
(Grenzgang in Goßfelden – ein hessisches Dorf nördlich von Marburg. Die Musikanten adrett in Schwarz, Weiß und Rot. Beim Grenzgang wird die Vertreibung Fremder vom Territorium des Dorfs gefeiert. Das schöne Brauchtum wird in vielen hessischen Dörfern zelebriert. Im nahen Biedenkopf beispielsweise treiben zwei Burschen mit Peitschen einen dritten Burschen vor sich her, dessen Gesicht schwarz angemalt ist, den „Mohr“ .)
Am 14.8.2009 verprügelten in Goßfelden ungefähr zehn vermummte Jugendliche zwei Männer mittleren Alters. Die Täter trugen die typischen Klamotten der rechten Szene. Angeblich rief niemand die Polizei. Jedenfalls kam sie nicht. Die Verprügelten bekrabbelten sich nach einiger Zeit und verdufteten. Es muss aber doch Ärger gegeben haben.
Am 17.8.2009 erschien in der Oberhessischen Presse ein Artikel über den Überfall. Das ist seltsam, weil es in und um Marburg ständig Angriffe dieser Art gibt und die OP sich meistens nicht darum kümmert. Der OP-Artikel war falsch:
Die Polizei rief niemand zu Hilfe, auch die Suche nach Zeugen gestaltet sich offenbar zäh.
und rief den Widerspruch derjenigen hervor, die bei der Prügelei am 14. die Polizei gerufen hatten. Nur war die nicht gekommen. Das ist zwar nicht besonders, doch soll es niemand wissen. Die hessische Polizei kommt bei Überfällen gar nicht oder spät. Dass diese allen Betroffenen bekannte Tatsache nun sogar gedruckt feststeht, war der Polizeiführung sehr unangenehm (Oberhessliche Presse 18.8.2009):
Auf Aussagen von OP-Lesern angesprochen, die aus eigener Erfahrung berichteten, dass in der Vergangenheit trotz ihres Anrufs bei der Polizei keine Streife gekommen sei und sie teilweise mit den Beamten über die Dringlichkeit diskutieren mussten, bat Ahlich um Verständnis, dass es sich immer um Einzelfallentscheidungen handele.
Der Polizeiführung ist anzulasten, dass Martin Ahlich, ein verantwortungsloser Hetzer, sich immer noch als Polizeisprecher ausschwafeln darf. Wer von der hessischen Polizei Schutz vor Gewalttätern erhofft, hofft vergeblich.
Am 19.8.2009 meldete eine Frau der Polizei, sie hätte am Friedhof von Sarnau rechtsradikale Parolen gehört (vermutlich „Heil Hitler“ oder „Sieg Heil“). Die Polizei schickte diesmal einen Hubschrauber, der bis in die Nacht über Sarnau und Goßfelden kreiste, die Straftat jedoch nicht aufklären konnte. Der Hubschrauber hatte keinen anderen Zweck als Propaganda: „Guckt her: Wir, die Polizei, tun was gegen Rechtsextremismus!“
Am interessantesten sind Leserbriefe, bei denen doch ein Stück Wahrheit zum Vorschein kommt:
spitze Herber G. – ein besorgter anwohner – 18.08.09
das ist nur die spitze des Eisbergs… Goßfelden ist und bleibt ein braunes Nest und dass wird von Gemeinde, Bevölkerung und Polizei hingenommen.
Wo offen Reichskriegsflaggen im Garten wehen, was soll man zu so einer Gemeinde noch sagen.
Jetzt haben Bürger und Gesellschaft mal die Gelegenheit sich öffentlich zu positionieren. Ich hoffe sie tun dies.
Tatsächlich formierte sich im Heinrich-Bang-Haus ein intensiver Gesprächskreis, an dem Vertreter der Gemeinde, Kirche, des Beratungsnetzwerks Hessen gegen Rechtsextremismus und Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Immerhin sind in Veröffentlichungen des Gesprächskreises Stücke der Wahrheit enthalten, die bei Polizei und Oberhessischer Presse kaum auffindbar sind:
In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über gewalttätige Aktionen gegen Mitbürger unserer Gemeinde. … Die Angreifer waren schwarz gekleidet. … Einige von ihnen sind identifiziert und gehören dem rechtsradikalen Spektrum an… Wir müssen feststellen, dass zahlreiche gewalttätige Aktionen im Laufe des letzten Jahres, sowohl in Goßfelden als auch in Sterzhausen, von Personen begangen wurden, die sich dem rechtsradikalen Umfeld zuordnen.
Der Überfall am 14.8.2009 war nichts Besonderes. Auch Goßfelden ist nichts Besonderes. Goßfelden ist ein typisch hessisches Dorf.
