Freude am Töten


[Der hessische Justizminister Dr. Christean Wagner hockt stolz über einer kleinen Bergziege, die er ermordete, obwohl sie ihm nichts getan hat. Freude am Töten: Das ist genau, was ein Justizminister braucht. Wer sonst lustvoll morden will, wird Polizeibeamter oder Soldat.]

Es geht um vielfachen Mord und Strafvereitlung

Am 4.9.2009 wurden etwa hundertfünfzig Menschen in Afghanistan auf Befehl eines Bundeswehr-Obersten getötet. Nachdem BILD am 26.11.2009 ein bisher geheimes Video veröffentlicht hat, sind der Staatssekretär Peter Wichert, der oberste Bundeswehr-General Wolfgang Schneiderhan und der Minister Franz-Josef Jung, der am 4.9.2009 Kriegsminister war, zurückgetreten. In den Medien wird endlos geschwafelt vom Kommunikationsdesaster und von der Vertrauenskrise in der Bundeswehr. Doch das ist nicht der Punkt. Die in den letzten Tagen veröffentlichten Daten zeigen deutlich, dass deutsche Soldaten einmal mehr vielfachen Mord im Sinn des § 211 StGB begangen haben und dass deutsche Politiker das vertuschen wollten, also Strafvereitelung oder Strafvereitelung im Amt begangen haben.

Franz-Josef Jung muss damit rechnen eines Tags deswegen angeklagt zu werden. Er hat deshalb behauptet, er habe die entscheidenden Dokumente nicht gelesen, womit er sich zwar blamierte, aber einer strafrechtlichen Verfolgung zu entkommen hofft.

Was am 4.9.2009 geschah, ist jetzt klar aufgrund von Berichten und Karten, die von der NATO und der Bundeswehr selbst stammen, bisher aber geheim gehalten wurden.


(Klicken Sie auf dem Bild, wenn Sie es groß sehen wollen.)

Am 3.9.2009 um 20 Uhr rauben einige Räuber, Taliban genannt, zwei Tanklaster der NATO – unter den Augen tapferer Bundeswehr-Soldaten, die sowas eigentlich verhindern sollen. Geraubt wurde auf einer der wichtigsten Straßen Afghanistans nur ein Kilometer entfernt von der Operationszentrale der Bundeswehr. Die Schande ist heillos. Auf der einen Seite die elitemäßig ausgebildeten Bundeswehr-Soldaten mit ihren super-dooper Gerätschaften, auf der anderen Seite die unterentwickelten Räuber.

Die Räuber wenden die Tanklaster nicht, um sie nach Art eines Selbstmord-Kommandos gegen die Operationszentrale zu lenken und dort explodieren zu lassen. Die Räuber flüchten und stellen sich bald als dumme Räuber heraus. Sie fahren die Laster in den Sand am Kundus-Fluss und bleiben dort dauerhaft stecken. Sie sind von allen Seiten gut zu sehen. Sie bekommen rasch Gesellschaft. Einige Hinzukommende wollen Benzin abzweigen. Andere sollen mit ihrem Traktor die Tanklaster aus dem Sand ziehen. Es kann als sicher gelten, dass die Bauern mit dem Traktor nicht freiwillig kamen. Denn dass der Traktor dabei kaputt gehen würde, war absehbar.

Der Vorgang wird von USA-Flugzeugen überwacht, die über erstaunlich gute Nachtsichtgeräte verfügen. Die Bilder werden sofort in die Operationszentrale der Bundeswehr übertragen. Oberst Klein und ein Oberfeldwebel mit dem Tarnnamen RedBaron20 beobachten. Sie sehen die einzelnen Menschen.

4.9.2009 um 0 Uhr 50: RedBaron20 lügt den US-Piloten an, es bestehe „Feindkontakt“. 1:33 Oberst Klein befiehlt RedBaron20, er solle dem US-Piloten die Bombardierung der Tanklaster befehlen. 1:36 Der US-Pilot fragt an, ob er nicht vorher die Menschen an den Tanklastern mit einem Tiefflug verscheuchen solle. RedBaron20: „negativ (=nein)“. 1:46 Der US-Pilot fragt RedBaron20, ob die Leute an den Tanklastern eine unmittelbare Bedrohung darstellten. RedBaron20 lügt: „positiv (=ja)“.

Kurz danach werden zwei Bomben abgeworfen und etwa hundertfünfzig Menschen sterben. § 211 StGB Absatz 2 lautet:

Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.

Ich zitiere diesen Paragrafen äußerst ungern. Er stammt von Roland Freisler. Doch damit werden auch in der BRD Mörder definiert. Die Merkmale „heimtückisch“ und „mit gemeingefährlichen Mitteln“ treffen jedenfalls zu. Denn das Angebot des US-Piloten die Menschen am Boden zu warnen wurde abgewiesen und zwei 200-kg-Bomben sind garantiert gemeingefährlich.

Ein anderes Motiv als Mordlust ist nicht erkennbar. Aufschluss über die Haltung des Oberfeldwebels liefert sein Pseudonym „RedBaron20“. Zwar muss man in Anbetracht der allgemeinen Verhältnisse in der Bundeswehr schon erleichtert sein, dass er sich nicht „Rommel88“ oder „Steiner18“ nannte, doch auch „RedBaron20“ hat es in sich. Der „Rote Baron“ Manfred von Richthofen, ein so genannter Draufgänger, flog im I. Weltkrieg mit einem roten Flugzeug herum und tötete Leute, bis er selbst erschossen wurde. Draufgänger sind das Letzte, was man bei gewalttätigen Auseinandersetzungen brauchen kann. Hilfreich – sogar im militärischen Sinn – sind nur Leute, die auch in kritischen Situationen einen sachlich abwägenden Verstand bewahren.


Als Nachtrag am 30.11.2009 das Foto, das vielleicht die beste Übersicht am Tatort bietet:


(Auf dem Bild klicken, um es groß zu sehen.)

Links der Tanklaster mit dem Traktor, rechts der andere Tanklaster und vorn rechts ein Esel, der mit dem ganzen Schwachsinn nichts zu tun haben wollte und trotzdem krepiert ist.

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102 Antworten to “Freude am Töten”

  1. almabu Says:

    Schön, dass Du den Skandal auf das wesentliche zurück geführt hast! Ich bin auch darauf hereingefallen, nur die formalen Fehler wie belügen, täuschen des Parlamentes, in den Vordergrund zu stellen. Aber es war natürlich zuerst und vor allem anderen ein Kriegsverbrechen, dass der FRANKEN-OBAMA per intellektuellem Schnellschuss auch noch rechtfertigte!

  2. Rainer Hoffmann Says:

    Man schaue hier:

    Es wird mit diesem Video die Desinformation vom ZDF entlarvt, die am 26.11.2009 in ihrem „ZDF-Spezial“ über KUNDUS verschwiegen haben, dass es für die Bundeswehr auch VOR (!) dem Bombenangriff auf die Tanklaster in Kundus am 04.09.2009 feststand, dass es wohl auf jeden Fall zivile Opfer geben wird…

    Wieder ein anschauliches Beispiel, wie politisch-motivierter Medienschwindel funktioniert…

  3. LeserIn Says:

    Am Freitag hat der Bremer Rechtsanwalt Karim Popal auf einer Pressekonferenz in Berlin Material über 179 zivile Opfer des Nato-Beschusses bei Kunduz präsentiert. Popal und drei Berufskollegen aus Berlin und Frankfurt vertreten Hinterbliebene der Opfer und gehen von 137 Toten, 20 Verletzten und 22 Verschollenen aus. Der Bremer Anwalt Karim Popal vertritt Opfer des NATO-Luftangriffes in Kundus.

    Die Anwälte behaupteten, dass durch den Angriff auf die Tanklaster 91 Frauen zu Witwen und 163 Kinder zu Waisen wurden. Fünf weitere Tote wurden von ihnen den Taliban zugerechnet. Das Verteidigungsministerium hat nach Angaben der Anwälte den Erhalt eines Briefes bestätigt, in dem die Bundesregierung zu Gesprächen über Forderungen der Hinterbliebenen aufgefordert wurde.

    ….

    Weser Kurier 28.11.09

  4. R. Meier Says:

    Sehr geehrter „bloegi“,

    mir war das schon klar. Rechnete damit, dass dieses herauskäme.
    Das wundert mich nicht.

    Ich bin ein Soldatensohn. Der Vater ist glücklich nie mit seiner Truppe nach Afghanistan zu müssen. Seine Frühpension freute ihn noch mehr.

  5. Peyer Says:

    Heißt das, das ZDF ist schon mehr auf CDU und Neocon eingestellt als die BILD-Zeitung?

  6. kepinghidup Says:

    Nice posting… regards from Asia

  7. bloegi Says:

    Der Bündnisgrüne Ströbele ist Mitglied des Verteidigungsausschusses und in Vielem zur Geheimhaltung verpflichtet. Nichtsdestoweniger hat er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt:

    Ich kann nur sagen, nach dem, wie es jetzt aussieht, war das ein Tag der Schande für Deutschland und für die Bundeswehr.

    dradio 28.11.2009

    Er geht also auch von einem Kriegsverbrechen aus.

  8. LeserIn Says:

    Jetzt drücken auch die Mainstream-Medien auf die Tube:

    Das für Verteidigungspolitik zuständige Referat im Bundeskanzleramt hat nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ den umstrittenen Luftangriff schon vor der Bundestagswahl am 27. September als militärisch unangemessen eingestuft. Demnach seien die Experten zu der Einschätzung gekommen, dass der Befehl zum Luftangriff auf die Tanklastwagen bei Kunduz am 4. September militärisch nicht geboten war und es deshalb zu einem Gerichtsverfahren kommen werde, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise.

    Spiegel 30.11.09

    Derweil geht es im Bundeswehr-Feldlager in Masar-i-Scharif hoch her:

    Auf den Shirts sind zwei in unterschiedliche Richtungen fahrende Tanklaster zu sehen, darüber der englische Bibelvers „Thou shalt not steal!“, Exodus 2.15″. Der deutsche Chef des Regionalkommandos Nord hat den Verkauf nach Angaben eines Ministeriumssprechers umgehend stoppen lassen und den Bundeswehr-Angehörigen das Tragen der Shirts verboten. „Sollten deutsche Soldaten bei der Erstellung des T-Shirts beteiligt gewesen sein, werden disziplinare Maßnahmen ergriffen werden“, teilte die Bundeswehr mit.

    Spiegel 30.11.2009

    „Du sollst nicht stehlen!“ Jedenfalls keine Tanklaster der NATO. Die Bundeswehr als Vollstrecker des Allmächtigen.

  9. Rainer Hoffmann Says:

    @ Peyer

    Auch N24 hat um den heissen Brei geredet und die Katze nicht aus dem Sack gelassen und nicht ausgesprochen, was eigentlich das BILD.DE-Video und der gesprochene Text zum Ausdruck gebracht hatte.

    Leider finde ich das Video von der N24-Nachrichten-Sendung vom 26.11.2009 bei Youtube jetzt nicht mehr…

  10. R. Meier Says:

    Allgemein ist die Bundeswehr eine Schande, wenn man anbetracht der Tatsachen sich dieses Video von N-TV anguckt.
    Würde ich solche Späße in einer Firma bringen, ich wäre gleich entlassen.

  11. LeserIn Says:

    Totaler Umschwung innerhalb weniger Tage. Angela Merkel, die Bundeskanzlerin, liebt die Bomben-Bundeswehr nicht mehr

    Immer klarer wird, dass Oberst Klein, der das Kommando in Kunduz führte und das Bombardement unter Bruch mehrerer Regeln der Schutztruppe Isaf anordnete, mit Konsequenzen rechnen muss. Hatte der Verteidigungsminister sich Anfang November noch vor seinen Offizier gestellt, schlug Merkel andere Töne an. „Die Isaf hat Regeln“, so Merkel, „und die müssen eingehalten werden.“

    Spiegel 1.12.2009

    Vor kurzer Zeit hat Merkel noch Töne gespuckt wie „Ich verbitte mir …!“, wenn jemand die Auffassung vertrat, die Leute bei Kundus seien zu Unrecht getötet worden.

  12. LeserIn Says:

    Die Vertuschung geht weiter:

    Die Affäre um die Informationspolitik der alten und neuen Bundesregierung über den Nato-Bombenangriff bei Kundus wird im Verteidigungsausschuss des Bundestages durchleuchtet. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) kündigte an, die Koalitionsfraktionen wollten an diesem Mittwoch beantragen, dem Ausschuss diese Untersuchungsaufgabe zu übertragen.

    Süddeutsche Zeitung 01.12.09

    Der Verteidigungsausschuss ist geheim.

