem Studium keinen Dr. versucht, weil ich lieber Geld verdienen wollte). Bei den Geisteswissenschaften… naja. Als Extrembeispiel sehe ich Soziologie, zumindest in Deutschland.“

    Zum einen ist Ihr Deutsch grauenhaft. Zum anderen verbreiten Sie ´n schlimmes Vorurteil. Das eine ist so peinlich wie das andere dümmlich.

    Dies meint

    Richard Albrecht/140511
    http://ricalb.files.wordpress.com/2011/05/cv.pdf

    • bloegi Says:

      Zum Einen kann ich mich an Dr.Dr.Albrecht erinnern, der es fast als beleidigend empfand als Soziologe bezeichnet zu werden. Er wollte als Sozialwissenschaftler aufgefasst werden. Insofern treffen ihn Tilmans Verwürfe nicht.

      Zum Anderen haben Software-Entwickler eine überwältigende Stärke gegen über allen Wissenschaftlern, nicht nur gegenüber den Geisteswissenschaftlern: Die Software, die sie abliefern, muss funzen und funzt auch – von Ausnahmesituationen abgesehen. Bei den Doktorarbeiten von Koch-Mehrin, Saß, Guttenberg und vielen anderen ist es dagegen egal, ob irgendetwas Richtiges darin steht. Es darf nur nicht abgeschrieben sein und der Doktorvater muss das Geschwafel gut finden.

      Dementsprechend wächst die Bedeutung von Maschinen, besonders von Automaten, immer mehr. Das wird sich in zunehmender Macht derjenigen, welche damit umgehen können, den Ingenieuren, niederschlagen.

      Meine Anregung: Zivilprozessordnung ZPO und Strafprozessordnung StPO als Java-Klassen. Die Rechtslage wird in ein Suchfeld eingetippt ähnlich wie bei Google. Dann gibt das Programm die Rechtsfolgen aus. Die Berufsrichter werden überflüssig.

    • Tilman Says:

      Ja, der (1) Satz ergibt tatsächlich keinen Sinn, ich weiss auch nicht was da passiert ist. Ich meinte nur, dass einer von den Anwälten auf der individuellen Seite seinen Dr. Titel hat, aber nicht bei den Suchergebnissen. Mit anderen Worten – das fehlen des Doktortitels bei den Suchergebnissen bedeutet nichts, wir können also noch nicht sagen, dass die Kanzlei ihre website bzgl des Doktor-Titels von Frau S. aktualisiert hat.

      Zu (2) siehe z.B. hier:
      http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,758029,00.html

      Vorurteile gehören zum Leben. Der Blogbetreiber hat z.B. Vorurteile gegen Juristen🙂

      • bloegi Says:

        Vorurteile gegen Juristen habe ich nicht, nur solidere Kenntnisse als die meisten anderen Menschen. Meine Eltern waren beide Rechtsanwälte, die mir ihre Liebe vor allem mit dem Rat

        Halte Dich von der Justiz fern!

        erwiesen haben. Daran habe ich mich stets gehalten und wäre wohl bis an mein Lebensende ohne Justiz ausgekommen, wenn ich nicht im ländlichen Hessen an Neonazis geraten wäre, die zuerst versucht haben mich zu zerschlagen, und, als das nicht klappte, bei hinterhältigen nächtlichen Überfällen mein Haus zerschlagen haben. Die haben mich angezeigt und die haben mich verklagt immer dann, wenn ihre Aktionen nicht nach Wunsch verliefen. Zu meiner Verblüffung bekam das kriminelle Gesindel erdrückende Unterstützung von Polizei und Justiz.

        Was mir geschah, ist normal. Die Justiz besteht überwiegend aus Kriminellen und sie unterstützt Kriminelle. Die Justiz ist eine Schauspielertruppe, die sich den jeweils Mächtigen andient, und da Kriminelle immer stärker zu sein scheinen, ist die Neigung der Justiz zu Kriminellen natürlich. Die Dienstleistung, die diese Schauspielertruppe anbietet, ist Täuschung der Untergebenen. Die sollen glauben, dass sie zu ihrem eigenen Besten misshandelt werden. Die Justiz ist somit nur eine leicht modernisierte Facon der Priesterschaft – das, was Marx „Opium fürs Volk“ genannt hat.

        Das ist so und ist wieder und immer wieder von den besten Autoren – auch deutschen – beschrieben worden. Wer es nicht versteht, dem mangelt es an Intelligenz.

        Ab und zu gibt es eine(n) RichterIn oder StaatsanwältIn, die sich Illusionen macht und nicht beteiligen will. Doch der/die gerät unverzüglich selbst in existenzielle Nöte bis hin zum beschleunigten Frühableben.

  97. Richard Albrecht Says:

    @ blögi

    Kein Widerspruch. Freilich´n Hinweis auf ´n früheren Versuch, Justizkritik in den Zusammenhang mit Gesellschafts- und Machtkritik zu stellen, der jetzt auch in schlichtdeutscher Übersetzung im Netz steht: http://duckhome.de/tb/archives/9175-JUSTIZKRITIK.html

  98. Tilman Says:

    Die taz breitet die ghostwriter Theorie aus:
    http://www.taz.de/1/zukunft/bildung/artikel/1/wer-kann-es-gewesen-sein/

    Die Theorie der Dame halte ich durchaus für brauchbar, zumindest als Indiz. In meinen usenet-Zeiten gelang es gelegentlich, sog. „Sockenpuppen“ anhand des Sprachstils zu entlarven.

  99. LeserIn Says:

    Nach dem Motto: „Ich hab doch nur gemacht, was alle tun“

    „Die Plagiatsjäger erreicht zurzeit eine Flut von Hinweisen auf Doktorarbeiten von Managern“, sagt die Berliner Professorin für Medieninformatik, Debora Weber-Wulff. Sie ist selbst eine der profiliertesten Plagiatsjägerinnen. Oft kämen die ersten Hinweise aus dem direkten Umfeld der Führungskräfte. Neider wittern offenbar eine Chance.

    „Es gibt viele Leute, die jetzt zittern“, sagt der Geschäftsführer der Personalberatung Kienbaum, Soerge Drosten, gegenüber manager magazin. Wenn auf mehr als 10 Prozent der Seiten Plagiate gefunden sind, informieren die Plagiatsjäger die Universität. In einem ersten Fall ist das passiert. manager magazin ist der Name eines Managers aus der Energiebranche bekannt, dessen frühere Universität derzeit seine Doktorarbeit überprüft.

    manager magazin 13.05.11

    Ist es Dr.Ing.Großmann (RWE)? Ist es Dr.jur.Theyssen (E.ON)? Wir werden es hoffentlich bald erfahren.

  100. WK Says:

    Ich gehe auch davon aus, dass es noch sehr viele gekaufte Doktortitel gibt. Meine Vermutung ist, dass man das sehr leicht feststellen kann. Man braucht den Titelträger nur mal ohne die Nennung des Titels anzusprechen. Nach mE legen die allermeisten echten Doktoren garnicht so grossen Wert auf die ständige Nennung ihres Titels. Aber wieso erfährt man eigentlich so garnichts über die sog. Ghostwriter? Ist die Auftragsschreibe einer Doktorarbeit etwa legal?

    Übrigens blögi: Das Nichtverstehen der justiziellen Hintergründe hat mM nach weniger mit fehlendem Verstand sondern mehr mit fehlender Erfahrung mit eben dieser Justiz zu tun. Das was Sie und auch Andere beschreiben ist ja auch ein unfassbarer Zustand.

  101. WK Says:

    @Richard
    Ich würde nicht sagen „Herrschaft der Schlechtesten“ sondern Herrschaft der Rücksichtslosesten, wobei diese Rücksichtslosigkeit sicherlich schon schwer und schwerst kriminelle Züge hat. Wenn Du das als Herrschaft der Schlechtesten gemeint hattest: d´accord.

    Rolf Schälike ist derzeit gerade aus Protest für 5 Tage in den Knast gegangen statt die von dem kriminellen Börsenguru Markus Frick erwirkte Strafe von 500€ zu zahlen und keiner berichtet darüber. Wenn das Persönlichkeitsrecht von Kriminellen höher bewertet wird als das Recht der Öffentlichkeit von ihren Schandtaten zu erfahren – dann sind wir wirklich weit genug! Was ist die BRD für ein Scheißland geworden. Da ist der wirtschaftliche Untergang nur die gerechte Strafe dafür. Es gibt ja schon Etliche, die diesen baldmöglichts herbei sehnen, auch wenn das furchtbar werden wird. Und so wie es aussieht kanns nicht mehr all zu lang dauern. Griechenland, Portugal, Irland sind pleite, der Präsident des IWF ist verhaftet, die Gelddruckerpressen laufen auf Höchsttouren, die Inflationsrate steigt dramatisch an. Was muss jetzt noch passieren? Worauf wird denn noch gewartet?

  102. Richard Albrecht Says:

    @ WK

    Tscha, Walter, ich hab „Kakistokratie“ quelle(n)angemessen übersetzt als Herrschaft der Schlechtesten, möglich wäre auch, daran erinnerte Wilma Ruth Albrecht (2008) in ihrem Buch NACHKRIEGSGECHICHTE/N und zuletzt in Kurzform (2010) auch wieder hier -> http://www.duckhome.de/tb/archives/8698-KAKISTOKRATIE.html , Ihre drastische(re) Variante, entspricht aber nicht dem (eingedeutschten) moz.art1-Text (2007).

    Achja: Am Beispiel des letzten Herrn Reichskanzlers (1933/45) hab ich im Anschluß an Bertolt Brechts ARTURO UI in Vor- und Nachwort zum Dritten Band meiner GENOZIDPOLITIK IM 20. JAHRHUNDERT (2008) zur Verifikation der berüchtigten Hitlergeheimrede vor den Oberkommandierenden 22. August 1939 erstmalig n i c h t wie üblich „Hitlers armselig-übersteigerte Mittelmäßigkeit, vielmehr seine grandiose Submediokrität („grandiose submédiocrité“; „grandiose mediocrity“) der untersten Schublade“ als „eine entscheidende personale Voraussetzung dieser überaus erfolgreichen Mobführerkarriere“ herauszuarbeiten versucht und betont:

    „Die auch durch den in der (Welt-) Wirtschaftskrise verstärkten massenhaften ´Druck auf den Magen´ nachhaltig geschwächte demokratisch-institutionelle Kultur der ´Weimarer Republik´ war, als conditio sine qua non, soziale Grundvoraussetzung für das, was Anfang 1933 als Machtübergabe an und Machtübernahme von demagogische/n „kleine/n Gauner/n“ (Drago Jancar) begann, zur Machtausübung des faschistischen Nationalsozialismus führte und in Weltkrieg und Völkermord(en) endete.“

    Mehr will ich dazu jetzt nicht sagen, sondern mich als Sozialwissenschaftler auf die Weiterarbeit an einer im Herbst 2011 zur Veröffentlichung anstehenden Studie zur Erklärung, warum dieses spätkapitalistische gesellschaftliche System immer noch funktioniert, konzentrieren,

    eilbest;-)

    Richard Albrecht/170511
    http://ricalb.files.wordpress.com/2011/05/cv3.pdf

  103. LeserIn Says:

    Für das Verwaltungsgericht Darmstadt ist erwiesen: Zu „etwa einem Viertel“ besteht die „mit Auszeichnung“ benotete Doktorarbeit der Kunstprofessorin über „Ästhetische Konstellationen“ aus heimlichen Übernahmen von Fremdautoren. Der geistige Diebstahl war den Doktoreltern an der Technischen Universität Darmstadt gar nicht aufgefallen. Als ein Plagiatsopfer sich aufgrund der Buchveröffentlichung von 2003 beschwerte, prüfte die Hochschule genauer nach und entzog daraufhin den Doktorhut. … Die Richter bestätigten jetzt die Titelaberkennung wegen „vorsätzlicher Täuschung“ über den akademischen Schwindel (3 K 899/10.DA).

    Für den Präsidenten der Fachhochschule Frankfurt war und ist die 2009 bekannt gewordene Plagiatsaffäre aber nach wie vor kein Grund, seine Professorin dienstrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. …

    ZEIT 11.05.11

    Inszwischen ist die Professorin doch vom Dienst suspendiert. Wie heißt sie?

  104. Richard Albrecht Says:

    @LeserIn

    Meinen Sie Frau Seeliger, FH Frankfurt/Main FB 4

    http://www.fh-frankfurt.de/de/fachbereiche/fb4/ansprechpartnerinnen/professorinnen/anette_seelinger.html

    deren Netzseite dort heuer „abgeschaltet“ ist?

    Meine (sozial)wissenschaftliche Forschungsposition zu verschämt „Plagiate“ genannte KLAUS ist eine andere und weiterführende.

    Dazu gibt´s bisher einen Netzlink- Den hier

    http://www.duckhome.de/tb/archives/8561-ANSPRUCHSVOLLE-WISSENSCHAFTLICHE-FACHLITERATUR.html

  105. LeserIn Says:

    Wenn ein gerichtliches Verbot von vielen missachtet wird, haben die Behörden nicht mehr die Kraft das Verbot durchzusetzen – um so weniger, je schikanöser das Verbot ist:

    Banker, Sex und Giftmüll: Britische Gerichte schützen mit Knebelverfügungen die Interessen der Prominenten. Sogenannte Super Injunction verhindern unliebsame Berichte – und sogar Meldungen über die Verbote. Auf Twitter verbreiten sich die Details hingegen ungehemmt, nun klagt ein Star dagegen.

    Am 8. Mai veröffentlichte ein Twitter-Nutzer die Namen mehrerer Nutzer, die angeblich Knebelverfügungen gegen Medien in Großbritannien erwirkt haben. Nun verklagt ein britischer Fußballstar Twitter wegen dieser Veröffentlichung.

    Der Fall könnte sich zum Beispielverfahren für die Macht des Netzes entwickeln. Denn bislang sieht alles danach aus, dass Twitter sich dem Begehren der britischen Richter und Promis widersetzt. Das Konto des Verfügungs-Twitterers ist nach wie vor online. Inzwischen folgen ihm – oder ihr – fast 120.000 Nutzer. Twitter selbst hat Aufmerksamkeit auf dieses Konto gelenkt. Am 9. Mai verlinkte ein Twitter-Pressesprecher in einer öffentlichen Nachricht das Konto.

    SPIEGEL 21.05.11

    In Deutschland gibt es Super Injunction auch. Manche deutsche Gerichte verbieten nicht nur Äußerungen. Sie verbieten auch Äußerungen über das Verbot.