Der hessische Polizeiminister Volker Bouffier: „Rechtsextremismus geht zurück … Hessen ist kein Tummelplatz für Rechtsextremisten … Militanter Islamismus gefährdet Sicherheit in Hessen“ (Oberhessische Presse vom 28.5.2003). Bouffier lügt.
Am 24.9.2009 tauchte bei einem Gesprächskreis in Goßfelden der Neonazi Manuel Mann auf. Der ist politisch bedeutungslos. Jeder Gesangsvereinsvorsitzende hat mehr Macht. Aber Manuel Mann dient den Marburger Behörden seit etwa April 2004 als Vorführ- und Alibi-Rechtsextremist. Wenn er irgendwo aufkreuzt, erscheint alsbald ein Großaufgebot der heimischen Polizei und führt so vor, wie rechtsstaatlich sie gegen Rechtsextremismus vorgeht (worüber die Oberhessische Presse stets berichtet). Die heimische Staatsanwaltschaft, ein Haufen ekelhaftester Rechter, leitet Strafverfahren am laufenden Band gegen M.Mann ein (worüber die Oberhessische Presse stets berichtet) und deckt sich so gegen Vorwürfe selbst rechtsextrem zu sein.
Auch am 24.9.2009 erschien mit Manuel Mann ein Großaufgebot unserer Polizei. Besser noch als mit dem Hubschrauber konnte die nun vorführen, wie wacker sie den Rechtsextremismus bekämpft:
Mittlerweile hatten die Mitglieder der Gruppe, darunter offenbar auch der Direktkandidat der NPD beschlossen eine Spontandemonstration zu organisieren. … Das große Polizeiaufgebot vor Ort habe letztendlich eine Eskalation der Situation verhindert. Die Versammlung löste sich gegen 22.45 Uhr auf. Gegen einen zunächst vermummten 24-jährigen Teilnehmer der Demonstration leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren ein. Zudem prüfen die Beamten eine Zuwiderhandlung nach dem Urheberrecht. In diesem Zusammenhang stellten sie einen Fotoapparat sicher.
(Michael Meinel 25.9.2009). Die Beschlagnahme des Fotoapparats war wahrscheinlich widerrechtlich.
Bei der Bundestagswahl am 27.9.2009 kandidierte Manuel Mann für die NPD. Er gilt bei anderen Neonazis als „VS-Büttel“, d.h. als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes. Der fachkundige Neonazi ‘Germania’ gibt M.M. und seiner spärlichen Gefolgschaft sogar den entscheidenden Tipp, wie aus „Totalversagern, Selbstdarstellern und VS-Bütteln“ doch noch geachtete und geehrte Neonazis werden können:
Geht am besten in eine Feuerwehr oder Kirmesburschenschaft. Da habt ihr wenigstens annähernde kameradschaftlichkeit und könnt euch auch noch volllaufen lassen
(Aus einem Neonazi-Forum vom 24. bis 31.8.2009)
Ja, freiwillige Feuerwehr FF oder Berger-88-, das ist Neonazis Einstieg in eine erfolgreichere Zukunft.
Fazit
1. Die Goßfeldener müssen keine Neonazis wie Manuel Mann importieren. Sie haben genug eigene.
2. Die hessische Polizei schützt nicht vor Gewalttätern. Solange diese Erkenntnis unter dem Teppich bleibt, kratzt sie die Polizeiführung nicht. Sobald die Erkenntnis aber publik wird, veranstaltet die Polizeiführung Propaganda um das Gegenteil glauben zu machen: a) Der Polizeihubschrauber, der viel Krach macht, wird über die Dörfer geschickt. b) Der Vorführ- und Alibi-Neonazi Manuel Mann taucht auf. Mit ihm erscheint ein Großaufgebot der Polizei um den konsequenten Kampf der hessischen Polizei gegen den Rechtsextremismus in Szene zu setzen.
Erklärung des Titels:
NPD-Nazis sind Schlachtschweine der Staatsnazis.
Dass die Sicherheitskräfte der BRD wie BND, VS und BKA von Nationalsozialisten errichtet wurden, wird heute nicht mehr bestritten. Nur förderte es seit 1945 die Karriere nicht mehr, wenn ein Beamter öffentlich „Heil Hitler“ brüllte. Das nationalsozialistische Gedankengut gehört jedoch auch heute zur Ausrüstung vieler Beamter: Aufrechterhaltung eines totalitären Staats mit kriminellen Methoden. Damit diese Beamten sich gegen den Vorwurf verwahren können selbst Rechtsextreme zu sein, halten sie sich Vorführ- und Alibi-Neonazis. Personen von der rechten Kante der Gesellschaft werden als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes angeworben und mit Steuergeldern gemästet. Sobald diese Personen politisch angesengt sind, werden sie in spektakulären Prozessen als Rechtsextremisten vorgeführt, die von den rechtsstaatlichen Behörden der Bundesrepublik Deutschland enttarnt worden seien. Beispiele:
* B. Ewald Althans (Video Beruf Neonazi).