  13. LeserIn Says:

    Zum Top-Bild mit Christean Wagner
    das Top-Video mit Christean Wagner:

  14. bloegi Says:

    Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat seine Einschätzung des folgenschweren Luftangriffs auf zwei Tanklaster Anfang September in Afghanistan korrigiert. Der Angriff sei militärisch „nicht angemessen“ gewesen, sagte Guttenberg am Donnerstag im Bundestag.

    Gleichzeitig aber nahm der CSU-Politiker den verantwortlichen Befehlshaber Georg Klein in Schutz. Er werde „Oberst Klein nicht fallen lassen“. Klein sei subjektiv von der militärischen Angemessenheit seines Handelns ausgegangen, sagte Guttenberg. „Dafür hat er mein Verständnis.“ Der Befehlshaber habe „zweifellos nach bestem Wissen und Gewissen und zum Schutz seiner Soldaten gehandelt“, sagte der Minister.

    Süddeutsche Zeitung 3.12.2009

    Oberst Klein habe „zweifellos nach bestem Wissen und Gewissen … gehandelt“. Guttenberg erklärt also den Oberst Klein für unzurechnungsfähig. Wer hat diesen Unzurechnungsfähigen nach Afghanistan geschickt und ihm die Macht über 200kg-Bomben gegeben? „Zum Schutz seiner Soldaten gehandelt“ ist sogar eine platte Lüge. Denn andere Soldaten werden das Fehlverhalten Kleins auszubaden haben.

  15. General Bartels Kweku Says:

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    General Bartels Kweku

  16. LeserIn Says:

    US-Kampfpiloten warnten schärfer vor Luftangriff als bisher bekannt


    Nach SPIEGEL-Informationen erzählte Oberstleutnant Lance „Gipper“ Bunch, Kommandeur der 335th Fighter Squadron Unit, bei seiner Vernehmung, dass es während des Einsatzes Meinungsunterschiede über die Frage gegeben hat, wie viele Bomben abgeworfen werden sollten. Der Fliegerleitoffizier des deutschen Obersts Georg Klein, der den Codenamen „Red Baron“ trägt, habe sechs Bomben gefordert. … „The crew told him that this was not going to happen“ – dies werde nicht passieren, war die Antwort. Es seien nur zwei Bomben nötig.

    Darüber hinaus zeigen Auszüge des Funkverkehrs zwischen dem US-Piloten „Dude“ und dem deutschen Fliegerleitoffizier, dass die Besatzung nicht nur ein- oder zweimal warnende Tiefflüge vorgeschlagen habe, sondern gleich fünfmal. „F-15 recommended a SHOW OF FORCE five times throughout the mission in order to disperse the people“, steht in dem Bericht … Doch „Red Baron“ antwortete: „Negativ. Das Ziel soll sofort angegriffen werden.“

    SPIEGEL 05.12.09

    Das Verlangen der Bundeswehr-Soldaten möglichst viele Menschen zu töten ist unverkennbar.

  17. bloegi Says:

    Drei Monate nach dem umstrittenen NATO-Luftschlag im afghanischen Kundus stellt die Bundesregierung den Angehörigen der Opfer eine Entschädigung in Aussicht. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Dienst, kündigte am Montag in Berlin Verhandlungen mit deren Anwalt Karim Popal an.

    Welt 7.12.2009

    Das ist ein Schuldeingeständnis. Doch ist es immer noch besser als Leugnen des Offensichtlichen. Darüber hinaus bleibt die Frage, wer Oberst Klein und den Oberfeldwebel RedBaron20 nach Afghanistan geschickt und ihnen die Macht gegeben hat über den Tod vieler Menschen zu verfügen. Glaubt man dem Kriegsminister Guttenberg, waren die beiden unzurechnungsfähig.

  18. LeserIn Says:

    Bis heute ist unklar, wie [Oberst] Klein den Angriff genehmigen konnte, ohne seinen Vorgesetzten, den Regionalkommandeur für Nordafghanistan oder gar das Hauptquartier in Kabul zu konsultieren.

    Dies hatte bei McChrystal am Morgen danach zu einem Wutausbruch geführt. Kurz vor dem Vorfall hatte er die Regeln schon einmal verschärft und seine Offiziere angewiesen, ihn bei Luftangriffen auch nachts zu wecken.

    Spiegel 07.12.09

    McChrystal ist Kommandeur der ISAF-Truppen und der USA-Streitkräfte in Afghanistan.

  19. MApol DPavlowitsch Says:

    Die weltweit massenhafte Ausbildung der männlichen Bevölkerung zum gewohnheitsmäßigen Töten und die Unterhaltung stehender Heere ist eine Schande. Es sollten Initiativen unterstützt werden die weltweit eine gleichmäßige Reduzierung der Militärhaushalte fordern. Die Gleichmäßigkeit nimmt der Behauptung Wind aus dem Segel, dass man zum Selbstschutz ein Heer unterhalten müsse.

    Siehe auch:
    http://www.gruene-jugend-nrw.de/aktuelles/veranstaltungen/details/meldung/fuenf-fuer-frieden-was-war-das-nochmal.html

    http://www.juergengraesslin.com/fuenf_fuer_frieden.htm

  20. bloegi Says:

    […] Das Verteidigungsministerium hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach Opfer und Hinterbliebene des Luftangriffs bei Kundus mit drei Millionen Euro entschädigt werden sollen […]

    Zeit 8.12.2009

  21. LeserIn Says:

    Richard Holbrooke ist der USA-Sondergesandte für Afghanistan.

    Mit Blick auf den verheerenden Luftangriff von Kundus äußerte Holbrooke Verständnis für die Situation des deutschen Obersts, der die Bombardierung angefordert hatte. „Es ist schwer, in Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu treffen, wenn man sich bedroht fühlt“, sagte Holbrooke der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

    ZDF heute 09.12.09

    Die „Sekundenbruchteile“ dauerten von 20 Uhr des Abends bis um 1:46 am nächsten Morgen. Oberst Klein und sein Oberfeldwebel saßen dabei in der festungsartig gesicherten Operationszentrale der Bundeswehr. Sie waren nicht bedroht.

  22. almabu Says:

    Die Deutschen hätten eine ganze Reihe von Möglichkeiten gehabt die Tankwagen-Gefahr zu beseitigen ohne Bomben-Angriff. Die steckten ja fest!

    Aktiv: Mit Bodentruppen zurück erobern. Mit Bodentruppen zerstören.
    Passiv: Straße zum Feldlager mit Panzer, Artillerie oder Panzerfaust sichern. Straße mit Nagelkette, Graben oder Betonhindernis sperren, bzw. eine komplizierte, den Verkehr verlangsamende Umfahrung einrichten. Mit Bestechung! In Afghanistan kann man über fast alles mit fast jedem verhandeln.

    • bloegi Says:

      Die Bundeswehr-Soldaten sind viel besser mit schusssicherer Kleidung und schusssicheren Fahrzeugen ausgerüstet als ihre Gegner. Nach den ISAF-Regeln hätte die Bundeswehr spätestens nach der Bombardierung ausrücken müssen um Beweismittel zu sichern. Doch nicht einmal das haben diese Helden fertigbekommen.

  23. almabu Says:

    Möglicherweise diente das Tankwagen-Massaker auch einem pädagogischen Zweck? Sollte es der Bundeswehr die „Unschuld“ rauben und die Menschen in Deutschland an Verluste und moralisch, rechtlich höchst zweifelhafte Aktionen gewöhnen?

    Denn: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert!“

    • bloegi Says:

      „Pädagogischer Zweck“

      Davon bin ich überzeugt. Ich habe aber keinen Grund zu der Annahme, dass diese Maßnahme zwecks Generalprävention vom Berliner Verteidigungsministerium befohlen wurde. Die Bundeswehr-Soldaten in der Operationszentrale Kundus waren außer sich vor Wut und Scham, als es diesen fünf Räubern gelungen war ihnen die zwei Tanklaster wegzunehmen. Sie wollten ein Exempel statuieren oder eine Lektion erteilen.

      Dergleichen war im II. Weltkrieg gang und gäbe. Vergleiche damit die Vernichtung von Oradour-sur-Glane und vieler Dörfer in Europas Osten. Die Vergeltungsmaßnahmen waren allesamt Kriegsverbrechen.

      Nichtsdestoweniger habe ich mit den Räubern keinerlei Sympathie.

  24. LeserIn Says:

    Auch Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat vertuscht:

    Nach Informationen des „Stern“ kommt das ICRC (Internationale Rote Kreuz) in dem als „streng vertraulich“ eingestuften Report zu dem Schluss, die von Bundeswehroberst Georg Klein angeordnete Attacke habe nicht „im Einklang mit dem internationalen Völkerrecht“ gestanden. Dafür habe es bei dem Bombardement zu viele zivile Tote gegeben. Im Anhang des Berichts liste das ICRC die Namen von 74 toten Zivilisten auf, darunter auch Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren.
    Den ICRC-Report bekam Guttenberg dem „Stern“ zufolge am 6. November auf den Tisch. Dennoch bezeichnete er Stunden später, auf seiner ersten Pressekonferenz als Verteidigungsminister, den Angriff als „militärisch angemessen“.

    Financial Times Deutschland 09.12.09
    Guttenberg hat seine Haltung inzwischen ins Gegenteil verkehrt nicht deswegen, weil er tiefere Einsichten gewonnen hatte, sondern weil er durch öffentlichen Druck dazu gezwungen wurde.

  25. almabu Says:

    Es war ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis dieser virtuelle Medienheld entzaubert wurde. Wenn ich an seine Zeit als WiMi denke, wo er in der OPEL-Krise stets seinen Standardsatz: „Das müssen wir genau prüfen!“ in jede Kamera sagte und dafür bejubelt wurde, als habe er gerade eine Offenbarung verkündet, als sei dieses Volk einer Gehirnwäsche unterzogen worden, dann verstehe ich das bis heute noch nicht? Hier soll/te uns einer empfohlen werden für höhere Aufgaben. Das war eine orchestrierte Aktion der Medien, die sich auf wundersame Weise alle einig waren. Er wird ja bis heute geschont. Eigentlich wäre auch er reif für den Rücktritt. Mal sehen, was noch alles rauskommt über „Kathy“?

  26. bloegi Says:

    Bei der Ermordung der vielen Menschen am Kundus-Fluss hat – als ginge das nicht anders – die Elite-Truppe KSK des Bundeswehr-Neonazi-Generals Günzel die entscheidende Rolle gespielt:

    Die Bundeswehr-Eliteeinheit KSK („Kommando Spezialkräfte”) hatte maßgeblichen Anteil an dem Angriff vom 4. September (142 Menschen starben, darunter auch Zivilisten). … Mindestens fünf Offiziere und Unteroffiziere berieten den Kommandeur des deutschen Feldlagers in Kunduz, Oberst Georg Klein. Alle fünf gehörten einer geheimen Einheit (Codename „Task Force 47, TF47“) an. Klein war in Personalunion auch Chef dieser Task Force.

    Die TF47 besteht zu rund der Häfte aus KSK-Soldaten, die auch gezielt Jagd auf Taliban-Anführer und Terroristen machen

    BILD 10.12.2009

    Günzel selbst hat sein KSK mit der Waffen-SS verglichen:

    Ich erwarte von meiner Truppe Disziplin wie bei den Spartanern, den Römern oder bei der Waffen-SS.

    Das KSK ist hauptsächlich eine Fallschirmjäger-Truppe. Siehe daher
    Fallschirmjäger der Bundeswehr liefern sich Kämpfe mit saarländisichen Polizeibeamten.

  27. almabu Says:

    Die BW wusste – spätestens durch die Luftaufnahmen der Air Force – über die Situation der Tankwagen, die Location, die Anwesenden Bescheid. Dazu hatte sie die „supertolle, streng-geheime KSK im Lager. Die konnten sich die Dinger nicht zurück holen? Oder durch Beschuss unschädlich machen? Nur 5km vom deutschen Feldlager entfernt? Dann sollte die Soldaten erst recht schnellsten nach Hause geholt werden,auch wegen erwiesener Unfähigkeit!

    • bloegi Says:

      „schnellstens nach Hause geholt werden…“

      Dafür bin ich überhaupt nicht. Stellen Sie sich vor: Diese Typen ballern auf uns herum, wie sie auf den Afghanistanern herumballern!

  28. LeserIn Says:

    Vertreter westlicher Geheimdienste befürchten wegen des von der Bundeswehr befohlenen Luftangriffs im September nahe ihres nordafghanischen Feldlagers in Kundus einen „Rachefeldzug“ gegen die deutschen Soldaten. …

    WELT 11.12.09

    Information von der CIA. Ist die was wert?

