Marvin Heemeyer – ein amerikanischer Held


(Heemeyers Bulldozer schon mit Schutt zerstörter Häuser bedeckt.)

Marvin John Heemeyer (28.10.1951-4.6.2004) war ein geübter amerikanischer Schweißer und Besitzer einer Reparaturwerkstatt für Auto-Auspuffs. Verärgert über eine für ihn schädliche Änderung des städtischen Bebauungsplans nutzte Heemeyer einen Komatsu-Bulldozer, den er mit Stahlplatten und Beton gepanzert hatte, um das Rathaus, [die Polizeiwache, das Büro des Provinz-Blatts, die Bank,] die Heimstätte eines ehemaligen Richters und andere Gebäude in Granby/Colorado einzureißen. Die Randale hörte erst auf, als sich der Bulldozer nicht mehr bewegen konnte. Von Vollzugsorganen in eine ausweglose Lage gebracht, starb Heemeyer an einer Schussverletzung, die er sich selbst beigebracht hatte.

Heemeyer hatte in Granby mit staatlichen Bediensteten und Individuen lang währende Streitigkeiten, besonders über Bußen wegen Verletzung städtischer Auflagen und über einen Bebauungsplan zugunsten einer Zementfabrik. Die Zementfabrik wurde seiner Auspuff-Werkstatt gegenüber errichtet und machte sein Geschäft kaputt.

Im Jahr 2001 billigten die Kommission für Bebauung und die städtischen Treuhänder den Bau einer Zementfabrik. Heemeyer legte dagegen erfolglos Beschwerde ein. Viele Jahre lang hatte er das Gelände neben seinem Grundstück als Zufahrtsweg zu seiner Werkstatt genutzt. Die Zementfabrik blockierte die Zufahrt. Zu der Verärgerung wegen des Streits über die Zufahrt kam eine Buße von 2500 Dollar, die ihm der Granby-Magistrat für verschiedene Verstöße auferlegte, darunter für Schrott-Autos auf dem Gelände und fehlenden Anschluss an die öffentliche Kanalisation. Heemeyer hatte versucht gut 2 Meter des Zementfabrik-Geländes zu queren um seine Werkstatt an die öffentliche Kanalisation anzuschließen. Schließlich richtete Heemeyer gemeinsam mit Nachbarn und Freunden eine Petition an die Stadt Granby, doch hatte auch damit keinen Erfolg. Seine Werkstatt konnte ohne Kanalisation und ohne Kooperation der Stadt nicht funktionieren. Darauf gab Heemeyer sein Geschäft an einen Pleiten-Aufkäufer ab und verkaufte sein Grundstück. Die neuen Eigentümer ließen Heemeyer sechs Monate zum Wegziehen. In der Zeit baute er den Bulldozer um. Heemeyer hatte den Bulldozer zwei Jahre zuvor gekauft um eine neue Zufahrt zu seiner Werkstatt zu bauen. Doch wies die städtische Administration auch diesen Vorschlag zurück.

Nach der Randale fanden Ermittler Notizen, aus denen hervorging, dass der erstrangige Grund für Heemeyers Bulldozer-Randale sein Kampf gegen die Zementfabrik war. Heemeyer grollte wegen des Bebauungsplans. “Ich war immer gewillt vernünftig zu sein, bis ich unvernünftig sein musste”, schrieb Heemeyer. “Manchmal müssen vernünftige Menschen Unvernünftiges tun.”

Die Ausrüstung, die bei dem Vorfall benutzt wurde, war ein Komatsu D335A Bulldozer mit einer Eigenbau-Panzerung, die das Fahrerhaus, den Motor und Teile des Fahrwerks überdeckte. Stellenweise war die Panzerung mehr als 30 cm dick. Sie bestand aus Beton zwischen Stahlplatten. Das machte die Maschine unempfindlich für kleine Feuerwaffen und widerstandsfähig gegen Sprengstoff. Drei äußere Explosionen und über 200 Garben aus Feuerwaffen konnten dem Bulldozer nichts anhaben. Die Nationalgarde war von Gouverneur Bill Owens nach Granby beordert worden.

