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Der Nobelkarossentod

21 Juni 2010

Nobelkarossentod

[So sieht der klassische Nobelkarossentod aus: Zwei PET-Flaschen mit Benzin gefüllt liegen in einem Standard-Paket, wie es die Post AG in ihren Filialen anbietet. Dabei ist noch Platz für einen Zeitzünder.]

Landeskriminalämter wollen geheim halten, wie einfach es ist Autos in Brand zu setzen. Mehr noch: Es ist sehr einfach geworden sie anzustecken, ohne dass die Brandstifter entdeckt werden. Die Geheimnistuerei der LKAs schadet den Opfern am meisten. Denn sie verstehen nicht, wie ihr geliebter Opel Astra abbrennen konnte, während die Polizei nichts gemerkt hat, und können sich nicht wehren. Die Brandstifter dagegen lachen über die LKAs. Die Brandstifter wissen längst, wie es geht.

Autos abfackeln in großem Stil kam in Paris auf. Je ein Autofenster wurde mit einem Kuhfuß eingeschlagen und ein gezündeter Molotowcocktail ins Innere des Autos geworfen. Jeder Anschlag klirrte und die Lunte am Molotowcocktail leuchtete hell. Die Täter, meistens Heranwachsende aus arabischen Familien, mussten schnell laufen. Deutsche Heranwachsende in Hamburg und Berlin sind dagegen oft plattfüßig. Die meisten können nicht schnell rennen, wollen andererseits aber auch Autos abfackeln. Sie brauchen eine andere Brandstiftungstechnologie als Kuhfuß und Molotowcocktail.

Ein Student, echt oder nicht, geht ganz gemütlich auf einem Gehweg. In einer Hand hält er eine Mineralwasser-Flasche. Er bekommt Lust auf eine Zigarette. Er steckt sich eine an. Die Mineralwasser-Flasche stört dabei ein wenig. Der Student muss mit ihr hantieren. Dem Studenten fällt etwas hin. Er bückt sich und, als er wieder hochkommt, ist die Mineralwasser-Flasche weg. Der Student geht ganz normal weiter. Später lodert das Auto, neben dem er sich gebückt hat.

Erste und wichtigste Bauelemente der neuen Brandstiftungstechnologie sind also PET-Flaschen. Im Unterschied zu den alten Glasflaschen schmelzen sie leicht; spätestens bei 200°C sind sie durch.

Ungefähr zur selben Zeit, als die PET-Flaschen aufkamen, wurde den Leuten erzählt, arabische Wasserpfeifen (Schischa) seien gesünder als Zigaretten. Jede Wasserpfeife braucht glühende Kohle zur Verbrennung des Tabaks. Die Kohle muss aber erst selbst in Brand gesetzt werden. Da nun die meisten Shisha-Raucher keine christlichen Sklaven haben um Blasebälge zu drücken, wurde die Shisha-Kohle erfunden. Sie besteht aus Kohlestaub, der mit Magnesiumpulver durchmischt wird. Die Mischung wird zu Tabletten gepresst, jede etwas größer als ein 2-Euro-Stück. Die Tabletten lassen sich leicht anzünden. Ein Feuerzeug oder eine Zigarette, die hell glüht, reicht. Shisha-Kohle wird deshalb oft selbstentzündlich genannt, auch wenn selbstentzündlich etwas irreführt.

Bild von Shisha-Kohlen

Mit Schischa-Kohle ist es simpel Zeitzünder zu bauen. Man stellt einen leeren Joghurtbecher auf brennbares oder explosives Material und legt eine Tablette Selbstzünder-Kohle hinein. Bis der Becher durchgeschmolzen ist, vergeht einige Zeit – Sekunden bis Minuten – je nach der Dicke des Becherbodens und der Durchglühung der Kohle. Banausen benutzen statt der Shisha-Kohle Grillanzünder.

Analog kann man eine Tablette auf einer PET-Flasche voller Benzin festmachen. Man steckt die Tablette an und legt die Flasche samt Kohle unter den Radkasten eines parkenden Autos. Bis die Kohle die Flasche durchschmolzen hat, hat man etwas Zeit. Bevorzugt werden die vorderen Radkästen, weil das Feuer über den Motorraum leicht in die Passagierzelle zieht, oder der Radkasten, über dem der Tank liegt.

Bild: Brandstiftung am vorderen Radkasten

Vielen abgefackelten Autos ist anzusehen, dass das Feuer von einem Radkasten ausging.

Was ist zu tun? Leute, die nicht wollen, dass in ihrem Kiez ständig gekokelt wird, sollten die Augen aufhalten. Wenn ein Student mit einer Mineralwasserflasche cool durch die Straße zieht und auf einmal hat er die Flasche nicht mehr, sollte man sich den Typ merken.

Brandstiftung befürworte ich keinesfalls. Es geht zu viel dabei kaputt. Den Widerwillen gegen die Nobelkarossen teile ich nichtsdestoweniger. Autos wie der Hummer (Arnold Schwarzenegger, der Terminator, hat angeblich 7 davon) und dessen Imitate, meist Geländewagen oder SUVs genannt, sind Morddrohungen aus Stahl. Die Neonazis hier in der Gegend kaufen sich solche Dinger, wenn sie das Geld dafür zusammenkratzen können. Es wäre am besten, wenn derartige Autos überhaupt nicht gebaut würden. Morddrohungen aus Stahl sind auch übermotorisierte Autos wie die von Porsche, die großen Audis und BMWs. Die richtige Methode dagegen vorzugehen ist die Leute anprangern, die Nobelkarossen kaufen.

Ulrich Brosa