  29. almabu Says:

    Es wäre wohl in dieser Weltgegend ein „normales“ Verhalten, oder?
    Auf jeden Fall treiben solche Gerüchte den Preis der Abfindung für die Hinterbliebenen in die Höhe, was ihnen gegönnt sei…

  30. bloegi Says:

    Endlich wird nicht mehr geleugnet. Das Bombardement war geplantes Morden:

    Der Luftschlag von Kundus zielte – anders als bisher behauptet – nicht auf zwei Tanklastzüge, sondern sollte eine große Gruppe von Taliban und ihre Anführer treffen. Das geht aus dem offiziellen Untersuchungsbericht der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) hervor. „Er wollte die Menschen angreifen, nicht die Fahrzeuge“, heißt es in dem geheim gehaltenen Bericht über den deutschen Oberst Georg Klein, der den Luftschlag anforderte. […] Offenbar macht Oberst Klein auch in dem von ihm selbst verfassten Bericht keinen Hehl aus seiner Absicht. Nach Informationen der SZ schreibt er, er habe die Taliban „vernichten“ wollen.

    Süddeutsche Zeitung 11.12.2009

    Das alles erinnert sehr an das Verhalten der deutschen Wehrmacht und mehr noch der Waffen-SS im 2. Weltkrieg. Die Taliban hießen damals „jüdisch-bolschewistische Kommissare“. Haufenweise wurden arme russische Bauern abgeknallt oder in Scheunen gesperrt und abgefackelt, weil sie angeblich alle „jüdisch-bolschewistische Kommissare“ waren.

  31. Klaus Says:

    @LeserIn sagt
    Und als „letzten Rettungsanker“ zieht auch die WELT einen Osama bin Laden hinter dem Ofen hervor.
    So langsam wirklich nur noch lachhaft welche Märchen dem Volke verkauft werden.

  32. bloegi Says:

    Entlassung von Wichert und Schneiderhan war so genanntes Bauernopfer.

    […] Unterdessen gibt es neue Erkenntnisse über die Umstände der vorzeitigen Entlassung von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Verteidigungsstaatssekretär Peter Wichert durch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Bisher hieß es aus dem Umfeld des Ministers, die beiden Spitzenleute hätten am 25. November die Frage Guttenbergs, ob es neben dem Isaf-Bericht noch weitere Berichte über das Bombardement zweier Tanklastwagen am 4. September in Kundus gebe, mit Nein beantwortet. Doch es existiert eine zweite Version vom Verlauf des Gesprächs. Demnach haben Schneiderhan und Wichert auf die Frage des Ministers nicht etwa mit Nein geantwortet, sondern im Wechsel einzelne Berichte aufgezählt, unter anderem den Bericht der Feldjäger, der zu einer kritischen Bewertung der Entscheidung des deutschen Obersten Georg Klein gekommen war. Wenige Stunden nach dem Gespräch mit Schneiderhan und Wichert hatte Guttenberg ihnen mitgeteilt, dass er kein Vertrauen mehr in sie habe. […]

    Frankfurter Allgemeine Zeitung am Sonntag 12.12.2009

    Allerdings sind Wichert und Schneiderhan anders als die geopferten Bauern in Afghanistan noch am Leben.

    Die FAZ ist in den letzten Jahren zur schmutzigsten deutschen Zeitung geworden. Hier nicht gelistete Passagen in dem gerade zitierten Artikel sind Beispiele dafür. Es kaum zu fassen, wie dieses Blatt mit Geschwafel so genannter Rechtswissenschaftler die Ermordung von mehr als hundert Menschen zu bagatellisieren sucht.

  33. carlo.rhein Says:

    Ein groteskes Schauspiel!

    Fast drei Monate hat es gedauert bis das wahre Ausmaß der Ereignisse am 04.09.2009 für jedermann erkennbar wurde. Die Opposition in Berlin hielt dicht (die Fachleute im Parlament waren sicher längst informiert) und die große Masse der Medien schwieg – anstatt unablässig nachzubohren. Warum? ? War es eine Verabredung? eine Schweige-Allianz? eine Verschwörung? Fast alle machten mit – teilweise sogar mit gezielten Halbwahrheiten. Kenner, wie z.B. Jürgen Todenhöfer Ex MDB und CDU, haben jedoch schon eine Woche nach dem Bombeneinsatz die Kernfragen formuliert, um die es heute geht. Und auch das Ausmaß des Desasters umrissen, alles nachzulesen unter http://www.3sat.de.

    Nein, wir debattieren lieber über Impfstoff A oder B, über Schweinegrippe oder über die Krankenkassenbeiträge eines CDU-Generalsekretärs. In welchem Staat leben wir?

    Wollen wir zum Objekt des Spotts verkommen? Die ganze Weltöffentlichkeit schaut auf Deutschland, die islamischen Staaten ganz besonders. Sie warten.

    Das Ansehen Deutschlands ist offenkundig beschädigt. Deshalb: Die Wahrheit auf den Tisch!

    Es ist schon beklemmend, was manche Blogger schreiben! Da darf man nicht über die militärischen Entscheidungen urteilen. Darf vor allem nicht den Oberst Klein verurteilen. Das seien wir unseren Soldaten schuldig! Und eine SPD-gesteuerte Kampagne wird sogar unterstellt.

    Was soll das? Die mehr als 10-wöchige Verschleierung der Tatsachen, die „Veräppelung“ der Bürger, wurde erst Ende November durchbrochen. Das ist das Werk von ca. sieben Redaktionen (nicht FAZ, nicht Der Spiegel). Und sonst weniger mutige Zeitungen wie der Kölner Stadtanzeiger oder die Leipziger Volkszeitung haben wesentliche Beiträge geleistet. Darauf können die Leser stolz! Weiter so!

    Frohe Weihnachten!

    Am 02.12.2009 ist Kanzlerin Merkel vor die Fernsehkameras getreten und hat erklärt: „Ich übernehme die politische Verantwortung.“ Sprach’s und ging. Heute, 11.12. (über drei Monate nach den Explosionen) reist Herr zu Guttenberg nach Kundus, um den Ort des Geschehens aufzusuchen und – O-Ton Guttenberg – „den Soldaten seine Aufwartung zu machen“.

    „Liebe Leute in Berlin!“ möchte ich rufen. „Unter den Toten waren über 30 Kinder. Nun ist Advent, bald Weihnachten, das Friedensfest. Habt Ihr denn den Witwen und Waisen, den verbrannten Überlebenden in den Spitälern nichts zu sagen? Nichts zu übermitteln?“

    • bloegi Says:

      Das Problem ist der Verteidigungsausschuss des Bundestags. Alles, was dort gelabert und vielleicht vorgezeigt wird, unterliegt der Geheimhaltung. Ströbele beispielsweise ist Mitglied des Verteidigungsausschusses. Der weiß unter Garantie seit langem, dass die Bombardierung Mord war. Doch sobald Ströbele mehr sagt als das, was in der Öffentlichkeit bereits bekannt ist, fliegt er raus und muss mit einem Strafverfahren rechnen. Um so bedauerlicher ist es, dass die parlamentarische Untersuchung jetzt im Verteidigungsausschuss stattfinden soll.

      Die Geheimhaltungsvorschriften sind alle übel. Immer wird behauptet, sie dienten dem Schutz der Allgemeinheit oder schützten Persönlichkeitsrechte. Doch in Wirklichkeit sind sie nur da um Verfehlungen von Staatsdienern zu vertuschen.

  34. genau Says:

    Was wir gerade medial erleben wird (im Bezug) auf die Steuerpolitik dargestellt als Konflikt zwischen Bundesländern und Bundesregierung.

    Es geht aber um etwas anderes, um mehr, um die derzeitigen „Skandale“ in den Medien und gegenseitigen Verleumdungen innerhalb der Massenmedien und Politik.

    Und zwar um einen Kampf der hinter den Kulissen stattfindet!

    Es kämpfen amerikanische Großkonzerne (mit ihren Marionetten in der Bundesregierung, siehe Merkel, Westerwelle und Guttenberg) gegen Vertreter „europäischer“/deutscher Großkonzerne (mit deren Marionetten der Landesregierungen) kurioserweise meistens innerhalb der gleichen Partei, CDU.

    Wäre dieser Streit nicht gerade am Eskalieren, wir würden wie die letzten Jahrzehnte nichts von den Machenschaften mitbekommen.

    Es ist auch völlig egal ob nun die Amerika (BILD) – Fraktion oder die Europäische (öffentlich-rechtliche) – Fraktion gewinnt, denn am Ende sind die Menschen weiterhin die Angeschissenen.

    Soviel zu meiner bescheidenen Meinung.

  35. LeserIn Says:

    Jetzt bricht das totale Chaos aus:
    Welt 13.12.09 17:40:

    Jetzt steht Aussage gegen Aussage. Der entlassene Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan behauptet, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg habe alle wesentlichen Informationen zum Luftangriff gekannt, als er diesen als „angemessen“ einstufte. Guttenberg behauptet das Gegenteil.

    Focus 13.12.09 17:49:

    Der geschasste Generalinspekteur stellt sich hinter den Verteidigungsminister: Guttenberg seien tatsächlich relevante Dokumente vorenthalten worden. Auch Kanzlerin Merkel sollte zunächst nicht alles wissen.

    SZ 13.12.09 17:35:

    Die Spitze des Verteidigungsministeriums wusste seit langem, dass der Luftschlag von Kundus Taliban töten sollte. Trotzdem verschwieg sie die Wahrheit. Verteidigungsminister Guttenberg muss sich jetzt dem Vorwurf der Lüge stellen.

    Der Nietzsche-Spruch „Die Mächtigen haben immer gelogen“ bewahrheitet sich einmal mehr.

    Am interessantesten ist ein Interview mit dem überlebenden Tanklaster-Fahrer Abdul Malek im Spiegel 13.12.09:

    … Dass die Männer Taliban waren, war uns gleich klar. Ungewöhnlich war nur, dass sie ärmlich gekleidet waren, noch nicht mal Schuhe hatten sie an. Sie bedrohten uns und sagten sie seien so arm, deshalb wollten sie den Tanker in ihr Dorf nach Omarkhil bringen, eine Ortschaft südwestlich von Kunduz. Dort wollten sie den Treibstoff abzapfen. Sie brauchten das Benzin aus dem Tanker in ihren Dörfern, sagten sie. …
    Zeitweise standen 200 Personen um die beiden Trucks, jeder wollte umsonst Benzin abzapfen. Es herrschte Chaos. Bewaffnet waren vielleicht 40 oder 50, sie organisierten Reihen, in denen sich die Menschen anstellten. Die anderen sahen aus wie Dorfbewohner, allerdings hatten manche ihre Gesichter vermummt. Die Menschen waren bestimmt normale Bauern aus den Dörfern, doch viele kannten die bewaffneten Taliban, begrüßten sie mit Namen und bedankten sich für das Benzin. In diesen Dörfern ist es schwer zu sagen, wer Taliban ist und wer nicht.

    Die Bezeichnung „Taliban“ besagt nichts. Im Grund ist jeder bewaffnete Afghanistaner, der USA, GB, BRD usw. nicht mag, ein „Taliban“.

    Zur Erinnerung: In den kalten Wintern nach 1945 kletterten deutsche Kinder auf Kohlewagons der Alliierten, um von dort möglichst viel Kohle nach unten zu werfen. Andere Kinder sammelten die Kohlestücke auf. Der Kölner Kardinal Frings vertrat damals die Ansicht, die Kinder hätten sich nicht strafbar gemacht, weil sie die Kohle nur aus äußerster Not stahlen. Verbrecherisch jedoch wäre es gewesen, diese Kinder zu erschießen.

  36. LeserIn Says:

    Es lebe der Geheimnisverrat!

    Hektische Videokonferenzen, Telefonate, Gesprächsnotizen: Vertrauliche Protokolle, die dem SPIEGEL vorliegen, erlauben erstmals einen Einblick in die Stunden nach dem Luftangriff bei Kunduz. Der Inhalt ist heikel – Deutschen und Nato-Offiziellen ging es offenbar mehr um ihren Ruf als um Aufklärung.

    Spiegel 16.12.09

    Es steht drin, wie ein USA-Public-Relations-Offizier den deutschen Offizieren Tipps gibt, auf welche Weise sie Propaganda für den Bombenabwurf machen sollen, und wie die Deutschen sich dann dämlich anstellen:

    Die deutschen Tumulte interessieren McChrystal wenig. Er ist offensichtlich dafür, erst gar keine Vernebelungsstrategie zu versuchen – sondern Klarheit in die Sache zu bringen. Und das macht er den Deutschen auch deutlich.

