[Wie sich die Leute das vorstellen, was in den japanischen Nuklear-Reaktoren geschieht.]
Der Unfall in Tschernobyl geschah, weil der Reaktor durch eine Reihe leichtsinniger Bedienfehler überkritisch gemacht wurde. Die Explosion in Tschjornobühl ist darum mit der einer Atombombe vergleichbar. Schuld war hauptsächlich der karriere-geile stellvertretende Chefingenieur Djatlow. Ich habe ein paar Beschreibungen für eine Vorlesung gesammelt.
Die Unfälle in Fukuschima sollen mit dem Unfall in Harrisburg vergleichbar sein. Dort wurde angeblich nach einem Problem mit der Kühlung die Kettenreaktion abgeschaltet, der Reaktor tief unterkritisch gemacht, wie es sein soll. Dass es trotzdem zu einem Unfall kam, wird auf die Nachwärme geschoben. Das ist ungefähr das Gleiche, was man auf einer Herdplatte spürt, kurz nachdem man sie abgeschaltet hat.
Der Haken dabei ist nur: Die Nachwärme ist im Vergleich zum dem, was ein kritischer Reaktor an Wärme produziert, lächerlich gering und sie klingt innerhalb weniger Stunden ab. Wenn man zudem berücksichtigt, dass die meisten Spaltfragmente radioaktiv sind und durch ihren Zerfall Wärme erzeugen, kommt etwas hinzu, was für einen nuklearen Reaktor spezifisch ist. Doch auch diese Zerfälle nehmen innerhalb von Stunden stark ab.
Hinzu kommen die merkwürdigen Meldungen mit der “Borsäure”. Die japanischen Reaktoren würden mit Meerwasser gekühlt. Dem Meerwasser würde Borsäure zugesetzt zwecks zusätzlicher Kühlung. Derartige Meldungen führen in die Irre. Bor hat einen riesigen Wirkungsquerschnitt für den Neutroneneinfang. Es wird verwendet um die Kettenreaktion zu unterdrücken. Wenn Techniker Bor in die Reaktoren kippen, bedeutet das, dass es eben doch nicht gelungen ist die Kettenreaktion abzuschalten.
Es ist nie möglich einen Kernreaktor schnell auszuschalten wie eine Lampe. Das hat mit Erdbeben und Tsunamis nichts zu tun, sondern wird durch die unzureichende technische Beherrschung der Kernspaltung verursacht. Doch nach einem Tag sollte das Schlimmste vorüber sein. Dass die Probleme noch nach Tagen zunehmen, zeigt, dass in Fukuschima nicht einmal die Kettenreaktion, die große Energiequelle, unterdrückt werden kann – und das bei mehreren Reaktoren zugleich. Insofern haben die Unfälle in Fukushima doch Ähnlichkeit mit dem Unfall in Tschernobyl.
Nachtrag am 16.3.2011:
Ich meine, dass nur wenige Leute verstehen, was in einem AKW geschieht. Deshalb die an sich bekannte Erklärung der Kettenreaktion:
1) Ein Neutron trifft Uran-Kern.
2) Uran-Kern spaltet, dampft dabei zwei oder mehr Neutronen ab.
3) Die Neutronen bis auf eines bleiben irgendwo stecken.
4) go to 1)
Ein Reaktor, in dem genau das geschieht, heißt kritisch. Bleibt nach einer Spaltung mehr als ein Neutron übrig, heißt der Reaktor überkritsch, bleibt weniger als ein Neutron übrig, heißt er unterkritisch. Dass der Reaktor genau auf der kritischen Kante bleibt, ist regelnd zu erreichen. Doch nur ein Aufmerksamkeitsfehler, wenn er mehr als zwei Sekunden dauert, hat fatale Folgen. Entweder säuft der Reaktor ab. Dann ist es heikel ihn wieder hochzufahren. Oder viel schlimmer: Der Reaktor explodiert.
Dagegen sollte es sehr einfach sein einen Reaktor unterkritisch zu machen. Dass das in Fukuschima nicht geklappt hat, dürfte an der allgemein bekannten menschlichen Schlechtigkeit gelegen haben. Wie bei einem Betrunkenen, der aufs Gaspedal tritt. Um es noch deutlicher zu schreiben: Die nicht endenden Probleme in Fukuschima wurden durch Erdbeben und Tsunami ausgelöst, aber nicht verursacht. Ursache war die jahrelange Schlamperei vorher und der Mangel an Wissen beim Personal.
Was die Bruchstücke (=Fragmente), die bei der Spaltung entstehen, an Neutronen abgeben, ist bei den gut 2 Stück, die oben hinter 2) erwähnt werden, inbegriffen. Die Neutronen-Emission ist spätestens nach ein paar Sekunden vorbei. Danach zerfallen die Fragmente, indem sie Elektronen und Gammas emittieren. Vor allem die Gammas (extrem hochfrequentes Licht) sind für pflanzliche und tierische Zellen lebensgefährlich. Aber deren Energie ist um den Faktor Tausend kleiner als die Energie, die bei der Kernspaltung frei wird, und die Emissionen der Fragmente nehmen im Lauf der Zeit ab, während die Kettenreaktion andauert.
Schlagwörter: Fukushima, Harrisburg, Kernspaltung, Kettenreaktion, Tschernobyl

15 März 2011 um 1:01 nachmittags |
Herr Dr. Brosa,
Danke: anschauliche Darstellung der “Kettenreaktion”, klares Wort zur Atomkraft und ihrer technischen Problematik, so daß ich auf Ihre Darstellung/Kommentierung bei http://www.duckhome.de mit Link auf diese Netzseite hingewies,
besten Eilgruß Richard Albrecht
15 März 2011 um 7:03 nachmittags |
Ich glaube, dass nur wenige Leute verstehen, was in einem AKW geschieht. Deshalb die an sich bekannte Erklärung der Kettenreaktion:
1) Ein Neutron trifft Uran-Kern.
2) Uran-Kern spaltet, dampft dabei zwei oder mehr Neutronen ab.
3) Die Neutronen bleiben irgendwo stecken bis auf eines.
4) go to 1)
Ein Reaktor, in dem genau das geschieht, heißt kritisch. Bleibt nach einer Spaltung mehr als ein Neutron übrig, heißt der Reaktor überkritsch, bleibt weniger als ein Neutron übrig, heißt er unterkritisch. Dass der Reaktor genau auf der kritischen Kante bleibt, ist regelnd zu erreichen. Doch nur ein Aufmerksamkeitsfehler, wenn er mehr als zwei Sekunden dauert, hat fatale Folgen. Entweder säuft der Reaktor ab. Dann ist es heikel ihn wieder hochzufahren. Oder viel schlimmer: Der Reaktor explodiert.
Dagegen sollte es sehr einfach sein einen Reaktor unterkritisch zu machen. Dass das in Fukuschima nicht geklappt hat, dürfte an der allgemein bekannten menschlichen Schlechtigkeit gelegen haben. Wie bei einem Betrunkenen, der aufs Gaspedal tritt.
16 März 2011 um 10:29 vormittags |
Als (in einem frühen der vorigen Leben) „gelernter“ Geistes- und Sozialwissenschaftler einfiel mir freilich des Altmeisters Besen: Der „alte“ Goethe reimte im zweiten Teil seines bekannten Poems 1827:
„O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh’ ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!
[…]
Und sie laufen! Naß und nässer
Wird’s im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör’ mich rufen! –
Ach da kommt der Meister!
Herr, die Noth ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd’ ich nun nicht los.
„In die Ecke,
Besen! Besen!
Seyd’s gewesen.
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister.““
Es grüßt
Richard Albrecht, 160311
http://ricalb.files.wordpress.com/2010/12/cv1.pdf
16 März 2011 um 8:59 nachmittags |
Dr.Ing. Dipl.-Kfm. Massimo Casalegno schrieb:
Das meinte ich, als ich schrieb: Kaum jemand versteht Kernspaltung. Ich versuche das Problem nochmals zu erklären – diesmal mit einem Vergleich.
Erdöl hat mindestens zwei Eigenschaften:
1) Bei seiner Verbrennung kann es beträchtliche Mengen Energie freisetzen.
2) Es kann Federn der Vögel und die Atmungswege sowie die Verdauungstrakte nahezu aller Tiere verkleben.
Die beiden Eigenschaften sind insofern miteinander verknüpft, als es einfach ist Erdöl unter Verschluss zu halten, solange nicht ein Teil davon explodiert, siehe Deepwater Horizon.
Bei der eigentlichen Kernspaltung werden knapp 200 MeV (Megaelektronenvolt) freigesetzt. Die dabei erzeugten radioaktiven Fragmente setzen irgendwann später kaum mehr als 100 keV (Kiloelektronenvolt) frei, also nicht einmal ein Tausendstel. Hinzu kommen Substanzen, die ‘nur’ chemisch giftig sind und allenfalls Energie im Elektronenvolt-Bereich freisetzen. Wenn in Fukuschima die Kernspaltung, die zudem als Kettenreaktion abläuft, richtig abgeschaltet worden wäre, wäre es einigermaßen einfach gewesen diese Substanzen unter Verschluss zu halten.
Immerhin Uzi Even hat Ahnung:
http://www.monstersandcritics.com/news/middleeast/news/article_1626131.php/Israeli-expert-warns-nuclear-calamity-in-Japan
und
http://www.stern.de/panorama/der-verschleierung-verdaechtigt-israelischer-atomexperte-kritisiert-japans-informationspolitik-1663718.html
16 März 2011 um 9:30 nachmittags |
REUTERS 16.03.11
Die rechnen alle mit dem ganz großen Knall und mit massivem radioaktivem Niederschlag danach.
17 März 2011 um 1:13 vormittags |
EU-Kommissar Oettinger (Ex-Min-Prä BW) ist Satanist. Er sieht GOTT als Urheber katastrophaler Entwicklungen:
FOCUS 16.03.2011
SPIEGEL 16.03.11
17 März 2011 um 2:02 vormittags |
Auch die Tödlichkeit ist messbar – nach Rolf Sievert:
1 Sievert = 1000 Millisievert: die Menge radioaktiver Strahlung, die auf Menschen tödlich wirkt
1 Millisievert = 1000 Mikrosievert: gesundheitliche Risiken
1 Mikrosievert: normal
WELT 15.03.11
Nach fünf Stunden in diesem Lüftchen lebt man nur noch Tage.
17 März 2011 um 11:36 vormittags |
SINCEXX 17.03.11
Wegen des letzten Satzes: Danach ist der Super-GAU eingetroffen.
17 März 2011 um 11:49 vormittags |
Welt 17.3.2011
Man könnte es als fahrlässige Massentötung bezeichnen, dass in ein AKW Brennstäbe mit Plutonium eingesetzt wurden, obwohl das AKW dafür nicht konstruiert war.
17 März 2011 um 2:09 nachmittags |
SPIEGEL 17.03.11
Vermutlich kann sich Jaczko nicht einmal in seinen heftigsten Alpträumen vorstellen, was alles im Reaktor 3 drin ist. Der Reaktor 4 ist leer. Seine Brennstäbe liegen im so genannten Abklingbecken und sind dort offenbar so dicht gestapelt, dass eine Kettenreaktion losgeht, sobald das moderierende Wasser fehlt. Noch eine hemmungslose Schlamperei.
17 März 2011 um 7:24 nachmittags |
“moderierend” in diesem Zusammenhang irreführendes Wort, richtig: “kühlend”.