Zum Ausguck war der Bulldozer mit einer Video-Anlage ausgestattet, die mit zwei Bildschirmen verbunden war. Ventilatoren und eine Klimaanlage wurden genutzt um Heemeyer beim Fahren zu kühlen. Druckluftdüsen waren eingebaut um Staub von den Video-Kameras fernzuhalten. In der fast luftdichten Kabine waren Nahrung und Wasser bevorratet. Heemeyer hatte nicht die Absicht die Kabine je wieder zu verlassen, nachdem er sie betreten hatte. Die Luke war fest versiegelt. Die Behörden spekulierten, Heemeyer habe einen selbst gebauten Kran in seiner Garage benutzt um die Panzerung über den Bulldozer und sich selbst herunterzulassen.

Als Bewaffnung waren in den Bulldozer eingebaut eine 12mm halbautomatische Barett M82 Scharfschützenflinte nach hinten, ein halbautomatisches FN FNC Sturmgewehr nach vorn, eine 6mm Ruger Mini-14 nach rechts, eine 9mm Kel-Tec P-11 halbautomatische Pistole und ein 9mm Magnum Revolver, mit dem Heemeyer sich selbst tötete.

(Übersetzung aus dem Englischen)


Heemeyer glaubte, Gott habe ihm die Idee mit dem Bulldozer gesteckt und schütze ihn bei der Aufrüstung vor Entdeckung.

Die Mentalität in den USA ist immer noch anders als in Deutschland. Die amerikanische Mentalität ist besser. Dort vertraut man weniger auf staatliche Organisationen und Sozialhilfe, sondern ist darauf aus sich ein eigenes Geschäft einzurichten, von dessen Erträgen man leben kann. Um so gereizter reagieren die Kleinunternehmer, wenn Staatsdiener das mühsam erbaute Geschäft schädigen. Marvin Heemeyer hat in den USA eine Million Fans, wenn nicht mehr, gilt sogar weltweit als einer, der sich nicht alles gefallen ließ. Ihm wird zugute gehalten, dass er keinen Menschen außer sich selbst verwundete und eine verblüffende Idee umsetzte. Der schwarze Killdozer, an dem die Sheriffs ihre Magazine wirkungslos leerballerten, wirkt echt gruselig. Allerdings sind politische Methoden – hartnäckig angewandt – auf die Dauer wirksamer.

Wenn sich Heemeyer nur etwas anders verhalten hätte, wäre vielleicht seine Randale strafrechtlich nicht zu beanstanden gewesen. Heemeyer hätte sich auf einen Notstand berufen können, im deutschen Recht § 34 StGB:

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.

Der Unterschied zwischen Notwehr (§§ 32 und 33 StGB) und Notstand (§§ 34 und 35 StGB) wird von den wenigsten Menschen verstanden, auch von Juristen nicht. Der rechtfertigende Notstand wird oft mit den Notstandsgesetzen von 1968 verwechselt.

Die §§ 34 und 35 wurden erst 1975 nach einer erbitterten politischen Auseinandersetzung ins Strafgesetzbuch aufgenommen; man musste eben wegen der Notstandsgesetze der außerparlamentarischen Opposition entgegenkommen. Damit jedoch die Opposition daraus keinen Nutzen ziehen kann, wurden die §§ 34 und 35 so unverständlich formuliert, dass sie fast unanwendbar sind.

Notwehr ist die Reaktion auf einen akuten Angriff. Der Angegriffene muss sofort reagieren und kann nicht überlegen, welche Reaktion angemessen ist. Notwehr darf demzufolge überzogen sein. In Notstand dagegen geraten Menschen allmählich. Sie haben Zeit Abwehrmaßnahmen zu überdenken und dürfen demzufolge keine Rechtsverletzung begehen, welche das Unrecht, das sie abwehren wollen, übersteigt.

