Der Mann, der jetzt Leitender Oberstaatsanwalt in Marburg ist, hat die Strafverfolgung des Nationalsozialistischen Untergrunds vergeigt

Aktuelle Nachrichten über die Unterstützer des NSU finden Sie in den Kommentaren am Ende dieses Threads.

Arndt Peter Koeppen

[Das ist Arndt Peter Koeppen, oh wie süß(CDU)! Er ist jetzt Leitender Oberstaatsanwalt in Marburg.]

Koeppen ist an erster Stelle dafür verantwortlich, dass die Mörder des Nationalsozialistischen Untergrunds zehn Menschen ins Jenseits befördern, Bombenanschläge und ungezählte Banküberfälle verüben konnten.

Koeppen war von 1993 bis 1999 Leitender Oberstaatsanwalt in Gera, mithin zuständig für Jena. Als 1998 die Werkstatt mit Rohrbomben und TNT entdeckt wurde, die Bombenbauer Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe aber entwischten, erklärte Koeppen:

Ich glaube nicht, dass man von einer schlagkräftigen Organisation, die geplant, gezielt, strategisch gewissermaßen solche Dinge ins Werk setzen wird, in Zukunft wird reden müssen.

Anstrengungen, die BombenbauerInnen zu finden, hielt Koeppen für überflüssig. Er meinte, dass sie sich von selbst bei ihm melden würden:

Nach meinem Eindruck ist das nur eine Frage der Zeit. Früher oder später werden werden wir die Herren, die Dame bei uns begrüßen können.

Der Spiegel hat Koeppen 1998 interviewt und reproduziert Koeppens Äußerungen in einem aktuellen Video ab 9:35. Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe waren Koeppens Fall.


Bild Vom Düsseldorfer Rosenmontag: Justiz, Verfassungsschutz und Polizei haben die Neonazi-Mörder unterstützt

[Vom Düsseldorfer Rosenmontag: Justiz, Verfassungsschutz und Polizei haben die Neonazi-Mörder unterstützt. Das Märchen von den Pannen mag keiner mehr glauben. Es spricht für die Intelligenz derjenigen, welche diesen Karnevalswagen gebaut haben, dass sie die Justiz am dichtesten an der Mündung platziert haben.]

Koeppen war als Import aus Hessen nach Thüringen gekommen. Er ist ein juristischer Ziehsohn des NSDAP-Mitglieds Karl-Heinz Koch. Trotz oder gerade wegen Unfähigkeit machte Koeppen in Thüringen zunächst Karriere. Bis 2004 war er Justiz-Staatssekretär, also auch dafür verantwortlich, dass 2003 die Ermittlungen gegen Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe, d.h. gegen den Nationalsozialistischen Untergrund, eingestellt wurden.

Doch nach den Wahlen 2004 wollte ihn Dieter Althaus nicht mehr haben. Koeppen kehrte nach Hessen zurück und wurde Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbands Bornheim. (Das ist der Stadtteil Frankfurts, der die Wolfsangel im Schild führt. Meiner Meinung nach sind das stramme Nazis.) 2006 kam der damalige

Justizminister Jürgen Banzer

hessische Justizminister Banzer auf die perverse Idee Koeppen zu reaktivieren und ihn zum Leitenden Oberstaatsanwalt in Marburg zu ernennen. Siehe Koeppens Lebenslauf.

In Marburg hat Koeppen das fortgesetzt, was er immer tat: Rechtsextremismus verharmlosen.

  • Von Kevin Schnippkoweit, einem extrem virulenten Neonazi, der in Treysa ein 13-jähriges Mädchen fast totschlug, hat Koeppen natürlich nichts gewusst.
  • Ein Dokument Koeppens gefährlicher Dummheit ist auf meiner Koeppen-Seite wiedergegeben. Koeppen behauptete, die hessischen jungen Leute von heute (z.B. Oberstaatsanwalt Willanzheimer) wüssten von Hitlers Geburtstag nichts, und drohte meinem Verteidiger mit “Risiken”, weil der geschrieben hatte:

    Es besteht zumindest ein Anfangsverdacht an einer unheiligen Verquickung zwischen der rechtsradikalen Szene, den Polizeibehörden und den zuständigen Strafverfolgungsbehörden.

  • Am schlimmsten aber ist, dass Koeppen das übelste Personal seiner Staatsanwaltschaft unterstützt hat. Koeppen hat zu verantworten, dass der rechte Rechtsbeuger Rainer Franosch Karriere machen konnte. Auch dem Staatsanwalt Philipp Zmyj-Köbel, einen Berufsverleumder (CDU), hat Koeppen die Stange gehalten.

Ulrich Brosa


Nachtrag 19.11.2011

In der gegenwärtigen Auseinandersetzung wird hauptsächlich über die Verfassungsschutzämter hergezogen. Auch wenn diese Kritik angebracht ist, trifft sie nicht den Kern.

Die Staatsanwaltschaften sind für Strafverfolgung zuständig. Geheimdienstler haben damit nichts zu tun und Polizisten sind nur Hilfsbeamte der Staatsanwälte.

Das ist nicht nur mir, sondern allen bekannt, die sich ein wenig mit der Organisation dieses Rechtsstaats auskennen. So erschien in der Süddeutschen Zeitung am 18.11.2011, vier Tage nachdem dieser Artikel veröffentlicht worden war, ein Artikel, in dem unter anderem zu lesen ist:

Schuld an dem folgenschweren Fehler aber scheinen nach den jüngsten Erkenntnissen weniger die Geheimdienstler gewesen zu sein. Das Problem lag offenbar bei der zuständigen Staatsanwaltschaft und den ermittelnden Polizisten. Noch während der Durchsuchung der Garagenanlage, in der vier mit rund 1,4 Kilogramm des Sprengstoffs TNT gefüllte Rohrbomben gefunden worden waren, hatten die Tatverdächtigen entwischen können.

Der Thüringer Verfassungsschutz hatte getan, was er tun konnte:

Den Hinweis, die alten DDR-Garagen beim “Braunen Haus” zu durchsuchen, hatte der Verfassungsschutz gegeben. Mitarbeiter hatten beobachtet, wie Böhnhardt und Mundlos Sprengstoffmaterial in eine Garage schafften. In einer handschriftlichen Skizze zeichnete ein Geheimdienstler die Lage der beiden Garagen auf, die Beate Zschäpe für insgesamt 70 Mark angemietet hatte.

Selbstverständlich hätte die Staatsanwaltschaft Gera nicht nur die Durchsuchung, sondern auch Haftbefehle beantragen müssen. Hinzu kam dann noch, dass die Staatsanwaltschaft die Fahndung nach den Entwischten fast einen Monat verschleppte, und zwar mit der absurden Rechtfertigung, die der Behördenleiter der Staatsanwaltschaft, Arndt Koeppen, wie oben zitiert von sich gab.


Wichtig fürs Verständnis des aufrechten Kampfes deutscher Staatsdiener gegen das Nazitum:

NPD-Nazis sind Schlachtschweine der Staatsnazis


Zusatz 17.11.2011

Oberhässliches Bild aus der Oberhesslichen Presse vom 18.7.2010

Koeppen und Wieczorek-Zeul

Links neben Koeppen Heidemarie Wieczorek-Zeul von der politischen Pseudo-Konkurrenz.

Wieczorek-Zeul wurde zudem immer wieder für ihre Personalführung im Bundesministerium kritisiert. So soll sie wichtige Positionen in erster Linie an befreundete SPD-Mitglieder vergeben und Mitarbeiter regelmäßig beleidigt und angeschrien haben.

Im Oberhesslichen Artikel heißt es über die Veranstaltung dieser beiden in der Marburger Uni:

Besonders viele ehemalige Studenten waren nicht zur Examensfeier in die Alte Aula gekommen, wie Dekan Gilbert Gornig in seiner Rede bemerkte …

Das glaube ich gern. Der rechtswissenschaftliche Fachbereich der Marburger Uni ist ein Graus.

Der Name des Jura-Dekans Gornig (links im Bild) wird übrigens durch Umstellung zweier Buchstaben regelmäßig verunstaltet, was indes Tradition und Ehre in Marburg beweist.

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217 Antworten zu „Der Mann, der jetzt Leitender Oberstaatsanwalt in Marburg ist, hat die Strafverfolgung des Nationalsozialistischen Untergrunds vergeigt“

  1. bloegi sagt:

    Jede Menge Rechtsextreme in staatlichen Diensten. Hier der ehemalige Chef des Thüringer Verfassungsschmutzes:

    Helmut Roewer war ein begeisterter Geheimdienstler – jedenfalls, solange es um Linksradikale ging. … Der vormalige Panzeroffizier und Ministerialrat im Bundesinnenministerium wurde suspendiert, nachdem bekannt geworden war, dass der wegen Volksverhetzung verurteilte Neonazi und frühere Thüringer NPD-Chef Thomas Dienel 1996/97 als V-Mann für ihn gearbeitet hatte. Insgesamt erhielt dieser 25.000 D-Mark für Informationen aus seinem Milieu; das Geld investierte er in rechtsextremes Propagandamaterial. Dienel brüstete sich damit später in den Medien, das Geld habe er als “Spenden” für die rechte Szene betrachtet und dem Geheimdienst nie brauchbare Informationen geliefert. In Absprache mit dem Dienst will er eine Flugblattkampagne gegen einen linken Gewerkschafter finanziert haben.

    Das ist leicht zu raten. Linke Gewerkschafter gibt es – zumindest in Deutschland – so gut wie nicht. Der linke Gewerkschafter war Angelo Lucifero. Der hatte auch viel Freude mit der Thüringer Rechtsstaatsjustiz:
    http://www.labournet.de/diskussion/rechten/opfer/angelochronik.pdf
    Verfahren gegen Lucifero wurden natürlich zur Anklage gebracht.

    Im Jahr 2003 klagte die Staatsanwaltschaft Erfurt Helmut Roewer wegen Betrugs und Untreue in 60 Fällen an. Er soll Scheinverträge im Gesamtwert von 250.000 Euro abgeschlossen haben. Der Prozess wurde wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt. …
    Heute lebt er als Publizist in Weimar und Italien. Im letzten Jahr schrieb er das Buch “Die Rote Kapelle und andere Geheimdienstmythen” über Spionage im Zweiten Weltkrieg. Veröffentlicht wurde das Buch im Grazer Ares-Verlag, der auch antisemitischen und rechtsextremen Autoren sowie Geschichtsrevisionisten eine Plattform bietet.

    Auch nach Roewers Entlassung ging das Chaos beim Geheimdienst weiter. Sensible Akten verschwanden aus den Panzerschränken des Dienstes. Der NPD-Spitzel Brandt wurde abgestellt, reaktiviert und wieder abgestellt …

    taz 14.11.2011

  2. R. Meier sagt:

    Das wird dem leitenden Oberstaatsanwalt aber nicht gefallen dies zu lesen. Ich hoffe er findet Meinungsfreiheit wichtig und dies ist Interpretation auf Fakten-basierend. Das Schöne daran ist inbesodneres Interpretation seiner festgehaltenen Äußerungen vor der Presse.

  3. R. Meier sagt:

    Gleich der nächste Fall:

    http://web.de/magazine/nachrichten/panorama/14147220-mann-mit-hakenkreuz-schiesst-auf-tuerkisches-geschaeft.html#.A1000107

    Es wird endlich über die Fälle berichtet.

  4. bloegi sagt:

    (Der Thread, der mit
    http://bloegi.wordpress.com/2009/05/24/die-natur-des-polizeibeamten/#comment-4337 begann, wird jetzt hier fortgesetzt.)


    Es geht um denjenigen Beamten des hessischen Verfassungsschutzamts, der sich 2006 in Kassel zur Tatzeit im Internet-Cafe des Ermordeten befand, vom Mord aber nichts bemerkt haben will.

    Verdächtiger Verfassungsschützer

    In seinem nordhessischen Heimatort sei der Mann unter dem Spitznamen „kleiner Adolf“ bekannt und gelte als Waffennarr, berichtet die „Allgemeine Zeitung“. Das Blatt bezog sich auf Sicherheitskreise. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung nach dem Mord in Kassel seien nicht nur mehrere Waffen, sondern auch Auszüge aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“ gefunden worden.

    FAZ 15.11.2011

    In den hessischen Dörfern gibt es tausende kleiner Adolfs. In den Gastwirtschaften erzählen sie sich gegenseitig, wen sie alles “aufknüpfen” oder “an die Wand stellen” wollen. Der von der FAZ gemeinte kleine Adolf war indes öfter als einmal mit dabei:

    Nach BILD-Informationen ergab ein Bewegungsprofil der Polizei: Der Agent war bei sechs der neun Morde in der Nähe des Tatortes. Ein hochrangiger Ermittler zu BILD:

    „Unfassbar: Dem Verdächtigen wurde entlastend ausgelegt, dass er zum Tatzeitpunkt nur in sechs der neun Morde in der Stadt war …“

    Bild 15.11.2011

    Bei Bild ein Foto von Helmut Roewer mit Pickelhaube auf dem Kopf. Der Typ ist nicht dicht. Er war nie dicht. Trotzdem wurde er zum Chef einer großen Behörde gemacht.

    • bloegi sagt:

      Noch eine Ergänzung zum “kleinen Adolf”. Nicht nur, dass er Beamter des hessischen Verfassungsschutzamts war. Er wurde von seinen Vorgesetzen sogar in der “Abteilung Ausländerextremismus” eingesetzt.
      Frankfurter Rundschau 15.11.11

      Vielleicht hat gleich den Auftrag bekommen “Probleme” ohne langwierige Gerichtsverfahren zu “lösen”.

  5. SF sagt:

    Der Roewer … soso. Nur, @blögi, wieso “trotzdem”? Nicht deshalb?

  6. Edmund Haferbeck sagt:

    U.a. Hessen ist ein Augiasstall rechtsradikaler Umtriebe – die Verfahren in und um Amöneburg haben eines bewiesen: Die Staatsgewalt deckt nicht nur Rechtsradikalismus, sondern ist Teil davon. Und so kann auch gerade in einem solchen Umfeld das, passieren, was Dr. Brosa, Jörg Bergstädt und den bekannten Steuerfahndern passiert ist: Systematische Staatskriminalität gegen Bürger, die gerade das wollen, was diese braune Brut ablehnt: Förderung des Allgemeinwohls, Gerechtigkeit, Werte.

  7. SF sagt:

    Vom Kleinen Adolf bis zum Großen Roewer – “Fragen über Fragen“ (Bert Brecht)

    http://www.trueten.de/archives/7439-V-Leute-Krimi-zu-Ende-phantasiert..html

    SPD-Typen wolln mehr Geld für “Verfassungsschutz”, paar in der CDU wie Bosbach wollen Aufklärung, Restlinke fordern GEHEIMDIENSTE ABSCHAFFEN, vulgo: DER DRECK MUSS WEG

  8. mindamino sagt:

    Ja, der Dreck muss weg auch in allen anderen Parteien und der Lobbyismus.

    Wo sind die Schmarotzer?, Leserbrief Mindener Tageblatt 05.11.2010
    …2007 lag das private Vermögen bei rund 8 Billionen Euro – 1.1 Billionen mehr als 2002. Interessant wird es nun wenn man dem die Staatsschulden gegenüberstellt, das waren 2002 rund 1,28 Billionen und 2007 rund 1,54 Billionen. Wie leicht zu erkennen ist, ist der Vermögenszuwachs rund fünf mal so hoch wieder Zuwachs der Staatsschulden.

    Und den kleinen Mann verarscht man mit Riesterrentenbetrug!!

    Die Rückkehr des “furchtbaren Juristen” Filbinger bei der CDU, spiegel online 19.05.2004
    Hans Filbinger trat 1978 als Ministerpräsident von Baden-Württemberg zurück, weil er als Marinerichter in der Nazi-Zeit noch gegen Kriegsende Deserteure zum Tode verurteilt haben soll. Jetzt kehrt der 90-Jährige zurück auf das höchste politische Parkett. Die CDU schickt ihn als ältesten Wahlmann in die Bundesversammlung.

    200000 politische Verfahren, Braunbuch:
    Seit Jahren fordern prominente Vertreter der CDU/CSU die Wiedereinführung der Todesstrafe für politische Taten. Der Vizepräsident des Bundestages Jaeger (CSU) verlangte dies bereits 1957 (Frau und Politik, Bonn, 15. Dezember 1957), und kein geringerer als der seinerzeitige Justizminister Schärfer (CSU) wollte die Todesstrafe für „Landesverrat“ 1958 einführen. (Neue Ruhr-Zeitung, Essen, 14. Juni 1958).

    Kurt Georg Kiesinger (CDU) – EIN FÜHRENDER NAZI-PROPAGANDIST ALS BONNER REGIERUNGSCHEF, Braunbuch
    Es ist eines der sichtbarsten Symptome für die Konzentration schwerbelasteter NS-Führungskräfte in den Spitzen des Bonner Staates, daß im Dezember 1966 mit Kiesinger ein Mann die Geschäfte des Bundeskanzlers übernahm, der zu den Schlüsselfiguren der nazistischen Auslandspropaganda gehörte.
    Kiesinger, der noch vor Ablegung der großen juristischen Staatsprüfung, am 1. März 1933, Mitglied der Nazi-Partei wurde (Mitglieds-Nr. 2633930), praktizierte in den ersten Jahren der Hitlerdiktatur als Rechtsanwalt am Kammergericht Berlin.
    Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das was vor den Wahlen gesagt auch wirklich nach den Wahlen gilt. Wir müssen damit rechnen, dass sich das in verschiedenen weisen wiederholen wird.

    Braune Wurzeln – Alte Nazis in den niedersächsischen Landtagsfraktionen von CDU, FDP und DP, 01.11.2008
    Auf der 7. Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtages am 9. Mai 2008 erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Dr. Bernd Althusmann, folgendes: “…Meine Damen und Herren, die CDU hat ihre geistigen und politischen Wurzeln im christlich motivierten Widerstand gegen den Terror des Nationalsozialismus. Das ist die Wahrheit.” (Protokoll S. 626)
    Die Fraktion der LINKEN im Niedersächsischen Landtag nahm die damalige Debatte und Althusmanns Ankündigung weiterer “Geschichtslehrstunden” zum Anlass, dem von ihm propagierten Geschichtsbild der CDU näher auf den Grund zu gehen. Sie beauftragte den Oldenburger Historiker Dr. Hans-Peter Klausch, exemplarisch die seit 1947 gewählten Landtagsabgeordneten der CDU hinsichtlich ihrer NS-Vergangenheit zu überprüfen.
    Niedersächsische Landtagsabgeordnete und ihre NSDAP-Mitgliedschaft

    CDU-Mit demselben Personal weitergemacht, Sammelbecken für alte Nazis
    1960 endete in der Bundesrepublik Deutschland dann auch schon die Verjährung für die Verbrechen der wieder im Dienst befindlichen Schreibtischtäter der NSDAP. Ein von der SPD eingebrachtes Berechnungsgesetz von 1960 zur Verlängerung der bemerkenswert kurzen Verjährungsfrist für schwerste Verbrechen der NS-Diktatur wurde von dem von der CDU/CSU dominierten Rechtsausschuss abgelehnt.

    Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren
    Parteimitgliedschaft in der BRD ehemaliger NSDAP-Mitglieder: ca. 42 CSU/CDU, ca. 9 FDP, ca. 6 SPD, ca. 3 NPD

    NS-Verstrickungen der CDU als Geheimsache?
    Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) will die Frage, welche Erkenntnisse die Verwaltung über ehemalige NSDAP-Mitglieder im Düsseldorfer Stadtrat nach 1945 hat, nur im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung beantworten. Dazu erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf, Frank Laubenburg:
    Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit ist keine Geheimsache; sie muss öffentlich erfolgen. Doch offenbar fürchtet die CDU davor, dass ihr braunes Erbe bekannt wird.
    Angela Merkel (CDU) sagte in einer Grundsatzrede am 17. Juni 2005 auf dem Festakt zum 50. Jahrestag der Gründung der CDU in Berlin:
    “Deutschland hat keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft für alle Ewigkeit.”

    200000 politische Verfahren, Braunbuch:
    Seit Jahren fordern prominente Vertreter der CDU/CSU die Wiedereinführung der Todesstrafe für politische Taten. Der Vizepräsident des Bundestages Jaeger (CSU) verlangte dies bereits 1957 (Frau und Politik, Bonn, 15. Dezember 1957), und kein geringerer als der seinerzeitige Justizminister Schärfer (CSU) wollte die Todesstrafe für „Landesverrat“ 1958 einführen. (Neue Ruhr-Zeitung, Essen, 14. Juni 1958)

    Angela Merkel (CDU) sagte in einer Grundsatzrede am 17. Juni 2005 auf dem Festakt zum 50. Jahrestag der Gründung der CDU in Berlin:
    “Deutschland hat keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft für alle Ewigkeit.”

    “Wenn jemand eine Dissertation über das innere Gefüge der Partei” schriebe, könnte “er klar nachweisen, dass die CDU keine demokratische Partei ist.”
    Helmut Kohl am 13.2.1967 der damalige Vorsitzende der CDU-Fraktion im rheinlandpfälzischen Landtag (DER SPIEGEL 34 / 2001 / 52

    http://www.justizkacke.de

  9. LeserIn sagt:

    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vom 16.11.11 klärt auf!

    88 Namen finden sich auf einer Liste, die die mutmaßlichen rechtsextremen Mörder aus Zwickau angefertigt haben. Aufgezählt werden Vertreter türkischer und islamischer Organisationen – sowie die Bundestagsabgeordneten Montag von den Grünen und Uhl von der CSU. … CSU-Politiker Uhl rätselt, wie sein Name auf die Liste kommt … Die Zahl 88 besitzt für Rechtsextreme eine besondere Bedeutung. Der achte Buchtsabe des Alphabets ist das H. Unter der doppelten Acht verstehen die Neonazis das Kürzel für “Heil Hitler”.

    Den raffinierten Trick mit der 88 müsste die SZ dem Oberleitungen-Staatsanwalt Koeppen mitteilen. Für den ist das bestimmt ganz neu.

    Die Behörden werden das Lügen auch jetzt nicht lassen. Viel von dem, was aus den Ämtern kommt, wird man besser nicht glauben. Im oben zitierten SPIEGEL-Video erzählt ein Beamter, aufgrund der Obduktion stünde zweifelsfrei fest, dass Böhnhard und Mundlos sich selbst erschossen hätten. Wie soll das an halb verkohlten Leichen festgestellt worden sein?

    Ein anderes Ding ist das Geständnis der Beate Zschäpe, das heute stattfinden soll. Jeder vernünftige Verteidiger würde ihr raten den Mund zu halten, wenn sie keine V-Frau wäre. Was wollen die Beamten ihr ohne Geständnis nachweisen? Offenbar haben die nicht einmal für die gefährliche Brandstiftung objektive Beweise. Es hat gebrannt. Mehr steht nicht fest. Voraussichtlich wird Zschäpe Geschichten erzählen, bei denen die wirklichen Verantwortlichen im Dunkeln bleiben.

  10. bloegi sagt:

    Erste Kritik eines Politikers, des jetzigen Thüringer Innenministers Geibert, an LOStA Arndt Peter Koeppen, auch wenn Koeppen namentlich nicht erwähnt wird:

    Es sei “unerklärlich, warum die Staatsanwaltschaft Gera nicht vorher einen Haftbefehl ausstellte oder warum die Polizei nicht die Verdächtigen vorläufig festnahm”, sagte der CDU-Politiker der “Thüringer Allgemeinen”.

    Weshalb es keinen Haftbefehl gegeben habe, ist nach Einschätzung Geiberts “eine zentrale Frage für die Kommission” um den ehemaligen Richter am Bundesgerichtshof, Gerhard Schäfer, die die Ermittlungen der Behörden durchleuchten soll.

    Spiegel 16.11.2011

  11. Maritza Schwarten sagt:

    Dr. Brosa, ist das OK, wenn ich den Link von diesen Beiträgen auf dem Facebook-Profil der Bundesjustizministerin poste? Ich habe unter anderem bei ihr dort geschrieben:
    Ich zitiere einen alten Artikel von http://www.welt.de/vermischtes/article3445253/Die-groesste-anzunehmende-Polizeipanne.html : “Die Zweifel kamen bei der Abklärung der Identität einer verbrannten Leiche auf. Es stellte sich heraus, dass es ein bereits im Jahr 2002 verschwundener Asylbewerber ist. Von ihm lagen Fingerabdrücke bei der Polizei vor. Auf einem der untersuchten Papiere dieser erkennungsdienstlichen Behandlung in Völklingen fand sich überraschend die DNA-Spur des Phantoms, „was eigentlich nicht sein konnte“, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ernst Meiners, mitteilte. Bei einer nochmaligen Untersuchung fand sich die DNA nicht mehr. Dies steht seit Donnerstag vergangener Woche fest.

    Daraufhin kam der Verdacht auf, dass das Untersuchungsmaterial der Ermittler bereits mit DNA in Berührung gekommen sein muss. Dies könne theoretisch schon beim Pflücken der Baumwolle geschehen, sagte Meiners. Die Herstellung der Wattestäbchen wird nun überprüft. Wie lange dies dauere, könne noch nicht gesagt werden.”

    -Hmm…, interessant!: Untersuchte Papiere = gepflückte Baumwolle = hergestellte Wattestäbchen und der Weihnachtsmann ist kein Phantom. Er existiert, trägt einen baumwollartigen Bart und läßt seine DNA-Spuren auf jedem Geschenkpapier, sogar auf internen Unterlagen der Polizei, “was eigentlich nicht sein könnte”.
    Ich muss mich erkundigen, ob man bei einer verbrannten Leiche möglich ist, die Fingerabdrücke zu authentifizieren. Wahrscheinlich geht der Mord an den Asylbewerber auf das Konto von diesen drei Braunen und auch alle anderen Delikte dieses vermeintlichen weiblichen Phantoms von damals, so dass die Geschichte mit der Verunreinigung der Wattestäbchen nicht stimmt.
    Ich zitiere einen weiteren alten Artikel http://www.stimme.de/heilbronn/polizistenmord/Theorien-und-Spekulationen-Motiv-der-unfassbaren-Bluttat-liegt-immer-noch-im-Dunkeln;art15061,1219121 :
    “Für Wirbel sorgt Ministerpräsident Günther Oettinger, der von einem „gezielten Schlag gegen die Landespolizei“ spricht. Ein Schlag von wem? Und warum? Fakt ist, dass die Täter den Beamten Dienstpistolen, Munition und Handschellen abnahmen. Dies komme einer symbolischen Entmachtung gleich, werden Stimmen laut. Belegt ist nichts.”

    -Deutschland ist eine Bananenrepublik, wobei die Bananen weder grün, noch gelb sind, sondern braun und immer brauner. Alles Banane und sie sind zum Kotzen!

    Über meine Anzeige vor der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen zwei Richterinnen und eine Justizangestellte des Hamburg-Amtsgerichts habe ich ein Video mit einer Bitte an die Youtuber hergestellt, mich in dieser Entscheidung beizustehen. Ich habe im Allgemeinen eine sehr gute Resonanz, was mich freut. Hier ist der Link http://www.youtube.com/watch?v=YTkfNwYX1os

  12. bloegi sagt:

    Endlich eine wahrscheinlich wahre Zeugenaussage zur Ermordung des Kasseler Internet-Cafe-Inhabers Halit Yozgat am 6.4.2006!

    Der Verfassungsschützer sei über Monate in dem Internetcafé ein- und ausgegangen, berichten die Eltern von Halit. Er sei gut angezogen gewesen, höflich, freundlich, und habe zweimal pro Woche zwei Stunden lang im Netz gesurft. Am Tattag jedoch habe er das Café bereits nach 15 Minuten fluchtartig verlassen und sei nie wiedergekommen, erzählt Ismail Y., der Vater des Opfers. …

    FOCUS 16.11.11

    Ich halte es deswegen für ausgeschlossen, dass “der kleine Adolf” (der Verfassungsschützer) den Mord selbst ausgeführt hat. Doch dass ein Mord stattgefand, hat er bemerkt und die Aufklärung trotzdem nach Kräften erschwert.

  13. bloegi sagt:

    In der Thüringer Presse wird LOStA Koeppens Verhalten diskutiert:

    Der zuständige Staatsanwalt in Gera war damals Arndt Köppen. Für ihn bestand bei den Bombenbauern kein Terrorverdacht. Nach dem Untertauchen von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe sagte Köppen im Februar 1998 zu Spiegel-TV: “Ich glaube nicht, dass man von einer schlagkräftigen Organisation (…) in Zukunft wird reden müssen. Das wird, schätze ich, nicht wahr werden.” Eine fatale Fehleinschätzung.

    inSüdthüringen.de 15.11.2011

    Auch Arndt Koeppen hatte damals von “einem Gerücht” gehört, dass der Verfassungsschutz seine Finger im Spiel habe. Koeppen, der später CDU-Justizstaatssekretär wurde und heute als Leitender Oberstaatsanwalt in Marburg arbeitet, führte damals die Staatsanwaltschaft Gera, die mit den Ermittlungen betraut war – und sie 2003 ergebnislos einstellte, einstellen musste.

    Thüringer Allgemeine 15.11.2011

    “einstellen musste” ist Quatsch. Die Bildung einer terroristischen Vereinigung (§ 129a StGB) verjährt erst nach 10 Jahren (§ 78 StGB). Koeppen hat mit seiner Bagatellisierung die Verjährung herbeigeredet.

    Das ERSTE hat am 16.11.11 ab 22:45 Uhr einen Film gesendet, in dem Koeppen ungefähr in der Mitte erscheint:
    http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=E9E1DA4F9235E046C575739DC23874DD

  14. LeserIn sagt:

    Der “Kleine Adolf” ist der Beamte des hessischen Verfassungsschutzes, der bei der Ermordung des Kasseler Internet-Cafe-Inhabers dabei war.

    VERFASSUNGSSCHUTZ-SKANDAL IMMER GRÖSSER
    „Kleiner Adolf“ führte Neonazis als V-Männer

    … Der mittlerweile versetzte ehemalige Verfassungsschützer aus Hessen, Andreas T., führte jahrelang einen V-Mann beim „Thüringer Heimatschutz“, wie BILD.de aus parlamentarischen Kreisen erfuhr.