    • bloegi Says:

      Die englische Justiz gerät unter Druck:

      Die Affäre zwischen dem Fußballer und dem Fernsehsternchen an sich wäre nicht weiter erwähnenswert – das ist schließlich das täglich Brot des britischen Boulevards. Es ist die Art und Weise, wie sie ans Licht kam, die nun in Großbritannien eine Grundsatzdebatte über das Spannungsverhältnis zwischen Meinungsfreiheit und dem Recht auf Privatsphäre auslöst.

      Zunächst wurde das Giggs-Gerücht mehr als 70.000 Mal von Twitter-Usern weitergeleitet, dann brachte der schottische „Sunday Herald“ am Sonntag ein Bild von Giggs auf der Titelseite. Das konnte die Zeitung trotz der Knebelverfügung riskieren, weil englisches Recht in Schottland nicht gilt.

      Dennoch hielt das Londoner Gericht am Montag das Berichtsverbot aufrecht. Erst als ein liberaler Abgeordneter am Montag im Unterhaus seine parlamentarische Immunität dazu nutzte, in einer Debatte den Namen Giggs zu nennen, galt dieser als öffentliches Wissen – und alle Zeitungen konnten am Dienstag darüber berichten.

      Der „Guardian“ veröffentlichte auf seiner Webseite die richterliche Knebelverfügung in voller Länge, und nun kann jeder nachlesen, worum es geht.

      Was aber zählt das Richterwort noch, wenn die Gerüchte auf Twitter in Umlauf gebracht werden und so ihren Weg zurück in die alten Medien finden? Wie kann es sein, dass eine Zeitung nicht über etwas berichten darf, was im Internet bereits als Allgemeinwissen gilt?

      Gerade liberale Politiker haben etwas gegen die Knebelverfügungen. Einzelne Parlamentarier nutzen ihre Immunität immer wieder dazu, mitten in der Parlamentsdebatte die Existenz von „super injunctions“ bekanntzumachen, von denen sie Kenntnis erhalten haben.

      Die Richter sind über diese Sabotage im Parlament entrüstet und werfen den Abgeordneten vor, die Rechtsprechung zu unterminieren. Die Politiker kontern, dass Richter nicht einfach ein Privatsphärengesetz durch die Hintertür einführen und den Geist des Presserechts pervertieren könnten. Auch der Uno-Menschenrechtsausschuss hält die restriktive Rechtsprechung für eine Gefahr für die Pressefreiheit.

      Spiegel 25.5.2011

  106. LeserIn Says:

    Forchel und Frosch (Universität Würzburg) unterstreichen:

    Unipräsident Alfred Forchel sagte am 27. Mai, die Hochschule habe bei rund 20 Arbeiten aus den Jahren 1998 bis 2005 Zweifel, ob die verliehene Doktorwürde gerechtfertigt gewesen sei. … Der Dekan der medizinischen Fakultät, Matthias Frosch, sprach bei den fragwürdigen Dissertationen von im Umfang teilweise „dürftigen“ Werken, welche auf den ersten Blick auch „qualitative Probleme“ hätten.

    Eine Arbeit von einem norddeutschen Zahnarzt bringe es etwa komplett gerade einmal auf 33 Seiten. Sie besteht zum größten Teil schlicht aus der Wiedergabe des „Wassertraktates“, eines mittelalterlichen Textes aus dem „Ansbacher Arzneibuch“.

    Die jetzige Prüfung steht im Zusammenhang mit einem Mitte März bei der Universität Würzburg eingegangenen anonymen Schreiben, wonach jahrelang am Institut für Geschichte der Medizin durch den dortigen inzwischen emeritierten Professor eine regelrechte „Doktorfabrik“ bestand.

    So sollen niedergelassene Ärzte und Apotheker gegen entsprechende fünfstellige Zahlungen sich den Titel nebst Arbeit aus der Feder des Professors oder seiner Mitarbeiter gekauft haben. Er wurde bereits 2009 zu einem Strafbefehl in Höhe von 14.400 Euro verurteilt, weil ihm nachgewiesen worden war, dass er von einem Promotionsberater 6.000 Euro für Forschungen an seinem Institut angenommen hatte.

    Für die Behauptung, der Professor habe eine Vielzahl von Arbeiten selbst geschrieben, gebe es keine Beweise, sagte der Unipräsident. Allerdings lägen vier Dissertationen vor, deren Druckversion exakt mit handschriftlichen Aufzeichnungen des Emeritus übereinstimmten.

    Forchel und Frosch unterstrichen, dass es nun keinen Generalverdacht gegen frühere Doktoranden speziell in der Medizingeschichte gebe.

    DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 30.05.11

    Dank verständnisvoller deutscher Justizbehörden ist der oben erwähnte Strafbefehl nicht rechtskräftig geworden. Bei dem kritisierten Herrn Professor könnte es sich um Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. h.c. Gundolf Keil (Emeritus) handeln, ein verdienter Heimatvertriebener. Angesichts dieser zahlreichen und schönen Titel möge Dr.Dr.Albrecht vor Neid erblassen.

  107. LeserIn Says:

    Veronica Saß, die Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), verliert ihren Doktortitel. Wegen mehrerer Plagiate entschied die Universität Konstanz, ihr den Doktortitel abzuerkennen. Saß erklärte, sie wolle die Entscheidung der Uni Konstanz nicht hinnehmen.

    FOCUS 11.05.11

    Man erkennt hier den Vorteil des Personalwechsels bei Wahlen. Wenn Edmund Stoiber unabsetzbarer König von Bayern wäre, würden alle bayrische Universitäten der Frau Saß Doktor-Titel spendieren: Prinzessin Dr.Dr.Dr….Dr.Veronica Saß.

    Zur Abrundung ein Zitat des gegenwärtigen bayrischen Königs:

    Seehofer ruft Guttenbergs Geist: „Du bist einer von uns, du bleibst einer von uns …. „.

    Buergerblick 09.03.11

    Wie wahr. wie wahr!

  108. RicAlb Says:

    Warum eingibt LeserIn nicht das Wort GUMBRECHT bei google.de & anschaut sich erst den de.Wikipedia-Eintrag an und dann den des Angesprochenen http://www.saarbreaker.com/2011/01/gumbrechts-welt/.

    Der übrigens vor gut 20 Jahren das Angebot ablehnte, Nachfolger eines Prof.em. Dr.habil. Dr.mult. h.c. zu werden … Herr Prof.em. Keil hingegen aufweist nur einen h.c. … und ob GUMBRECHT Dr.h.c.-Titelweltmeister (seit 12 Jahren im Jahresdurchschnitt etwa anderthalb Ehrenpromotionen) ist oder nicht weiß auch keiner;-) … oder etwa doch?

    Gruß RicAlb/040611

  109. bloegi Says:

    Neben Vorwürfen gegen Silvana Koch-Mehrin werden Plagiatsvorwürfe gegen weitere FDP-Politiker erhoben:

    Dr. (noch) Bijan Djir-Sarai: Ökologische Modernisierung der PVC-Branche in Deutschland, Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln
    http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Bds

    Dr. (noch) Georgios Chatzimarkakis: Informationeller Globalismus. Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des Elektronischen Geschäftsverkehrs, Inauguraldissertation zur Erlangung der Doktorwürde. Vorgelegt der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn
    http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Gc

    Der eine ist Bundestagsabgeordneter, der andere Mitglied des Europäischen Parlaments in Straßburg. Betrug lohnt sich. Alle drei (Koch-Mehrin inklusiv) dürften Hungers nicht leiden.

  110. LeserIn Says:

    Der Knüller steht im 2.Absatz:

    Die Universität Heidelberg entzieht der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin den Doktorgrad. … Das geprüfte Material belege eindeutig, das die im Jahr 2000 von Koch-Mehrin vorgelegte Doktorarbeit „in substantiellen Teilen aus Plagiaten besteht“. Demnach sind auf rund 80 Textseiten der Dissertation über 120 Stellen zu finden, die „nach Bewertung des Promotionsausschusses als Plagiate zu klassifizieren sind“. Die Plagiate stammen demnach aus über 30 verschiedenen Publikationen, von denen zwei Drittel nicht im Literaturverzeichnis zu finden sind.

    Die Politikerin reagierte „überrascht“ auf die Entscheidung der Uni: Sie werde prüfen lassen, ob die Entscheidung rechtswidrig sei, kündigte Koch-Mehrin an. Ihr Argument lautet: Die Hochschule kenne die Mängel der Doktorarbeit seit elf Jahren. Ihr zufolge haben ihr Doktorvater und der Zweitgutachter ihre Dissertation „handfest“ kritisiert – auch die fehlenden Quellenangaben seien bekannt gewesen. „Der Promotionsausschuss hat mir im Jahr 2000 in voller Kenntnis aller eklatanten Schwächen meiner Arbeit den Doktortitel verliehen“, so Koch-Mehrin. Dass das Gremium die Arbeit nun anders bewerte, bedaure sie außerordentlich.

    SPIEGEL 15.06.11

    2000 war Koch-Mehrin ein steigender Stern. Jetzt ist sie ein sinkendes Schiff. Das haben die scharfsinnigen Professoren von der Philosophischen Fakultät durchschaut.

  111. LeserIn Says:

    Der Bock wird zum Gärtner,
    die Ziege zur …

    Koch-Mehrin wird zur Forschungspolitikerin befördert.

    Die FDP-Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin wird Vollmitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie. Eine Beförderung – vorher war sie stellvertretendes Mitglied in dem Gremium.

    Damit ist die liberale Politikerin auch zuständig für die Forschungspolitik der EU. Laut Homepage des Europaparlaments kümmern sich die Mitglieder des Ausschusses um die „Verbreitung und Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse“.

    Interessant ist auch, wer seinen Posten als Vollmitglied des Forschungsausschusses für Koch-Mehrin aufgab: Jorgo Chatzimarkakis, dessen Doktorarbeit derzeit ebenfalls von der Universität Bonn wegen des Verdachts des Plagiats untersucht wird: Er firmiert ab heute als stellvertretendes Ausschussmitglied.

    SPIEGEL 22.06.11

    Der Vergleich hinkt. Denn viele Ziegen sind sympathische Lebewesen, was ich von Koch-Mehrin nicht behaupten möchte.

  112. LeserIn Says:

    Der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) hat mögliche Fehler in seiner Doktorarbeit eingeräumt. … Eine Analyse der Promotionsschrift Althusmanns belege, „dass der CDU-Politiker an vielen Stellen inhaltliche wie wörtliche Übernahmen aus anderen wissenschaftlichen Werken nicht als solche gekennzeichnet hat“, schreibt das Blatt (DIE ZEIT). … Die Universität Potsdam leitete wegen der Vorwürfe eine Prüfung ein. Die Vorwürfe würden vom Dekan der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät geprüft, sagte eine Universitätssprecherin am Mittwoch. … Die Prüfung habe die „Zeit“ und nicht Althusmann angestoßen, sagte die Sprecherin weiter.

    Unterdessen hat die Universität Tübingen dem Waiblinger CDU-Landtagsabgeordneten Matthias Pröfrock den Doktortitel entzogen. Wie die Dekanin der Juristischen Fakultät am Mittwoch mitteilte, hat dies der Promotionsausschuss nach intensiver Prüfung der Dissertation sowie nach einer schriftlichen Anhörung des Betroffenen beschlossen.

    FOCUS 06.07.11

    Eine Kohorte von Plagiatsjägern hat angekündigt, sie wolle prüfen, ob nicht auch SPD-Politiker und Naturwissenschaftler Plagiatoren seien.

    • bloegi Says:

      Guter Artikel im Tagesspiegel vom 6.7.2011. Athusmann verdankt seinen Doktor-Titel einer Bundeswehr-Seilschaft.

      Seinen Doktorvater Dieter Wagner kannte Althusmann, der selbst nie in Potsdam studiert hat, laut „Zeit“ aus seinem Studium an der Bundeswehruniversität in Hamburg. Althusmann ist Hauptmann der Reserve. […] An der Uni Potsdam durfte Althusmann als Externer nur mit einer Sondergenehmigung promovieren.

  113. bloegi Says:

    Guttenberg als AC/DC-Fan (siehe oben):

    HIGHWAY TO HELL

    Ganz harmlos ist AC/DC nicht. Bild am 11.7.2011 veröffentlicht Mordgeschichte mit einem anderen AC/DC-Fan. Foto:

  114. ricalb Says:

    @ blögi

    1) also guttenbergte auch der Herr Kultusminister Althusmann mithilfe seiner Militaria-Klicke und guttenbergt weiter weil der Krug solange zu Wasser geht bis er bricht

    2) daß es sich m.E. um verdeckte NeoNaziKluft in Pulloverform handelt ist auch nicht erst vorgestern abend angemerkt worden und sowohl im Buch FLASCHEN POST (VerKaaT 2011: 55-64) als auch im vorgehenden Netztext nachlesbar, unter anderem hier http://www.saarbreaker.com/2011/03/gutt-bye-buy-gutt/#more-3840 http://www.saarbreaker.com/2011/03/gutt-bye-buy-gutt/2 und hier http://duckhome.de/tb/archives/8953-GUTT-BYE,-BUY-GUTT.html

    Mit freundlichem Gruß

    Richard Albrecht, 110711
    http://ricalb.files.wordpress.com/2011/07/cv.pdf

  115. LeserIn Says:

    Noch eine FDP-Politikerin

    Trotz großzügiger Textübernahmen konnte sie ihren Doktortitel 1989 behalten: Margarita Mathiopoulos, zweifache Ehrenprofessorin und Dozentin in Potsdam. Nun zeigt die Internetplattform Vroniplag neue mögliche Plagiatsstellen – und die Uni Bonn prüft ein zweites Mal. … Im Jahr 1987 wollte der SPD-Vorsitzende Willy Brandt die damals 30-Jährige als Parteisprecherin verpflichten, die Genossen rebellierten dagegen. Sie heiratete danach Friedbert Pflüger, der später bei der CDU Karriere machte und von dem sie mittlerweile wieder geschieden ist. 2002 trat sie in die FDP ein und avancierte zur Beraterin Guido Westerwelles.

    Neben der Politik machte sie auch in der Wirtschaft Karriere: Als Banksprecherin bei der Norddeutschen Landesbank Hannover. Allerdings trennte sich das Institut 1997 von ihr wegen „unüberbrückbarer Differenzen“. Mathiopoulos klagte auf Festanstellung und bekam eine hohe Abfindung. Danach beriet Mathiopoulos den Vorstandsvorsitzenden des Rüstungskonzerns BAE Systems.

    SPIEGEL 12.07.11

    Eine Karrieristin ohne Skrupel. CDU-Pflüger stellte sich als Versager heraus. Liiert war Mathiopoulos auch mit Saif al-Islam al-Gaddafi. Es gibt ein ekliges Fotos mit ihr und dem Herrscher-Sohn.

    Man möchte Mathiopoulos raten hochgeschlossene Kleider zu tragen.

