Rechtsradikaler Schützenkönig

Die folgende E-Mail hat gerade Gerhard W. geschickt:

Meldung stammt vom WDR2-Radio Siegen

Schützenkönig kommt Rauswurf zuvor

Der Schützenkönig von Lennestadt-Maumke ist seinem Vereinsausschluss wegen rechtsradikaler Äußerungen zuvor gekommen. Auf einer Vorstandssitzung erklärte er sich gestern Nachmittag bereit, sein Amt niederzulegen und aus dem Schützenverein St. Sebastian auszutreten. Der Schützenkönig und seine Frau sollen vor einer Woche auf dem Fest eines befreundeten Vereins mit rechtsradikalen Parolen aufgefallen sein. Der Vorstand des Maumker Schützenvereins hatte ihn daraufhin vorläufig aus dem Verein ausgeschlossen und ihm die Königswürde aberkannt. Dagegen hatte der Mann Beschwerde eingelegt. Gestern Mittag beschloss der erweiterte Vorstand einstimmig, die Beschwerde abzulehnen. Daraufhin erklärte der König seinen Rücktritt.

In Hessen wäre das nicht passiert. Ich meine nicht die rechtsradikalen Parolen. Die hört und liest man hier zuhauf. Aber dass einer, der rechtsradikale Parolen grölt, aus seinem Verein ausgeschlossen wird, ist hier unvorstellbar.

Dass viele Vereine rechtsextrem sind, gilt immer noch als Tabu. Der in Blögi erschienene Artikel Das Bier 1888 hat dieses Thema angekratzt und entsprechend starke Reaktionen der Betroffenen ausgelöst. Ich werde voraussichtlich noch mindestens eine dieser Reaktionen veröffentlichen.

Ulrich Brosa
über Schützenvereine

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5 Antworten to “Rechtsradikaler Schützenkönig”

  1. bloegi Says:

    Maumke ist Ortsteil von Lennestadt.
    In Lennestadt ist ordentlich was los.

    Im Sauerland formieren sich die Neonazis

    Autonome Nationalisten Lennestadt

    Der Schützenkönig von Maumke-Lennestadt war kein Einzelgänger.

  2. LeserIn Says:

    Kieler Nachrichten 19.08.09

    Gettorf – Ingrid Meyer, Vorsitzende der Schützensparte des Gettorfer Sportclubs (GSC), ist am Boden zerstört. Bei einem Einbruch in das Schützenheim wurden nicht nur alle vereinseigenen, sondern auch etliche Waffen von Mitgliedern gestohlen …
    Die GSC-Schützen sind Untermieter des Gettorfer Schützenvereins (GSV). Dass dessen Waffenkammer von den Einbrechern verschont wurde, kann sich GSV-Vorsitzender Manfred Voth nur damit erklären, dass die Täter eventuell gestört worden sind. Den wirtschaftlichen Schaden des Einbruchs gab er mit rund 60000 Euro an.

  3. LeserIn Says:

    Deutschlandradio Kultur 12.08.2009

    „Wir haben einen Hinweis bekommen aus einer Kommune. Dort ist es aufgefallen, dass Schießstand und Schule in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. Wir haben dann eine Anfrage an die Landesregierung gestellt und waren über das Ergebnis in der Tat selbst überrascht. Wir wissen jetzt definitiv, dass es in Nordrhein-Westfalen 122 Schießstände an Schulen gibt und 29 Schießstände, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Schulgebäude auf dem Schulgebäude untergebracht sind.“

    „Wenn es nach mir ginge, dann würde es keine Schießstände an Schulen geben. Ich denke, das vereinbart sich nicht miteinander.“

    Es folgten wütende Proteste des Schützenbundes, der rund 130.000 Mitglieder in Nordrhein-Westfalen hat. Auch im Vereinsheim St. Hubertus in Köln ist die Drohung aus Düsseldorf seither Thema Nummer 1 am Stammtisch.

  4. LeserIn Says:

    Verräterischer Satz in einem Jubelartikel über einen Schützenverein:

    Wer in Lendringsen rechts steht, der wird König. So will es die Tradition. Als Rogalla zum Stand ging, rief alles: „Seht mal, der Werner geht nach rechts.” Als König kam er dann zurück und ließ sich feiern. 202 Schuss Munition hatte man insgesamt dafür gebraucht.

    Giftiger Kommentar darunter:

    Wie man sieht dürfen in diesem Verein auch insolvente Personen auf den Vogel schiessen!!!

    DER WESTEN 14.7.2009
    DER WESTEN löscht seine Artikel rasch. Darum hier ein Zitat über Lennestadt, deren Ortsteil Maumke ist:

    Angesichts der neuerlichen Propaganda-Straftaten der rechten Szene in Lennestadt hatte sich auf der Internetseite „Wer-kennt-wen“ in Elsper Kreisen ein Diskussionsforum gebildet, in dem die Frage „Brauchen wir in Elspe eine Bürgerwehr?“ diskutiert wurde.

    Bestürzung war deutlich spürbar, als Roger Kuhn die Ausmaße rechtsextremer Straftaten anhand von Bildern, Musik und Statistiken vorführte und deutlich machte, dass Rechtsextremismus bereits in latenter Form an vielen Stammtischen lauere.

    DER WESTEN 19.6.2008

  5. LeserIn Says:

    Schützenkönige, die statt einer Königin einen Gemahl an ihrer Seite führen, wird es in Nordrhein-Westfalen künftig nicht mehr geben. So hat es der nach eigenen Angaben bundesweit größte traditionelle Schützenverband am Sonntag beschlossen. Zwar soll es weiterhin homosexuelle Schützenkönige geben, deren Partner soll den Thron aber nicht besteigen dürfen. Stattdessen soll der Regent mit einer „Ersatzkönigin“ – etwa seiner Schwester oder einer Bekannten – bei offiziellen Anlässen erscheinen. Die Frau an der Seite eines solchen schwulen Schützenkönigs könnte dabei durchaus selbst homosexuell sein.

    Zu dieser Entscheidung war es gekommen, nachdem Schützen aus Münster und Paderborn ein Verbot gleichgeschlechtlicher Schützenpaare beantragt hatten.

    Auslöser für die Debatte war der damals 44 Jahre alte Dirk Winter, der im Sommer 2011 bei der Bruderschaft St.-Wilhelmi-Kinderhaus in Münster aus einem Wettschießen als Schützenkönig hervorgegangen war. Als Schützenkönigin wählte er seinen Lebenspartner, was den Dachverband der Schützenvereine in NRW, eben den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, aufbrachte. Am Ende einigten sich Verband und Königspaar auf einen Kompromiss: Beim Bundeskönigsschießen in Harsewinkel lief der Königsgemahl hinter dem Schützenkönig statt, wie sonst üblich, neben ihm.

    „Das öffentliche Auftreten als gleichgeschlechtliches Königspaar oder Prinzenpaar ist mit der christlichen Tradition der Bruderschaften nicht vereinbar“, heißt es in dem nun auf der Bundesvertreterversammlung beschlossenen Antrag. „Repräsentanten müssen durch ihr Auftreten zum Ausdruck bringen, dass sie die Grundsätze des christlichen Glaubens mittragen.“ Das Sakrament der Ehe habe eine wesentlich tiefere Bedeutung als jede andere Lebenspartnerschaft.

    SPIEGEL 11.03.12

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