Sexsklavinnen-Halter-Prozess in Marburg?

Schneewittchen und die sieben Zwerge
(Schneewittchen von 7 Zwergen als Sexsklavin gehalten. Böse Stiefmutter war in Wirklichkeit Frauenrechtsbeauftragte.)

Hat ein blinder Rentner die begehrenswerte Tochter eines Verfassungsschutz-Beamten jahrelang hinter seinem Lattenrost in einem Gemeinschaftskeller gefangen gehalten? Derartigen aus aktuellem Anlass aufkommenden Gerüchten trat der Richter Dr. Carsten Paul im Landgericht Marburg am 17.4.2008 entgegen, indem er aus einem Urteil vorlas, das der Richter Grebe im Amtsgericht Marburg über den blinden Greis Lubomir Ivancik am 28.9.2004 fällte (1 Js 14679/03-59 Ds):

1. An einem nicht mehr feststellbaren Tag im Juni oder Juli 2000 schlug der Angeklagte seiner damaligen Lebensgefährtin Frau G., mit der er seit März 2000 ein gemeinsames Kind hat, im OBI-Baumarkt mit der Hand so ins Gesicht, dass diese eine Schwellung am Kiefer erlitt und Kauprobleme hatte.

2. Am darauf folgenden Tag im Schlafzimmer der damaligen gemeinsamen Wohnung in Marburg in der O…Allee… schüttelte der Angeklagte Frau G. im Schlafzimmer so heftig, dass diese hierbei Schmerzen erlitt. Grund hierfür war, dass die beiden einen verbalen Streit hatten und der Angeklagte wollte, dass Frau G. still ist.

3. An einem Tag im August oder September 2001 trat der Angeklagte Frau G. vor dem Haus in der O…Allee… auf offener Straße mehrfach mit den Füßen gegen ihre Beine, so dass sie Schmerzen erlitt. Ursache hierfür war ein Streit zwischen den beiden über den Transport von Wasserkisten ins Haus.

4. Im April 2002, eine Woche nach Ostern, warf der Angeklagte Frau G. in dem Bad der damaligen gemeinsamen Wohnung aufgrund eines Streites darüber, welche Kleidung das gemeinsame Kind tragen sollte, mit solcher Wucht auf den Fußboden, dass diese heftige Schmerzen am Rücken und Ellenbogen erlitt.

5. An einem Tag im Mai 2002 kam es zwischen dem Angeklagten und Frau G. in der gemeinsamen Wohnung zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Angeklagte Frau G. an der linken Hand verletzte, die hierdurch eine starke Prellung am linken Daumen erlitt und sich noch am Abend in ambulante Behandlung begeben musste.

6. Am 27. Januar 2003 würgte der Angeklagte Frau G. in der gemeinsamen Wohnung aufgrund eines Streites darüber, welchen Kindergarten das gemeinsame Kind besuchen sollte. Diese rief daraufhin die Polizei. Frau G. erlitt durch diese Behandlung Schmerzen. Gerötete Stellen am Hals waren auch nach dem Eintreffen der Polizeibeamten sowie bei dem Besuch des Hausarztes Dr.M. am selben Tage noch zu sehen, ebenso Kratzspuren im Bereich beider Kiefergelenke. Sie erlitt des Weiteren eine Kehlkopfprellung und wurde durch den Vorfall psychisch stark belastet.

Der „Angeklagte“ ist Lubo. „Frau G.“ ist das Mädel, das damals bei ihm wohnte und zwar freiwillig. Sonja ist zwar etwa 45 Jahre jünger als er, galt aber damals schon als erwachsen. Sonja ist die Tochter des Verfassungsschützers Peter Giebler. Der ist ebenfalls viel jünger als Lubo. Vermutungen, Lubos unehelicher Schwiegervater könne zugleich Lubos unehelicher Sohn sein, entbehren jedoch jeder Grundlage.

Lubo bestreitet gegenwärtig alle Vorwürfe und erhebt den Gegenvorwurf, Sonjachen habe „Arschloch“ zu ihm gesagt.

