Archive for Februar 2010

Neger auspeitschen

28 Februar 2010

Der Neger-Auspeitschungsvolkstanz

Bild: Wettläufer drischt mit Peitsche um sich

Grenzgang in Biedenkopf (Hessen), ein „einzigartiges Heimatfest“ : Wenn der „Wettläufer“ mit der meterlangen Peitsche um sich drischt, ist es besser in Deckung zu gehen. Er führt vor, wie „Eindringlinge verscheucht“ werden. Doch wo sind sie, die Fremden? Spätestens seit 1942 sind hessische Dörfer judenrein.

Es ist etwas faul in Deutschland

…Diese Bewegung, die weltanschaulich vom kaiserlichen Deutschland und der Nazi-Zeit abstammt, hasst Juden, “nicht-arische” dunkelhäutige Menschen…

Mohren hat es in Biedenkopf praktisch niemals gegeben. Zum Ersatz wird einer von denen, die das heimatfestliche Peitschen organisieren, schwarz angemalt.

Bild: Wettläufer und Mohr vor Grenzgang-Fahne

Dieser „Mohr“ ist falsch. In Wirklichkeit ist er ein Weißer. Der falsche Mohr darf selbstverständlich keine echte Dresche kriegen. Er und die „Wettläufer“ führen einen Neger-Auspeitschungsvolkstanz auf:

Der Mohr führt tanzend mit seinem langen Säbel den Festzug an, die Wettläufer umkreisen ihn pausenlos mit lautem Peitschenknallen,

so die offizielle Erklärung des Magistrats von Biedenkopf.

Dieses Brauchtum, Grenzgang genannt, ist, wie die Grenzgangsfahne zeigt, seit 1886 im Schwang. Auch in Buchenau, ein paar Kilometer südöstlich, wird das Peitschen mit Mohr seit 1886 zelebriert, ebenfalls ein einzigartiges Heimatfest.


Bild: Drei Männer einer Grenzgang-Männergesellschaft posieren 2005 vor der Grenzgang-Fahne Schwarz-Weiß-Rot mit der Jahreszahl 1886. Sie trugen Hüte wie die deutschen Kolonial-Soldaten des neunzehnten Jahrhunderts - mit hochgeklappter rechter Krempe.
[Ausriss aus einer Publikation des Biedenkopfer Grenzgangvereins 2005. Folgende Einzelheiten sind als Beweismittel bemerkenswert: 1) die schwarz-weiß-rote Fahne (die Nationalfahne des deutschen Kaiserreichs, der Nationalsozialisten und der Neonazis), 2) die Jahreszahl 1886, 3) die Hüte mit den rechts hochgeklappten Krempen (so genannte Schutztruppenhüte).]

Warum 1886?

Vergleichen Sie die Hüte der Grenzgang-Männer auf dem Bild oben mit dem Hut des Kolonial-Kriegers hier:


[Der Hut des Kolonial-Kriegers mit der rechts hochgeklappten Krempe ist der so genannte Schutztruppenhut, auch Südwester genannt. Er war die amtliche Kopfbedeckung der deutschen Kolonial-Soldaten.]

1884 wurde Namibia unter den Schutz des Deutschen Kaisers gestellt. Es hieß seitdem Deutsch-Südwestafrika. Für widerspenstige Eingeborene gab es Prügelstrafen mit der Nilpferdpeitsche und Zwangsarbeit. Unten neun Untermenschen in Ketten. Ganz rechts der deutsche Herrenmensch – stolz.


Neger auspeitschen kam bei Deutschen in Mode. Die Deutschen nennen die Schwarzen noch heute Hottentotten und die Musik schwarzer Künstler Hottentottenmusik.

1904 standen die Herero auf. Sie wurden in die Wüste getrieben. Nur wenige überlebten.

Von wegen falscher Mohr: So sehen echte Schwarze aus, nachdem sie von deutschen Herrenmenschen „verscheucht“ worden sind.

In der deutschen Heimat wurden die Massenmorde in Schaubuden-Spektakeln gerechtfertigt. Der Schaubuden-Schreier trug eine Peitsche und eine Bauchbinde mit lang herabhängenden Enden – genau wie die „Wettläufer“ heute.