  116. LeserIn Says:

    Der nächste Doktor-Blender ist enttarnt

    … Nach Silvana Koch-Mehrin haben die Plagiatsjäger von Vroniplag ihr nächstes Opfer zu Fall gebracht. Mit Jorgo Chatzimarkakis erwischte es erneut einen Politiker-Doktor aus der FDP. … Dass er seinem toten Großvater die ausgedruckte Doktorarbeit mit ins Grab legte, zeigt welch hohen Stellenwert die Arbeit für den Politiker persönlich hatte. … Doch die Universität zu Bonn gab nun bekannt: Jorgo Chatzimarkakis wird der Doktortitel entzogen. …

    FOCUS 13.07.11

    Der Großvater wird als Untoter aus seinem Grab auferstehen und dem Jorgo, wer der tief in der Nacht schlafen will, die ‚Doktorarbeit‘ nass um die Ohren hauen.

  117. Tom Says:

    „Informationeller Globalismus

    Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik
    am Beispiel des Elektronischen Geschäftsverkehrs

    Inauguraldissertation
    zur
    Erlangung der Doktorwürde

    Vorgelegt der
    Philosophischen Fakultät
    der
    Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
    zu Bonn

    von
    Georgios Chatzimarkakis

    aus
    Duisburg

    2000

    Gedruckt mit Genehmigung der
    Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    Erster Berichterstatter: Prof. Dr. Detlev Karsten
    Zweiter Berichterstatter: Prof. Dr. Uwe Holtz

    Tag der mündlichen Prüfung: 9. Februar 2000“

    Da bleibt ein schaler Nachgeschmack was die Uni Bonn betrifft, den Chatzi-Doktorvater Karstens und den 2. Gutachter Holtz, grad so als wollten sie den Chatzi opfern damit deren Korruptsystem bleibt.

    Es erinnert an weiland Nazi-„Vergangenheitsbewältigung“ der 1950er Jahre – grad als ob die die Nazifaschisten wie Außerirdische ins Deutschvolk gekommen wären so auch jetzt als ob Chatzi seine Pappe […] Es grüßt -Tom

    • Tilman Says:

      Wenn jemand „Globalismus“ oder „Globalisierung“ oder „Nachhaltigkeit“ schon im Titel ankündigt, dann ist der Rest meistens eh nur Geschwurbel.

      Ich habe vor ein paar Wochen, kurz bevor C. ein Thema wurde, bei vroniplag reingeschaut aber ohne mitzumachen. Ich wurde sehr schnell fündig durch google Suchen. Die Kopien waren gekennzeichnet – wobei aber nicht so recht klar war, wo das Zitat anfing. Das war wohl sein Fehler.

      Ich wünsche mir übrigens, dass es auch mal ein paar SPD-Leute erwischt. Die sind moralisch genau so verdorben wie die CDU/CSU/FDP/Grüne Leute. Macht verdirbt leider den Charakter.

    • bloegi Says:

      Tom schrieb:

      Da bleibt ein schaler Nachgeschmack was die Uni Bonn betrifft, den Chatzi-Doktorvater Karstens und den 2. Gutachter Holtz, grad so als wollten sie den Chatzi opfern damit deren Korruptsystem bleibt.

      Chatzimarkakis, Koch-Mehrin, Guttenberg und viele andere haben sich darauf verlassen, dass ihre Doktorarbeiten geprüft wurden, nämlich 1) vom Erstgutachter, 2) vom Zweitgutachter, 3) von der Fakultät der jeweiligen Universität. Sie können es nun nicht fassen, dass ihnen trotzdem der Dr-Titel aberkannt worden ist.

      Das Resultat ist: Die wissenschaftliche Prüfung taugt nichts. Auch die Unis sind umfassend korrupt. Wir kennen das schon von den so genannten Rechtsgutachten, siehe z.B. http://www.althand.de/jesum.html#detterbeck, http://www.hu-marburg.de/homepage/debatte/info.php?id=98, den zahlreichen Ehren-Doktortiteln, Ehren-Professuren und so weiter.

  118. LeserIn Says:

    Die Europaparlamentarierin (Koch-Mehrin) hat nach SPIEGEL-Informationen Widerspruch gegen die Entscheidung des Promotionsausschusses der Uni Heidelberg eingelegt, ihr den Titel zu entziehen. Hält die Uni an der Entscheidung fest, könnte Koch-Mehrin vor dem Verwaltungsgericht klagen.

    SPIEGEL 17.01.11

    Im Verwaltungsgericht wird es heißen: Die Klägerin/Antragstellerin durfte sich auf die Gutachten des Erst- und des Zweit-Gutachters verlassen. Die Uni Heidelberg wird argumentieren, sie sei von Koch-Mehrin „arglistig“ getäuscht worden.

  119. Der RoboStaatsanwalt bezwingt die Mächte des Bösen « bloegi Says:

    […] die Klasse RoboStaatsanwalt programmiert. Das Programm ist öffentlich zugänglich und kann, wie Guttenbergs Ghostwriter es vorgeführt hat, mit zwei Maus-Klicks geklaut […]

  120. LeserIn Says:

    Eine Doktorarbeit der besonderen Art: Mutmaßlicher Massenmörder Anders Behring Breivik hat das Unabomber Manifesto abkopiert.

    Anders Behring B. hat einen Teil seines 1500 Seiten umfassenden Manifests abgeschrieben. Das berichten unter anderem der staatliche norwegische Fernsehsender NRK und die renommierte Tageszeitung „Aftenposten“ auf ihren Internetseiten. Sie berufen sich dabei auf document.no, eine Internetplattform für politische Analysen, Kommentare, Essays und Reportagen. Demnach hat der norwegische Attentäter, der nach bisherigem Stand mindestens 93 Menschen getötet hat, seitenweise wortwörtlich aus dem Manifest des als „Una-Bomber“ bekannt gewordenen amerikanischen Bombenlegers Theodore Kaczynski zitiert.

    In den nun als Plagiat ausgemachten Teilen des Buchs „2083 – eine europäische Unabhängigkeitserklärung“ von B. sind an einigen Stellen nur einzelne Begriffe von ihm ausgetauscht worden, die besser in seine eigene Ideologie passen. Während der Una-Bomber beispielsweise seine Feinde in den „Linken“ sieht, bezeichnet B. sie an den entsprechenden Stellen als „Multikulturelle“ oder „Kultumarxisten“, schreibt die „Aftenposten“. An zahlreichen Stellen hat B. zudem die Nennung von „Schwarzen“ durch „Muslime“ ersetzt, heißt es bei NRK

    FOCUS 24.07.11

    Kaczynski war immerhin Havard-Student.

  121. LeserIn Says:

    Plagiatsvorwürfe gegen weiteren Kultusminister

    Der eine ist der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann, amtierender Präsident der Kultusministerkonferenz und Bundeswehr-Offizier, der andere ist der sächsische Kultusminister Roland Wöller (CDU) beide CDU

    Der „Panzer“, wie er gern bezeichnet wird, muss sich noch weitere Wochen gegen Plagiatsvorwürfe verteidigen. Denn Bernd Althusmann (CDU), Kultusminister Niedersachsens und Ex-Bundeswehroffizier, steht weiter unter dem Verdacht, in seiner Doktorarbeit getäuscht zu haben: Die Universität Potsdam konnte die Vorwürfe in einer Vorprüfung wie erwartet nicht ausräumen und bestätigte einen Bericht von „Welt Online“, dass sie ein formelles Untersuchungsverfahren einleiten wird.

    Während dem Verdacht gegen Althusmann nun nachgegangen wird, gibt es seit Mittwoch gegen einen weiteren Kultusminister Plagiatsvorwürfe: Roland Wöller (CDU) aus Sachsen. Auf der Internetplattform VroniPlag Wiki sind Auszüge der Doktorarbeit des 41-Jährigen aufgetaucht, die Plagiate aus einer Magisterarbeit eines Studenten belegen sollen.

    Wöller gestand ein, dass es bereits 2008 einen Plagiatsvorwurf gegen ihn an der Technischen Universität Dresden gegeben habe, der aber weitgehend ausgeräumt worden sei. Laut dem Dresdner Medien- und Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber, der als Plagiatsgutachter tätig ist, besteht gegen Wöller ein Anfangsverdacht.

    WELT 27.11.2011

    Weiter im WELT-Artikel ein paar Namen, die in diesem Thread vielleicht noch nicht genannt wurden:

    Matthias Pröfrock (CDU) – Die Universität Tübingen hat dem CDU-Landtagsabgeordneten Matthias Pröfrock aus Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) seinen Doktortitel aberkannt.

    Bei dem FDP-Bundestagsabgeordneten Bijan Djir-Sarai … gibt es ebenfalls Zweifel an der sauberen Erlangung seines Doktorgrades.

    Kai Schürholt (CDU) – Der Oberbürgermeisterkandidat der Landauer CDU hatte sich 2007 im Wahlkampf mit einem Doktortitel geschmückt, obwohl er seine Promotion noch längst nicht abgeschlossen hatte. Als der Schwindel aufzufliegen drohte, erfand Schürholt eine Tumorerkrankung, um aus dem Wahlkampf in der rheinland-pfälzischen Kommune aussteigen zu können. Das Amtsgericht Landau verurteilte den studierten Theologen im Juni 2009 wegen Titelmissbrauchs zu einer Geldstrafe von 7500 Euro.

    Dieter Jasper (CDU) – Der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete wurde Anfang Mai zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt, weil er einen Doktortitel zu Unrecht geführt hat.

  122. LeserIn Says:

    Ein Hoffnungsstrahl: Auch fleißige BILD-Leser können promovieren.

    Es fällt schwer, von höchstem wissenschaftlichen Anspruch auszugehen, wenn jemand die „Super Illu“ heranzieht für statistische Angaben, um eine Doktorarbeit über das „Management des Stadtumbaus unter Berücksichtigung der städtebaurechtlichen Rahmenbedingungen“ zu schreiben. Die Illustrierte mit einer Druckauflage von gut 600.000 Stück erfreut ihre meist ostdeutschen Leser eher mit Tipps zur Rückenschonung und dem Preis „Die Goldene Henne“.

    Der FDP-Lokalpolitiker Jürgen Goldschmidt, Bürgermeister der brandenburgischen Kleinstadt Forst in der Niederlausitz, zitierte trotzdem aus der Ost-Illustrierten: Eine Tabelle zur Abwanderung aus ostdeutschen Städten übernahm er in Teilen, machte allerdings einen Fehler beim Übertragen der Zahlenwerte. Dabei hätte es die Daten auch direkt beim Statistischen Bundesamt gegeben.

    Zudem stolpert man in der Arbeit von Goldschmidt schnell über Absätze, bei denen keine Quelle angegeben ist, deren mögliche Herkunft sich aber schnell ergoogeln lässt. In seiner Einleitung zum Beispiel finden sich fast wortgleiche Auszüge aus einem älteren stadtplanerischen Papier der Heinrich-Böll-Stiftung, nur einzelne Wörter und Formulierungen wurden verändert.

    Goldschmidt hatte seine Arbeit im Jahr 2009 an der TU Berlin eingereicht.

    Der Fall könnte, sollten sich die Vorwürfe bestätigen, erneut die Frage aufwerfen, ob die Universitäten intensiv genug prüfen oder nachlässig handeln bei der Titelvergabe.

    SPIEGEL 01.08.11

    Die TU Berlin ist eine Wessi-Uni. In Berlin gibt es drei große Universitäten. Es ist nicht bekannt, welche die schlechteste ist.

  123. LeserIn Says:

    Frau Prof. Dr. Cornelia Eva Scott ist wirtschaftswissenschaftliche Professorin in der Hochschule Anhalt in Bernburg (Sachsen-Anhalt). Sie hat ‚ihren‘ Doktortitel von der Uni Krakau.

    Nun untersucht der Schwarm (VroniPlag) Scotts Arbeit „The influence of national culture on stock option programmes as motivators. The case of managers in Germany“, die sie 2007 eingereicht hat. Darin analysiert Scott, welchen Einfluss die nationale Kultur auf die Anwendung von Aktienoptionsprogrammen als Anreizsystem hat. Bislang ist VroniPlag auf 33 von 181 Seiten fündig geworden. Das heißt, auf 18,23 Prozent der Seiten ihrer Arbeit finden sich plagiierte Stellen. Koch-Mehrin stürzte über eine Quote von 34,33 Prozent. Bei Chatzimarkakis waren es 71,58 Prozent.

    In der Doktorarbeit, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, hat Scott ganze Textblöcke abgeschrieben, oft mit nur minimalen Änderungen, teilweise wörtlich – ohne Anführungszeichen und Fußnoten.

    SPIEGEL 17.08.2011

    Nur 18,23%? Das kann noch mehr werden.

  124. LeserIn Says:

    Tony Blair als Ghostwriter?

    In der verlassenen britischen Botschaft in Libyen wurde erneut brisantes Material entdeckt. Unter den Fundstücken ist der „Sunday Times“ zufolge auch ein Brief des früheren britischen Premierministers Tony Blair an den Gaddafi-Sohn Saif el Islam aus dem Jahr 2007. Darin habe Blair diesem bei dessen Doktorarbeit geholfen. Der Brief beginne mit den Worten „Lieber Ingenieur Saif“ und sei unterzeichnet mit „die besten Wünsche, hochachtungsvoll, Tony Blair“.

    Die „New York Times“ hatte bereits am Samstag über Dokumente aus einer Geheimdienstzentrale in Tripolis berichtet, die zeigten, dass der US-Geheimdienst CIA und der britische Auslandsgeheimdienst MI-6 eng mit Gaddafis Regime zusammengearbeitet haben sollen. Der britische Außenminister William Hague hatte betont, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Geheimdienstfragen.

    FOCUS 04.09.11

    Hinter Allem steht die Absicht den Untertanen vorzugaukeln, die Obrigkeit sei klug.

  125. LeserIn Says:

    Auffällig viele windige Dissertationen schrieben Plagiatoren in und über Juristerei.

    Ich kann das erklären: Alle Betrüger, die es irgendwie hinbiegen können, ’studieren‘ Jura. Jura ist das Sammelbecken der Betrüger.

    „Es ist doch schön“, sagt der Berliner Staatsrechtsprofessor und Schriftsteller Bernhard Schlink, „wenn man seine dankbaren Doktoranden in Positionen in Wirtschaft und Anwaltschaft weiß und sich auf dieses Netzwerk verlassen kann.“

    Alle Juristen versuchen Mitglied in möglichst einflussreichen Seilschaften zu werden. Qualifikation wird ersetzt durch Bildung krimineller Vereinigungen.