Richter Grebe hat Lubo wegen der Vorwürfe 1 bis 6 zu 95 Tagessätzen verurteilt. Zwecks Berufung wandte sich Lubo vertrauensvoll an den renommierten Marburger Rechtsanwalt Fiedler. Dieser hielt Lubo vor, wie schrecklich sei, dass er mit 95 Tagessätzen als vorbestraft gelte. Es sei von entscheidender Bedeutung die Strafe unter 90 Tagessätze zu drücken. Jedesmal, wenn Rentner Lubo sich auf einen Arbeitsplatz bewerben will, wird ihm die Vorstrafe auf dem polizeilichen Führungszeugnis vermerkt. Lubo zeigte sich einsichtig. Er gestand die ihm zur Last gelegten Schandtaten vollumfänglich und verhielt sich ansonsten in der Berufungsverhandlung ruhig. Der damalige Vorsitzende der Berufungskammer Hans Goswin Stomps erstellte daraufhin eine günstige Sozialprognose (d.h. Stomps sagte voraus, Lubo werde zukünftig artig sein) und senkte die Strafe auf 80 Tagessätze.

Dieses Urteil wurde rechtskräftig. Lubo sollte die 80 Tagessätze als Musiklehrer abarbeiten. Er weigerte sich aber, indem er sagte, er sei durch die Trennung von seiner Tochter Vladana (der Enkelin des Verfassungsschützers) zu stark psychisch belastet, als dass er Kinder unterrichten könne. Da rückte am 15.6.2006 die Marburger Polizei an um Lubomir in die Justizvollzugsanstalt Frankfurt-Preungesheim zu verbringen. Die Polizei, obwohl sie keine nennenswerten Probleme hatte Lubos Ungehorsam zu überwinden, zeigte Lubo wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte an. Das ist die Vorgeschichte des gegenwärtigen Prozesses gegen Lubo, der am 17.4.2008 begann.

Das zitierte Urteil des Richters Grebe ist juristisch hochinteressant. Offenbar wurde das Strafverfahren gegen Lubo wegen Körperverletzung ohne einen einzigen Strafantrag der verletzten Frau G. durchgeführt. Das ist den Zeiten der Streitigkeiten zu entnehmen. Strafanträge müssen wegen § 77b StGB innerhalb von 3 Monaten gestellt werden. Das Strafverfahren gegen Lubo kann nur mit der Behauptung eingeleitet worden sein, es habe „besonderes öffentliches Interesse“ an seiner Verfolgung bestanden. Diese Behauptung ist aber fragwürdig, weil an Grebes Verhandlung weder Amts- noch Staatsanwalt teilnahmen. Aanwezig war nur die Rechtsreferendarin Fröhlich.

Das „öffentliche Interesse“ ist eine der wichtigsten Waffen der Staatsanwaltschaften um opportunistisch zu entscheiden. Als die Gießener Oberbürgermeister-Kandidatin Angela Gülle dem Jörg Bergstedt beim Wahlkampf so heftig ins Gesicht schlug, so dass seine Brille davonflog und zerschellte, stellte Staatsanwalt Vaupel das Ermittlungsverfahren gegen Gülle wegen angeblich mangelnden öffentlichen Interesses ein. Als ein Feiernder des Marburger Marktfrühschoppens (eine rechtsradikale Veranstaltung) einer protestierenden Frau ins Gesicht schlug, stellte Oberstaatsanwalt Jörg das Ermittlungsverfahren gegen den Schläger mit der Behauptung ein, öffentliches Interesse daran sei nicht vorhanden.

Normalerweise hätte die Staatsanwaltschaft Frau G. kühl verwiesen, sie hätte versäumt „form- und fristgerecht“ Strafantrag zu stellen. Schlafzimmer-Geschichten könnten höchstens öffentliches Interesse erregen, wenn einer der beiden Kombattanten schwere Verletzungen erlitten hätte. Sonja G. aber ist die Tochter eines Verfassungschutz-Beamten.

