Das deutsche Vereinswesen, an dem die Welt genesen soll, wird vielleicht am besten von den Autoren der Fernseh-Serie Hausmeister [Dieter] Krause verstanden:
Der Dackelclub KTC (Kölner Teckel Club) 1881 e.V. ist Dieters einziges Hobby. Entsprechend lässt er alles stehen und liegen, wenn die Pflicht zur Clubsitzung ruft oder ein sonstiges Anliegen seiner Dackelkameraden sein Erscheinen verlangt.
Der Club selbst ist sehr militaristisch aufgebaut und im Allgemeinen eine bitterböse Satire auf die sprichwörtliche deutsche Vereinsmeierei. So müssen Mitglieder („Kameraden“), die das Wort ergreifen, sich erheben und stramm stehen; selbstverständlich nur nach vorheriger Genehmigung durch den Präsidenten. Bei den Clubsitzungen herrscht Uniformpflicht, diese sind mit Orden für Verdienste um den Dackel und sonstigen Auszeichnungen vollgehängt. Das Clubleben ist geprägt von militaristischem Zeremoniell, angefangen vom Befehlston („Die ganze Dackelrotte: Sitz!“), über Einmärsche mit Trommelbegleitung bis hin zum rituellen Aufsagen von Credos („Alles für den Dackel…“) und Absingen von Liedern, wobei letztere starke Parallelen zum Nationalsozialismus aufweisen; so basiert das Dackellied „Die Schnauze hoch, die Leine straff gezogen“ auf derselben Melodie wie das Horst-Wessel-Lied und auch die textliche Nähe ist kaum zu übersehen. An den Nationalsozialismus erinnern auch die Dienstgrade im Dachverband des Dackelclubs; hier gibt es beispielsweise einen Gauleiter und einen Oberrudelführer. Hin und wieder fallen Äußerungen die an den Nationalsozialismus erinnern. („In Stalingrad war’s kälter!“)
“Hausmeister Krause” ist zum Lachen. Insgesamt sind aber die KTCs 1881 viel gefährlicher als autonome Nationalisten und NPD zusammen, weil von den KTCs 1881 zehntausende existieren.
Die Versuchung die vielen Nazis, die es in Deutschland gibt, besoffen und damit noch dümmer zu machen, als sie sowieso sind, ist riesig. Betrunkenen Dummköpfen ist das bisschen Geld, das sie noch haben, leichter aus den Taschen zu ziehen als sagenhaft reichen Baronen Rothschilds. Constaple und Thor Steinar haben so fette Beute gemacht.
Die Brauerei Braugold (nicht Braungold) hat das Bier 1888 kreiert. Endlich hat sich eine Bündnisgrüne darüber empört, allerdings aus Thüringen. Am 14.05.2008 bekam ich folgende E-Mail:
Vielleicht hat jemand ja die Muße, der Sonntagszeitung mal zu schreiben…
Ich staple bald die Beschimpfungen aufrechter Deutscher, die mich seitdem erreichen…
Zur Info nochmal meine PM dazuHerzlichst
AstridPressemitteilung 111-08
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen
9. Mai 2008Grüne halten Logo der neuen Biermarke von Braugold für absolut ungeeignet
Astrid Rothe-Beinlich: Mehr Taktgefühl bei der Logo-Suche wäre angebracht gewesen!Seit dem 1. April 2008 prangt uns die Anzeige der neuen Biermarke von Braugold, “18achtundachtzig”, in Haltestellen, in Zeitungen und von anderen Werbeplattformen sozusagen “aufgefrischt” entgegen. Auf Nachfrage bei der Geschäftsführung wird verkündet, dass sie sich trotz ihrer Recherchen im Vorfeld für das Logo entschieden hat.
Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen:
“Es ist schon sehr verwunderlich, dass sich die Firma Braugold trotz Vorrecherchen für dieses irreführende Logo entschieden hat, um damit “neue Frische” in die Bierlandschaft zu bringen. Mag das Jahr 1888 für Braugold ein prägendes sein, so hätte man sich doch nicht vor der Tatsache verschließen dürfen, dass genau diese Zahlen für Rechtsextremisten als Zahlencode dienen.
Oft werden im rechtsextremen Milieu Zahlencodes verwendet, um Begriffe, die strafrechtlich verfolgt werden zu verschlüsseln. Diese werden meist in Motiven für T-Shirts, Emblemen, Gruppen- oder Bandnamen verwendet. Oft symbolisieren die Zahlen bestimmte Buchstaben im Alphabet.