    Eine „Kultur der Kumpanei“, kritisierte jüngst Christoph Möllers, Verfassungsrechtler an der Berliner Humboldt-Uni, habe sich an vielen Lehrstühlen breitgemacht, eine opportunistische Wissenschaftsauffassung an den Universitäten: „In wohl keinem anderen Fach werden Doktoranden so systematisch zum Regelbruch verleitet wie in der Rechtswissenschaft.“

    Alle Zitate aus SPIEGEL 07.09.11

  126. Richard Albrecht Says:

    @ lESERIN

    In seiner Reihe

    http://www.duckhome.de/tb/plugin/tag/richard+albrechts+justizkritik

    hat der Autor sich AUCH mit dem ReWi-Dreigestirn der HU Berlin auseinandergesetzt, einer der vom SPIEGEL positiv erwähnten jur. Promis gehört/e auch dazu, er spielte eine zentrale Rolle (-> 30.000 DM plus MWSt) damals als Leute, die den Berliner Aufbau Verlag, der nicht gehörte, verkauften, wogegen Herr Lunkewitz aus Frankfurt/Main als Millionär später „erfolgreich“ Verfassungsbeschwerde vertreten und m.E.n. bisserl mehr als 14 Mio. € Entschädigung vortragen ließ

    http://www.duckhome.de/tb/archives/8777-TRIO-IUSTITIALE.html

    • bloegi Says:

      Rosemarie Will habe ich einmal bei einem Vortrag erlebt und fragte sie nach dem IMSI-Catcher. Das ist das Verfahren, mit dem man die Bewegungen derjenigen verfolgen kann, welche ihr Handy eingeschaltet haben. Will hatte deswegen eine Verfassungsbeschwerde geschrieben. Die lag 3 Jahre lang im Bundesverfassungsgericht gelegen und wurde dann „nicht zur Einscheidung angenommen“.
      http://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/hefte/nummer/nummer_detail/back/mitteilungen-195/article/karlsruhe-versagt-grundrechts-schutz-beim-imsi-catcher/
      Will zeigte sich verärgert. Doch ihre Äußerungen blieben so moderat, dass sie ihre Karriere damit nicht gefährdete. Nummer 1 bei JuristInnen ist immer die eigene Karriere.

      Es wäre bei diesem Fall möglich und angebracht gewesen die Kompetenz und die Integrität des Bundesverfassungsgerichts grundsätzlich zu diskutieren.

      Will hielt dann noch hochherzige Reden über den Datenschutz im Allgemeinen. Sie schien nicht zu verstehen, dass Behörden den Datenschutz der Untertanen regelmäßig missachten und Datenschutz nur noch ein Mittel der Behörden ist die eigenen Verfehlungen zu vertuschen.

  127. bloegi Says:

    Man soll Gutes auch anderen gönnen. Ich gönne den US-Amerikanern den K.T.v.Guttenberg:

    Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat in aller Stille Deutschland verlassen. Bereits Ende August ist der CSU-Politiker samt Familie in den US-Bundesstaat Connecticut umgezogen […] Er hat dort ein über drei Millionen Euro teures Anwesen erworben […] Die Region, bekannt für höchste Grundstückspreise und die vielen dort ansässigen Hedgefonds und Investmentfirmen, ist bei deutschen Geschäftsleuten beliebt.[…] In Deutschland will die Staatsanwaltschaft Hof bis spätestens Ende September bekannt geben, ob sie gegen Guttenberg Anklage wegen Urheberrechtsverletzungen erhebt.

    Spiegel 10.9.2011

    Hoffentlich kommt er nie wieder. Das Gefährliche an Guttenberg war, dass so viele Menschen auf ihn hereinfielen, obwohl von Anfang an klar war, dass er ein Blender ist.

    Was die Staatsanwaltschaft betrifft: Die wird alles tun, um um eine Anklage herumzukommen.

  128. LeserIn Says:

    Juristerei in Hessen. BILD 15.09.11 schlägt wieder zu:

    Die Philipps-Universität Marburg hat einem Juristen zu Recht seinen Doktortitel entzogen. … Die Universität hatte nach Angaben des Gerichts dem Mann vorgeworfen, fremde Textteile als seine eigenen ausgegeben zu haben. … Aufgefallen sei dies einem Professor der Universität Zürich, der Autor der Passagen gewesen sei. Der Jurist klagte laut Verwaltungsgericht (Gießen) gegen die Entscheidung der Universität, scheiterte damit aber nun … (Az: 3 K 474/10.GI)

    Es gibt allerdings auch Physiker, die betrügen. Das dort übliche Delikt ist die Fälschung von Messungen.

    Wer als Forscher betrügt, kann einen ehrlich erworbenen Grad verlieren, urteilte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg

    Die Fachaufsätze des Physikers Jan-Hendrik Schön galten einst als „bahnbrechend“, ein Direktorenposten bei der deutschen Max-Planck-Gesellschaft war dem damals 32-Jährigen fast sicher. Dann aber flog er 2002 bei internen Untersuchungen seines Arbeitgebers, den Bell Laboratories in den USA, wegen Datenmanipulationen auf. … Wegen des Wissenschaftsbetrugs verlor Schön nicht nur den Arbeitsplatz. Seine Heimatuniversität Konstanz entzog ihm auch den Doktortitel, weil er sich „durch sein späteres Verhalten der Führung des Grades als unwürdig erwiesen hat“

    ZEIT 15.09.11

  129. claude Says:

    @Bloegi

    Feundlicher Gütevorschlag in Ihrem Sinn: Wärs nicht tendenziell sinnvoller, die, die ihre Diss.iur. n i c h t abgeschrieben, copy etc. oder wie auch immer, oder haben schreiben lassen, künftig positiv zu benennen … also kleine weisse Liste anstatt grosser schwarzer betr. Diss.iur.germ.?

    Gruß;-)

    Claude

  130. bloegi Says:

    Oberstaatsanwalt Reiner Laib von der Staatsanwaltschaft Hof ebnet dem Guttenberg den Weg zu einem Comeback.

    Die Plagiatsaffäre um den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) steht nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung kurz vor dem juristischen Abschluss. […]
    Nach Informationen der Zeitung aus mit dem Ermittlungsverfahren beteiligten Kreisen dürfte zwar der Schuldvorwurf des Verstoßes gegen das Urheberrecht gegeben sein – zu einer Bestrafung solle es aber nicht kommen. Im Gespräch sei stattdessen offenbar eine Zahlung an eine soziale oder gesellschaftspolitische Einrichtung. […] Bereits im Sommer habe zu Guttenberg dem Bericht zufolge gegenüber Gesprächspartnern erklärt, man habe sich mit den Behörden prinzipiell „geeinigt“, am Ende würde es für ihn „sehr gut ausgehen“. […] Einer Wiederaufnahme seiner politischen Karriere stünde demnach von rechtlicher Seite voraussichtlich nichts im Wege.

    Zeit 14.10.2011

    Ob das mit dem Comeback klappt, das werden wir sehen. Die verlogene Justiz jedenfalls hat sowieso nichts mehr zu sagen.

  131. LeserIn Says:

    Erster Comeback-Versuchsballon der Guttenbergs

    Stephanie zu Guttenberg wagt einen erneuten Anlauf: Nach der umstrittenen Sendung „Tatort Internet“ tritt die Ehefrau des ehemaligem Bundesverteidigungsministers erneut bei RTL2 auf.

    Der frühere Hamburger Polizeipräsident Udo Nagel moderiert die Sendung, von der es zunächst nur eine Ausgabe geben soll.

    Hamburger Abendblatt 12.11.11

    Hoffentlich bleibt RTL der Dreck im Hals stecken.

  132. LeserIn Says:

    Allgemeine Begeisterung bei der Presse über Guttenbergs Comeback:

    Guttenberg weiß mal wieder alles besser

    FOCUS 19.11.11

    Was er gesagt hat, ist egal. Alle interessiert nur, dass er sich kein Gel mehr ins Haar schmiert und fett geworden ist. Guttenbergs Springer-Ex-Freunde meinen:

    Dabei wirkt er wie ein dicklicher Lothar Matthäus.

    WELT 19.11.11

    Ich finde, er sieht aus wie Franz-Josef Strauß.

  133. LeserIn Says:

    Sonja Volkmann-Schluck tritt an die Öffentlichkeit:

    SPIEGEL ONLINE: Karl-Theodor zu Guttenberg hatte bei Ihnen abgeschrieben, Sie stellten Strafantrag. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt, gegen eine Zahlung von 20.000 Euro an die Deutsche Kinderkrebshilfe. Was halten Sie davon?

    Volkmann-Schluck: Ich habe gemischte Gefühle. Dass Guttenberg sich mit einer Spende sozusagen freikaufen kann und ohne Verfahren aus der Affäre herauskommt, das habe ich mir nicht gewünscht. Andererseits bin ich zufrieden, weil die Staatsanwaltschaft anerkennt, dass Guttenberg abgeschrieben und das Urheberrecht verletzt hat, und zwar in 23 Fällen. … Guttenberg hat nach den Recherchen von Guttenplag etwa acht Prozent seiner Arbeit von mir übernommen. Auf 56 Seiten finden sich demnach meine Textstellen, darunter Teile meiner Gliederung und Schlussfolgerungen. Ich fühle mich auch ohne hohen wirtschaftlichen Schaden ausgebeutet und bestohlen. … Von der Staatsanwaltschaft selbst habe ich noch nichts gehört. … Ich werde auf jeden Fall Akteneinsicht beantragen. … Weil die Staatsanwaltschaft eine Verletzung des Urheberrechts sieht, könnte ich wahrscheinlich auch zivilrechtlich gegen Guttenberg vorgehen.

    SPIEGEL 23.11.11

    Hoffentlich tut sie es. Guttenberg scheint die Autorinnen, von denen er geklaut hat, nach klingenden Namen ausgesucht zu haben. Am Ende nennt er sich selbst „Zehn Pfennig von Vollmann-Schluck“.

    • Tilman Says:

      Frau Volkmann-Schluck muss nicht auf die Akteneinsicht warten um zivilrechtlich vorzugehen. Sie hätte seinerzeit auch umgehend gegen den Typen vorgehen können. Wobei sich die Frage stellt, ob es nicht schon verjährt ist.

  134. bloegi Says:

    Tilman sagte:

    Wobei sich die Frage stellt, ob es nicht schon verjährt ist.

    Zivilrechtliche Ansprüche verjähren nach 3 Jahren, wobei die Frist erst zu laufen beginnt, sobald die Klägerin von der Schädigung erfährt. (§§ 195, 199 BGB). Da Guttenbergs Abschreiberei erst Anfang 2011 bekannt wurde, hat Volkmann-Schluck noch reichlich Zeit.

    Die Verfristungsparagraphen wurden in der Großen Zivilrechtsreform 2001/2 geändert. Argument war, dass die Beklagten bei dreißigjähriger Frist regelmäßig in Beweisnot geraten. Indessen sind die jetzt gültigen Formulierungen so verwaschen und subjektive Tatbestände haben so sehr Überhand genommen, dass der Willkür größer ist als je zuvor.

  135. LeserIn Says:

    Guttenberg konnte Termin der Verfahrenseinstellung steuern

    Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Hof, die für das Verfahren zuständig war, habe diese Guttenbergs Anwalt frühzeitig davon informiert, dass sie nach Beendigung des Plagiatsverfahrens eine Pressemitteilung veröffentlichen werde. Das Verfahren habe jedoch erst beendet werden können, nachdem Guttenberg das Bußgeld von 20.000 Euro eingezahlt habe. Auf diese Weise habe der Ex-Minister mitbestimmen können, wann die Einstellung öffentlich wird

    Die Strategie scheint insofern aufzugehen, als die möglicherweise gesteuerte PR-Unterstützung der Staatsanwaltschaft dem Interviewbuch Guttenbergs einen gehörigen Anschub verpasst hat

    SPIEGEL 26.11.11

    Die Geschädigte Volkmann-Schluck hätte eigentlich zuerst benachrichtigt werden müssen evt. zugleich mit Guttenberg selbst.

  136. volker Says:

    @ LeserIn

    Kackalikack. Schon die Überschrift ist schief – sollte GUTENBERG UNGEIST gemeint sein?

  137. LeserIn Says:

    Die ‚brillianten‘ Jura-Professoren Ingolf Pernice und Bodo Pieroth (angeblich Spezialist für Grundrechte!) haben früh gewusst, dass Guttenbergs ‚Doktorarbeit‘ abgeschrieben war.

    Der Doktorand Michael S. – er promoviert in Berlin, arbeitet damals in Münster – holt für seine Doktorarbeit Guttenbergs Buch aus dem Regal … Am Ende steht für ihn fest: Guttenberg hat die Grenze überschritten, vielleicht sogar einen Rechtsbruch begangen. S. schreibt einen Aufsatz darüber und legt ihn ein paar Leuten in seinem Umfeld vor. „Mir wurde gesagt, dass der Aufsatz Sprengstoff in sich birgt und dass ich mit einer Veröffentlichung Gefahr laufe, von der Öffentlichkeit vereinnahmt zu werden“, erinnert sich S.. Er packt seinen Text in die Schublade. …

    WELT 27.11.11

    So erscheinen die juristischen Fakultäten überall in Deutschland als Übungs- und Verübungsplätze der Täuschung.

  138. bloegi Says:

    Wichtiger als der folgende Kommentar selbst ist, wer ihn abgibt:

    Bleib, wo der Pfeffer wächst!

    Nach Auftritt in Kanada, Einstellung des Strafverfahrens und Interview kommt heute Guttenbergs vierter Aufschlag: Sein Buch landet im Handel. Doch der Mann kann uns gestohlen bleiben.

    Handelsblatt 29.11.2011

    Oliver Stock, der Chef-Redakteur von Handelsblatt-Online.

    Mehrmals in diesem Thread wurde darauf hingewiesen, dass Guttenberg abtreten musste, weil ihn die Lobbyisten der Rüstungsindustrie für blöd hielten. Er labert großspurig, aber versteht im Grund nichts.

    Wer kann in die Zukunft blicken? Ich! Habe dem Artikel ein paar Bilder hinzugefügt, die Guttenbergs zukünftiges Aussehen veranschaulichen.

  139. LeserIn Says:

    Anti-Guttenberg jetzt auch in der Financial Times Deutschland 29.11.11

    „Vorerst gescheitert“ heißt das Buch, mit dem Karl-Theodor zu Guttenberg seine Rückkehr in die Politik vorbereiten wollte. Doch schon zum heutigen Erscheinungstag klingt der Titel seltsam veraltet. „Schon wieder gescheitert“ wäre wohl passender.

    Guttenberg wird von den Kapitalisten allgemein als GröSchwaZ empfunden.

  140. bloegi Says:

    Guttenberg ist treu. Er hat immer denselben Abschreiber beschäftigt.