17 März 2011 um 7:03 nachmittags |
Deutsche Staatsdiener auf der sicheren Seite!
faz 17.3.2011
Sie sind ja so wertvoll und so unersetzlich.
17 März 2011 um 8:20 nachmittags |
@ Dr. Brosa
Ich versuche zu verstehn:
Es wurden “illegal” in Bl. 4 Plutonium Brennstäbe und dies noch zu dicht gelagert. Zwar war dieser Block nicht in Betrieb. Aber da Kühlung durch die entspr. Aggregate übers allg. Stromnetz ausfiel … gab´s eine sog. Kettenreaktion, weil nicht mehr gekühlt werden kann von innen. Und von außen auch nicht, da ist´s nicht mal der berüchtigte Kühltropfen auffn nuklearen heißen Stein.
Das kommt mir bizarr vor. Grad so als wären kriminelle Stümper am Werk. Denen vor allem an Vertuschung liegt. Und wenn was getan wird – bestenfalls symbolisch: mit Hubschaubern seitwärts von außen wie mit´m Gartenschlauch paar Tonnen Wasser sprühn.
Erbitte – grad von Ihnen – weitere Sachaufklärung,
eilbest;.-) Richard Albrecht
17 März 2011 um 10:32 nachmittags |
1) Die Brennstäbe mit Plutonium stecken im Reaktor 3. Es handelt sich um ein Sonderangebot unserer verehrten Nachbarn im Westen an unsere fernöstlichen Freunde. Die Franzosen haben bekanntlich viele AKWs, erbrüten dort viel Plutonium, können es aber nur zum Teil für ihre Kernwaffen verwenden. Den Rest verhökern sie weltweit als “MOX”. Neueste Meldung dazu:
Der Standard 16.3.2011
Plutonium hat zwei Nachteile:
a) Es ist hochgradig giftig, weit mehr als Uran.
b) Von den so genannten verzögerten Neutronen kommen nach der Spaltung von Plutonium weniger als nach der Spaltung von Uran. Für Atombomben ist das egal, weil es da einfach nur knallen soll. In AKWs aber ist man auf die verzögerten Neutronen angewiesen, weil sich nur ihretwegen ein Reaktor steuern lässt. Man braucht also eine empfindlichere Steuerung in AKWs, die mit Plutonium betrieben werden. Wer MOX-Stäbe in AKWs einsetzt, die für Uran-Spaltung ausgelegt sind, handelt grob fahrlässig.
2) Nach meinen Informationen war Reaktor 4 ausgeräumt, bevor der Tsunami zuschlug, weil der Reaktor gewartet werden sollte. Seine – größtenteils nicht abgebrannten Stäbe – wurden für die Zeit der Wartung ins so genannte Abklingbecken gelegt. Normalerweise kommen abgebrannte Stäbe ins Abklingbecken. Diese Stäbe sind für die Kettenreaktion ungefährlich, weil abgebrannt. Aber die Radioaktivität der in den Stäben steckenden Spaltungsprodukte soll “abklingen”, bevor die abgebrannten Stäbe abtransportiert werden. Es war keine gute Idee frische Stäbe ins Abklingbecken zu legen. Aber sogar das wäre ungefährlich gewesen, wenn der Abstand zwischen den Stäben größer gewesen wäre. Denn ein einzelner Stab kann keine Kettenreaktion auslösen und wird dann auch nicht besonders heiß. Die Nummer mit dem “Abklingbecken” wurde nur abgezogen um Platz zu sparen. Ein größeres Gebäude hätte mehr gekostet.
Was oft auch nicht verstanden wird, sind die ungeheuren Mengen an spaltbaren Material, die in neueren Kernkraftwerken aufbewahrt werden. Für eine Atombombe braucht man ein paar Kilo Uran oder Plutonium. In den gegenwärtigen AKWs aber liegen HUNDERTE TONNEN Uran. Selbst wenn man berücksichtigt, dass Uran für Bomben höher angereichert werden muss, reicht das Uran in einem gewöhnlichen AKW für hundert Bomben vom Hiroschima-Typ.
17 März 2011 um 11:10 nachmittags |
Eine blöde Frage, die ich mir stelle, wenn ich lese, dass eine Katastrophe vor allem dann ausgelöst wird, wenn die Notstromaggregate und damit die Kühlung ausfällt:
Warum wurden die Reaktoren nicht unterhalb des Wasserspiegels des nahe gelegenen Versorgungsgewässers gebaut, so dass im Notfall immer noch eine manuelle Zuleitung von Wasser möglich ist?
Wie ist es möglich, dass die Dieselaggregate quasi ungeschützt herumstehen es keine Pläne B, C, D bis Z gibt für den Ausfall aller vorherigen Vorkehrungen?
18 März 2011 um 1:09 vormittags |
Manche fahren mit Autos, die fast überall halb kaputt sind. Löcher in der Karosserie sind noch das Harmloseste. Bei den AKWs ist das nicht anders. In der taz vom 17.3.2011 findet man eine Liste mit Mängeln der AKWs in Fukuschima, die seit Jahren bekannt sind. Es hat sich gerächt, dass es in Japan nie kräftige Anti-AKW-Proteste gab.
18 März 2011 um 10:50 vormittags |
RP 18.03.11
Dass die Elektrizitätsgesellschaft ihre Arbeiter aus Fukushima abziehen wollte, besagt über den Zustand der AKWs mehr als die offizielle Bekanntmachungen. Der Befehl der japanischen Regierung die Leute dort zu belassen, wurde als Todesurteil bezeichnet. 100 Millisievert pro Stunde, also 1 Sievert in 10 Stunden. 1 Sievert bedeutet den Tod.
18 März 2011 um 2:07 nachmittags |
STERN 18.03.11
Japanisches Wissenschaftsministerium: Die haben ein heftiges Interesse die Situation besser darzustellen, als sie ist.
18 März 2011 um 2:39 nachmittags |
Spiegel 18.3.2011
Das “Abklingbecken” des Reaktors 4 ist selbst zum Reaktor geworden, allerdings zu einem offenen. Auch wenn es nicht knallt, steigt die heiße Luft daraus ungehemmt nach oben – Kilometer – und nimmt Radioaktivität mit. Oben weht der Wind und verteilt das Zeug. Die am meisten Geschädigten dürften derzeit Lebewesen im pazifischen Ozean sein.
Eine Sammlung von Grafiken und Fotos der IAEA (Internationale Atomenergie Agentur):
http://www.slideshare.net/iaea/technical-briefing-of-nuclear-safety-aspects-of-the-situation-in-japan
Die IAEA gilt als kompetent und unparteilich, aber verharmlost hier ebenfalls die Verhältnisse am “Abklingbecken” (Spent Fuel Pool) des Reaktors 4.
18 März 2011 um 11:17 nachmittags |
Der japanische Staat täuscht die Öffentlichkeit über das, was seine Reaktoren längst machen.
taz 18.03.2011
GRS ist die deutsche Gesellschaft für Reaktorsicherheit
http://www.grs.de/
alles andere als ein alternativer Verein, eher mit guten Beziehungen zur Atomindustrie.
19 März 2011 um 11:05 vormittags |
Wall Street Journal 18.3.2011
Nach meinen Informationen hat die USA-Regierung die Radioaktivität von Flugzeugen aus messen lassen – erst vor einigen Stunden. Sie hat ihren BürgerInnen nochmals, nun dringend empfohlen die Gegend im Umkreis von 50 Miles (80 km) um Fukuschima zu verlassen. Grund dürfte sein, dass die kaputten Reaktoren und “Abklingbecken” ständig heiße Luft mit Radioaktivität abgeben.
In die Gebäude der Reaktoren 5 und 6, die bisher als intakt galten, hat die japanische Regierung Löcher bohren lassen, auf dass der Wasserstoff entweiche. Wenn da Wasserstoff drin ist, sind die Reaktoren, obwohl angeblich erfolgreich abgeschaltet, heißer als 800°, siehe oben.
19 März 2011 um 10:44 nachmittags |
SPIEGEL 19.03.11
SHORTNEWS 19.03.11
20 März 2011 um 8:21 vormittags |
@blögi
Nachdem ich seit Tagen (nicht nur) die von Ihnen rapportierten Infos und (vor allem) Ihre Deutungen lese und zu verstehen versuche frag ich mal nach:
Irre ich grundlegend, wenn ich meine, was da in den Atomblöcken von eins bis sechs ablief war eine Mixtur aus Vertuschchen krimineller Akte und stümperhaften Versuch-und-Irttum-Maßnahmen?
Gruß RicAlb, 200311
http://eingreifendes-denken.net
20 März 2011 um 10:41 vormittags |
Richard Albrecht schrieb:
Erst Schlamperei, dann Vertuschen, dann noch mehr Schlamperei und noch mehr Vertuschen. Natürlich kann man das kriminell nennen. Andererseits ist es das gewöhnliche Produkt der menschlichen Natur.
Ich würde als kriminell bezeichnen:
1) Die Anlage Fukuschima Dai-Itschi war wider besseres Wissen unzureichend gegen Erdbeben und gar nicht gegen Tsunamis gesichert.
2) Der Reaktor 3 hätte nicht mit MOX befeuert werden dürfen.
3) Die Brennstäbe des Reaktors 4 wurden zu dicht im Abklingbecken gelagert.
4) Vorgeschriebene und vorhandene Sicherheitssysteme wurden schon vor dem Erdbeben durch Schlamperei außer Betrieb gesetzt. Siehe z.B. http://thausherr.blogspot.com/2011/03/greenpeace-entdeckt-kompetenz.html
Aktuell:
Aus der Anlage wurde bisher schon so viel Radioaktivität abgeblasen, dass man eigentlich nicht mehr schreiben kann, man warte noch auf den Super-GAU. Nur wurde die meiste Radioaktivität auf den Stillen Ozean geweht. Das ändert sich jetzt. Der Wind dreht und es beginnt zu regnen: http://www.wetteronline.de/wotexte/redaktion/topthemen/2011/03/0319_jp_Radioaktiver-Regen.htm
20 März 2011 um 11:43 vormittags |
Dank Ihnen, habe mit Link weitergereicht
-> http://www.duckhome.de/tb/archives/8995-Ausstieg!.html#comments
Eilgruß RicAlb, 200311
20 März 2011 um 7:58 nachmittags |
Nun auch die wertvollen Schweizer Diplomaten:
Tages-Anzeiger 20.03.11
Dort auch ein eindrucksvolles Foto vom Reaktorblock 3, dem mit dem Plutonium.
20 März 2011 um 8:09 nachmittags |
Wie lange wird die Emission der Radioaktivität dauern?
Frankfurter Rundschau 20.3.2011
Die ganze Zeit wird heiße Luft nach oben steigen und Radioaktivität mitnehmen.
21 März 2011 um 12:47 vormittags |
Jod 131 ist ein Fragment, das bei der Spaltung in großen Mengen erzeugt wird. Es ist radioaktiv. Dass Jod 131 auf den Feldern gefunden wird, bedeutet, dass mindestens ein Reaktor geplatzt ist. Die Spaltprodukte liegen offen.
Derselbe Kan hat befohlen, dass Arbeiter des AKW wieder ans AKW geschickt werden, obwohl sie schon mehr als hundert Millisievert Strahlung abbekommen hatten. Die Arbeiter müssten “für Japan” dort hin. Ähnlich ist es nun erforderlich, dass Kan sein “für Japan” unentbehrliches Leben nicht gefährdet.