    Jetzt erfuhr BILD.de, dass die Polizei auch verbotene Munition sichergestellt hat. Der … Beamte erhielt deshalb einen Strafbefehl in Höhe von 40 Tagessätzen à 20 Euro. Im Haus der Eltern wurden zudem Nazi-Runenzeichnungen auf dem Dachboden gefunden. Der Beamte soll diese schon als Schüler gezeichnet haben.

    Andreas T. wurde nach dem Kasseler Döner-Mord ins Regierungspräsidium Kassel versetzt. Nach dem Mord in Kassel hatte die Mord-Serie aufgehört.

    BILD 17.11.11

    Die berufliche Zukunft des kleinen Adolfs und seine Alterbezüge sind – Gott sein Dank! – jedenfalls gesichert.

    Es könnte natürlich sein, dass der kleine Adolf im Internet-Cafe gesessen und den vom ihm geführten V-Mann verständigt hat: “Jetzt kannst du kommen. Außer mir ist niemand mehr hier.”

  15. richard albrecht sagt:

    Betr. SPITZEL

    Wegen der politischen Aktualität Bemerkung zum Spitzelwesen:

    Auch der letzte deutsche Reichskanzler (zugleich der erste mit „Migrationshintergrund“) begann seine politische Karriere 1919/20 als Reichswehrspitzel in München und hatte seitdem ´n Faible für das, was auch heute noch ´verdeckte´ Operation genannt wird.

    Quellen
    Marlis Steinert, Hitler. Paris: Fayard, 1991, 710 p., hier 103-12; Manfred Koch-Hillebrecht, Hitler. Ein Sohn des Krieges. Fronterlebnis und Weltbild. München: Herbig, 2003, 368 p., hier 205; Richard Albrecht, Genozidpolitik im 20. Jahrhundert. Aachen: Shaker [= Allgemeine Rechtswissenschaft], drei Bände: hier Bd. 3: Hitlergeheimrede, 2007, 104 p. -> http://www.h-net.org/announce/show.cgi?ID=160809

  16. bloegi sagt:

    Neu!

    Nur für moralisch gefestigte Erwachsene über 18:
    Oberhässliches Bild in der Oberhesslichen Presse

  17. LeserIn sagt:

    Beate Zschäpe betätigte sich als angewandte Kampf-Sportlerin

    Jagdszenen auf dem Weihnachtsmarkt

    “In den 90ern herrschte ein wahnsinniges Bedrohungs- und Gewaltszenario, wenn man sich selber eher in der alternativen oder linken Szene verortete”, erklärt die 33 Jahre alte König, die für Die Linke im Erfurter Landtag sitzt. … Zu regelrechten Treibjagden kam es jedes Jahr auf dem Jenaer Weihnachtsmarkt – auf dem Zschäpe eine Freundin Königs zusammengeschlagen habe. “Weihnachtsmarkt hieß immer: Alle Nazis aus Jena und den Dörfern ringsum sammeln sich … Die haben einen geschnappt, zu viert, zu fünft, und haben auf einen eingeprügelt” … “Zschäpe war die Zuschlagende”, berichtet König. … dass es Solidaritäts-Konzerte für Zschäpe, Mundlos und Bönhardt gegeben habe, Tausende Mark seien gesammelt worden – “das müssten die Behörden gewusst haben”. “Ich glaube, die haben das nicht nur maßlos unterschätzt – das sind mindestens Versäumnisse, wenn nicht sogar bewusstes Fehlhandeln”, wettert König.

    t-online 17.11.11

    Es war unter Garantie bewusstes Fehlhandeln. Für Leute, die in Behörden sitzen – besonders bei Polizei und Justiz – sind Neonazis ‘im Grund anständige Jungs, die vielleicht mal über die Stränge schlagen’.

    • R. Meier sagt:

      Es sieht bisher danach aus. Ärger wird es kaum geben. Die Krähen decken sich wieder gegenseitig, sodass keinem etwas geschieht.

      Zeigt aber die wahre Lage in der Föderalen Bundes-Bananen Republik Deutschland. Nazis dürfen ungestraft zuschlagen und die Polizei guckt zu, schcreitet nicht ein und zeichnet gar nichts auf.

      Glaubt mir, ich kenne es vom eigenen Vater, als Beamter ist es besser gar nichts gesehen zu haben, und haben sie etwas gesehen, wollen sie es nicht gesehen haben, weil der auszufüllende Papierberg enorm ist.

      • bloegi sagt:

        Wenn die sogar zu faul zum Protokollieren sind, ist es besser ganz auf Beamte zu verzichten.

      • R. Meier sagt:

        Bloegi, es gibt noch Mobbing (weil es gemeldet wurde) und Vorgesetzte die sagen: “Faschismus gibt es hier nicht. Sie ziehen die Sache zurück oder ich mache ihnen das leben zur Hölle.”

      • bloegi sagt:

        Die richtige Antwort darauf ist: “Dann mache ich Ihnen auch das Leben zur Hölle!” Ich weiß aus eigener Erfahrung, wovon ich schreibe.

        Die Feigheit der Menschen ist Ekel erregend. Bei Beamten ist sie natürlich besonders ausgeprägt, weil diese Leute keine Beamten geworden wären, wenn sie Mut hätten.

  18. bloegi sagt:

    Zwischen den vielen Spekulationen will ich auf ein paar Aussagen aufmerksam machen, welche Beweiskraft haben.

    1) Die thüringische Landtagsabgeordnete Katharina König zu t-online am 17.11.2011:

    “Am 26. Januar [1998] ist die Razzia”, so König, bei der die Polizei Rohrbomben und 1,4 Kilogramm TNT fand, “aber erst am 20. Februar startet die große internationale Fahndung mit Bildern in der Zeitung”. Da war das Trio längst abgetaucht.

    2) Die Mutter des ermordeten Halit Yozgat, Aise Y., zu Focus am 16.11.2011:

    „Ich weiß, mein Sohn kommt nicht zurück. Wir hoffen aber, dass es heute, Jahre später, geklärt wird“, sagt Ayse Y. Denn nach dem Mord wurde im Zuge der Ermittlungen auch über Drogengeschäfte spekuliert. „Mein Sohn war sauber.“

    3) Ähnlich äußern sich alle Befragten aus den Umfeldern der Ermordeten: Die Ermittler hätten zu verstehen gegeben, dass die Ermordeten mehr oder weniger selbst an ihrem Tod schuld seien, da sie Kriminelle gewesen seien. Siehe den Film, den Das ERSTE hat am 16.11.11 ab 22:45 Uhr gesendet hat.

  19. LeserIn sagt:

    Die Erkenntnis setzt sich durch:

    Schuld an dem folgenschweren Fehler aber scheinen nach den jüngsten Erkenntnissen weniger die Geheimdienstler gewesen zu sein. Das Problem lag offenbar bei der zuständigen Staatsanwaltschaft und den ermittelnden Polizisten.

    SZ 18.11.2011

    Den Hinweis, die alten DDR-Garagen beim “Braunen Haus” zu durchsuchen, hatte der Verfassungsschutz gegeben. Mitarbeiter hatten beobachtet, wie Böhnhardt und Mundlos Sprengstoffmaterial in eine Garage schafften. In einer handschriftlichen Skizze zeichnete ein Geheimdienstler die Lage der beiden Garagen auf, die Beate Zschäpe für insgesamt 70 Mark angemietet hatte.

    Und die Ermittler hatten Glück, denn Uwe Böhnhardt war zugegen, als sie vor der Garagenanlage anrückten. Doch dann trafen sie eine folgenschwere Entscheidung: Statt den Mann vorläufig festzunehmen, zeigten die Beamten ihm lediglich den Durchsuchungsbefehl und begannen auch noch die falsche Garage zu durchsuchen – jene, in der sich kein Sprengstoffmaterial befand. Während die Fahnder sich daran machten, die zweite Garage in Augenschein zu nehmen, nutzte Böhnhardt die Gelegenheit und verschwand.

    Hätte der zuständige Staatsanwalt zuvor einen Haftbefehl ausstellen müssen? Oder wäre es den Polizisten nicht auch möglich gewesen, Böhnhardt vorläufig festzunehmen?

    Hinzu kommt dann noch, dass die Staatsanwaltschaft Gera die Fahndung fast einen Monat verschleppt hat.

  20. LeserIn sagt:

    Der NSU hatte “hohe” Unterstützer auch im Thüringer Innenministerium:

    Der Druck auf das Thüringer LKA steigt, denn immer mehr Ermittlungspannen geraten an die Öffentlichkeit. So hätte das Neonazi-Trio bereits vor 12 Jahren gefasst werden können. Doch eine geplante Festnahme wurde nach Angaben des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) 1999 in letzter Minute gestoppt.

    Fahnder hätten die drei Verdächtigen zwischen 1998 und 1999 in Chemnitz in Sachsen aufgespürt, berichtete der MDR Thüringen. Das alarmierte Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamtes (LKA) habe einen Einsatzplan für die Festnahme gehabt. … Kurz bevor sich das SEK dann auf den Weg nach Sachsen gemacht habe, sei der Einsatz abgebrochen worden. … Nach Informationen des MDR hatten sich die beteiligten LKA-Beamten massiv beschwert. Daraufhin habe es ein Gespräch zwischen “hohen Vertretern des Innenministeriums” und den Polizisten gegeben. Unklar sei, ob ihnen ein Grund für den Abbruch der Aktion genannt wurde.

    t-online 18.11.11

    Das LKA ist eine Abteilung der Polizei.

    Da man überall viele verschiedene Fotos von Böhnhardt und Mundlos gezeigt bekommt, wird klar, weshalb sie Pink Panthers sein wollten. Beide hatten ausgeprägte Unterkiefer, fliehende Stirnen und abstehende Ohren. Vergleiche

  21. Schweizer sagt:

    Auf dem Bild sieht dieser Koeppen aus, wie eine Mischung aus Ulbricht und dem Sandmännchen.

    Irgendwie scheint eure Hessische Justiz nicht mehr richtig zu ticken, Verfolgt wird nur, wer dem Staatsanwalt nicht passt, Habt ihr in der BRD keine StPO?

    Auch scheint es normal zu sein, wenn Polizisten in Südhessen Kokain im Gegenwert von 50.000 € von Hells Angels erhält, weil er angeblich Abfragen für diese getätigt hätte. Das Koks hat er auch an Kollegen verkauft.

    Da hallt der Schlusssatz eines schweizerischen Richters, welcher die Manipulation eines Rechtshilfegesuchs durch Deutsche Staatsanwälte beurteilte “Die BRD ist eine Bananenrepublik!” besonders laut nach.

    Bei uns muss ein Staatsanwalt weit schneller seinen Hut nehmen. Ein Vorteil für die direkte Demokratie.
    Gott bin ich froh nicht in der BRD zu leben.

    • bloegi sagt:

      Das sehe ich auch so. Die hessische Justiz ist eine Schande für alle, die in Hessen leben. Es ist ein Armutszeugnis für alle HessInnen, dass sie sich das bieten lassen.

  22. SF sagt:

    Betr. “Schande”

    Wärs so, dann wär die deutsche Bu´blik (BRD) ´n echter Politaugiasstall. Keine Bananenrepublik. Sondern PAS = POLITAUGISATSSTALL. Der auszumisten wär. Das bedeutet:
    die Politkorruption ist außerordentlich.

  23. Dragan Pavlovic sagt:

    Sehr aufschlußreiches Interview:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21608786.html

    das etwas ausführlicher ist, als das kompakte:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,362395,00.html

    es ist ja fein, dass die Politik jetzt aufwacht. Mal sehen ob wirklich etwas getan wird oder nur geredet wird.
    Marneros Artikel deutet darauf hin, dass Polizei und Justiz ihrer Lenkungsfunktion nicht nachkommen. Das ist die eindeutige Aussage eines Psychologen der aufzeigt, dass rechte Gewalttäter klare Grenzen brauchen und auch spüren müssen.

  24. LeserIn sagt:

    Die gegenwärtig inhaltsreichsten Nachrichten zum NSU-Thema finden sich in der Finanz-Presse.

    In der Koalition macht sich Unmut über Innenminister Friedrich breit. Innenpolitiker werfen ihm vor, die Dimension der neonazistischen Mordserie nicht erkannt zu haben.

    Staatsanwälte der Bundesanwaltschaft haben nach Medienberichten am Freitagmorgen beim hessischen Verfassungsschutz vorgesprochen und Akteneinsicht verlangt. Der hessische Verfassungsschutz war in den vergangenen Tagen heftig in die Kritik geraten, weil ein Mitarbeiter der Behörde bei einem Mord der Rechtsextremisten in Kassel am Tatort gewesen war. Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) kritisierte das Vorgehen der Bundesanwälte laut “FAZ” beim Krisentreffen der Innen- und Justizminister am Freitag in Berlin als “feindlichen Akt”.

    FTD 19.11.11

    Der “feindliche Akt” gehört in das Kapitel Fallschirmjäger der Bundeswehr liefern sich Kämpfe mit saarländischen Polizeibeamten.

    Zwickauer Terrorzelle „Es war Selbstmord“

    Die Mitwirkung einer dritten Person an der Tötung ist ausgeschlossen, da das Wohnmobil durch die Polizei umstellt war“, hieß es in der Behörde. Die Obduktion der beiden Männer habe eindeutig ergeben, dass sie durch den Gebrauch von Schusswaffen ums Leben gekommen seien. Bisher war nur davon die Rede gewesen, dass mögliche Fluchtwege durch die Polizei abgesperrt gewesen seien. Die Bundesanwaltschaft hatte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Freitag mitgeteilt, es sei noch nicht vollständig geklärt, was sich im Wohnmobil an jenem Freitagvormittag zugetragen habe.

    Ob sich die Männer jeweils wirklich selbst erschossen haben, oder der eine den anderen, dann sich selbst, ist bislang nicht bekannt. Wie es hieß, hatten sie sich durch Schüsse in den Kopf getötet. Aber mit welcher der später gefundenen Waffen? Mit einer Pistole oder einem Gewehr? Wer von beiden setzte das Auto in Brand? Wann genau? Nicht geklärt ist auch, was sich vor den „Knallgeräuschen“ im Wohnmobil zugetragen haben könnte – gab es einen Streit zwischen den beiden Männern, wie ein Augenzeuge berichtet haben soll?

    Die Polizei in Thüringen hielt den Fahndungserfolg zunächst geheim. …

    FAZ 18.11.11

    Da die Polizei den Fahndungserfolg geheim hielt, muss man fragen, wie Beate Zschäpe vom Tod ihrer Mitarbeiter erfuhr.

    Das Thüringer Landeskriminalamt hat die Geschichte des MDR (siehe oben) dementiert, nach der ein SEK Frau Zschäpe und ihre Mitarbeiter Anfang 1999 festnehmen wollte, von Vorgesetzten im Innenministerium aber daran gehindert wurde. Glaubwürdig ist wohl weder die Quelle des MDR nach das LKA.

    Zschäpe hat mittlerweile einen professionellen Strafverteidiger.

    Das Umfeld der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle ist möglicherweise größer als bislang bekannt. Es seien weitere Beschuldigte im Visier, sagte der neue Generalbundesanwalt Harald Range (FDP). Auf Nachfrage bestätigte er, dass es sich um zwei weitere Verdächtige handele – neben der inhaftierten Beate Zschäpe und dem mutmaßlichen Helfer der Gruppe, Holger Gerlach.

    Der Anwalt von Beate Zschäpe verkündete, er habe seiner Mandantin geraten, vorerst nicht auszusagen. Der Kölner Rechtsanwalt Wolfgang Heer hatte das Mandat am Donnerstag übernommen.

    WELT 19.11.11

  25. Infoladen Erfurt sagt:

    Sehr kurzfristig der Hinweis auf eine Kundgebung, die heute am 14 Uhr in Erfurt am Hirschgarten stattfindet:

    Verfassungsschutz auflösen! Rassismus bekämpfen! Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren!

    Mit jedem Detail, das über die Mordserie durch Nazis der letzten Jahre ans Licht kommt, stellt sich mehr die Frage nach der Rolle der bundesdeut­schen Behörden, speziell des Thüringer Verfassungsschutzes, im Netz des rechten Untergrundes. Relativ unumstritten ist, dass der Thüringer VS in der Anfangszeit seine Finger mit im Spiel hatte: 200.​000 DM erhielt Ende der 1990er Tino Brandt, damals Schnittstelle zwischen NPD und Frei­en Kameradschaften. Mit dem Geld baute er den Thüringer Heimatschutz auf, in dem auch Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe aktiv waren. Brandt war nicht der erste, der Behördenmittel für Nazizwecke ein­gesetzt hat: Ein Jahr vor ihm flog bereits auf, dass der Nazi Thomas Dien­el aus VS-​Mitteln eine Kampagne gegen den antifaschistischen Gewerk­schaftssekretär Angelo Lucifero bezahlt hatte. Andre Kapke erhielt 1997 23.​000 DM Existenzgründungshilfe aus dem Thüringer Sozialministerium für ein rechtes Zeitungsprojekt. Unklar ist, wie viele Informationen vom VS in Richtung der Nazis geflossen sind. Fakt ist, dass Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe erstaunlich leicht untertauchen konnten und es nicht den Er­mittlungsbehörden zu verdanken ist, dass sie wieder ins Licht der Öffent­lichkeit gerieten. Dass nun berichtet wird, dass bei mindestens einem der Morde an MigrantInnen ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschut­zes anwesend gewesen sein soll und darüber hinaus eben dieser Mitar­beiter wegen seiner rechten Gesinnung in seinem Wohnort als „Kleiner Adolf“ bekannt gewesen sei, ist das Sahnehäubchen auf einer ganzen Tortensammlung von Skandalen, die sich nicht nur durch die seltsamen Schrullen des 2000 abgelösten VS-​Chefs Roewer oder die verfehlte Poli­tik der verantwortlichen Landesregierung erklären lassen. Geheimdienste sind schon durch ihre Anlage als verdeckt arbeitende Struktur ein Widerspruch zu Demokratie und Transparenz. Ohne gründli­che Aufarbeitung von außen wird sich niemals klären lassen, was die 15% Spitzel in der Führungsebene der NPD getrieben haben. Die richtige Forde­rung ist deswegen heute nicht das Verbot der NPD, sondern das, was schon unmittelbar nach den Skandalen um Tino Brandt und Thomas Dienel gefordert wurde:

    Thüringer Verfassungsschutz auflösen. Für die Ab­schaffung aller Geheimdienste.

    „Die Polizei geht nicht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.“ Wir haben uns gewöhnt an diesen Satz und erinnern uns auch daran, dass der Nazimord in der Erfurter Triftstraße im Jahr 2003 zuerst als Schlägerei unter Jugendlichen abgetan wurde. Dass aber über Jahre hinweg Gewer­betreibende mit Migrationshintergrund ermordet wurden und Polizei und Presse nichts besseres einfiel, als über Schutzgelderpressung und organi­sierte Kriminalität zu spekulieren, ist ein Schlag ins Gesicht der Betroffe­nen und beweist nur aufs Neue, wie tief Rassismus in Staat und Gesell­schaft verwurzelt sind. Dass auch wir AntifaschistInnen nicht das Ausmaß dessen, was eigentlich vor sich geht, erkannt haben, ist beschämend. Un­sere Solidarität gilt den Opfern und den Betroffenen des täglichen Rassis­mus und unsere politische Praxis muss sein, noch mehr
    und noch deutli­cher dagegen vorzugehen.

    Gegen Rassismus, wo auch immer er sich zeigt: In Amtsstuben, Parlamenten und Behörden ebenso wie auf der Straße oder im Betrieb.

    In den Medien wird jetzt ein „Versagen des Verfassungsschutzes“ disku­tiert. Das ist ohne Zweifel richtig. Aber die Blindheit gegenüber rechter Ge­walt hat System. Die Gründungszeit der Berliner Republik ging mit einer Reihe bundesweiter Pogrome gegen Flüchtlinge einher, die von der Politik – „Das Boot ist voll“ – herbeigeredet und von der Polizei – z.B. in Ros­tock-​Lichtenhagen – nicht unterbunden wurden. In Wellen werden seit­dem Nazis bekämpft, immer genau dann, wenn ein herausragender Skan­dal ein Schlaglicht darauf wirft, wie gut die extreme Rechte aufgestellt ist: Dann gibt es Feuerwehrpolitik und Programme gegen Rechts. Ebbt die Em­pörung ab, widmen sich die Sicherheitsbehörden wieder denjenigen, mit denen sie sowieso weniger verbindet und man bläst brennende Autos und antifaschistische Sitzblockaden zum Terrorismus auf. Der schon ange­sprochene Nazi-​Mord in Erfurt im Jahr 2003 macht deutlich, wie viel man vom Staat im Kampf gegen Nazis erwarten kann: Eines der damals eben­falls angegriffenen Opfer musste wegen Schwarzfahrens in den Knast, während der Täter 2008 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde.

    Anti­faschismus? Den müssen wir selber machen und deswegen gilt ange­sichts der Morde mehr denn je: Den antifaschistischen Selbstschutz or­ganisieren!

    Unterstützerinnen:
    Infoladen Sabotnik
    JURI (IL) Linke Gruppe
    Kampagne Hände hoch – Haus her!
    Antifaschistische Gruppen Südthüringen (AGST)
    Antifa Bündnis Autonome Linke Weimar
    Rote Hilfe OG Südthüringen
    Rote Hilfe OG Erfurt
    Aktionsbündnis Courage (ABC) aus Pößneck
    Bündnis gegen Rechts Gera
    Matthias Bärwolff, MdL DIE LINKE
    Peter Lückmann,Gera
    Antifaschistische Koordination [ake] Erfurt
    Redroxx Erfurt
    Heidrun Sedlacik, MdL
    Offene Arbeit Erfurt
    Antifa Task Force Jena
    Berliner Kampagne Zusammen handeln!

  26. bloegi sagt:

    Nachtrag dem Artikel hinzugefügt.

    Thema:
    In der gegenwärtigen Auseinandersetzung wird hauptsächlich über die Verfassungsschutzämter hergezogen. Auch wenn diese Kritik berechtigt ist, trifft sie nicht den Kern.

  27. LeserIn sagt:

    Bouffier (hessischer Ministerpräsident CDU) erklärte am Mittwoch, der Mitarbeiter des Verfassungsschutzes (“kleiner Adolf”) sei 1993/94 eingestellt worden, “nach meiner Kenntnis nach intensiver Sicherheitsprüfung.” Keiner sei dabei offensichtlich auf die Idee gekommen, es habe Verbindungen zu Rechtsextremen gegeben. Ohne Parteien zu nennen, spielte der Regierungschef damit darauf an, dass in den Neunzigern Rot-Grün in hessen regierte.

    OP-ONLINE 16.11.11

    Es ist leider wahr: Die hessische SPD ist zu großen Teilen eine rechtsextreme Partei. Etliche von der SPD-Regierung ins Amt gebrachte Behördenleiter waren zugleich Nazis und SPD-Mitglieder. Die rot-grüne Landesregierung hat in den neunziger Jahren das stets vorhandene ‘Volkstum’ heftig aufflammen lassen. Als erst die SPD und schließlich Rot-Grün abgewählt wurden, konnte sich niemand vorstellen, dass es CDU und FDP noch dreister treiben würden.

  28. bloegi sagt:

    Bundespolizeiminister Friedrich spuckt große Töne:

    Er will die Verantwortlichen für Fahndungspannen in der Neonazi-Mordserie zur Rechenschaft ziehen. Zwar könne man die Vorfälle noch nicht abschließend beurteilen, sagte der CSU-Politiker im niederbayerischen Essenbach. Es sehe aber so aus, als ob einige Behörden kläglich versagt hätten. Dies werde Folgen haben.

    Süddeutsche Zeitung 19.11.2011

    “Es wird der eine oder andere sich einer peinlichen Befragung unterziehen müssen”, tobt Friedrich. Als erster müsste LOStA Koeppen dran sein. Dass Friedrich ebenso wie der thüringische Innenminister Geibert die Verantwortlichen in der Staatsanwaltschaft sehen, ergibt sich schon daraus, dass Friedrich Kompetenzen von den Länder-Staatsanwaltschaften zur Bundesanwaltschaft verlagern will. Doch ob Friedrich und Geibert konsequent gegen Parteifreunde vorgehen werden, zweifle ich an.

  29. SF sagt:

    Die Politschlüsselfiguren für die gewaltbereite Rechtsszene des vergangenen Jahrzehntes in Deutschland sind m.E. die Herren Juristen Schily und Mahler

    • bloegi sagt:

      Man kann durch Bemerkungen dieser Art die Schuldfrage so verwässern, dass schließlich niemand mehr zur Verantwortung gezogen wird.

      Derzeit zeigt sich, dass es wie oben erklärt schwer ist verkokelte Leichen zu obduzieren. Es wird wild spekuliert. Am Ende könnte sich Beate Z. als Pyromanin erweisen:

      Nach der bisher bekannten offiziellen Darstellung hatten die beiden Männer nach einem Überfall auf eine Sparkasse in Eisenach das Wohnmobil gegen 11.30 Uhr angezündet und sich erschossen. [...] Eine Frau, die nicht einmal zehn Meter vom letzten Standort des Wohnmobils wohnt, nahm durch ihr geöffnetes Fenster den Geruch von verbranntem Plastik wahr. “Schüsse sind aber keine gefallen, das hätte ich gehört”, sagt sie. [...] Berichte von einer dritten Person, die kurz vor dem Eintreffen der Polizei das Wohnmobil verlassen haben soll, verstummen im Eisenacher Neubaugebiet Wartburgblick dennoch nicht. [...] Während Ermittler bei dem brennenden Wohnmobil auch eine mögliche Fernzündung per Handy untersuchen, gehen Anwohner inzwischen davon aus, Mundlos und Böhnhardt seien schon tot gewesen, als das Wohnmobil erneut in ihrem Wohngebiet geparkt und schließlich angezündet wurde. Es hatte dort schon in der Nacht zuvor gestanden und war am frühen Morgen nur etwa eine Stunde nicht da.

      Stern 20.11.2011

      Dagegen

      Gerichtsmediziner rekonstruierten die letzten Minuten der beiden laut „Süddeutsche Zeitung“ zuletzt so: Mundlos soll Bönhardt durch einen Schuss in die Schläfe getötet haben. Dann schob er sich die Pistole wohl selbst in den Mund.

      Bild 21.11.2011

  30. bloegi sagt:

    Kriminell hyperaktiv.

    Wenige Wochen vor dem Untertauchen des Bombenbauer-Trios aus Jena im Januar 1998 ist in Thüringen ein Sprengstoff-Attentat fehlgeschlagen. Wie ein Sprecher der Polizei Jena dem MDR THÜRINGEN bestätigte, fanden Ermittler am 18. November 1997 einen Sprengsatz in einem Haus in Stadtroda bei Jena. Dort waren zu dieser Zeit portugiesische Arbeiter untergebracht. Nach Informationen des MDR THÜRINGEN lag der Sprengsatz neben dem Kessel einer Gasheizung. Lediglich eine Störung am Zünder verhinderte eine Explosion. [...] Die Staatsanwaltschaft Gera wollte Ermittlungen zu dem Fall weder bestätigen noch dementieren.

    Zwischen 1996 und 1998 wurden in Jena mehrere Sprengsätze und Bombenattrappen gefunden. Bekannt wurden Funde von mit Hakenkreuzen versehenen Sprengsätzen oder Attrappen an der Autobahn 4, im Stadion, auf dem Nordfriedhof und vor dem Theaterhaus. Außerdem erhielten die Polizei, die Stadtverwaltung und eine Zeitungsredaktion ebenfalls mit Hakenkreuzen versehene Briefbombenattrappen. [...] Ende 1997 wurde Uwe B., ein Mitglied des Bombenbauer-Trios, unter anderem wegen Volksverhetzung vom Landgericht Gera zu einer mehrjährigen Haftstrafe nach Jugendstrafrecht verurteilt. Er trat die Haft jedoch nicht an. [...]

    MDR 20.11.2011

    Das geschah alles, bevor Koeppen die oben zitierten Sätze von sich gab:

    Ich glaube nicht, dass man von einer schlagkräftigen Organisation, die geplant, gezielt, strategisch gewissermaßen solche Dinge ins Werk setzen wird, in Zukunft wird reden müssen.

  31. Dragan Pavlovic sagt:

    Das hier sagt alles (Link unten). Und das hier erst recht:
    http://daserste.ndr.de/panorama/media/rechtsradikalegewalt102.html

  32. Dragan Pavlovic sagt:

    Hier der Link der fehlt:
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extra3553.html

  33. LeserIn sagt:

    Vielleicht war die erschossene Polizeibeamtim Michele Kiesewetter eine ehemalige Szene-Freundin, der Uwe Mundlos die sichere Versorgung mit Staatsknete neidete:

    Demnach gehörte dem Stiefvater der Polizistin eine Kneipe in Thüringen, die als Treffpunkt der rechten Szene galt. In diesem Zusammenhang soll Uwe Mundlos den Gastwirt wegen einer dort geplanten Veranstaltung angesprochen haben. Zu dieser Veranstaltung kam es aber offenbar nie. … In der Kneipe des Stiefvaters sei später ein Mann als Koch eingestellt worden, der denselben Nachnamen trägt wie Beate Z.(schäpe) …

    SZ 21.11.11

    Vielleicht hatten sie auch mal Streit.

  34. LeserIn sagt:

    Eine Menge Details der frühen Jahre ab 1996 in der FAZ 19.11.11. Z.B.

    „Böni“, der arbeitslose Hilfsarbeiter und Waffennarr, der mit einem Dolch durch die Stadt lief, hängt am 13. April 1996 einen Puppentorso an eine Autobahnbrücke bei Jena. Einen Davidsterne hat er daran angebracht und zwei Bombenattrappen. … Im Dezember 1997 wird das Urteil rechtskräftig. Doch Böhnhardt muss die Strafe nicht antreten – warum ist bis heute unklar.

    Vollstreckung rechtskräftiger Strafurteile ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft.

    Beamte öffnen Böhnhardts Garage, entdecken vier Rohrbomben und 1,4 Kilo Sprengstoff TNT. Aber Böhnhardt entwischt ihnen in seinem roten Ford Escort, Kennzeichen J-AH 41, für Jena und Adolf Hitler. Auch Mundlos und Zschäpe können abtauchen. Es dauert zehn Tage, bis mit Fotos nach ihnen gefahndet wird.

    Katharina König sagt, die Fahndung habe 25 Tage später begonnen.