    Guttenberg hat die Plagiate in seiner Doktorarbeit mit „Überforderung“ entschuldigt. Nun zeigt sich, dass er bereits 2004 bei einem Aufsatz ähnlich agierte. […]

    Es geht um den 33-seitigen Guttenberg-Aufsatz „Die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU – eine ‚Privilegierte Partnerschaft‘“.

    Unter anderem mit diesem Aufsatz, der in einer Schriftenreihe der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung erschien, positionierte sich Guttenberg als Außenpolitiker in der Union. Auszüge aus dem Aufsatz erschienen damals auch in der „Welt“.

    Weil es sich nicht um einen wissenschaftlichen Artikel handelt, gibt es fast keine Fußnoten. Doch die lose Zusammensetzung von teilweise wörtlichen Übernahmen fremder Textbausteine zeigt jene fragwürdige Systematik, die den Doktortitel dem Oberfranken erst einbrachte und ihn dann kostete.

    WELT 3.12.2011

    Guttenberg zetert

    Der Text hatte niemals den Anspruch, eine eigenständige wissenschaftliche Leistung oder besonders innovativ zu sein, sondern diente der konzeptionellen Einbettung der politischen Idee der „privilegierten Partnerschaft“.

    Der „Guttenberg-Aufsatz“ ist gedruckt erschienen. Da hätte Guttenberg dazuschreiben müssen, woher er seine angeblichen Weisheiten hat.

    Sobald er selbst schreibt, schreibt er Mist. Falsch: „Der Text hatte niemals den Anspruch“. Richtig wäre gewesen: „Ich hatte niemals den Anspruch“.

  141. Seppl D. Says:

    Hi,

    Frhr. von und zu Guttenberg als was – als GröSchwaZ? Naja, meinetwegen, wenns weder zum Dr.jus. noch zum GröSchwanZ gereicht hat bei diesem Fake von einem Mann;-) – also doch nur GröSchwaZ

  142. LeserIn Says:

    Diesmal ruiniert die Staatsanwalt Hof das ‚Hohe Ansehen der Justiz‘

    Bei ihren Ermittlungen gegen Karl-Theodor zu Guttenberg ging die Staatsanwaltschaft Hof nicht davon aus, dass der ehemalige Verteidigungsminister das Urheberrecht absichtlich verletzt hat. Seine Erklärung, er habe bei der Doktorarbeit die Übersicht verloren und wissenschaftliche Quellen nur noch sporadisch studiert, sei „nachvollziehbar und jedenfalls nicht zu widerlegen“ … Die Ermittler sprechen von einem „dolus eventualis“, einem Eventualvorsatz. … Die Universität Bayreuth hatte Guttenberg den Doktortitel wieder aberkannt. Die Fachleute hatten in ihrem Abschlussbericht erklärt, es seien nicht nur wissenschaftliche Standards „evident grob verletzt“ worden, sondern der Freiherr habe „hierbei vorsätzlich getäuscht“.

    SPIEGEL 04.12.11

    Wenn Guttenberg an einigen wenigen Stellen die Zitate ‚vergessen‘ hätte, wäre sein Gerede von „Übersicht verloren“ halbwegs glaubwürdig. Da er aber ca. 70% seiner „Doktorarbeit“ geklaut hat, hat er mit „dolus directus“ und zwar 1.Grades gehandelt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vorsatz_%28Deutschland%29

  143. bloegi Says:

    Foto:
    Der Freiherr als Hahn im Korb inmitten charmanter Soldatinnen

    Wer will freiwillig zur Bundeswehr?

  144. LeserIn Says:

    EU-Kommissarin schürt Hass auf europäische Institutionen

    Guttenbergen ist inzwischen ein beliebtes Wort für das unzulässige Kopieren von Daten im Netz. Doch Guttenberg soll die EU in Sachen Internetfreiheit beraten.

    „Ich habe Karl-Theodor vor dem Sommer gebeten, mir zu helfen“, sagte die EU-Kommissarin Neelie Kroes am Montag in Brüssel.

    FOCUS 12.12.11

  145. bloegi Says:

    Zum Totlachen:

    Guttenberg hat von Arndt Peter Koeppen abgeguttenbergt, als Koeppen noch Staatssekretär in Erfurt war:
    http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/index.php?search=Koeppen&fulltext=0
    Das ist so, als hätte ich für eine physikalisch-mathematische Publikation aus der Bild-Zeitung abgeschrieben. Ich habe Koeppen mehrfach miterlebt und bezweifle, dass er jemals etwas nennenswert Geistreiches von sich gegeben hat. Zudem: Als Staatssekretär schreibt man seine Reden und Aufsätze nicht selbst und nennt die wirklichen Autoren niemals.

  146. LeserIn Says:

    Willy Brandt – ein Vorbild für Silvio Berlusconi:

    Die Universität Bonn will der FDP-Politikerin Mathiopoulos den Doktorgrad entziehen.

    Die in den 1980er Jahren vorgelegte Arbeit von (Margarita) Mathiopoulos war bereits 1989 in die Kritik geraten. Eine stichprobenartige Überprüfung hatte in den 90er-Jahren nach Angaben der Universität zwar handwerkliche Mängel offenbart, aber keine Verfehlungen, die zur Aberkennung des Doktortitels geführt hätten. Mathiopoulos war später Honorarprofessorin an mehreren deutschen Universitäten.

    Die neue Überprüfung war durch Vorwürfe der Internetplattform VroniPlag ins Rollen gekommen. Danach soll die Arbeit zahlreiche wörtliche Übernahmen „ohne die wissenschaftlich gebotene Kennzeichnung fremden Gedankenguts“ enthalten (ungefähr auf jeder zweiten Seite)

    Mathiopoulos war 1987 bundesweit bekannt geworden, als der damalige SPD-Vorsitzende Willy Brandt die seinerzeit parteilose Politikwissenschaftlerin zur SPD-Sprecherin machen wollte. Nach heftiger innerparteilicher Kritik an der Nominierung von Mathiopoulos trat Brandt vom SPD-Vorsitz zurück.

    FOCUS 19.12.2011

    Margarita war damals gerade 31.

    Willy Brandt wurde Bundeskanzler, als er als West-Berliner Oberbürgermeister nicht mehr zu halten war. Wegen der Pension Clausewitz und weil er aus guten Gründen nur noch „Wein-Brandt“ genannt wurde.

    Mehr über die Pension Clausewitz
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46169567.html
    Ist erstaunlich aktuell:

    Wussow (Inhaber der Pension) eilte zur Berliner Senatsverwaltung für Sicherheit und Ordnung (Chef: Albertz) und mahnte: „Laßt den Unfug sein, oder ihr könnt etwas erleben. Schließlich habe ich euren Chef schon in Unterhosen gesehen.“

    Albertz war eigentlich protestantischer Pastor.

  147. yestman Says:

    LeserIn

    Wurde er nicht Weinbrandt-Willy genannt?

  148. LeserIn Says:

    Der sächsische Kultusminister Roland Wöller (CDU) darf ’seinen‘ Doktortitel behalten, aber Doktorvater Ulrich Kluge nennt ihn „Scharlatan“.

    …Als jedoch der Verdacht aufkam, Wöller habe bei einem Studenten abgeschrieben, und die Technischen Universität (TU) Dresden ihre erste Überprüfung startete, sah sich auch Wirtschaftshistoriker Kluge die Arbeit Wöllers erneut an und verglich sie mit der des Studenten. So kam er 2007 zu dem Ergebnis, Wöller habe gegen die wissenschaftliche Redlichkeit verstoßen, sagte Kluge der „Zeit“. Die Uni rügte Wöller zwar, befand jedoch: „Weder ein Plagiat, noch eine Urheberrechtsverletzung, noch Täuschungsabsicht“ liege vor.

    Für den Doktorvater liegt der Fall ganz anders: Wöller sei ein „Scharlatan“, der „den Boden unter den Füßen verloren“ habe, sagte Kluge der Wochenzeitung (ZEIT). Er „gräme“ sich und habe Wöller, damals erst Abgeordneter im sächsischen Landtag, dann ab September Sachsens Umweltminister, bereits 2007 in einer Mail mitgeteilt: „Ich schäme mich für Sie.“ Auf diese E-Mail habe Wöller „frech“ geantwortet.

    SPIEGEL 11.01.12

  149. LeserIn Says:

    Schöner Text im Pester Lloyd 12.01.12 über Ungarns Wulff:

    Als die Zeitschrift HVG am Mittwoch den Nachweis erbrachte, dass der ungarische Staatspräsident Pal Schmitt seine 1992 eingereichte Doktorarbeit in großen Teilen abgeschrieben hat, wunderte sich das Volk gar wenig. Alsbald machte der Spruch die Runde: „Schon gehört, Schmitt soll nicht nur seine Doktorarbeit sondern auch sein Amt plagiiert haben…“. Denn von den 319 Gesetzen, die ihm das Parlament in seiner Amtszeit vorlegte, unterschrieb er 319, ohne Anmerkungen, ohne verfassungsrechtliche Prüfungen. Wir ernannten ihn schon bei seiner Amtseinführung zu Orbáns Stempelkissen, was uns böse Briefe einbrachte. Deren Beantwortung dürfte sich nun erledigt haben. Schmitt ist ein lupenreiner Karrierist, dessen Eitelkeit nur noch von seiner Einfalt überstrahlt wird.

    Wie zu hören ist, hat Schmitt einen Großteil seiner Doktorarbeit, rund 180 von 250 Seiten aus dem Werk des bulgarischen Sportwissenschaftlers Nikolaj Georgijew abgeschrieben, dessen Original man noch immer in Lausanne besichtigen kann. Der Wochenmagazin HVG liegen die Beweise vor, trotzdem dementiert das Präsidialamt natürlich. Was sind schon Beweise gegen das Amt und die Vorsehung?! Stellen wir also fest, dass Ungarn einen ebenso aufrichtigen und geradlinigen Präsidenten hat wie Deutschland, einen Guttenberg und Wulff in einer Person, dem Land bleibt offenbar gar nichts erspart.

  150. LeserIn Says:

    Kurz nach Guttenbergs Rücktritt stand fest: Guttenberg wird Berater der EU-Kommission

    Das Comeback von Karl-Theodor zu Guttenberg als „Botschafter für die Freiheit im Internet“ kam offenbar bereits kurz nach seinem unrühmlichen Abgang als deutscher Verteidigungsminister aufgrund seiner Plagiatsaffäre zustande. Dies belegen interne Dokumente der EU-Kommission, die Telepolis vorliegen. Demnach kontaktierte ihn ein Mitarbeiter der Kommissionsvizepräsidentin Neelie Kroes bereits am 20. April 2011 und signalisierte den Gesprächsbedarf seiner Chefin.

    Telepolis 18.01.12

    Telepolis bietet den Download der möglicherweise rechtswidrig erlangten Dokumente an.

    Wenn dahinter mal nur keine Frauen-Freundschaft steckt!

    Mutmaßlicher Gesprächsablauf:

    Rüstungslobby zu Angela Merkel:
    „Wir wollen den blöden Kerl nicht mehr!“

    Angela Merkel still zu sich:
    „Wie werd ich den Guttenberg los? Von sich aus tritt der nicht zurück.“

    Nach einer Pause Angela Merkel still zu sich:
    „Ich habs! Ich telefonier mal mit Neelie.“

    Angela Merkel ruft Neelie Kroes an:
    „Ich kann den Guttenberg nicht mehr gebrauchen. Bitte versprich ihm einen Job in der EU-Kommission, falls er hier abtritt.“

  151. LeserIn Says:

    Hedonistische Internationale spendet Torte für K.T. vuz Guttenberg

    Ein Café im Berliner Stadtteil Friedrichshain, am Donnerstagabend gegen acht Uhr. Seit bald zweieinhalb Stunden unterhält sich Karl-Theodor zu Guttenberg, der ehemalige Verteidigungsminister und neue Berater der EU-Kommission in Sachen Internet-Freiheit, mit Stephan Urbach, Aktivist der Internet-Truppe Telecomix, Mitglied und Mitarbeiter der Piratenpartei. Erst haben sie Kaffee getrunken, dann sind sie zum Bier übergegangen.

    Jetzt wissen wir wenigstens, warum Guttenberg immer dicker wird.

    Eine Handvoll Leute stürmen das Café, so erzählt es Stephan Urbach später, bewaffnet mit einer Sahnetorte. Einer von ihnen trägt eine Anonymous-Maske, ein anderer filmt. Ohne große Worte landet die Torte im Gesicht von Guttenberg, dann verschwinden die Anhänger der Spaßtruppe „Hedonistische Internationale“ auch schon wieder.

    SPIEGEL 02.02.12

    Die wahren Geschädigten sind die Inhaber des Cafes. Denn Guttenberg hatte von da an genug Torte, musste keine mehr bestellen.

    • bloegi Says:

      Strafrechtlich ist die Tat der Hedonistischen Internationalen als tätliche Beleidigung (§ 185 StGB) und als Sachbeschädigung (§ 303 StGB) zu bewerten.

  152. LeserIn Says:

    Als Unternehmer hat Carsten Maschmeyer in vielerlei Hinsicht Erfolg, sein Studium brach er jedoch früh ab. Und doch kam er zu einem Doktortitel. …
    (Foto)
    Prominenz bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde (v.l.): Gerhard Schröder, Christian Wulff, Dekan Prof. Dr. Martin Schreiner, Uni-Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich, Dr. h.c. Carsten Maschmeyer

    Es ist dieser Titel, der beim Blick auf Maschmeyers Biografie überrascht. Denn der niedersächsische Unternehmer mag in vielerlei Hinsicht Erfolg gehabt haben – von wissenschaftlichen Meriten ist nichts bekannt. Seine universitäre Laufbahn besteht aus einem Medizinstudium, das er nach einigen Semestern abbrechen musste, nach eigenem Bekunden wegen zu vieler Fehlzeiten.

    Am 14. August 2009 – an seinem 50. Geburtstag – ernannte ihn die Universität Hildesheim zum Ehrendoktor. Die Laudatio hielt der damalige niedersächsische Ministerpräsident und Maschmeyer-Freund Christian Wulff.

    Offizielle Begründung der Uni: Maschmeyer erhalte den Titel als Anerkennung seiner „ausgezeichneten Verdienste um die Förderung der Wissenschaften“. Diese Förderung war unter anderem finanzieller Natur. Im April 2008 spendete der Unternehmer dem Fachbereich I eine halbe Million Euro …

    WELT 20.03.12

    Dabei ein Foto, das die herzlichen Beziehungen zwischen Maschmeyer und dem Bundespräsidenten Gauck demonstriert.

    Sich mit Carsten Maschmeyer fotografieren zu lassen, ist längst nicht mehr unproblematisch: Internetuser beschimpften Joachim Gauck (M.) nach seiner Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten aufgrund dieses Bildes von der Publishers Night 2010, weil sie durch ein freiwilliges Ablichten mit Maschmeyer und dessen Lebensgefährtin Veronika Ferres plötzlich Korruptionspotenzial sahen.

    und zynische LeserInnen-Kommentare, z.B. von „Vendetta“

    Vielleicht gibts bald im Aldi Dr-titel zu kaufen, ich würde zuschlagen!