    Er gibt Ramms und Vollmer eine knappe „Anleitung“: „Geben Sie offen zu, dass wir nicht alles wissen, und verweisen Sie auf die Untersuchungen“, herrscht er die Deutschen an. Er gehe nicht davon aus, dass man mit der ersten Einschätzung richtig lag, es habe keine zivilen Opfer gegeben. Aus der Luft habe man das niemals erkennen können. „Ich bin zutiefst enttäuscht“, zürnt der Isaf-Chef. Die ersten Meldungen der Deutschen seien eine „Albernheit“. Auch habe er Zweifel, dass die Einsatzregeln eingehalten wurden. Und warum denn eigentlich erst drei Stunden nach den ersten Beschuldigungen in den Medien Soldaten zum Tatort geschickt worden seien?

  37. LeserIn Says:

    BILD 18.12.09: Neues Kunduz-Video aufgetaucht.

    Interessant ist weniger das Video, sondern

    Das „Kommando Führung Operation Spezialkräfte“ (Kdo FOSK) in Potsdam arbeitet getrennt vom „normalen“ Einsatzführungskommando und führt u. a. die geheimen Operationen des Kommandos Spezialkräfte (KSK).

    BILD liegen Dokumente vor, die belegen, dass ein genauer Ablaufplan der Nacht unmittelbar nach der Bombardierung dorthin gemeldet wurde.

    Die Meldung trägt das Wappen des KSK (Schwert und Eichenlaub) und den Vermerk: „Freigabe zur Vernichtung bzw. Löschung gem. ZDv 2/30 hiermit erteilt.“

    und

    Schon im Sommer 2007 warnte ein Bundeswehr-interner Bericht vor eigenständigen Operationen, die im Verantwortungsbereich des „Kdo FOSK“ laufen. Auftraggeber für den Bericht war ausgerechnet Staatssekretär Peter Wichert, der über die Kunduz-Affäre stürzte.

    Das Gutachten, das sieben ehemalige Bundeswehr-Generäle erstellten, liest sich heute wie eine Prophezeiung: „Ein von der allgemeinen Operationsführung im Einsatzland völlig getrennter, paralleler operativer Führungsstrang des Kommando FOSK und die unter großer Geheimhaltung in der Regel mit den Einsatzkontingenten nicht abgestimmten Maßnahmen der Spezialkräfte können Gefahren für die Gesamtoperation, die Kontingente sowie das Ansehen und den Erfolg der Missionen vor Ort selbst erzeugen.“

    Das KSK ist also eine Killer-Truppe, Mörder im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland.

  38. LeserIn Says:

    Geheimhaltung ermuntert nur zum Lügen

    Ein afghanischer Informant hat seinem deutschen Quellenführer in Kunduz nur Stunden nach dem Bombenabwurf berichtet, unter den Opfern seien „genauso Taliban wie Zivilisten“. … Durch den Luftschlag seien „mindestens hundert Menschen gestorben“. … Trotz der internen Informationen blieben die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium allerdings zunächst bei ihrer Darstellung, es seien ausschließlich Taliban gestorben. Der vertrauliche Bericht aus Kunduz ist bis heute unter Verschluss.

    und

    Etwa gegen 0.48 Uhr in der Nacht zum 4. September hatte die US-Luftwaffe ihren B-1-Bomber zum Tanken abgezogen und mitgeteilt, nur bei einer unmittelbaren Bedrohung für Nato-Truppen könne ein Ersatzflugzeug geschickt werden. Nach kurzer Überlegung entschied sich der verantwortliche Kommandeur Oberst Georg Klein, gegenüber dem US-Militär wahrheitswidrig zu behaupten, es gebe Feindberührung.

    Kleins deutscher Flugleitoffizier „Red Baron 20“ gab bei seiner Befragung dagegen an, er habe in dieser Situation weder eine unmittelbare Bedrohung gesehen „noch die Notwendigkeit, Feindberührung anzugeben“.

    Auf die Frage des Nato-Untersuchungsteams, warum er kein Veto eingelegt habe, um Klein zu stoppen, antwortete der Fliegerleitoffizier: „Ich bin ein Soldat, und er ist mein Kommandeur.“

    Spiegel 18.12.09

    Der dumme militärische Gehorsam kostete mehr als hundert Menschen das Leben.

  39. LeserIn Says:

    Denjenigen, welcher geheime Kundus-Berichte an die Öffentlichkeit gebracht hat, sollte man mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen. Denn sonst würden uns Guttenberg und Konsorten immer noch belügen.

    Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will wissen, wer aus seinem Ministerium oder der Bundeswehrführung den geheimen Feldjäger-Bericht über das Bombardement bei Kunduz an die „Bild“-Zeitung weitergegeben hat. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE verschickte Staatssekretär Rüdiger Wolf Briefe an rund zwei Dutzend Spitzenbeamte aus dem Ministerium, der Bundeswehr und des Einsatzführungskommandos in Potsdam. In dem Schreiben fordert Wolf die Beamten unmissverständlich auf, sogenannte dienstliche Erklärungen abzugeben, dass sie das geheime Dossier nicht an die Zeitung weitergegeben haben. … Die Weitergabe wäre als Geheimnisverrat für jeden Beamten strafbar. …

    Aus dem Bericht geht im Kern hervor, dass die Bundeswehrermittler schon am Tag nach dem Bombenabwurf viele Hinweise auf zivile Opfer des Angriffs hatten. Zudem hielten die Rechercheure in Uniform detailliert fest, dass der deutsche Oberst Georg Klein die Aufklärung des Falls behindert und damit gegen Richtlinien der Nato verstoßen habe. Ebenso geht aus dem Dossier hervor, dass die geheime Einheit des Kommandos Spezialkräfte (KSK) maßgeblich an der Vorbereitung und dem Befehl für die Bombardierung beteiligt war.

    Spiegel 22.12.09

  40. EinGuterFreundVonMir Says:

    „BILD“ bleibt trotzdem Propaganda-Gazette…

    Wer auf Youtube oder Google Video mal „Afghanistan“ und „Air Strike“ eingibt, kann dort sehen, dass es den Piloten schei*egal ist, ob die Menschen am Boden bewaffnet sind oder nicht.
    Das ist seit Jahren gängige Praxis.
    Sehen Sie beispielsweise dieses Video an:

    Wir probieren das Waffenarsenal des 21. Jhd. an schlecht ausgerüsteten Aufständischen und Zivilisten aus.

  41. LeserIn Says:

    Der für den Angriff auf Tanklaster bei Kunduz verantwortliche Bundeswehroberst hat gezielt die Unwahrheit gesagt, um US-Piloten zu dem Bombenabwurf zu bewegen. Dies geht nach Informationen des SPIEGEL aus dem geheimen Nato-Bericht zu dem Vorfall hervor.

    Kleins Verhalten wird mittlerweile auch von hochrangigen deutschen Soldaten kritisiert.

    Der Nato-Bericht bringt auch Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) weiter in Bedrängnis. …

    Spiegel 16.01.10

    Oberst Klein hat vorsätzlich gehandelt. Er wollte den Tod möglichst vieler Menschen, von denen er nicht wusste, wer sie waren. Kleins Vorgesetzte können das nicht mehr bestreiten und rücken von ihm ab.

  42. almabu Says:

    Das würde normalerweise jedes Gericht einen vorsätzlichen Mord nennen!
    Statt dessen wird wohl in Deutschland keine Anklage gegen Klein erhoben.
    „Wo gehobelt wird fallen Späne!“ So soll das Prinzip genannt werden, wonach die ermordeten Zivilisten selbst Schuld an ihrem Tod sind. Auf das die Bundeswehr bitteschön doch jede restliche Hemmung ablegen möge, bevor die Truppenzahl mit dem Segen der SPD um 2.000 bis 2.500 Soldaten erhöht werden wird…

  43. LeserIn Says:

    Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gerät in der Kundus-Affäre in immer größere Erklärungsnot. Der CSU-Politiker hatte Anfang November erklärt, der Luftschlag vom 4.September sei unvermeidlich gewesen. Ein jetzt bekannt gewordenes Papier des Einsatz-Führungsstabes seines Ministeriums, das Guttenberg seinerzeit vorlag, enthält dafür jedoch keine Anhaltspunkte. Es unterstreicht vielmehr die von der Nato festgestellten Fehler des deutschen Kommandeurs, der den Luftschlag angeordnet hatte.

    Süddeutsche Zeitung 20.01.10

    Selbstverständlich hat Guttenberg gelogen. Er hat spekuliert, dass niemand mächtig genug sein werde die Wahrheit zu erweisen.

  44. Deine Mutter Says:

    Ich lach mich tot. Wie Du das alles rausgefunden hast, Wahnsinn. Sonst lügen Medien und Internet immer, aber jetzt sind die Fakten natürlich alle unbestechlich. Und ja, bei der NATO kann sich jeder seinen Decknamen aussuchen, bei der Bundeswehr zudem mit der Auflage, einen möglichst offensichtlichen Bezug zu faschistoiden oder preußisch-kaiserlichen Assoziationen herzustellen. Da spricht die Erfahrung. Sonst hast Du keine Sorgen?
    Und an die werte LeserIn: Afghanistaner? Wohnen die mit den Frankreichern zusammen? Und den Österrosen?
    Werdet mal erwachsen und macht die Augen auf, dann müsst ihr auch keine Angst mehr vor der „Killer-Truppe“ KSK haben. Die essen nämlich auch gerne Gummibärchen und benutzen Zahnpasta.
    Danke für das Amusement!

    • bloegi Says:

      Ich habe Kommentar zugelassen, damit klar wird, von Leuten welcher Art das KSK Unterstützung bekommt. Der Kommentar stammt aus Schleswig-Holstein.

      Währenddessen wird immer deutlicher, dass am Kundus-Fluss gemordet wurde und zwar mit besonderer Beteiligung des KSK

      […] Die Nato kommt in ihrem geheimen Abschlussbericht zu dem Ergebnis, dass die vielen Verstöße des deutschen Obersts Georg Klein gegen Nato-Vorschriften nur möglich wurden, weil dieser ausschließlich vom Gefechtsstand der deutschen Spezialeinheit Task Force 47 aus agierte.

      Die Task Force 47 agiert strikt abgeschirmt auf dem Gelände des deutschen Feldlagers in Kunduz. Die Einheit besteht zur Hälfte aus KSK-Elitesoldaten und zur anderen aus Aufklärern der Bundeswehr. […]

      Zudem haben Oberst Georg Klein und sein Fliegerleitoffizier den Piloten der zwei F-15-Kampfjets vor der Bombardierung der beiden von Taliban entführten Tanklaster entscheidende Informationen vorenthalten. Dem SPIEGEL sagte einer der Piloten jetzt, er habe die ganze Nacht kein gutes Gefühl gehabt. Der US-Pilot erwog sogar, den Einsatz über Kunduz abzubrechen, da er spürte, dass der deutsche Kommandeur am Boden das Bombardement um jeden Preis wollte. […]

      Spiegel 30.01.2010

  45. LeserIn Says:

    Der für den Luftschlag von Kundus verantwortliche Oberst Georg Klein wird in den Untersuchungsausschuss des Bundestages kommen, dort allerdings vermutlich aus juristischen Gründen nicht aussagen oder nur eine vorbereitete Erklärung abgeben, ohne weitere Fragen zuzulassen.

    Die Vernehmung, die am 11. Februar stattfinden soll, werde nicht öffentlich sein – und voraussichtlich auf der Präsidialebene des Bundestages, zu der Journalisten keinen Zugang haben, abgehalten. Man könne Klein „nicht zumuten, durch das Spalier der Fotografen zu laufen“

    … ist Generalbundesanwältin Monika Harms zu dem Schluss gekommen, dass Klein nicht gegen das Kriegsvölkerrecht verstoßen habe.

    Süddeutsche Zeitung 04.02.2010

    Danach wird wohl die ordinäre Staatsanwaltschaft zum Schluss kommen, dass Klein auch nicht gegen das deutsche Strafgesetz verstoßen hat oder dass er Putativnotwehr verübt hat.

  46. bloegi Says:

    Militärs hintergingen Merkel

    […] Laut stern berichtete er [Oberst Neumann] in seinem fünf Seiten langen Rapport von zwölf Verletzten im Krankenhaus Kundus, darunter einem zehn- und zwei 14-jährigen Jungen: „Die Namen liegen Isaf vor.“ US-Kräfte hätten bereits mit der Befragung der Verletzten im Krankenhaus begonnen. Außerdem seien 14 Bewohner aus einer nahegelegenen Ortschaft „bei dem Luftschlag ums Leben gekommen“. Es handele sich um Dorfbewohner, die in einer Moschee versammelt gewesen und von Taliban gezwungen worden seien, bei der Bergung der Lkw zu helfen […]

    stern 3.2.2010

    Erinnerung an frühere Verfehlungen deutscher Soldaten in Afghanistan

    […] Dass deutsche Soldaten, die in Afghanistan in »besondere Vorfälle« verwickelt wurden, im juristischen Sinn ungeschoren davonkommen, ist üblich. Es begann widerlich, doch im Vergleich zu späteren »Vorfällen« harmlos. Deutsche Soldaten posierten mit Totenschädeln. Die Staatsanwaltschaft in München stellte Ende 2006 die Ermittlungen ein. Im Juli 2009 stoppte sich die Staatsanwaltschaft Potsdam, die eigentlich den Tod eines von deutschen Soldaten erschossenen Afghanen klären sollte. Die Ermittler in Zweibrücken beschlossen die Einstellung eines Verfahrens im Januar 2009. Drei Bundeswehrangehörige hatten fünf Zivilisten schwer verwundet.