    Das abgetauchte Trio setzt sich nicht ins Ausland ab. Sachsen reicht vollkommen. Zwickau ist gut 80 Kilometer von Jena entfernt, weniger als eine Autostunde. Zunächst halten sie sich im Raum Chemnitz auf. Am 6. Oktober 1999 überfallen sie dort ein Postamt, erbeuten mehrere tausend Mark. Drei Wochen später sind es mehrere zehntausend in einer anderen Postfiliale …

    Im September 2003 entscheidet die Staatsanwaltschaft Gera, dass er (der Fall) verjährt sei. Die Polizei muss ihre Suche einstellen. „Man hätte das anders entscheiden können“, sagt ein Sicherheitsbeamter heute. Schließlich sei auch eine Einstufung als terroristische Vereinigung oder eine Verabredung zum Mord möglich gewesen, dann hätte eine längere Strafverfolgungsverjährung gegolten.

  35. WK sagt:

    Ich weis garnicht ob Sie es schon wussten, dass es in D noch mehr Mitmenschen gibt, die mit vollem persönlichen Einsatz die braune Suppe gerade auch auf hoher und höchster Ebene an den öffentlichen Pranger stellen.
    Wo gerade BJM Schilly zur Sprache kam fiel mir das ein und ich nenne mal einen Link zu diesen Mitmenschen:
    http://www.bohrwurm.net/077.Das%20Netz%20-%20Richter%20Liste.htm

  36. LeserIn sagt:

    CDU-Bosbach: “Fehleinschätzungen”

    Der Innenausschussvorsitzende Wolfgang Bosbach sprach nach der Sitzung von schweren Ermittlungsfehlern. “In einem einzigen Tatkomplex eine solche Fülle von Fehleinschätzungen (…) ist mir (…) noch nicht begegnet”, so der CDU-Politiker. In Anspielung auf den Fund von Rohrbomben bei dem Trio 1998 in Jena sagte Bosbach: “In dem Moment, wo man Waffen und Bomben findet, müssen die Betroffenen und Verdächtigen zumindest vorläufig festgenommen werden.”

    TAGESSCHAU 21.11.11

    Wenn “Fehleinschätzungen” sich zu sehr häufen, mag man an Fehler nicht mehr glauben, sondern muss von vorsätzlicher Vertuschung ausgehen.

  37. LeserIn sagt:

    Die Informationen über die Ermordung der Polizeibeamtin Kiesewetter werden zuverlässiger:

    Oberweißbach ist klein, weniger als 2000 Menschen leben in dem Städtchen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Diese Enge, dieses Jeder-kennt-jeden, könnte Michèle Kiesewetter zum Verhängnis geworden sein – weil es in Oberweißbach auch einen unvermeidlichen Kontakt zur rechten Szene bedeutete. Bevor Kiesewetter nach Heilbronn zog, hatte sie von 2001 bis 2003 im Ortsteil Lichtenhain-Bergbahn nahe dem „Gasthof zur Bergbahn“ gewohnt, einem Treffpunkt für Neonazis und Rocker. … Kiesewetters Familie ärgerte sich aber offenbar nicht nur über die rechtsextremen Umtriebe in der Gaststätte. Der Stiefvater der Polizistin, Betreiber eines Hotels im Landkreis, hatte das Lokal pachten wollen. Doch er ging leer aus. Eine der führenden Figuren der rechten Szene in Thüringen konnte, offenbar über seinen Schwager, den „Gasthof zur Bergbahn“ nutzen: Ralf W.(ohlleben), einst wie die späteren Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in der Neonazi-Kameradschaft „Thüringer Heimatschutz“ aktiv … Ralf W. gilt als mutmaßlicher Unterstützer der drei Neonazis. … Jedenfalls betrieben die Neonazis einen beträchtlichen Aufwand, um die Polizistin aus dem Weg zu räumen. Mundlos und Böhnhardt, vielleicht auch Zschäpe, fuhren nach Heilbronn, wie bei früheren Taten mit einem gemieteten Wohnmobil, vermutlich von Zwickau aus. Sicherheitskreise halten es für wahrscheinlich, dass die Neonazis mit einem Funkscanner ausgerüstet waren, mit dem sie die Kommunikation der Polizei abhören konnten. Einen solchen Scanner und eine Liste, auf der die Funkkanäle der Polizei verzeichnet waren, hatten Mundlos und Böhnhardt bei ihrer letzten Tat, dem Banküberfall in Eisenach am 4. November 2011, dabei.

    Tagesspiegel 23.11.11

    In diesem Artikel und in einigen anderen wird zudem die BW-Polizei kritisiert, weil sie es unterließ, Kiesewetters persönliches Umfeld zu untersuchen.

    Immer mehr erstaunt die hervorragende technische Ausstattung des NSU: An die 20 Schusswaffen, Munition dafür, Schusswaffen-Schalldämpfer, TNT, sonstiger Sprengstoff, mindestens ein behördlich ausgestellter Ausweis mit falschem Namen, ein Polizeifunk-Scanner usw..

  38. bloegi sagt:

    Die Informationen über die Ermordung der Polizeibeamtin Kiesewetter werden zuverlässiger

    Doch nicht zuverlässig:

    Der Stiefvater der 2007 in Heilbronn getöteten Polizistin Michèle Kiesewetter hat jeden Kontakt seiner Familie zu dem Neonazi-Trio aus Zwickau bestritten. Es habe niemals Kontakt zwischen seiner Stieftochter oder einem anderen Familienmitglied und der Gruppe um Uwe Mundlos gegeben … “Frei erfunden ist die Meldung, wonach ich ein Lokal besessen haben soll, in dem sich die rechte Szene traf”, sagte der 58-Jährige weiter. Seine Tochter habe auch niemals gegenüber dem Gasthof in Lichtenhain an der Bergbahn (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) gewohnt, den 2005 ein Jenaer übernahm, welcher offenbar Verbindungen zu Rechtsextremisten unterhielt. … Außerdem habe er auch nie einen Koch beschäftigt, der mit Beate Zschäpe – der Frau im Neonazi-Trio – verwandt ist.

    Spiegel 23.11.2011

  39. bloegi sagt:

    Lustiges Video über die CDU

    und die Seriosität, mit der dort gegen Neonazis vorgegangen wird.

  40. LeserIn sagt:

    Ein weiterer mutmaßlicher Neonazi-Terrorist ist am Donnerstag in Brandenburg festgenommen worden. … Derzeit durchsuchten Beamte der Polizei und des Bundeskriminalamts seine Wohnung in Zwickau sowie drei weitere Wohnungen in Dresden und Jena. Nach Angaben des Generalbundesanwalts soll Andre E. im Jahr 2007 den „menschenverachtenden Propagandafilm“ hergestellt haben …

    FAZ 24.11.11

    Andre E. ist ein alter Bekannter:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,799430,00.html

    Einige Namen der Gruppe hat Zschäpe selbst verbreitet, indem sie ihre Pseudonyme aus den Namen ihrer Bekannten zusammensetzte:

    Beate Zschäpe gab sich als Susann Dienelt und Mandy Struck

    BILD 09.11.11

  41. LeserIn sagt:

    Kleiner Adolf war auch Führer

    Der hessische Ex-Verfassungsschützer, der 2006 Zeuge beim Neonazi-Mord in Kassel war, hat offenbar doch V-Leute in der rechtsextremen Szene geführt. … Demnach beobachtete der frühere V-Mann-Führer Andreas T. aus Hofgeismar nicht nur die islamistische Szene, sondern leitete auch zwei V-Leute in der Neonazi-Szene. Einer der beiden hatte vor seiner Anwerbung mehrmals an Treffen rechtsextremer Gruppen in Thüringen teilgenommen. … Die “Bild”-Zeitung hatte vor wenigen Tagen berichtet, der 2006 suspendierte Verfassungsschutzbeamte habe einen V-Mann beim rechtsextremen “Thüringer Heimatschutz” geführt. Dies hatte die Landesbehörde jedoch dementiert.

    HR 21.11.11

    Wenn das sogar vom hessischen Staatssender kommt, kann es nicht falsch sein.

  42. bloegi sagt:

    Die Behördenvertreter schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu:

    Die Polizei hatte dem Thüringer Generalstaatsanwalt Hartmut Reibold zufolge schon im März 2002 Hinweise auf den Aufenthaltsort des gesuchten Terror-Trios in Chemnitz. Das gehe aus einem Aktenvermerk hervor, sagte Reibold am Mittwoch in Erfurt. Er habe aber keine Kenntnis, wie die Polizei in Thüringen oder Sachsen weiter vorgegangen sei. “Das war Aufgabe der Polizei.” Für die Staatsanwaltschaft sei mit der Ausschreibung des Haftbefehls alles getan gewesen.

    Hamburger Abendblatt 24.11.2011

    Da der Aktenvermerk offenbar in einer Akte der Staatsanwaltschaft lag, der Staatsanwaltschaft also zugeleitet wurde, hätte die Staatsanwaltschaft die Polizei an die sofortige Umsetzung des Haftbefehls erinnern können. Immerhin ging es um Bombenbauer.

  43. bloegi sagt:

    Die FAZ vom 23.11.2011 gibt zu verstehen, dass sie die Rechtsextremismus-Zahlen der hessischen Landesregierung für falsch hält

    Hessen
    Justiz tut sich schwer mit rechtsextremer Gewalt

    23.11.2011 · Laut Statistik geht in Hessen die Zahl rechter Straftaten zurück. Doch die Zahlen sagen wenig über die tatsächliche Bedrohung aus.

    Im Artikel werden einige Tricks erklärt, mit der hessische RichterInnen die Strafen für rechtsextreme Gewalttäter auch dann gering halten, wenn Anklage erhoben wurde (,was in den meisten Fällen nicht geschieht).

  44. bloegi sagt:

    Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde E. auf dem Hof seines Bruders Maik in Grabow bei Belzig festgenommen. Maik E. ist laut dem Brandenburger Verfassungsschutz ein führendes Mitglied der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) und vertritt den JN-Stützpunkt Potsdam.

    Reuters 24.11.2011

    Wo denn nun? In Grabow oder in Belzig? Die Orte liegen weit auseinander. Vielleicht meinen die Golzow oder Grubo.

    Wie heißt der jetzt verhaftete Andre E? Das steht in der SZ und der OTZ am 21.11.2011:

    “Die “Süddeutsche Zeitung” hatte berichtet, dass die Ermittler Dokumente gefunden hätten, wonach Zschäpe unter den Decknamen “Silvia Pohl”, “Lisa Pohl”, “Mandy Stuck”, “Susann Deinelt” und “Susann Eminger” aufgetreten sein könnte.

    Andre Eminger betreibt einen Versandhandel Caput Mortuum (Totenkopf)
    http://www.tmdb.de/de/marke/CAPUT_MORTUUM_Lif__,DE302011017176.html
    Aus Emingers Logo ist ersichtlich, dass er den SS-Totenkopfring meint.

    Eminger ist Eigentümer der Domain caput-mortuum.de. Auf seiner Homepage “www.caput-mortuum.de” ist jetzt zwar nichts mehr zu sehen. Aber es ist leicht herausfinden, dass er in Zwickau den “AE-Montageservice” betreibt.

    Die Gattin Susann Eminger steht auf der Kundenliste des Neonazi-Versands “www.thorsteinar.de” (immer noch mit Wolfsangel).
    http://linksunten.indymedia.org/system/files/data/2010/03/9968043334.txt

    Zwillingsbruder Maik Eminger hat sich bei der neonazistischen Bewegung Neues Deutschland politisch betätigt.

    Die Verheimlichung von Namen öffentlich aktiver Neonazis unter dem Vorwand, es gehe um den Schutz von Persönlichkeitsrechten, ist unerträglich. Die Vertuschung läuft darauf hinaus, dass sich die Zielpersonen dieser Neonazis nicht wehren können.

  45. LeserIn sagt:

    Aus dem Leben der Frau Beate Zschäpe:

    Die gelernte Gärtnerin, die nach der Lehre ohne Stelle dastand, machte früh bei den Neonazis mit und marschierte an der Seite von Böhnhardt und Mundlos. Sie lebte lange bei ihrer alleinerziehenden Mutter, die den Job verloren hatte. Im früheren Kinderzimmer hing die Reichskriegsflagge und wenn sie mit den schrecklichen Kameraden Monopoly spielte, war das Gefängnis-Feld ein “KZ”-Feld. … Sie hat mehrmals Wohnungen im Osten für das Trio angemietet. Sie verwendete Dokumente mit mindestens sechs Deck- und Aliasnamen, die ihr – zum Teil wenigstens – von Unterstützerinnen zur Verfügung gestellt wurden. … In etwa 30 Fällen wurden über all die Jahre Wohnmobile angemietet und mit Campern fuhren die Killer zu den Tatorten. Die Autos gemietet hat meist Zschäpe, die vom “Familienurlaub” schwafelte. Die beiden Terroristen seien “ihre Familie” gewesen, hat die junge Frau, die noch die Mutter und eine Oma hat, Polizeibeamten in Zwickau erzählt.

    SZ 25.11.11

    Laut SZ hat Zschäpe jetzt zwei Verteidiger: Wolfgang Heer (Köln) und Wolfgang Stahl (Koblenz). Um Fälle, über die in den Medien oft berichtet wird, reißen sich die Rechtsanwälte, weil sie so Reklame für sich machen können.

  46. Anti-Nazi-Koordination Frankfurt a.M. sagt:

    http://antinazi.wordpress.com/2011/11/26/aktionen-gegen-die-nsu-morde-und-die-verwicklug-des-staatlichen-sicherheitsapparats-in-den-naziterror/

    Die nächsten Aktionen im Zusammenhang der NSU-Morde und für die Mobilisierung des erneut bevorstehenden europaweiten Naziaufmarschs in Dresden, Februar 2012 sind:Dienstag, 29.11., 18 Uhr, Biebergasse (Rückseite Buchhandlung Hugendubel, Richtung Fressgass’)
    Mahnwache des Gedenkens und des Zorns. 13 Jahre Nazi-Morde – Warum?
    (Veranstalter: Türkisches Volkshaus, ANK, LINKE, SPD, GRÜNE und andere)

    Mi, 30.11., 19 Uhr, Türkisches Volkshaus
    Treffen der Anti-Nazi-Koordination Frankfurt (www.antinazi.wordpress.com)

    Mi, 30.11., Wiesbaden, ab 18.​30 Uhr vor dem Mu­se­um Wies­ba­den (Fried­rich-​Ebert-​Al­lee 2)
    Demo gegen den VS (http://imkwiesbaden.blogsport.de/2011/11/21/30-november-kundgebung-gegen-den-verfassungsschutz/)

    Donnerstag, 1.12., Studierendenhaus
    Treffen des Netzwerks Frankfurter Antifaschist_innen (http://frankfurtermobi.blogsport.de/)

    Ferner wird für Di, 6.12.2011 ein Go-In bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft angekündigt.
    Hintergrund ist die notorische Weigerung dieser staatlichen Behörde wie auch der Polizei, Informationen über Naziumtriebe ernst- oder auch nur entgegenzunehmen, vergleiche ………..

  47. LeserIn sagt:

    Zschäpe fühlte sich 2008 zwischen Polizisten sicher.

    … „Revolution“, grölte es am 3. Oktober 2008 aus einem Lautsprecher, „dann schmieden wir deutsche Schwerter neu“.

    Die Nazi-Demo wurde von Hunderten Polizisten mit Dutzenden Einsatzfahrzeugen eskortiert. Hinter einem der Transparente lief eine junge Frau mit Kopftuch und Sonnenbrille.

    BILD am SONNTAG legte das Foto einem Ermittler vor, der die 36-Jährige von Angesicht kennt. Der Beamte war sich sicher: „Das ist sie.“

    Zwei Tage nach der Demonstration wurde bei dem Leipziger Fotografen eingebrochen. Während er im Nebenzimmer schlief, entwendeten die Diebe zielgerichtet die Datenträger mit den Fotos von der Nazi-Demo. Was sie nicht wussten: Der Fotograf hatte vier Aufnahmen bereits versendet. Nach dem Einbruch erstattete er Strafanzeige bei der Polizei. Doch die Ermittlungen verliefen im Sande.

    BILD 26.11.11

    Das Übliche: “Die Ermittlungen verliefen im Sande.”

  48. bloegi sagt:

    SchriftFÜHRER des CDU-Stadtbezirksverbands Kassel Nord ist Neonazi und Paul-Panther-Fan

    Facebook als Neonazi-Propaganda-Organ

    [...] ist der Schriftführer des CDU-Stadtbezirksverbandes Kassel Nord, Daniel Budzynski, seit Jahren Mitglied des rechtsextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten “Freien Widerstands Kassel”. Bei dem Stadtbezirksverband handelt es sich um den Stadtteil, in dem im April 2006 der Internetcafébesitzer Halit Yozgat ermordet wurde [...] Nach Erscheinen des Bekennervideos der Zwickauer Terrorzelle, in dem die Taten des Nazi-Trios mit Zeichentrickszenen von “Paulchen Panther” kombiniert wurden, setzte Budzynski am 17. November die Comicfigur “Paul Panther” als Konterfei auf seine Facebook-Homepage [...]

    HR 21.11.2011

  49. bloegi sagt:

    Deutlicher geht es jetzt auch gegen LOStA Koeppen und seine Mannen in der Staatsanwaltschaft Gera:

    Bei der Einschätzung des thüringischen Neonazi-Trios hat nach Informationen des SPIEGEL offenbar auch die Justiz schwere Fehler gemacht. So war die Staatsanwaltschaft Gera 1998 nach einer Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich bei den untergetauchten Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe nur um “ein loses Geflecht von Einzeltätern” handle, die “Straftaten weder für noch im Namen bestimmter Gruppierungen oder gar einer eigens gegründeten Gruppierung” begingen.

    Die Ermittlungsbehörde sah keinen Anlass, ein Verfahren wegen “Bildung einer terroristischen Vereinigung” einzuleiten. Am 4. März 1999 übermittelte das Bundeskriminalamt diese Einschätzung auch an die Bundesanwaltschaft, die sich der Bewertung aus Gera anschloss und ebenfalls keinen Anlass sah, die Ermittlungen wegen Terrorverdachts an sich zu ziehen. [...]

    Dabei hatten die Sicherheitsbehörden nach Informationen des SPIEGEL bereits 1998 konkrete Hinweise darauf, dass sich das thüringische Trio im Untergrund bewaffnen wollte. So schickte der Brandenburger Verfassungsschutz im September 1998 mehrere Meldungen nach Sachsen, Thüringen und an das Bundesamt für Verfassungsschutz, wonach der V-Mann “Piato” berichtet habe, dass ein sächsischer Neonazi gerade dabei sei, Waffen für Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe zu beschaffen. Mit den Waffen habe das Trio “weitere Überfälle” begehen wollen; zudem hätte man erwogen, sich mit “geliehenen” Pässen abzusetzen. [...]

    Spiegel 27.11.2011

    Die Justiz – in besonderer Verantwortlichkeit der Leitende Oberstaatsanwalt Koeppen – hat die Neonazis bewusst beschützt. Das Maß der Vertuschung ist in der Justiz bei Weitem größer als beim Verfassungsschutz.

  50. LeserIn sagt:

    BILD 26.11.2011 titelt:

    Killer-Nazis klauten Bundeswehr-Sprengstoff

    Geklaut? Womöglich bekamen die Killer-Nazis die 40 kg TNT geschenkt.

  51. bloegi sagt:

    Dr. Bernhard Vogel, Regierungschef in Thüringen vor Althaus, sieht sich bemüßigt:

    Thüringens früherer Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) hat die Arbeit der Verfassungsschutzämter nach den Pannen bei der Verfolgung der Zwickauer Neonazi-Terroristen kritisiert.

    Der Alt-Ministerpräsident, während dessen Regierungszeit die mutmaßlichen Rechtsterroristen aus Thüringen untertauchen konnten, wies die Verantwortung dafür unter Verweis auf den damaligen Innenminister Richard Dewes (SPD) von sich.

    Süddeutsche Zeitung 28.11.2011

    Vogel (CDU) war derjenige, welcher den Ministerialbeamten Koeppen (CDU) aus Hessen holte. An der Installation Koeppens 1993 war Hans-Joachim Jentsch (CDU) als Justizminister beteiligt, ein rechter Seilschaftler aus Marburg, der später Bundesverfassungsrichter wurde.

  52. LeserIn sagt:

    In Brandenburg wurde ein Gruppe rechtsextremer Jugendlicher, das “Freikorps Havelland” als terroristische Vereinigung verfolgt, weil sie Imbissbuden angezündet hatten – kein Mord, kein Bombenanschlag.

    “Für mich persönlich”, so Rautenberg, “ist die strafrechtliche Bekämpfung des Rechtsextremismus keine normale Berufserfüllung, sondern geradezu eine patriotische Pflicht.” Der Chefermittler, der in der Bundesanwaltschaft einst gegen Terroristen von links vorgegangen war, schreckte nicht davor zurück, rechtsextreme Gruppen als terroristische Vereinigung einstufen. 2004 klagte er das “Freikorps Havelland” als Terrorgruppe an. Die Gruppe hatte sich die Vertreibung von Ausländern aus dem Havelland zum Ziel gemacht und zehn Imbissbuden angezündet. Anfangs wurde Rautenberg dafür belächelt, “überzogen” sei sein Vorgehen, schließlich seien die Täter doch Jugendliche. Der Bundesgerichtshof aber bestätigte das Urteil gegen fünf Gründungsmitglieder, auch die Einstufung als “terroristische Vereinigung”

    SPIEGEL 30.05.09

    Es ist nicht zu verstehen, weshalb die Staatsanwaltschaft Gera nicht ähnlich vorging. Sie wusste schon vor 1998, dass die Gruppe gewalttätig war, Bomben legte und einschlägige Neonazi-Delikte beging.

  53. bloegi sagt:

    Bild 28.11.2011

    Skandal in Hessen
    CDU-Politiker als Neonazi aktiv
    Als die Hass-DVD aus Zwickau bekannt wurde, stellte er „Paulchen-Panther“ auf sein [Facebook-]Profil

    Dabei Foto von Daniel Budzynski im T-HemdKategorie C” auf Neonazi-Demo in Peine und das bei Facebook inzwischen gelöschte Bild, wie Budzynski sich als “Paulchen Panther” sah: mit Knarre und Patronen-Gürtel.

    Bild 27.11.2011

    Killer-Nazis von diesem Spitzel enttarnt
    Aber die Behörden taten trotzdem nichts
    [...]
    Im September 1998 sollen Brandenburger Verfassungsschützer laut „Spiegel“ an ihre Kollegen in Sachsen, Thüringen und beim Bundesamt gemeldet haben: „Piato“ warne, dass ein sächsischer Neonazi Waffen für Uwe Mundlos († 38), Uwe Böhnhardt († 34) und Beate Zschäpe (36) beschaffen wolle.

  54. R. Meier sagt:

    Herr Koeppen ist mit seinem Spruch bei Spiegel TV zu sehen auf spiegel.de. Irgendwie kommt der Zusammenschnitt herüber als verhöhnt Spiegel TV mehrere Polizeidirektionen und Staatsanwälte, denn die Nazi-Gewalt-Fälle sind dem Spiegel seit langem bekannt. Nur wurde nie etwas unternommen … erst nach dem Zusammenhang mit dem Mord an einer polizistin und Fund der Tatwaffe wird ermittelt … oberst peinlich … echt nur noch peinlich

    • bloegi sagt:

      Für mich und viele andere ist die Tätigkeit dieses Arndt Peter Koeppen und seiner Hilfstruppen nicht nur peinlich. Sie ist lebensgefährlich. Siehe z.B.
      http://www.althand.de/danke.html
      Dabei ist die Liste auf danke.html bei Weitem nicht vollständig.

      Es wird nicht besser werden, bevor solche Typen wie Koeppen, Jörg, Franosch und Zmyj-Köbel aus den Behörden gefeuert werden. Sie können sich danach als Rechtsanwälte versuchen. Ob sie aber viele Mandanten finden werden, bezweifle ich.

  55. LeserIn sagt:

    Weiterer verdächtiger Neonazi festgenommen

    Wohlleben soll 2001 oder 2002 über einen Kurier eine Schusswaffe mit Munition an das Trio geliefert haben.

    Der Beschuldigte habe bereits in den Neunziger Jahren in enger Verbindung zu den drei Mitgliedern des “Nationalsozialistischer Untergrunds (NSU)” gestanden, heißt es in einer Mitteilung des Generalbundesanwalts. Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll Wohlleben dem Zwickauer Trio 1998 bei der Flucht geholfen und die abgetauchten Neonazis in der Folge auch finanziell unterstützt haben. Zudem soll er den Ermittlern zufolge den Kontakt zu Holger G. hergestellt haben, der bereits als mutmaßlicher Unterstützer in U-Haft sitzt.

    SPIEGEL 29.11.11

    Ralf Wohlleben ist als Neonazi bekannt. Es gibt viele Bilder von ihm, die nicht verpixelt sind:
    http://images.google.de/search?tbm=isch&hl=de&source=hp&biw=1024&bih=630&q=ralf+wohlleben
    Er ist nicht fett und hat keine Glatze. Warum auch verpixeln? Wohlleben ist dutzendfach als Organisator öffentlich aufgetreten.

  56. LeserIn sagt:

    Zuständig war die Staatsanwaltschaft Gera:

    Die Bundesanwaltschaft hat die im Januar 1998 untergetauchten mutmaßlichen Bombenbauer von Jena bereits kurz nach deren Verschwinden ins Visier genommen – allerdings nur im Rahmen eines sogenannten Prüfvorgangs. … Nach damaliger polizeilicher Einschätzung habe es sich lediglich um ein loses Geflecht von Einzeltätern gehandelt. Deshalb sei von Gesetzes wegen die Staatsanwaltschaft Gera für die weiteren Ermittlungen zuständig gewesen.

    MDR 28.11.11

    Wenn die Staatsanwaltschaft den Eindruck hat, dass ihre Hilfsbeamten von der Polizei nicht einwandfrei arbeiten, hat sie die Pflicht bessere Unterstützung anzumahnen evt. über den Justizminister. Im NSU-Fall ist das nicht geschehen. LOStA Koeppen, der damalige Behördenleiter der StA Gera, hat sogar in die Mikrophone gesprochen, wie harmlos er selbst die Neonazis findet – trotz Bomben- und Sprengstoff-Fund und trotz der bekannten kriminellen Karriere der Aktivisten.

  57. bloegi sagt:

    Panik bei der Polizei und der Justiz in Thüringen. Keiner darf was sagen. Dafür kreisen wirre Gerüchte:

    Gebremst wird die Jenaer Polizei allerdings vom Innenministerium, dessen Maulkorb-Erlass noch immer gilt. “Wir dürfen nichts sagen”, bestätigte die Pressestelle der Jenaer Polizei. Demzufolge wurde ein bereits am Montag der vergangenen Woche an die Jenaer Behörde gerichtetes Auskunftsersuchen der OTZ zur Situation in Jena der 90er Jahre im Zusammenhang mit rechtextremistischen Straftaten dem Innenministerium zugeleitet. Von dort kam jedoch bis heute keine Antwort.

    Doch auch das seltsame Verhalten der Staatsanwaltschaft Gera bei der Durchsuchungsaktion in Jenaer Wohnungen und Garagen im Januar 1998 wirft weiter Fragen auf. Damals war im Vorfeld ein Haftbefehl gegen das tatverdächtige Trio von der Staatsanwaltschaft Gera abgelehnt worden – aber nicht, weil Oberstaatsanwalt Arndt Koeppen dies nicht gewollt habe. Die Anweisung soll nach OTZ-Informationen von “weiter oben” gekommen sein. Die Haftbefehle gab es erst, als die drei über alle Berge waren.

    OTZ 25.11.2011

    “von weiter oben gekommen” ist Quatsch. “weiter oben” war die Generalstaatsanwaltschaft. Koeppen könnte sich höchstens rausreden, der Dezernent (sein Untergebener) habe ihn falsch unterrichtet.

    Äußerst pikiert eine Stellungnahme der Thüringer Generalstaatsanwaltschaft:

    In den letzten Tagen wurden Vorwürfe gegenüber der Staatsanwaltschaft Gera in den Raum gestellt, ihr seien bei den damaligen Ermittlungen zu den Sprengstofffunden 1998 in Jena Fehler unterlaufen. Generalstaatsanwalt Reibold wird deshalb in Absprache mit dem Thüringer Justizminister Dr. Poppenhäger die Ermittlungsvorgänge der Staatsanwaltschaft Gera überprüfen. Dies entspricht dem Grundsatz der Gewaltenteilung, nachdem die Justiz eine eigenständige und unabhängige staatliche Gewalt darstellt.

    Oberstaatsanwalt Stefan Tilch Pressesprecher 15.11.2011

    Der letzte Satz ist eine Unverschämtheit: Dass die Justiz nicht von außen kontrolliert werden dürfe, folge aus der Gewaltentrennung. Außerdem gehören die Staatsanwälte der Exekutive. Sie sind dem Justizminister untertan, und der Justizminister ist Teil der Regierung. Die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft ist offenbar ähnlich bescheuert wie die hessische.

  58. R. Meier sagt:

    … weil überall die gleich-bescheuerten Type von Mensch sitzt …

  59. bloegi sagt:

    Die Justiz hat – Wunder über Wunder – nahezu überall herzwärmende Gefühle für Neonazi-Gewalttäter. Auch für Sven Kahlin in Dortmund, der einen Punker totgestochen hat. 5 Jahre Gefängnis (war ja nur ein Punker). Kaum ist Kahlin draußen – auf Bewährung -, wird er wieder gewalttätig.

    Samstag, 26. November 2011, 22.30 Uhr in der Nähe der Reinoldikirche: Zwei junge Türken sind mit einer Freundin zu Fuß unterwegs und haben zu einem der Schläger einen kurzen Blickkontakt. Dieser reagiert aggressiv: „Was guckst du, du Bastard“ – und greift einen der beiden Fußgänger sofort an.

    Als der Freund des Türken dazwischen gehen will, erhält er mit einer Flasche einen Schlag gegen den Hinterkopf und stürzt. „Ich habe nur noch Springerstiefel gesehen“, sagt der junge Mann über das, was in den Sekunden danach auf in zukam: Mehrere Angreifer treten in sein Gesicht und gegen den Kopf. Dabei hörte er diesen Satz: „Scheiß Ausländer.“ [...]