Schweizer Fernsehen – Tagesschau 20.03.11
21 März 2011 um 10:24 vormittags |
Tages-Anzeiger 21.3.2011
Caesium, genau genommen das Isotop 137, war nach dem Unfall in Tschernobyl der auffälligste Beweis weltweit dafür, dass ein Nuklearreaktor explodiert war.
21 März 2011 um 10:29 vormittags |
Die Atomlügen der CDU…
Machen wir es uns ganz einfach. Es lohnt sich nicht die Helden der FDP zu betrachten, die selbstverständlich immer für all das sind, was den Menschen in diesem Land den größtmöglichen Schaden zufügt und den Reichen, also den Her…
21 März 2011 um 5:33 nachmittags |
SPIEGEL 21.03.11
21 März 2011 um 6:53 nachmittags |
Stern 21.3.2011
21 März 2011 um 9:37 nachmittags |
WELT 21.03.11
Es ist also verständlich, weshalb Regierungschef Naoto Kan selbst nicht nach Fukuschima möchte.
22 März 2011 um 9:15 vormittags |
China Radio International 22.03.11
Die Ausdrücke “üblich” und “über dem Normalwert” sind nicht richtig. Es müsste richtig “über den zulässigen Grenzwerten” heißen.
22 März 2011 um 9:57 vormittags |
Spiegel 22.3.2011
Es ist aber unwahrscheinlich, dass Kaieda dem Premierminister Kan eine Strafe androht, wenn er nicht nach Fukuschima fährt.
22 März 2011 um 10:21 vormittags |
@ Blögi
“Nur” ´ne subjekltive Meinunghsäußerung:
Die nun durch “Messung” dokumentierte Meerwasser-Radioaktivität war doch klar, nur die Konzentration war bisher nicht absehbar, mir kommt das so vor wie wenn Kleinkinder Verstecken spielen, beide Hände vors Gesicht halten und meinen, Sie wär´n dann nicht mehr sichtbar.
l
Einer der Gründer des 1919er Rats der Geistigen Arbeiter, Dr. [iur.] Kurt Hiller, pädierte fünfzig Jahre später gegen Atomkraft mit Ihrer RADIOAKTIVität und war RATIOAKTIV.
In diesem Sinn, best;-)
Richard Alrbecht, 220311
http://eingreifendes-denken.net
22 März 2011 um 9:35 nachmittags |
DER STANDARD 22.03.11
Da Jod 131, Caesium 134 und 137 gefunden wurden, ist unter Garantie mindestens ein Behältnis aufgebrochen.
NZZ 22.03.11
Das wird Monate so weitergehen und schließlich nur ‘aufhören’, weil es die Massenmedien nicht mehr interessant finden.
23 März 2011 um 9:44 vormittags |
Danach zur Verhöhnung der LeserInnen:
REUTERS 23.03.11
STERN 23.03.11
swissinfo 23.03.11
Dass starke Radioaktivität auch südwestlich von Fukuschima auftritt, ist um so gravierender, als der Wind fast die ganze Zeit seit dem Erdbeben aus Südwesten geweht hat. Die Belastung des Stillen Ozeans muss gigantisch sein.
23 März 2011 um 12:12 nachmittags |
SPIEGEL 23.03.11
Schon 435 Millisievert pro Stunde gefährden die Gesundheit, wenn man sich tagelang darin aufhält. Ein paar Stunden in 283,7 Millisievert pro Stunde sind tödlich.
23 März 2011 um 9:55 nachmittags |
Was mich interessiert:
Inzwischen weiss nun jeder aus den Nachrichten, dass sogenannte “Brennstäbe”, auch wenn verbraucht, heiss werden und gekühlt werden müssen. Soweit, so schlecht.
Wie ist es denn mit neuen “Brennstäben”? Es ist ja wohl nicht so, dass die inaktiv und friedlich sind, bis man sie wie so ein Lichtdingsbums knickt und erst dann loslegen mit dem strahlen. Wie werden die transportiert und sichergestellt? Kann man die überhaupt lagern? Oder werden die “just in time” produziert?
Ich finde es skurril, dass die “aktiven” Atomkraftgegner gegen den Müll protestieren, aber nie gegen den Transport von “Brennstäben”. Ich will jetzt nicht zu etwas aufrufen, es wundert mich nur, von der Logik her.
23 März 2011 um 11:42 nachmittags |
Unabhängig davon, was ich jetzt gleich schreiben werde, würde ich es für vernünftig halten gegen die Zulieferung von Brennstäben zu protestieren. Ich verstehe nicht, weshalb in Frankreich (fast) niemand gegen den Export von MOX vorgeht.
Warum sind frische Brennstäbe, in denen noch keine Spaltungsprodukte enthalten sind, ungefährlich? Ganz sind sie es nicht, denn Uran spaltet auch SPONTAN, wenn auch sehr selten. Im Wesentlichen aber spaltet Uran – genau genommen das Isotop 235 – INDUZIERT, d.h. U235 muss von einem Neutron getroffen werden. Woher soll das Neutron kommen? Von einer anderen Spaltung, die kurz zuvor passiert ist. Denn bei jeder Spaltung werden im Durchschnitt etwas mehr als 2 Neutronen freigesetzt. Wenn man genug Uran zusammenbringt, die berühmte kritische Masse, genügen die Neutronen aus den spontanen Spaltungen um die induzierten Spaltungen auslösen. In dem Moment, in dem das losgeht, muss man sofort Absorberstäbe, die viele Neutronen wegfangen, zwischen die Uranstäbe schieben. Sonst explodiert das Zeug wie eine Atombombe. Die Absorberstäbe dürfen aber nicht zu tief eingefahren werden. Es ist nicht einfach einen Nuklearreaktor zu steuern. Vergleichbar ist es ungefähr mit Tempo 200km/h auf einer dicht befahrenen Autobahn.
Beim Transport und der Lagerung kommt es entscheidend darauf an die frischen Stäbe weit genug auseinander zu halten. Dabei spielt die Temperatur eine tückische Rolle. Wenn die Stäbe heiß werden, biegen sie sich. Das geschieht ungleichmäßig. Dabei können mehrere Stäbe einander so nahe kommen, dass die kritische Masse entsteht. Ich meine, dass im Abklingbecken des Reaktors 4 die Stäbe zu dicht gepackt waren. Solange keine Störung eintrat, war der Abstand gerade noch so groß, dass keine Kettenreaktion ausgelöst wurde. Als aber das Becken beim Erdbeben geschüttelt wurde, kamen ein paar Stäbe einander zu nah.
Ähnlich ist es mit der so genannten Kernschmelze. Die noch ziemlich frischen Stäbe hängen im Reaktor, der immer heißer wird. Die Stäbe schmelzen. Das Uran sammelt sich unten im Reaktor. Sobald es eine kritische Masse bildet, explodiert es wie eine Bombe.
Die Explosionen können übrigens unterschiedlich vor sich gehen. Manchmal gibt es den großen Knall. Meistens aber spritzt das Material ‘nur’ auseinander. Die Kettenreaktion wird unterbrochen, bis sich wieder genug Material für die kritische Masse sammelt. Ich meine, das ist es, was gegenwärtig in den Reaktoren 1,2 und 3 geschieht.
(Das Auseinanderspritzen missvergnügt die Bombenbauer. Die wollen natürlich, dass möglichst alles Uran spaltet und die gesamte Energie auf einmal frei wird. Der größte Teil der militärischen Forschung und die vielen Versuche in den fünfziger und sechziger Jahren waren darauf gerichtet.)
24 März 2011 um 9:43 vormittags |
Nach wie vor haben die Behörden große Probleme mit der Wahrheit:
Tages-Anzeiger 24.03.11
Wenn schon Verbrennungen an der Haut sichtbar werden, haben die Arbeiter mehr abbekommen als 170 Millisievert, viel mehr. Sogar bei 1 Sievert ist den Verstrahlten äußerlich nichts anzusehen. Ihnen wird schwindlig und sie brechen zusammen.
24 März 2011 um 12:22 nachmittags |
Die Beine der Leute sind nicht durch Feuer verbrannt worden:
Hamburger Abendblatt 23.3.2011.
Von deren Tod wird man so wenig hören wie von dem Tod der so genannten Liquidatoren von Tschernobyl, also der Leute, die an den kaputten Reaktor geschickt wurden um ihn zu löschen und zuzubetonieren.
24 März 2011 um 1:54 nachmittags |
Großer Erfolg: Im Kontrollraum brennt wieder Licht.
Hamburger Abendblatt 24.03.11
24 März 2011 um 5:18 nachmittags |
@blögi u.a.
Gut, daß Sie von Anfang an didaktisch beschrieben & kritisch die einsickernden Informationen kommentierten. Auch gestrige taz hat´s verstanden.
Und ich frag, wann nach der “Geisteswissenschaftler”-Initiative gegen vuz Graf Guttenberg und der Anti-BILD-Sache der vielen Geologen die höchstnötige Anti-Lügen-Initiative (natur-) wissenschaftlicher Physiker startet: ES GEHT UMS ÜBERLEBEN – ATOMKRAFT IST SOZIO-TECHNISCH UNBEHERRSCHBAR.
Freundliche Grüße
Richard Albrecht, 240311
http://ricalb.files.wordpress.com/2011/03/cv1.pdf
24 März 2011 um 6:25 nachmittags |
Richard Albrecht schrieb:
Auch die Justiz ist sozio-technisch unbeherrschbar.
Ich kann vorhersagen, worauf das hinausläuft: auf mehr Automaten und eine Maschinen-Kultur. Schon heute werden die großen Flugzeuge von Robotern gesteuert und wehe, wenn die einmal nicht funktionieren und der menschliche Kapitän eingreift. Er macht nur Mist. Die Katastrophe wird erst abgewendet, wenn er die Roboter wieder anschaltet und sie dann doch wieder funzen.
Tiere, also auch Menschen, sind chaotische Systeme. Bei einer Technologie, die auf Wasser in Bläschen beruht, ist das nicht einmal erstaunlich. Wenn ein Mensch 90% von dem einhält, was er selbst zugesagt hat, kann er schon als sehr zuverlässig gelten. Andererseits leben mehr als 6 Milliarden Menschen, die alle den Wanst nicht voll kriegen können, auf der kleinen Erde. Die Organisation dieser ungeheuren Mengen ist ohne höchst zuverlässige Roboter nicht machbar.
Zurück zum Thema: Das Bundesamt für Strahlenschutz hat eine Karte der Gamma-Ortsdosisleistungen, d.h. der Radioaktivität in der BRD, veröffentlicht:
http://odlinfo.bfs.de/
Verständlich sind die hohen Dosen im südwestlichen Sachsen. Die kommen von Wismut Aue etc. Im Erzgebirge liegen verhältnismäßig viele schwere Metalle, eben Wismut, darin aber auch Uran und Radium. Einigermaßen verständlich sind auch die hohen Dosen im bayrischen Wald und im Fichtelgebirge. Bekanntlich enthält Mineralwasser von daher viel Radium. Erstaunlich finde ich die hohen Dosen im Oberrheintal.
24 März 2011 um 6:42 nachmittags |
Der Supergau ist längst im Gang !
T otal
E limination of
P oulation
Co mpany
Aber: “Die Situation ist weiterhin stabil” UNFASSBAR !!!!!
Inzwischen spielen die Machos dieser Welt Krieg wie gehabt.