Schwarze wurden als lächerliche Scheusale verächtlich gemacht. Genau das – rassistische Hetze – geschieht in Biedenkopf und Buchenau immer noch und soll auch in Zukunft geschehen:

Beim Grenzgang 2012 werden der furchterregend angemalte Mohr und die peitschenknallenden Wettläufer die Bewohner der Nachbargemeinden wieder erschrecken …

Quelle: Oberhessische Presse 28.8.2009

Gegenmaßnamen

Ein Landkreis besteht aus Haufen idiotischen Mobs. Die Vollidioten werden von Führern beherrscht, die sich auszeichnen, da sie z.B. ein paar Rechtschreibregeln gelernt haben. Zwischen den Haufen gibt es – gar nicht so selten – vernünftige Menschen. Die aber kommen gegen den Mob nicht auf, weil der Mob organisiert ist. Es kommt darauf an die Führer außer Betrieb zu setzen.

Im letzten Viertel des Jahrs 2009 entdeckte ich, dass ein Mann namens Edgar Krug den Grenzgang delektiert hatte:

Unsere Tennisfreunde aus Ritterhude konnten wir auch wieder im Hinterland begrüßen. Die gemeinsame Teilnahme am Grenzgang in Biedenkopf war ein Highlight bei diesem Besuch und wird ganz sicher in Erinnerung bleiben.

Edgar Krug
Niederdieten, im November 2006

Auch der Direktor des Amtsgerichts Kirchhain heißt Edgar Krug. Ich fragte also im Amtsgericht, ob der Amtsgerichtsdirektor mit jenem Edgar Krug identisch sei. Der Amtsgerichtsdirektor antwortete:

Ich bin nicht bereit, Ihnen Auskunft über die Gestaltung meiner Freizeit zu geben.

Alle, die mit Edgar Krug zu tun haben, sollten sich den Satz merken.

Ein Amtsgerichtsdirektor ist zugleich Richter und kennt als solcher die Gesetze natürlich nicht. Denn in § 9 Absatz 2 Deutsches Richtergesetz steht

In das Rich­ter­ver­hält­nis darf nur be­ru­fen wer­den, wer die Ge­währ dafür bie­tet, dass er je­der­zeit für die frei­heit­li­che de­mo­kra­ti­sche Grund­ord­nung im Sinne des Grund­ge­set­zes ein­tritt.

Inbegriff der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist das Grundgesetz, hier Artikel 3 Absatz 3

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Außerdem gibt es im Grundgesetz gewisse Bestimmungen über Menschenwürde. Somit darf eine Person, die sich in ihrer Freizeit an rassistischen Veranstaltungen billigend beteiligt, kein Richter sein. Bei der nächsten Gelegenheit lehnte ich Edgar Krug wegen Befangenheit ab. § 42 Absatz 2 der Zivilprozessordnung lautet:

Wegen Besorgnis der Befangenheit findet die Ablehnung statt, wenn ein Grund vorliegt, der geeignet ist, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit eines Richters zu rechtfertigen.

Rassismus ist eine besonders krude Form der Parteilichkeit.

Auf meine Ablehnung folgte die dienstliche Äußerung des Direktors Krug des Amtsgerichts Kirchhain. Wer sie lesen will: ->Diesen Link anklicken. Darauf folgte die Ablehnung meiner Ablehnung durch Richterin Dr.Recknagel im Amtsgericht Kirchhain. Wer sie lesen will: ->Diesen Link anklicken. Beide Papiere sind Produkte der Panik; ich werde sie bei Gelegenheit genauer diskutieren.

Sofortige Beschwerde habe ich selbstverständlich eingelegt. Es handelt sich um eine Grund- und Menschenrechtsangelegenheit.

Radikalenerlass

Wer Obiges gelesen hat, wird an den Radikalenerlass denken. Aus dem Ministerialblatt von Nordrhein-Westfalen 1972 S. 324:

Die Regierungschefs der Länder haben in einer Besprechung mit Bundeskanzler Willy Brandt am 28. Januar 1972 auf Vorschlag der Ständigen Konferenz der Innenminister der Länder die folgenden Grundsätze beschlossen:
[…]
Erfüllt ein Beamter durch Handlungen […] die Anforderungen des § 35 Beamtenrechtsrahmengesetz nicht, aufgrund derer er verpflichtet ist, sich durch sein gesamtes Verhalten zu der freiheitlichen und demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes zu bekennen und für deren Erhaltung einzutreten, so hat der Dienstherr aufgrund des jeweils ermittelten Sachverhaltes die gebotenen Konsequenzen zu ziehen und insbesondere zu prüfen, ob die Entfernung des Beamten aus dem Dienst anzustreben ist.