    K. soll an dem Nazi-Überfall auf die „Hirsch Q“ am 10. Dezember 2010 beteiligt gewesen sein, was ihm allerdings noch nicht nachgewiesen werden konnte ..

    Recklinghäuser Zeitung 28.11.2011

    Weihnachtsmärkte sind ideal für Neonazis schon wegen des Glühweins.

    Die “Ermittlungen” nach dem Überfall auf die Kneipe Hirsch Q machen noch einen Schandfleck der deutschen Justiz. Es ist zudem unerträglich, dass die Gewalttäter nicht benannt werden sollen. Kahlin selbst figuriert bei Facebook als Hochzeiter:
    http://de-de.facebook.com/people/Sven-Kahlin/100002520142177

  60. WollVieh sagt:

    Zwar schon länger her, aber selbst 17 Schüsse aus einer Maschinenpistole an einem Badestrand führen umgehend zur Freilassung. Da dies(http://de.wikipedia.org/wiki/Suomi_M-31) keine Kriegswaffe wäre. Ist ober dämlich eine Steigerung von OStA? Dieselbe Staatsanwaltschaft hat dann bei Linken im Zusammenhang mit dem G8 Gipfel in Kühlungsborn aber richtig zugelangt!
    Achtung der Link führt zur Welt, ist aber IMHO die beste Zusammenfassung. http://www.welt.de/politik/article1032801/Polizei_laesst_Rechtsextremisten_laufen.html

    • bloegi sagt:

      Zitat aus dem genannten Welt-Artikel vom 17.7.2007:

      Sieben rechtsextremistische Randalierer, die an einem Strand in Mecklenburg mit einer Maschinenpistole in die Luft geschossen hatten, sind wieder auf freiem Fuß. „Es handelt sich um keine Haftsache“, sagte der Rostocker Oberstaatsanwalt Peter Lückemann.
      [...]
      Die Neonazis hatten am Sonntag an einer Badestelle am Krakower See ausländerfeindliche Parolen gebrüllt, den Hitlergruß gezeigt, Badegäste belästigt und schließlich in die Luft geschossen. Es habe sich herausgestellt, dass die benutzte Maschinenpistole zwar eine scharfe Waffe sei, aber wegen ihres Alters (Baujahr 1925) nicht mehr unter das Kriegswaffenkontrollgesetz falle, erklärte Lückemann.

      Der Titel “Polizei lässt Rechtsextremisten laufen” ist übrigens falsch. “Staatsanwaltschaft lässt Rechtsextremisten laufen” wäre richtig.

      Dazu ein überaus komischer Artikel der Humanistischen Union Marburg:

      Auch die Absage des Leitenden Marburger Oberstaatsanwalts Arndt-Peter Köppen, sich an einer Diskussionsrunde der HU Marburg unter dem Titel “Mit Mitteln des Rechts gegen Rechts” zu beteiligen, hält Hanke nicht gerade für einen Ausdruck vorbildlich demokratischen Verhaltens. Immerhin war es genau jener Köppen, der vor zehn Jahren in Thüringen gegen die nun des Mordes beschuldigten Neonazis ohne Ergebnis ermittelt hat.

      http://www.hu-marburg.de/homepage/presse/info.php?id=305#pressemitteilung

      Wahrscheinlich hat Koeppen jetzt so viel am Hals, dass er einfach Angst hat. Insoweit mag er beruhigt sein: Seine Justiz-Kameraden werden ihn schon rauspauken. Ob das aber dem Ansehen der Justiz zuträglich sein wird, darf angezweifelt werden.

  61. LeserIn sagt:

    Das Bundeskriminalamt, von dem man im günstigsten Fall sagen kann, dass seine Insassen lethargisch sind, hat ein Fahnungsplakat veröffentlicht, angeblich um der NSU-Unterstützer habhaft zu werden.

    http://www.bild.de/news/inland/nsu/terror-zelle-stand-der-ermittlungen-21322412.bild.html

    Bemerkenswert ist daran zweierlei:
    a) Die echten Deutschen Farben Schwarz, Weiß und Rot; so vergisst man nie, mit wem man es bei deutschen Behörden zu tun hat.
    b) Namen und Konterfeie staatlicher NSU-Unterstützer fehlen.

  62. bloegi sagt:

    Verweis auf
    http://bloegi.wordpress.com/2008/07/22/totschlager-aus-dem-herrschaftsgebiets-des-staatsanwalts-zmyj-kobel/#comment-4530

  63. bloegi sagt:

    Hinweis auf
    http://bloegi.wordpress.com/2009/10/03/npd-nazis-sind-schlachtschweine-der-staatsnazis/#comment-4537

    überhaupt auf
    http://bloegi.wordpress.com/2009/10/03/npd-nazis-sind-schlachtschweine-der-staatsnazis/

  64. LeserIn sagt:

    Wer bekommt den braunen Peter?

    Bei der Ursachensuche zur gescheiterten Fahndung nach den Jenaer Terroristen verdichten sich die Hinweise auf ein Versagen der Behörden. Wie unsere Zeitung gestern aus der vertraulichen Sitzung des Justizausschusses des Landtags erfuhr, gab es in den Jahren 2000 bis 2002 “mehrere Chancen” auf die Festnahmen der Neonazi-Trios, die aber alle verpasst wurden. … Darauf lasse, wie es hieß, “ein halbes Dutzend Aktenvermerke” schließen, die Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) in der fünfstündigen Sitzung präsentierte. Meist ging es darum, dass sich Zielfahnder des Landeskriminalamtes (LKA) über Behinderungen beschwerten. So sollen die Zugriffe unter anderem wegen mangelnder Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz gescheitert sein. … Die Aktennotizen wurden unter anderem im Justizministerium archiviert, da die Staatsanwaltschaft die Zielfahnder führte.

    Thüringer Allgemeine 02.12.11

    Da die Staatsanwaltschaft Gera (Koeppen) davon wusste, wäre es ihre Pflicht gewesen schleunigst auf das Ende der Behinderungen hinzuarbeiten.

    Nach Informationen der Zeitung (Leipziger Volkszeitung) gibt es aus der Zeit zwischen 1998 und 2011 einen Hinweis, offenbar des thüringischen Landeskriminalamtes, wonach Frau Zschäpe staatlicherseits „gedeckt“ sei. Dahinter sollen sich Zuträgerleistungen aus der rechten Szene von Beate Zschäpe unter anderem auch für thüringische Sicherheitsbehörden verbergen. In dieser Zeit soll Beate Zschäpe fünf Alias-Namen verwendet haben. 2003 gab es darüberhinaus Kontakte zwischen der Justiz und Vertrauten von Beate Zschäpe, ob und wie sich die Abgetauchte zurück an die Öffentlichkeit begeben könne.

    Leipziger Volkszeitung 29.11.11

  65. LeserIn sagt:

    Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe haben aus dam Spiel Monopoly “Pogromly” gemacht und es an andere Neonazis verkauft. Überall Hakenkreuze, SS-Runen, SA-Abzeichen, Davidsterne, Totenköpfe, Schwarz-Weiß-Rot und echt deutsche Buchstaben. Statt des Gefängnis-Felds ein “KZ-Feld” usw..

    FAZ 03.12.11

    Zum Artikel gehört ein Bild des Spielfelds.

  66. bloegi sagt:

    Koeppen kommt jetzt ganz groß raus. Ob er sich darüber freut, ist eine andere Frage.

    Der Thüringer Verfassungsschutz wollte die Rechtsradikalen Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos ein Jahr nach ihrer Flucht mit einem „Ausstiegsangebot“ aus dem Untergrund holen. Das sagte der damalige Verteidiger Böhnhardts, Gerd Thaut [ ... ]
    Thaut zufolge kam im März 1999 ein Mitarbeiter des Thüringer Verfassungsschutzes in seine Kanzlei, angeblich im Auftrag seines Chefs Helmut Roewer. Der Mann habe erklärt, er wolle den 1998 untergetauchten Bombenbauern helfen, in die Legalität zurückzukehren. Würden sich die drei freiwillig stellen, könnten sie mit einer milderen Strafe rechnen. So würde man sie nicht wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung belangen, sondern nur wegen Sprengstoffbesitzes, schilderte Thaut das Gespräch. Er übermittelte das Angebot der Mutter Böhnhardts, die einverstanden gewesen sei. „Sie wollte nicht, dass ihr Sohn weiter in der rechtsradikalen Szene aktiv ist.“ Als er bei der Staatsanwaltschaft in Gera Einzelheiten der Strafmilderung besprechen wollte, habe der Behördenchef geblockt, sagte Thaut FOCUS. Oberstaatsanwalt Koeppen habe erklärt, die untergetauchten Extremisten würden bald gefasst. An einer organisierten Rückkehr durch einen Strafmilderungsdeal habe seine Behörde kein Interesse.

    Focus 3.12.2011

    Die Weigerung Koeppen erscheint umso unsinniger, als er bei diesem Handel nichts verschenkt hätte. Er wollte Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe sowieso nicht wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung anklagen.

    Focus hat das aufgebracht. Vielleicht hundert Zeitungen haben es innerhalb eines Tages übernommen. n-tv am 3.12.2011 fängt seinen Artikel darüber an mit:
    Hätten die Morde an ausländischen Kleinunternehmern verhindert werden können?
    Die Antwort ist ja.

    Ähnlich Bild am 3.12.2011:

    Hätten die Nazi-Morde verhindert werden können?

    Wie das Magazin „Focus“ berichtet, wollte der Thüringer Verfassungsschutz das Nazi-Trio 1999 mit einem Ausstiegsangebot aus dem Untergrund holen.

    Der damals zuständige Geraer Oberstaatsanwalt Arndt Peter Koeppen habe eine Absprache zur Strafminderung jedoch mit der Begründung abgelehnt, die Untergetauchten würden ohnehin bald gefasst.

    Ähnlich Zeit
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-12/nazi-thueringen-saaland
    Süddeutsche Zeitung
    http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1244426
    Financial Times Deutschland
    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:terror-rechtsextremisten-wohl-fuer-mehr-anschlaege-verantwortlich-als-gedacht/60137665.html
    Handelsblatt
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nazi-trio-sollte-zum-aussteigen-bewegt-werden/5917690.html
    Wirtschaftswoche
    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/verfassungsschutz-nazi-trio-sollte-zum-aussteigen-bewegt-werden/5917742.html
    Dass die letzten drei Zeitungen über Arndt Peter Koeppen berichten, ist für die CDU besonders schmerzlich.

  67. Roderic sagt:

    Nur ein Detail, aber interessant, der angebliche Vorschlag Roewers, nicht wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu ermitteln (Focus):

    Laut vielfacher Veröffentlichungen gab es diese Ermittlungen gar nicht. Siehe Verjährung nach 5 Jahren (2003).

    Sehr guter Blog zum Thema. Bitte dranbleiben.

    • bloegi sagt:

      Es ist üblich, dass Beschuldigten erst einmal Angst gemacht wird mit Strafen, die gar nicht in Frage kommen. Dann wird versprochen, dass den Beschuldigten bei ‘Einsicht’ und Wohlverhalten die aufgebauschten Strafen erlassen werden. Umso erstaunlicher ist, dass Koeppen nicht auf das Angebot einging.

      Den RA Thaut halte ich für glaubwürdig. Er hat zu viel zu verlieren, wenn er lügt.

  68. Roderic sagt:

    Dennoch: Gerade weil sehr unwahrscheinlich, dass RA Thaut einen “Deal” gegen die Interessen seiner Mandanten anbahnt unter der falschen Voraussetzung, es würde wegen Mitgliedschaft in terrorist. Vereinigung ermittelt, muss imho trotzdem klar gewesen sein, weswegen tatsächlich ermittelt wird.

    Nicht ganz off topic: Zu Koeppens Behauptung, der 20.4. wäre bei den Nachgeborenen unbekannt, fand ich diesen interessanten Link:

    http://www.thueringen.de/de/justiz/presse/03243/uindex.html

  69. Harry sagt:

    Infofrage an @ Roderic

    Ist “Arndt Peter Köppen” = Leiter Staatsanwaltschaft Jena mit “Arndt Köppen” = Staatssekretär JuMi Thüringen und heutigem “Arndt Peter Köppen” = LOSt Marburg/L. identisch?

    • bloegi sagt:

      Infofrage an Harry:

      Ist “Harry Heine” mit “Heinrich Heine” identisch?

      Ein bisschen aufgeweckter als der heutige Harry war H.Heine auf jeden Fall.

  70. LeserIn sagt:

    Andere Meldungen bestätigen den Verdacht, dass die ‘Ermittler’ die Bombenproduzenten laufen lassen wollten. Z.B.

    Als Uwe Mundlos († 38) endgültig untertauchte, suchte sein Vater Siegfried auf eigene Faust nach ihm – doch LKA-Fahnder stoppten den Informatikprofessor.

    Seine Nachforschungen würden die Ermittlungen gefährden, sagten die Beamten des LKA dem besorgten Vater.

    BILD 18.11.11

    LKA ist Polizei. Die LKA-Beamten wurden von der Staatsanwaltschaft Gera geleitet. Koeppen kann nur behaupten, die Polizisten hätten auf eigene Faust etwas getan, was er nicht wollte.

  71. R. Meier sagt:

    Die haben uns viel zu lange etwas vorgespielt … das ist noch zu milde ausgedrückt. Herr Koeppen tanzt wohl Samba.

  72. LeserIn sagt:

    Eine andere TAZ, die Thüringer Allgemeine Zeitung, hat am Sonntag den “Leitenden Staatsanwalt” Koeppen angerufen:

    … kontaktierte ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes den Geraer Rechtsanwalt Gerd Thaut. “Ich sollte vermitteln, weil ich Uwe Böhnhardt bei einem früheren Prozess vertreten hatte”, sagte Thaut gestern unserer Zeitung. Es ging um einen Handel: Die drei sollten sich stellen – und im Gegenzug eine mildere Strafe bekommen. Die Mutter Böhnhardts, die der Anwalt ansprach, wollte mit ihrem Sohn verhandeln. Doch der zuständige Leitende Staatsanwalt, Arndt Koeppen, habe abgelehnt. Koeppen sagte gestern auf Anfrage, er könne sich an den Vorgang nicht erinnern – ihn aber auch nicht ausschließen.

    TAZ 05.12.11

    In dem Artikel wird zudem an eine Reihe von Möglichkeiten erinnert Mitglieder des NSU festzunehmen. Festnahmen sind Aufgabe der von der Staatsanwaltschaft geleiteten Polizei. Dem Verfassungsschutz sind Vorwürfe zu machen, wenn er seine Beobachtungen nicht zügig weitergeleitet hat.

  73. LeserIn sagt:

    Angriff in der Thüringer Landeszeitung 05.12.11 auf Koeppen insbesondere und die Staatsanwaltschaft allgemein:

    Ob sich wohl auch der Herr Oberstaatsanwalt schon mit dem Versagen eines seiner Geraer Berufskollegen in der Thüringer Rechtsterroraffäre mit zehn Toten und 14 Banküberfällen aufklärend-offensiv gekümmert hat? Hätte dieser Berufskollege, der (noch) außerhalb des medialen Interesses steht, eigentlich nicht – was die Bundesanwaltschaft indirekt empfahl – bereits 1998 auf Terror- und nicht lediglich auf Sprengstoffanschlag plädieren müssen? Dann nämlich wären Akten nicht nach fünf Jahren vernichtet und die Ermittlungen also nicht so früh eingestellt worden. Was ist eigentlich wirklich wichtig im Rechtsstaat Thüringen, verehrte Herren Staatsanwälte? …

    Der Staatsanwaltschaft Erfurt wird Fremdenfeindlichkeit und in Verbindung damit das Aufblasen von Bagatellen vorgeworfen – ein Vorwurf, den man vielen deutschen Staatsanwaltschaften machen kann.

  74. Martha sagt:

    Entweder ist Köppen extrem rechts angesiedelt oder extrem faul. Vermutlich wohl beides. Mit zunehmendem Alter ist er “abgestiegen”. Selbst bei den Ossis wollte man ihn nicht mehr dulden. Nach einer kurzen Amtszeit in Frankfurt, auch hier war er unerwünscht, fand er schließlich sein Happy End in Marburg. Und traf dort auf viele braune und fleißige Staatsanwälte. Ein gewisser Herr Franosch hatte bei diesem bequemen und rechten Herren natürlich die allerbesten Karten. Seine Empfehlung zum OStA sprach bestimmt Herr Köppen aus.
    Ach ja: Wo gibt es eigentlich die rechtsradikalsten Fußballfans ? Im Osten und in Frankfurt. Hier schließt sich Kreis wieder. “Brave new world”.

    • bloegi sagt:

      Martha sprach:

      Nach einer kurzen Amtszeit in Frankfurt, auch hier war er unerwünscht

      Koeppen hatte keine Amtszeit in Frankfurt. Nach den Wahlen 2004 in Thüringen wurde er in den Ruhestand versetzt und war danach Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbandes Frankfurt-Bornheim. Stellvertretender Vorsitzender ist er dort immer noch:
      http://www.cduffm.de/index.php?ka=1&ska=profil&pid=32

      Der Grund, aus welchem Koeppen sein Amt als Justizstaatssekretär verlor, wird nicht ausgehängt. Bei den Wahlen 2004 verlor die CDU in Thüringen viele Stimmen, blieb aber allein regierende Partei.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Th%C3%BCringen_2004
      Wenn die Regierung bleibt, ist es üblich, obwohl nicht notwendig, die Staatssekretäre zu behalten. Es muss Ärger in Erfurt gegeben haben.

      Rechtsextremismus und Rassismus der Eintracht-Frankfurt-Fans, besonders der Eintracht-Frankfurt-Ultras sind legendär. Badesalz haben darüber einen Sketch gemacht.

      Die Echt-Deutschen Walter und Herbert kommentieren im Frankfurter Fußball-Stadion den schwarzen Spieler Anthony Sabini:

      Walter: Ich hab’ den eh gefresse, den Bimbo! Daß die überhaupt hier kicke dürfe, die Halbaffe!
      Herbert: Mannomannomann du! Erst mit de Brotrinde aus `m Busch gelockt, und jetzt versaue se uns die Meisterschaft!
      Walter: Hähä, vielleicht solle mer dem mal e Banan` runnerschmeiße?
      Herbert: Eija, so wie der leeft, der Gorilla, möcht er bestimmt aach ma e Banan` esse! (lacht)
      Beide: Uhuhuhuhuhuhuh!
      Walter: Komm Nescher, Banänsche!
      Beide: Uhuhuhuhuhuhuh!
      [...]

      “Uhuhuhuhuhuhuh” klingt wie rhythmisches Grunzen.
      http://www.asklyrics.com/display/badesalz/anthony-sabini-lyrics.htm

      Wer hier mit einem Eintracht-Frankfurt-Aufkleber auf dem Auto rumfährt (schwarz-weiß-rot), ist mit großer Wahrscheinlichkeit Neonazi.

  75. LeserIn sagt:

    Anmerkungen eines Neonazis-Aussteigers in der SZ 05.12.11

    “Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Leute im Verfassungsschutz nicht anders gedacht haben als wir”

    Viele bekannte Kameradschaften sind “nur Ablenkungsmanöver”, wie er sagt. “Es gibt viele Schein-Konzerte, Schein-Kameradschaften und Schein-Aktionen”, berichtet Bauer. “Wenn der Staat durch eine gezielte Falschinformation auf eine Gruppierung oder eine Veranstaltung aufmerksam gemacht wird, die es gar nicht gibt, dann kann man in aller Ruhe eine andere Aktion durchführen.”

    … immer wieder Polizisten hilfreich, die der Szene “versteckte Hinweise” gäben. So wüssten die Skinheads vor Aufmärschen oft von Beamten, “wo die Kollegen verstärkt Streife fahren”. … “Dort war die Polizei ein einziger brauner Sumpf.” … Auch die zahlreichen V-Männer in der Szene seien für die Neonazis eher hilfreich als gefährlich: “Die V-Leute kassieren das Geld vom Staat, geben es weiter – und melden dem Staat im Gegenzug bewusst falsche Informationen.”

    “Die bayerische Szene ist im Kommen.”

  76. LeserIn sagt:

    Selbstverständlich auch die Bundeswehr und die Bundeswehr besonders:

    Neonazis versuchen offenbar die Bundeswehr in Hessen zu unterwandern. Die hessenschau hat unter den Reservisten jetzt zwei Rechtsextreme enttarnt. … Die hr-Reporter erkannten beim Einsatz auf einem Weihnachtsmarkt in Gertenbach (Werra-Meißner) Roman W., einen Neonazi, gegen den die Polizei ermittelt. …Die braune Gesinnung des Kameraden war bislang offenbar niemandem aufgefallen. Oberstleutnant Otto Baumann reagierte entsetzt, als die hessenschau ihn mit den Vorwürfen konfrontierte. “Als allererste Maßnahme habe ich den Kameraden sofort von seiner Verpflichtung entbunden” … Roman W. hatte erst kürzlich an einem Neonazi-Aufmarsch teilgenommen und gehört zum Umfeld der verfassungsfeidlichen Gruppe “Freier Widerstand Kassel”. Im September soll er in Kassel Naziparolen unter anderem auf das Holocaust-Denkmal gesprüht haben. … David R. ist als Rechtsextremist einschlägig aufgefallen. Und auch er macht in Kurhessen bei der Reservistenarbeit mit. … Freizeit-Soldaten in Reservistenverbänden kommen über die Bundeswehr nicht nur an Waffen, sie können dort auch schießen üben.

    HR 06.12.11

    “Neonazis versuchen offenbar die Bundeswehr in Hessen zu unterwandern.” Versuchen? Das ist längst passiert.

    “Die braune Gesinnung des Kameraden war bislang offenbar niemandem aufgefallen.” Das glaube ich sofort. In der Bundeswehr denken oder, besser gesagt, dumpfen die alle so.

    • R. Meier sagt:

      Die finden das so dumpf alle lustig. Lachen und Gröhlen, und wenn dann mal etwas wie Zwickau geschieht, dann verlieren eben mal viele Soldaten die Lizenz zur Waffe. Bei der Bundeswehr gibt das Waffenentzug: Der Typ ist zu gefährlich.

  77. Roderic sagt:

    @ Martha, am 6. Dezember

    Ich habe kein gutes Gefuehl bei Ihren Pauschalierungen.
    “Selbst die Ossis haben …” – Was ist das für ein Spruch?
    Anmaßung führt auch zu dem, was wir Nazitum nennen.

    Sie bekräftigen geographische Zuordnung von Nazitum noch mit Ihrem Verweis auf Fußballfans. Es äußert sich aber nicht nur lautstark. Hass gibt es überall.

    Ich finde gut, dass Blögi hartnäckig versucht, bei den Fakten zu bleiben. Verallgemeinerungen sind immer etwas riskant und schränken die Sichtweise eher ein.

    • bloegi sagt:

      Martha schrieb:

      Selbst bei den Ossis wollte man ihn nicht mehr dulden.

      Ja, so spricht der Wessi-Herrenmensch. Das ist das, was ich immer sage: Die Deutschen sind alle Nazis. Wegen der paar Ausnahmen, die es vielleicht auch gibt, lohnt sich kein Aufwand.

      • R. Meier sagt:

        Richtig! Ich durfte das wieder erleben wie ein ehemaliger Bundeswehrsoldat mit seinem Freund einige Witze über mich abzogen.

        Jede Menge Franzosen-feindliche Witze und das vor jemanden, der aus diesem Bereich kommt. merken tut der wohl nichts mehr, der Tatbestand war mindestens Diskriminierung, Beleidigung auf nazihafter Gesinnung basierend und extrem politisch inkorrekt. Ich sagte dem Mann gleich, dass ich das nicht lustig finde und er sich in meine Lage versetzen solle. Darüber grinste er nur und verstand sein Fehlverhalten nicht.

        Das erlebe ich jeden Tag. Nazitum = Volkssport.

        Irgendwie bin ich froh, wenn meine Freunde bunt sind und nicht hier geboren. Sie kommen mit dem nötigen Respekt. Die Deutschen zeigen nichts davon. Verhalten sich gegen ihre eigenen Auferlegten Regeln.

        Nazistall Deutschland.

        Ich sollte den Kommilitonen und seinen Freund anzeigen.

        Ich habe die Nase von dieser Bananenrepublik gestrichen voll.

  78. LeserIn sagt:

    Studie über die Geschichte des Bundeskriminalamts

    Im Jahr 1959 etwa rekrutierte sich das BKA-Führungspersonal zu zwei Dritteln aus ehemaligen SS-Mitgliedern, drei Viertel waren ehemalige NSDAP-Mitglieder.

    SPIEGEL 07.12.12

    Das ist wie im hessischen Landtag
    http://bloegi.wordpress.com/2011/05/04/mehr-als-75-nsdap-mitglieder-im-hessischen-landtag/

    Dazu erbauliche Geschichten, auf welche Weise das BKA schon immer nach (Neo-)nazis ‘fahndete’.

    Natürlich hat so ein Amt seinen ‘Stallgeruch’. Neue kommen nur rein, wenn sie genauso stinken.

  79. bloegi sagt:

    Arndt Peter Koeppen wieder in der Presse, diesmal in Zusammenhang mit Manfred Scherer:

    Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) hat die betreffende Notiz jüngst in vertraulicher Sitzung im Justizausschuss verlesen, in der es um ein Gespräch zwischen dem damaligen Justizstaatssekretär Arndt Koeppen mit dem damaligen Innenstaatssekretär Manfred Scherer (beide CDU) geht [...]. Koeppen soll mit Scherer im Februar 2002 über Beschwerden von LKA-Zielfahndern gesprochen haben. Durch die schlechte Kooperation des Geheimdienstes sollen Zugriffe gescheitert sein. Konsequenzen aus dieser Unterredung sind unterdessen wohl nicht gezogen worden.

    Annähernd zehn Jahre später können sich weder Koeppen noch Scherer an ihre Unterhaltung erinnern. Dabei waren zumindest dem Justizstaatssekretär [Koeppen] die Jenaer Rechtsextremisten noch aus seiner Zeit als Leiter der Staatsanwaltschaft Gera ein Begriff. Bereits 1998 hatten die Ermittler sie im Visier und Koeppen ging davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sie geschnappt würden. Was sich allerdings als schwerwiegende Fehleinschätzung entpuppte. Das Trio zog vielmehr mordend durch Deutschland.

    TLZ 7.12.2011

    Die damaligen Innen- und Justizminister Köckert und Birkmann, alle von der CDU, behaupten, sie hätten von der Sache nichts gewusst.

    Manfred Scherer ist diesem Blog schon auffällig geworden,
    Thüringer Polizei-Bonze droht
    und zwar in Zusammenhang mit einem Artikel, mit dem dieses Blog den Abgang des Dieter Althaus auslöste:
    Althaus die Pistensau.

    Scherer ist ähnlich wie Koeppen ein Import-Jurist aus der alten BRD. Er war anfangs Richter in Rheinland-Pfalz, wollte in Thüringen die ganz große Karriere machen. Er hat es bis zum Innenminister gebracht, verlor diesen Posten aber, als Althaus abging.

  80. LeserIn sagt:

    Bemerkungen von Ralph Giordano auf der gegenwärtigen BKA-Jubelfeier:

    Gegen die antidemokratische Rechte sei zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte so entschieden und militant vorgegangen worden, wie es geboten gewesen wäre, empörte sich der Hamburger Schriftsteller Ralph Giordano. … Giordano stellte zudem die lediglich rhetorisch gemeinte Frage, ob die Ermittler wohl ähnlich blind gewesen wären, hätte es sich bei den Mordopfern des Zwickauer Trios nicht um “kleine Leute” gehandelt, sondern um hochkarätige Repräsentanten von Wirtschaft oder Politik, wie seinerzeit bei der RAF.

    Es gebe eine “bis an den Rand der Konspiration operierende Defensive der Schutz- und Sicherheitsorgane gegenüber der braunen Gefahr”.

    WELT 07.12.11

    Gezielte Konspiration ist nicht notwendig. Koeppen und viele ähnliche Exemplare des deutschen Beamtenapparats halten ihr Verhalten für so selbstverständlich, dass detaillierte Absprachen nicht erforderlich sind. Das Dringendste wäre, dass Koeppen und ähnliches Personal umgehend gefeuert wird.

  81. Roderic sagt:

    Nur hat auch Giordano zum geistigen Klima in Deutschland beigetragen, das die Grenzen des Anstandes annullierte und Gutmenschentum zur Wurzel allen Übels erklärte.

    Zitat Giordano (http://www.welt.de/debatte/article9722366/Die-Gutmenschen-und-die-dunklen-Seiten-des-Islam.html):
    “Solange die weitverbreitete Furcht vor schleichender Islamisierung in der Bevölkerung als bloßes Luftgebilde abgetan wird und nicht als demoskopische Realität ernst genommen – so lange hat Thilo Sarrazin recht.”

    Der Zwickauer Zelle hat mehr oder weniger verdruckste “Islamkritik” nicht mehr gereicht. Ihr Motto war: Taten statt Worte.

    • bloegi sagt:

      In den Semesterferien habe ich mehrmals als Hilfsarbeiter und Praktikant in Industriebetrieben gearbeitet und eher gute Erfahrungen mit Türken gemacht.

      T.Sarrazin habe ich zuerst für einen Komiker gehalten, eine Art deutscher Mr.Bean. Ich war begeistert von Sarrazin, bis mir klar wurde, dass er sein Zeug ernst meint.

      • R. Meier sagt:

        Herr Sarrazin ist meiner Meinung nach nicht gefährlich. Gerade die Nazis werden ihn als Helden feiern. Und ja er meint es extrem ernst.

  82. Roderic sagt:

    Ist Sarrazin nicht eher ein Soloprojekt der Monty Python?
    Skurrilen Humor hat auch NSU-Chefaufklärer Koeppen:
    http://www.brak.de/fuer-journalisten/pressemitteilungen-archiv/2003/presseinformation-29-2003/

    • bloegi sagt:

      In den ersten Jahren nach 1945 ging die US Army in Westdeutschland gegen die Hinterlassenschaften des Dritten Reichs ähnlich konsequent vor wie die Rote Armee weiter östlich. Dann begann der Kalte Krieg. In der US Army kam die Idee auf, man könne die vielen deutschen Nazis benutzen, um die Rote Armee bei einem Vorstoß nach Westen zu beschädigen. Demzufolge wurden SS-, überhaupt NSDAP-Mitglieder im Westen nicht mehr verfolgt. Eines aber blieb tabu: Antisemitismus.