  153. LeserIn Says:

    Zubehör der Karriere. In Ungarn nicht anders als in Deutschland:

    Der ungarische Staatspräsident Pal Schmitt hat große Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben. Zu diesem Schluss kommt eine Kommission der Budapester Semmelweis-Universität, die die Plagiatsvorwürfe untersucht hat. … Die Wochenzeitung „HVG“ hatte im Januar erstmals Plagiatsvorwürfe erhoben: Schmitt habe auf 180 von 250 Seiten aus einem Werk des bulgarischen Sportwissenschaftlers Nikolaj Georgijew abgeschrieben. Der Sportwissenschaftler schrieb seine Studie auf Französisch, Schmitt habe Wort für Wort übersetzt und übernommen. Gleiches gilt für ein Werk des Hamburger Soziologen Klaus Heinemann: Auf 17 Seiten lasse sich völlige Textgleichheit nachweisen, stellte die Kommission fest. … Damals wies der Staatspräsident die Vorwürfe zurück: Schmitts Arbeit sei von „Geschichtsprofessoren begutachtet und mit (der Höchstnote) ’summa cum laude‘ bewertet“ worden … Allerdings sei er (Schmitt) dafür nicht selbst verantwortlich: Denn die Hochschule habe den Doktoranden damals nicht rechtzeitig auf Mängel aufmerksam gemacht. … Der Präsident gilt als Vertrauensmann des rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Kritiker des Präsidenten vermuten, dass Schmitt reingewaschen werden soll. Sie dürften sich in ihrer Vermutung bestätigt fühlen, jetzt, wo die Kommission die Verantwortung vom ehemaligen Doktoranden Schmitt auf die Betreuer und die Uni abwälzt.

    SPIEGEL 23.03.12

    Im selben Spiegel-Artikel:

    Veronica Saß, Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, klagt ebenfalls gegen den Entzug des Doktortitels. Ihr Bruder Dominic Stoiber, CSU-Lokalpolitiker und Sohn des vormaligen Regierungschefs, steht inzwischen auch unter Plagiatsverdacht. Derzeit untersucht die Universität Innsbruck seine Doktorarbeit.

  154. LeserIn Says:

    Lustige ‚Schmähkritik‘ am ungarischen Staatspräsidenten Pal Schmitt: „Paprika-Jancsi“, „nationaler Kugelschreiber“

    Des Plagiats überführt, den Doktortitel aberkannt – doch einen Schmitt kann so etwas nicht erschüttern. Pál Schmitt, ungarischer Staatspräsident, ist am Freitag nicht von seinem Amt zurückgetreten. … wichtige Fragen entscheidet der rechts-populistische Ministerpräsident Viktor Orbán, zugleich auch Fidesz-Chef, stets allein. Schmitt, ein ehemaliger Olympia-Fechter und schon im Kommunismus ein hochrangiger Sportfunktionär, war stets seine Kreatur. In das höchste Staatsamt hievte ihn Orbán im Sommer 2010, schon damals gegen Widerstände aus den eigenen Reihen. Der Fidesz-Mitgründer und Parlamentspräsident László Kövér soll Schmitt damals als einen „Paprika-Jancsi“ – die ungarische Spielart des Wiener Kasperls – bezeichnet haben.

    In den 20 Monaten seiner Amtszeit erwies sich der Bewohner des Budaer Sándor-Palais als Orbáns williger Erfüllungsgehilfe. Ohne Wimpernzucken signierte er jedes Gesetz, das man ihm per Expressboten aus dem Parlament auf die Burg hochschickte, was ihm die Spottbezeichnung „nationaler Kugelschreiber“ einbrachte.

    DER STANDARD 30.03.12

    Lächerlichkeit tötet. Jetzt ist Schmitt doch rausgeflogen

    Er kämpfte bis zum Schluss um das höchste Staatsamt. Doch dann ließ die sonst so gefügige Fraktion der rechten Regierungspartei Fidesz (Bund Junger Demokraten) den ungarischen Präsidenten Pal Schmitt fallen. Selbst sein Förderer, der sonst allmächtig scheinende rechtskonservative Ministerpräsident Viktor Orban, machte ihm achselzuckend klar, dass er nichts mehr für ihn tun könne. So reichte Schmitt gestern schließlich den Rücktritt ein …

    Hamburger Abendblatt 03.04.12

    Schmitt ist eine Kombination aus Freiherr v.u.z.Guttenberg und Christian Wulff. All in one.

  155. LeserIn Says:

    Guttenberg hat der Uni Bayreuth dem Vernehmen nach mehrere hunderttausend Euro gespendet. Er hätte einen Dr.-Titel schon um 39 Euro haben können.

    Völlig Legal!
    Ich verkaufe Doktortitel für 39 Euro
    In sechs Wochen habe ich schon 280 000 Euro kassiert!

    Der gelernte Industriemechaniker betreibt das Geschäft mit den Gaga-Titeln aus seinem 2,5-Zimmer-Appartement in Lübeck. Dort stapeln sich Briefumschläge mit den Doktorurkunden – alle fertig zum Versand. Außerdem bei van Hoogen im Angebot: Mondgrundstücke, Sternschnuppen, Adelstitel, Versicherungen gegen den Weltuntergang. Die Idee zum Geschäft mit den Doktortiteln hatte der Single bei einer USA-Reise. Van Hoogen: „Dort kann ein Privatmann ohne große Formalitäten eine Kirche gründen. Die wiederum darf Ehrentitel gegen eine Spende verleihen.“

    Van Hoogen gründete die „Miami Life Development Church“ – eine Briefkastenkirche in Florida. Den Durchbruch schaffte er durch die Zusammenarbeit mit dem Rabatt-Portal Groupon. 14 456 Möchtegern-Wissenschaftler suchten sich bereits unter 65 Fachbereichen, z. B. Feng Shui, Gospelmusik und Metaphysik, ihren Doktortitel aus. Eine Woche später liegt die schmucke Urkunde im Briefkasten.

    *auch der BILD-Reporter kaufte für den Artikel einen Ehrentitel

    BILD 18.03.12

  156. LeserIn Says:

    Nach Plagiatsvorwürfen entzieht die Universität Bonn der FDP-Politikerin und Politikprofessorin Margarita Mathiopoulos den Doktortitel. … Laut Uni Bonn fanden sich in der Arbeit über 320 Stellen, in denen die Originalquelle systematisch nicht ordnungsgemäß zitiert wurde.

    rp-online 18.04.12

    Siegfried Haller muss seinen Doktortitel zurückgeben. Wie die Universität Halle am Mittwoch bekannt gab, wurden die Plagiatsvorwürfe gegen den Leipziger Jugendamtsleiter bestätigt. Haller habe in seiner Dissertation „grob gegen die Regeln und Standards wissenschaftlichen Arbeitens verstoßen“, sagte der Dekan der philosophischen Fakultät I, Burkhard Schnepel. Die 2003 erlangte Doktorwürde werde ihm deshalb entzogen.

    Leipziger Volkszeitung 18.04.12

    In den Zeitungen steht jetzt mehr über Doktortitel als über Kinderpornos drin.

  157. LeserIn Says:

    Ein besonders Schlauer will seinen politischen Posten mit Chuzpe retten:

    Florian Graf, Fraktionschef der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, hat die Entziehung seines Doktortitels beantragt. … Grund für die Flucht nach vorne ist offenbar ein Schreiben der Universität an Graf, das ihn in dieser Woche erreichte. Darin konfrontiert ihn die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät mit einem „Plagiatsverdacht“. … Der Berliner CDU-Vorsitzende und Innensenator Frank Henkel bekundete Florian Graf am Freitagabend für seinen schnellen Schritt „seinen vollen Respekt“. Henkel: „ Florian Graf ist ein ausgezeichneter Fraktionsvorsitzender und damit ist für mich die Debatte beendet.“

    Tagesspiegel 27.04.12

  158. LeserIn Says:

    Damit das Interesse nicht verlischt, ein ganz dicker Plagiatsfisch:
    Frau Professor Dr. Annette Schavan:

    http://schavanplag.wordpress.com/

    Bekannt ist bislang nur: Ein wordpress-Blog namens schavanplag wurde Anfang April angemeldet. Am Mittwoch, den 2. Mai, ließen der oder die Macher ihre mutmaßliche Bombe platzen: Per E-Mail und Fax erging der anonyme Hinweis an mehrere Redaktionen, sich die Seite schavanplag doch einmal anzuschauen. Ein „Robert Schmidt“ schrieb, er habe auf über 50 Seiten in Schavans Doktorarbeit Stellen gefunden, die er „als Plagiate einstufe“.

    Vom Vorwurf wurde die Ministerin am Mittwoch offenbar kalt erwischt. …

    In ihrem ersten, schnellen Statement hatte Schavan noch versichert, sie gebe gerne jedem Rechenschaft über die Quellen. Aber schon im nächsten Satz schränkte sie ein: „Mit anonymen Vorwürfen kann man schwerlich umgehen.“

    Schavan ist nicht irgendeine Ministerin. Als deutsche Wissenschaftsministerin ist sie vielmehr Herrin über die Redlichkeit im deutschen Wissenschaftsbetrieb.

    Im Februar und März 2011 allerdings, auf dem Höhepunkt des Guttenberg-Plagiatsskandals, brauchte es einen mehrtätigen öffentlichen Proteststurm von bis zu 20.000 Doktoranden, bis Schavan sich zu Kritik am Kabinettskollegen aufraffen konnte.

    SPIEGEL 03.05.12

    Jetzt fehlt noch Dr. Angela Merkel.

  159. LeserIn Says:

    Yahoo-CEO Scott Thompson hat wahrheitswidrig behauptet, er habe einen „Bachelor“ in Informatik. Dabei ist „Bachelor“ der niedrigste akademische Titel überhaupt.

    Yahoo ging mit einem falschen Lebenslauf seines neuen Chefs Scott Thompson hausieren – unter anderem bei der Börsenaufsicht.
    ….
    Scott Thompson soll das Vertrauen in Yahoo wiederherstellen: Viele Anzeigenkunden arbeiten derzeit lieber mit Facebook und Google zusammen.

    Ans Licht gebracht hatte die falsche Angabe Großaktionär Daniel Loeb. In einem offenen Brief warf er Yahoo einen Verstoß gegen den Ethikcode des Unternehmens vor …

    Als zusätzliche Demütigung für die Yahoo-Chefetage darf man es wohl auffassen, dass er (Loeb) in seinem Brief anmerkt, den Fehler könne man durch „eine rudimentäre Google-Suche“ herausfinden …

    SZ 04.05.12

  160. LeserIn Says:

    Die tötlichste Giftschlange für CDU/CSU, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, schreibt gegen Schavan:

    Plagiatsvorwürfe
    Annette Schavan gerät zunehmend unter Druck

    Auch Rechtswissenschaftler fordern gründliche Untersuchung der Doktorarbeit. Der Münchner Jura-Professor Volker Rieble geht davon aus, dass die Ministerin ihren Doktortitel verlieren könnte. „Wenn die Textstellen auf schavanplag korrekt wiedergegeben wurden, dann reicht das nach der geltenden Rechtssprechung für einen Promotionsentzug“, sagte Rieble der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.). Es hätten „schon Leute für weniger ihren Doktortitel verloren“. Qualitativ seien in Schavans Arbeit alle möglichen Arten von Plagiaten zu finden. „Das ist kein Zufall und auch kein Irrtum“, so Rieble, „sondern Absicht“.

    FAZ 05.05.12

    Was irgendwelche Typen von SPD und Grünen dazu meinen, ist dagegen ziemlich unwichtig.

  161. LeserIn Says:

    Die FAZ hat den rumänischen Ministerpräsidenten, einen Sozi, entlarvt.

    Der rumänische Ministerpräsident Victor Ponta steht unter dem Verdacht, weite Teile seiner 2003 an der Universität Bukarest eingereichten und ein Jahr später publizierten rechtswissenschaftlichen Dissertation abgeschrieben zu haben. Nach Karl-Theodor zu Guttenberg, der im März vorigen Jahres als deutscher Verteidigungsminister ausschied, und Pál Schmitt, der im April als ungarischer Präsident zurücktrat, ist Ponta der dritte ranghohe Politiker in der EU, der von einer Plagiatsaffaire erfasst wird.

    Ein Vergleich der Texte, die der F.A.Z. im Faksimile vorliegen, ergibt, dass ganze Abschnitte von Pontas Dissertation über den Internationalen Strafgerichtshof („Curtea Penal Internaional, 2003, Tez de doctorat) aus unterschiedlichen Quellen nahezu wortwörtlich übernommen wurden. Die Plagiate erstrecken sich über etwa 130 von rund 300 Seiten

    Betreut wurde die „eigenständige wissenschaftliche Arbeit“ Victor Pontas von keinem Geringeren als dem damaligen Ministerpräsidenten. Es war Adrian Nastase, Professor an der rechtswissenschaftlichen Fakultät, der zur Zeit unter der Anklage der Korruption vor Gericht steht. Der 1972 geborene Ponta, der von 1995 bis 2001 als Staatsanwalt tätig war, war 2002 der sozialdemokratischen PSD beigetreten.

    FAZ 18.06.12

    Als Staatsanwalt ist Ponta natürlich ans Lügen gewöhnt.

  162. bloegi Says:

    Das Einzige, was man in Universitäten ordentlich lernt, ist das Bluffen. Die Qualität eines Wissenschaftlers wird an der Anzahl seiner Veröffentlichungen gemessen, auch wenn er nur Mist publiziert hat. Jetzt ist ein solcher Pfau aber doch aufgeflogen:

    Ulrich Lichtenthaler ist ein BWL-Star. Der 33 Jahre alte Professor hat schon in jungen Jahren so viel publiziert wie kaum ein anderer in seinem Fach. Möglicherweise zuviel. Nun prüft die Uni Mannheim, ob Lichtenthaler wortgleiche Texte an verschiedenen Stellen publiziert hat, ohne das anzugeben. Ein sogenanntes „Auto-Plagiat“.

    dradio 20.7.2012

    Härter im Handelsblatt vom 19.7.2012:

    Einer der erfolgreichsten deutschen Betriebswirte muss sich unangenehmen Fragen stellen: Der Mannheimer Professor Ulrich Lichtenthaler ist in den Verdacht geraten, seine Publikationsliste mit unlauteren Mitteln aufgebläht zu haben. Einige Arbeiten enthalten offenbar zudem schwere inhaltliche Fehler und Ungereimtheiten. Fachzeitschriften haben seit Anfang Juni drei Arbeiten widerrufen. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagte ein Wissenschaftler, der mit dem Vorgang vertraut ist.
    […]
    Jetzt stellt eine Gruppe von rund 20 Wissenschaftlern die Güte seiner Forschung grundlegend infrage. Nach Handelsblatt-Recherchen haben sie in den vergangenen sechs Monaten mehr als 50 seiner zahlreichen Arbeiten auf den Prüfstand gestellt. „In einer großen Anzahl von Papieren gibt es Ungereimtheiten“, sagte ein Beteiligter. In den nächsten Wochen sei mit einer Reihe weiterer Widerrufe zu rechnen.