Notstand war also die Situation, in der Heemeyer steckte. Immerhin war er bereits weitgehend ruiniert. Seine Existenz war bedroht. Sachbeschädigungen gelten als Bagatelldelikte. Eine Rechtsgüterabwägung könnte also für Heemeyer sprechen. Die Frage ist jetzt, ob die Sachbeschädigungen als Abwehr geeignet waren. Auch das könnte bejaht werden, da Heemeyers Bulldozer-Randale große Aufmerksamkeit hervorrief. Sicher ist die Information der Öffentlichkeit ein geeignetes Mittel zur Abwehr von Gefahren. Gegen Heemeyer spricht aber, dass er nicht abwehren, sondern rächen wollte.

Immerhin: Gejammert hat er nicht. Das spricht auf jeden Fall für ihn.

Homepage russischer Fans: Марвин Химейер

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14 Antworten to “Marvin Heemeyer – ein amerikanischer Held”

  1. R. M. Says:

    Herr Dr. Brosa,
    der Bulldozer-Fahrer ist ein Held, weil er sich zu Recht wehrte. Hier in Deutschland wird eine Menge totgeschwiegen: Marburg-Biedenkopf der Vorfall in Amöneburg und die Verbrechen der Neonazis, wobei eine 13 Jährige in einem Sommercamp fast mit dem Tod daran glauben musste (fast todgeschlagen um Haaresbreite mit Klappspaten und Bierflasche) und ein Dr. jahrelang übelst malträtiert wurde, was geschah: Nahezu nichts.

    Die Verbrechen legten die Medien offen. Erst dadurch geraten die Staatsanwälte unter Druck den Fall zu untersuchen und wirkliches Recht zu sprechen.

    Besser ist es in Pinneberg auch nicht …

    Na ja, bis wir vor den Toren eines Gerichtshofes stehen und diesen stürmen, wiel seit Jahren kein Recht gesprochen wurde. Somit Politiker und Justiz in Angst versetzen.

  2. Projektwerkstatt Says:

    Illegales Genversuchsfeld nahe Rostock … und andere aktuelle News zu Seilschaften in der deutschen Gentechnik!

    Hallo,
    erst vor wenigen Tagen ist die brisante Veröffentlichung “Organisierte Unverantwortlichkeit” erschienen – 32 Seiten vollerNamen und Institutionen im Filz der Gentechnik. Dennoch gibt es bereits mehrere wichtige Ergänzungen und aktuelle Vorgänge zu den Seilschaften der Agro-Gentechnik in Deutschland.

    Die Topmeldung: Illegales Genfeld entdeckt!
    Auf dem Versuchsgelände des AgroBioTechnikums östlich von Rostock ist ein zweites Gengerstefeld angelegt worden. Grund ist offenbar die Beschädigung des ersten Feldes. Diese Aktion war von den Betreibern bislang verheimlicht worden, stattdessen wurde ein zweites Feld angelegt. Doch dafür liegt gar keine Genehmigung vor! Die Anlage ist nach § 39 Gentechnikgesetz folglich eine Straftat. Daher wurden die Verantwortlichen angezeigt.
    Die Entdeckung schafft auch Brisanz für einen Strafprozess in Gießen, denn dort geht es um genau diesen Genversuch, der 2006 bis 2008 in Gießen stattfinden sollte. Eine öffentlich angekündigte Feldbefreiung sollte 2006 verhindern, was seitdem jährlich stattfand: Riskante Pannen, Verstöße gegen Sicherheitsauflage, gefälschte Antragsunterlagen und jetzt die illegale Anlage eines zweiten Feldes.