* Sebastian Seemann (Prozessbericht)
und viele andere.
Das Gedicht
Geh nicht in den Wald,
im Wald ist der Wald.
Wer im Wald geht,
Bäume sucht,
wird im Wald nicht mehr gesucht.
beschreibt diese Vorgehensweise.
Ein Bauer, der ein Schwein mästet um es zu schlachten, wenn es ihm nützt, verhält sich nicht anders. Der Bauer fragt:
Wie kann ich ein Schwein sein, da ich doch selbst Schweine schlachte?
Weitere Artikel zum selben Thema:
Hat der dicke Willi die Stadtallendorfer Moschee angezündet?
Totschläger aus dem Herrschaftsgebiets des Staatsanwalts Zmyj-Köbel
Hessische Neonazis nun auch in Hamburg
Es geht immer darum, dass Rechtsextremismus in Hessen virulent ist und die hessischen Behörden unter Führung des Polizeiministers Volker Bouffier das zu vertuschen versuchen.
Schlagworte: goßfelden, Gossfelden, Grenzgang, Hessen, Manuel Mann, Martin Ahlich, Neonazis, NPD, Polizei Marburg, Polizeisprecher Ahlich, Rechtsextremismus, rechtsradikal, Staatsanwaltschaft Marburg, Sterzhausen, Volker Bouffier
4 Oktober 2009 um 11:20 |
Hallo Ulrich,
das, was Du hier berichtest, überrascht mich gar nicht. Es wird immer wieder davon geredet, dass Hitler hier und Hitler da was tat, aber er war nur ein Hysteriker, der sich zufällig am richtigen Ort im richtigen Moment befand. Diese Marionette namens Hitler wäre in Speaker’s Corner (eine Ecke in Hyde Park in London, die verrückten Rednern reserviert ist, und wo man alles sagen darf, was man will) gelandet und vom englischen Volk schallend ausgelacht worden. Das Problem ist, dass die Mehrheit der Deutschen ihn ernst genommen haben, weil sie ihn wollten. Wäre er nie geboren worden, hätten die Deutschen einen anderen beliebigen Hysteriker zum Diktator gemacht.
Und das hat sich bis heute nicht geändert. Das, was sich geändert hat, ist jedoch die Methode. Damals ist alles offen am Tageslicht gemacht worden. Heute betreibt die Bundesrepublik eine heuchlerische Politik:
- nach aussen hin rechtsstaatlich, heimlich diktatorisch,
- nach aussen hin kinderschützend, heimlich kinderklauend,
- nach aussen hin internationalistisch, heimlich nationalistisch,
etc.
Von daher ist es viel schwieriger für „normale“ Bürger – d.h. für Bürger anderer Länder und für Deutsche, die keinen typisch deutschen Charakter haben – geworden, die wahren Absichten hinter der Fassade zu erblicken und zu enttarnen.
Wenn die Nachbarländer in 1935 voll auf die Nazi-Propaganda hereingefallen ist, obwohl man klar sehen konnte, dass Deutschland Kriegsvorbereitungen traf, dann meint man nicht ernst, dass die Nachbarländer heute viel schlauer geworden sind und die viel raffiniertere heutige Post-Nazi-Politik Deutschlands verstehen?
Freundliche Grüsse
Dr.Ing. Dipl.-Kfm. Massimo A. Casalegno
4 Oktober 2009 um 6:43 |
Die Bedeutung Hitlers wird übertrieben. In vieler Hinsicht imitierte er nur Mussolini. Der hatte seine Machtergreifung schon 1922 geschafft.
Hitler wird mystifiziert um den Leuten vorzugaukeln eine Fortsetzung des Nationalsozialismus sei ohne ihn nicht möglich. Mit dem Tod Hitlers seien alle derartigen Gefahren verschwunden.
4 Oktober 2009 um 7:16 |
Wer ist schlechter? Die Polizei oder die Staatsanwaltschaft?