    Ins Rollen kam die Untersuchung, weil Forscher den Verdacht hatten, Lichtenthaler veröffentliche identische Studie ohne Querverweise mehrfach, was gegen wissenschaftliche Ethikstandards verstößt.

  163. Schlotter der Lügner « bloegi Says:

    […] Summa cum laude wäre dem Schlotter sicher gewesen. Denn diese Doktorarbeit hat Schlotter zu 80% abgeschrieben (von Franosch), ohne den Autor des Originals zu nennen. Schlotter hat einfach die E-Mail-Liste von Franoschs gescheitertem Beweisantrag abgekupfert. Das Bisschen, was Schlotter selbst dazugetan hat, ist falsch, sogar völlig daneben. Zum Beispiel: […]

  164. LeserIn Says:

    Nina Haferkamp ist 28, hat kleine Augen, hellblond gefärbte Haare und grinst kokett. Haferkamp war Deutschlands jüngste Professorin – ein aufstrebendes Talent. Haferkamp hat ihre Doktorarbeit aus der Wikipedia abkopiert. Sie galt seitdem als versierte Internet-Spezialistin.

    Nina Haferkamp, Juniorprofessurin für Emerging Communications and Media am Institut für Kommunikationswissenschaft (IfK) der TU Dresden, verlässt das Institut. In einer Mitteilung auf der Seite des Instituts vom 14.9.2012 werden gesundheitliche Gründe anführt. Haferkamp legt ihre Professur zum 30.9.2012 nieder.

    Einen Zusammenhang mit den bislang unbewiesenen Plagiatsvorwürfen, die im Sommer u.a. von “BILD Dresden” (“Plagiat-Vorwurf an der TU“) und der “DNN” (“Plagiatsvorwurf gegen Professorin der TU Dresden – Prüfung läuft” …

    http://www.flurfunk-dresden.de/2012/09/14/juniorprofessorin-nina-haferkamp-verlasst-institut-fur-kommunikationswissenschaft-der-tu-dresden/

    Die Plagiatsvorwürfe sind aber nicht unbewiesen.

    Sozialpsychologische Aspekte im Web 2.0 heißt die Arbeit, eingereicht im Jahr 2009 an der Uni zu Duisburg-Essen. Es geht um Soziale Netzwerke, vor allem um StudiVZ. Es ist eine Studie über Selbstdarstellung, über Selbstdarstellung im Internet. Darüber, wie sehr das Web das Leben der meisten Menschen verändert hat. … »Die Facebook-Professorin«, so nannte eine Zeitung Nina Haferkamp damals. In den Berichten konnte man lesen, wie anders und besonders »Sachsens jüngste Professorin« sei: Haferkamp »postet witzige Bilder«, in Seminaren gehe es um »Internet, Chat, Sex und Dates«.

    Also muss man Haferkamps Jäger treffen, er heißt Stefan Weber und wohnt in Dresdens bester Lage, am Rande des Viertels Loschwitz … Am 7. Juli 2012 stellte Weber erste Belege in seinen Blog: »Exzellenz an der TU Dresden: Juniorprofessorin schrieb in ihrer Dissertation auch üppig aus der Wikipedia ab.« Im Anhang eine PDF-Datei, mit für die Autorin peinlichen Belegen. Teils wortgetreu, teils leicht verschleiert hat sie demnach aus Onlinequellen und Büchern ganze Passagen übernommen – unzitiert. … »Das Geschäft mit den Bezahlgutachten«, sagt Weber, »läuft seit Längerem exzellent.« 2005, als ein deutscher Theologe die Hälfte seiner Doktorarbeit aus Webers eigener Dissertation zusammengeklaubt hatte, fing der Österreicher an, aus dem Plagiatsjagen eine Leidenschaft zu machen. »Und seit 2011, seit Guttenberg, kann ich richtig davon leben.« … Was kostet Ihre Dienstleistung, Herr Weber? »Für 3000 Euro setze ich mich schon mal ein, zwei Wochen in die Bibliothek …

    ZEIT 27.09.12

    Stefan Webers Geschäftsidee ist faszinierend. Genau das Richtige für einen Theologen.

  165. LeserIn Says:

    Jetzt auch Theologin Annette Schavan auf dem Highway to Hell

    „Die Unterstellung einer Täuschungsabsicht weise ich entschieden zurück“, sagte die CDU-Politikerin am Sonntag.

    Die 57-Jährige reagierte damit auf einen SPIEGEL-Bericht, in dem ein Gutachten der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität zitiert wird, die seit Monaten Schavans Doktorarbeit auf Plagiatsvorwürfe untersucht. Stefan Rohrbacher, Professor für Jüdische Studien, wirft der Ministerin in seiner 75-seitigen Analyse nach SPIEGEL-Informationen Täuschung vor. Im letzten Satz des Gutachtens heißt es: „Eine leitende Täuschungsabsicht ist nicht nur angesichts der allgemeinen Muster des Gesamtbildes, sondern auch aufgrund der spezifischen Merkmale einer signifikanten Mehrzahl von Befundstellen zu konstatieren.“ Rohrbacher beanstandet insgesamt 60 Textstellen auf der 351-seitigen Doktorarbeit „Person und Gewissen“.

    Schavans Parteifreunde blieben am Sonntag auffällig still.

    Schavan kämpft jetzt um ihren einzigen Abschluss. Sie promovierte, ohne vorher ein Diplom oder einen Magister zu machen.

    SPIEGEL 14.10.02

    Witzigerweise heißt Schavans ‚Doktorarbeit‘ auch noch „Person und GEWISSEN“. Vielleicht hat Schavan zu Gott gebetet, damit der ihre Schummeleien gnädig verbirgt.

    Die Theologen sind die Prototypen der Juristen. v.u.z.Guttenberg hat es noch hemmungsloser getrieben als Schavan. Beide Berufsgruppen sind im Wesentlichen Schauspieler. Die Schauspieler verdienen ‚ihr‘ Geld, indem sie der Bevölkerung Untertanen Illusionen vorgaukeln, damit die Untertanen nicht aufmucken. Diese Schauspieler sind von Berufs wegen HeuchlerInnen.

    Schavans politisches Todesurteil steht einmal mehr in der FAZ 14.10.02

    Ein Gutachter der Universität Düsseldorf hat Bildungsministerin Schavan eine „leitende Täuschungsabsicht“ beim Verfassen ihrer Dissertation vorgeworfen. Schavan wies die „Unterstellung“ zurück.

    Tödlich sind die Anführungszeichen bei „Unterstellung“. Weiter im FAZ-Artikel:

    So schreibt er (Stefan Rohrbacher) zu Seite 63 der Dissertation, sie setze sich „in ihrem ersten Drittel vollständig aus wörtlich übernommenen oder (ohne erkennbaren sprachlichen oder inhaltlichen Gewinn) abgewandelten Fragmenten“ eines Textes von Niklas Luhmann zusammen, die jedoch nur vereinzelt als solche kenntlich gemacht würden. An anderer Stelle heißt es, der Textausschnitt „erweist sich als Collage von Versatzstücken aus einer Arbeit von Helmut Fend. Als Zitat ausgewiesen sei jedoch nur ein Halbsatz. Die flüchtig angewandte Collage-Technik führe mehrfach zu sprachlichen, sprachlogischen und inhaltlichen Problemen.

    „Flüchtig angewandte Collage-Technik“: Das übersteht Schavan nicht.

    Soziologie-Aktivisten werden sich über Niklas Luhmann und Helmut Fend mokieren: Da Schavan abgeschrieben hat, hätte sie wenigstens von anständigen Autoren abschreiben sollen.

  166. LeserIn Says:

    A nette Schavan klagt sich in die Herzen der Bürgerinnen und Bürger.

    Nach drei Stunden kam Uni-Rektor Michael Piper in den Esther-Betz-Hörsaal, in dem die Pressevertreter warteten. Der Hochschulchef blickte durch seine Brille konzentriert in die Kameras, die rot-weiß-gestreifte Krawatte zurechtgerückt. Und er sagte: nichts. Jedenfalls nichts Erhellendes zu den Beratungen des Ausschusses.

    Denn, so Piper, Schavan habe über ihre Anwälte mitteilen lassen: Ohne die Zustimmung der Ministerin sollten keine Informationen herausgegeben werden. In dem Schreiben der Anwälte heißt es, „dass zu den bisherigen Ergebnissen, der Untersuchung und derer unmittelbarer Konsequenzen ohne die Zustimmung von Frau Professor Schavan keine Information an dieser Stelle weitergegeben werden dürfen“, sagte Piper.

    SPIEGEL 17.10.2012

    Der SPIEGEL zeigt dazu ein Bild von der Frau Professor, auf dem sie richtig eklig aussieht. Die interessanteste Frage, welches Anwaltsbüro die Frau Professor beauftragt hat, beantwortet der SPIEGEL nicht.

    Der SPIEGEL veröffentlicht als Zugabe eine kleine Liste der Schavanschen Untaten:
    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/annette-schavan-fundstellen-aus-der-plagiatsdokumentation-a-861432.html
    Gründlicher aber ist das Original:
    http://schavanplag.wordpress.com/

    Wenn man Schavans „Arbeit“ liest, findet man es egal, ob sie sie abgeschrieben hat, findet es aber um so unverständlicher, dass sie für dieses Geschwafel einen Dr.-Titel bekommen hat.

    Aus Schavans Arbeit:

    7. Heidegger: Gewissen als Ruf des Daseins zu sich selbst

    Ohne mindestens einen Nazi kommt Schavan auch nicht aus. Sonst wäre sie wohl nicht Ministerin geworden.

  167. LeserIn Says:

    Der gegenwärtige Häuptling der CSU, Crazy Horst, hat seinen untergegangenen Konkurrenten, den Freiherrn v.u.z.Guttenberg, als „Glühwürmchen“ bezeichnet. Es begeistert die Journalisten, wie Crazy Horst seine Parteifreunde madig macht:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/das-seehofer-woerterbuch-crazy-horst-und-seine-gluehwuermchen-11992303.html

    In dem FAZ-Artikel ist ein Bild, das Seehofer beim Popeln zeigt.

  168. LeserIn Says:

    Die Universität Düsseldorf, an der die junge Schavan 1980 ihre Dissertation eingereicht hatte, steht davor, den nächsten schmerzlichen Schritt zu tun: ein Verfahren zum Entzug des Doktortitels einzuleiten.

    Im Oktober war ein interner Prüfbericht des Judaistik-Professors Stefan Rohrbacher bekannt geworden, der darin die Ergebnisse dieser Vorprüfung zusammenfasst. Rohrbacher attestiert Schavan dort eine „leitende Täuschungsabsicht“

    Nach Informationen der SZ muss Schavan nun mit der Eröffnung des Verfahrens durch den Fakultätsrat rechnen. Demnach hat sich der Promotionsausschuss trotz einer schriftlichen Stellungnahme Schavans, in der sie die Vorwürfe zurückweist, im wesentlichen hinter die Vorwürfe Rohrbachers gestellt.

    SZ 18.12.12

    Schavan ist im Wissenschaftsbetrieb mehrheitlich beliebt. Die Uni Düsseldorf hätte sie gerne verschont. Doch muss die Uni um ihren Ruf fürchten, wenn sie Schavan den Titel lässt.

    Ein einzelner Blogger, der seine Erkenntnisse im Internet NACHPRÜFBAR veröffentlicht hat,
    http://schavanplag.wordpress.com/
    ist stärker als die Professoren-Gilde.

  169. LeserIn Says:

    Die Hauspostille der CDU hat beschlossen, dass Schavan nicht Ministerin bleiben kann.

    Die F.A.S. berichtet mit Bezug auf Unionskreise, Schavan habe intern bereits die Frage aufgeworfen, ob sie Ministerin bleiben könnte, sollte die Universität ein Verfahren eröffnen.

    FAZ 22.12.12

    F.A.S bedeutet „Frankfurter Allgemeine Zeitung am Sonntag“. Volkstümlicher ist BamS. BILD aber hat schlechtere Beziehungen zu „Unionskreisen“. Die Burda-Konkurrenz kann erst recht nicht mithalten:

    Schavans Sprecher Robin Mishra wies am Samstag Spekulationen über mögliche Rücktrittsüberlegungen der Ministerin zurück. „Da ist nichts dran“, sagte Mishra.

    FOCUS 22.12.12

  170. LeserIn Says:

    Noch ein dicker Politiker mit dickem Hals und dicker Brille, männlich und von der SPD: Jan Eumann.

    NRW-Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann gerät wegen seiner Doktorarbeit in die Kritik. Nach Informationen der WAZ-Mediengruppe überprüft die Technische Universität Dortmund derzeit in einem offiziellen Verfahren, ob der SPD-Politiker bei der Erstellung seiner Doktorarbeit plagiiert hat.

    In einer Beurteilung der Arbeit durch den renommierten Medienwissenschaftler Arnulf Kutsch kommt dieser zum Urteil, Eumann habe vor allem seine eigene Magisterarbeit aus dem Jahr 1991 aufgepeppt, ohne dies im Text der Doktorarbeit deutlich zu machen oder seine eigene Magisterarbeit zu zitieren. … Kutsch bemängelt weiter, Eumann habe eine weitgehend mangelhafte Quellenarbeit betrieben und seine alte Magisterarbeit weder konzeptionell, noch methodische oder inhaltlich-substanziell erweitert.

    Der Doktorvater von Eumann, Horst Pöttker, beantragte wenige Monate nach der Verleihung der akademischen Würden an den Staatssekretär bei der Staatskanzlei NRW die Förderung einer journalistischen Initiative. Diese soll die wissenschaftlichen Vorarbeiten für das wichtigste Projekt von Medienstaatssekretär Eumann erledigen, die Gründung einer neuen Medienstiftung in NRW. Pöttker erhielt dafür mehr als 210.000 Euro.

    WAZ Rechercheblog 08.01.13

    Nun die dicke Politikerin mit dickem Hals und dicker Brille von der CDU: Annette Schavan.

    Wiederholt drangen Details an die Öffentlichkeit, etwa aus einer Analyse des Ausschussvorsitzenden Stefan Rohrbacher, der Schavan mit dem Vorwurf einer „leitenden Täuschungsabsicht“ angeblich schwer belastete.