      Wenn die Medien deutschen Staatsdienern Gelegenheiten geben sich als Anti-Antisemiten öffentlich zu präsentieren, nehmen die Staatsdiener diese Gelegenheiten wahr. Anderes Verhalten würde ihre Karriere beenden.

      • Roderic sagt:

        Vergessen wir nicht, dass Walsers umjubelte Paulskirchenrede 1998 nur öffentlich machte, was längst Konsens war – nicht nur rechtsaußen. Angst vor den Amerikanern, wenn Koeppen Neonazis laufen lässt und gleichzeitig der Naziopfer gedenkt? Oder Zynismus. Wer weiß. Wenn er vom 3. Reich als einer der dunkelsten Phasen spricht, ist das eine Relativierung, die für mich zur Eröffnungrede der Wanderausstellung schlecht passen will.

      • bloegi sagt:

        In Hessen war es nur die Angst vor den US-Amerikanern, die Koeppen und viele ähnliche Typen hinderte ihr Wesen allzu öffentlich herauszuhängen.

        Klassisches Beispiel: jüdischen Friedhof schänden. Bleibt die Kenntnis von einer solchen Tat im hessischen Mief, lässt man es einfach geschehen. Motto: “Das haben wir alle früher auch gemacht”. Doch wenn zufällig eine US-amerikanische Besuchergruppe in der Nähe ist, die darüber in den US-Medien ein Fass aufmachen könnte, wird die strafverfolgende hessische Staatsmacht aktiv:
        http://bloegi.wordpress.com/2010/04/13/stolz-auf-opa/

  83. LeserIn sagt:

    Noch ein Bericht, der falsch sein muss. In Bayern gibt es genauso wie in Hessen keine Neonazis, weil die bayrischen Sicherheitsbehörden ‘scharf’ durchgreifen.

    Die mutmaßlichen Mörder der Zwickauer Terrorzelle sollen im Westen Unterstützer gehabt haben. Der Ermittlungseinheit “Trio”, die zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge aufklären soll, liegt die Zeugenaussage eines Rechtsradikalen vor, der nach eigenen Angaben in einem Fall mit Kameraden aus dem Westen Örtlichkeiten für einen Mord ausspioniert haben will. Er sei aber, bevor das Anschlagsziel festgelegt worden sei, abgesprungen. Kurz darauf sei ein türkischer Kleinunternehmer von den Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos erschossen worden.

    Seiner Darstellung zufolge ist das Trio aus dem Osten bei der harten rechtsextremistischen Szene im Westen bekannt gewesen. Man habe gewusst, dass die Killer hinter den Morden an acht türkischen und einem griechischen Kleinunternehmer steckten. Der Mann, dessen Identität von den Behörden geschützt wird, kann selbst nicht wegen Unterstützung der Terroristen strafrechtlich belangt werden.

    Den Ermittlern zufolge haben die Mitglieder der Terrorzelle Kameraden mit Geld gesponsert. Das Geld stammte aus mindestens 14 Banküberfällen. Zwischen 1999 und 2011 sollen die Terroristen insgesamt 600.000 Euro erbeutet haben. Nach Feststellungen der Fahnder gab es insbesondere zwischen der militanten Szene in Franken und Neonazis in Thüringen enge Verbindungen.

    SZ 09.12.11

    “Der Mann, dessen Identität von den Behörden geschützt wird, kann selbst nicht wegen Unterstützung der Terroristen strafrechtlich belangt werden.” Noch ein V-Mann?

  84. LeserIn sagt:

    Man muss die BKA-Beamten bewundern, wie scharfsinnig sie immer neue NSU-Unterstützer ausfindig machen.

    Die Zahl der Beschuldigten im Ermittlungsverfahren gegen die rechtsextremistische Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) hat sich um zwei auf sieben erhöht. Die Bundesanwaltschaft beschuldigt nun auch Mandy S. und Matthias D. aus Sachsen. Die beiden stehen im Verdacht, das Zwickauer Neonazi-Trio im Untergrund unterstützt zu haben.

    Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) habe Mandy S. die mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe nach deren Flucht im Februar 1998 für mehrere Monate in der Wohnung ihres damaligen Freundes Max B. in Chemnitz einquartiert.

    Matthias D. wiederum soll den Neonazis 2003 und 2008 jeweils eine Wohnung in Zwickau untervermietet haben.

    SPIEGEL 10.12.11

    Mandy Struck und Matthias Dienelt sind alte KameradInnen, siehe oben.

    Hier ein geheimer Geheimtipp exklusiv fürs BKA:
    http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/konspirative-weisse-bruderschaft

  85. LeserIn sagt:

    NSU soll auch Unterstützer in Berlin gehabt haben

    Wen? Künast, Merkel oder Schily?

    Im Jahr 1998, kurz nach dem Verschwinden von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe, sei der Thüringer Neonazi André K. nach Berlin gereist, um zwei Rechtsextremisten zu treffen, heißt es in Sicherheitskreisen. Einer der beiden ist NPD-Funktionär. André K. soll die Berliner gefragt haben, ob sie im Ausland Adressen von Rechtsextremisten wissen, bei denen sich Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe verstecken könnten

    Nachdem in einer Folge der vom Mitteldeutschen Rundfunk ausgestrahlten Serie „Kripo Live“ die Bevölkerung um Hinweise auf die flüchtigen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe gebeten wurde, habe sich ein Berliner Polizist gemeldet, war jetzt in Sicherheitskreisen zu erfahren. Der Beamte wollte die drei Neonazis in Berlin gesehen haben.

    Tagesspiegel 11.12.11

    Was Polizeibeamte alles erzählen… Andre K. heißt Andre Kapke.

    Erstmalig wird bekannt, wie stark die NPD von V-Leuten durchsetzt ist. Mehr als 130 Spitzel sind in der Partei aktiv, als Funktionäre oder einfache Mitglieder. Doch keiner von ihnen hat – soweit bekannt – etwas über die Mordserie der Zwickauer Zelle gemeldet.

    Während die meisten SPD-geführten Bundesländer bereits ihre V-Leute aus den Vorständen abgezogen haben und zumindest teilweise bereit wären, sämtliche Quellen abzuschalten, gibt es in CDU-geführten Ländern wie Hessen, Niedersachsen und Bayern erheblichen Widerstand.

    SPIEGEL 11.12.11

    Nur 130? Die BRD ist wohlhabend. Sie kann sich mehr Spitzel leisten als die DDR. Allein in Marburg soll es hundert Spitzel geben. Schätzungsweise besteht die Links-Partei zur Hälfte aus MitarbeiterInnen des VS.

  86. bloegi sagt:

    Der Satiriker Sonneborn hat sich in Gera als “Politkommissar” vom “Amt für Entnazifizierung” aufgespielt. Der erste Nazi, den er “entnazifiziert”, ist ausgerechnet ein Hesse (erkennbar am Dialekt)

    Der Mann ist ein typischer Hesse. Erst stimmt er zu, Hitler sei derjenige Politiker gewesen, der “dem deutschen Volk” am meisten Schaden zugefügt habe. Doch sofort danach, will er “einen kleinen Adolf” wiederhaben, damit der die Ausländer ausschafft und v…. . Dieses Wort wird im Video mit einem Piep übertönt. Die geneigten LeserInnen mögen raten, welches Wort “v….” war.

    Die Hessen sind (Neo-)Nazis und zugleich sind sie zu feige es zuzugeben. “Nein, aber ich bin doch kein Nazi!” und sofort danach babbeln sie das Zeug, das für Nazis charakteristisch ist, und, schlimmer noch, sie verhalten sich auch so.

  87. LeserIn sagt:

    Bei den gegenwärtigen politschen Verhältnissen käme mit einem Untersuchungsausschuss noch am ehesten etwas über die “Ermittlungspannen” an die Öffentlichkeit.

    Die Grünen im Bundestag wollen die neonazistischen Umtriebe in Deutschland durch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss klären lassen. Das beschloss der Fraktionsvorstand gestern in Berlin. Demnach soll das Untersuchungsgremium heraus finden, ob die Entstehung und die Taten der Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) sowie deren Unterstützernetzwerk durch ein Versagen von Bundesbehörden auch in ihrem Zusammenwirken mit Landesbehörden begünstigt wurden. Zudem solle geklärt werden, “inwiefern Fehler bei der Aufklärung, Zurechnung und Verfolgung der Straftaten sowie im Umgang mit den Opfern und ihren Familien gemacht worden sind”.

    Saarbrücker Zeitung 12.12.11

    Die Linken wollen auch einen Untersuchungsausschuss, die anderen Parteien aber nicht. Linke und Grüne haben nur 144 Stimmen im Bundestag. Für einen Untersuchungsausschuss sind jedoch 156 notwendig (25% von 622).

  88. LeserIn sagt:

    Die Justiz in Sachsen, hauptsächlich ein bayrisches Derivat, ätzt. Sie soll sich vorsehen. Sie hat ihren Bogen schon lang überspannt.

    Dresden: Anklage gegen Lothar König erhoben

    Die Repression gegen Gegnerinnen und Gegner der Anti-Naziproteste im Februar geht unvermittelt weiter. Gestern wurde der bekannte Jenaer Jugendpfarrer Lothar König über die Presse darüber informiert, dass die zuständige Staatsanwaltschaft ein Anklage wegen schweren Landfriedensbruchs am Amtsgericht eingereicht hat. Aus dem vom Pfarrer gesteuerten Lautsprecherwagen soll am 19. Februar “ständig gegen die Polizeibeamten gehetzt worden” sein.

    http://de.indymedia.org/2011/12/321699.shtml

    Lothar König ist der Vater von Katharina König, von der weiter oben die Rede war.

    • Roderic sagt:

      Die Justiz in Sachsen ist ein baden-württembergisch-bayerisches “Joint Venture” (beliebter Treuhandbegriff). Sie hat alle Schamgrenzen längst überschritten und kann jetzt schalten und walten, wie sie will. Niemand nimmt mehr Notiz.
      Siehe auch hier: http://quo-vadis-dresden.de/2011-09-mit-dem-groben-knuppel.html

      • Roderic sagt:

        Süddeutsche Zeitung zur Klage wegen schweren Landfriedensbruches gegen König: “”Keine Macht für Niemand”, dröhnt aus den Lautsprechern, die auf dem Dach des Busses angebracht sind. (…) Demonstrationserprobte Polizisten von heute dürften den Titel der längst aufgelösten Rockgruppe Ton, Steine, Scherben denn auch beinahe auswendig kennen. Und so käme wohl nirgendwo in Deutschland ein Staatsanwalt auf die Idee, das öffentliche Abspielen dieses Musikstücks für strafbar zu halten – außer in Dresden.
        (…)
        Ein Vorwurf in der 18 Seiten dicken Anklageschrift lautet, der Geistliche habe durch das Abspielen von “Musik mit aggressiven, anheizenden Rhythmen” zur Gewalt aufgewiegelt.”

        http://www.sueddeutsche.de/politik/jugendpfarrer-in-sachsen-angeklagt-warten-auf-den-falschen-ton-1.1232179

  89. bloegi sagt:

    Roderic sagte

    Ton, Steine, Scherben

    Tja, da hätte dieser Jugendpfarrer halt a bissi was Hessisches spielen müssen. Z.B. Böhse Onkelz: “Türken raus”, “Deutschland,Deutschland,Vaterland” etc.. Dann hätte er kein Strafverfahren, sondern den Hessischen Verdienstorden für Überwindung der Klüfte zwischen Ost und West und später sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande für vorbildliche Jugendarbeit bekommen.
    http://www.althand.de/orden.html

    In der Presse wird seit einigen Tagen spekuliert, die Brandstiftungen in Völklingen/Saarland könnten auf das Konto des NSU gehen
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rechtsextremismus/brandserie-in-voelklingen-elf-sonderbare-braende-11557447.html
    ebenso die Ermordung eines Rabbi in Zürich
    http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Zrcher-Rabbi-von-deutschen-Neonazis-ermordet/story/10213822
    Jedenfalls kann man den Meldungen entnehmen, wie viele Verbrechen unaufgeklärt geblieben sind. Jedes Jahr veröffentlichen die Innenminister der Länder Statistiken ihrer Polizeien, was alles aufgeklärt worden sei, die Verbrechen selbstverständlich zu fast hundert Prozent.

    • R. Meier sagt:

      Guten Tag Bloegi,

      wenn sich die Sachen bewahrheiten, würde das bedeuten der Aussteiger Bauer hat in allen Punkten recht, besoners die Vernetzung überweite Entfernungen. Ich glaube diese Geschichten von Herrn Bauern, weil mir ein Aussteiger ähnliche Dinge, Situationen, Lockmethoden der Jugend und weiteres erzählte. Dem sagt jeder hier genannte Nazi / Neonazi etwas, und jeder ist extremst gefährlich.

      Wenn der Staat so weiter seine Justiz in vielen ländlichen Bereichen machen lässt, werden die Faschisten diesen Staat und seine Verfassung erneut abschaffen … Die Politik, Justiz und jeder Beamter sollte darüber nachdenken, ob er mitläuft oder sich entschieden dagegenstellt. Bis jetzt stellt sich die Politik und justiz entschieden gegen ihre Ziele und Ausführung.

      • bloegi sagt:

        Sie meinen bestimmt die Aussagen von Manuel Bauer in http://www.sueddeutsche.de/bayern/neonazi-aussteiger-manuel-bauer-deckname-pistole-1.1226570

        Was Bauer erzählt, ist für jemanden, der sich mit dem “Scheißdreck” hat befassen müssen, nicht erstaunlich.

        Z.B. dass viele Führungsoffiziere des Verfassungsschutzes, die die Neonazis überwachen sollen, vom gleichen “Gedankengut” befallen sind wie die Neonazis selbst. Sie brauchen auch nicht viel Fantasie, um sich das Gefühlsleben des LOStA Koeppen und vieler anderer Justiz- und Polizeiangehöriger vorstellen zu können. Hoffen Sie nicht, dass irgendeiner von denen gewillt ist die Gesellschaft zu entschmutzen!

        Dass etliche Neonazis und ihre Organisationen Fakes sind, damit andere, weniger offensichtliche hemmungslos operieren können, stimmt auch. Ein solcher Fake ist die NPD. Ich verweise wiederum auf http://bloegi.wordpress.com/2009/10/03/npd-nazis-sind-schlachtschweine-der-staatsnazis/
        Die mit Abstand gefährlichsten neonazistischen Organisationen sind natürlich die so genannten Sicherheitsbehörden, womit ich besonders Polizei und Justiz meine; der Verfassungsschutz ist eine relativ kleine Behörde; sogar die Bundeswehr ist wichtiger.

        Täuschung ist häufiger als Wahrheit. Als sich in Marburg eine justizkritische Gruppe etablierte, die einigermaßen effizient war, wurde sie von “Mitstreitern” überschwemmt, die nicht rasteten, bis die Gruppe zerschlagen war. DDRler kennen das von der Stasi, aber es ist in der BRD nicht grundsätzlich anders.

        Was ist zu tun? Überschaubare Änderungen politisch durchsetzen. Zuerst die direkte Wahl der RichterInnen des Bundesverfassungsgerichts.

  90. R. Meier sagt:

    Marburg dient zur Entsorgung des hessischen und sächsischen Justizmülls, welche sich nazifiziert, weil dort deren Verbrechen untergehen.

    Willkürbeispiele gibt es genug: Der Brosakomplex als Aktenzeichen. Ein Richter vom Flensburger landgericht war entsetzt als er die Kopie ihrer Akte im Internet las.

    Die Justiz in Sachsen muss bereinigt werden. Die wahren Netzwerke offengelegt werden. Wir müssen weiterhin an die Medien gehen, sonst fühlen sich Nazis im Staatsdient sicher. Somit fliegt deren Handeln auf.

    Keine Macht diesem Gedankentum.

  91. LeserIn sagt:

    Heinz Fromm, Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz, ist Mitglied der Hessen-SPD. Das dürfte erklären, weshalb die SPD bei der Aufklärung der “Ermittlungspannen” keinen übermäßigen Eifer entwickelt.

    Die Böhsen Onkelz sind in Unterfranken gegründet worden, was aber dicht bei Hessen liegt. Der böhse Ober-Onkel hatte allerdings seinen letzten großen Auftritt in Hessen – auf der Autobahn zwischen Wiesbaden und Frankfurt.

  92. LeserIn sagt:

    Interview mit Bodo Ramelow, dem Links-Parteichef in Thüringer Landtag inSüdthüringen.de 14.12.11. Immerhin, Ramelow weiß vom Oberstaatsanwalt Koeppen:

    Mein Eindruck ist, dass es – zumindest für die Thüringer Ministerpräsidentin, den Innen- und den Justizminister – einen Willen zur Aufklärung gibt. Und eines ist schon jetzt klar erkennbar: Hätten die Zielfahnder des Landeskriminalamtes im Herbst 2000 alle Fakten gehabt, die wir heute in den Akten lesen, dann hätten sie die gesuchten Terroristen damals dingfest machen können.

    Es geht vor allem darum, dass die damalige Landesregierung mit ihrer Formel “Links gleich Rechts” zur Verharmlosung beigetragen hat. Damit wurde die Gewaltbereitschaft der rechten Szene verharmlost und verniedlicht. Dass damals die Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” entstehen konnte, lag auch an einer geistigen und politischen Fehlorientierung der damaligen Landesregierung von Bernhard Vogel und der Behörden.

    Es gab nach deren (Böhnhardt,Mundlos,Zschäpe) Abtauchen so viele Hinweise und Möglichkeiten. Es gab mutmaßlich Kontakte eines V-Mannes zu den Gesuchten. Ein Anwalt hat auf Initiative des Verfassungsschutzes Kontakt aufgenommen zu dem Leitenden Oberstaatsanwalt Arndt Köppen in Gera, um das Trio aus dem Untergrund zu holen. Ne, sagt Köppen, es gibt keinen Grund dafür. Im Mai 2000 fotografiert der Thüringer Verfassungsschutz die Gesuchten in Chemnitz. Im September fotografiert sie der sächsische Verfassungsschutz in Chemnitz. Warum bekamen die Zielfahnder des Landeskriminalamtes diese Daten nicht? Warum legt der sächsische Verfassungsschutz falsche Fährten?

    Es ist ein Totalversagen, weil man auf dem rechten Auge blind sein wollte. Wenn die politische Grundhaltung eine andere gewesen wäre, dann hätte die Mord- und Raubserie viel eher aufgeklärt werden können. Wenn aber ein Motiv bei den Ermittlungen, nämlich Rassismus, ausgeschlossen wird, dann ist das ein Totalversagen.

    Ich habe den Eindruck, dass wir es hier auch mit dem Bundesnachrichtendienst zu tun haben. Wir wissen aus gut informierten Quellen, dass nach dem Selbstmord von Mundlos und Böhnhardt in ihrem Wohnmobil in Eisenach der Bundesnachrichtendienst (BND) und der Militärische Abschirmdienst (MAD) relativ zügig in Eisenach waren und der Polizei auf den Füßen herum stiefelten.

    Jetzt schon über Konsequenzen zu reden, wäre aber zu früh. Warten wir erst einmal den Schäfer-Bericht ab. Von dem hängt ab, ob wir einen Untersuchungsausschuss verlangen.

    Ich halte die Redewendung “auf dem rechten Auge blind” für irreführend. Koeppen beispielsweise kennt den Rechtsterrorismus in aller Deutlichkeit und seit langem. Er hat nicht nur fahrlässig gehandelt. Er hat es auf Terror ankommen lassen, mehrfach belegt. Die Juristen nennen das “bedingten Vorsatz”.

    • bloegi sagt:

      Koeppen hat gewusst, was Rechtsterrorismus ist. 1980 hatte Manfred Roeder den Höhepunkt seines Schaffens

      Eine rechte Terrorvereinigung, auf deren Konto Mord und Bombenattentate gehen, wurde letzte Woche ausgehoben. Als Rädelsführer verdächtigt: der langgesuchte Neonazi Manfred Roeder.

      Spiegel 8.9.1980

      Zur der Zeit war Koeppen Staatsanwalt in Frankfurt a.M.. Roeder war in Bensheim/Hessen ansässig, 60 km südlich von Frankfurt.

      Der alte Spiegel-Artikel zeigt einmal mehr, wie wenig sich bei den Sicherheitsbehörden geändert hat. Die Sicherheitsbehörden sind Sammelbecken für (neo-)nazistisches Gesindel.

      • Roderic sagt:

        Der Spiegelartikel ist erschreckend aktuell: nur Namen und Orte haben gewechselt. Das Nazitrio hatte Roeder gekannt; war er das Vorbild? http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1606329/
        SZ und andere verweisen auf Fotos vom Prozess. Koeppen war zum Zeitpunkt der Attacke gegen die Wehrmachtsausstellung in Erfurt schon in Thüringen.
        In Marburg kreuzen sich Koeppens und Roeders Wege erneut:
        http://www.hna.de/nachrichten/schwalm-eder-kreis/schwalmstadt/landgericht-milderte-urteil-gegen-80-jaehrigen-839525.html
        Wegen Roeders Gesundheitszustand (2009) wird eine Strafe für Holocaustleugnung zur Bewährung ausgesetzt und der Nazi von allen Sünden losgesprochen. Zitat: “Die Strafmilderung bezeichnete Richter Wolf Winter als „Akt der Menschlichkeit, des Verzeihens und der vorweggenommenen Gnade“.

      • bloegi sagt:

        Zum Artikel in der HNA vom 13.11.2009

        „Es ist gerade noch vertretbar, eine Bewährungsstrafe auszusprechen“, sagte [Richter] Winter.

        Darauf hatte sich das Gericht mit der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung in Sitzungspausen verständigt.

        Bei Strafprozessen bestimmt praktisch immer die Staatsanwaltschaft den Ausgang. Es kommt selten vor, dass die Richter sich gegen die Staatsanwaltschaft stellen, da die Staatsanwaltschaft die Landesregierung repräsentiert und die Richter ihr Fortkommen im Staatsapparat beenden, wenn sie sich gegen die Landesregierung stellen.

        Angesichts der unabsehbaren Verzögerungen und der langen Verfahrensdauer ließ sich Staatsanwalt Hans Jörg darauf ein: „Entscheidend ist, dass der Angeklagte zur Rechenschaft gezogen wird“, sagte er.

        Oberstaatsanwalt Jörg ist Staatsschutz-Dezernent in der Staatsanwaltschaft Marburg und Abteilungsleiter, ein routinierter Rechtsbeuger. Rechtsbeuger auch und besonders, was seine weltanschauliche Lastigkeit betrifft. Knapp ein Jahr lang war er sogar “Leitende Oberstaatsanwältin” (kein Witz, so bezeichnete er sich auf den Briefbögen der Staatsanwaltschaft), war also Behördenleiter. Die Geschichte dahinter ist, dass nach der Ablösung der vorigen LOStAinnen nicht Jörg LOStA wurde, obwohl er dran war, sondern der Justizminister in Wiesbaden nach geeigneteren Kandidaten suchte und schließlich meinte erst in Opitz, dann in Koeppen fündig geworden zu sein.
        http://de.indymedia.org/2006/10/158281.shtml
        Praktisch alles, was aus dem Justizministerium kommt, ist übel.

        Die beteiligten Personen kenne ich alle und mir wird übel, wenn ich die Namen nur lese. Die Journalistin Geza Coordes hat den herzwärmenden Titel “Landgericht milderte Urteil gegen 80-Jährigen” verzapft. O diese schöne Menschlichkeit!

        Koeppen ist nicht allein. In einer anderen, auf Vernunft ausgerichteten Gesellschaft wäre er nicht nach oben gestiegen.

      • bloegi sagt:

        P.S. Hinter der automatischen Verfahrenseinstellung für Neonazis

        http://bloegi.wordpress.com/2011/09/25/dieser-vollidiot-halt-sich-fur-hitler-personlich/

        steckt selbstverständlich auch Jörg. Doch Koeppen hat es zu verantworten.

  93. Roderic sagt:

    Der Anwalt des Jenaer Pfarrers Lothar König hat jetzt seinerseits Anzeige wegen Verfolgung Unschuldiger gegen die sächsischen Strafverfolgungsbehörden erstattet. Dresdens Staatsanwälte werfen König u.a. vor, mit Deutschrock gegen Polizisten vorgegangen zu sein. Passend dazu der Jargon, den sächsische Ermittler bei ihrer Überwachungsarbeit verwenden. Zitat Thüringer Landeszeitung:

    “Ein weiterer Vorwurf: In den Ermittlungsakten bedienten sich die Strafverfolger einer rassistischen Sprache. Einer der Beschuldigten werde konsequent als “afroamerikanisch/europäischer Mischling mit dementsprechender brauner Hautfarbe” beschrieben. Der Begriff Mischling sei aus den nationalsozialistischen Rassegesetzen bekannt, argumentiert der Anwalt.”

    http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Ermittlungen-zu-Jugendpfarrer-Koenig-Rassistische-Sprache-in-Akten-1309972200

    • R. Meier sagt:

      Die bauschen das auf und noch mehr auf, als sei der Pfarrer Feind der Verfassung. We sich selbst nicht an die Verfassung halte, dabei sollte sich ein Richter an die Nase fassen, so ist es ihm nicht erlaubt Urteile auszusprechen.

      Sachsen kriegt wohl nichts ohne eine Entnazifizierungseinheit aus Berlin hin.

  94. LeserIn sagt:

    Rechtsanwalt, Rechtsanwältin, Richter und viel Christliches

    Die vom Bundeskriminalamt (BKA) rekonstruierten Videos zu Taten der Zwickauer Terrorgruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) waren laut Generalbundesanwalt Harald Range mit Musik der rechtsextremen Skinhead-Band “Noie Werte” aus dem Raum Stuttgart unterlegt.

    Sänger der Band war bis vergangenes Jahr Steffen Hammer, der als Rechtsanwalt in der Kanzlei “H 3″ arbeitet. Diese betreibt Büros in Stuttgart und Rastatt. Dieser Kanzlei gehört auch die Anwältin Nicole Schneiders an, die selbst früher NPD-Mitglied war.

    SWR 14.12.11

    NOIE WERTE

    Die Band wurde 1987 in der Nähe von Stuttgart gegründet und stieg den 1990er Jahren zu einer der Kultgruppen der neonazistischen Szene auf. Sänger und Kopf der Band war seit 1988 der Rechtsanwalt Steffen Hammer aus Reutlingen, der auch solo als „nationaler Liedermacher“ auftrat.

    Der Bassist und spätere Gitarrist Hilburger war ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht Stuttgart (auf Vorschlag der Christlichen Gewerkschaft Metall).

    http://de.wikipedia.org/wiki/Noie_Werte

    Die Anwälte der Kanzlei namens H 3 im Stuttgarter Osten mit einer Niederlassung im badischen Rastatt fallen nicht besonders auf. Der eine ist im Arbeitskreis christlich-demokratischer Juristen der CDU …
    Eine Suchmaschine und drei Mausklicks später weiß der normale Internetnutzer, dass jener CDU-nahe Jurist namens Klaus Harsch hin und wieder Neonazis zu seinen Mandanten zählte. CDU-Bürgermeister, die am Parteifreund und dessen Klientel im Badischen vor drei Jahren öffentlich Kritik übten, hatte der Jurist bis in die letzte Instanz erfolgreich auf Unterlassung verklagt.

    Kontext: Wochenzeitung 15.12.11

  95. LeserIn sagt:

    Ein anderer bekannter Nazi-Fußball-Verein: München 1860

    “So schlimm wie jetzt war es noch nie”

    Manchmal hört man sie “Uh, uh, uh” rufen, wenn ein schwarzer Spieler am Ball ist. Auch “Drecks-Türke” schallte es schon aus ihrem Block. Meist aber halten sie sich aus Angst vor einem Stadionverbot mit ihren Gesängen zurück: rechtsextreme Fans des TSV 1860 München… Viele tragen Kleidung von “Thor Steinar” oder andere Nazi-Erkennungsmarken. T-Shirts, auf denen mit der Aufschrift “Scheiß §86a” gegen das Verbot verfassungswidriger Symbole … Aufkleber mit dem Slogan “Nationale Sozialisten – Bundesweite Aktion” prangten schon im Block. … Schröger …sagt: “So schlimm wie jetzt war es noch nie.” Die Braunen würden sich in der Allianz-Arena immer öfter “als Hausherren aufspielen”. … In der U-Bahn nach den Spielen oder bei Auswärtsfahrten lassen die Rechtsradikalen ihre Masken fallen: Dann grölen sie völlig ungehemmt Lieder wie “Ajax ist ein Judenclub” oder “Augsburger Zigeuner” und fordern eine “U-Bahn von St. Pauli bis nach Auschwitz”. … Zu 1860 pilgern dagegen Nazis aus ganz Süddeutschland.

    SPIEGEL 16.12.11

    Das ist seit langem so. München 1860 galt schon 1933 als völkisch, während Bayern München ein “Judenclub” war. Der SPIEGEL-Artikel ist insofern falsch, als er die Ultras beschönigt. In Wirklichkeit strampeln viele Ultras an der rechten Kante.

  96. Roderic sagt:

    Die “deutschen Zustände” sind Thema eines bemerkenswerten Offenen Briefes des Auschwitzkomitees an die Regierenden.
    Ob ihn Ministerin Kristina Schröder versteht, falls sie ihn zur Kenntnis nimmt, ist allerdings leider fraglich.
    http://dresden-nazifrei.com/images/stories/Gedenken/auschwitz-komitee%20offener%20brief%2015_12_11o.pdf

  97. LeserIn sagt:

    BILD 17.12.11 hat den Rechtsanwalt Steffen Wilfried Hammer und die Noien Werte entdeckt:

    ER SANG DAS LIED ZUM KILLER-VIDEO
    Dieser Anwalt ist ein Nazi-Hetzer

    Vielleicht klagt Hammer jetzt beim Hanseatischen Landgericht und Andreas Buske auf Unterlassung.

    • Roderic sagt:

      Wirkt merkwürdig, wenn BILD schreibt:
      “jahrelang grölte er Hass-Texte!”
      Dabei machen sie meistens nichts anderes. Die Schizophrenie von BILD hat auch eine positive Seite: Im Gegensatz zu den Regierenden (und vermutlich den meisten BILD-Lesern), ist die Springerzeitung auch in der Vergangenheit nicht auf dem rechten Auge blind gewesen. Jetzt trägt BILD mehr zur Aufklärung bei, als alle 160 brutalstmöglichen Ermittler zusammen. Friedel muss Axel Springer wirklich geliebt haben, dass sie sich noch immer an seine Anweisungen hält.