Bekanntlich wurde der Radikalenerlass hauptsächlich auf Linksextremisten angewandt. Ich aber verteidige die freiheitlich-demokratische Grundordnung unparteiisch und fordere die Entfernung auch von Rechtsextremisten aus dem Ö-Dienst.

Kernspaltung

18 Februar 2010


[Zufälliges Halsreißen – executioner with quivering hands]

Ein Berliner Witzbold, der extreme Scherze liebt, hat erklärt, das Wissen von Sprengstoffen sei zu wichtig um es Kapitalisten zu überlassen. Demgemäß hat der Witzbold den Sprengstoff-Verein e.V. und die Ultraliberalen Satanisten gegründet. Richtig ist: Gefährliches Wissen wird nicht dadurch harmloser, dass man es möglichst vielen vorenthält.

Ich habe mich darum entschlossen im Sommersemester 2010 über Kernspaltung zu lesen. Zur Zeit dürfte es sehr wenige Menschen geben, die davon mehr verstehen als ich. Damit sich kernspaltungsbegeisterte StudentInnen vorab über Ort, Zeit und Programm informieren können, habe ich eine Internet-Seite eingerichtet. Vorrangig werden natürlich die physikalischen Grundlagen erörtert. Aber auch einige technische Verfahren sollen besprochen werden: Anreicherung und die wichtigsten Reaktor-Typen. Atombomben finde ich banal.

Was sind die wichtigsten experimentellen Befunde bei der Kernspaltung? Es wird fürchterlich heiß, Neutronen werden ausgespuckt und übrig bleibt Zeug enormer chemischer Diversität, das durchweg hart strahlt. Das Bild oben erklärt die Zusammenhänge zwischen der totalen kinetischen Energie, den diversen Fragment-Größen und der Neutronen-Emission in einfach-anschaulicher Weise. Es ist das zufällige Halsreißen. In meiner Vorlesung wird viel erklärt werden, was in Lehrbüchern nicht steht.

Ulrich Brosa

Die durchschnittliche Juristen-Dreckschleuder Peter Beuth

11 Februar 2010


[Als Dritter von links neben dem Kundus-Kriegsminister Franz-Josef Jung steht der Jurist Peter Beuth, Abgeordneter im hessischen Landtag, Generalsekretär der hessischen CDU, gewählt auf dem Landesparteitag 2009 in Marburg mit 93,1%.]

Am 11. Februar 2010 wurde der neue Untersuchungsausschuss zur hessischen Steuerfahnder-Affäre konstituiert. Vier eifrige Steuerfahnder sind, als sie Fälle möglicher Steuerhinterziehung nicht ununtersucht lassen wollten, im Auftrag der hessischen Landesregierung (CDU) in verleumderischer Weise für „paranoid-querulatorisch“ erklärt und aus dem Staatsdienst entfernt worden.

„Wir haben uns nichts vorzuwerfen“, sagte der Obmann der CDU-Fraktion, Peter Beuth, vor der konstituierenden Sitzung. Es habe sich um „querulatorische, sich selbst überschätzende Durchschnittsbeamte gehandelt“. Quelle: Hessischer Rundfunk am 11.2.2010.

„Querulant“ ist das Wort der Juristen für Untermensch. Im Dritten Reich wurden „Personen mit querulatorischen Neigungen“ durch das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 1.1.1934 erfasst und konnten nach dem Gesetz über die Behandlung Gemeinschaftsfremder vom 1.1.1944 als Personen, die „aus Unverträglichkeit oder Streitlust den Frieden der Allgemeinheit hartnäckig stören (Störenfried)“ polizeilich überwacht, in Anstalten untergebracht und sogar mit Todesstrafe bestraft oder unfruchtbar gemacht werden.

Die Gesetze sind 1945 aufgehoben worden. Nichtsdestoweniger wird das Q-Wort bis auf den heutigen Tag vorzugsweise von Juristen gebraucht um Menschen verächtlich zu machen, die ihr Recht auf Meinungsfreiheit ausüben. Für die Einsperrung in psychiatrischen Krankenhäusern, Entmündigung und Existenzvernichtung reicht es noch heute. Fast alle, die gewagt haben mit der teuren Obrigkeit nicht ganz zufrieden zu sein, sind mit dem Q-Wort bedacht worden.

Ist Peter Beuth ein Untermensch? Nein. Seine Diffamierungen soll er in kleinerer, doch wahrer Münze bezahlt bekommen: Er ist eine durchschnittliche Juristen-Dreckschleuder.

