Am Montag, 7.7.2008, ab 9 Uhr 30 im
Amtsgericht Marburg, Universitätsstr.48, Raum 159
soll gegen Rolf Hepp verhandelt werden.
Az. 58 Cs - 2 Js 17464/06 StA Marburg
Bei einer hitzigen Sitzung im Kreistag, in der es um die Abschiebung einer afrikanischen Familie ging, soll Rolf Hepp die Abgeordneten der Republikaner und des rechten Flügels der CDU als “Nazischweine” bezeichnet haben. Reps und CDUler hatten die Abschiebung gut geheißen. Hauptgeschädigter ist angeblich der Polizeibeamte Manfred Thierau, zugleich Chef der heimischen Reps.

Rolf trug damals ein durchgestrichenes Hakenkreuz auf seiner Brust. Thierau rief - widerrechtlich - seine Kollegen in den Kreistag. Die rissen Rolf seinen Button mit dem durchgestrichenen Hakenkreuz ab. Thierau zeigte Rolf wegen Beleidigung (§ 185 StGB) und wegen Zeigens verfassungswidriger Zeichen (§ 86a StGB) an.
Die rüde Umgang der Rep-Polizei mit Rolf löste 2006 die witzigsten Anti-Nazi-Proteste aus, die es hier jemals gab. Dutzende Plakate wurden wie dieses dekoriert:

Von den Reps ist nicht mehr viel übrig. Die erreichten früher bei Wahlen fast 20%, rangieren jetzt aber bei etwa 5.
Das 86a-Verfahren war zu blöd. Es ist weg. Übrig bleibt die angebliche Beleidigung. Mir gesteht Rolf die “Nazischweine” nicht. Er weiß, dass ich ihn deswegen verurteilen würde, weil er mit diesem Vergleich das Ansehen der Tiere schädigt. So schlecht sind die Schweine nicht.
Am Montag soll Thierau als Zeuge erscheinen. Als Ankläger wird vermutlich Oberstaatsanwalt Hans Jörg auftreten. Dieser Jörg ist einer der skrupellosesten Protektoren des Rechtsextremismus im Landkreis. Wer Richter sein wird, weiß Rolf nicht. Braun? Krug?
Ich bin sehr für Rolf. Er ist ein alter Gewerkschaftler und vollbringt - anders als die meisten seiner Kollegen - Handfestes gegen das Neonazi-Gesindel, auch wenn es ihm selbst dabei übel ergeht. Die Gerichtsverhandlung am Montag ist eine Auszeichnung für ihn.
Ulrich Brosa
Schlagworte: Beleidigung, Manfred Thierau, Republikaner, Rolf Hepp
7 Juli 2008 um 8:23 Uhr nachmittags
Und was ist jetzt mit der afrikanischen Familie? Darf die jetzt beim lieben Onkel Mugabe wohnen?? Will sagen: Polizisten-Beleidigungsgeschichten werden gern benutzt, um vom Wesentlichen abzulenken, siehe auch den Eintrag: Spatz beleidigt Polizisten. Da ging es um die Miefia, also die Tabaklobby, hier geht es wahrscheinlich um Kopf und Kragen einer Familie. Alles kein Thema mehr, wenn sich ein Polizist beleidigt fühlt. Ein Polizist als Chef der REPs. Auch das noch.
Mich wundert außerdem, dass jetzt alle Zeitungen mit den Affären um Siemens und Transnet voll sind, weil die die Gewerkschaften mit Bestechung und Maulwürfen auf einen arbeitgeberfreundlichen Kurs eingestimmt haben sollen. Und was ist mit dem “Bundesgesundheits-Ministerium”, das sich klammheimlich in Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherung umbenannt hat? Die kasssieren 11,9 Millionen Euro von der Tabak-Industrie, offiziell für nutzloses Blabla an Schulen zum Thema Rauchen, haben aber dafür die Aufkage gekriegt, “den erwachsenen Raucher nicht zu diffamieren!”, also das Rauchen da weiter zu verharmlosen, wo es drauf ankommt. Wann landen denn nun endlich auch Typen wie Adlkofer und Überla wegen Falschaussage und Bestechlichkeit vor dem Kadi.weil sie wider besseres Wissen der Öffentlichkeit genau das gleiche vorgelogen haben, dass Rauchen und Passivrauchen harmlos sind. Für anständig Kohle, versteht sich.
7 Juli 2008 um 9:30 Uhr nachmittags
Susanne Buchmann sagte:
Die Eltern stammen wohl aus Ghana. Während der Abschiebung versuchte der Vater sich umzubringen und hat es beinahe geschafft. In der Zeit, als die Verletzungen des Suizid-Versuchs ausheilten, wurde das Asylgesuch der Familie nochmals überprüft und die Abschiebung als rechtswidrig befunden. Die Familie lebt wohl wieder hier. Ich bitte diese Nachricht mit Vorsicht zu lesen, weil derjenige, von dem ich sie habe, gerade in Urlaub ist. Die Quelle ist ansonsten sehr zuverlässig.
Die Abschiebung 2006 war martialisch: in der Nacht mit schwer bewaffneten Polizisten. Die Abschiebung war umso bedauerlicher, als besonders die Kinder sich rasch integriert hatten, schon gut deutsch sprachen, zur Schule gingen usw. Sie hatten also genau das getan, was doitsche Politiker immer fordern.
Ein Bericht vom Prozess am 7.7.2008 erscheint bald.
25 Juli 2008 um 7:41 Uhr nachmittags
[...] ist ein Bericht von der Gerichtsverhandlung gegen den Marburger Antifaschisten Rolf Hepp am 7.7.2008 (58 Cs - 2 Js [...]
27 Juli 2008 um 2:39 Uhr nachmittags
[...] ist ein Bericht von der Gerichtsverhandlung gegen den Marburger Antifaschisten Rolf Hepp am 7.7.2008 (58 Cs - 2 Js [...]