      • bloegi sagt:

        Für BILD zählt der Absatz – nichts sonst. Deshalb ist BILD im Wesentlichen ein Porno-Magazin. Würde es mehr Absatz bringen der sittsam gekleidetenen Jungfrau Maria zu huldigen, würde BILD der sittsam gekleideten Jungfrau Maria huldigen.

    • Roderic sagt:

      Auch die Nazi-Welt scheint ein Dorf zu sein.

  98. LeserIn sagt:

    Wofür haben die acht türkischen Kleingewerbetreibenden und der eine griechische Steuern gezahlt?

    … der thüringische Verfassungsschutz: Er ließ der Terrorzelle, der zehn Morde zur Last gelegt werden, mehr als 2000 Mark zukommen. Das berichtete ein Verfassungsschutz-Mitarbeiter nach BILD-am-SONNTAG-Informationen am 6. Dezember vor der geheim tagenden Kontrollkommission des Thüringer Landtages. … Nach Aussagen des Staatsschützers wusste seine Behörde aus abgehörten Telefonaten, dass die Gruppe damals dringend Geld für neue Pässe brauchte. Man habe darauf gesetzt, mithilfe der Geldzahlung konkrete Hinweise auf den Aufenthaltsort sowie die Tarnnamen der Rechtsterroristen zu erhalten. Daher habe man im Jahr 2000 dem NPD-Funktionär Tino Brandt 2000 Mark übergeben. Brandt sollte das Geld an das seit 1998 gesuchte Neonazi-Trio weiterleiten. … Wäre der Plan der Verfassungsschützer 2000 aufgegangen, die Morde der Nazi-Bande wären wahrscheinlich verhindert worden. Doch er scheiterte: Zwar besorgte sich das Trio tatsächlich neue Pässe, unter anderem im sächsischen Chemnitz. Weil die Thüringer Behörde die Meldeämter in Sachsen nicht eingeweiht hatte, blieben Zschäpe & Co. jedoch unbehelligt. Auch auf andere Weise sponserte der Thüringer Verfassungsschutz die Terror-Gang – durch den Erwerb des antisemitischen Brettspiels „Pogromly“ … Mindestens drei Exemplare des Hetz-Spiels verkaufte NPD-Mann Brandt laut Informationen von BILD am SONNTAG an die Thüringer Verfassungsschützer, zum Preis von jeweils 100 Mark.

    BILD 18.12.11

    Zschäpe & Co. hatten ‘ihr’ Geld hauptsächlich aus Überfällen auf quasi staatliche Sparkassen. Zschäpe & Co. haben also die Mehrwertsteuern (das waren ihre einzigen Steuern) mit staatlichen Zuwendungen beglichen. Koeppen & Co. zahlen zwar formal Steuern, bekommen aber das Geld dafür ebenfalls aus staatlichen Zuwendungen. Die Kleingewerbetreibenden waren die einzigen, die echte Steuerzahler waren. ‘Unser’ Staat hat sie gezwungen die eigenen Mörder zu alimentieren.

    BILD schreibt: “Aussagen des Staatsschützers”: Ein VS-Mitarbeiter schützt die Verfassung aber nicht den Staat. Staatsschützer gibt es bei der Polizei, das sind die Staatsschutzkommissariate z.B. KSt10, oder bei den Staatsanwaltschaften, das sind Staatsschutzdezernate.

    • Roderic sagt:

      Zitat BILD, 18.12.11:

      “Mindestens drei Exemplare des Hetz-Spiels verkaufte NPD-Mann Brandt laut Informationen von BILD am SONNTAG an die Thüringer Verfassungsschützer, zum Preis von jeweils 100 Mark”

      Warum 3 Exemplare? Warum nicht 1 oder besser 100? Genügend Interesse gab es sicher und ein anderer Preis wäre auch drin gewesen.

  99. LeserIn sagt:

    V-Mann “Otto” heißt bürgerlich Tino Brandt.

    “Etwa zehn Spiele habe ich seinerzeit gekauft”, erinnert sich ein ehemaliger V- Mann des Verfassungsschutzes. Mindestens vier Spiele, das bestätigte der Spitzel jetzt der Süddeutschen Zeitung, habe er seinerzeit an seinen Kontaktmann “beim Dienst” verkauft – “der hat mir einige abgenommen”, berichtete der Mann der SZ, der jahrelang unter dem Decknamen “Otto” in der rechtsradikalen Szene für den Verfassungsschutz spionierte. Schon vor ihrem Untertauchen hätten die drei einen ersten Prototyp des Spiels entworfen, erinnert er sich.

    Tatsächlich findet sich auch ein solches Spielbrett unter den Utensilien, welche die Ermittler bei der Durchsuchung in der Jenaer Garage am 28. Januar 1998 entdeckt hatten – dem Tag, als das Trio von der Bildfläche verschwand. Erst danach legten die drei offenbar eine kleine Serienproduktion des geschmacklosen Spiel auf.

    SZ 18.12.11

    Da Tino Brandt Exemplare der Serienproduktion gekauft hat, muss er gewusst haben, wo die drei nach dem Untertauchen gesteckt haben. Warum wird er jetzt nicht als Mittäter verhaftet?

    Andererseits:

    Die Verteidiger der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe wollen möglicherweise Haftbeschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe einlegen. Rechtsanwalt Wolfgang Stahl aus Koblenz sagte dem FOCUS: „Aus den Ermittlungsakten, die uns bislang vorliegen, können wir keinen dringenden Tatverdacht gegen Frau Zschäpe im Hinblick auf die Bildung einer terroristischen Vereinigung herleiten.

    Nach FOCUS-Informationen waren die untergetauchten Neonazis Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe 1999 bereit, auf das Angebot des Thüringer Verfassungsschutzes einzugehen, bei Strafminderung in die Legalität zurückzukehren. Dass der Deal am Widerstand der Justiz (Koeppen) scheiterte, nahmen insbesondere Böhnhardt und Mundlos zum Anlass, im Untergrund zu bleiben. „Dann ist eh alles egal“, äußerte einer der beiden im kleinen Kreis.

    FOCUS 18.12.11

    Am größten ist die Liebe:

    Die Frau (Beate Zschäpe) … erhält, wie aus Justizkreisen zu erfahren ist, jeden Tag Briefe aus dem braunen Milieu; darunter sollen mehrere Heiratsanträge gewesen sein.

    Ermittlungen der Beamten haben ergeben, dass Zschäpe am 4. November in der Wohnung des Trios zu Zwickau zwischen 12 und 15 Uhr im Internet auf Seiten von Rundfunksendern und auf Polizeiseiten gesurft hat. Vermutlich wollte sie erfahren, was in Eisenach nach dem Banküberfall, der gegen 9:15 Uhr stattgefunden hatte, passiert war. Danach gab sie die beiden Katzen bei Nachbarn ab und setzte die Wohnung in Brand. …

    SZ 16.12.11

    Andererseits:

    Die inhaftierte mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe soll sich am 4. November in unmittelbarer Nähe des Wohnmobils aufgehalten haben, in dem sich die beiden anderen Mitglieder der Zwickauer Terrorzelle, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, töteten. Dafür habe die Bundesanwaltschaft inzwischen Belege

    Die Staatsanwaltschaft Erfurt führt derzeit nach eigenen Angaben Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt „gegen mehrere Personen“. Eine Anhörung der damals für die Fahndung Verantwortlichen sei aber wenig wahrscheinlich. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, Hannes Grünseisen, sagte dem „Focus“, es sehe danach aus, dass Strafvereitelung im Amt verjährt sei.

    Handelsblatt 17.12.11

    Bei solchen Gelegenheiten werden Justizangehörige immer mit Krähen verglichen. Doch so schlecht sind die Tiere nicht.

  100. LeserIn sagt:

    Koeppen und die Deppen

    Fahnder arbeiteten gegeneinander

    Das Geld übergab er (Tino Brandt) seinen Jenaer Gesinnungsfreunden Ralf Wohlleben und Andrej Kapke. Allerdings kam es zu Unregelmäßigkeiten bei der Weitergabe des Geldes. So beschuldigte der inzwischen als mutmaßlicher Unterstützer inhaftierte Wohlleben seinen Freund Kapke, Spenden unterschlagen zu haben. Auch nach Darstellung des Thüringer Verfassungsschutzes ist das Geld nicht bei den Terroristen angekommen, weil ein Mittelsmann es für sich verwandt habe.

    Allerdings habe der Verfassungsschutz seinerzeit alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Fahndung nach dem Trio erfolgreich abschließen zu können, sagte Brandt der FR. So sei ihm eine Kopfprämie in Höhe von 10000 Mark angeboten worden

    Es sei sogar vorgekommen, dass Verfassungsschützer in ihren Autos die Polizisten verfolgten, die ihrerseits Brandt hinterher fuhren …

    FR 19.12.11

    Warum wird Brandt nicht inhaftiert? Er hat offenbar immer noch mächtige Freunde.

  101. Dumm gelaufen « bloegi sagt:

    [...] bloegi Blöde Geschichten « Der Mann, der jetzt Leitender Oberstaatsanwalt in Marburg ist, hat die Strafverfolgung des Nationals… [...]

  102. bloegi sagt:

    Jetzt beginnt wieder das Geheul von “Im Zweifel für den Angeklagten” und die Darstellung der deutschen Justiz als skrupulös: “Nur wenn die Tat ganz-ganz-ganz sicher nachgewiesen werden kann, verurteilen wir”.

    Die wegen Verdachts auf Rechtsterrorismus inhaftierte Beate Zschäpe kann möglicherweise nicht wegen Mordes, Beihilfe zum Mord oder Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt werden. Wie die Onlineausgabe der «Mitteldeutschen Zeitung» berichtet, geht man im deutschen Innenministerium davon aus, dass sich gegen Zschäpe letztlich nur der Vorwurf der Brandstiftung in ihrer eigenen Wohnung erhärten liesse.

    NZZ 19.12.2011

    In Zschäpes Haushalt wurden in beträchtlichen Mengen Waffen sowie DVDs gefunden, die mit den Morden zusammenhängen.

    Der Grundsatz “Im Zweifel für den Angeklagten” gilt im deutschen Recht nicht. Immer wenn die deutschen Staatsdiener davon schwatzen, kann man sicher sein, dass sie aus Opportunität einen Angeklagten vor Strafe schützen wollen.

    • Roderic sagt:

      Erst dachten wir ja, wir hätten ein Problem, aber inzwischen “wackelt” ja auch der eingeführte Begriff der “Zwickauer Terrorzelle”. Laut Welt-online würden nach Beate Z.s Entlastung die Herren des Trios zu (verwirrten?) Einzeltätern. Die mglw. plazierten zahlreichen Beweismittel dürften ebenfalls von zweifelhaftem Wert sein (Stichwort feuerfeste DVDs). Ist überhaupt noch irgendwas real in diesem Stück außer den Mordopfern, die permanent verhöhnt werden?
      http://www.welt.de/politik/deutschland/article13774327/Fuer-Mordanklage-gegen-Beate-Zschaepe-fehlen-Beweise.html

    • R. Meier sagt:

      Mit anderen Worten Frau Z. kommt dort nicht so schnell weg, außer sie Liebkind und singt. Damit ist nicht eine Zeugenaussage singen gemeint, sondern das Sündenbockopfer zu werden für die Fehler deutscher Staatsanwälte und sozusagen diese Dezernate freizusprechen von jeder Schuld mitgewirkt zu haben an der extremen Nazismusentwicklung!

      • bloegi sagt:

        Es dürfte jede Menge Staatsdiener geben, die großen Wert darauf legen, dass Zschäpe NICHT singt. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass Zschäpe V-Frau war. Wenn Zschäpe erzählt, was sie weiß, belastet sie am meisten die so genannten Sicherheitsbehörden.

        Zschäpe hat, kurz nachdem sie sich gestellt hatte, erklärt, sie wolle aussagen. Daraufhin hat der oberste deutsche Staatsanwalt, der Generalbundesanwalt Harald Range (FDP), getönt, Zschäpe könne deswegen nicht mit Strafverkürzung rechnen:

        Generalbundesanwalt: Kein Deal mit Beate Zschäpe
        [...] Zur Kronzeugenregelung äußerte der Generalbundesanwalt: In diesem Fall – bei zehn Morden – müsse man „sehr genau prüfen, inwieweit ein Strafnachlass hier überhaupt möglich sein könnte. Auch informelle Deals, über die spekuliert worden war, die gibt es mit mir nicht.“ [...]

        FAZ 6.12.2011

        Selbstverständlich haben die mit Zschäpe gedealt, aber anders herum: “Halt bloß die Klappe, Beatchen! Wenn du NICHT quasselst, kommst du nach ein paar Jahren raus.” Mit Verena Becker war es der gleiche Tanz.

        Vielleicht bleibt es sogar bei einer Bewährungsstrafe; Beate Zschäpe hat sich ja “zuvor nichts zuschulden kommen lassen”.

      • Roderic sagt:

        Bloegi, bei aller Vorsicht vor wilden Spekulationen: Ihr Hinweis auf V. Becker und die Rolle der Dienste ist interessant. Es ist ja ein Merkmal krimineller Energie, dass immer wieder versucht wird, was ein Mal geklappt hat. Motto: nicht Neues unter der Sonne.

      • bloegi sagt:

        Dass Behörden sich an Straftaten beteiligen oder sie mit beträchtlicher krimineller Energie provozieren, ist normal. Ein anderes Beispiel war der S-Bahn-Peter.

        Die erste Forderung, die daraus abzuleiten ist: Schluss mit der Geheimhaltung.

      • Roderic sagt:

        Verschleierung und Vertuschung bis hin zur vermuteten Beweismittel-Manipulation versetzen die NPD jetzt in die Lage, in eine Opferrolle zu schlüpfen: In den Nachrichten (MDR) wurden vorhin NPD-Flugblaetter gezeigt, die von Staatsterror sprechen und an die Bevölkerung verteilt werden sollen. Tatsächlich ist ja die Frage, wie tief die Dienste verstrickt sind, berechtigt. Macht das Handeln der Dienste die Rechtsextremen am Ende zu Märtyrern? Bleiben einzige Konsequenzen dieses Skandals eine läppische Zentraldatei und ein wenig Betroffenheitslyrik?

  103. R. Meier sagt:

    sry, außer sie spielt Liebkind

  104. LeserIn sagt:

    Die Berliner Morgenpost 20.12.11 hat Neonazis gesammelt. Einige Namen werden aus unerfindlichen Gründen verschleiert, z.B.

    S., Carsten (40) also Sczepanski “Piato”

    Kommentar der Mottenpost

    „Piato“ steht für die fragwürdige Seite des V-Mann-Wesens: Obwohl er wegen versuchten Mordes zu acht Jahren verurteilt worden war, kam er ungewöhnlich schnell aus dem Gefängnis.

    Die vorzeitige Entlassung geht auf das Konto der Justiz.

    Wenn man wissen will, wie die Leute heißen, gibt man bei Google oder sonstwo z.B.

    “max-florian neonazi”

    und dergleichen ein.

  105. richard albrecht sagt:

    “bloegi sagt:
    20 Dezember 2011 um 10:20 am

    Dass Behörden sich an Straftaten beteiligen oder sie mit beträchtlicher krimineller Energie provozieren, ist normal. Ein anderes Beispiel war der S-Bahn-Peter.

    Die erste Forderung, die daraus abzuleiten ist: Schluss mit der Geheimhaltung.”

    Uneingeschränkte Zustimmung.

    Und auch en détail war´s damals so, daß via “S-Bahn-Peter” und “James” (RA Horst Mahler) die ersten Waffen, die auch zur “Befreiung” von “Andy” 1970 (das war damals der Münchener Autoknacker, Frankfurter Kaufhaus”brandstifter” und Berliner Häftling Andreas Bader) in die “linke” Berliner Szene kamen.

    Und die Rolle dreier mit jeweils mindestens zwei Geheimen Staatsdiensten zusammenarbeitenden “RAF”-Frauen könnte auch 2012 noch aufgeklärt werden.

  106. bloegi sagt:

    Ein Artikel, den ich 2005 für Indymedia geschrieben habe und der hierher passt:

    Den Hitler-Gruß zeigt man am sichersten im Kreis von Polizeibeamten (mit Beweisfoto)

    http://de.indymedia.org/2005/01/104920.shtml

    de.indymedia.org dürfte mittlerweile fest in der Hand des Verfassungsschmutzes sein.

  107. Martha sagt:

    Forderte nicht selbst ein gewisser Ex-Nazi, Franz von Papen, bei seiner legendären “Marburger Rede” ein Ende des einschüchternden Terrors und der falschen Schönfärberei ?
    Eben jene Attribute, welche bei einem Marburger Ex-Staatsanwalt offensichtlich kein Gehör fanden. Im Gegenteil. Dies ist seine Masche und die einiger seiner Kollegen.
    Ach ja, der Staatsanwalt heißt Rainer Franosch. Sein Ziehvater war Arndt Peter Koeppen.

  108. bloegi sagt:

    Zu Franosch: Gerüchten zufolge soll er über eine längere Dienstverpflichtung bei der Bundeswehr ans Jura-Studium gekommen sein. Ähnlich wie steffy1161:

    hallo ich hab eine frage weil mich des echt gern interresieren würde also ich bin ein mädel und wirds sowieso beim bund schwer haben aber ich liebe herausforderungen und deswegen hab ich mich gefragt wie ich mich dort mache allerdings würd ich gern anwalt werden und dazu muss man ja jura studieren würde des dort irgendwie gehen? danke im vorraus

    Antwort von MrDeephouse:

    Also vorweg: ich arbeite beim Personalamt der Bw in Köln – hier ist auch die OPZ (Offizierprüfzentrale) der Bw – sollte ein Studiengang nicht an einer Uni der Bw (M oder HH) angeboten werden – kannst Du an jeder anderen Uni studieren – musst Dich jedoch länger verpflichten, da an normalen Unis Semester und nicht Trimester studiert werden. Egal ist nicht die Frage…

    Aber: Was willstr Du mit Jura??? Damit können wir in Deutschland die Straße pflastern ;) – Dein Bw Studienwunsch sollte sich einigermaßen mit der Tätigkeit als Soldat decken. Kannst gerne bei einem Studienberater der OPZ antufen – sind alles nur Menschen. (Nummer bei mir)

    Franosch tauchte etwa 2002 in der Staatsanwaltschaft Marburg auf und bekam als direkten Vorgesetzten den Staatsschützer Oberstaatsanwalt Jörg. Der setzte Franosch auf mich an. Ungefähr gleichzeitig wurde Franosch Porno-Dezernent der StA Marburg. Leitende Oberstaatsanwältin war damals Dr.Ursula Goedel. Der jetzige LOSTA, Arndt Peter Koeppen, ist allerdings dafür verantwortlich, dass Franosch befördert wurde und nun in der Generalstaatsanwaltschaft sein Unwesen treiben darf. Es ist bodenlos.

  109. bloegi sagt:

    Die Kanzleien des Rechtsanwalts Klaus Harsch [H3] und seine Verstrickung in die Neonazi-Szene sind mal wieder stärker in den medialen Blickpunkt geraten. …

    http://de.indymedia.org/2011/12/322256.shtml

    Engagierte Verteidigung in Strafverfahren ist ein Menschenrecht (Art.6 EMRK), das auch für Neonazis gilt. Es ist einem Verteidiger auch nicht zuzumuten, dass er sich von seinen Mandanten distanziert etwa in der Art: “Leider muss ich dieses Nazi-Schwein verteidigen”. Etwas anderes ist es, wenn Rechtsanwälte sich selbst als Neonazis betätigen.

  110. yestman sagt:

    bloegi sagt:
    22 Dezember 2011 um 3:38 pm

    Leider wahr: BODENLOS. In der Hessenjustiz besonders. In der ganzdeutschen Justizapparat mit geringen Modifikationen ebenso.

  111. Roderic sagt:

    Huch, überraschend sind wichtige Beweismittel des (darf man noch sagen?) Terror-Trios entsorgt worden: die Rohrbomben aus der Garage (aus Sicherheitsgründen) und Telefonmitschnitte (Datenschutz?). Für Beate Z. läuft es immer besser. Auch die Anzeige von Mundlos’ Vater, die hätte über V-Tätigkeit Auskunft geben können, ist weg. Leitender Staatsanwalt in Gera war nach 1999 allerdings nicht mehr Koeppen, sondern Raimund Sauter. Es gab in Thüringens Behörden 1999 eine Art Rotation.
    http://www.thueringen.de/de/justiz/presse/00216/
    Zitat Berliner Zeitung:

    Durch den Reißwolf gingen auch Unterlagen aus dem 2003 offiziell eingestellten Verfahren, darunter die Strafanzeige von Uwe Mundlos’ Vater wegen Fluchtbegünstigung aus dem Jahr 2002. Anlass war eine ihm zugegangene Information, wonach der Thüringer Verfassungsschutz den Aufenthaltsort des Trios kenne, weil einer der drei als V-Person für das Landesamt arbeite.

    Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/neonazi-terror/neonazi-terror-beweismittel-gegen-zwickauer-zelle-vernichtet,11151296,11347090.html

  112. LeserIn sagt:

    Nach neuen Erkenntnissen sollen die Neonazis Michèle Kiesewetter getötet haben, um an Dienstwaffen zu kommen … Heckler&Koch P 2000 ab sowie drei Magazine mit 39 Schuss Munition. … Nach Feststellungen der Ermittler konnten die Mörder nicht wissen, dass Kiesewetter am 25. April Dienst hatte. Sie hatte Urlaub und war kurzfristig eingesprungen. Auch war die Fahrtroute der beiden Polizisten eher zufällig.

    Es gibt Indizien, dass beide Terroristen schon früh entschlossen waren, sich im Fall einer drohenden Festnahme zu töten. Ein solcher Hinweis findet sich etwa in Akten des thüringischen Verfassungsschutzes aus dem Jahr 1999. Auch später sollen beide häufiger über einen solchen Suizid gesprochen haben. Auf einem ebenfalls auf der Festplatte sichergestellten Flugblatt der von ihnen begründeten Terrorvereinigung ‘Nationalsozialistischer Untergrund’ findet sich die Parole ‘Sieg oder Tod’. Dieses Pamphlet ist vermutlich 2002 erstellt worden und wurde sechs Jahre später letztmals bearbeitet.

    SZ 24.12.11

    Mord an der Polizistin Kiesewetter: Da Mundlos und Böhnhardt angeblich einen Scanner hatten, mit dem sie Polizeifunk abhörten, konnten sie Kiesewetter auflauern.

  113. bloegi sagt:

    Interessante Zusammenfassung und ein paar bisher unbekannte Details in der OTZ vom 23.12.2011:

    [...] die OTZ druckte als erste Zeitung den Fahndungsaufruf des LKA am 21. Februar 1998. [Am 26. oder 28. Januar 1998 wurden die Bomben entdeckt.]

    Dem Jenaer Trio muss natürlich bewusst gewesen sein, dass sich die Flucht auf ein zu erwartendes Strafmaß nicht gerade begünstigend auswirken würde. So ist wohl zu erklären, dass sie sich bereits sehr frühzeitig an Anwälte wandten. Der in der rechten Szene bekannte Weißenfelser Anwalt Thomas Jauch erinnert sich, dass “Anfang 1998″ Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe bei ihm gewesen seien und er laut “Frankfurter Rundschau” in der Folge gegen eine Vorauszahlung von 800 DM die Verteidigung von Beate Zschäpe übernahm. Die Vertretungsanzeige habe er der Polizei in Jena zukommen lassen. Darin erklärte er, dass seine Mandantin bereit sei, zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen, allerdings nur nach einer Akteneinsicht. Das Schreiben ist Presseberichten zufolge wohl nie in der Staatsanwaltschaft Gera angekommen. [...]

    Auch ein zweiter Versuch “auszusteigen” schlug fehl. Nach Angaben des “Focus” bot 1999 ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes über Rechtsanwalt Gerd Thaut, den Verteidiger von Uwe Böhnhardt, Strafnachlass an, wenn die drei sich stellen würden. Das aber habe der damalige Oberstaatsanwalt in Gera, Arndt Koeppen, abgelehnt. Von ihm ist der Satz überliefert. “Früher oder später werden wir die Herren, die Dame bei uns begrüßen können.” Doch sie kamen auch nach Koeppens Abgang in Gera nicht. [...]

    Schließlich fragte Brandt [Gründer des "Thüringer Heimatschutzes", VS-Spitzel] etwa um die Jahreswende 1999/2000 bei seinem Anwalt Hans-Günther Eisenecker an, ob der Beate Zschäpe vertreten würde. Der Anwalt, so erzählte er der OTZ, habe ihn ja mehrfach bei Prozessen “rausgeholt”. Über Wohlleben habe er dem NPD-Anwalt eine Vollmacht von Beate Zschäpe besorgt. Warum auch der prominente Szene-Anwalt Eisenecker aus der NPD-Spitze scheiterte, wird sein Geheimnis bleiben. Er verstarb 2003. [...]

    8. November 2011: Völlig überraschend für Rechtsanwalt Gerald Liebtrau steht am Mittag Beate Zschäpe in seiner Kanzlei am Löbdergraben 9, vier Tage nach den Ereignissen in Zwickau”, berichtet der Anwalt. Sie habe ihm dargelegt, dass sie sich der Polizei stellen wolle. [...] Durch die Verlegung nach Köln schloss sich eine wegen der großen Entfernung nach Jena adäquate Betreuung aus, so dass Kollegen von dort übernahmen.

    Es bleiben viele Fragen. Vor allem die: Warum brachten es die Anwälte und die Justiz nicht fertig, dass sich das Trio stellte? Wer konnte Interesse daran haben und warum? Erst danach begannen die Morde und die Banküberfälle.

    • Roderic sagt:

      Zitat OTZ:

      Es bleiben viele Fragen. Vor allem die: Warum brachten es die Anwälte und die Justiz nicht fertig, dass sich das Trio stellte?

      Jetzt, an der Schwelle zur Farce, muss man fagen: Wo ist das Problem? Beate Z. hat sich ja gestellt, nur halt ein paar Tote später. So richtig scheint das trotzdem keinen zu interessieren. Z’s Anwalt legt schon mal Haftbeschwerde ein: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,805895,00.html
      Er räumt mit gleich noch mit diversen Vorurteilen auf. Von wegen eiskalte Nazibraut:

      Die Bundesanwaltschaft hat eine Vielzahl von Zeugen vernehmen lassen, die über Jahre hinweg mit Frau Zschäpe, Herrn Böhnhardt und Herrn Mundlos auf einem Campingplatz auf Fehmarn Urlaub gemacht haben. Aus sämtlichen Aussagen geht hervor, dass keiner der drei sich in dieser Zeit politisch geäußert habe. Außerdem hätten alle einen sympathischen Eindruck gemacht, meine Mandantin wird sogar als liebevoll beschrieben.

  114. R. Meier sagt:

    1) Zu untersuchen ist warum die Vertretungsanzeige nie bei der Staatsanwaltschaft Gera einging.

    2) Diese erheblichen Fehler schreien nach Suspendierung mehrerer Staatsanwälte ohne Pension.

    3) Die Staatsanwaltschaft mehrerer bezirke kann nicht mehr abstreiten, dass ihre Fehler zur Ausbreitung des Nazismusses führten.

  115. Richard Albrecht sagt:

    @ blögi

    Über die strafrechtliche MAGIE DER ZAHL DREI

    Ob Brecht als er in seinem Gallilei-Stück gegens „Geschlecht erfinderischer Zwerge, die für alles gemietet werden können“, polemisierte, an deutsche Rechtsadvokaten (DRA) dachte? Weiß ich (wie so vieles andere auch) nicht … auch wenn ich mich mit der ZAHL DREI auskennen sollte (-> Die Symbolwelt der Drei Pfeile; in: Émile, 1 [1988] 3: 148-179) und darüber hinaus eins weiß: Der Frau Z. vertretene Kölsche RA -> http://www.ra-heer.de/ scheint eine bei ganzdeutschen Volljuristen untypische Fähigkeit;-), BIS DREI ZÄHLEN zu können, zu verkörpern. Und drei Leute sind strafgesetzbuchlich als „minimal requirement“ Grundvoraussetzung zur „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ … ein (Männer-) DUO reicht halt nicht …

    • bloegi sagt:

      Zu den Rechtsanwälten Heer und Stahl, Verteidiger der Beate Zschäpe: Sie regen sich hauptsächlich auf, weil sie keine Akteneinsicht bekommen. Dafür habe ich Verständnis. Die Verteidigung muss die Akten vollständig einsehen können, und zwar in jedem Fall.

      Zur heiligen Zahl Drei: Warten Sie nur ab, bis Sie vor der 1.Strafkammer des Universumsgerichtshofes stehen (UGH, auch “Jüngstes Gericht” genannt)! Vorsitzender ist Gott-Vater, Beisitzer sind Gott-Sohn und Gott-Heiliger-Geist. Nur wenn Sie ganz artig sind, lässt es der Universumsanwalt Heiliger Petrus (der Leitende Oberstaatsanwalt aller Himmlischen Staatsanwälte) bei einem Strafbefehl bewenden: “Sie werden angeklagt …” Aber den lässt der Heilige Petrus korrekterweise vom zuständigen Dezernenten, dem Heiligen Albrecht, unterzeichnen. Akteneinsicht werden Sie nicht erhalten.

      In der Schule haben wir die Bedeutung der Drei so gelernt: Die primitiven Wilden können nur bis drei zählen: “eins, zwei, drei, viele, viele, viele …”, die Griechen dagegen als hochkulturelles Volk bis zehntausend (Myriaden).

      Im Ernst: Die Mehrfachbesetzung der höheren Gerichte ist eine Farce. Kammer: drei RichterInnen, Senat: fünf RichterInnen und mehr. Praktisch immer entscheidet nur der Berichterstatter, also einer der Beisitzer. Der andere Beisitzer, “Beischläfer” genannt, und der Vorsitzende mischen sich nicht ein. Sie widersprechen ihrem Kollegen nur, wenn dieser die Interessen der Richterschaft übersehen hat. Bei den SchöffInnen der Strafkammern der Landgerichte ist es noch ärger. Das sind rückgratlose Speichellecker der Berufsjuristen. Z.B. in Berlin:

      Der Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht, der aus dem Richter beim Amtsgericht als Vorsitzendem, einem gesondert ernannten Verwaltungsbeamten und sieben von den Bezirksverordnetenversammlungen der betroffenen Berliner Verwaltungsbezirke als Beisitzern besteht, obliegt die konkrete einzelne Wahl der und die Zuordnung zum (Haupt-)Schöffenamt oder zum Hilfsschöffenamt.