    Verfahrensfehler muss sich die Düsseldorfer Uni allerdings wohl nicht vorwerfen lassen. Als externer Rechtsgutachter bestätigte der Bonner Wissenschaftsrechtler Klaus Gärditz jüngst der Hochschule, dass bei ihrem Vorgehen im Fall Schavan „rechtlich relevante Verfahrensfehler“ nicht festzustellen seien.

    Am Dienstag nun will der Düsseldorfer Fakultätsrat entscheiden, ob das Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels eröffnet wird ..

    WELT 17.01.13

    Ogottogott! Ein Rechtsgutachten! Das macht Eindruck.

  171. LeserIn Says:

    Die Uni Düsseldorf hat ein Verfahren zum Titelentzug gegen Annette Schavan eingeleitet. Mit 14 zu 1 Stimmen votierte das zuständige Gremium für die Eröffnung des Hauptverfahrens. Der Dekan betonte aber: Es stehe noch nicht fest, ob die CDU-Frau ihren Doktorgrad verliert.

    SPIEGEL 22.01.12

    Es läuft auf eine ‚Ehrenrettung‘ zugunsten der Ministerin hinaus. Ihre ‚Doktorarbeit‘ ist als solche kaum zu halten. Doch ihr wird zugestanden werden, dass sie selbst abgeschrieben hat und nicht hat abschreiben lassen und selbstverständlich ganz ohne Vorsatz.

  172. LeserIn Says:

    Wieder ein aufsehenerregender Rückschlag für den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg: Studenten einer US-Eliteuni (Dartmouth College) sammeln gegen einen Gastvortrag Guttenbergs fleißig Unterschriften. Der verzichtet auf den Vortrag. … Bereits im Herbst hatten Studenten in Yale zu Beginn eines Vortrags von Guttenberg demonstrativ den Saal verlassen.

    n-tv 22.01.13

    Ob Dartmouth College wirklich eine Eliteuni ist, kann debattiert werden. Yale hat zumindest diesen Ruf. Unabhängig davon ist Guttenberg wissenschaftlich eine Null. Überhaupt keine Uni sollte ihn einladen.

  173. LeserIn Says:

    Leserin(Müller-Schmidt)-Meinung zu einem FAZ-Artikel 23.01.12 anlässlich des Annette-Schavan-Skandals:

    … Der Anspruch an eine Promotion ist eine eigenständige, wissenschaftliche Arbeit. … Wissenschaftliche Leistung hat viele Formen: Verfahren, Algorithmen, Beweise, Messungen, Feldstudien etc. Bücher von Anderen Lesen ist keine. Die Bücher Anderer zitieren, ob nun ganz, korrekt, teilweise oder „falsch“, ist auch keine. Das Problem: Promotionen vor allem bei Geisteswissenschaften, aber auch bei Juristen u. Medizinern bestehen nur daraus. Zu einem x-beliebigen Thema wird eine beliebige Menge Literatur gelesen, unter einem bestimmten Aspekt zusammengefasst und fertig ist die Dissertation. …

    Man sollte alle diese geizeswissenschaftlichen ‚Doktorarbeiten‘ in die Papiermülltonne werfen.

  174. LeserIn Says:

    Endlich!

    Die Universität Düsseldorf entzieht Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) den Doktortitel. Der zuständige Fakultätsrat habe in dem Plagiatsverfahren die Promotionsleistung für ungültig erklärt und beschlossen, den vor 33 Jahren erworbenen Doktorgrad zu entziehen, teilte der Ratsvorsitzende, Prof. Bruno Bleckmann, am Dienstag mit.

    Für den Entzug des Doktorgrades hätten zwölf Mitglieder des Rats der Philosophischen Fakultät gestimmt bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Der Rat habe es als erwiesen angesehen, dass Schavan „systematisch und vorsätzlich über ihre Dissertation verteilt“ gedankliche Leistungen vorgegeben habe, die sie nicht selbst erbracht habe.

    WELT 05.02.12

    Eigentlich müsste man auch Schavans Doktor-‚Vätern‘ die Professoren-Titel entziehen.

  175. LeserIn Says:

    SPIEGEL 06.02.13 hat die Erklärung der Heinrich-Heine-Universität über Schavans Doktorarbeit veröffentlicht. Darin:

    Der Fakultätsrat hat sich nach dieser grundsätzlichen Klärung in seinen Beratungen nach gründlicher Prüfung und Diskussion abschließend die Bewertung des Promotionsausschusses zu eigen gemacht, dass in der Dissertation von Frau Schavan in bedeutendem Umfang nicht gekennzeichnete wörtliche Übernahmen fremder Texte zu finden sind. Die Häufung und Konstruktion dieser wörtlichen Übernahmen, auch die Nichterwähnung von Literaturtiteln in Fußnoten oder sogar im Literaturverzeichnis ergeben der Überzeugung des Fakultätsrats nach das Gesamtbild, dass die damalige Doktorandin systematisch und vorsätzlich über die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte. Die Entgegnungen von Frau Schavan konnten dieses Bild nicht entkräften. Daher hat der Fakultätsrat den Tatbestand einer vorsätzlichen Täuschung durch Plagiat festgestellt.

    Überraschend:

    Anschließend hat der Fakultätsrat alle Argumente gründlich gewürdigt, die zugunsten der Betroffenen anzuführen sind. Insbesondere gehören hierzu

    – sowie der Umstand, dass die Betroffene neben ihrer Promotion über keinen anderen Studienabschluss verfügt.

    Normalerweise wird erst nach vollendeter Berufsausbildung promoviert. Es ist bei der Theologin Schavan ähnlich wie beim Juristen Guttenberg, der kein juristisches Staatsexamen bestanden hat, aber – Wunder über Wunder – die Doktor-Prüfung mit höchstem Lob (summa cum laude).

  176. LeserIn Says:

    1955 im nordrhein-westfälischen Jüchen geboren legt Annette Schavan 1974 in Neuss ihr Abitur ab und studiert anschließend Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften in Bonn und Düsseldorf. 1980 schließt sie ihr Studium mit einer Dissertation zum Thema „Person und Gewissen“ ab. Ihre Berufslaufbahn beginnt Schavan als Referentin bei der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk in Bonn, 1991 übernimmt sie dessen Leitung.

    MDR 09.02.13

    Der Papst ist zutiefst betrübt über den Rücktritt seiner treuen Tochter Annette. Dahinter steckt bestimmt die protestantische Ketzerin Merkel aus der Ostzone.

    Bei „Person und Gewissen“ hat Annette Schavan zuerst an den engagierten Katholiken Martin Heidegger gedacht.

  177. Tilman Says:

    Morgen auf Sat1: „Der Minister“.
    http://www.sat1.de/film/der-minister

  178. LeserIn Says:

    Dissertationsskandal an der Uni Zürich.
    Wenn Guttenberg sich vertrauensvoll an Professor Mörgeli gewandt hätte, wäre Guttenberg jetzt Dr.med..

    Alte Schriften übersetzen statt wissenschaftliche Eigenleistung erbringen – auf diesem Weg sollen Doktoranden an der Universität Zürich zu ihrem Titel gekommen sein. Im Mittelpunkt steht ein Professor, der in der Politik eine bedeutende Rolle spielt. … Die „Rundschau“ (Schweizer Fernsehen) … beschreibt ein Beispiel:

    „Diese Dissertation etwa besteht aus hundert Seiten bloßen Abtippens des alten Textes. Selbst verfasst ist die Einleitung von Seite zwei bis neun, ganze sieben Seiten. Dann folgen hundert Seiten, eins zu eins abgeschriebene, medizinische Rapporte aus dem 19. Jahrhundert. Schließlich die abschließende wissenschaftliche Diskussion – ganze zwei Seiten.“

    „Ich ging ins Universitätsbüro von Doktor Mörgeli. Dort überreichte er mir einen alten Text aus dem Archiv seines medizinhistorischen Institutes. Ich musste diesen historischen Text vom alten Deutsch ins neue Deutsch abschreiben. Das war alles. Wissenschaftlich musste ich rein gar nichts leisten.“

    „Ich konnte den Text in alter deutscher Schrift nicht entziffern. Ich suchte lange und fand jemanden, der gegen Bezahlung für mich abschrieb. Selbst verfasst habe ich nur einige Seiten der Zusammenfassung. Das war meine Doktorarbeit.“

    Christoph Mörgeli selbst will nun gerichtlich gegen die Vorwürfe … vorgehen … Mörgeli vermutet eine populistische Kampagne gegen seine Person: Er vertritt die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei als Abgeordneter im Schweizer Nationalrat.

    dradio 02.04.13

  179. LeserIn Says:

    Im NSU-Prozess in München erscheint Andre Eminger im AC-DC-T-Shirt. In der Mitte die Sig-Rune, die nach § 86a StGB strafbar ist.

    Die rechtsstaatlichen Behörden schert das einen Dreck.

    Aus BILD 14.05.13.

    Um auf Guttenberg (siehe ganz oben) zurückzukommen: Selbstverständlich hat der sich bei den Neonazis angebiedert. Als Meisterschüler des Großen 18 wollte Guttenberg Wahlen gewinnen.

  180. caesar1972 Says:

    Leider können die Leser den Schlußgag des obigen Artikels nicht verstehen, da das letzte Bild („Und so wird Guttenberg in ein paar Jahren aussehen“) nicht mehr existiert.
    Wer oder was war auf dem Bild?

    • bloegi Says:

      Ist (vorläufig) repariert. n24 hatte sein Bild vom alten Franz-Josef Strauß zurückgezogen. Überhaupt sind zusammengelinkte Bilder-Sammlungen instabil.

  181. LeserIn Says:

    Jetzt wird die Doktorarbeit des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) untersucht:

    http://lammertplag.wordpress.com/2013/06/20/dissertation/

    Am besten ist der Name des „Erstgutachters“

    Prof. Dr. Erwin Faul,

    am zweitbesten der Titel

    Lokale Organisationsstrukturen innerparteilicher Willensbildung. Fallstudie am Beispiel eines CDU-Kreisverbandes im Ruhrgebiet

    Die Doktorarbeit ist flach. In ähnlicher Weise könnte eine Hausfrau alten Stils eine Doktorarbeit darüber schreiben, wie sie Rotkohl zerschneidet.

  182. LeserIn Says:

    Jura-Studium in Hessen: Was soll da schon rauskommen? Frank-Walter Steinmeier!

    1982 bestand Steinmeier das erste und 1986 das zweite juristische Staatsexamen. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft an der Universität Gießen tätig. 1991 wurde er dort als Jurist aufgrund seiner Arbeit Tradition und Perspektiven staatlicher Intervention zur Verhinderung und Beseitigung von Obdachlosigkeit promoviert.

    Doch nun lauert der politische Feind:

    Gegen den SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sind Plagiatsvorwürfe laut geworden. Wie der FOCUS berichtet, hat der Münsteraner Hochschullehrer Uwe Kamenz bei der Universität Gießen eine Überprüfung der 1991 eingereichten Promotion angeregt.

    Kamenz schrieb der Universität, aufgrund einer Computer-Analyse habe er „umfangreiche Plagiatsindizien gefunden“. Diese wiesen „mit hoher Wahrscheinlichkeit auf vorhandene Plagiate“ hin, zitiert FOCUS aus Kamenz’ Mail. „Somit sind die Voraussetzungen für ein Überprüfungs- und ggf. Entzugsverfahren des Doktortitels an Ihrer Fakultät gegeben.“

    Die Computersoftware von Kamenz hat nach dessen Angaben Steinmeiers Arbeit mit 95 Quellen verglichen und an mehr als 500 Stellen problematische Übereinstimmungen registriert.

    Steinmeiner spricht von „absurdem Vorwurf“

    FOCUS 29.09.13

    Guttenberg hat auch „absurd“ gesagt.

  183. LeserIn Says:

    Die Universität Gießen hat das Prüfverfahren gegen die Doktorarbeit von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier eingestellt. Es liege kein wissenschaftliches Fehlverhalten vor, teilte die Universität mit…. Erhoben hatte die Plagiatsvorwürfe der Dortmunder Fachhochschulprofessor Uwe Kamenz. Ende September sagte er dem Focus, er habe mithilfe einer selbst geschriebenen Software mehr als 500 verdächtige Stellen in Steinmeiers Dissertation gefunden.

    ZEIT 05.11.13

    Der Grund für Steinmeiers Erfolg dürfte der „Fachhochschulprofessor“ sein. Die Meinung ist, dass Kamenz‘ „selbst geschriebene Software“ schlecht ist und dass Kamenz persönlich die Resultate seiner vermeintlichen Programmierkunst hätte überprüfen müssen. Kamenz habe die Nummer mit Steinmeier abgezogen, um Sponsoren anzuwerben.

  184. Tilman Says:

    30 Chirurgen mit falschem Doktortitel an einem einzigen Krankenhaus:
    http://www.weltwoche.ch/weiche/hinweisgesperrt.html?hidID=550245

  185. Tilman Says:

    Deutscher Putzunternehmer „Blitz-Blank“ macht eine „Doktorarbeit“ in Spanien zum Thema „Die Entwicklung des Schulwesens in der Oberpfalz und in der freien Reichsstadt Regensburg bis 1810 sowie in Salzburg bis 1816“:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/fragwuerdige-doktorarbeit-grenzenloser-stuss-1.1868308

  186. Dumme Piraten | bloegi Says:

    […] Fachbereich der Marburger Uni Jura studiert haben, sind anrüchig. Wer von denselben Profs wie der Freiherr v.u.z. Guttenberg eine gute Note bekommen hat, ist suspekt. Andererseits kann es die größte Empfehlung sein, wenn […]

  187. Tilman Says:

    Promovieren auf Transsilvanisch:
    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Promotion-auf-Transsilvanisch;art4319,2686841

  188. LeserIn Says:

    Highway to Hell

    Der Schlagzeuger der legendären Rockband AC/DC, Phil Rudd, ist in Neuseeland wegen eines mutmasslichen Mordkomplotts festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei muss sich der 60-Jährige wegen der Planung eines Mordes, Todesdrohungen und Drogenbesitzes verantworten.

    Die Polizei hatte am Morgen Rudds Haus in Tauranga durchsucht. Er soll demnach Metamphetamine und Cannabis besessen haben. Der Mediengruppe „Fairfax New Zealand“ zufolge hatte Rudd versucht, einen Auftragskiller anzuheuern, der zwei Menschen umbringen sollte.

    swissinfo 06.11.14

    Die Typen, die auf Satanismus machen, finden es ja sooo spaßig richtig böse zu sein. Und irgendwann, wenn sie sich mal wieder vollgedröhnt haben, wollen sie es ausprobieren.

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