Ulrich Brosa

Polizeigewalt bei „Die Uni gehört allen“

7 Februar 2010


[Immer mehr Demonstrationen werden zu wandernden Polizeikesseln oder zu wandelnden Gefangenentransportern. Die Demonstrierenden werden so zwischen Polizisten gepresst, dass sie nach außen nicht wirken können. Bild aus Hamburg.]


Sehr geehrter Herr Dr.,
würden Sie freundlicherweise den Text auf Ihrem Blog veröffentlichen. Ich fasse mich kurz: Die bundesweite Studenten-Demonstration in Frankfurt am Main wurde massivst von der Polizei angegriffen.

Mit freundlichen Grüßen
Rémy Meier


ASTA-STELLUNGNAHME → FRANKFURT 30.01.2010

Wir als Asta der HAW Hamburg sprechen uns gegen die Gewalt und die massive Behinderung seitens der Ordnungskräfte aus, welche sich gegen die Demonstration „Die Uni gehört allen“, die am 30.01. in Frankfurt stattgefunden hat, richtete. Die Demonstration fand unter dem Motto „Solidarisch für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben“ statt. Die Demonstration bestand nicht nur aus Studierenden, sondern auch Schüler und Schülerinnen, Berufstätige und andere solidarische Menschen beteiligten sich. Insgesamt brachten etwa 2000 Menschen ihre Meinung auf die Straße.

Es geht bei den Bildungsprotesten nämlich nicht nur um das Bachelor/Mastersystem und die Studiengebühren, es geht auch um die gesellschaftlichen Veränderungen, die diesen zugrunde liegen und verursachen. So wurde in dem Aufruf zur Kundgebung u.a. die totale Ausrichtung auf Verwertbarkeit kritisiert.

Besonders betonen möchten wir, dass die Veranstaltung friedlich verlief. Allerdings fand im Vorfeld dieser Manifestation des Unmutes und des Willens zur Veränderung eine massive Stimmungsmache statt. Man hätte den Eindruck gewinnen können Frankfurt werde am Samstag im Chaos versinken. Es wurden völlig überzogene Polizeikräfte, teils aus anderen Bundesländern, nach Frankfurt geschickt.

Schon die Anreise per Bus nach Frankfurt wurde behindert. Der Demonstrationszug wurde von einem überzogenen Spalier aus größtenteils gepanzerten und behelmten Polizisten begleitet. Die Teilnehmer wurden wiederholt und von der Polizei bedrängt und gewalttätig angegangen. Mehrere Male wurden Kundgebungsteilnehmer geschlagen und Pfefferspray wurde eingesetzt. Die Beamten haben mehrere Menschen verletzt.

Durch das Spalier wurde gegenüber der Demo eine Drohkulisse aufgebaut und gegenüber Passanten eine gefährliche Situation suggeriert. Die Kundgebung konnte so ihr Anliegen nur äußerst beschränkt nach Außen tragen. Dies verhindert massiv die durch eine Kundgebung angestrebte Äußerung einer Meinung und das Informieren von Mitmenschen. Eine freie Meinungsäußerung ist so nicht möglich.

Dieses Verhalten reiht sich in die Ereignisse um die ebenfalls gewalttätige Räumung der frankfurter Unibesetzung ein, bei der Beamte Vorhänge vor die Fenster zogen um so ihr Verhalten vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Ob Polizisten selber entschieden haben Gewalt anzuwenden , ob es die Leitung der Polizei angeordnet hat und von sich aus die Demonstration kriminalisiert und behindert hat oder ob es Anweisungen von „Oben“ gegeben hat, wissen wir nicht. Was wir wissen, ist, dass die Polizei den Innenministern untersteht, also die Politik letztendlich verantwortlich ist.

Wir sprechen uns gegen die Behinderung unserer Proteste aus.

AStA HAW Hamburg, Berliner Tor 11, 20099 Hamburg, 04.02.2010


Dazu ein Zitat aus der Frankfurter Rundschau vom 30.1.2010

Das Protest-Plenum und der Asta werfen der Polizei einen „unverhältnismäßigen“ und „schikanösen“ Einsatz vor. „In Frankfurt ist es scheinbar nicht mehr möglich, eine politische Demonstration durchzuführen – außer als wandelnder Gefangenentransporter“, sagte Markus Niemeier vom Protest-Plenum.