Der Verhandlung am 17.4.2008 war noch aus einem anderen Grund brisant. Die Polizisten Dirk Gnau und Peter Pötzl, die am 15.6.2006 losgeschickt worden waren um Lubo nach Preungesheim zu verfrachten, haben beide ausgesagt, sie hätten zu Beginn ihres Auftrags von Lubos Sehbehinderung nichts gewusst. Ihr Vorgesetzter, der Dienstgruppenleiter Jürgen Wege, hat dagegen ausgesagt, er habe Gnau und Plötzl von Lubos Blindheit unterrichtet. Hätte Wege das nicht getan, hätte er sich einer schweren Verfehlung schuldig gemacht. Denn ein Blinder hat wesentlich weniger Möglichkeiten zielgerichtet gewalttätig zu sein, während Polizisten verpflichtet sind angemessen zu handeln. Lubos Verteidiger Tronje Döhmer forderte Richter Paul auf die Aussage Weges zu protokollieren. Paul wollte das zuerst nicht, er kann sich wohl vorstellen, was kommen wird, gab aber schließlich dem Antrag statt. Die Ablehnung eines solchen Antrags könnte ein Revisionsgrund sein.

Jetzt noch einige Erläuterungen zu einem Tabu-Thema: Ein Mann, der Frauen nicht verprügeln will, interessiert sich nicht für sie. Welche Freude sollte ein Mann am Leben sonst haben? Der oft beklagte Geburtenrückgang geht auf die Missachtung dieser einfachen Wahrheit zurück. BefürworterInnen der Menschenvermehrung sollten für die Aufhebung des Prügel-Verbots kämpfen. Noch steiler könnten Geburtenraten nach oben schnellen, wenn Männern erlaubt würde sich ohne Unterhaltszahlungen davonzumachen. Ich unterstütze die Frauen-Emanzipation aus tierrechtlichen Gründen. Wegen der großen Massen von Menschen sind fast alle anderen Tiere in die Klemme geraten. Versuche die Massen mit Kriegen zu reduzieren haben sich als untauglich erwiesen. Das Frauen-Prügel-Verbot scheint dagegen ein probates Mittel zu sein.

Die nächste Verhandlung gegen Lubo in derselben Sache soll am

9.5.2008 ab 9 Uhr wieder im
Saal 104 des Landgerichts Marburgs

stattfinden.

Ulrich Brosa


Diese Aufnahme entlarvt die sexuelle Gier, mit der die sieben Zwerge Schneewittchen bedrängten.

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12 Antworten to “Sexsklavinnen-Halter-Prozess in Marburg?”

  1. Wie ein Dschihadist im Paradies « bloegi Says:

    […] bloegi Blöde Geschichten « Sexsklavinnen-Halter-Prozess in Marburg? […]

  2. Vogtraiders Blog Welt:-) » Blog Archive » Wie ein Dschihadist im Paradies Says:

    […] war Recht zu erkennen.” Das ist der Schlüsselsatz des gesamten Prozesses. Schu war bei der Verhandlung am 17.4.2008 nicht dabei. Er weiß nicht, dass die Polizeibeamten zugaben Lubo mit einer Lüge übertölpelt zu […]

  3. Fronten-Begradigung « bloegi Says:

    […] wäre noch vor einem halben Jahr in Marburg unmöglich gewesen. Ein lebenslustiger Greis, der Studentinnen verhaut, kleine Mädchen entführt, Widerstand gegen Polizeibeamte leistet und sogar bundesdeutsche […]

  4. Volksheld Lubomir « bloegi Says:

    […] kann zur Beschreibung der Verhandlung am 17.4.2008 noch einiges […]

  5. bloegi Says:

    Endlich ist das angebliche Märchen von Schneewittchen und den 7 Zwergen aufgeklärt. Siehe Bild und Text ganz oben in diesem Thread.

  6. bloegi Says:

    Schneewittchen kommt nicht zur Ruhe. In einem Video-Clip mit der protofaschistischen Musikgruppe Rammstein muss sie als drogensüchtige Domina den Mitgliedern von Rammstein, die ihrerseits als masochistische Zwerge verkleidet sind, die Hintern verhauen.