    Staatsanwälte aus Frankfurt (Oder) sahen nach neun Monaten Untersuchung keinen Totschlags-verdacht gegen einen deutschen Oberfeldwebel, der bei Kundus eine Frau und zwei Kinder erschossen hatte. Die Einstellungsbegründung ist seltsam. Es gab zwar keine Notwehrsituation, doch konnte dem Beschuldigten »nicht vorgeworfen werden, pflichtwidrig von einer Notwehrsituation ausgegangen zu sein«. Schuld waren »Dunkelheit«. »Staubentwicklung« und eingeschränkte Sichtverhältnisse. […]

    Neues Deutschland 5.2.2010

    Viele deutsche Staatsanwälte dienen bei der Bundeswehr, zum Beispiel Staatsanwalt Franosch oder Oberstaatsanwalt Willanzheimer.

  47. LeserIn Says:

    Ende Februar soll „Hauptfeldwebel V“, ein Mitglied des KSK alias TF47, im Untersuchungsausschuss befragt werden.

    In der Bombennacht spielte das KSK eine entscheidende Rolle. Oberst Klein führte die gesamte Operation, von der ersten Sichtung der beiden Tanklaster gegen 23 Uhr bis zur Bombardierung um 1.49 Uhr, aus der vom normalen Lager komplett abgeschotteten Befehlstelle der „TF47“. Die entscheidenden Tipps während des Einsatzes kamen von einem afghanischen Informanten des KSK, dessen Geheimdienstexperte beriet Klein die ganze Nacht und versorgte ihn mit Details.

    Spiegel 10.02.10

    Wenn geheime Staatsorganisationen auftreten, kommt es praktisch immer zu Mord und Totschlag. Nicht umsonst hieß die Gestapo geheime Staatspolizei. Diese Truppen sind angeblich elitär. Doch bei ihren Aktionen kommen regelmäßig Unschuldige um. „Elitär“ ist nur ein anderes Wort für „skrupellos“. Es ist höchste Zeit die Geheimorganisationen abzuschaffen.

  48. bloegi Says:

    Kundus-Untersuchungsausschuss im Bundestag. Oberst Klein erzählt. Geheim. Nur Auserwählte dürfen zuhören. Was die davon nach außen erzählt haben, steht im Spiegel vom 10.2.2010:

    Georg Klein war sichtlich bewegt, als er an diesem Mittwoch vor den Untersuchungsausschuss des Bundestags zu der Affäre trat. „Als Christ habe ich den Einsatz schweren Herzens, nach langer Prüfung und nach bestem Wissen und Gewissen befohlen – mit der festen Überzeugung, keine Zivilisten zu treffen“

    Doch sie sahen auch einen Mann, der zwischen Mitternacht und 1.49 Uhr eine sehr einsame Entscheidung treffen musste – und der danach in die Kapelle des Camps ging und betete.

    Das kennen wir schon von Dieter Althaus, der immer im Gebet bei Beata Christandl war, nachdem er sie umgebracht hatte. Klein weiter:

    „Ich verwahre mich gegen die Unterstellung, ich hätte töten wollen“

    Was denn sonst? Wollte er Spagetti mit Tomatensoße zubereiten? In einem anderen Spiegel-Artikel vom gleichen Tag steht:

    Klein korrigierte vor den Bundestagsabgeordneten die frühere Version der Bundeswehr, bei dem Waffeneinsatz sei es um die beiden von den Taliban entführten Tanklaster gegangen, da diese eine mögliche Gefahr darstellten. Er sagte: „Ziel des Angriffs waren nur die Tanklastzüge und die in unmittelbarer Nähe befindlichen Aufständischen“.

    Also doch nicht Spagetti mit Tomatensoße.

  49. LeserIn Says:

    Der stern berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über die Listen, auf denen die Namen hoher und mittlerer Kommandeure stehen, die erst aufgespürt und sodann entweder gefangen genommen oder auch getötet werden. … Die stern-Enthüllung hatte am Mittwoch in der geheimen Sitzung in Berlin für großen Wirbel gesorgt. Das Magazin war zwar noch nicht am Kiosk, aber schon gedruckt. Diverse Ausschuss-Mitglieder hatten sich Vorab-Exemplare besorgt und wollten damit Klein konfrontieren. Siegfried Kauder (CDU) verhinderte dies zunächst …

    stern 12.02.10

    … Diese Informationen stützen die Aussage Kleins, er allein sei für die Bombardierung verantwortlich. Darauf hatte Klein im Ausschuss beharrt.

    Umso verwunderter zeigten sich Ausschussmitglieder nach der Befragung über die unsichere Faktenlage, aufgrund derer Klein seine Entscheidung getroffen hat. So konnte er den Funkverkehr zwischen seinem Fliegerleitfeldwebel und den beiden US-Piloten, welche die Bomben abwarfen, nicht mithören. Dass diese Piloten insgesamt fünfmal abschreckende Tiefflüge vorgeschlagen haben, will Klein nicht wahrgenommen haben.

    Auch Meldungen eines afghanischen Spähers, der die Task Force telefonisch über das Geschehen rund um die Tanklaster auf dem Laufenden hielt, will Klein nur teilweise erhalten haben. Besonders die Information, dass die Tanklaster entladen und dann gesprengt werden sollten, will Klein nicht gekannt haben. …

    Süddeutsche Zeitung 12.02.10

    Klein schiebt also einen Teil der Schuld auf den Flugleitoffizier, den Hauptfeldwebel V. alias „RedBaron20“.

  50. Die durchschnittliche Juristen-Dreckschleuder Peter Beuth « bloegi Says:

    […] Juristen-Dreckschleuder Peter Beuth By bloegi [Als Dritter von links neben dem Kundus-Kriegsminister Franz-Josef Jung steht der Jurist Peter Beuth, Abgeordneter im hessischen Landtag, Generalsekretär […]

  51. LeserIn Says:

    Berichte, die sich mit der Beteiligung des KSK beschäftigen und BILD vorliegen, tragen im Briefkopf den Vermerk: „Freigabe zur Vernichtung bzw. Löschung gem. ZDv 2/30 hiermit erteilt.”

    In der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 2/30 heißt es dazu, die Akten seien „durch Zerfasern oder Zerschnitzeln mit dem Aktenwolf so zu zerstören, dass der Inhalt weder erkennbar ist noch erkennbar gemacht werden kann.”

    Nach BILD-Informationen liegen wichtige Dokumente aus der Bombennacht dem Untersuchungsausschuss bisher noch nicht vor. Zu diesen Unterlagen gehört auch ein so genannter „Info Report”, der auf den 3. September, morgens um 9.30 Uhr datiert ist.

    Daraus soll nach BILD-Informationen hervorgehen, dass die Operation, die zur Bombardierung der Tanklaster führte, schon begann, BEVOR die Tanklaster überhaupt entführt waren.

    BILD 10.02.10

    Hauptsache Vernichten. Das ist es nun einmal, was die Bundeswehr am liebsten tut. Immerhin ist tröstlich, dass Kopien der Berichte, die vernichtet werden sollten und wahrscheinlich inzwischen vernichtet worden sind, BILD vorliegen.

  52. LeserIn Says:

    Ins Blickfeld des Untersuchungsausschusses rückt an diesem Donnerstag die Rolle des Fliegerleitoffiziers W. (Funkname: „Red Baron 20“), der auf Befehl von Oberst Georg Klein den fatalen Beschuss zweier entführter Tanklaster in jener Nacht veranlasst hatte. In geheimer Sitzung des Gremiums … nun werden Zweifel an der Rolle des einflussreichen Fliegerleitoffiziers publik. So sollen sich Bundeswehrkenner gegenüber Ausschussmitgliedern verwundert darüber gezeigt haben, dass W. im Range eines Oberfeldwebels als Fliegerleitoffizier fungiert habe. Dies sei unüblich und spreche dafür, dass W. der KSK angehöre.

    Frankfurter Rundschau 24.02.10

    Oberfeldwebel ist nur ein Unteroffizier.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Feldwebeldienstgrade
    Ein Oberst steht über dem wie Gott über dem armen Sünder. Im Übrigen: das Kommando Spezialkräfte (KSK).

  53. LeserIn Says:

    Die Linksfraktion wurde aus einer Bundestagssitzung ausgeschlossen, als sie Transparente mit den Namen einiger hochhielt, die am 4.9.2009 durch die Bombenabwürfe ermordet wurden. Video von der Aktion:

    http://www.spiegel.de/video/video-1051255.html

  54. LeserIn Says:

    Soldaten widersprechen Oberst Klein

    … Der damalige Fliegerleitoffizier sagte vor dem Bundestags-Ausschuss aus, über Absprachen mit den US-Bomberpiloten sei Klein umfassend informiert worden. Klein hatte dagegen angegeben, … Der Fliegerleitoffizier habe ihm Bedenken der Piloten nicht vorgetragen.

    Ein afghanischer Informant hatte die Bundeswehr über angebliche Taliban bei den am 4. September 2009 bombardierten Tanklastern auf dem Laufenden gehalten. Ob der Informant sie sehen konnte, ist nach den jüngsten Vernehmungen strittig. Klein hatte betont, er gehe „aufgrund der Präzision der Beschreibungen“ von einem Sichtkontakt aus. Andere Soldaten sagten dagegen vor dem Ausschuss, diese „Quelle“ habe die Sandbank mit den entführten Lastern nicht einsehen können…

    Focus 27.02.10

  55. LeserIn Says:

    Paukenschlag im Kunduz-Ausschuss: Wegen eines SPIEGEL-ONLINE-Berichts wurde die Vernehmung zweier Generäle verschoben. Ihnen war früh bekannt, dass Zivilisten beim Tanklaster-Bombardement umgekommen sein könnten – doch die Hinweise wurden nach SPIEGEL-Informationen aus internen Systemen gelöscht. … Die beiden Generäle Vollmer und Glatz hatten die Brisanz des Luftschlags schnell erkannt. Laut der Unterlagen telefonierten sie am Abend des 4. Septembers zweimal miteinander. … Die Unterlagen zeigten, dass Glatz und Vollmer ihre Erkenntnisse über die Ausmaße des Luftschlags wohl lieber nicht mit jedem teilen wollten. Demnach vereinbarten die beiden, dass die heiklen Stellen aus der Meldung verschwinden. … Laut Teilnehmerangaben soll jetzt die Staatsanwaltschaft wegen Geheimnisverrats ermitteln.

    Spiegel 04.03.10

    Warum ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht gegen die Generäle? Wegen Urkundenfälschung und Vertuschung vielfachen Mordes?

  56. greenpeace-magazin Says:

    5. März 2010, 18:58
    Wirbel um Geheimnisverrat in Kundus-Affäre

    Auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mahnte laut «Spiegel Online» in einem Brief an Lammert die Einhaltung des Geheimschutzes an und drohte mit Anzeigen gegen einzelne Ausschussmitglieder. Die öffentliche Diskussion über geheime Einsatzdetails und NATO-Regeln schädige …

    http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=55&tx_ttnews%5Btt_news%5D=74935&tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&cHash=52e76de560

  57. LeserIn Says:

    Die Gruppe 85

    Bundeswehrführung und Verteidigungsministerium haben nach dem Bombardement von Kunduz gezielter an der Vertuschung der Wahrheit gearbeitet als bisher bekannt. Vertrauliche Unterlagen aus dem Ministerium belegen, dass im Haus eigens eine Arbeitsgruppe aus mindestens fünf Beamten gegründet wurde, um die Ermittlungen der Nato zu dem Fall zu beeinflussen. … Die Abteilung für die Vertuschung wurde schon am 9. September ins Leben gerufen, also nur fünf Tage nach dem Luftangriff. Sie stand unter der Ägide des damaligen Staatssekretärs Peter Wichert. … Die „Gruppe 85“ hatte eine zentrale Aufgabe. So sollte über das deutsche Mitglied in der Nato-Untersuchungskommission genau in Erfahrung gebracht werden, was dort recherchiert wird und wie man den Bericht – heute meist als Comisaf-Report zitiert – im deutschen Interesse beeinflussen kann. … Die dubiosen Tätigkeiten der „Gruppe 85“ gingen sogar noch weiter – in den Runden wurde eine Beeinflussung der deutschen Justiz ausgeheckt. … Wichert empfahl seinem damaligen Minister Jung vorsorglich, Abgeordneten keine Akteneinsicht in den schon sehr detaillierten Bericht zu geben. …

    Spiegel 18.03.10

    „Im deutschen Interesse“. Eine Unverschämtheit. In meinem Interesse ist die Vertuschung jedenfalls nicht.