      Die direkte Wahl der Richter, und zwar nur für ein paar Jahre, ist dringend notwendig.

  116. LeserIn sagt:

    Die TAZ 01.01.12 greift eine Geschichte auf, die der SPIEGEL als Sensation vor ein paar Tagen aufgemacht hat.

    … war der Thüringer Verfassungsschutz (VS) bis 2001 gut über Machenschaften und Pläne von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe informiert, sorgte aber nicht dafür, dass sie festgenommen wurden.

    Der Spiegel beruft sich auf einen geheimen Untersuchungsbericht, den das Bundesamt für Verfassungsschutz vor Weihnachten der Bundesregierung, den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags und den Bundesländern geschickt hat.

    Im Wesentlichen geht es um Erzählungen des VS-Spitzels Tino Brandt. Der hat dem Thüringer Verfassungsschutzes von Sprüchen erzählt, die Ralf Wohlleben geklopft haben soll.

    “Es gleicht einem Stück aus dem Tollhaus, dass ich als Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission für das Landesamt für Verfassungsschutz Ermittlungsergebnisse aus der Presse erfahre”, sagt Kerstin Köditz von der Linkspartei.

    Die Behörden sabotieren die Aufklärung auch jetzt. Dabei wird hartnäckig unter den Tisch gekehrt, dass die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft ermitteln muss. Die Polizei hat eigene Ermittler. Die brauchen den Verfassungsschutz gar nicht.

  117. LeserIn sagt:

    Mal wieder “brutalstmögliche Aufklärung”

    Ermittlungen zu Neonazi-Trio
    Parlamentarier fühlen sich in Arbeit behindert

    Die Arbeit des Parlamentarischen Kontrollgremiums in Sachsen stößt an Grenzen: Der Untersuchungsbericht über die rechte Terrorzelle liegt nur Bundes- und Landesministerien vor. …

    FOCUS 05.01.12

    • R. Meier sagt:

      Na endlich merken die Politiker, was Ihre Politik ausgelöst hat gegen ständig “links Autonome” ( das waren nur Einzeltäter): Blockaden gegen Aufklärung und Ehrlichkeit.

      Das warum ist simpel: Würden die Blockierer den Bericht herausgeben, müssten nicht nur sie, sondern sämtliche Behörden erhebliche Fehler zugeben und mit unangenehmen Folgen rechnen … und Nazismus im Amt könnte man nicht mehr ausüben (das wäre doch Schade…).

  118. Roderic sagt:

    Der Berliner Anwaltsverein RAV hat irgendwie die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Sachsen sein Naziproblem lösen will. Dabei darf selbst BILD in Dresden doppeltes Spiel treiben.

    (…) Dresden gilt offenbar ein eigenes Demokratie- und Rechtsstaatsverständnis, das sich in vielen Behörden tief eingegraben zu haben scheint. Dies zeigt sich auch darin, dass die dortigen AmtsträgerInnen immun gegen jede diesbezügliche Kritik sind und ihre offensichtlich rechtswidrigen Maßnahmen gar offensiv verteidigen und weiterhin fortsetzen. Während in anderen Bundesländern angesichts der erfolgreichen Verhinderung der Neonaziaufmärsche ein leises Zurückrudern begonnen hätte, wird in Dresden eine aktive Vorwärtsverteidigung praktiziert. Dabei werden die Sicherheitsbehörden sowohl von der Allianz aus CDU, FDP und NPD unterstützt, als auch medial angefeuert durch die Sächsische Zeitung und Bild Dresden.

    Bemerkenswert ist, dass es dieser konservativen Allianz in diesem Fall nicht um die Verteidigung eines besonderen Projektes, sei es eines Bahnhofs, eines Energiekonzepts oder eines Gipfeltreffens, geht, sondern darum, Europas größten Neonaziaufmarsch durchzusetzen. Während MitarbeiterInnen in demokratisch verfassten Institutionen aufatmen würden, wenn der braune Spuk sein Ende genommen hätte, tun in Dresden die Verantwortlichen alles dafür, den erfolgreichen antifaschistischen Protest als das eigentliche Problem zu diffamieren.

    Wohlgemerkt, es geht hier um die Verhinderung eines Neonaziaufmarschs in einem Bundesland, in dem NaziterroristInnen und rassistische Mörder jahrelang unbehelligt von den Behörden Kapitalverbrechen planen und begehen konnten; einem Aufmarsch, der das zentrale Treffen der deutschen und europäischen Neonaziszene darstellt. (…)

    Stellungnahme 5.1.2012
    http://www.rav.de/publikationen/mitteilungen/mitteilung/rechtsstaat-auf-saechsisch-220/

  119. LeserIn sagt:

    Die Justizvollzugsanstalten verletzen nicht nur Zschäpes Menschenwürde. Bernd Schreiber kennt die JVA Gelsenkirchen aus eigener Anschauung und nennt sie “Folterknast”.

    … Anwälte Wolfgang Heer, Köln, und Wolfgang Stahl, Koblenz, haben sich am Freitag in einem zehnseitigen Schriftsatz über die Unterbringung ihrer Mandantin im Gefängnis beschwert. Demnach befindet sich Beate Zschäpe für 23 Stunden täglich in ihrer Zelle, in der sie viel liest, fernsieht und Radio hört. Kontakte zu anderen Insassen sind ihr nicht erlaubt. Allerdings gerät nach Darstellung der Juristen der 60-minütige Hofgang, den Zschäpe jeden Tag absolvieren darf, regelmäßig zu einem Spießrutenlauf. Weil ihre Runde in nur anderthalb Meter Entfernung zu den Fenstern des Zellentrakts stattfinde, werde sie von den übrigen Gefangenen bespuckt, beschimpft und bedroht. … Dort (in Zschäpes Zelle) aber brennt den Anwälten zufolge ununterbrochen das Licht.

    SPIEGEL 06.01.12

    Wie wäre es, wenn Oberstaatsanwalt Koeppen ein paar Monate in Untersuchungshaft verbringen müsste?

    Die rechtsextreme Zwickauer Terrorzelle ist möglicherweise für einen zweiten Mordanschlag im Ruhrgebiet verantwortlich…. Der Meidericher Anschlag, den das Opfer, der türkischstämmige Gastwirt Y., durch einen Zufall überlebte, wurde mit einem ferngesteuerten Schussapparat durchgeführt. Ein Apparat ähnlicher Bauart wurde nach WAZ-Informationen in dem abgebrannten Haus der Verdächtigen Beate Zschäpe in Zwickau gefunden. … Y. verließ gegen zwei Uhr früh seine Gastwirtschaft in Meiderich, setzte sein Auto rückwärts aus dem Privatparkplatz und überfuhr dabei einen installierten Draht. Dieser löste die auf einem Bahndamm errichtete Selbstschussanlage aus, die genau auf die Kopfhöhe des Fahrers ausgerichtet war. Der Schuss, der durch die Windschutzscheibe ging, traf Y. allerdings nur in den Oberarm, weil er sich nach seinem heruntergefallenen Handy gebückt hatte.

    derwesten 07.01.12

  120. LeserIn sagt:

    Holger Gerlach singt. Etwas Wahrheit könnte dabei sein. Doch ob seine Gesänge ganz der Wahrheit entsprechen, darf bezweifelt werden. SPIEGEL 07.01.12

    … In einer ersten Vernehmung räumte G. ein, den beiden Mitgliedern des “Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU) zu Diensten gewesen zu sein. Er habe ihnen seinen Reisepass und seinen Führerschein überlassen und diese später als gestohlen gemeldet. Holger G. soll außerdem den Motorcaravan angemietet haben, in dem sich Böhnhardt und Mundlos kurz vor Stürmung des Fahrzeugs durch die Polizei das Leben nahmen. … Laut eigenen Angaben unterstützte G. die Zwickauer Zelle noch im Mai 2011. Dabei sei es um einen neuen Reisepass für Uwe Böhnhardt gegangen. Als er gezögert habe, hätte ihm das Trio, zu dem auch die inhaftierte Beate Zschäpe gehört, unmissverständlich klar gemacht, dass es kein Zurück mehr gebe.

    Mit dieser Aussage könnte Zschäpe als Mitglied einer terroristischen Vereinigung (§ 129a StGB) verurteilt werden.

    Weiter im SPIEGEL

    Zuvor hatte er das Trio mit einem Führerschein, Krankenkassenkarten und einer ADAC-Karte versorgt. Bereits kurz nach dem Abtauchen der drei Neonazis 1998 habe Wohlleben ihn um Geld für die Flüchtigen gebeten, gab G. gegenüber Ermittlern zu Protokoll. Er habe daraufhin 3000 Mark gespendet. 2000 oder 2001 habe Wohlleben ihn gebeten, einen ersten Reisepass für Böhnhardt erstellen zu lassen. Für ein Passfoto habe er sich auf Anweisung eigens einen Schnauzbart wachsen lassen und eine Brille aufgesetzt. Den Pass habe er konspirativ auf dem Zwickauer Bahnhof übergeben. Den Kontakt zu den Flüchtigen stellte demnach Wohlleben her, der ihm eine geheime Telefonnummer gegeben habe. … In seiner Vernehmung gestand G. zudem, dass er angeblich im Auftrag Wohllebens 2001 oder 2002 eine Waffe zu den Flüchtigen brachte. Er habe eine Reisetasche mit einem Stoffbeutel transportiert, den ihm Wohlleben gegeben habe und in dem er eine Pistole ertastet habe. Auf seine Fragen habe NPD-Mann Wohlleben geantwortet, es sei besser, wenn er, G., nicht wisse, was die drei damit vorhätten. Zschäpe holte ihn laut der Vernehmung am Zwickauer Bahnhof ab und brachte ihn in ein Mehrfamilienwohnhaus, wo Böhnhardt und Mundlos warteten. Einer von beiden habe die Pistole ausgepackt und durchgeladen. Danach will sich G. geweigert haben, weitere Kurierdienste für das Trio zu übernehmen; mit Waffen wolle er nichts zu tun haben. Bis auf ein paar Unterbrechungen habe G. allerdings weiterhin ein- bis zweimal pro Jahr mit ihnen telefoniert. Im Jahr 2005 hätten die drei unvermittelt vor der Tür von G.s Wohnung in Hannover gestanden. Etwas später habe ihn das Trio gebeten, einen Führerschein zu besorgen. Die Gebühr hätten sie ihm erstattet.

    Diese Aussagen werden Zschäpe und Wohlleben teuer zu stehen kommen. Die interessante Frage ist, was Gerlach dafür bekommt.

    Für ein NPD-Verbot reicht das nicht. Dafür muss nachgewiesen werden, dass die Partei als Ganzes oder mindestens wesentliche Teile von ihr den Terror unterstützt haben.

  121. LeserIn sagt:

    Beate Zschäpe fühlte sich im Landgericht Erfurt sicher.

    Ein Rechtsanwalt habe der Staatsanwaltschaft berichtet, das NSU-Mitglied Beate Zschäpe habe sich im vergangenen Jahr (2011) am Rande eines Prozesses am Erfurter Landgericht gegen Bandidos-Rocker an ihn gewandt und gefragt, ob er ihr helfen könne, berichteten Sicherheitskreise. …Der Prozess gegen die Bandidos wurde von der Polizei massiv gesichert, Besucher mussten ihre Personalien angeben. …

    Tagesspiegel 10.01.12

    Rocker waren schon immer Faschos, heute außerdem oft Neonazis. Ebenfalls im Tagesspiegel:

    Unterdessen zeichnet sich im Bundestag die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu den Versäumnissen der Behörden bei den Ermittlungen zur Terrorzelle ab.

    Und dann sind wieder alle interessanten Sitzungen geheim.

  122. Roderic sagt:

    2003 wurden Koeppens Ermittlungen gegen das Trio eingestellt. Inzwischen war auch das Interesse des Verfassungsschutzes (kein Finanzbedarf des Trios, da Selbstversorger; antisemitische Brettspiele kaufte der VS trotzdem) erlahmt; thüringisch-sächsische VS-Operation “Terzett”. Vor 2003 gab es Versuche, das Trio aus dem Untergrund zu holen. Danach war das Abtauchen offenkundig nicht mehr strafverfolgungsbedingt, sondern freiwillig.

    Das “Abtauchen”: Weiter Kontakte zum – unsicheren – Naziumfeld (durchsetzt vom VS), Mitwisser bei Logistik (Wohnungen, Autos), Urlaubsreisen (mit Fotos und Fremdkontakten), rege Verkehrsteilnahme (ohne Verstöße? Geschwindigkeitskontrollen usw.). Stimmen alle Vorwürfe, hatten die drei zu tun mit: Beschaffungskriminalität im großen Maßstab (Planung, Vorbereitung, Durchführung der Banküberfälle); daneben mit Waffenbeschaffung und Serienmord (bundesweit/Planung, Vorbereitung, Durchführung) plus DVD-Herstellung mit Vertrieb.

    Dabei agierte das Trio (Duo) über viele Jahre professionell und “fehlerlos”, was besonders bei Uwe Börnhardt überrascht. Beate Z. selbst will nichts mitbekommen haben, obwohl in der gleichen Wohnung lebend (freute sich “danach” einfach über ein extra Haushaltsgeld). Die beiden Hauptverdächtigen sind tot. Zum Suizid gibt es inzwischen mehrere Versionen.

    • bloegi sagt:

      An das Märchen, dass es nur “Koordinationsprobleme” zwischen den Behörden gegeben habe, glaube ich nicht. Höchstens könnten die “Koordinationsprobleme” darin bestanden haben, dass man sich nicht einig darüber war, wie der NSU am wirksamsten zu unterstützen war.

      Ich weiß aus langjährigen Erfahrungen, die immer wieder bestätigt wurden, dass das “Gedankengut”, das im NSU-Film mit “Paulchen Panthers lustigen Streichen” vorgezeigt wird, von zahlreichen deutschen Staatsdienern geteilt wird. In der Polizei und der Justiz macht derartiges Volk sogar die erdrückende Mehrheit.

      Historisch ist das nichts Neues. In der Weimarer Republik gab es die Freikorps, Mörder-Trupps, die auf jede mögliche Weise von den damaligen Behörden unterstützt wurden.

      Ein paar dem NSU ähnliche Gruppen sind weiterhin unterwegs. Solange sie nicht ins Zentrum des öffentlichen Interesses geraten, können sie ihre Straftaten, dabei Verbrechen im Sinn des StGB, fortsetzen. Dazu kommt eine riesige Zahl von Vereinen, die bei Amtsgerichten eingetragen und oft darüber hinaus als “gemeinnützig” klassifiziert sind. In diesen Vereinen wird das “Gedankengut gepflegt” und regelmäßig organisieren ihre Mitglieder Übergriffe, die von Gesetzes wegen strafbar sind, während die Strafverfolgung von den Staatsanwaltschaften ebenso regelmäßíg niedergeschlagen wird.

      • Roderic sagt:

        In den national befreiten Zonen Sachsens beginnt man schon, das teils lästige Versteckspiel zu beenden. Wer sich beim Stadtrat von Geithain über die Erfolge beim Kampf gegen Rechts informieren will, landet direkt beim Ortsgruppenführer.

        http://www.stadtrat-geithain.de/

  123. LeserIn sagt:

    Ironischer Artikel über die ‘demokratischen Aufbauhelfer’ aus Hessen und Bayern in Thüringen und Sachsen:

    Zum einen sind “sächsische” oder “thüringische Verfassungsschützer” in Rang und Verantwortung natürlich keine Sachsen oder Thüringer. Vor 21 Jahren übernahmen hier Experten aus Hessen oder Bayern die Aufgaben der Staatssicherheit, selbstverständlich ohne die alten Fachkräfte vor Ort. Anderes als im Westen, wo man nach dem Krieg beim Aufbau einer Art Gestapo mit demokratischer Gewerbeaufsicht auf das personelle Know-how der Vorgänger-Institutionen nicht verzichten wollte, brauchte man deshalb 1990 reichlich Personal an der unsichtbaren Ostfront. So konnte jeder x-beliebige westdeutsche Panzeroffizier Präsident eines Landesamtes werden und muss sich dafür heute als “krasse Fehlbesetzung” schmähen lassen.

    STERN 11.01.12

    Leider werden Helmut Roewer und Arndt Koeppen nicht namentlich erwähnt.

    Experte heißt aber auf Südhessisch “Ekschbärde”.

    • Roderic sagt:

      Mit Panzeroffizier ist Helmut Roewer gemeint. Er selbst sieht sich eher als Schöngeist (eine Art Troubadix):
      http://www.helmut-roewer.de/home/index.php

      Der ehemalige Verfassungsschützer vertritt die These, es gäbe (selbstredend verirrte) Neonazis, die mit dem Namen Hitler nichts anfangen können:

      (…) unverhohlen wird über die Faszination des Krieges berichtet; der Name Hitler ist in diesem Zusammenhang längst nicht allen geläufig.

      .

      Interessant ist Roewers Apologetik gegen Vorwürfe, er sei selbst stark rechtslastig. Roewer beteuert seine Verachtung gegenüber Hitler. Das ist allerdings bei “intellektuellen” Nationalsozialisten üblich. Dort ist man der Meinung, Hitler habe die (gute) Sache verpfuscht durch Übertreibung.

  124. Roderic sagt:

    Jurist und Selbstdarsteller Helmut Roewer hat auf seiner Homepage eine Chronologie zum Terrortrio zusammengestellt (Startseite ganz unten). Er rechtfertigt darin die Produktion eines Propagandafilms zur Verharmlosung des Thüringer Rechtsextremismus mit der abenteuerlichen Begründung, eine Bild- und Ton-Erkennungsdatei von Neonazis geschaffen zu haben.

    Um die spätere Zwickauer Zelle geht es in der Chronik nur am Rande. Roewer nutzt sie als Vehikel, um sich am Schluss als politisches Opfer der Landesregierung zu beschreiben. Dabei spricht er, wie üblich bei Tätern, von sich selbst stets in der dritten Person.

    Bekannt wurde Thüringens VS-Präsident, weil er 200.000 DM an Spesen für das eher drollige Kerlchen Tino Brandt zur Schaffung des Thüringer Heimatschutzes beigesteuert hatte.

    Seine Begründungen für die Herstellung des Lehrfilms zeigen, auf welchem Level man sich in VS-Kreisen verständigt:

    Der Präsident des TLfV nimmt an mehreren öffentlichen Veranstaltungen zur Jugendgewalt im Raum Jena teil, die zum Teil chaotisch verlaufen. Der Zweck dieser Teilnahme ist es, für jedermann sichtbar eine Person zu zeigen, an die man sich im Zweifel wenden kann. Diese Veranstaltungen führen zu Kontaktversuchen von Veranstaltungsteilnehmern beim Präsidenten des TLfV, die dieser in einigen Fällen scheinbar zurückweist. Verdeckt teilnehmende Mitarbeiter des TLfV, die sich in unmittelbarer Nähe aufhalten, übernehmen sodann die Ansprache dieser Personen, sowie dies unbemerkt geschehen kann. Das TLfV dringt so in das persönliche Umfeld der drei Gesuchten ein, um sich unbemerkt an die Täter heranführen zu lassen.

    Das TLfV errichtet eine Bild- und Tondokumente-Sammlung durch Video-Aufzeichnungen im Nahbereich der vermuteten Kontaktpersonen, die dem Wiedererkennen bei Bild- und Tonvorlagen und bei technischen und anderen Observationsmaßnahmen dienen soll. Zu diesem Zweck werden unter einer Legende Fernsehjournalisten angeworben, die durch Drehs vor Ort diese Sequenzen beschaffen. Als Legende benutzt das TLfV die Tarnfirma Heron, einen in Erfurt ansässigen Verlag, den es selbst gegründet hat. Mitarbeiter des TLfV treten als Verlagsmitarbeiter auf und schließen die einschlägigen zivilrechtlichen Vereinbarungen ab, wobei sie den Journalisten vorspiegeln, Filme über den Extremismus in Thüringen drehen lassen zu wollen und hierfür über die einschlägigen europäischen Fördergelder zu verfügen. Sie bedingen sich aus, dass das gesamte Rohmaterial neben dem entstehenden Film an den Verlag abgeliefert wird.

    http://www.helmut-roewer.de/home/index.php

    Die Junge Gemeinde Jena-Mitte hat den Film auf ihrer Website eingestellt. Im Begleittext heißt es:

    Der Film “Jugendlicher Extremismus mitten in Deutschland – Szenen aus Thüringen” von Reyk Seela wurde im Jahr 2000 als Lehrfilm für Schulen vom Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz produziert, bzw. von dessen Tarnunternehmen, der Heron Verlagsgesellschaft.

    Der Film zeigt eindrucksvoll, wie der Thüringer Verfassungsschutz versuchte, mittels meinungsbildender Medien an Schulen militante neonazistische Strukturen in Thüringen zu verharmlosen und gewaltbereite linke Jugendliche herbeizuhalluzinieren. Für die gewaltbereiten linken Jugendlichen muss u.a. die JG-Stadtmitte mit Aufnahmen und O-Tönen aus der WERKSTATT herhalten. Gleichzeitig können sich Mitglieder des Thüringer Heimatschutzes (Tino Brandt und Andre Kapke) unkommentiert als Opfer linker Gewalt darstellen.

    Reyk Seela saß von 1999 bis 2009 für die CDU im Thüringer Landtag.

    http://jg-stadtmitte.de/2011/11/30/verfassungsschutz-lehrvideo/#more-2023

  125. LeserIn sagt:

    Scharfsinnig, diese Grünen!

    Eigentlich könnten die Grünen jubeln: Die SPD unterstützt die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses im Bundestag, der das Versagen der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Rechtsterrorismus aufklären soll. … Doch die Bedingungen für die sozialdemokratischen Zustimmung machen die Grünen wütend. … Der entscheidende Absatz aus Sicht der Grünen findet sich auf der elften und letzten Seite des SPD-Antrags. Demnach dürfte der Untersuchungsausschuss des Bundestages ausgerechnet die Arbeit der zuständigen Landesbehörden, etwa in Thüringen, zunächst gar nicht behandeln. … Die Grünen vermuten, dass die SPD aus Rücksicht auf die Verstrickung eigener Minister und Beamter kein intensives Interesse an rückhaltloser Aufklärung hat.

    SPIEGEL 13.01.12

    Dem letzten Satz kann man uneingeschränkt zustimmen.

  126. LeserIn sagt:

    Film des NDR über Thomas Dienel
    Ein Nazi als Chefredakteur – Steuergelder für Rechtsterroristen
    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/1998/erste7028.html

    Text aus dem Film

    KOMMENTAR:

    So sieht er aus, ein Hoffnungsträger aus dem Osten: Zeitungsmacher Thomas Dienel, unterwegs mit Fahrer und Bodyguard. Sein Verlag “Neues Denken”, ein aufstrebendes Projekt. Das haben in Thüringen auch die Behörden erkannt. So ein Mann muß gefördert werden, zumal an seiner Zielstrebigkeit – wie schon lange bekannt – kein Zweifel besteht.

    0-Ton THOMAS DIENEL (in PANORAMA 1992):

    “In Auschwitz wurde niemand umgebracht, und ich sage es klipp und klar: Leider wurde niemand umgebracht. Und wir als junge deutsche Generation haben leider niemand umgebracht. Und wir als junge deutsche Generation werden aber alles dafür tun, dass in Zukunft das deutsche Volk vom Joch des Weltjudentums, von den Weltparasiten befreit wird.”

    weiter unten

    0-Ton THOMAS DIENEL (in PANORAMA 1992):

    “Da gibt es ein schönes Lied, das stammt leider nicht von mir: Auschwitz, Dachau und Buchenwald, da machen wir die Juden aufs Neue kalt.”

    Dienel glaubt seine Auschwitz-Lüge nicht. Er lügt bewusst.

    Dienel war auch derjenige, welcher mit großzügiger Unterstützung (25000 DM) des Thüringer Verfassungsschutzamts den Antinazi-Aktivisten Angelo Lucifero fertiggemacht hat.

  127. LeserIn sagt:

    Angeblich neue Ermittlungsergebnisse, die aber jeden, der sich mit Neonazis auseinandersetzen musste, nicht verwundern:

    … dass sich die Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt bei der Auswahl ihrer Opfer auf “unarische” Männer im zeugungsfähigen Alter konzentrierten. In einem Fall sahen die Täter von der geplanten Ermordung eines türkischen Unternehmers in Dortmund ab; die “Person” sei zwar “gut, aber alt (über 60)”, heißt es in den Notizen.

    In einem frühen, bislang unveröffentlichten Bekennervideo, das Polizisten auf einer Festplatte in der Wohnung von Mundlos, Böhnhardt und Beate Zschäpe fanden, erscheinen Kästchen, die sich jeweils mit dem Datum eines Attentats füllen. Auffällig sei, so heißt es in einem aktuellen Ermittlungsbericht des Bundeskriminalamts (BKA), “dass bei den Einblendungen immer 14 umrahmte Felder zu sehen sind”. Die Zahl 14 habe “in der rechtsextremistischen Szene eine besondere Bedeutung” und beziehe sich auf die ideologische Leitlinie eines amerikanischen Rassisten, die aus 14 Wörtern bestehe. Die Parole lautet: “We must secure the existence of our people and a future for White Children”

    Zschäpe hat demnach die Zwickauer Wohnung Anfang November 2011 in Brand gesetzt, obwohl möglicherweise eine Nachbarin noch in dem Doppelhaus war. Dies könnte als versuchter Mord gewertet werden. Die Strafverfolger gehen davon aus, dass Zschäpe in die Taten der mit ihr zusammenlebenden Böhnhardt und Mundlos eingeweiht war. Kurz vor einem Mord in München soll sie den Berichten zufolge die beiden angerufen haben. Ein Waffenkurier soll in ihrem Beisein eine Waffe gezeigt haben.

    SPIEGEL 15.01.12

    • Roderic sagt:

      Führer Nr. 14 würde sich bestimmt freuen über diesen zahlenmystischen Schwachsinn …

      Die Motive interessieren mich jedenfalls im Moment kaum. Wir warten noch immer auf Fakten: Was war Inhalt der Operation Terzett, wann endete sie mit welchem Ergebnis, wer war beteiligt? Wer lieferte welche Waffen? Welche Geldbeträge erbeuteten Böhnhardt und Mundlos im gesamten Zeitraum?

      Wie bei Wulff gibt es bisher 400 falsche Antworten auf 400 falsche Fragen und keinerlei Aufklärung.

  128. bloegi sagt:

    “14″ ist heutzutage ein ziemlich sicheres Neonazi-Erkennungszeichnen. Wer anderen penetrant die “14″ vorführt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Neonazi. Bei 14/88 gibt es keinen vernünftigen Zweifel mehr.

    Es würde auf die Dauer einigen Effekt machen, wenn man die Namen der zuständigen Staatsdiener übersichtlich zusammenstellte und veröffentlichte: Innenminister, Justizminister, zugehörige Staatssekretäre, aber eben auch die Namen der Richter und Staatsanwälte, die mit dem Fall befasst waren. Wer war beispielsweise Koeppens Dezernent? Als LOStA hat Koeppen das Ding nicht alleine gedreht.

  129. Roderic sagt:

    Mangelnder Aufklärungswille (von öffentlich-rechtlicher Seite oder PMs staatlicher Stellen kommt im Vergleich zu Spiegel & Co. wenig) und Verschleierung staatlicher Verstrickung sind aus einem weiteren Grund gefährlich:

    Wenn der Eindruck entsteht, Straftaten werden ohne überzeugende Beweise dem Trio zugeschrieben oder das Trio wäre nur “benutzt” worden, kann das zu Solidarisierung auch bei Leuten führen, die keine Affinität zum NS-System haben. Nur wird darüber kaum jemand offen sprechen. Neonazis basteln erst recht an Märtyrer-Legenden.

    Bereits das Ansinnen, die Vorgänge in geheim tagenden Kommissionen aufzuarbeiten, ist angesichts des besonderen öffentlichen Interesses fragwürdig.

  130. bloegi sagt:

    Hans-Peter Uhl, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Innenpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ist ein hervorragendes Exemplar eines Staatsnazis.

    Am vergangenen Donnerstag hat sich Uhl an einer Podiumsdiskussion der Jesuiten-Hochschule in München beteiligt und hier seine Auffassung über die wahren Ursachen für Rechtsterrorismus in Deutschland präsentiert. [...] Wörtlich sagte der Innenpolitiker dort unter anderem:

    „Die Antwort auf die weltweite Migration kann nicht lauten „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ Eine gute und vernünftige Einwanderungspolitik muss zum Ziel haben, dass keine Kampfgruppen am rechten Rand entstehen.“

    Saarländische Online-Zeitung 17.1.2012

    Das ist genau das Gedankengut, das der NSU in seinen Filmchen propagiert hat.

  131. richard albrecht sagt:

    @ blögi

    Gestern wurde bei „Telepolis“
    http://www.heise.de/tp/blogs/8/151235
    eine spanische Variante angedeutet

    ¿oyes, compañero?

  132. LeserIn sagt:

    Beate Zschäpe war Kassenwart des NSU

    … Voran kommen auch die Finanzermittlungen, die sich zum Teil auf Bankbelege und Quittungen stützen, die im Brandschutt der Zwickauer Wohnung der Terroristen gefunden wurden. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hat Zschäpe die Finanzen der Bande verwaltet. Sie soll unter verschiedenen Aliasnamen Bares auf unterschiedliche Konten eingezahlt haben. Es gibt keinen Hinweis, dass Mundlos und Böhnhardt jemals Geld einzahlten oder abholten. … Da die beiden Männer bei Banküberfällen 600 000 Euro erbeutet haben sollen, gilt es als wahrscheinlich, dass Zschäpe von den Banküberfällen wusste

    SZ 21.01.12

    Beate Zschäpe versuchte vergeblich, sich zu stellen

    … habe sie … die Notrufnummer 110 gewählt. Die bundesweit zur Fahndung ausgeschriebene Frau habe sich mit den Worten “Guten Tag, hier ist Beate Zschäpe” gemeldet und zwei Minuten lang versucht, sich zu stellen – doch der Beamte habe sie nicht erkannt. … Schließlich habe sie gereizt gefragt: “Wollen Sie mich veräppeln?” Die ganze Stadt werde abgesperrt, überall stünden Polizeiautos. Nachdem der Beamte aber erklärte habe, davon nichts zu wissen, habe Zschäpe aufgelegt …

    WELT 22.01.12

  133. LeserIn sagt:

    Aus dem FOCUS 24.01.12:

    Die Bundesregierung, Kirchen und verschiedene Verbände beraten in Berlin über Strategien gegen Rechtsextremismus. Erklärtes Ziel ist es, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

    “Zeichen gegen Rechts setzen” ist die verlogenste Phrase, die es auf diesem Gebiet gibt. Vielleicht könnten die diversen Würdenträger gemeinsam kräftig furzen. Da wäre wenigstens noch ein wenig Wahrheit bei.

    Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, beklagte mangelnde Fortschritte bei der Aufklärung der Mordserie. „Die Behörden sind bei der Aufklärung dieser schrecklichen Taten noch immer in den fortgesetzten Winterschlaf verfallen“ …

    Von Winterschlaf kann keine Rede sein. Die Behörden sind fleißig dabei ihr eigenes Fehlverhalten zu vertuschen.

    Zu dem Gespräch eingeladen haben Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU).

    Rechtsextremismus bekämpfen bedeutet zu allererst Schröder und Friedrich bekämpfen.

  134. LeserIn sagt:

    Am Mittwoch haben etwa 110 Polizisten in mehreren Bundesländern Wohnungen und Geschäfte durchsucht, darunter in Chemnitz, Dresden und im Erzgebirge, außerdem in Ostthüringen und im Großraum Stuttgart. Inzwischen beschuldigt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe elf Personen, die rechtsextreme Terrorgruppe unterstützt zu haben – vier mehr als bisher.

    Zwei der Beschuldigten sollen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe schon 1998 Sprengstoff und eine Schusswaffe zur Verfügung gestellt haben, so die oberste Anklagebehörde in Karlsruhe – diese Taten sind allerdings schon verjährt. Doch die Bundesanwaltschaft hat den Verdacht: Auch danach könnten sie den NSU im Untergrund zumindest logistisch unterstützt haben. Die beiden weiteren neuen Beschuldigten sollen den Mitgliedern des NSU in den Jahren 2002 und 2003 mehrere Schusswaffen verschafft haben.

    … die zwei nun ins Visier geratenen Neonazis Jan W. und Thomas S. waren nicht nur Teil von “Blood & Honour”, sondern halfen im Jahr 2000 auch der später als kriminelle Vereinigung eingestuften Neonaziband “Landser” bei der Produktion und beim Vertrieb der CD “Ran an den Feind”. In einem der Songs auf der Platte hieß es: “Terroristen mit E-Gitarren, neue Anschläge sind schon geplant.” Der konspirativ vertriebenen CD lag damals ein Schreiben bei, das mit den Worten endete: “Alles für Deutschland. Heil Hitler!”

    TAZ 25.01.12

    Das riecht nach inhaltlich leerem Aktionismus: “… Taten sind allerdings schon verjährt. Doch die Bundesanwaltschaft hat den Verdacht …” usw.usw.

  135. Roderic sagt:

    Wie ernst es Sachsen mit der Zwickauer Zelle ist, kann man an der neuen PR-Initiative des Innenministers Ulbig sehen. Eigentlich eher tragikomisch, interessant das Fazit des Innenministers:

    Was tun gegen verbreiteten Neonazismus im Freistaat?

    Ulbig wörtlich: “Antifaschismus ist nicht die Antwort.”

  136. LeserIn sagt:

    Die Polizistin Kiesewetter ist wegen der “Fehler” ihrer Kollegen umgekommen.

    Sächsische Polizisten stießen im Januar 2007 nach Informationen des SPIEGEL zufällig auf das Versteck von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, die zu diesem Zeitpunkt bereits neun Morde verübt haben sollen. … In dem Appartement über der konspirativen Wohnung in der Zwickauer Polenzstraße war es zu einem mutwillig verursachten Wasserschaden gekommen. In der ebenfalls beschädigten Erdgeschosswohnung, so erzählten es damals Hausbewohner der Polizei, wohne eine “Lisa D.” – gemeinsam mit zwei Männern.

    Eine Person mit diesem Namen war unter der Adresse allerdings nicht gemeldet. Als Polizisten an der Wohnungstür klingelten, öffnete eine Frau, die zur Beschreibung der Nachbarn passte. Den Polizisten sagte sie jedoch, sie sei nicht “Lisa D.” Lediglich ihr Spitzname sei “Lise”, in Wahrheit heiße sie “Susann E.” und versorge hier nur die Katzen eines Be kannten. Die Polizei wollte sich den Wasserschaden ansehen, aber die Frau ließ sie nicht rein.

    Um den 10. Januar 2007 herum bestellten die Fahnder sie deshalb in die Polizeidirektion Südwestsachsen in Zwickau zur Vernehmung. Die Zeugin kam tatsächlich und ließ sich knapp 20 Minuten lang befragen. Dabei verstrickte sie sich in Widersprüche. Mehrfach sprach die Frau etwa von “unserer Wohnung”, obwohl sie zuvor erklärt hatte, gar nicht dort zu wohnen. … Die Unterschrift auf dem Vernehmungsprotokoll weicht zudem erheblich von der Signatur der real existierenden Susann E. ab, genau wie das angegebene Geburtsdatum. …

    SPIEGEL 28.01.12

    Trotzdem ließen die Beamten Zschäpe laufen. Die sächsischen Polizisten haben unter Garantie zumindest gemerkt, dass sie es mit einer Volksgenossin zu hatten, und gemeint es sei opportun einer solchen keine Scherereien zu machen.

    D. bedeutet Dienel,
    E. bedeutet Eminger.

    • Roderic sagt:

      Wie wurde die Vernehmung begründet? Im Text steht zwar “deshalb”, aber “weshalb” nun genau? Wegen des Spitznamens oder wegen der Katzen?

      Musste sie sich ausweisen? Wäre es nicht, wenn ein Verdacht falscher Identität vorlag, normal gewesen, die tatsächliche Adresse von Susann E. zu überprüfen? 2007 gab es auch in Zwickau schon Telefon, Fax und Internet.

      Wir hörten, Beate Z. habe unter mehreren Namen regelmäßig Bareinzahlungen gemacht. Wie wurde das geregelt? Ohne Legitimationsprüfung, ohne Geldwäscheverdacht?

      Ich bin gespannt auf eine Gesamtdarstellung, nachdem im U-Ausschuss auch noch Politiker bei der Aufklärung geholfen haben werden.

      • bloegi sagt:

        Die Geschichten von den “Koordinationsproblemen zwischen den Behörden”, “Pannen” und dergleichen sind Märchen. BRD-Behörden unterstützen Neonazis absichtlich – auch und besonders, wenn sie gewalttätig sind. Die Polizeibeamten, Staatsanwälte und Richter, die das nicht tun, bilden zumindest in den ländlichen Gebieten höchstens eine Minderheit.

        Ich habe Bekannten hier in der Umgebung empfohlen, sie mögen, wenn sie vor einem Staatsdiener stehen, zu erkennen geben, dass sie Nazis sind. Das hat sich für die so Beratenen immer gelohnt: Der Polizeibeamte schreibt keine Anzeige, Staatsanwalt und Richter stellen Verfahren ein usw..

        Wenn Externe zufällig anwesend sind, ist es vielleicht nicht ratsam gleich mit dem Hitlergruß in die Behörde einzumarschieren. Am besten, man fängt mit Wörtern wie “Heimat”, “(ein)heimisch”, “deutsch”, “Ausländer” “Fremder” und “Zigeunerjude” (hier sehr populär) an.

  137. Richard Albrecht sagt:

    @ Blögi

    Auch wenn´s letzte ZEIT-Dossier informativ, freilich nicht konseqent ist … ich meine, daß auch der hier dankenwerterweise & beharrlich dokumentierte faschistische Nazidreck nebst diesen deckende/befördernde Staatsdienerei eine alte bürgerrechtliche Forderung aktualisiert und wiederhole, was ich auch nicht erst seit vorgesternmittag öffentlich sage:

    GEHEIMDIENSTE SIND UNGEHEUER:
    ERSTENS KROPFIG. ZWEITENS TEUER.

    Also: GEHEIMDIENSTE ABSCHAFFEN.

    Besten Gruß

    Richard Albrecht, 290112

    http://duckhome.de/tb/archives/8718-ABSCHAFFEN.html
    http://www.saarbreaker.com/2010/12/geheimdienste-abschaffen/#more-3671

  138. bloegi sagt:

    Der Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags:

    Aus dem Bereich der Justiz erhält mit Sicherheit Arndt Koeppen eine Vorladung für eine Zeugenaussage.

    Thüringer Allgemeine 25.1.2012

    Die Thüringer Allgemeine präsentiert als Zugabe ein Bild von Arndt Peter Koeppen.
    http://media201.zgt.de/00578D3F_F7BFB308E8FB7FA9D085A85362403071
    Es ist ein typisches CDU-Bild. Die CDU beschäftigt Fotografen, die brechreizerregende Porträts abliefern.

    Zudem sollen die Innenminister und -staatssekretäre geladen werden, darunter Manfred Scherer und der in Hessen hinlänglich bekannte Karl-Heinz Gasser, ein Sozius des Volker Bouffier. Außerdem der Ex-Verfassungsschutz-Chef Manfred Roewer und weitere Behördenleiter.

    • Roderic sagt:

      Der TA-Beitrag klingt vielversprechend. Bisher erscheint auch MPin Lieberknecht insgesamt entschlossen. Interessant wird es, wenn sich die Geladenen im UA gegenseitig beschuldigen. Hoffentlich ist bald Schluss mit dem Versteckspiel.

      • R. Meier sagt:

        Die werden weiter verstecken ode einfach sagen: ich mache keine Aussage ohne meinen Anwalt.

        Insofern war alles für die Katz’.

      • Roderic sagt:

        Andererseits: Für einen gekränkten Narziss wie Helmut Roewer ist es vielleicht die letzte Gelegenheit für die große (Landes-)Bühne inklusive Eigenwerbung für seine rechtslastigen Historienschinken. Er wird uns doch nicht enttäuschen?

  139. LeserIn sagt:

    Wer ist Carsten S.?

    Auf einer Internetseite, die den Untertitel “Lebe offen anders” trägt, stellt sich der mutmaßliche Terrorhelfer Carsten S. vor. Er höre neben der Arbeit gerne Musik und treffe Freunde, liebe die Serien “Six feet under” und “die Simpsons”, sei noch nie Bungee gesprungen, dafür aber einmal Kfz-Lackierer gewesen. … Die Markenstraße im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk ist eine Gegend, in der es sich gut leben lässt. … Die Beamten in den schwarzen Einsatzoveralls rammten eine Tür im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses auf, stürmten in die Wohnung und nahmen S. fest. … Konkret wird Carsten S. verdächtigt, 2001 oder 2002 gemeinsam mit dem ebenfalls inhaftierten Ralf Wohlleben eine Waffe und Munition in Jena gekauft zu haben.

    SPIEGEL 01.02.2012

    Carsten Schultze ist nach Erscheinen des Spiegel-Artikel von der “PULS – Lebe offen anders-Seite” kurzfristig gelöscht worden. Übrig blieb nur

    PULS – lebe offen anders / Team
    http://www.sljd.de/index.php?id=3
    Carsten (31 Jahre). Direkter Draht zu mir: Tel: 0211 XXXXXX. Mail: carsten.schultzeXpuls-duesseldorf.de. Was ich neben der Arbeit gern mache: Musik hören …

    Mit
    http://www.google.de/search?q=carsten+schultze+puls
    findet man immer noch viele Referenzen auf seine Tätigkeit als AIDS- und-Schwulen-Referent. Auch Bilder, die mit seinem Einverständnis im Internet erschienen sind, gibt es zuhauf, z.B.
    http://www.youpod.de/fileadmin/user_upload/userpics/82/3647/82_1291286233.jpg
    (rechts hinten am Tisch).

    Wozu soll das Verwischen von Spuren gut sein? Wenn Carsten Schultze sich wirklich gewandelt hat, wird es genug Leute geben, die ihn an seinem Namen erkennen und verteidigen.

  140. LeserIn sagt:

    Unheilbare Dummheit im LKA Sachsen

    Ein kriminaltechnisches Gutachten hat die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe als Brandstifterin von Zwickau überführt. Nach FOCUS-Informationen wies ein Chemiker des Landeskriminalamts (LKA) Sachsen in Zschäpes Socken Rückstände nach, die höchstwahrscheinlich von Benzin stammen.

    FOCUS 05.02.11

    Selbstverständlich sind die Socken kein Beweis. Die Socken lagen, wie bei den meisten Menschen, in der Wohnung herum. Der/der Brandstifter/in hat möglichst viel von dem, was in der Wohnung lag, mit Benzin übergossen und angezündet.

    Es wäre viel wichtiger Beweise dafür zu sammeln, dass Zschäpe zur Zeit der Brandstiftung in der Wohnung war.

    Weiter im FOCUS

    Vor der Brandstiftung hörte Zschäpe nach FOCUS-Informationen die Mailbox ihres Handys ab. Die Verbindung kam um 12.11 Uhr zustande und dauerte knapp eine Minute. Die Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) vermuten, dass Zschäpes Komplizen eine Nachricht hinterlassen hatten. … Am 16. November versuchten die Polizisten, über den Provider an die Mailboxnachricht zu kommen. Doch die Aufzeichnung war nicht mehr vorhanden.

    Was war in der Mailbox gespeichert? Vermutlich: “Es ist soweit.” Manches deutet darauf hin, dass Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe lange vorher verabredet hatten Selbstmord zu verüben, sobald sie enttarnt werden: “Sieg oder Tod!”. Die Brandstiftungen im Wohnmobil und in der Wohnung sollten nicht Beweismittel vernichten, sondern dem ganzen Unternehmen einen melodramatischen Abschluss nach Art der ‘Götterdämmerung’ geben. Zschäpe lief nach der Brandstiftung noch ein paar Tage in Zwickau herum und suchte wahrscheinlich nach einer dekorativen Möglichkeit des Selbstmords, hatte schließlich aber doch keine Lust.

    • Roderic sagt:

      Dass Nazis grundsätzlich fähig und willens sind, “lebensunwerte” Menschen und “Volksschädlinge” brutal zu ermorden, steht für mich außer Frage. Es gibt zahllose Beispiele braunen (bewiesenen) Terrors allein der letzten Jahrzehnte und eine erschreckende Verharmlosung rechtsextremistischer Gewalt durch den Staat.

      Im Falle des Zwickauer Trios halte ich aber nach wie vor alles für möglich. Wir kennen die Fotos der abgebrannten Wohnung. Ein Feuerwehrmann vor Ort wunderte sich, was da an Beweismitteln herausgetragen wurde (http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article2099781/Feuerwehrmann-wundert-sich-ueber-Einsatz-im-Zschaepe-Haus.html). Harte Beweise für die Morde stehen weiter aus oder werden nicht veröffentlicht.

      Wenn nun, wie bereits kurz nach dem Ende des Zwickauer Trios, erneut Listen auftauchen, werde ich stutzig. Einigermaßen gesichert scheinen bisher nur die Sparkassenüberfälle durch Mundlos/Böhnhardt zu sein und selbst da ist unklar, ob es nicht staatliche Mitwisserschaft/Duldung gab.

      Es sollte – auch medial – weiter in alle Richtungen ermittelt werden. Auch in Richtung Behörden.

    • bloegi sagt:

      Selbstverständlich sind die Socken kein Beweis. Die Socken lagen, wie bei den meisten Menschen, in der Wohnung herum. Der/der Brandstifter/in hat möglichst viel von dem, was in der Wohnung lag, mit Benzin übergossen und angezündet.

      Die benzinhaltigen Socken wären doch ein Beweis, wenn es diejenigen Socken waren, mit welchen Zschäpe bekleidet war, als sie festgenommen wurde. Doch über die Herkunft der Socken (aktuelles Kleidungsstück oder aus dem halb verbrannten Haus geborgen) kann ich in der Presse nichts finden.

  141. LeserIn sagt:

    Eine lange Geschichte mit vielen “Fahndungspannen” in der FAZ 03.02.12 vom fehlenden Bolzenschneider über einen falsch gestempelten Umschlag bis zum krankgeschriebenen Staatsanwalt. Am Ende ist niemand schuld.

    Das Beste im Artikel: Die Vorbelastung Böhnhardt wird beschrieben. Die war der Staatsanwaltschaft bekannt. Als der Verfassungsschutz meldete, er habe Böhnhardt und Mundlos beim Bunkern von Bombenbau-Material ertappt, warum hat die Staatsanwaltschaft nicht sofort die Fahndung nach Böhnhardt in Gang gesetzt?

  142. LeserIn sagt:

    Beweismittel-Vernichtung im Bundeskriminalamt zum Vorteil von Neonazis:

    Polizeihauptkommissar Jens B. hatte es eilig. Heimlich begab sich der Computerexperte im Referat 55 der Bundespolizei am 8. Dezember vergangenen Jahres nach Dienstschluss an seinen Arbeitsplatz in Swisttal bei Bonn.

    In dem zu dieser Uhrzeit meist verwaisten Gebäude wurde der Spezialist für die Auswertung von Handy-Daten dennoch beobachtet, wie er systematisch Daten löschte … der Bundespolizist Jens B., der normalerweise Daten zu Ermittlungszwecken sichert, vernichtete an diesem Abend in der Datenbank seiner Dienststelle Handy-Daten des derzeit bedeutendsten Kriminalfalls Deutschlands: die beispiellose Mordserie …

    Die Daten stammten von zwei Handys der Marken Nokia, Typ 8210, und Sony Ericsson XPeria, Typ X10i, die das Bundeskriminalamt (BKA) am 14. November und am 7. Dezember dem Referat 55 der Bundespolizei zur Auswertung übergeben hatte. Eines der Handys gehört André E., dem wichtigsten Helfer des mutmaßlichen Mörder-Trios aus Zwickau.

    BILD 11.02.12

    PHK Jens B. hatte Komplizen: Alexandra-Maria F (BKA-KI26)
    http://www.bild.de/media/verweis-22594338/Download/3.bild.jpg

    Andre E ist Andre Eminger, siehe oben. Auf makabre Weise komisch:

    Umso erstaunlicher ist es, dass die ausgewerteten Handy-Daten bisher nicht in das Ermittlungsverfahren eingebracht wurden, also der Justiz nicht zur Verfügung stehen. In der Ermittlungsakte zu André E., die BILD am SONNTAG vorliegt, tauchen diese wichtigen Beweismittel jedenfalls erst gar nicht auf.

    Man kann über BamS so viel Schlechtes schreiben wie man will. Aber besser als bei der ‘zuständigen’ Staatsanwaltschaft ist die Ermittlungsakte jedenfalls bei BamS aufgehoben.

    Jetzt fehlt nur noch, dass eine SMS etwa folgenden Inhalts auftaucht:

    liebe beate! nichts sagen!!! sobald wieder draußen, bekommst du posten bei staatsanwaltschaft marburg.

    • bloegi sagt:

      Eine hübsche Ergänzung ist die voraussehbare rechtsstaatliche Bestrafung einiger Linke-Abgeordnete, weil sie an Anti-Nazi-Protesten teilgenommen haben. Der Bundestag hat die Immunitität der Abgeordneten aufgehoben, ebenso einige Landtage, darunter der hessische.

      Im Streit um die Immunität zweier Linke-Abgeordneter sind CDU-Politiker Strobl und Linke-Chef Gysi aneinandergeraten. Strobl schimpft, man könne Gysis Verhalten als „vesuchte Nötigung“ werten. [...] Die Geschichte begann genau vor einem Jahr, im Februar 2011: Die beiden Linken-Parlamentarier Michael Leutert und Caren Lay hatten damals an einer Blockade gegen die Neonazi-Aufmärsche in Dresden teilgenommen. Die dortige Staatsanwaltschaft wirft ihnen nun einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vor und beantragte die Aufhebung der Immunität der Parlamentarier. Der Ausschuss unter Vorsitz von Strobl entschied mit Mehrheit, diesem Wunsch der Staatsanwaltschaft zu entsprechen. [...] Gysi hatte vorher in leidenschaftlichen Briefen an die Spitzen der anderen Fraktionen gewarnt: Solche Aktionen dürften „keinesfalls strafrechtlich verfolgt“, sondern müssten vielmehr unterstützt werden. Schließlich sei der Auslöser der Ermittlungsverfahren auch noch eine Anzeige der NPD. Als dann aber eine Mehrheit im Ausschuss der Aufhebung der Immunität der beiden Linke-Abgeordneten zustimmte, warf Gysi den Kollegen willkürliches Vorgehen vor [...]
      Der Ausschuss-Vorsitzende [Strobl] fährt in dem Brief, der FOCUS Online vorliegt, harte Geschütze auf. Dem „sehr geehrten Herrn Kollegen Gysi“ teilt er mit: „Man könnte Ihre Äußerungen auch als versuchte Nötigung des Ausschusses werten, der ich als Vorsitzender des Ausschusses mit aller Kraft – auch öffentlich – entgegentreten werde.“

      Focus 11.2.2012

      Ich mag Gysi nicht. Aber in dieser Angelegenheit hat er eindeutig Recht. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Dresden sind, selbst wenn sie zuträfen, zu gering, um die Immunität aufzuheben. Außerdem sind die rechtfertigenden Gründe für das Verhalten der Linke-Abgeordneten offensichtlich.

    • Roderic sagt:

      Der Vollständigkeit halber: Brutalstmögliche Aufklärung der Beweismittelvernichtung darf diesmal Bosbach fordern:

      Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU) erklärte der Zeitung: “Hier handelt es sich um einen gravierenden Vorgang, der unverzüglich aufgeklärt werden muss. Es darf nicht einmal der Verdacht entstehen, dass es etwas verheimlicht werden sollte.”

      http://www.n-tv.de/politik/BKA-soll-Daten-geloescht-haben-article5473331.html
      12.02.2012

      Tatsächlich darf offenbar nicht einmal der Verdacht entstehen, dass es irgendein Aufklärungsinteresse gibt.

  143. LeserIn sagt:

    Just for record

    Neue Erkenntnisse gibt es auch zur Herkunft einer Waffe, die im Wohnmobil der getöteten Mitgliedern der »Zwickauer Zelle« Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gefunden wurde. Dabei geriet ein Secondhand-Video-Verleih mit Filialen entlang der A 4 in Chemnitz, Zwickau, Annaberg und Dresden ins Visier. Zwei Mitarbeiter – der 35-jährige Pierre Jahn und der 42-jährige, ursprünglich aus dem Saarland stammende Herrmann Schneider – sind verdächtig, die Nazi-Terroristen unterstützt zu haben. Bei Hausdurchsuchungen unter anderem in Ehrenfriedersdorf bei Chemnitz wurden Waffen, Nazi-Devotionalien, CDs mit rechter Musik und die Attrappe einer Raketenwerfer-Granate gefunden. Mundlos soll mit falschem Namen als Kunde registriert sein. Er tauchte 2002 und 2003 mehrmals in einer Filialen auf.

    ND 13.02.12

  144. Roderic sagt:

    Manchmal kommt auch von der ZEIT Erhellendes zum Thema:

    Ein durchschnittlicher Mord von rechts kostet vier Monate Haft und zwei Reichsmark Geldstrafe. So errechnet es 1920 mit nüchterner Sachlichkeit der junge Statistiker Emil Julius Gumbel.

    http://www.zeit.de/2012/07/Gumbel
    12.02.2012

  145. bloegi sagt:

    In Hinsicht auf LOStA Koeppen besagt der neueste Artikel in der Thüringer Allgemeinen vom 14.2.2012, dass Koeppen über die Missstände im Thüringer Verfassungsschutz priviligiert unterrichtet war. Er hatte zumindest eine Teilkopie des geheimen Gasser-Berichts.

    Das Innenministerium findet weitere Ausgaben des ehemals geheimen Dokuments über den Thüringer Verfassungsschutz. Ein Exemplar hatte der Landesrechnungshof. Die Staatsanwaltschaft hat eine weitere Kopie.
    [...]
    Nach Informationen unserer Zeitung hatte der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Gera, Arndt Koeppen, die Auszüge aus dem Gasser-Bericht erhalten, die sich mit dem Tarnverlag “Heron” beschäftigen, den der Thüringer Geheimdienst bis zur Suspendierung seines Chefs Helmut Roewer im Juni 2000 betrieben hatte.
    [...]
    Ab Juli 2000 untersuchte der frühere Thüringer Justizstaatssekretär Karl Heinz Gasser (CDU) vor allem durch Mitarbeiterbefragungen die Zustände im Verfassungsschutz. Unter anderem kritisiert das Papier, dass im September 1999 das Referat 22 “Rechtsextremismus” nicht mehr existiert habe, weil es im Referat 25 “Neue Formen Extremismus” aufgegangen sei. Bereits Anfang 1996 sollen außerdem die klassische Zweigliederung bei Geheimdiensten in Beschaffung und Auswertung aufgegeben und diese Aufgaben zusammen geführt worden sein. [..]

    Koeppen konnte sich an zwei Finger abzählen, was das für die Strafverfolgung von Neonazis bedeutete. Koeppen fand das alles nicht beunruhigend.

  146. bloegi sagt:

    In den Artikel oben eingesetzt: Foto aus dem Spiegel vom 21.2.2012, speziell

    http://cdn3.spiegel.de/images/image-318436-galleryV9-vaob.jpg

    Polizei, Verfassungsschutz und Justiz unterstützen
    den rechtsextremistischen Terror; Justiz am dichtesten an der Mündung.

  147. Antifa-BI sagt:

    NSU-Sympathisanten in Hessen – Neonazis begrüßen Terror
    Februar 20th, 2012 by Antifabi

    Im sozialen Netzwerk Facebook hat unter dem Label „Wetzlar Krawalltourist“ ein offen rechtsextremes und die Morde der Terrorgruppe „NSU“ feierndes Profil existiert. Als Profilbild wurde Paulchen Panther, das Logo des NSU-Videos mit der Überschrift „Döner schmeckt nicht“ gezeigt. Das Profil ist durch Horst Wessel und die Blutzeugen, das heißt die gefallenen SA-Schläger und Mörder der Weimarer Republik sowie verschiedener neonazistischer Gruppen inspiriert. Unter den über 70 Freunden dieses Profils waren einschlägig bekannte Neonazis der „Freien Kräfte Schwalm Eder“, der „Anti-Antifa“, der „Autonomen Nationalisten“ Wetzlar und der „Freien Nationalisten Rhein Main“ aus Hessen sowie …

    http://antifabi.de/?p=1456

  148. LeserIn sagt:

    Carsten S. = Carsten Schultze siehe oben

    Ex-NPD-Mann besorgte Mordwaffe der Terrorzelle

    Die Bestellung, die Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos aus dem Untergrund bei ihren Unterstützern an der Oberfläche aufgaben, war so knapp wie präzise: Eine schussbereite Handfeuerwaffe müsse her, und zwar eine mit Schalldämpfer. Ende 1999 wurde das gewünschte Mordinstrument, konstruiert zum lautlosen Töten, dann geliefert.

    Zur Übergabe trafen sich Carsten S. und Böhnhardt in einer Filiale von McDonald’s in Chemnitz. In einem Abbruchhaus in der Nähe soll die Waffe anschließend weitergereicht worden sein. Mit der Pistole soll S. nach Erkenntnissen von Ermittlern 50 Schuss Munition übergeben haben. Die 2500 Mark, die die Waffe kostete, kamen angeblich von Ralf Wohlleben, einem späteren Funktionär der NPD.

    Den Ermittlungen zufolge ging die Ceska vom Hersteller in Tschechien 1993 zunächst an den damals im Schweizer Kanton Solothurn ansässigen Waffenhändler Jan L., der die schallgedämpfte Pistole in Waffenzeitschriften für 1250 Schweizer Franken feilbot und laut seinem Waffenverkaufsbuch an den Schweizer Anton G. verschickte.

    G. wiederum, so soll er inzwischen vor eidgenössischen Ermittlern ausgesagt haben, habe die Pistole samt Waffenbesitzkarte an Herrn M., einen Stammtischbekannten, weitergegeben.

    Aus der Schweiz gelangte die Pistole nach Deutschland und landete offenbar über Zwischenhändler aus dem kriminellen Millieu schließlich in Jena, bei einem polizeibekannten Thüringer Neonazi. Von diesem soll Carsten S. die Waffe dann im Auftrag des “Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU) erworben und zu Uwe Böhnhardt gebracht haben.

    SPIEGEL 23.02.12

    Der Gewinn des kriminellen Transfers war eher mager: 2500 DM – 1250 SF = 500 Euro ungefähr.

  149. LeserIn sagt:

    Carsten Schultze, Uwe Böhnhardt, die Polizei und der Verfassungsschmutz:

    Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigt, dass Carsten S. eingeräumt habe, “die besagte Ceska beschafft zu haben”. … Die Nachricht ist doppelt brisant. Für die NPD, bei der S. 1999 Chef des Jenaer Kreisverbands und der Thüringer NPD-Parteijugend war. Und für die Sicherheitsbehörden, die seit Anfang 1999 wussten, dass S. zwischenzeitlich die einzige direkte Kontaktperson der untergetauchten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe war. Wie aus einem als geheim eingestuften Verfassungsschutzdossier hervorgeht, das der taz vorliegt, bildete Carsten S. damals ein enges Gespann mit dem ebenfalls inhaftierten damaligen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Beide seien ab dem Frühjahr 1999 “die maßgebliche Kontaktpersonen zu den Flüchtigen gewesen”, heißt es in dem Dossier. … Ab Ende 1999 habe S. “alleine den Kontakt zu den Flüchtigen gehalten”, notiert der Thüringer Verfassungsschutz. … Verfassungsschutz und Polizei bemerkten von der Übergabe offenbar nichts – obwohl sie über einen V-Mann, den Anführer des Thüringer Heimatschutzes Tino Brandt, über das Treiben von S. im Bilde war.

    taz 23.02.12

    Der Titel des taz-Artikels lautet:

    “Die Waffe kam von zwei NPDlern”

    In Anbetracht der Tatsache, dass die NPD zu einem beträchtlichen Teil aus V-Leuten bestand, kann man schreiben:

    “Die Waffe wurde mit Steuermitteln bezahlt”

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