Südkurier 1.10.2009
Ein Bild von Wagner ist auch dabei:
http://www.suedkurier.de/storage/scl/xmlios_import/region/schwarzwald-baar-heuberg/villingen-schwenningen/3820527_m1t1w240h240q75v56762.jpg
6 Oktober 2009 um 9:19 |
Bei den so genannten Grenzgängen wird Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geübt, verkleidet als Brauchtum aus der guten alten Zeit. Ein Dorf, das Derartiges feiert, ist in der Tat ein braunes Loch. Beispiele:
1) Festschrift zum Grenzgang 2009 in Goßfelden:
http://www.myheimat.de/beitrag/105488/
Oben auf dem Heft Bilder von den Peitschenknallern, die die Fremden verjagen sollten, und von einem Mann, der gerade am Galgen aufgehängt wird. Darunter die Kirche und eine Beschriftung mit altdeutschen Buchstaben. Gefördert wird der bösartige Schwachsinn von der Oberhessischen Presse.
2) Festschrift zum Grenzgang 2005 in Biedenkopf:
http://www.grenzgang-biedenkopf.de/tvp2008.htm
Darauf zwei Peitschenknaller mit dem „Mohr“, der beim Festzug Schabernak verübt und deswegen von den Peitschenknallern, auch Schnellläufer genannt, verjagt werden muss. Die Peitschenknaller, diese Schützer des Vaterlands, haben selbstverständlich Mützen in Schwarz-Weiß-Rot auf dem Kopf.
In Anbetracht solchen Brauchtums versteht man, weshalb die NSDAP im dörflichen Hessen überwältigende Erfolge feiern konnte.
11 Oktober 2009 um 1:24 |
An den Schluss des Artikels ein FAZIT gesetzt.
13 Oktober 2009 um 11:10 |
In Goßfelden und den anderen Dörfern der Gemeinde Lahntal haben diverse Biedermänner und -frauen einen Zettel verteilen lassen.
So sieht das Ding aus:
http://bloegi.wordpress.com/files/2009/10/resolutiongegengewalt-8okt09.pdf
Oh diese mutigen Kämpfer gegen „Extremismus“, gegen den LINKS- und den Rechtsextremismus! Kein Wort über das, was in den Dörfern wirklich los ist. Der „Extremismus“ erscheint als Fremder, der in die „friedlichen“ Dörfer eindringt. Der wirkliche Inhalt des Zettels ist:
24 Oktober 2009 um 10:22 |
Aus einem Indymedia-Artikel vom 23.10.09:
Das war der Überfall in Goßfelden. Weiter unten:
Was aber von einem Kommentator korrigiert wird:
24 Oktober 2009 um 8:45 |
Mehreres spricht dafür, dass der Verfassungsschutz bei Indymedia in ähnlicher Weise mitmischt wie bei der NPD. Am deutlichsten zeigt sich das in Indymedias intransparenter Struktur. Indymedia wird beherrscht von anonymen ‘Mods’ (Moderatoren). Das dumme Volk, zu dem ich auch gehöre, kennt keinen einzigen von denen. Jörg Bergstedt sagte mir einmal, früher hätte er die Mods alle gekannt. Bergstedt aber war Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und behauptet nur gegenwärtig, er sei es nicht mehr.
Indymedia ist jedenfalls ein Geheimdienst.
31 Oktober 2009 um 10:56 |
[...] Staatsanwaltschaft (Wied und Konsorten) und Staatsschutz (Jakobi und Konsorten) sollen sich andere Dumme suchen, die ihnen ihre Lügen glauben. Rechtsbrecher Volker Bouffier hat seiner Polizei und Justiz vergattert die Anzahl der rechtsextremen Straftaten in Hessen auf Teufel komm raus niedrig zu halten. Behördliches Ergänzungsprogramm ist NPD-Nazis sind Schlachtschweine der Staatsnazis. [...]
22 November 2009 um 11:02 |
[...] – nur noch Scheinhinrichtungen ausgeführt. Das Dorf Goßfelden – da, wo neulich der Neonazi-Überfall war – macht damit Werbung. Die Scheinhinrichtung ist auf dem zweiten Bild von rechts zu [...]
7 Dezember 2009 um 6:42 |
Nazis im Marburger Umland: ein Überblick
Im Folgenden soll ein Überblick über Geschehnisse und Entwicklungen im Marburger Umland gegeben werden, die im Zusammenhang mit extrem rechter Gewalt stehen. Denn in vielen Orten um die beschauliche Uni-Stadt hat sich eine rechte Szene entwickelt, die mit Übergriffen auf Andersdenkende von sich reden macht.Der Schwerpunkt liegt aus aktuellem Anlass bei der aus sieben Dörfern (u.a. Goßfelden und Sterzhausen) bestehenden Gemeinde Lahntal, circa sieben Kilometer von Marburg entfernt.