  58. LeserIn Says:

    Nun doch die Bundesanwaltschaft

    Zum ersten Mal seit Inkrafttreten des Völkerstrafgesetzbuchs im Juni 2002 werden einem Zeitungsbericht zufolge zwei Soldaten der deutschen Bundeswehr beschuldigt, ein Kriegsverbrechen begangen zu haben. Der Anfangsverdacht, dass bei dem Luftangriff von Kunduz im September 2009 gegen das Völkerstrafgesetzbuch verstoßen wurde, habe sich „auf niedriger Stufe“ bestätigt, zitiert die „Stuttgarter Zeitung“ in ihrer Freitagsausgabe einen Sprecher der Bundesanwaltschaft.

    Der Standard 19.03.10

    Verblüffend. Denn Generalbundesanwältin Monika Harms war schon zum Schluss gekommen, dass das Völkerstrafrecht auf Oberst Klein und RedBaron20 nicht anwendbar sei. Wahrscheinlich hat General McChrystal Druck gemacht.

    • bloegi Says:

      § 11 des Völkerstrafgesetzbuchs:

      § 11 Kriegsverbrechen des Einsatzes verbotener Methoden der Kriegsführung

      (1) Wer im Zusammenhang mit einem internationalen oder nichtinternationalen bewaffneten Konflikt

      1. mit militärischen Mitteln einen Angriff gegen die Zivilbevölkerung als solche oder gegen einzelne Zivilpersonen richtet, die an den Feindseligkeiten nicht unmittelbar teilnehmen, […]

      3. mit militärischen Mitteln einen Angriff durchführt und dabei als sicher erwartet, dass der Angriff die Tötung oder Verletzung von Zivilpersonen oder die Beschädigung ziviler Objekte in einem Ausmaß verursachen wird, das außer Verhältnis zu dem insgesamt erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil steht, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren bestraft. […]

      (2) Verursacht der Täter durch eine Tat nach Absatz 1 Nr. 1 bis 6 den Tod oder die schwere Verletzung einer Zivilperson (§ 226 des Strafgesetzbuches) oder einer nach dem humanitären Völkerrecht zu schützenden Person, wird er mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. […]

  59. bloegi Says:

    […] SPIEGEL ONLINE liegt eine E-Mail an führende Beamte der Abteilung 6 im Kanzleramt von Angela Merkel (CDU) vor. Am Morgen des 4. Septembers um 8.06 Uhr erhielt die Abteilung die Mail mit Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND), dass bei dem Angriff „zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen sind (Zahlen variieren von 50 bis 100)“. Die Informationen des BND nur Stunden nach dem Bombardement, bei dem bis zu 142 Menschen getötet wurden, waren ziemlich konkret. So berichtete der Dienst, das Kidnapping der beiden Tanklaster mit Treibstoff für die Nato könne „sowohl kriminellen (Diebstahl von Treibstoff) als auch terroristischen Hintergrund (mögliche Benutzung für Anschlag)“ gehabt haben. Mindestens einer der Lkw habe sich aber auf einer Sandbank festgefahren. Daraufhin hätten die Dorfbewohner „die Gelegenheit“ genutzt und „sich mit Benzinkanistern auf den Weg gemacht“. […]

    Spiegel 25.3.2010

    Alle Deutschen, die Straftaten ihrer Regierung wider besseres Wissen zulassen, sind mitverantwortlich.

  60. LeserIn Says:

    Panzermine

    Ein ganzes Arsenal verschiedener Waffen hat ein 44 Jahre alter Ex-Soldat in seinem Keller in Immenhausen bei Kassel gehortet. In unverschlossenen Kisten fanden Polizisten bei der Durchsuchung des Hauses bereits am Dienstag mehrere Gewehre, Revolver mit Munition, eine Panzermine, Handgranaten sowie selbst gebaute Sprengsätze oder Sprengstoff.

    OP-Online 26.03.10

    Was ist besser? Wenn solche Leute in Afghanistan oder in Deutschland sind?

  61. LeserIn Says:

    Der Gouverneur der Provinz Kunduz hat das offensive Verhalten der Bundeswehr kritisiert. Deutsche Soldaten hatten am Freitagabend versehentlich fünf Mitglieder der afghanischen Armee getötet. Mohammed Omar sagte SPIEGEL ONLINE, die Tötung der afghanischen Soldaten sei vermeidbar gewesen. „Die Fahrzeuge mit den Soldaten waren leicht zu erkennen, es handelte sich um zwei Ford Ranger mit auf der Ladefläche befestigten Waffen“, sagte Omar. „Diese Autos kennt doch jeder.“ Zudem hätten die Deutschen laut seinen Informationen weder Warnzeichen oder Schüsse abgegeben.

    Von Offizieren der afghanischen Armee ANA hieß es, die getöteten Afghanen seien von den Deutschen gerufen worden, um die Bundeswehr bei den schweren Gefechten am Freitagnachmittag zu unterstützen.

    Der afghanische Verteidigungsminister reagierte verärgert auf den Beschuss der ANA-Fahrzeuge durch die Bundeswehr. Die Armeefahrzeuge seien eindeutig zu erkennen gewesen, sagte ein Sprecher.

    Spiegel 03.04.10

    Das Dümmste, was man in Afghanistan tun kann, ist, unbewaffneter Mensch oder Verbündeter der Bundeswehr zu sein. Die Wahrscheinlichkeit von der Bundeswehr getötet zu werden, ist dann sehr groß.

  62. LeserIn Says:

    Zwei Reuters-Fotografen und etwa zehn andere Menschen, nur weil sie bei den Fotografen sind, werden von USA-Soldaten ermordet. Mit der 33mm-Schnellfeuer-Kanone eines Apache-Hubschraubers zerfetzt. Die Soldaten beglückwünschen sich gegenseitig zu den Morden. Filme mit Tonspuren bei Wikileak:

    http://collateralmurder.com

    „Wie in einem Computerspiel“

    Der Apache-Hubschrauber habe Dreißig-Millimeter-Munition benutzt, wie sie für panzerbrechende Operationen üblich sei. Auch die Zoom-Linsen seien außergewöhnlich, ebenso wie das Verhalten der Piloten. Es sei, als spielten sie ein Computer-Spiel und versuchten möglichst viele Punkte zu erreichen.

    Die Presse 06.04.10

  63. bloegi Says:

    Mit einer Trauerfeier im niedersächsischen Selsingen wird heute der drei in Afghanistan erschossenen deutschen Soldaten gedacht. Die Fallschirmjäger aus Seedorf waren Karfreitag im nordafghanischen Kundus bei einem Gefecht mit radikalislamischen Taliban getötet worden.

    Neben den Familien und Freunden der Getöteten werden auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) in der St. Lambertikirche erwartet.

    Süddeutsche Zeitung 9.4.2010

    Ein Mann, vor die Wahl gestellt:

    a) Ich werde Bundeswehr-Soldat; Angela Merkel kommt zu meinem Begräbnis,

    b) Ich werde Taliban; als Märtyrer Allahs werde ich im Paradies von Huris umschmeichelt,

    würde wohl die Option b) vorziehen. Was aber, wenn die Huris alle Angela Merkels sind?

  64. LeserIn Says:

    Bei schweren Luftangriffen und Gefechten im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind am Wochenende mindestens 130 Menschen getötet worden. Unter den Opfern sollen sich neben Aufständischen auch viele Zivilisten befinden. … Ein Regierungsbeamter, der anonym bleiben wollte, sagte am Sonntag, die meisten Opfer seien Zivilisten gewesen. …

    Die Presse 12.04.10

    Nato-Soldaten haben nach offiziellen afghanischen Angaben am Montagmorgen nahe der Stadt Kandahar das Feuer auf einen zivilen Bus eröffnet und dabei vier Zivilpersonen getötet, darunter eine Frau und ein Kind. Weitere 18 Menschen seien verletzt worden, sagte Selmai Ajubi, der Sprecher des örtlichen Gouverneurs.

    Spiegel 12.04.2010

    Eine Korrektur: Am Karfreitag haben Bundeswehrsoldaten nicht 5, sondern 6 afghanische Soldaten – ihre Verbündete – erschossen.

  65. LeserIn Says:

    Die Bundesanwaltschaft verzichtet auf weitere Ermittlungen gegen Bundeswehr-Oberst Georg Klein. Das Verfahren im Zusammenhang mit der Bombardierung von zwei Tanklastern in Afghanistan im vergangenen Jahr sei eingestellt worden, teilte die Behörde am Montag in Karlsruhe mit. Weder habe Klein mit dem Angriff gegen die Vorschriften des Völkerstrafgesetzbuches noch gegen die Bestimmungen des Strafgesetzbuches verstoßen, gab die Bundesanwaltschaft als Begründung an. Auch das Verfahren gegen einen zunächst verdächtigten Hauptfeldwebel wurde demnach eingestellt.

    Spiegel 19.04.10

    Wer die Macht hat, meint lügen zu dürfen. Auch die Bundesanwälte sollen sich hüten. Lange geht das nicht gut.

  66. LeserIn Says:

    Bundespräsident Köhler kämpft für den Opium-Krieg in Afghanistan

    Bundespräsident Horst Köhler hat mit einer Äußerung für Empörung gesorgt, militärische Einsätze könnten auch den wirtschaftlichen Interessen Deutschlands dienen. … Köhler hatte am vergangenen Samstag in einem Interview mit dem Deutschlandfunk gesagt, ein Land mit einer Außenhandelsorientierung wie Deutschland müsse wissen, „dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ, bei uns durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern“.

    Köhler habe offen gesagt, was nicht zu leugnen sei, erklärte Linken-Chef Klaus Ernst …

    Agence France-Presse 27.05.10

    Es wäre ja wirklich katastrophal, wenn in Deutschland das Heroin ausginge.

  67. LeserIn Says:

    Die Bundeswehr gerät unter Druck: Am Karfreitag töteten deutsche Soldaten in Kunduz sechs Afghanen – angeblich aus Versehen. Doch die Erschießung hätte verhindert werden können. Nach SPIEGEL-Informationen hält ein geheimer Nato-Bericht den Deutschen eklatante Fehler vor.

    Spiegel 29.05.10

    Am 2.April (Karfreitag) töteten Soldaten der Bundeswehr 6 Soldaten der verbündeten afghanischen Armee.

  68. bloegi Says:

    Zu Belegzwecken aus einem alten BILD-Artikel vom 10.12.2009. Es soll belegt werden, welche Schäden die dämliche Geheimnistuerei verursacht.

    http://www.bild.de/BILD/politik/2009/12/10/bundeswehr-luftanschlag-kunduz/welche-rolle-spielte-ksk.html

    BILD DECKT AUF SO WURDE DER SKANDAL VERTUSCHT

    Die Geheim-Unterlagen aus dem Feldjägerbericht. Sie zeigen, welche Informationen von Afghanistan an das Einsatzführungskommando (EinsFueKdo) geschickt wurden…

    EMPFÄNGER: EinsFueKdo OPZ
    Bitte umgehend Befh vorlegen

    NACHRICHT
    (wenn erforderlich): Anbei zwei SPOTREPS des Initial Assessment Teams HQ ISAF und ein Bericht RC N CJMED Chief zu Verletzten Ziv in KDZ. Von diesen Vorgaengen hat nur der engste Kreis Kenntnis. Keine Weitergabe an Dritte!

    … unter anderem der ISAF-Befehl, mit dem ein deutscher Oberfeldwebel mit dem Codenamen „Red Baron 20” suspendiert wurde

    DATE: 4 SEPTEMBER 2009

    FROM: ISAF ALO

    MEMORANDUM FOR RECORD

    SUBJECT: SUSPENSION OF AIRCRAFT CONTROL FOR RED BARON 20

    1. With the ongoing CIVCAS investigation, Red Baron 20 is temporarily suspended from controlling ISAF aircraft in the Afghanistan Theatre of Operations. This restriction will be readdressed after a careful review of the circumstances surrounding the event.

    „OPZ“ bedeutet Operationszentrale. „Befh“ Befehlshaber, „Ziv in KDZ“ Zivilisten in Kunduz.