    Ihr könnt die Anzeigeschrift unter http://www.projektwerkstatt.de/gen/2009/grl/strafanzeige2felder.pdf einsehen. Falls Ihr die eine Woche alte Broschüre zum Filz zwischen Behörden, Konzernen, Forschung, Geldgebern und Lobbyverbänden noch nicht kennt: Ihr könnt diese bestellen oder im Netz downloaden über http://www.biotech-seilschaften.de.vu. Dort sind viele weitere Informationen zu finden.

  3. bloegi Says:

    Rasender Bauer versetzt Polizisten in Todesangst

    [...]In rasender Wut räumt ein Bauer mit seinem Traktor im August 2007 drei Streifenwagen zur Seite, als wären sie Spielzeugautos.[...]

    Der polizeibekannte Bauer war vom Amtsgericht in Lauterbach unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Fahrens ohne Fahrerlaubnis in mehreren Fällen verurteilt worden.[...]

    Dass der Landwirt aus dem Ortsteil Wallenrod immer wieder mit seinem Traktor durch den Ort und über Feldwege fuhr, obwohl er keinen Führerschein mehr hatte, war der Grund gewesen, warum im August 2007 schließlich Polizeibeamte zu seinem Hof ausrückten. Sie wollten den Trekker beschlagnahmen und dem renitenten Bauern so Einhalt gebieten.

    Doch statt sich zu fügen und Einsicht zu zeigen, verlor der Landwirt die Nerven und ging zum Angriff über. Mit abgesenktem Frontlader fuhr er auf die Polizisten zu und durchbrach die Sperre aus Polizeiwagen. Am Einsatz beteiligte Beamte hatten im ersten Prozess geschildert, dass sie Angst um ihr Leben gehabt hätten. Ein Polizeioberkommissar hatte erklärt, dass der Bauer auf dem Traktor den Frontlader eigens auf die Höhe der Köpfe der Beamten gebracht habe und dann auf sie losgefahren sei. Der Dienstgruppenleiter, der den Einsatz vor Ort geführt hatte, berichtete, wie er vom Traktor 150 Meter weit mit angesenktem Frontlader verfolgt worden sei.[...]

    Auch bei seiner Festnahme blieb der Landwirt seiner Linie treu und schlug und trat nach Angaben des Gerichts auf die Polizisten ein. Ein Polizeisprecher hatte den Vorfall im August 2007 so kommentiert: „Wir sind ja gewöhnt, dass hier auf dem Land mal einer mit einer Mistgabel auf Beamte losgeht – aber das war schon eine besondere Geschichte.“

    Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2.7.2009

    Der Hass, den viele Bauern gegen die Ordnungsmacht des Staats entwickelt haben, ist in den großen Städten unvollstellbar, leitet sich aber aus den unerträglich korrupten Verhältnissen der Gesellschaft auf dem Land ab. Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Rechtsanwälte, Journalisten usw. sind dort völlig skrupellose Büttel des jeweils herrschenden Provinz-Klüngels.

  4. Ulrich Brosa Says:

    Weglaufen bei akuter Gefahr für die eigene Existenz ist o.k. und sogar vernünftig, sonst aber nicht. Der Umschwung in der DDR ist nicht von denen gemacht worden, die weggelaufen sind; ich wünsche mir, dass derartiges öfter geschieht.

  5. bloegi Says:

    Wenn es in der DDR keine Aufstände gegeben hätte, würde dieser Staat noch existieren. Dann zu

    …der Tatsache zu verdanken, dass die intelligentesten Köpfe entweder ausgewandert sind oder das System unterwandert haben und die Idioten geblieben sind…

    Einer dieser “intelligentesten Köpfe” gehört dem Polizeibeamten Karl-Heinz Kurras. Überhaupt kamen aus der DDR viele Rechtsextreme und Kriminelle in die BRD. Die Regierung der BRD gab viel Geld aus um solche Leute aus DDR-Knästen freizukaufen, auch wenn nicht jeder Freigekaufte von dieser Art war.