Die Zahlen “18″ und “88″ stehen für “AH” und “HH”, womit in der rechten Szene “Adolf Hitler” und “Heil Hitler” verschleiert werden soll. Die Zahl “18″ wird bei Rechtsextremen oft für T-Shirt-Motive benutzt, man findet diese aber auch bei Organisationsnamen wie z.B. “Combat 18″ oder bei der Band “Sturm 18″.
Gerade vor diesem Hintergrund finden wir es mindestens bedenklich, wenn nicht sogar höchst fahrlässig, dass sich Braugold ausgerechnet für dieses Logo entschieden hat. Und das in Thüringen, in dem Land, in dem die NPD im Moment dabei ist, die Demokratie zu unterwandern und sich für 2009 als Ziel gesetzt hat, in den Landtag einzuziehen.
Deshalb fordern BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen Braugold dazu auf, diese Marke aus dem Verkehr zu ziehen oder sich mindestens für ein anderes Logo zu entscheiden, um den Nazis keinerlei Möglichkeit zur Anknüpfung und zur Beachtung zu gewährleisten! Wir empfehlen dies auch im Hinblick auf den möglichen Schaden, den Braugold mit dieser Biermarke nehmen könnte.”
Wenn ich an die hessischen Grünen denke, werde ich neidisch.
Ulrich Brosa, Amöneburg
19 Mai 2008 um 12:20 Uhr vormittags
Also ich finde, die Braugold Vetriebs GmbH & Co. KG ist keine Neonazibrauerei. Sie hat oben auf ihren Weltnetzseiten rot-weiß-schwarze Streifen, wo doch alle wissen, Neonazis wollen schwarz, weiß und rot. Auch daß die Bierdosen blau und gold gefärbt sind, ist bestimmt ein Zufall.
Braugold Vetriebs GmbH & Co. KG schreibt, 1888 ist so eine wichtige Jahrzahl, weil 1888 einer (Büchner) ein Brauhaus eröffnet hat, den 1920 ein anderer (Baumann) gekauft hat und den anderen hat wieder ein anderer (Riebeck) gekauft. Das ist ein Grund zum Feiern. Da wundert mich aber, auf anderen Weltnetzseiten über Braugold kommt das Jahr 1888 gar nicht vor
Die vielen Neonazis sind jetzt begeistert von Braungold 1888 und die Neonazis sagen alle auch, 1888 hat nichts mit Adolf Hitler und Heil Hitler zu tun.
19 Mai 2008 um 7:33 Uhr nachmittags
Interessanterweise habe ich in einem Forum folgendes gefunden:
http://forum.derwesten.de/viewtopic.php?p=488312&sid=d313a7f4e9b7a413cfa312b6cfdb9731#488312&sid=99dd8bd28f2b88619d925215c4af797f
Eines ist klar, in manchen Vereinen gibt es Mitläufer ohne Zivilcourage! Auch in “staatlichen Vereinen”. Davon kann ich mehrere Lieder singen!
22 Mai 2008 um 9:41 Uhr vormittags
Testtrinker meinen: Braugold 1888 ist das schlechteste Bier von Braugold.
Wenn schon denn schon … Budweiser!
22 Mai 2008 um 1:54 Uhr nachmittags
das bier 1888 wurde nicht erst jetzt kreiert.
lediglich das logo wurde modifiziert.
vorher war es klar als jahreszahl erkennbar.
jetzt steht auf der flasche groß 18 und darunter in schreibschrift achtundachtzig.
leider haben beide zahlen einen faden beigeschmack.
23 Mai 2008 um 11:00 Uhr vormittags
…hab da mal im Netz einen Kommentar gelesen, den ich passend finde.
“verbietet das Alphabet, denn sie haben das Alphabet benutzt…”,
aber vielleicht kommt das bei den Grünen ja auch vom Genmais schnüffeln…
23 Mai 2008 um 12:13 Uhr nachmittags
Ich finde man kann echt übertreiben. Eine Brauerei die sich bisher nicht negativ aufgefallen ist, eine Biermarke die es schon länger gibt und nur ein neues Logo bekommt…
1888 ist eine Jahreszahl, lt. der offiziellen Website sogar eine historisch relevante für das Unternehmen. Nicht mehr. Warum so überreagieren wegen eines Jahres? Wenn man will kann man in alles etwas interpretieren und irgendwie eine Verknüpfung zu Rechtsradikalen herstellen.