  69. LeserIn Says:

    Alle reden über die neunzigtausend Geheimdokumente, die Wikileaks veröffentlicht hat. Hier ist die Internetseite, von der man diese Dokumente runterladen kann:

    http://wikileaks.org/wiki/Afghan_War_Diary,_2004-2010

  70. LeserIn Says:

    Die Bundeswehr ist stärker in die Einsätze zur gezielten Tötung von Aufständischen in Afghanistan verwickelt als bisher bekannt. …
    Die Bundeswehr hatte den Taliban-Kommandeur Qari Bashir, der im Raum Kunduz rund 50 Kämpfer unter seinem Befehl hatte, im Jahr 2009 mit dem Vermerk auf eine Jagdliste der Nato setzen lassen, er solle festgesetzt werden. Im November 2009 wurde er bei einer mehrtägigen Operation nordwestlich von Kunduz von US-Spezialeinheiten getötet.

    Spiegel 31.07.10

  71. LeserIn Says:

    Wer hätte von den Ballerfritzen der Bundeswehr etwas andres erwartet?

    Die Bundeswehr hat entschieden, dass Oberst Klein vor einem Jahr beim Tanklaster-Bombardement von Kunduz nichts falsch gemacht hat – er soll nicht einmal abgemahnt werden. Die Entscheidung ist juristisch feinsinnig. Und zeugt von falsch verstandenem Korpsgeist.

    Spiegel 19.08.10

    In der Klage (Geschäftszeichen 1 O 334/10), die am Freitag beim Landgericht Bonn einging, fordern die beiden Berliner Rechtsanwälte Andreas Schulz und Markus Goldbach für den afghanischen Lastwagenfahrer Abdul Malek eine finanzielle Entschädigung, da dieser noch immer unter den Folgen des Angriffs leide.

    Spiegel 04.09.10

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Rechtsanwälte Schulz und Goldbach entschädigt werden. Für ihre feinsinnige juristische Arbeit.

  72. LeserIn Says:

    Den Tod des Bundeswehr-Soldaten Pauli bedauere ich, obwohl er Soldat war. Doch das Blabla des Karl-Theodor zu Guttenberg ist unerträglich:

    Guttenberg spricht vom „Wahnsinn“ in Afghanistan

    „Ich empfinde die gewaltige Schwere der Verantwortung für das Leben eines Soldaten“, sagte er in der St.-Lamberti-Kirche.

    Guttenberg sprach von „perfider und feiger Gewalt“ gegen die Bundeswehr. Die radikalislamischen Aufständischen in Afghanistan würden mit ihrem Handeln „ihre eigene Religion und Kultur nur noch verhöhnen“, sagte der Minister. „Wir empfinden Fassungslosigkeit.“ Der Verteidigungsminister forderte mehr Unterstützung für die Soldaten im Einsatz.

    WELT 15.10.10

    • LeserIn Says:

      Guttenberg sprach von „perfider und feiger Gewalt“ gegen die Bundeswehr.

      Gibt es etwas Feigeres und Perfideres als Drohnen-Angriffe?

      Bei mehreren Drohnenangriffen im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan sollen insgesamt neun Menschen getötet worden sein. … Seit Anfang September starben dadurch mehr als 150 Menschen.

      WELT 16.10.10

  73. LeserIn Says:

    Über das vom schneidigen Freiherrn zu Guttenberg geführte Kriegsministerium:

    Im Ministerium herrsche „allgemeine Verantwortungsdiffusion“, so der Gutachterbefund. Stringente Steuerung sei dadurch „unmöglich“. Mitarbeiter behinderten sich „gegenseitig in Strukturen, die nicht erfolgsfähig“ seien. Die Gesamtorganisation sei „systematisch überstrapaziert“, der Abstimmungsaufwand immens und unverhältnismäßig, das Controlling „weitgehend wirkungslos“.

    Von den 3300 Beschäftigten seien mehr als die Hälfte überflüssig.

    ZEIT 25.10.10

    Meines Erachtens sind alle überflüssig.

  74. LeserIn Says:

    GEFECHTSMEDAILLE

    Guttenberg führt Kämpfer-Orden ein

    Das neue Ehrenzeichen, so sieht es der Erlass vor, soll auch nach dem Tod verliehen werden können. Die erste der neuen Gefechtsmedaillen will Guttenberg am 25. November vergeben.

    SPIEGEL 13.11.10

    Durch Orden- und Preis-Verleihungen ehren die Verleiher zuallererst sich selbst. Am 25. November werden die Kamera-Teams kommen und Guttenberg fotografieren. Der Ausgezeichnete wird nicht mehr als Statist sein.

    http://www.duckhome.de/tb/archives/8523-Die-Angst-des-Theodor-Guttenberg-vor-Mutti-Merkel.html

  75. Verwandte – Jagd « microblog Says:

    […] Betrachter wie ich sehen in einem Fall die Freude am Rausch, im anderen die am Töten (z.B. hier). Oberst Klein (Kunduz) hat man selbst in der Mainstreampresse versuchsweise vorsichtig Freude am […]

  76. bloegi Says:

    Die Bundeswehr ist Teil des öffentlichen Dienst und dementsprechend geht es in ihr zu:

    Der Tod einer Soldatin auf der „Gorch Fock“ hatte schlimmere Folgen als bisher bekannt. … Von Meuterei der Besatzung ist da die Rede, von einem angeblichen Aufhetzen der Kadetten gegen die Schiffsführung, von massiver Nötigung der Soldaten, trotz Höhenangst in die Masten aufzuentern – und sogar der Vorwurf der sexuellen Belästigung eines Offizieranwärters steht im Raum. …

    SPIEGEL 19.01.11

    Die Bundeswehr muss im Fall eines im Dezember getöteten Soldaten ihre Darstellung korrigieren. Bisher war von einem Unglück beim Waffenreinigen die Rede. … So hätten die noch andauernden Ermittlungen ergeben, dass der Hauptgefreite in Wirklichkeit in einem Zelt getötet wurde – durch die Kugel aus dem Gewehr eines Kameraden.

    SPIEGEL 19.01.11

    Der Wehrbeauftragte der Bundesregierung, Hellmut Königshaus, hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eindringlich aufgefordert, einen möglichen Skandal innerhalb der Truppe aufzuklären. … Seinem Schreiben zufolge berichteten Soldaten des Ausbildungs- und Schutzbataillons, „dass deren Briefe nach Deutschland offenbar in großer Zahl und systematisch geöffnet worden seien“. Die Briefe kamen demnach in den vergangenen drei Monaten „in der Heimat teilweise mit Inhalt, aber geöffnet, teilweise auch ohne Inhalt an“.

    SPIEGEL 18.01.11

    Viele andere Zeitungen, Rundfunk- und Fernseh-Sender haben ähnliche Nachrichten verbreitet. Ich zweifle nicht daran, dass sie wahr sind. Im Gegenteil gehe ich davon aus, dass sich derartige Skandale in der Bundeswehr täglich abspielen. Bemerkenswert ist nur das meutenmäßige Verhalten der Massenmedien. Entweder stürzen sie sich alle auf irgendein Thema oder keiner berichtet. Auf diese Weise entsteht ein stark verzerrtes Bild der Wirklichkeit.

  77. Tilman Says:

    Ich verstehe nicht, dass eine moderne Marine ein Segelschiff hat. Disziplin und Teamgeist kann man auch anders lernen. Besonders, wenn wie derzeit zu lesen ist, die „Gorch Fock“ eher ein „Mobbing Schiff“ ist, auf dem es laut Berichten hauptsächlich darum geht, die Offiziersanwärter zu schikanieren.

    Insofern finde ich die heutige Entscheidung des Ministers (Chef suspendiert, Schiff ab nach Hause) sogar gut. Obwohl ich befürchte, dass in 6 Monaten (wenn das Thema vergessen ist) alles wieder wie vorher sein wird. Richtig wäre, das Schiff bei ebay zu versteigern🙂

    • bloegi Says:

      Auf das „Disziplin lernen“ pfeife ich. Aber Segelboot fahren macht großen Spaß, gerade weil man dabei immer etwas zu tun hat. Die dauernde Abhängigkeit vom Wetter und vom Wellengang ist sehr interessant. Ich würde gern auf Rahen klettern und Segel setzen oder reffen, verstehe aber, wenn jemand aus Höhenangst das nicht tun will.

      Das Problem mit Guttenberg ist folgendes: Er klopft ständig markige Sprüchlein. Doch kurz danach tut er Dinge, die mit seinen Sprüchlein unvereinbar sind. So hat er verkündet, er müsse die Ergebnisse der Untersuchung abwarten, bevor er disziplinarisch wirken könne. Die Untersuchung der Vorfälle auf der Gorch Fock ist unter Garantie noch nicht abgeschlossen. Doch Guttenberg hat flugs den Kapitän abgesetzt. Nach dem Bombardement der Tanklaster in Kundus hat Guttenberg verkündet, das sei ganz prima gewesen. Dann hat BILD die Videos veröffentlicht, die die Bombenflieger aufgenommen hatten. Alle konnten sehen, dass nicht die Bundeswehr vor den Taliban geschützt wurde, sondern etwa hundert arme Leute abgeknallt wurden. Tags darauf erklärt Guttenberg, das Bombardement sei „militärisch nicht angemessen gewesen“.

      Am übelsten ist Guttenbergs Abschaffung der Wehrpflicht. Die Wehrpflicht wurde in der französischen Revolution eingeführt, weil sich in den Söldner-Armeen die skrupellosesten Mörder sammeln. Die Hoffnung war, dass bei der allgemeinen Wehrpflicht etliche normal veranlagte Menschen der Armee angehören würden. Die normal veranlagten würden sinnloses, über die Verteidigung hinausgehendes Morden verhindern. Auch wenn diese Hoffnungen nur eingeschränkt wahr wurden, hat der Irak-Krieg erst neulich gezeigt, aus welchem Personal Söldner-Armeen bestehen. Das Problem ist ähnlich wie mit dem Richterstand, in dem sich die Betrüger sammeln, oder der Polizei, in der sich die Sadisten verlustbaren. Ich rate daher dringend zu einer Erweiterung der Wehrpflicht. Wir brauchen eine allgemeine Sozialpflicht. Jeder muss ein oder zwei Jahre seines Lebens opfern um Arbeiten der Kranken- und Altenpflege, polizeiliche und richterliche Aufgaben etc. zu übernehmen.

      • Tilman Says:

        Ja, Guttenberg ist hauptsächlich ein PR-Könner. Darin ist er wirlkich gut.

        Was die Wehrpflicht betrifft: an Ihrer Logik gibts mindestens einen Fehler. Im Vietnam Krieg wurden seinerzeit auch Wehrpflichtige geschickt, die also für eine Sache starben die schon damals als Unsinn bekannt war. Und falls sie nicht starben, wurden sie nach der Rückkehr als Mörder beschimpft. Ihr Satz „Auch wenn diese Hoffnungen nur eingeschränkt wahr wurden“ ist somit *sehr* untertrieben😦

        Die Idee, dass aus „normalen Leuten“ keine üblen Typen werden können bzw. dass dies schwer wäre, wurde leider schon vor Jahren durch Experimente wiederlegt:
        The Stanford Prison Experiment
        The Milgram Experiment

      • bloegi Says:

        Guttenberg ist offenbar ein Geschöpf der BILD-Zeitung:

        Nach einem BILD-Bericht über die Zustände an Bord wurde Kapitän Norbert Schatz noch gestern Abend seines Amtes enthoben, die „Gorch Fock“ zurück nach Deutschland beordert. BILD hatte das Bundesverteidigungsministerium gestern Abend über den Bericht vorab informiert.

        BILD 22.1.2011

        Immer, wenn „BILD berichtet“, zeigt sich Guttenberg entschlossen. Dazu jede Menge Kitsch:

        Der gepanzerte Audi A8 schießt mit knapp 200 Kilometern pro Stunde durch die Freitagnacht zwischen dem osthessischen Fulda und dem unterfränkischen Esselbach, als Karl-Theodor zu Guttenberg der Kragen platzt. „Es reicht!“

        BILD 23.1.2011

        Die Liebe dürfte einseitig sein. Sobald Guttenberg die Quote nicht mehr steigert, wird er fallengelassen wie eine verkochte Kartoffel. Vorschlag an die BILD-Redakteure: Einige von Berlousconis Animationsmädels waren wirklich ganz hübsch. Immer mal wieder ein paar Fotos von denen dürften die Auflage eher steigern als Karl-Theodor und Stephanie.

    • Tilman Says:

      Die FTD (!) hat einen guten Kommentar zu dem Schiff:
      http://www.ftd.de/politik/deutschland/:saufgelage-und-schikanen-wrackt-die-gorch-fock-ab/60003213.html
      Darin steht auch, wie das Schiff angeblich inoffiziell heisst.

  78. LeserIn Says:

    Es wird immer deutlicher, dass K.T.Guttenberg seine Haare geelt,

    stereotyp grinst, markige Sprüche von sich gibt, aber Problemen nicht gewachsen ist.