    Aufdringlich das Pathos. Rammstein ist im Grund eine DDR-Musikgruppe, eine Fortsetzung von Karat und Puhdys, aber sogar in Mexiko sehr erfolgreich; wegen eines Anti-USA-Lieds erfolgreicher als Michael Jackson. So erobert die DDR doch noch die Welt.

    Was jetzt noch fehlt, ist eine Vampir-Version. Das untote Schneewittchen saugt erst die Stiefmutter, dann die sieben Zwerge und zum Schluss den Prinz leer.

  7. bloegi Says:

    Wenn Silvana (die Waldartige) Koch-Mehrin im Kreis ihrer FDP-Kollegen auftritt, wird sie wegen ihrer Körpergröße „Schneewittchen zwischen Zwergen“ genannt. Das waldartige Schneewittchen hat in einem Interview mit der BUNTEN ihre männlichen Kollegen im Europa-Parlament wie folgt gegeißelt:

    „Die Sitzungstage sind wie Ausflüge ins Landschulheim – nach dem Motto: Hier sieht mich keiner, hier kann ich machen, was ich will“ … Nach den Sitzungen gehe man essen und dann ins Hotel – oder feiere in Bars. Die Prostituierten in Straßburg seien keine Randerscheinung.

    Dazu Wallstreet-Online:

    Deutsche Zeitungen verbreiteten sich genüsslich über das ausschweifende Leben in Straßburg, das während der monatlichen Plenarsitzungen für ein paar Tage in „Straps-Burg“ verwandelt werde.

    Doch die gegeißelten Mannen sind anders als Rammstein nicht alle masochistisch veranlagt:

    Der Vorsitzende der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), Joseph Daul, forderte Koch-Mehrin zu einer „öffentlichen und offiziellen“ Entschuldigung auf. Sie habe die Abgeordneten „beschmutzt und beleidigt“, entrüstete sich der Franzose. Der Chef der Grünen-Fraktion, Daniel Cohn-Bendit, spricht von einer „dümmlichen Sauberkeitskampagne“ – entsprungen aus den „Phantasien von Frau Koch-Mehrin“.

    Sie wollten Koch-Mehrin nicht zur Vizepräsidentin des Europa-Parlaments wählen.

  8. LeserIn Says:

    Sexsklavinnen-Halter-Prozesse in Wien und sonstwo

    Nach der Klage von Natascha Kampuschs Mutter, Brigitta Sirny, gegen Ludwig Adamovich, Leiter der Evaluierungskommission im Kriminalfall Kampusch, steht nun ein Prozess bevor. Sirny hatte (gegen) den Ex-Verfassungsgerichtshof-Präsidenten im September wegen übler Nachrede geklagt. …
    Hintergrund der Privatklage gegen Adamovich: Der Leiter der vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission hatte in einem Interview mit der „Kronen Zeitung“ unter anderem erklärt, die Zeit ihrer Gefangenschaft wäre für Kampusch womöglich „allemal besser“ gewesen „als das, was sie davor erlebt hat“. …

    Der Standard 02.11.09

    Das zu hören ist für eine Mutter natürlich hart.

    Die Anklagebehörde hat … gegen Ernst H. (46), einen früheren Bekannten des Entführers Wolfgang Priklopil, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bisher war formal gegen „unbekannte Täter“ ermittelt worden. H. befindet sich, wie berichtet, seit Langem im Visier der Polizei. Außerdem sollen zwei in Deutschland lebende Personen, die angeben, über Beweismittel zu verfügen, einvernommen werden. …

    Die Presse 08.11.09

  9. Oberstaatsanwalt Willanzheimer – bösartiger und perfider denn je « bloegi Says:

    […] wurde kurzfristig geändert. Zuständig war auf einmal die 2.Strafkammer mit dem Vorsitzenden Dr. Carsten Paul. Richter Paul erwies sich als echter Kumpel des Oberstaatsanwalts Willanzheimer. Paul, der […]

  10. LeserIn Says:

    FOCUS Online: Mr. Skinner, angenommen, ich wollte mir einen Sklaven kaufen. Woher würde ich ihn bekommen?

    Skinner: …

    FOCUS Online: Und von Deutschland aus?