    Noch ein positives Beispiel des Nicht-Weglaufens: 1945 nahmen Häftlinge des KZ Buchenwald ihre Bewacher von der SS gefangen, und zwar bevor die alliierten Truppen einrückten.

  6. Einer, der nicht auf Ego-Trip ist « bloegi Says:

    [...] der Justiz durch demokratische Kleinarbeit”. Andere Methoden sind a) Selbstmord b) Rambazamba und dann Selbstmord Diese Methoden empfehle ich nicht. Es gibt jedoch weitere empfehlenswerte Methoden, die demnächst [...]

  7. LeserIn Says:

    Der Bauer aus Lauterbach ist im Landgericht Gießen zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden.

    „Das Maß ist jetzt voll“, sagte die Vorsitzende Richterin Regine Enders-Kunze in der Urteilsbegründung. Immer wieder sei er ohne Führerschein gefahren und habe sich gegen Polizeibeamte aufgelehnt. „Sie haben von Anfang an die eigene Rechtsvorstellung über die Rechtsordnung gestellt“, sagte sie.

    Vor Gericht hatte sich der Bauer immer wieder ähnlich unbeherrscht und eigensinnig wie bei seiner Tat gezeigt. „Ich kann nur sagen: Ich bin nicht spazieren gefahren. Ich bin gefahren, weil ich arbeiten muss. Wenn ich nicht arbeite, hab’ ich nichts“, sagte er. Beamte dürften alles, er müsse hart schuften für seinen Lebensunterhalt.

    Ein psychiatrischer Gutachter hatte dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit attestiert. Bei dem Angeklagten gebe es eine „querulatorische Entwicklung“. Diese komme vor allem in seiner gestörten Beziehung zu Polizisten und Ämtern zum Ausdruck, in denen er Feinde sehe.

    Der Staatsanwalt hatte beantragt, die Berufung zu verwerfen und das Strafmaß aus erster Instanz um drei zu Monate zu reduzieren. Die Möglichkeit, die Strafe zur Bewährung auszusetzen, schloss er aus. Der Angeklagte habe seine „eigene Logik und eigene Rechtsauffassung“ und setze sich bereits seit Jahren über Gesetze und Regeln hinweg. Der Anklagevertreter sprach von „einem kontinuierlichen Ignorieren der Staatsgewalt“.

    Welt 27.07.09

  8. LeserIn Says:

    Selbstjustiz aus Wut über verlorene Geldanlagen: Ein 74-Jähriger hat gestanden, gemeinsam mit einem Komplizen seinen Steuerberater entführt zu haben. Er habe sich von dem Finanzexperten “veräppelt und verarscht” gefühlt … Der 56-jährige Steuerberater sollte laut Anklage mit der Entführung zur Rückzahlung von fast 2,5 Millionen Euro verlorener Geldanlagen gezwungen werden. Nach drei Tagen wurde das Opfer von einem Sondereinsatzkommando der Polizei befreit. …

    Spiegel 08.02.10

  9. bloegi Says:

    [...] Ein 53-Jähriger ist mit seinem Kleinflugzeug im texanischen Austin in das Gebäude der Finanzbehörde geflogen. Der Pilot und ein weiterer Mensch kamen ums Leben, mindestens 13 Personen wurden verletzt. [...] Der Pilot wurde als Joseph Andrew Stack identifiziert, ein Software-Ingenieur, der mit der Steuerbehörde im Clinch gelegen haben soll. Nach Polizeiangaben hatte der 53-Jährige am Donnerstagmorgen zunächst sein eigenes Haus angezündet und war dann zum Flughafen gefahren, um in sein Kleinflugzeug vom Typ Piper Cherokee PA-28 zu steigen. [...] Stack hat auf seiner Internetseite eine Art Abschiedsbrief hinterlassen. [...] “Gewalt ist die einzige Antwort”, heißt es in dem Brief. [...]