Für eine Umkehr scheint es längst zu spät zu sein.
Ich trauere für unsere Kinder und Enkel
UND ICH BIN SO WÜTEND OB ALL DIESER DUMMHEIT
24 März 2011 um 7:05 nachmittags |
Juanita Metzner schrieb:
Wie würden Sie es besser machen jetzt, nachdem der Super-Gau eingetreten ist?
Technisch am wenigsten schlecht wäre es, wenn das gesamte AKW auseinander gebaut und die Teile chemisch bearbeitet würden. Das könnten aber nur Roboter tun. Denn Menschen, die an die Quellen der Radioaktivität dicht herangingen, wären tot, bevor sie eine halbe Stunde gearbeitet hätten. Geeignete Roboter gibt es jedoch nicht.
Technisch am zweitwenigsten schlecht wäre wohl die zügige Verpackung der gesamten Anlage in Beton – wie in Tschernobyl. Das könnte mit den ganz großen Betonpumpen geschehen, die es schon gibt. Im Sarkophag müssten Kamine eingeplant werden mit Filtern, die die Radioaktivität möglichst weitgehend zurückhalten. Zugleich müsste ein Graben um die Anlage gezogen werden – auch an der Küste -, damit die radioaktiven Abwässer kontrollierbar bleiben.
24 März 2011 um 9:34 nachmittags |
New Scientist 24.03.11
25 März 2011 um 1:07 vormittags |
Becquerel auf Deutsch = Bäckerell
1 Bq = 1 Becquerel = 1 radioaktiver Zerfall pro Sekunde
1 MBq pro Quadratmeter = 1 Million radioaktive Zerfälle pro Sekunde im Quadratmeter.
0,9 MBq/m^2 = 900 000 radioaktive Zerfälle pro Sekunde im Quadratmeter.
taz 24.03.11
“mögliche Katastrophe”: Auch bei der taz hat man Sinn für Humor.
25 März 2011 um 10:44 vormittags |
Ein paar technische Begriffe:
1) Der Reaktor ist der Stahltopf, in dem die Brennstäbe hängen und die Kettenreaktion vor sich geht. Die Wände des Reaktors sind etliche cm dick.
2) Der Sicherheitsbehälter (Safety Containment) ist eine Hülle aus Stahl und/oder Beton, die den Reaktor umschließt und verhindern soll, dass Radioaktivität austritt, wenn der Reaktor undicht wird.
3) Im Reaktorgebäude befinden sich Sicherheitsbehälter und Reaktor. Meist sind da auch die Abklingbecken drin. Alles zusammen wird oft dreifache Hülle genannt.
4) Zum Reaktorblock gehören der Reaktor, der Sicherheitsbehälter, das Reaktorgebäude, die Steuerung, die Kühlung meist mit Wärmetauscher und im Regelfall die Turbinen, die mit heißem Dampf aus dem Reaktor oder vom Wärmetauscher betrieben werden sollen.
5) Alles zusammen, oft mehrere Reaktorblöcke, bildet das Kernkraftwerk oder AKW.
Ich schreibe das ausführlich, weil lange behauptet wurde, im AKW Fukuschima sei nur Knallgas explodiert und nur die Reaktorgebäude seien beschädigt worden. Jetzt wird allmählich zugegeben, dass mindestens ein Reaktor geplatzt ist – der mit dem Plutonium:
Frankfurter Rundschau 25.3.2011
Die letzte Meldung ist die bedeutendste. Mit “Reaktordruckbehälter” können die nur den Reaktor selbst meinen. Denn wenn der Reaktor nicht kaputt ist, kann keine Radioaktivität aus dem Sicherheitsbehälter entweichen. Meines Erachtens sind auch die Reaktoren in Block 1 und 2 undicht. Der Reaktor 4 ist nur deswegen heil, weil der leer war, als die Erde zu beben begann. Im Block 4 jedoch ist das Abklingbecken zum Reaktor geworden, allerdings zu einem ohne dicke Stahlwände und ohne Safety Containment.
25 März 2011 um 2:43 nachmittags |
Naoto Kan auch in ernster Lage immer zum Scherzen aufgelegt:
Reuters 25.3.2011
“Strahlung sei 10.000 Mal höher als normal” bedeutet nicht, dass die Strahlung 10000 Mal höher ist als in normalem Trinkwasser, sondern 10000 höher als in dem Wasser, das normalerweise bei der Kühlung aus dem Reaktor rauskommt. Auch das Kühlungswasser strahlt schon eifrig.
26 März 2011 um 9:54 vormittags |
In den Massenmedien wird immer voller Glück berichtet der Wind wehe in Japan ablandig, so dass die meiste Radioaktivität in den Pazifik getrieben werde. Der Pazifik dürfte weitaus dichter bewohnt sein als Japan, allerdings nicht von Menschen.
Doch auch die betroffenen Menschen gehören nicht zur Elite. Es sind Leiharbeiter, die von dem, was sie im AKW erwartet, wenig verstehen:
Der Standard 26.3.2011
27 März 2011 um 9:05 vormittags |
“10 Millionen Mal höher als normal”: Das bedeutet mindestens 1 Sievert, die tödliche Menge. “Die Arbeiter abgezogen”: Solange sie noch gehen konnten. Was wäre. wenn die Arbeiter an ihrem ‘Arbeitsplatz’ zusammenbrächen? Niemand könnte sie rausholen.
Mit Reaktorkern meint Edano oder der, der ihn übersetzt hat, einen Reaktor.
Der letzte Satz ist eine Lüge.
DEUTSCHE WELLE 27.03.11
27 März 2011 um 9:48 vormittags |
Spiegel 26.3.2011
Das ist ein sehr zuverlässiger Indikator für das, was wirklich im Pazifik los ist. Denn die Änderung von Schiffsrouten kostet viel Geld. Die Reeder, die nicht einmal selbst auf ihren Schiffen fahren, sondern im Sicheren sitzen, würden solche Änderungen nicht anordnen, wenn sie nicht Sorge haben müssten sonst noch mehr Geld zu verlieren.
28 März 2011 um 7:44 vormittags |
FR 28.03.11
Edano will sagen, dass der Reaktor in Block 2 geplatzt ist. Da kommen jetzt die vielen Spaltprodukte und das viele Uran raus – nicht vorübergehend, sondern immer.
28 März 2011 um 12:17 nachmittags |
SPIEGEL 28.03.11
Hamburger Abendblatt 28.03.11
28 März 2011 um 3:27 nachmittags |
Focus 28.3.2011
Das wurde hier schon am 23.3.2011 erörtert. Der erste, der kapiert hat, was in Fukschima geschieht, war vermutlich Uzy Even am 15.3.2011.
28 März 2011 um 8:39 nachmittags |
Ich habe damals am Mo 14.3. ein Teil meiner Aktien (die mit Gewinn) in elektronisches Papiergeld getauscht, spricht verkauft. Ohne Ahnung von Atomphysik zu haben war klar, dass da was ganz ganz Übles passiert. Ich war schliesslich schon bei Tschernobyl weit über 18. Eine Anlage, die bei Strom-Ausfall nicht in einen stabilen oder beherrschbaren Grundzustand geht, ist per se gefährlich.
28 März 2011 um 10:23 nachmittags
Was haben Sie verkauft? E.ON oder RWE? Oder hatten Sie sogar TEPCO-Aktien?
28 März 2011 um 10:57 nachmittags
Nein, keine Versorger, bzw. nur indirekt. Daimler (die hatten seinerzeit den “wenig fähigen” Chef ausgewechselt, und das zahlte sich aus) und einige blue chips Fonds. Meine Theorie war und ist dass eine solche Katastrophe alle betrifft, nicht nur die Atomindustrie. In die Solarindustrie habe ich auch nie investiert, weil das für mich wie ein Hype schien. Da weiss ich zuwenig um zu erkennen wer von denen seriös ist oder wer lediglich PR macht.
28 März 2011 um 6:52 nachmittags |
SPIEGEL 28.03.11
Vielleicht wurde schon vor dem Unfall so exzessiv rumgeschlampt, dass sich überall Abrieb mit Plutonium findet. Nach dem Motto: “Arbeiter XXX! Schleifen sie diese Brennstäbe aus der Anlieferung zum Reaktor 3!” Bei Schleifen sind dann ein paar Stäbe zerbrochen.
Andernfalls stellt der Fund den Beweis dar, dass der Reaktor 3 geplatzt ist.
28 März 2011 um 7:40 nachmittags |
@Blögi
(1) Dank für Ihre mir hilfreiche kritische INFO-Kommentierung
(2) ich vermute/te, daß der Reaktor Block 3 schon letzten Freitagvormittag “platzte” infolge chemischer Kernschmelze
(3) wobei m.E. die Debatte müßig ist, ob diese Großhavarie mit qualifiziertem Bestschutz (dessetwegen der Anfang der 1970er Jahre geplante BASF-Reaktor auf dortigem Werksgelände – kühlgünstig direkt am Rhein gelegen – damals vom TÜV Rheinland n i c h t genehmigt werden sollte) hätte verhindert werden können,
Eilgruß
Richard Albrecht
http://eingreifendes-denken.net
28 März 2011 um 11:03 nachmittags |
In Fukuschima wird Tschernobyl wiederholt auch, was die Geheimhaltung betrifft.
Die Leute, die an den brennenden und heftig strahlenden Reaktor in Tschernobyl geschickt wurden, damit sie ihn löschen und mit Beton überdecken, bekamen den Namen Liquidatoren. Offiziell sind von den Liquidatoren nicht einmal 50 gestorben. Ich halte aber Schätzungen, dass 50000 umgekommen sind, für realistischer. Dazu der Ukas U-2617 C vom 27.6.1986 aus der III. Hauptverwaltung des Gesundheitsministeriums der UdSSR:
http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Gesundheitliche_Folgen_Tschernobyl.pdf
Ja, das ist praktischer Datenschutz, wie wir ihn von den rechtsstaatlichen Behörden der rechtsstaatlichen Bundesrepublik Deutschland kennen!
29 März 2011 um 9:52 vormittags |
Zuerst mal meinen Dank an alle die diese Informationen zusammentragen und versuchen ein wenig Licht in das ganze Dramma zu bekommen.
Der Bericht über die “Gesundheitlichen Folgen von Tschernobly” ist erschreckend, aber noch unfassbarer ist das Zitat von Herrn Blix :
„Angesichts der Wichtigkeit der Kernenergie könnte die Welt einen Unfall vom Ausmaß Tschernobyl pro Jahr ertragen.“
Hans Blix, Generaldirektor der IAEA von1981 bis 1997 ( Hans Blix in „Le Monde“, 28.8.1986 )
Es mag sein das dieser werte Herr dies heute nach Fukuschima nicht mehr so sieht, aber die Tatsache die Kernenergie über die Menschheit zustellen ist grob fahrlässig und unverantwortlich. Wie sollen wir das unseren Kinder erklären. Wir haben diese Fragen bereits bekommen.
29 März 2011 um 10:16 vormittags
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Blix
Ich habe Hans Blix bei einer IAEA-Konferenz erlebt. Er war/ist Jurist. Er verfügte nicht über die intellektuellen Voraussetzungen um zu verstehen, was bei der Kernspaltung und in einem AKW geschieht. Ich bin übrigens der Meinung, dass Angela Merkel, die keine Juristin ist, das AKW-Moratorium nicht nur aus wahlopportunistischen Gründen verfügt hat. Sie ist in Panik geraten, als die Meldungen von den Explosionen bei ihr eingingen. Dass die Explosionen noch Tage nach dem Erdbeben geschahen, zeigte zumindest den PhysikerInnen überdeutlich, dass es nicht gelungen war die Kettenreaktionen in den Reaktoren zu unterbinden.