    Skinner: Da müssten Sie an die tschechische Grenze fahren. Dort gibt es eine Straße, an der Menschenhändler Frauen als Sexsklaven verkaufen…

    Focus 23.08.10

  11. bloegi Says:

    Makaberes im Spiegel vom 31.3.1997 mit dem Verfassungsschützer Peter Giebler:

    Wenn sie auf die Stelle blickt, an der einst im Jugendklub „Neues Leben“ in Rathenow der Tresen stand, kommt Monika Schilling die kalte Wut: „Noch vor einem Jahr tobte hier das Leben.“

    Jetzt werden die Räume nur noch besenrein gemacht. Für die Vorsitzende des Jugendhilfe-Vereins sind die Schuldigen klar: „Das Projekt mit dem Verfassungsschutz brachte das Aus.“

    In der Braunkohlestadt Senftenberg etwa, deren Jugend als ausgesprochen gewaltbereit gilt, gründete sich über Diskussionen am Runden Tisch der Verein „Regenbogen e. V.“. Einer der Initiatoren ist Peter Giebler vom Verfassungsschutz, der Lottomittel für den Aufbau einer Fahrradwerkstatt vermittelte.

    Die Jugendlichen sollten „mitbringen, was deutsch ist“, vornehmlich Nationales. Prompt schleppte die Rathenower Jugend stapelweise NS-Propagandamaterial an. Die in der folgenden Ausstellung unkommentierte Darbietung von Hakenkreuzliteratur ohne kontrastierende Darstellung der Opfer des Nationalsozialismus mißfiel nicht nur Pädagogen und Stadtverantwortlichen.

    Zum Eklat geriet die Provokation, als sich herausstellte, daß der Geheimdienst hinter dem Projekt stand. …

  12. LeserIn Says:

    Immer mehr im Fall Natascha Kampusch deutet auf einen Polizei- und Justizskandal hin. Die Hypothese ist, dass Kampusch nicht von Priklopil allein entführt wurde, im Haus Priklopils halbwegs frei lebte und dort mehr Männern als nur Priklopil begegnete. Priklopil soll sich nicht das Leben genommen, sondern umgebracht worden sein, als sein Ein-Mädel-Bordell aufflog. Als Ergebnis der ‚Ermittlungen‘ wurde behauptet, Priklopil sei der einzige Mann im Leben Kampuschs gewesen.

    Franz Kröll wollte kein Lügner sein. Er, Oberst bei der Wiener Polizei, der als gradlinig, unbestechlich und akribisch galt, konnte sich nicht überwinden, im Fall der jahrelang entführten Natascha Kampusch ein Ermittlungsergebnis zu präsentieren, das er für Unfug hielt. „Ich setze mich da nicht hin und lüge allen ins Gesicht“, sagte er einem Vertrauten.

    Am 8. Januar 2010 gab die Oberstaatsanwaltschaft Wien auf einer Pressekonferenz bekannt, das Verbrechen sei aufgeklärt, der Fall abgeschlossen und es gebe definitiv nur einen Täter. Kröll, führender Ermittler in der Causa Kampusch, fehlte bei dem Termin.

    Knapp sechs Monate später wurde Franz Kröll, 59 Jahre, tot auf der Terrasse vor seiner Wohnung in Graz aufgefunden. Kopfschuss.

    Krölls Tod hatte Folgen. Johann Rzeszut, ehemaliger Präsident des Obersten Gerichtshofs in Wien, nahm sich den Fall Kampusch noch einmal vor. Er recherchierte und brachte so ein Verfahren gegen die in der Causa verantwortlichen Staatsanwälte Werner P., Thomas M., Gerhard J., Hans-Peter K. und Otto S. ins Rollen, weil sie nicht korrekt ermittelt haben sollen. Im November 2011 wurde das Verfahren gegen die fünf Staatsanwälte wegen Amtsmissbrauch eingestellt. Ob dies rechtens war, das prüft derzeit in Wien ein parlamentarischer Unterausschuss mit 25 Politikern aus fünf verschiedenen Parteien.

    SPIEGEL 02.03.12

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