    Spiegel 19.02.2010

    Gewalt ist keine Antwort – mit Sicherheit dann nicht, wenn Menschen umgebracht werden. Bei einer Sachbeschädigung kann man Rechtsgüter abwägen, bei einem Mord jedoch nicht.

  10. LeserIn Says:

    Das ist der Abschiedsbrief von Joseph Andrew Stack:

    http://i2.cdn.turner.com/cnn/2010/images/02/18/stack.letter.pdf

    Eine Mischung aus Verzweiflung und vernünftigen Argumenten.

  11. bloegi Says:

    Noch ein Video von einer Fernsehsendung. Darin besonders: Ein Officer (Polizist) versucht den Bulldozer mit einem großkalibrigen Gewehr zu durchschlagen. Gebäude, die Heemeyer demoliert hat, werden aufgezählt.

  12. Rudolf Becker-Falk gestorben « bloegi Says:

    [...] Es geschah am 5.3.2011. Die Ursache ist mir nicht bekannt. Becker-Falk gehörte zu einer gesellschaftlich höchst wertvollen, in Marburg fast ausgestorbenen Art. Becker-Falk bekam keine Überweisung am Monatsanfang oder -ende, sondern lebte davon, dass er Aufträge einwarb und ausführte. [...]

  13. LeserIn Says:

    Peter Kneubühl – ein Schweizer Heemeyer?

    Der Amok-Rentner Peter Kneubühl hielt tagelang Biel in Atem, weil er sich mit Waffengewalt gegen die Zwangsversteigerung seines Hauses wehrte.

    Peter Kneubühl schoss letzten September auf einen Polizisten, verletzte diesen schwer und versteckte sich neun Tage lang vor den Spezialeinheiten. Für Biel und die Umgebung ein Albtraum. Evakuierte Häuser, geschlossene Schulen und Polizisten aus der ganzen Schweiz, die zur Unterstützung beigezogen wurden.

    «Hunderte bewaffnete Polizisten wollten mich töten. Ich entschuldige mich nicht bei Gangstern.»

    Groll hegt Kneubühl nicht nur gegen die verhassten Behörden, sondern …

    BLICK 22.06.11

    Hass auf Behörden scheint in den ländlichen Gebieten der Schweiz ähnlich verbreitet zu sein wie in Hessen. Es sei an das Zuger Attentat erinnert. Im Vergleich zu allen diesen Leuten war Heemeyer sehr originell.

  14. LeserIn Says:

    Noch ein Fall für die Rechtsgüterabwägung. Eigentumsrecht versus Kunstfreiheit.

    Walter F. ist OZ, Hamburger Graffiti-Legende . Seit diesem Freitag sitzt er hinter Gittern. Wieder einmal. 14 Monate muss Walter F. dieses Mal in Gewahrsam verbringen. Weil er reihenweise fremdes Eigentum beschädigt hat. So sehen es Staatsanwaltschaft und Richterin am Amtsgericht Barmbek. Weil er Hamburg ein wenig bunter, wilder, schöner gemacht hat, sagen seine zahlreichen Fans und Unterstützer. “Ich kann nicht beurteilen, ob das was Herr F. macht, Kunst ist. Es ist mir auch egal”, sagt Richterin Heike Valentin in ihrer Urteilsbegründung. Kunst könne sich nun einmal nicht über das Eigentumsrecht hinwegsetzen. Dann rechnet sie minutiös vor, welches Vergehen wie viele Tage im Gefängnis zur Folge hat. Von einer der hinteren Zuschauerreihen ist ein deutliches “Pfui” zu hören. Acht Jahre hat F. insgesamt bereits für seine Kunstwerke gesessen. Die “Bild”-Zeitung nennt ihn seit Jahren “Hamburgs schlimmsten Schmierer”. 2003 höhnte das Blatt nach einer Verurteilung: “Endlich im Knast!”

    SPIEGEL 29.07.11

    Beim Spiegel-Artikel sind ein paar Fotos von OZ’ Pieces. Sie sind wirklich nicht übel.

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