29 März 2011 um 1:11 nachmittags
Als Frau Merkel das Moratorium verkündete, war meine erster Gedanke „Die Frau besinnt sich ihrer Wurzeln“ Ich hoffe nur, das der Unfall in Japan das geöffnete Zeitfenster von allen Verantwortlichen sinnvoll genutzt wird und der Schwerpunkt wieder auf den Ausbau von regenerative Energieträger gelegt wird. In Deutschland könnte der Anteil an regenerativen Energieträgern viel größer sein, wenn nicht in den letzten 10-15 Jahren der betriebswirtschaftliche Aspekt im Vordergrund gestanden hätte. Ich behaupte mal, das ein Versorger lieber 25% Ertrag aus Atomstrom bilanziert als 15% Ertrag aus Windkraftanlagen.
Tschernobly ist in den meisten Köpfen in Vergessenheit geraten, Fukuschima ( so schlimm es auch ist ) kann vielleicht wieder etwas „Verstand“ in die Energiepolitik bringen.
29 März 2011 um 11:05 vormittags |
Kleine Erde. Der Wind weht drum herum.
T-ONLINE 29.03.11
Wenn man nur ein paar Stunden in einer solchen Wolke bleibt, mag es ungefährlich sein. Auf die Dauer aber droht Krebs. Die Strahlungsschäden in den Organismen summieren sich und, wenn sie Krebs auslösen, heilen sie nie.
29 März 2011 um 3:54 nachmittags |
BILD (29.3.2011), die Stimme des gerechten Volkszorns, hat endlich Ersatz für das ehemals einträgliche Ehepaar von und zu Guttenberg:
Die letzte Behauptung ist sicherlich wahr. Aber in welchen AKWs?
http://www.nadeshda.org/foren/cl.politik.atom/p3256s3273a20.html
Grohnde, Brokdorf, Gundremmingen, Isar, Neckarwestheim und Krümmel: Die Liste ist wahrscheinlich nicht komplett.
http://www.hamelner-markt.de/portal/startseite_Atomkraftgegner-rufen-zur-Sitzprobe-auf-_arid,299021.html
Also 1620 deutsche Atombomben. Franz-Josef Strauß würde triumphal aufheulen.
29 März 2011 um 8:08 nachmittags |
Im Stern vom 25.3.2011 wird Edmund Lengfelder als Experte interviewt und das ist nicht falsch, weil Lengfelder tatsächlich einige Kenntnisse hat.
Das ist aber nichts Neues. Doch in demselben Interview eine andere Passage, die kaum jemand verstehen dürfte, der nicht tiefliegende Kenntnisse vom Kernwaffenbau hat:
Der Reaktor in Tschernobyl hatte neben der Wärmeproduktion eine fast noch wichtigere Aufgabe: Er sollte aus Uran, genau genommen aus dem Isotop U238, Plutonium für den Kernwaffenbau erbrüten. Für den Kernwaffenbau ist nur das Isotop Pu239 brauchbar. Je länger man die Uran-Brennstäbe im Reaktor lässt, desto mehr werden schwere Isotope erbrütet: Pu240, Pu241 usw., die aus einer professionellen Pu-Bombe einen ineffizienten Frühzünder machen. Literatur dazu:
http://bloegi.wordpress.com/2010/02/18/kernspaltung/#comment-3127
Deshalb wurden die Uran-Brennstäbe schon nach Wochen aus dem Tschernobyl-Reaktor gezogen, während sie jahrelang in den Fukuschima-Reaktoren blieben – schon wegen Wirtschaftlichkeit. In der Folge sind in den Fukuschima-Brennstäben mehr Spaltungsprodukte, d.h. mehr Radioaktivität, als in den Tschernobyl-Brennstäben. Nebenbei sind die Brennstäbe in Fukuschima nach dem jahrelangen Gebrauch auch mechanisch viel stärker verschlissen. Sie deformieren sich stärker und brechen leichter.
Allmählich wird klar, was nach der vermeintlichen Abschaltung am 11.3.2011 im Inneren der Reaktoren 1 bis 3 geschah.
29 März 2011 um 8:24 nachmittags |
naanoo 29.03.11
In Deutschland wird so sehr über die Entvölkerung der ländlichen Gebiete geklagt. Wie wäre es mit 200 000 JapanerInnen im Landkreis Marburg-Biedenkopf? Das wäre immerhin etwas Neues.
29 März 2011 um 9:36 nachmittags |
Handelsblatt 29.3.2011 prognostiziert: AKW-Abschaltung löst Katastrophe in deutschen AKWs aus. Dann ist nämlich nicht mehr genug Strom da um die AKWs zu kühlen.
30 März 2011 um 9:29 vormittags |
Kapitalisten lieben es gar nicht, wenn ihnen das Geschäft verdorben wird. In diesen Dingen ist die Financial Times (Deutschland) eine ausgezeichnete Quelle:
FTD 29.03.11
FOCUS 30.03.2011
Der bisherige Rekordwert lag beim 1850-fachen des gesetzlichen Grenzwerts. Vielleicht gibt es in den nächsten Tagen keine neuen Rekorde im Meer, weil der Wind dreht und die Radioaktivität nun nicht mehr bevorzugt aufs Meer, sondern auf die japanische Erde trägt.
30 März 2011 um 7:13 nachmittags |
Die Presse 30.3.2011
Das sind drei Schreckensmeldungen, die zeigen, dass die Strahlenkrankheit in Tokio schon ausgebrochen ist.
Statt des Kunstharzes würde ich Honig verwenden. Das ist echt Bio und klebt noch besser.
Areva ist die Aktiengesellschaft, die die MOX-Brennelemente nach Japan verkauft hat. Neuigkeiten zur Areva-Aktie:
http://www.boersennews.de/markt/aktien/areva-sa-cdi-b-eo-3-8-fr0004275832/288551/profile?source=g&gclid=CIOpkr7j9qcCFYu-zAodA30Qaw&rd=1
WOZ Ausgabe 31.3.2011
31 März 2011 um 12:07 vormittags |
Focus 30.3.2011
Wahrscheinlich soll das heißen, dass die Radioaktivität des Kohls neunfach höher als zulässig war.
31 März 2011 um 8:36 vormittags |
Richard Albrecht // Mrz 31, 2011 at 8:33 am
Zur Sache:
(1) „Es wird zur traurigen Gewissheit, was Experten schon seit Tagen vermutet hatten. Die Kernschmelze hat in allen drei Reaktoren des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 eingesetzt. Das bestätigte die japanische Atomaufsicht heute. Vermutlich stamme das Plutonium, das man im Umfeld des Kraftwerks gefunden habe aus Reaktor 3. Dort wurden sogenannte MOX-Brennstäbe eingesetzt, die die Energieeffizienz des AKWs erhöhen sollen und das hoch-toxische Plutonium enthalten.“ (http://www.naanoo.com/live/atomkraftwerk-japan-akw-fukushima-live-6-gninews [290311]; auch http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1422381/)
(2) Das war schon letzten freitagvormittag [260311] absehbar und da hab ich auch entsprechend netzreagiert: http://duckhome.de/tb/archives/9019-Systemwirtschaft-in-der-Kernsch [und] http://www.klaus-baum.info/2011/03/25/wer-cdu-wahlt-wahlt-atomkraft/#commentsmelze.html270311
(3) Bertolt Brecht abhandelte im Galilei-Stück (1937/1955) die allgemeine Verantwortungsproblematik von (Natur-) Forschern und Heinar Kipphardt im OPPENHEIMER-Stück später die von (Atom-) Physikern. Brecht wollte mit diesem m.E. allgemeingültigen Satz die Lüge bannen und Lügner aus dem Haus jagen:
„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ (Bertolt Brecht, Leben des Galilei: Berliner Letztfassung 1955)
(4) Ich halte Robert Jungks „Atomstaat“ (1977) für so aktuell, daß ich nur anregen kann, diesen kritischen Ansatz zum ATOM-INDUSTRIE-KOMPLEX forschungsempirisch wieder aufzunehmen und politisch zu erweitern
Richard Albrecht/310311
http://eingreifendes-denken.net
31 März 2011 um 9:25 vormittags |
Leider doch neue Rekorde im Stillen Ozean:
STERN 31.03.11
31 März 2011 um 5:06 nachmittags |
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753938,00.html
Interview im Spiegel, das wie von hier abgeschrieben erscheint. Bemerkenswert ist dieser Zusatz:
31 März 2011 um 5:36 nachmittags |
Für die Bestattung von 1000 Toten werden Castor-Behälter benötigt:
WELT 31.03.11
31 März 2011 um 5:41 nachmittags |
@blögi
Mal von der Selbstdarstellung und der Pose dieses “anständigen Ingeneur” und angeblichen oder wirklichen Hannöverschen “Strahlenschutzexperten” abgesehn … das konnte wers kann grad hier schon bei Ihnen in den letzten Wochen lesen. Bleint insofern positiv anzumerken;->]): Der Ingenieur kann wenigstens (Ihre Netzseite) lesen … bis auf den SPIEGEL-redaktionellen (und mir neuen) Hinweis:
“Laut “New Scientist” lagerten in Fukushima 1760 Tonnen Brennmaterial – zehnmal so viel wie in Tschernobyl”
also im Westen, rechts, nix Neues …
Dr. Richard Albrecht, 310311
http//eingreifendes-denken.net
31 März 2011 um 5:54 nachmittags |
Das ist mehr, als ich dachte. Für eine Bombe reichen ein paar Kilogramm. Dazu ein nuklearer Slapstick:
WOZ 24.3.2011
Das könnte aus einem Dick-und-Doof-Film sein oder – moderner – von den Simpsons.
Aktuell
finanznachrichten 31.3.2011
Wo sollen die 1760 Tonnen auch hin?
1 April 2011 um 12:53 vormittags |
Das ist alles wie damals in der Umgebung wie Tschernobyl:
news.at 31.03.11
Caesium, besonders Cs-137, war der Dauerbrenner und ist es in Bayern und Baden-Württemberg immer noch.
1 April 2011 um 9:51 vormittags |
WELT 01.04.11
An dieser Stelle ist es notwendig Partei für Tepco zu nehmen. Es gibt verschiedene Grade der Unwahrheit. Den höchsten Grad haben gewöhnlich Behörden. Die japanische Regierung möchte den Zustand des AKW Fukushima Daiichi um jeden Preis beschönigen und ist verärgert, wenn Tepco Messwerte veröffentlicht, die das verhindern.
1 April 2011 um 2:41 nachmittags |
Reuters 1.4.2011
In Japan leben knapp 130 Millionen Menschen nominell auf einer Fläche so groß wie die Deutschlands. Doch die meisten leben an den Küsten. Wohin sollen die evakuiert werden?
AFP 1.4.2011
Etliche der größten Nuklearprojekte in der Bundesrepublik Deutschland sind am Geld gescheitert, z.B. die AKWs in Wyhl, die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf, der schnelle Brüter in Kalkar etc.. Die Gerichte erlaubten letztlich den Betrieb, aber es wurde für die Betreiber zu teuer.
1 April 2011 um 6:22 nachmittags |
SPIEGEL 01.04.11
Viele von denen werden bald sterben, und zwar unter Datenschutz.