    Ein Beispiel: Guttenberg hat einen „Gastkommentar“ im Nordbayrischen Kurier veröffentlicht.

    Guttenberg speise die Oberfranken „mit abgedroschenen, völlig nichtssagenden Phrasen“ ab, ärgert sich eine Leserbrief-Schreiberin. Auf fast einer halben Zeitungsseite werde nichts gesagt über Leerstände, verfallende Gewerbebetriebe, fehlende Arbeitsplätze in den ländlichen Gebieten, „schönfärberischer geht’s nimmer“. Ein anderer glaubt „belangloses politisches Geschwafel“ zu lesen und moniert: „Schöne Worte wie ,strategische Konzepte, dynamische Mitte und Doppelstrategie‘ ergeben aneinandergereiht noch lange keinen sinnvollen Kommentar.“
    … meint Passagen wie diese (von Guttenberg geschriebenen): „Eine nicht zu vernachlässigende Rolle nimmt in diesem wichtigen, zukunftsbestimmenden Prozess unbestritten die Regionalplanung ein. Geschuldet ist diese herausgestellte Verantwortung dem Umstand, dass das Faktum regionaler Unterschiede und Besonderheiten kaum Lösungen für die gesamtdeutsche Herausforderung erlaubt.

    Entsprechend sind also auch kommunale, an die Regionen und ihre Eigenschaften adaptierbare, strategische Konzepte notwendig, um den durch die demografische Entwicklung gestellten Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Oberfranken muss sich im Hinblick auf eine solche vorausschauende und entsprechend erfolgreiche sowie nachhaltige Bewältigung der gestellten Aufgaben nicht vorauseilend abducken.“

    Süddeutsche Zeitung 05.02.11

    Noch ein Beispiel:

    „Intransparente und ungesteuerte Reformarbeit“: Verteidigungsminister Guttenbergs Pläne zum Umbau der Bundeswehr stoßen erneut auf massive Kritik – bei den Soldaten und im Kanzleramt. …
    Heftige Kritik am bisherigen Vorgehen Otrembas (Guttenbergs Staatssekretär) übt auch die Gruppe der Soldaten im Personalrat des Verteidigungsministeriums. Für viele Soldaten ergebe sich „das Bild einer intransparenten, ressourcenverschwendenden, ungesteuerten Reformarbeit“, heißt es in einem Schreiben der Gruppe an den Staatssekretär von Mitte Januar. Eine klare Vision, wo es im Ministerium hingehen solle, sei nicht erkennbar. Am Ende könne die gegenwärtige Reform noch hinter die Ergebnisse vorheriger Reformen zurückfallen.

    Süddeutsche Zeitung 05.02.11

    Noch ein Beispiel:

    Guttenberg verliert an Vertrauen in der Truppe

    FOCUS 27.01.11

  79. LeserIn Says:

    Die 25 Jahre alte Sarah Lena S., die im November an Bord des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ ums Leben kam, war offenbar zum Zeitpunkt des Unfalls nicht diensttauglich. Laut Obduktion wog die 25-Jährige bei einer Körpergröße von 1,58 Meter angeblich 83 Kilogramm.

    07.02.11

    Wahrscheinlich wäre es ihr in Afghanistan besser ergangen. Bestimmt lieben die Taliban dicke Frauen.

  80. Guttenbergs Geist « bloegi Says:

    […] [Bundesverteidigungsminister v.u.z.Guttenberg auf der Autobahn zur Hölle] […]

  81. LeserIn Says:

    Auswüchse des Wahnsinns auch in heimischen Kasernen der Bundeswehr

    Die zwei kleinen Jungen liegen unter einem Tarnnetz, vor ihnen ein Haufen Sandsäcke: Der eine Knirps kauert hinter einem Sturmgewehr, der andere kniet hinter einem Maschinengewehr. So hat es sich offenbar am 11. Juli 2009 am Tag der offenen Tür der Karfreit-Kaserne im oberbayerischen Brannenburg abgespielt – das linksautonome oberbayerisch-österreichische Bündnis Rabatz hat an diesem Dienstag entsprechende Fotos veröffentlicht.

    Kriegsspiele für Kinder bei der Bundeswehr – die jüngsten Bilder kommen für die Truppe zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Kinder Ende Mai bei einer Öffentlichkeitsveranstaltung der Gebirgsjäger in Bad Reichenhall unter Anleitung von Soldaten mit Zielerfassungssystemen von echten Panzerfäusten auf kleine Holzhäuser zielen konnten. Auf dem Gelände der General-Konrad-Kaserne war dafür eigens eine Miniaturstadt aufgebaut worden, sogar ein Ortsschild gab es: „Klein-Mitrovica“.

    Gebirgsjäger waren in der Vergangenheit immer wieder in Skandale verwickelt. So wurden etwa 2006 Bilder von einer Leichenschändung in Afghanistan bekannt: Soldaten aus Mittenwald hatten mit Schädeln von Toten posiert. Im vergangenen Jahr wurde öffentlich, dass Rekruten bei den Gebirgsjägern in Mittenwald unter anderem rohe Schweineleber essen mussten – als Mutprobe.

    SPIEGEL 07.06.11

    • bloegi Says:

      Die Gebirgsjäger in Bad Reichenhall hatten am Tag der offenen Tür am 28. Mai Minderjährige mit echten Zielerfassungssystemen von Panzerfäusten auf ein Miniatur-Dorf zielen lassen, auf dessen Ortsschild „Klein-Mitrovica“ stand. Daneben konnten die jungen Besucher Gewehre und Pistolen in Anschlag bringen. Im Zweiten Weltkrieg waren Gebirgsjäger in der kosovarischen Stadt Mitrovica an einem Massaker an Einheimischen beteiligt. Von 1999 an waren Gebirgsjäger als Mitglieder der Friedenstruppen wieder im Kosovo stationiert.

      Süddeutsche Zeitung 7.6.2011

      Im Juristenklo des Savigny-Hauses in Marburg steht: „Serbien muss sterbien!“

  82. LeserIn Says:

    Stuttgart – Eine Parteispende des Waffenherstellers Heckler & Koch bringt die FDP In Erklärungsnot. Denn die Zuwendung könnte im Zusammenhang mit einem Mexiko-Geschäft stehen. Ein Teil der Summe floss an jenen FDP-Kreisverband, dem Ernst Burgbacher angehört – parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, das federführend bei Rüstungsexporten ist.

    Firmeninterne Mails, die Ermittler bei einer groß angelegten Durchsuchung am 10. November in Oberndorf beschlagnahmt hatten, legen nach damaligen Aussagen der Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart die Vermutung nahe, dass diese Spende „gezielt im Hinblick auf eine bestimmte Genehmigung zum Export von Waffen nach Mexiko platziert wurde“.

    Die Spende sei an eine Partei geflossen, der auch ein Beamter angehöre, der für die nötigen Ausfuhrgenehmigungen zuständig sei, hatte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft damals erklärt.

    SPIEGEL 10.12.11

    Vor nicht langer Zeit hat in Hessen Volker Bouffier seiner Polizei einen kompletten Satz neuer Heckler&Koch-Pistolen geschenkt. Bezahlt natürlich nicht mit seinem eigenen Geld.

  83. Dumm gelaufen « bloegi Says:

    […] seine bisherige abgenutzt ist. Währenddessen wird über den Einsatz des tüchtigen Beamten als Major der Bundeswehr in Afghanistan […]

  84. LeserIn Says:

    Es ist bodenlos.

    Der Bundeswehroberst Georg Klein – bekannt geworden durch die Kundus-Affäre- soll zum General befördert werden. Das Verteidigungsministerium bestätigte am Mittwoch in Berlin entsprechende Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Der 51-Jährige wird zunächst Abteilungsleiter im neuen Bundeswehramt für Personalmanagement. Das hat dann einige Monate später die Ernennung zum Brigadegeneral zur Folge.

    Klein hatte vor drei Jahren in Afghanistan die Bombardierung zweier Tanklastzüge in der Nähe von Kundus veranlasst. Dabei kamen im September 2009 mehr als 100 Menschen ums Leben, darunter viele Zivilisten.

    Wegen des Luftangriffs hatte die Staatsanwaltschaft gegen Klein ermittelt. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Die Bundeswehr verzichtete nach mehrmonatiger Prüfung auch darauf, ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Die Hinterbliebenen der Kundus-Opfer bekamen später jeweils 5000 Dollar (4030 Euro) zugesprochen.

    Ministeriumssprecher Stefan Paris sagte zu der Beförderung, Klein sei „dafür gut geeignet“.

    stern 08.08.12

    Bis zu seinem Tod wird Klein ein hohes Vielfaches von 5000 Euro ZUSÄTZLICH bekommen.

  85. LeserIn Says:

    Traditionsgemäß sind Militärs besonders dumm und besonders skrupellos.

    Bundeswehr soll schrottreife Gewehre gekauft haben

    Erst der Euro-Hawk-Skandal, jetzt droht Verteidigungsminister de Maizère neuer Ärger. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt bei der Bundeswehr wegen Korruptionsverdachts. … richten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unter anderem gegen einen General im Verteidigungsministerium und gegen Mitarbeiter des BAAINBw (Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) sowie gegen Verantwortliche eines deutschen Rüstungsunternehmens. … Den Vorwürfen zufolge sollen Gewehre für die Bundeswehr beschafft und an die Truppe geliefert worden sein, obwohl bei wehrtechnischen Untersuchungen der Waffen schwerwiegende Mängel festgestellt wurden …

    WELT 26.05.13

    • Tilman Says:

      Das könnte ein Aufwärmen dieser Geschichte sein:
      http://www.zdf.de/Frontal-21/Die-Themen-der-Sendung-vom-27.-November-2012-25438326.html
      Die Stellungnahme des Herstellers ist allerdings deutlich überzeugender:
      http://www.heckler-koch.com/en/military/company/news/detail/article/communique-current-media-reports-regarding-the-g36-assault-rifle.html

      Ständiges Dauerfeuer geht mit gar keiner MP. Nur im Film. Es gibt einige youtube videos wo Leute zeigen, was passiert wenn man ein Magazin nach dem anderen leerfeuert.

      • bloegi Says:

        Sie zitieren eine Eigendarstellung von Heckler&Koch. Kein vernünftiger Mensch, nicht einmal ein korrektes Gericht kann das als Beweis akzeptieren. In der Tat ist die Konstruktion einer brauchbaren Maschine ein Glücksfall, der selbst Genies nur selten gelingt. Schon die Konstruktion eines sitzbaren Stuhls überfordert die meisten Menschen total. Um wie viel mehr gilt das für ein Schnellfeuer-Gewehr. Das viele Plastik bei Heckler&Koch ist heikel. Ähnliches z.B.

        WARUM WERDEN WIR SOLDATEN VOM TALIBAN ZU SCHANDEN GEBALLERT (M4 ./. AK47)?
        Warum benutzt das beste Militär der Welt eine POS-M4-Flinte, die der 1949 entwickelten AK47 bei Weitem unterlegen ist? … Wichtigster Punkt ist, dass die AK47, die vom Taliban benutzt wird, weiter schießt als die USA-M4-Flinte. Obendrein ist die AK47 viel zuverlässiger.

        WHY ARE US SOLDIERS OUTGUNNED BY THE TALIBAN (M4 VS AK47)?
        Why is the best military in the world using a POS M4 rifle that is pretty much inferior to a 1949 designed AK47? Why did the US military trade in the M14 for the crappy M16? What were they thinking? Is this just political corruption that the US can’t use a better rifle today?

        Major issue is that the AK47 used by the Taliban can out shoot (distance) a US M4. Not to mention the AK is far and away more reliable.

        http://www.godlikeproductions.com/forum1/message1077028/pg1

        Die/der/das AK47 ist als „Kalaschnikow“ bekannt.

      • Tilman Says:

        Klar ist es eine Eigendarstellung. Diese war aber für mich durchaus plausibel, auch wenn H+K eine Firma ist die mit Töten von Menschen Geld verdient. Frontal 21 ist zwar durchaus interessant, aber nicht immer wirklich seriös. Damals habe ich auch noch zum Thema gegooglet, in Foren von Waffenkennern war der Konsens dass die F21 Leute keine Ahnung vom Thema haben, und dass Dauerfeuer jede Waffe erhitzt und ungenau macht.

        Und die BILD, als Quelle, ist sowieso nicht immer seriös.

        Vielleicht ist die Kalaschnikow wirklich besser. Wundern würde es mich nicht. Die G36 klingt nach einem „designed by comittee“ Produkt, während die Kalaschnikow von Mickael Kalaschnikow designed wurde.
        http://en.wikipedia.org/wiki/Design_by_committee

        (Nur für den Fall dass dazu Fragen kommen: Ich war nicht beim Bund, und hatte noch nie eine Waffe in der Hand, und bin sehr friedlich)

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