24 Mai 2008 um 6:20 Uhr nachmittags
“Das Bier 1888″ hat heftiges Rauschen im Internet hervorgerufen. Blögi war zeitweise das am stärksten wachsende Blog bei WordPress. Hauptkundschaft: natürlich Rechtsextreme. Sie haben gegackert wie von Taranteln gestochen. Ein Rechtsextremer ist fraglos auch “Mc Kuman”.
Mc Kuman hat als Absender-E-Mail “sohn_midgards@web.de” angegeben.
“Sohn Midgards” ist ein bei Neonazis beliebtes Pseudonym: “Axel Reitz aus Gesinnungshaft entlassen…blablabla”. Die Neonazis haben es nach dem Vorbild des Heinrich Himmler mit Odin, Asgard, Midgard… echt germanische Müh-Tollogie.
6 Juni 2008 um 8:41 Uhr nachmittags
Zu denen von der extrem rechten Kante gehört auch “Blasphemous”. Sein Kommentar ist von webmaster(ät)metalmail.de geschickt worden. metalmail.de wird automatisch auf schwarzes-homberg.de umgeleitet. Das ist eine ziemlich kümmerliche Domain aus der Ecke des nationalsozialistischen Satanismus. Eigentümer von metalmail.de und schwarzes-homberg.de ist Nico Ströher aus Homberg am südlichen Rand des Amöneburger Beckens.
Neonazi-Symbolik:
Die Farben der Heimatseite.
Rechts auf der Homepage von http://www.schwarzes-homberg.de
Der Typ rechts auf
http://gallery.schwarzes-homberg.de/details.php?image_id=150
hat ein Eisernes Kreuz auf seinem T-Hemd.
Satanismus:
Abgespreizte Zeige- und kleiner Finger bedeuten Satan:
http://gallery.schwarzes-homberg.de/data/media/9/mn2_030.jpg
http://gallery.schwarzes-homberg.de/details.php?image_id=156
Ein Typ hat seine Augen präpariert:
http://gallery.schwarzes-homberg.de/details.php?image_id=225
Dazu Vorlieben für faschistische Black-Metal-Krach-Gruppen wie Blasphemous (Hail!) und Impaled Nazarene (der aufgespießte Jesus). Alles nach dem Motto: Wie aufregend ist Gotteslästerung!
Das Schärfste: Blasphemous hat seinen Schwachsinn mit einer IP der PUM (Philipps-Universität Marburg) verschickt: 137.248.254.151. Der Server ist also pcmbi26.med.Uni-Marburg.DE .
9 Juni 2008 um 1:37 Uhr nachmittags
[...] viele Vereine rechtsextrem sind, gilt immer noch als Tabu. Der in Blögi erschienene Artikel Das Bier 1888 hat dieses Thema angekratzt und entsprechend starke Reaktionen der Betroffenen ausgelöst. Ich [...]
19 Juni 2008 um 12:01 Uhr nachmittags
Ströher (siehe oben: “Zu denen von der extrem rechten Kante…” ) hat alles von seiner Domain http://www.schwarzes-homberg.de gelöscht. Immerhin, das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Falls er jedoch meint, damit seien Beweismittel verschwunden, irrt er sich. Alles Relevante wurde sorgfältig dokumentiert.
Gelöscht wurde auch das Blog http://blasphemousworld.wordpress.com. Auch ein Schritt in die richtige Richtung. Dort waren Dinge zu lesen wie
Also Fremdenfeindlichkeit satanistisch aufgebohrt. Das Zeug wird noch einige Zeit in diversen Caches stehen.
25 Juni 2008 um 1:22 Uhr nachmittags
Hallo,
wie man auf Seite 18 dieser Verfassungsschutz-Broschüre entnehmen kann können sich Menschen mir zweifelhafter rechtslastiger Gesinnung nicht herausreden.
http://www.berlin.de/imperia/md/content/seninn/verfassungsschutz/stand2005/info_symbole_5._aufl.pdf
Gruß, D. Pavlovic
2 Juli 2008 um 8:28 Uhr nachmittags
[...] er auf diesem Bild “nicht zweifelsfrei” zu erkennen sei, wurde das TSV-1888-Mitglied Franz-Josef Graf freigesprochen. Er hat an meiner Haustür gepinkelt, Klingelstreiche [...]