2 April 2011 um 9:25 vormittags |
ORF 02.04.11
Immerhin wissen wir jetzt, weshalb das Reaktorgebäude 2 nicht nach oben explodiert ist. Der Reaktor hat sich nach unten Freiraum geschaffen.
Die Bespritzung der Blöcke durch die Feuerwehr hat nur dazu geführt noch mehr radioaktives Material aus den Abklingbecken und geplatzten Reaktoren herauszuschwemmen.
2 April 2011 um 10:25 vormittags |
@ LeserIn; blögi et.al.
Wär´s so … nahezu unerklärlich und dringlich, das (scheinbar) Unerklärliche zu erklären.
Unwissenheit schützt nicht nur nicht “vor Strafe”, sondern wird, gibt sie sich als expertisches Wissen aus, selbst verbrecherisch im Brecht´schen Sinn.
Bertolt Brecht abhandelte im GALILEI-Stück (1938/39; 1955) die allgemeine Verantwortungsproblematik von (Natur-) Forschern und Heinar Kipphardt im OPPENHEIMER-Stück später die von (Atom-) Physikern. Brecht wollte mit diesem m.E. allgemeingültigen Satz die Lüge bannen und Lügner aus dem Haus jagen:
„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ (Leben des Galilei [1938/39]. Neunte Szene; in: Gesammelte Werke 3 / Stücke 3, werkausgabe edition suhrkamp 1967: 1300; auch Berliner Letztfassung [1955]: große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe 1988, Band 5 / Stücke 5: 248/249)
Im Übrigen halte ich Robert Jungks ATOMSTAAT (1977) für so aktuell, daß ich bei “die Nachgeborenen” nur anregen kann, diesen kritischen Ansatz zum ATOM-INDUSTRIE-KOMPLEX forschungsempirisch wieder aufzunehmen und politisch zu erweitern.
Dr. Richard Albrecht/0204311
http://denken-lernen.net
3 April 2011 um 12:54 vormittags |
Titelblatt und Titelgeschichte des
STERN Nr. 13, 24.03.2011
waren wieder einmal auf dem Niveau der Hitler-Tagebücher:
In Wirklichkeit müsste es heißen
Sehr bedeutende kulturelle und technische Leistungen von Individuen, die in Japan gelebt haben und leben, sollen nicht bestritten werden. Insgesamt ist die japanische Gesellschaft aber noch verschlossener als die deutsche. Japanische Koreaner-Witze sind noch öder als deutsche Juden-Witze. Der japanische Nationalismus, der bei den Eroberungskriegen in China rassistisch ausartete, ist unerträglich.
In Japan wird es als Tugend gepriesen, wenn alle nach einer Pfeife tanzen. Nur kein Individualismus, nur keine Kritik! In gewisser Weise sind sehr viele Japaner an der Katastrophe in Fukuschima schuld.
Letztlich ist eine Gesellschaft mit viel Individualität, viel Freiheit, besonders viel Meinungsfreiheit doch leistungsfähiger und sicherer, wofür allerdings die deutsche Gesellschaft auch kein hervorragendes Beispiel liefert.
3 April 2011 um 9:14 vormittags |
FOCUS 03.04.11
Voraussichtlich wird es in Japan keine Strahlentoten, sondern nur bei Erdbeben und Tsunami Umgekommene geben.
Das Abdichten des Lecks unter dem Reaktor 2 hat natürlich nicht geklappt.
3 April 2011 um 9:38 vormittags |
Freilich kann man die Verstrahlung im Wasserfluß aussm AKW 2 – Leck nicht sehn (könnte sie auch nicht schmecken…), sehn kann man hier
-> http://headlines.yahoo.co.jp/hl?a=20110403-00000005-jijp-soci.view-000
daß und wie Wasser kräftig aussm Leck fließt nach dem Motto:
WENN SCHON DENN SCHON & DENN MAN TAU …
3 April 2011 um 11:08 vormittags |
Als P.S. möchte ich hier noch auf zwei argumentative Gratistexte zur „Sackgasse“ ATOM hinweisen:
(1) Hermann Scheer, Brücke ins Nichts (Blätter für deutsche und internationale Politik, 55 [2010] 12: 55-65)
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2010/dezember/atomenergie-bruecke-ins-nichts
(2) Reinhard Loske, Alles anders nach Fukushima? (ebenda, 56 [2011] 4: 5-7)
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/april/alles-anders-nach-fukushima
Mit freundlichem Gruß
Dr. Richard Albrecht
http://eingreifendes-denken.net
3 April 2011 um 12:05 nachmittags |
Nicht in Japan, sondern in Deutschland:
AFP 03.04.11
4 April 2011 um 9:34 vormittags |
Schon die Bewegungen des gewöhnlichen Wassers überfordern die menschliche Intelligenz:
FOCUS 04.04.11
4 April 2011 um 3:11 nachmittags |
SPIEGEL 04.04.11
“nur schwach radioaktiv”, das “100-fache über dem gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert”. 11,5 Millionen Liter. Die werden den Pazifik kaputt kriegen.
5 April 2011 um 8:56 vormittags |
BILD 05.04.11
Es ist unwahrscheinlich, dass AKW-Betreiber sonstwo auf der Erde zuverlässiger sind als TEPCO.
5 April 2011 um 6:37 nachmittags |
FOCUS 05.04.11
Es gibt unter Garantie etliche Löcher unter dem AKW. Fels besteht zum größten Teil aus Spalten.
5 April 2011 um 8:33 nachmittags |
7,5-Millionen-mal ist neuer Rekord, und zwar heftig.
SPIEGEL 05.04.11
Fische krepieren an Strahlenschäden genauso wie Menschen. Doch die letzteren interessiert nur, dass sie diese Fische nicht mehr auffressen können.
6 April 2011 um 8:17 nachmittags |
Inhaltsreicher Artikel in der SZ vom 06.04.11
Darin auch
als ob man sich in einer solchen Situation Eitelkeit noch leisten könnte. Und
6 April 2011 um 11:23 nachmittags |
SPIEGEL 06.04.11
7 April 2011 um 11:22 nachmittags |
Nur um klarzustellen, wie sehr Menschen jetzt schon auf Automaten angewiesen sind:
Bundestag Pressemitteilung vom 6.4.2011
Wer sich auf Menschen verlässt, stirbt früher.
8 April 2011 um 2:09 nachmittags |
Reuters 8.4.2011
9 April 2011 um 10:06 vormittags |
Schweizer Tagesschau 09.04.11
Nach meinen Informationen hat die Regierung der Volksrepublik China bei der Regierung Japans interveniert: Japan soll den Abfluss radioaktiver Materialien in den Pazifik stoppen.
10 April 2011 um 11:19 vormittags |
In Tschernobyl sind angeblich 56 Leute an Radioaktivität gestorben.
Interview mit dem Strahlenbiologen Alexej Jablokov über die Auswirkungen der Radioaktivität auf Organismen in Tschernobyl und Fukuschima:
http://jungle-world.com/artikel/2011/14/42963.html
Frösche sind nicht radiophob, erkranken aber trotzdem.
In Japan hat man die Erdbeben und den Tsunami, denen man beliebig viele Tote zuschreiben kann.
Bild 10.4.2011
10 April 2011 um 9:32 nachmittags |
WELT 10.04.11
Es kann als gesichert gelten, dass das Siemens-Management nicht auf der Grundlage moralischer Bedenken gehandelt hat, sondern kalkuliert hat, dass sich das Geschäft mit der Kernenergie nicht mehr lohnt. Areva ist ein Staatskonzern und seine Aktien dümpeln ärger als die der Deutschen Telekom.
11 April 2011 um 9:38 vormittags |
SZ 11.04.11
Die Erweiterung ist kaum anders zu erklären, als dass es schon eine Reihe von Strahlenerkrankungen gegeben hat und dass es schwieriger wird diese Erkrankungen geheim zu halten, je mehr es werden.
Es gibt Berichte, nach denen am Reaktor 1 exorbitante Strahlenbelastungen vorgekommen sein sollen, 100 Sievert und mehr, was den Tod innerhalb von Minuten bewirkt. Doch sind die Quellen dieser Berichte nicht gut genug belegt.
11 April 2011 um 10:19 nachmittags |
Dr Brosa, Blögie, LeserIn & Rest der Netzwelt
Hier´s “nur”´n Link auf´n Kürzesttext
http://www.duckhome.de/tb/archives/9069-TALMIWIRTSCHAFT.html
12 April 2011 um 9:43 vormittags |
FR 12.04.11
Reaktor 2: Das ist der, dessen Gebäude wenig zerstört erscheint. Die Anhebung auf die Stufe 7 bedeutet zweierlei:
1) das Geständnis der TEPCO, dass Reaktor 2 geplatzt ist.
2) das Geständnis der japanischen Regierung, dass sie mit dem Unfall nicht fertig werden wird.
12 April 2011 um 10:08 nachmittags |
Kaum zu glauben für wie blöd die uns halten. Gleich bei der ersten Explosion war mir klar, dass es sich hier um die größte Atomkatastrophe aller Zeiten handeln wird. Plutonium, Cäsium wurde nachgewiesen. Dies käme nur bei einer Kernschmelze vor. Die ist von Anfang am im Gange. Tepco versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Das nur aus wirtschaftlichen Gründen. Alle Atombeführworter gehören direkt erhängt. Das ist ein Verbrechen an die Natur und die Menschen. Schlimmer wie Hitler. Der war noch zu stoppen, jedoch Atom ist nicht zu stoppen. Wieviele riesige Landflächen sollen unbewohnbar werden für viele tausend Jahre? Weg vom Konsum zurück zur Vernunft und zurück zur Natur. Ich kann nur appelieren an das Volk umzudenken. Kinder sollen mit klötzen spielen und nicht mit 4 Jahren mit Nintendo etc. Die Natur entdecken solange sie es noch gibt… Japan gibt es bald nicht mehr… Wo lagern die ihren Atommüll? Wir der bald in Fässern hier an der Küste angeschwemmt? Es ist eine Sekunde vor zwölf.
13 April 2011 um 12:14 vormittags |
Anli sagte:
Nein. Keine Todesstrafe mehr. Für niemanden.
16 April 2011 um 11:24 nachmittags |
Tagesschau 16.4.2011
Wenn der Spiegel des radioaktiven Wassers über dem Grundwasser- und dem Meerwasser-Spiegel liegt, kann das zusätzliche Wasser nicht aus dem Boden oder dem Meer kommen. Dann muss es aus Abklingbecken oder geplatzten Reaktoren stammen, die nicht unter Kontrolle sind.
17 April 2011 um 10:34 vormittags |
Schweizer Fernsehen 17.04.11
Mit anderen Worten: Mindestens drei weitere Monate soll Radioaktivität in beträchtlichen Mengen nach außen abgegeben werden.
17 April 2011 um 7:44 nachmittags |
BILD 17.04.11 proudly presents:
Fotos, die ein ferngesteuerter Hubschrauber (Drohne) von den Reaktorgebäuden am 16.04.11 gemacht hat. Aus dem Block 3 (den mit dem Plutonium) raucht es immer noch, während die Zerstörungen des Blocks 4 (den mit dem leeren Reaktor) zeigen, dass es mindestens eine Explosion im Abklingbecken gegeben haben muss – ein starkes Stück.
Die Bilder findet man unten im Artikel. Das Video oben ist arm.