Was bisher geschah…
Immer wieder gerieten in den vergangenen Jahren kleine Städte und Dörfer in Hessen in die Schlagzeilen, weil sich die örtliche rechte Szene, oft über eine lange Zeit herangewachsen, nicht mehr verstecken ließ.So war es im Jahr 2004 Kirtorf im Vogelsbergkreis: Über längere Zeit fanden in einem ehemaligen Schweinestall Rechtsrock-Konzerte mit bundesweiter Bedeutung statt, doch in Kirtorf selbst schien das nicht viele zu stören. Erst nach Fernsehberichten begann eine Diskussion und die Konzerte konnten nicht mehr so einfach stattfinden bzw. wurden teilweise verboten. Doch die rechte Kultur und der rechte Lifestyle blieben und sind bis heute fest verankert.
In der Gemeinde Dautphetal war es Anfang 2008 ein rassistischer Brandanschlag auf ein Haus welcher den Ort in den Fokus des Interesses rückte, in Wetter eine Schändung des jüdischen Friedhofs und im Schwalm-Eder-Kreis der Überfall auf ein linkes Zeltlager. Doch auch abseits dieser bekannteren Angriffe ist die Lage für Menschen, denen Nazis auf die Nerven gehen, schwer. Immer wieder kommt es zu Übergriffen, welche nicht medial thematisiert werden.
Lahntal…
Aktuell sind es die beiden Dörfer Sterzhausen und Goßfelden welche für Aufregung in der Region sorgen: Einem größeren Kreis wurde bewusst, dass hier offensichtlich ein massives Problem vorliegt als am 15. August 2009 zwei Männer von einer Gruppe vermummter Nazis im Ortskern von Goßfelden angegriffen wurden und die verständigte Polizei es erstmal nicht für nötig hielt überhaupt zu erscheinen. [Oberhessische Presse 19.08.09]
Doch schon länger war klar, dass hier vieles im Argen liegt. Reichskriegsflaggen wehten offen in Vorgärten und auch schon zuvor war es zu Gewalttaten durch Neonazis gegen Menschen gekommen, die nicht in ihr Weltbild passen oder das Treiben nicht widerspruchslos hingenommen haben. So kam es beispielsweise zu einem Übergriff auf zwei Frauen einige Monate vorher [Oberhessische Presse: 06.10.09].
Als Folge des Überfalls im August 2009 gründete sich das „Bürgerforum gewaltfreies Lahntal“. Bei einem der ersten Treffen des Forums erschienen mehrere Nazis, um an der Veranstaltung „teilzunehmen“. Unter ihnen war auch der bekannte Neonazi und NPD-Direktkandidat aus Marburg Manuel Mann. Nachdem die Nazis von der anwesenden Polizei durchsucht und ihnen die Teilnahme am Treffen verweigert wurde, führten sie eine Spontandemo mit 10-15 Personen in Goßfelden durch.
Als erste öffentliche Reaktion veranstaltete das Bürgerforum ein Fest auf der Brücke im Ortskern, wo zwei Monate zuvor die beiden Männer zusammengeschlagen wurden. Bei diesem Fest zeigte sich wieder das teilweise mangelnde Verständnis der Problems: Ein örtlicher Nazi besuchte das Fest und wurde nicht ausgeschlossen. Man ist also nicht gewillt, Nazis aus der Idylle der Dorfgemeinschaft auszugrenzen. Diese These wird auch von den Äußerungen eines Mitglieds des Bürgerforums in der Oberhessischen Presse unterstrichen, der betonte: „Wir sind kein Forum gegen Rechtsradikale, sondern gegen Gewalt“ [Oberhessische Presse: 26.10.09].
Unterdessen ereignete sich in der Nacht zum 01. November der nächste Vorfall: Wieder wurde ein Mann in Goßfelden von Nazis attackiert. Im dazu erschienen Polizeibericht freute sich die Marburger Polizei zunächst, dass „während der Auseinandersetzung keinerlei Parolen“ gerufen worden seien. Am nächsten Tag musste dieses jedoch berichtigt werden: Die Täter fielen schon Stunden vor der Tat durch das Grölen rechter Parolen auf.
8 Dezember 2009 um 12:09 |
Foto von einer Reichskriegsflagge, die angeblich über Goßfelden wehte:
http://media.de.indymedia.org/images/2009/11/265442.jpg
Typisches Neonazi-Symbol. Nicht strafbar, nichtsdestoweniger eindeutiger Ausdruck rechtsextremen Gedankenguts. Strafbar ist nur die NS-Reichskriegsflagge mit dem Hakenkreuz.