18 April 2011 um 6:02 nachmittags |
Ziemlich ahnungsloser Artikel im Spiegel vom 18.4.2001:
Bemerkenswert sind nur die Zahlenwerte. Schlecht ist, dass nicht klar wird, wo die Roboter waren. Sie waren bestimmt nicht in den Reaktoren. Denn dort dürfte die Radioaktivität tausendfach höher als 50 Millisievert sein. Wahrscheinlich waren sie auch nicht in den Sicherheitsbehältern, den Containments. Vermutlich waren die Roboter nur in den Reaktorgebäuden, also dort, wo Arbeiter längst waren – tage- oder sogar wochenlang.
Sehr bemerkenswert ist, dass nichts über die Arbeiter berichtet wird, die nach Verstrahlungen in Krankenhäuser eingeliefert wurden.
18 April 2011 um 10:38 nachmittags |
Eine Frage an den Experten: Kann man hoffen, dass der schlimmste Fall, dass die Kernschmelze aus dem Reaktor-Druckgefäß austritt endgültig vorüber ist? Der Unfall ist nun immerhin schon fünf Wochen her.
19 April 2011 um 12:20 vormittags |
Kernschmelze ist ein romantisches Wort. Die Frage ist, ob ein Reaktor schon geplatzt ist. Beim Reaktor 2 ist es mit Sicherheit längst geschehen und, ich befürchte, bei den Reaktoren 1 und 3 auch. Das Abklingbecken im Block 4 ist wegen unsachgemäßer Lagerung der Brennstäbe zum Reaktor geworden, allerdings zu einem von vornherein offenen.
Dass dies nicht mehr zu leugnen war, gab den Grund den Unfall bei Fukuschima von 5 auf 7 hochzustufen.
In den nächsten Monaten (hoffentlich nicht Jahren) wird es immer wieder mehr oder weniger kräftige Explosionen geben, bis hunderte Tonnen radioaktiven Materials in der Umwelt verteilt sind.
19 April 2011 um 8:18 vormittags |
@ blögi
Sie sagen es: “Kernschmelze” soll verharmlosen. Kleinreden.
Inzwischen gibt´s wenigstens in Tokyo Anti-AKW-Aktionen “von unten”. Spät kommse. Aber sie kommen.
Besser gestern aktiv als heute radioaktiv geht nicht mehr. Aber BESSER HEUTE RATIOAKTIV ALS MORGEN RADIOAKTIV geht immer noch.
Oder nicht?
19 April 2011 um 7:38 nachmittags |
Der Medien-Hype ist vorbei, obwohl die radioaktive Belastung zunimmt.
Spiegel 19.4.2011
25000 Tonnen und 1 Sievert pro Stunde. Sehr viel. Wenn das in Biblis wäre, müssten der Rhein und seine Ufer geräumt werden: Mainz, .., Köln, .., Düsseldorf .. bis runter nach Rotterdam.
20 April 2011 um 12:10 nachmittags |
Über dem alten Sarkophag in Tschernobyl soll ein neuer gebaut werden, der 1,6 Milliarden Euro kosten soll. Es gibt Leute, die den Bau des neuen Sarkophags für physikalisch unsinnig, für eine “Geldmaschine” halten, weil der größte Teil des radioaktiven Materials am 16.4.1986 in die Umwelt geschleudert wurde und in der Reaktorruine wenig blieb:
http://www.gfstrahlenschutz.de/docs/2tesarg.pdf
Vielleicht überzeichnet diese Darstellung den wahren Sachverhalt, aber im Wesentlichen entspricht sie auch meinen Kenntnissen.
20 April 2011 um 12:29 nachmittags |
@ blögi
Auch ich habe viel aus Ihren kritischen Sachstandsberichten und -kommentaren gelernt. Deshalb rege ich an, daß Sie, den Zeitpunkt bestimmen Sie selbst, in absehbar-überschaubarer Zeit Ihre Beiträge hier in Form eines wissenschaftspublizistischen Essays gebündelt zusammenfassen.
Selbstverständlich steht Ihnen dazu http://www.duckhome.de zur Verfügung. Darüber hinaus kann ich auch versuchen, die Deckungsauflage einer ISBN-Broschüre zu organisieren.
Mit freundlichem Gruß
(Dr. Richard Albrecht)
20 April 2011 um 10:00 nachmittags |
Firlefanz! Sehen Sie besser zu, wie Sie die deutsche Justiz derangieren und dieses System institutionalisierten Betrugs durch etwas ersetzen, was weniger schädlich ist. Wenn man die Schäden, die der AKW-Unfall in Fukuschima angerichtet hat und noch anrichten wird, mit dem vergleicht, was die deutsche Justiz jährlich tut, dürfte der AKW-Unfall als Bagatell-Schaden zu verbuchen sein.
Weshalb sind in Deutschland etliche hochgradig gefährliche Nuklear-Projekte nicht realisiert worden? An den Gerichten lag es jedenfalls nicht. Die höchstrichterlich bestätigten Genehmigungen lagen stets vor. Die Projekte in Wackersdorf, Whyl, Kalkar usw. wurden fallen gelassen, weil sie den beteiligten Unternehmen zu teuer wurden. Jede halbwegs korrekte Buchhaltung ist mehr wert als das ganze deutsche Justizsystem.
20 April 2011 um 11:48 nachmittags |
Gerade heute höre ich, dass eine sog. Ethikkommission, die die deutsche Bundesregierung berät, entschieden hat, dass ein beschleunigter Ausstieg aus der zivilen Nutzung der Kernkraft nicht wünschenswert sei weil dadurch die Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze gefährdet würden.
Und zugleich sehe ich auf youtube, dass die japanische Regierung die Bewohner von Tokio aufgefordert hat, nach Möglichkeit das Land zu verlassen. Die radioaktive Belastung steigt insbesondere beim Trinkwasser an, so dass geraten wird es nicht mehr zu benutzen. Weder zum Trinken noch zum Duschen.
Da scheint noch einiges auf die Japaner zu zu kommen und auch ein Zusammenbruch der Wirtschaft ist nicht mehr vollkommen auszuschliessen. Dass Fukuschima als Bagatelle anzusehen ist kann ich mir da eigentlich nicht vorstellen, auch wenn die Schäden der Justiz immens sein mögen. Aber das was dort geschehen ist kann man höchstens noch durch einen Atomkrieg toppen.
21 April 2011 um 8:40 vormittags |
Absolut genommen ist der Unfall in Fukuschima keine Bagatelle. Doch relativ zu den Schäden, welche die deutsche Justiz anrichtet, sind die Folgen der Nuklear-Havarie in Japan überschaubar.
21 April 2011 um 11:15 nachmittags |
Woher hat SPIEGEL ONLINE 21.04.11 seine Informationen? Zu blöd um Kindergarten-Rechenaufgaben zu lösen.
3.8 Mikrosievert pro Stunde *8 Stunden * 365 Tage = 11096 Mikrosievert pro Jahr. Also 11 Millisievert pro Jahr, was auch schon beträchtlich ist, aber deutlich weniger als 20 Millisievert pro Jahr.
24 April 2011 um 5:48 nachmittags |
So sind sie, die Menschen. Erst wenn es knallt und stinkt, wachen sie auf:
Schweizer Radio DRS 24.04.11
Währenddessen hat die japanische Regierung die Regierung der Volksrepublik China im Genick:
german.china.org.cn 22.04.11
Die Volksrepublik China hatte zuvor heftig dagegen protestiert, dass große Mengen radioaktiven Wasser in den pazifischen Ozean eingeleitet werden. Seitdem erklärt die japanische Regierung, Bassins und eine große Mauer würden um das AKW gebaut, um weitere radioaktive Flüsse zu verhindern.
25 April 2011 um 6:05 nachmittags |
Die Meldung ist nicht ganz frisch. Aber die Menge 10000 Tera-Bequerel wurde her nicht präsentiert: 1 Bequerel bedeutet 1 radioaktiver Zerfall pro Sekunde. 1 Tera-Bequerel bedeutet 1 Billion = 1 000 000 000 000 Zerfälle pro Sekunde. 10 000 Tera-Bequerel sind 10 000 000 000 000 000 Zerfälle pro Sekunde (pro Sekunde!). Nehmen wir an, das würde gleichmäßig auf alle Menschen verteilt, dann bekommt jeder Mensch 20 Millionen Zerfälle pro Sekunde ab. Und das für mehrere Stunden. Nehmen wir 10 Stunden an, dann müssen die 20 Millionen nochmals mit 36 000 multipliziert werden. Jeder Mensch ist Multi-Milliardär geworden.
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-13269-2011-04-12.html
12 Mai 2011 um 11:59 nachmittags |
Loch im Reaktor 1
SPIEGEL 12.05.11
Täglich werden 150 Kubikmeter in den Reaktor 1 gepumpt und täglich fließen 150 Kubikmeter heraus, dann allerdings stark radioaktiv.
13 Mai 2011 um 7:22 vormittags |
[...] 13.05.2011: eine kompetent-kritische Begleitung der Ereignisse: U.Brosa [...]
16 Mai 2011 um 11:06 nachmittags |
@blögi
Von Ihnen als Experten hatte ich gehofft, eine Einschätzung zu erhalten, wie sich ein geschmolzener Reaktorkern verhalten wird. Immerhin handelt es sich nicht mehr um ein definiertes Gebilde sondern die verschiedenen Substanzen sind dort in unterschiedlichen Regionen in unterschiedlichen Anteilen vorhanden. Will sagen, die ehemaligen Steuerstäbe sind jetzt irgendwie darin verteilt. Gibt es aus den bereits geschehenen Katastrophen Erkenntnisse, wie sich diese Masse ich sags mal Laienhaft: radioaktiv verhalten wird. Das hat ja nichts mehr mit den durch die Konstrukteure vorgegebenen Struktur zu tun. Ist da die Kettenreaktion überhaupt noch berechenbar?
Was mich auch verwundert hat: die unterschiedlichen Aussagen über die Vorgänge in Tschernobyl, die unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite sagen Sie, da ist durch die Explosion das gesamte radioaktive Inventar rausgeflogen. Auf der anderen Seite lese ich, dass es geschmolzenes erstarrtes Kernmaterial dort geben soll, einen sog. Elephantenfuss. Da soll noch mindestens 80% des ursprünglichen Kernbrennstoffs noch drin sein. Ja was denn nun?
17 Mai 2011 um 10:34 vormittags |
WK schrieb
Wurde hier schon beschrieben:
http://bloegi.wordpress.com/2011/03/15/die-kettenreaktionen-in-fukuschima-gehen-weiter/#comment-3157
WK schrieb
Wurde hier auch schon erörtert:
http://bloegi.wordpress.com/2011/03/15/die-kettenreaktionen-in-fukuschima-gehen-weiter/#comment-3390
Die dort vorgestellten Behauptungen wurden von K.P.Tschetscherow aufgestellt:
http://www.google.com/search?q=k.p.checherov
http://scholar.google.de/scholar?q=K.P.Checherov
Ich halte sie nicht für abwegig, weil Tschetscherow und Mitarbeiter sich um Daten bemüht haben, während die meisten anderen nur schwafeln.
Hier die erste Seite aus dem maßgeblichen wissenschaftlichen Artikel
http://resources.metapress.com/pdf-preview.axd?code=5tr8g6u3v5acxa4r&size=largest
“the reactor shaft was empty”
17 Mai 2011 um 11:09 vormittags |
Die Mengen an spaltbarem Material sind in Fukushima viel größer als in Cernobyl:
SPIEGEL 16.05.11
24 Mai 2011 um 9:52 vormittags |
Wird jetzt als sensationell neue Nachricht verkauft:
Deutsche Welle 24.5.2011
Dass es so sein muss, wurde hier schon am 23.3.2011 mit aller Deutlichkeit erklärt ausgehend von der Tatsache, dass die Reaktoren nicht von selbst abkühlten.
Gegenwärtig beschönigt der AKW-Betreiber Tepco immer noch, die Reaktoren seien dicht oder fast dicht, während in Wahrheit das Kühlwasser in die Reaktoren einströmt, dort radioaktives Material löst und es schließlich nach außen transportiert. Im DW-Artikel heißt es dazu:
Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass ein beträchtlicher Teil des eingeleiteten Kühlwassers im Boden versickert und direkt oder indirekt in den Ozean fließt.
Eine andere wichtige Desinformation betrifft die Leute, die verstrahlt in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Was ist aus denen geworden?
5 Juni 2011 um 11:34 vormittags |
SPIEGEL 04.06.11
Mit “Druckkessel” meinen die Redakteure den eigentlichen Reaktor. Der ist also geplatzt. Kettenreaktionen finden nichtsdestoweniger immer noch statt. Denn sonst könnte das eingeleitete Kühlwasser nicht so erhitzt werden, dass es verdampft.
4 Sievert sind tödlich.
5 Juni 2011 um 11:58 vormittags |
[...] via Brosa-Kommentare (ich habe eine persönliche Relation zu ihm, U.B.) von [...]
9 Juni 2011 um 2:04 nachmittags |
FOCUS 09.06.2011
12 Juni 2011 um 8:00 nachmittags |
Ein angebliches Kernkraft-Kaninchen erzeugt in Japan Panik. Das ohrenlose Tier sei am Rand der Strahlenschutz-Zone um Fukuschima geboren worden. Es wurde im Fernsehen vorgeführt und kann auf Youtube besichtigt werden:
In der Folge kam es in Japan erstmalig zu größeren Anti-Kernkraft-Demonstrationen
MARKENPOST 12.06.11
13 Juni 2011 um 9:32 vormittags |
@ Blögi; LeserIn
Ein WDR-Hörfunk Fünf Wirtschaftsredakteur brachte vorn paar Tagen was sonst dort Ungesagtes in den Äther, die These der Fikushima Doppelkatastrophe: die erste die Multihavarie mit Atomkern- und Brennstäbeschmelze, Wasser/Boden/Luftvergiftung höchsten Ausmaßes – und die Nicht/Desinformation des “Betreibers” genannten Atomprofitunternehmens Tokyo Electric Power Company TEPKO, die immer nur und verspätet das veröffentlichte, was kritische BeaobachterInnen wie Sie hier begründet vermuten konnten. Kein Vergleich mit “Tchernobyl” Aoril 1996 – heraushörte iczh zwischen den Sätzen -: da informierten die Sowjetbehörden ziemlich schnell auch übers Ausmaß, während es in Japan bis heute eine weitgehend “stumme” Regierung gibt … Soweit mal aus der Hörerinnerung …
Richard Albrecht/130611
http://ricalb.files.wordpress.com/2011/06/cv.pdf
13 Juni 2011 um 10:45 vormittags |
Die Sowjetunion hat die Katastrophe in Tschjornobühl erst verheimlicht, dann verharmlost.:
http://www.faz.net/artikel/C30189/tschernobyl-chronik-des-reaktorunfalls-30101178.html
Derartiges gehört zum Repertoire der Obrigkeit: “Nur keine Panik bei den Untertanen!” Fotos und Movies von Cernobyl
http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/highres/highres_de.html
http://www.ndr.de/kultur/literatur/buchtipps/tschernobyligorkostin101.html
In Japan werden derzeit Meldungen über Strahlentote total unterdrückt. Es wurde berichtet, dass Leute in Krankenhäuser eingeliefert wurden, aber nicht, dass sie wieder rauskamen. Da die Fukuschima-Reaktoren Radioaktivität mit 4 Sievert abstrahlen – wie erst neulich zugegeben -, sind Arbeiter, die dort eingesetzt worden waren, mittlerweile mit Sicherheit tot.
16 Juni 2011 um 11:42 nachmittags |
Areva hat die MOX-Brennelemente (mit Plutonium) für den Reaktor 3 in Fukushima I geliefert. Sarkozy hat ‘Atomic Anne’, die Chefin von Areva, jetzt feuern lassen – aber nicht wegen Fukushima.
SPIEGEL 16.06.11
“Krisenmanagerin … hervorragener Ruf” wirklich? Was hat sie in Fukushima besser gemacht?
19 Juni 2011 um 1:29 vormittags |
Deutsche Welle 18.6.2011
Das Wasser, mit welchem gegenwärtig gekühlt wird, dringt in die geborstenen Reaktoren ein, gelangt dort an Brennstäbe, die zerstört sind, und spült die radioaktiven Spaltprodukte heraus. Keine Wiederaufbereitungsanlage macht aus dieser Brühe wieder halbwegs reines Wasser.
30 Juni 2011 um 8:18 nachmittags |
In der Nähe = 60 km Entfernung und das in Japan, wo Platz äußerst knapp ist.
WELT 30.06.11
Weiterhin keine Nachrichten von Tepco-Arbeitern, die verstrahlt in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Angeblich gebe es wegen Fukushima keine Strahlentoten.
2 Juli 2011 um 10:04 nachmittags |
Bemerkenswerte Bemerkungen über die Rolle der Presse in der Gesellschaft:
http://www.textberater.com/viral-videos/nachtreten-kommt-immer-zu-spat/
Wer Journalisten kennt, weiß: Sie sind keine Helden. Auch sie möchten möglichst immer auf der Seite der Sieger stehen. Daher multiplizieren sie auch die Pressemitteilungen der Gerichte vom Typ: “Und wieder hat der Bundesgerichtshof die Rechte der kleinen Leute gestärkt…”
1 August 2011 um 5:16 nachmittags |
FAZ 1.8.2011
10 Sievert = 10000 Millisievert töten rasch. Hoffentlich wurde ein Mess-Roboter eingesetzt. Der bisherige Rekord lag bei 4 Sievert.
Es ist bemerkenswert, dass die Strahlung außerhalb der Reaktoren gemessen wurde. Die Reaktoren sind offenbar nach wie vor aktiv und treiben immer wieder große Mengen Radioaktivität nach außen.
2 August 2011 um 7:02 nachmittags |
Die Messung der 10 Sievert hat kein Roboter gemacht, sondern ein Mensch, der von der Quelle nur 2 m entfernt war. Außerdem waren es wahrscheinlich mehr als 10 Sievert, weil das Messgerät nicht mehr als 10 Sievert messen konnte.
Der Arbeiter ist bei der Messung fotografiert worden und die Medien haben das Foto publiziert:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/atomkatastrophe-von-fukushima-der-rekordstrahlung-auf-der-spur-1.1127319
3 August 2011 um 9:25 vormittags |
Berliner Morgenpost 03.08.11
4 August 2011 um 10:03 nachmittags |
Ich glaube dies ist genau so ein fake wie die Geschichte über den niedrigen IQ der MSIE Benutzer, aber es ist witzig:
Weil ein schwedischer Mann in seiner Wohnung einen Atomreaktor bauen wollte, wurde er festgenommen und muss mit einer Geldstrafe rechnen
8 August 2011 um 10:26 nachmittags |
Das ist ein Fake. Schon natürliches Uran ist schwer zu bekommen; U235 (das ist das Isotop, das induziert spaltet) kommt in natürlichen Uran nur in winzigen Mengen vor. Anreicherungsanlagen sind sehr aufwendig. Americium kommt natürlich überhaupt nicht vor. Er muss erbrütet werden. Es kann nur in Wiederaufarbeitungsanlagen chemisch rein dargestellt werden. Die gesamte Nuklear-Technologie kann nur von Staaten eingerichtet und aufrechterhalten werden.
Echt war meines Wissen die Geschichte, dass ein junger Mann Antiquariate abgraste, um alte Uhren mit Leuchtziffern zu finden. Da ist Radium drin. Damit kann man etwas Radioaktivität unter die Leute bringen. Doch verglichen mit den Mengen, die in Fukuschima freigesetzt worde sind, ist es lächerlich wenig.
22 August 2011 um 1:20 nachmittags |
FOCUS 22.08.11
17 September 2011 um 9:38 vormittags |
Die USA haben hochangereichertes Uran exportiert. Davon sind zweieinhalb Tonnen verschwunden. Das reicht für mehrere hundert Atombomben.
SPIEGEL 16.09.11
29 Oktober 2011 um 9:38 nachmittags |
Ergebnisse vom Norwegian Institute for Air Research (NIAR):
FOCUS 27.10.11
2 November 2011 um 9:57 vormittags |
Immer wieder Kettenreaktionen
Spiegel 1.11.2011
5 Dezember 2011 um 11:53 nachmittags |
Wie der Spiegel meldet:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,801294,00.html
soll die Radioaktivität soweit abgeklungen sein, dass keine aktive Kühlung mehr notwendig ist.
Wie glaubwürdig ist das?
6 Dezember 2011 um 10:31 nachmittags |
Die Radioaktivität aus Fukushima verteilt sich immer weiter.
n-tv 06.12.11
stromtarife.de 06.12.11
31 Dezember 2011 um 10:04 nachmittags |
Ein Anonymer hat mir diesen Link
http://chernobylpictures.net/
geschickt. Präsentiert wird eine Sammlung von Fotos, von denen zumindestens ein paar aus Tschjornobühl stammen. Ich habe Bedenken wegen der Anonymität des Kollektors; er ist keine erstklassige Quelle.
28 März 2012 um 9:32 vormittags |
Doch nicht “unter Kontrolle”
SPIEGEL 27.03.12
4 April 2012 um 9:40 vormittags |
Das Forschungsunternehmen ASR hat ein Movie über die Ausbreitung der Radioaktivität von Fukuschima aus veröffentlicht.
Danach ist die Radioaktivität hauptsächlich über den Stillen Ozean nach Osten transportiert worden. Die Mitte und der Norden Japans haben eine Menge abbekommen, der Rest Asiens, insbesondere Sibirien, Korea und China aber nicht.
3 Mai 2012 um 8:54 nachmittags |
Dass die Abklingbecken in Fukuschima fast noch gefährlicher sind als die Reaktoren, wurde schon oben angemerkt. In einem AKW sind die Mengen spaltbaren Materials unvergleichlich viel größer als in einer Atombombe. Wenn diese Mengen z.B. von einem Erdbeben zusammengerüttelt werden, können Explosionen geschehen, die sich niemand vorstellen mag.
SPIEGEL 03.05.12
Dass ein Brennelement “verbraucht” ist, bedeutet nicht, dass darin alle Uran-Kerne gespalten sind, sondern nur, dass schon so viele gespalten sind, dass sich der Verbleib des Brennelementes im Reaktor wirtschaftlich nicht mehr lohnt.
20 Juni 2012 um 8:52 vormittags |
Noch ein Fall von ‘Datenschutz’:
SPIEGEL 19.06.12
22 August 2012 um 2:08 nachmittags |
WELT 222.08.12
Wahrscheinlich sind die Grünlinge gerne gestorben – bei 25800 Becquerel/kg im eigenen Körper.